Blick ins Buch

Jetzt bestellen:

Buch
eBook
Hörbuch

€ 10,00 [DE] | CHF 14,50 [CH] | € 10,30 [A]

€ 9,99 [DE] | CHF 12,00 [CH]

€ 12,99 [DE] | CHF 18,90 [CH] | € 14,60 [A]

Ellen Sandberg

Die Vergessenen

Roman

Die einen wollen vergessen. Die anderen können es nicht.

1944. Kathrin Mändler tritt eine Stelle als Krankenschwester an und meint, endlich ihren Platz im Leben gefunden zu haben. Als die junge Frau kurz darauf dem charismatischen Arzt Karl Landmann begegnet, fühlt sie sich unweigerlich zu ihm hingezogen. Zu spät merkt sie, dass Landmanns Arbeit das Leben vieler Menschen bedroht – auch ihr eigenes.

2013. In München lebt ein Mann für besondere Aufträge, Manolis Lefteris. Als er geheimnisvolle Akten aufspüren soll, die sich im Besitz einer alten Dame befinden, hält er das für reine Routine. Er ahnt nicht, dass er im Begriff ist, ein Verbrechen aufzudecken, das Generationen überdauert hat ...

Das Buch spielt in München, Deutschland

Regelmäßig neue Buchtipps bekommen!

Leserstimmen

Erschreckende Wahrheit über Kriegsgeschehnisse

Von: ulistuttgart Datum: 13. März 2019

Die Vergessenen von Ellen Sandberg
Penguin Verlag 2019

-Erschreckende Wahrheit über Kriegsgeschehnisse-

Manolis Lefteris kümmert sich, neben seinem eigentlichen Beruf als Autohausbesitzer, um ganz besondere Aufträge. Durch eben solch einen Auftrag deckt er ein unbegreifliches Verbrechen aus den Kriegsjahren auf. Er wurde damit beauftragt, Dokumente aus dem Jahr 1944 aufzuspüren, die von der Krankenschwester Kathrin Mändler verfasst wurden und beweisen, in welche Machenschaften der damalige Arzt und Leiter der Heilanstalt Winkelberg, Karl Landmann, verwickelt war.

Gleich zu Anfang: Es ist ein grandioses Buch! Ellen Sandberg erzählt knallhart von den Ereignissen des 2. Weltkrieges und der Tragik der Euthanasie. Was passiert mit den Behinderten in der Zeit des Nationalsozialismus …
Auf sehr einfühlsame Weise beschreibt die Autorin die Gefühlswelt der kranken Menschen, ganz besonders die der Kinder. Diese genießen jede Berührung und sind dankbar für jede Art von Aufmerksamkeit. Doch für die Nazis sind sie nicht lebenswert und müssen aussortiert werden. Unbegreifbar und extrem erschreckend.

Mindestens genauso wie der Umgang mit den Behinderten im dritten Reich, hat mich die Tatsache der „sadistischen Massaker an Zivilisten“ wütend gemacht.
In einer Nebengeschichte wird über Manolis’ Vorfahren erzählt. Diese wurden in einem griechischen Dorf von deutschen Soldaten bestialisch ermordet, vergewaltigt und zerstückelt… Ich war so voll Zorn als ich über diese Kriegsverbrechen, die nie als solche anerkannt wurden, gelesen habe.

Die Autorin lässt mit ihrem packenden Roman die Geschichte um Euthanasie und Kriegsverbrechen auf erschreckende Weise lebendig werden.

Klare Leseempfehlung und 5 Sterne

Schuld, Sühne und ein Kriegsverbrechen

Von: Eva Krafczyk Datum: 14. Februar 2019

wei Menschen, die auf unterschiedliche Weise von zwei verschiedenen Kriegsverbrechen geprägt sind und deren Wege sich kreuzen. Mit "Die Vergessenen" hat Ellen Sandberg einen Roman geschrieben, in dem es auch um Vergangenheitsaufarbeitung, um Schuld, Sühne und Verantwortung geht.

Vera Mändler steckt als Redakteurin einer Frauenzeitschrift beruflich in einer Sackgasse. Sie will nicht mehr über Sex in den Wechseljahren oder Facelifting schreiben, sondern über aktuelle, politische Themen. Doch mittlerweile steckt sie in der Schablone "Frauenthemen" fest, wenn sie versucht, sich anderswo zu bewerben.

Manolis Lefteris ist ein "Mann für besondere Aufträge" - und das schließt auch Auftragsmorde mit ein. Von seinem Doppellelben ahnen Außenstehende ebenso wenig wie von der Tatsache, dass der Besitzer eines Autohauses eigentlich schwer traumatisiert ist: Sein Vater überlebte als Kind als einziges Mitglied seiner Familie ein brutales Massaker deutscher Soldaten in einem griechischen Dorf und vertraute die grausamen Details Manolis an, als der ein kleiner Junge war. Die Alpträume verfolgen ihn bis in die Gegenwart.

Die Wege der beiden kreuzen sich, als Veras Cousin erst verschwindet, dann ermordet gefunden wird. Er hatte versucht, einen Klienten von Manolis´ Auftragsgeber mit belastenden Dokumenten zu erpressen. Diese Unterlagen sind nun verschwunden. Vera wiederum will herausfinden, was der Cousin aus der Wohnung ihrer Tante, die nach einem schweren Schlaganfall bewusstlos in einer Klinik liegt, entwendet haben könnte. Bei der Durchsuchung der Unterlagen ihrer Tante stößt sie auf ein Foto: Während des Zweiten Weltkrieges arbeitete die Tante als Krankenschwester in einer Heilanstalt, in der behinderte Patienten ermordet wurden. War sie an Kriegsverbrechen beteiligit?

Vera beginnt zu recherchieren - und Manolis bleibt ihr dicht auf den Fersen. Denn die Beweise, die ihrer Karierre zu einem Wechsel in ernstzunehmenden Journalismus verhelfen sollen, sind genau die Art von Materialien, die Manolis aus der Welt schaffen soll. Dabei sympatisiert er eigentlich mit Veras Absicht, ein vergessenes Verbrechen wieder bekannt zu machen und noch lebende Täter zur Verantwortung zu ziehen.

Wie schwer es ist, Kriegsverbrecher auch nach Jahrzehnten noch vor Gericht zu bringen, haben nicht zuletzt die wenigen KZ-Prozesse der vergangenen Jahre wieder gezeigt, Mit den "Euthanasiemorden" packt Ellen Sandberg ebenfalls ein von vielen verdrängtes Thema an. Dabei kann der Leser über weite Strecken nur hoffen, dass es noch zu so etwas wie Gerechtigkeit kommt, denn Manolis fühlt sich seinem Auftrag verpflichtet.

Streckenweise hat die Autorin ein bißchen dick Pathos aufgetragen, auch die Idee, dass der emotional schwer angeschlagene Manolis zugleich ein rationaler Killer ist, scheint nicht wirklich überzeugend, und bei den historischen Schilderungen kommen noch ein paar Sachfehler dazu. Aber sei´s drum, das Buch erhebt schließlich keinen Anspruch auf wissenschaftlich-historischen Kontext, sondern ist Fiktion mit dem realen Hintergrund der Euthanasiemorde. Spannend mit ein paar Oberflächlichkeiten, die vermeidbar gewesen wären. Auf jeden Fall aber ein wichtiges Thema, auch in der Gegenwart.

mehr Leserstimmen anzeigen

Wow!

Von: Patno Datum: 23. Januar 2019

Kürzlich habe ich mit dem Roman „Der Verrat“ Buchautorin Ellen Sandberg entdeckt und daher interessierte mich ihr Erfolgsroman „Die Vergessenen“ ebenfalls.
Doch sind die beiden Romane kaum miteinander zu vergleichen, lediglich Sandbergs mitreißender Schreibstil vereint die beiden Werke.

Manolis Lefteris ist ein Mann für spezielle Aufträge. Er lebt in München und wir schreiben das Jahr 2013. Seine neuste Mission klingt simpel. Manolis soll geheimnisvolle Akten, die sich im Besitz einer alten Dame befinden, ausfindig machen und seinem Auftraggeber übergeben. Er ahnt nicht, dass er einem unfassbaren Verbrechen der Nationalsozialisten auf der Spur ist.

Es war im Jahr 1944, als Kathrin Mändler ihre Stelle als Krankenschwester antritt. Sie begegnet dem charismatischen Arzt Karl Landmann und fühlt sich zu ihm hingezogen. Doch hinter dieser charmanten Fassade lauert ein Monster, das das Leben unzähliger Menschen bedroht. Dies wird Kathrin viel zu spät bewusst. Ist auch ihr Leben in Gefahr?

Bevor die Geschichte so richtig in Fahrt kommt, stellt Ellen Sandberg ihre Akteure vor.
Manolis erinnert mich zunächst an einen Special Agent mit einem Hang zu schnellen Autos. Dabei schleppt er ein schreckliches Trauma mit sich umher. Sein neuer Auftrag wühlt Manolis emotional auf.
Ihm gegenüber steht Vera Mändler. Sie ist Journalistin und die Nichte von Kathrin. Auch sie wird auf die Vergangenheit ihrer Tante aufmerksam,beginnt zu recherchieren und wittert eine heiße Story.
Dann springt die Geschichte in die Vergangenheit. Kathrin erinnert sich an die Ereignisse von damals und mit jeder neuen Seite offenbart sich mir eine unbegreifliche, grauenvolle Geschichte.
Ellen Sandberg widmet sich in ihrem Roman der Thematik der Euthanasie unter dem Deckmantel der „Rassenhygiene“. Ich bin schockiert und tief berührt von ihren Ausführungen.
Wieder einmal frage ich mich, wie Menschen einer solchen Ideologie folgen konnten und sich dabei keinerlei Schuld bewusst waren, ja sogar noch versuchten ihre Taten zu bagatellisieren.

Dieser Spannungsroman, der durchaus auch als Kriminalroman bezeichnet werden kann, ist facettenreich inszeniert. Einerseits wird eine Geschichte aus der Gegenwart erzählt, andererseits werden tiefgreifende Ereignisse aus der Vergangenheit geschildert. Geschickt verwebt Ellen Sandberg Stück für Stück die beiden Handlungen, bis sie schlussendlich im Finale zusammenfließen.
Sogwirkung! Ich kann das Buch nicht mehr aus den Händen legen. Emotionen kochen hoch. Das Gelesene fühlt sich real an, obwohl es fiktiv ist. Ich gehe von einer akribischen Recherchearbeit aus.
Außerdem fließen aktuelle Bezüge zur rechten Szene ein.
Perfekt ausgearbeitet!

„Die Vergessenen“ haben sich mit einem Paukenschlag in Erinnerung gebracht. Sie haben mich mit ihrer Geschichte emotional berührt und mitgerissen. Spannungreicher, intelligenter Lesestoff! Garantiert „unvergessen."