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Ellen Sandberg

Die Vergessenen

Roman

Die einen wollen vergessen. Die anderen können es nicht.

1944. Kathrin Mändler tritt eine Stelle als Krankenschwester an und meint, endlich ihren Platz im Leben gefunden zu haben. Als die junge Frau kurz darauf dem charismatischen Arzt Karl Landmann begegnet, fühlt sie sich unweigerlich zu ihm hingezogen. Zu spät merkt sie, dass Landmanns Arbeit das Leben vieler Menschen bedroht – auch ihr eigenes.

2013. In München lebt ein Mann für besondere Aufträge, Manolis Lefteris. Als er geheimnisvolle Akten aufspüren soll, die sich im Besitz einer alten Dame befinden, hält er das für reine Routine. Er ahnt nicht, dass er im Begriff ist, ein Verbrechen aufzudecken, das Generationen überdauert hat ...

Das Buch spielt in München, Deutschland

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Leserstimmen

Großartiger Stoff, toll umgesetzt

Von: Sarahs Bücherregal Datum: 15. Juli 2019

Als Veras Tante plötzlich einen Schlaganfall erleidet und im Koma liegt, muss sich Vera um ihre Sachen kümmern und beginnt zur Vergangenheit ihrer Tante zu recherchieren. Was hatte sie mit dem Haus Winkelberg zu tun, das durch Euthanasieverbrechen im Dritten Reich zu umstrittener Berühmtheit gelangte? Ohne ihr Wissen recherchiert auch Manolis Lefteris in dem Fall, denn er soll belastende Unterlagen besorgen, die Veras Tante angeblich seit Jahrzehnten versteckt hat. Unabhängig voneinander sind die beiden einem großen Geheimnis auf der Spur.
Ellen Sandberg hat hier wirklich einen großartigen Krimi abgeliefert. Die Hauptfiguren Vera und Manolis sind einem sehr sympathisch, auch wenn gerade Manolis nicht immer mit ganz sauberen Absichten handelt. Man erfährt viel über ihren Hintergrund und gewinnt dadurch einen guten Einblick in ihre Intention, warum und wie sie handeln. Die ganze Story ist sehr mitreißend und spannend geschrieben, auch wenn einem die Verwicklungen teilweise fast unrealistisch erscheinen, ist doch inzwischen erwiesen, dass viele Täter des Dritten Reichs ungeschoren davongekommen sind, wie auch einige Figuren in diesem Roman. Durch die Vermischung Veras und Manolis Handeln in der Gegenwart und den Erinnerungen von Veras Tante Kathrin gewinnt man einen guten Überblick über alle Handlungsstränge und hat kein Problem, den Verwicklungen zu folgen.
„Die Vergessenen“ von Ellen Sandberg ist toller Krimi, spannend geschrieben und mit einem sehr interessanten Thema. Eine absolut runde Sache, ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen, so gespannt war ich, wie es wohl weitergehen könnte. Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung für den Roman.

"Die Vergessenen"

Von: Fynn Peters Datum: 13. Juli 2019

Der Roman "Die Vergessenen" spielt in zwei Zeiten. Einmal begegnen wir der neuen Krankenschwester Kathrin Mändler und einmal treffen wir auf Manolis Lefteris im Jahre 2013, der ohne das er es ahnt, im Begriff ist ein Verbrechen aufzuklären, dass Generationen überdauert. Ich finde es hierbei immer wieder spannend, wenn eine Geschichte zu unterschiedlichen Zeiten spielt und obwohl die Ereignisse mehrere Jahrzehnte auseinanderliegen trotzdem irgendwie zusammenhängen. Dies fand ich zum Beispiel auch bei dem Roman "Trümmerkind" sehr faszinierend! Der Schreibstil von Ellen Sandberg hat mich außerdem sehr begeistert. Er ist sehr packend und fesselnd und obwohl ich für dieses Buch länger als sonst gebraucht habe war ich immer sofort in der Story drin und man konnte den roten Faden gut folgen. Des Weiteren fand ich den Inhalt des Buches besonders interessant. Es geht unter anderem um die grausamen Taten des Nationalsozialismus und man stellt sich schnell die Frage, wie man sich als Zeuge verhalten hätte. Eine andere Sache, die mir bei dem Buch sehr gut gefallen hat, war der Perspektivwechsel. Dieser ist der Autorin sehr gut gelungen und man hatte wirklich immer einen guten Überblick über die Handlung.

Langeweile kann man von diesem Buch auf jeden Fall nicht erwarten. Das Buch ist auf jeden Fall empfehlenswert, wenn man gerne historische Romane oder klassische Kriminalromane liest.

Wer noch mehr Lesestoff von Ellen Sandberg haben will, kann übrigens auch die Bücher von Inge Löhning lesen. Sie steckt nämlich hinter dem Synonym Ellen Sandberg. Unter ihrem echten Namen hat sie ebenfalls Bestseller, wie zum Beispiel "Gedenke mein" veröffentlicht.

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Ein schwieriges, wichtiges Thema spannend verpackt.

Von: Fleur_de_livres Datum: 25. Juni 2019

Meinung:

Die Autorin schafft es, dass man das Buch in einem Rutsch liest und es nicht aus der Hand legen will. Die Spannung ist von der ersten Seite bis zur letzten Seite da. Die beiden zeitlichen Stränge verbindet die Autorin mit einer Leichtigkeit, so dass man absolut in der Handlung ist.
Die Figuren sind hervorragend herausgearbeitet und nicht immer nur sympathisch. Kathrin, die in der Zeit des 2. Weltkrieges als Krankenschwester arbeitet, sieht Dinge, sie sie ihr Leben lang verfolgen werden – doch sie sieht nicht weg. Es ist wirklich sehr gut beschrieben, wie Krankenschwestern in dieser braunen Zeit gearbeitet haben und unter welchem Druck sie gestanden haben. Aufstand gelang nur im Kleinen und nicht im Großen – doch es gab ihn.
Manolis soll einen Auftrag erfüllen, einen wie immer, denkt er. Doch eher er sich es versieht ist ein in einem Krimi, welcher sich in der düstersten Zeit Deutschlands ereignet hat. Mir gefiel seine ruhige Art und sein bedachtes Handeln. Eine sympathische Figur.
Vera, die die Nichte von Kathrin ist, rutscht in die Ereignisse und erkennt schnell deren Brisanz. Doch gibt es fast 70 Jahre danach noch Gerechtigkeit?
Besondern gut war, dass die Autorin die Zeit des 2. Weltkrieges sehr realistisch beschrieben hat und auch die Grausamkeiten der Nazi´s ungeschmückt wiedergegeben hat. Das macht das Buch zu einem spannenden und wirklich



Ein dunkler Teil deutscher Geschichte spannend verpackt

Von: Barbara Diehl Datum: 15. Juni 2019

Vera Mändler ist Journalistin und arbeitet für „Amélie“, einer Frauenzeitschrift mit Zielgruppe fünfzig plus. Als ihre Tante mit einem Schlaganfall ins Krankenhaus eingeliefert wird und Vera in Kathrins Wohnung etwas abholen soll, findet sie diese verwüstet vor. Hier hat definitiv jemand etwas gesucht – kurioserweise finden sich aber keinerlei Einbruchspuren. Auf dem Sofa im Wohnzimmer liegt ein geöffnetes Fotoalbum. Das Bild auf der aufgeschlagenen Seite zeigt eine Gruppe von Krankenschwestern und die Unterschrift unter dem Foto lautet „Adele und ich in Winkelberg“. Dem Zeitpunkt nach, zu dem dieses Foto aufgenommen wurde, kann es sich nur um die „Heil- und Pflegeanstalt Winkelberg“ gehandelt haben. Selbst Veras Mutter - und somit Kathrins Schwester Annemie - weiß nichts darüber, dass Kathrin in dieser Anstalt gearbeitet haben soll. Was also hat Kathrin mit Winkelberg zu tun? Vera wäre nicht Journalistin, wenn sie diese Ungereimtheit auf sich beruhen lassen würde.

Manolis Lefteris ist Besitzer eines Autohauses, arbeitet ab und an jedoch auch als „Mann für besondere Fälle“ für einen befreundeten Anwalt. Er arbeitet unauffällig, korrekt und stellt nicht viele Fragen. Sein neuester Auftrag scheint einfach zu sein: Er soll jemanden überwachen, der auf der Suche nach einem Dossier ist. Sobald dieser das Dossier gefunden hat, soll Lefteris es ihm entwenden, an den Auftraggeber aushändigen und fertig. Doch so einfach wie es scheint, ist es nicht. Der Mann, den Lefteris überwachen soll, heißt Christian Wiesinger …….. und ist der Neffe von Vera Mändler.

„Die Vergessenen“ ist das 2. Buch der Autorin, welches ich gelesen habe, es war jedoch das 1. Buch, das die Autorin unter ihrem Pseudonym Ellen Sandberg veröffentlicht hat. Hinter dem Pseudonym verbirgt sich die Krimi-Autorin Inge Löhnig, die unter ihrem Klarnamen Kriminalromane um den Münchner Ermittler Konstantin Dühnfort schreibt.

In diesem Buch, das unter der Bezeichnung „Spannungsroman„ läuft, geht es um die juristische Aufarbeitung bzw. Nicht-Aufarbeitung von NS-Verbrechen. Gibt es 70 Jahre nach Ausübung dieser Kriegsverbrechen überhaupt noch irgend eine Art von Gerechtigkeit?

Die Handlung in „Die Vergessenen“ spielt auf 2 Zeitebenen. Zum einen befindet sich der Leser im aktuellen Handlungsstrang um Vera und Kathrin Mändler, Christian Wiesinger und Manolis Lefteris im Jahr 2013 und parallel dazu der 2. Strang, der sich zu Zeiten des Nationalsozialismus abspielt und aus dem Leben der Kathrin Mändler erzählt, die 1944 ihren ersten Job nach Beendigung der Ausbildung angetreten hat. Dieser neue Job führt sie in die Heil- und Pflegeanstalt Winkelberg, in der man für behinderte/kranke Patienten eine ganz besondere Art der „Pflege“ anwendet. Ausgerechnet mit ihrem Vorgesetzten lässt Kathrin sich auf eine Beziehung ein; aber nicht jede Beziehung entsteht aus Liebe, manchmal ist es auch nur die Anziehungskraft zweier Menschen.

Während Manolis Lefteris sich der Frage widmet, was genau an diesem Dossier für seinen Auftraggeber so wichtig sein könnte, möchte Vera Mändler gerne wissen, welche Rolle ihre Tante in Zusammenhang mit diesen Vorkommnissen gespielt hat. Hatte sie eine aktive oder passive Rolle oder wusste sie von nichts? Da Kathrin im Koma liegt, kann sie selbst diese Fragen leider nicht beantworten.

Beide bringen auf ihre Art und Weise die Wahrheit ans Licht und zum Schluss gibt es eine Enthüllung, die wahrscheinlich so niemand erwartet hätte.

Es hat ein wenig gedauert, bis ich in der Handlung des Buches richtig drin war. Zu Beginn werden Fragmente aus dem Leben des Manolis Lefteris thematisiert, die 18 Jahre vor seiner Geburt stattgefunden haben und seinen Vater und dessen Familie in Griechenland betreffen. Zu diesem Zeitpunkt ist das alles noch nicht zu verstehen, der Sinn erschließt sich dem Leser erst in Richtung Ende des Buches. Man versteht dann aber auch Lefteris‘ Vorgehensweise in seinem aktuellen Fall. Also, auch wenn man sich durch die ersten Seiten ein wenig durch“quälen“ muss, lohnt es sich doch, diese Zeilen zu lesen und nicht zu überspringen.

Wie immer interessiert mich die Handlung in der Vergangenheit mehr, als die Gegenwart. Auch wenn die Geschichte der Kathrin Mändler und der sonstigen agierenden Personen fiktiv ist, stützt sie sich doch auf Geschehnisse, die im Nazideutschland tatsächlich passiert sind und einiges an Abscheulichkeit zu bieten haben.

Während des Lesens stellt man sich unweigerlich die Frage: Was hätte ich an Stelle von Kathrin Mändler gemacht? Hätte ich mein Leben riskiert um diese Greueltaten aufzudecken und öffentlich zu machen? Hätte ich mich gegen meinen Vorgesetzten gestellt, um dann auf direktem Wege in einem KZ zu landen? Hätte ich das Unrecht gedeckt und meinen Mund gehalten? Oder hätte ich sogar – zum Selbstschutz – diese abscheulichen Dinge ausgeführt? Vom Sofa aus ist es einfach, hier eine Antwort zu finden und Menschen „aus der Ferne“ zu verurteilen – damals war es sicherlich nicht ganz so einfach eine Entscheidung zu treffen.

Die Autorin hat alle Charaktere realistisch und lebensecht angelegt, so dass sie sich im Laufe der Geschichte entsprechend weiterentwickeln können. Die Geschehnisse zu Zeiten des 2. Weltkriegs sind gut recherchiert und schlüssig, wenn sie auch beim Leser eher ungute Gefühle entstehen lassen und meiner Meinung nach hat das Buch die Bezeichnung „Spannungsroman“ durchaus verdient.

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm flüssig und auch wenn das Thema von Spaß weit entfernt ist, hat es mir großen Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen.

Die Vergessenen

Von: Nicole Plath Datum: 05. Mai 2019

Kathrin Mändler arbeitet im Jahr 1944 als Krankenschwester in der Heil- und Pflegeanstalt Winkelberg. Sie mag ihre Arbeit, und ihre Affaire mit Anstaltsleiter Dr. Karl Landmann genießt sie in vollen Zügen. Doch mit der Zeit wird ihr klar, was wirklich mit den Patienten in Winkelberg geschieht. Manolis Lefteris ist 2013 in München der Mann für besondere Aufträge. Im aktuellen soll er geheimnisvolle Akten finden. Was für ihn nach Routine klingt, entpuppt sich als Risiko, welches noch nicht einschätzbar ist.

Es ist kein leichtes Thema, mit dem sich Ellen Sandbergs Roman „Die Vergessenen“ beschäftigt. Ein Kapitel aus der deutschen Vergangenheit, welches eher am Rande behandelt wird. Während Kathrin in einen Konflikt zwischen den Taten in der Anstalt und ihrer Affaire mit dessen Anstaltsleiter steckt, wird Manolis von Dämonen der Vergangenheit heimgesucht. Dabei hat er selbst den Krieg nicht miterlebt, sondern sein Vater, der davon erzählte.

Die Geschichte ist ergreifend, zumal es die Heil- und Pflegeanstalten wirklich gab, und genau diese Dinge – oder noch schlimmere – dort geschahen. Die Ärzte und Pfleger waren fast alle der Meinung, rechtmäßig zu handeln. Immerhin ging es um die Volksgesundheit.

Was nach dem Krieg mit diesen Ärzten und Pflegern geschah, darüber kann aus heutiger Sicht nur noch mit dem Kopf geschüttelt werden. Der Roman zeigt aber auch, dass es für viele Menschen keine andere Wahl gab als mitzumachen, denn „unbequeme Leute“, die Dinge hinterfragten, verschwanden spurlos. Manolis und seine Familiengeschichte steht stellvertretend für die Familien, denen großes Leid und doch nie Gerechtigkeit zuteil wurde.

„Die Vergessenen“ ist ein Roman, der den Leser fordert. Mit klaren Worten und einem guten Schreibstil bringt die Autorin Geschehnisse und Charaktere dem Leser nahe. Die Geschichte ist spannend, herzzerreißend und hinterlässt gemischte Gefühle, die den Leser noch lange, nachdem das Buch gelesen wurde, begleiten.

Schockierend Vergangenheit

Von: Testenmitmoni Datum: 30. April 2019


Das Buch spielt in zwei Zeit ebenen einmal 2013 in München und einmal im Jahre 1944 in Winkelberg.

Die Hauptperson ist Manolis er ist halb Grieche und Sohn einer Hippimutter. Er ist in dem Buch schon Anfang 40 und nach außen hin ist er ein seriöser Autohaus Betreiber aber auf der anderen Seite ist er ein Problemlöser und wen es sein muss auch ein Auftragskiller.

Die Story fängt an in dem Manolis einen neuen Auftrag erhält wo er denkt das wird ein leichter Fall sein einfach nur eine Beschattung.
Aber es kommt anders den dieser Fall wird ihn doch mehr beanspruchen als er denkt.

Die Gegenspielerin ist die Journalistin Vera die näher an ihrer Tante Kathrin ist als an ihrer Mutter.
Als Kathrin nun einen Schlaganfall erleidet kümmert sich Vera um alle wichtigen Angelegenheiten auch um die Pflege ihrer Tante.
Als sie noch Unterlagen aus der Wohnung von Kathrin holen will entdeckt sie einen Einbruch aber auch entdeckt sie ein altes Foto ihrer Tante.

Sie kann es kaum glauben aber auf dem Bild ist ihre Tante Kathrin in einer Schwesternuniform und im Hintergrund ist das Hakenkreuz.

Im Jahr 1944 war Kathrin sehr naiv und hatte noch nicht den durchblick,aber nach und nach begreift sie das Geschehen um sie herum,was wirklich in der Anstalt passiert.

Kathrin steckt in einer Zwickmühle was sie machen soll und wie sie Handeln soll den sie könnte auch den Tot im KZ finden.

70 Jahre nun Später treffen sich Vera und Manolis unabhängig von einander,aufeinander und decken ein unglaubliches Verbrechen auf.

Den die Person die Infos über Maolies Fall haben soll ist ausgerechnet Katrin Mändler die Tante von Vera.

Es ist jedenfalls eine Spannende Geschichte aus einer Vergangen Zeit die sich mit der heutigen Zeit vermischt.
Einige Stellen sind echt schockierend zu lesen und auch schwer zu verarbeiten.

Für mich die Entdeckung des ersten Halbjahres 2019!

Von: Kathrins Home Datum: 15. April 2019

Die Münchner Krimiautorin Inge Löhrig schrieb hier unter ihrem Pseudonym einen spannenden Roman rund um ein Verbrechen im Dritten Reich, welches vermutlich vielen LeserInnen gar nicht bewußt ist oder in Vergessenheit geraten ist... ja, die Vergessenen werden eingepackt in eine gelungene Mischung aus Fiktion und Realität rund um die Heil- und Pflegeanstalten im 2. Weltkrieg und den Massakern, über die niemand reden will, die aber heute noch so aktuell sind...

Einmal durchatmen... ja, dieses Buch ist eine gelungene Mischung aus Kriminalroman und Geschichtsbuch; natürlich darf man die „künstlerische“ Kreativität nicht außer Acht lassen, welche in Form von zwei Erzählsträngen und fiktiven, aber realitätsnahen Handlungsorten aufgegriffen werden.

Wir erleben Kathrin Mändler als junge Frau inmitten einer Heil- und Pflegeanstalt, welche ihren Beruf als Krankenschwester liebt und dem charismatischen Anstaltsleiter verfällt. Sie wird manipuliert und sucht einen Weg aus dem Dilemma, denn sie ahnt, hier stimmt etwas nicht... Wir begegnen in der Gegenwart (2013) dem „Mann für besondere Aufträge“ und der Journalistin Vera, die sich um die Wohnung ihrer Tante kümmert – besagter Kathrin Mändler. Klingt unspektakulär? Nun, die Fäden der beiden Ebenen scheinen sich mehr und mehr miteinander zu verknüpfen und auch in der Gegenwart passiert noch einiges Spannendes rund um Veras Cousin und den Auftraggeber von Manolis, dem Mann für... ihr wisst schon ;)

„Die Vergessenen“ ist ein Roman, der mich von der ersten Seite an gepackt hat und mich durch den Prolog erst einmal in eine beklemmende Stimmung versetzt hat. Obwohl ich eigentlich Krimis nicht lese und mag, haben mich die verschiedenen Geschichten gefangen genommen und teilweise konnte ich das Buch auch nicht mehr weglegen, was sicherlich auch mit der fließenden, bildlich ansprechenden und klaren Sprache der Autorin zu tun hat. Sie trifft die Situation auf den Punkt, ohne drum herum zu reden oder sich in bunten Andeutungen zu „verspielen“. Ich mag ihre ausdrucksstarke Sprache wirklich sehr.

„Ihr Gesicht war nass, die Wimperntusche verlaufen. Mit der Hand wischte sie die Tränen weg. 'Das ist doch keine Gerechtigkeit, wenn unsere Politiker Mörder laufen lassen, bloß weil die an den Hebeln der Macht sitzen und Anwälte haben, die alles verdrehen. Das ist einfach nur zum Kotzen'“. (S. 196)

Für mich gehört dieser Roman zu den Überraschungen des ersten Halbjahres 2019. Der Inhalt ist packend, das Pendeln zwischen zwei Ebenen ist nachvollziehbar und ergänzt sich hervorragend, der Stil ist eingängig und anspruchsvoll zugleich. Eine absolute Empfehlung und uneingeschränkt ein Daumen hoch.

Allen, die der Titel übrigens bekannt vor kommt: das Buch hat nichts mit dem gleichnamigen Kinofilm mit Julianne Moore zu tun ;)

Pageturner vom Anfang bis zum Ende

Von: Vera Sentis Datum: 14. April 2019

Worum gehts?

Im Jahre 1944 tritt die junge Krankenschwester Kathrin Mändler eine Stelle in einer Heil – und Pflegeanstalt an. Sie ist sehr glücklich über diese Anstellung, da es ihr eine Herzensangelegenheit ist anderen Menschen zu helfen. Der charismatische Arzt Dr. Karl Landmann hat sie in seinen Bann gezogen, doch zu spät merkt sie, dass er nicht seinen wahren Charakter zeigt.

2013. Manolis Lefteris lebt in München und nach außen hin ein Autohausbesitzer. Niemand weiß, dass er außerdem ein Mann für ungewöhnliche Aufträge ist. Nun soll er geheimnisvolle Akten ausfindig machen. Für ihn auf den ersten Blick ein Auftrag wie viele andere, doch dann merkt er plötzlich, dass er im Begriff ist ein Nazi-Verbrechen aufzudecken.

Inhalt

Vera Mändler ist eine junge Journalistin, die am Tiefpunkt ihrer Karriere angekommen ist. Sie schreibt für ein Frauenmagazin, deren Klientel jenseits der 50 ist und dementsprechend unspektakulär sind die Themen, über die sie berichtet. Eines Tages erhält sie einen Anruf ihres ungeliebten Cousins Chris. Zunächst vermutet sie, dass er sie wie so oft, um Geld anpumpen möchte. Doch als er ihr sagt, dass es ihrer gemeinsamen Tante Kathrin Mändler gesundheitlich nicht gut geht, macht sie sich sofort auf den Weg zu ihr. Im weiteren Krankheitsverlauf ihrer Tante, stößt Vera auf immer mehr Ungereimtheiten in der Vergangenheit Kathrins und kann die Sache noch nicht durchblicken.

Manolis Lefteris ist augenscheinlich ein ganz normaler Mann im besten Alter. Niemand ahnt, dass er sein Taschengeld mit geheimen, nicht immer ganz ungefährlichen Aufträgen aufbessert. Er ist gezeichnet durch seine beschwerte Kindheit. Sein Vater hat ihm im Vorschulalter eine große Last aufgebürdet, indem er ihm bildhaft und sehr anschaulich geschildert hat, was mit seinen griechischen Vorfahren zu Zeiten des Krieges geschehen ist. Seitdem wird er geplagt von Albträumen und kämpft mit seiner unkontrollierten Aggressivität.

Sowohl Veras Nachforschungen im Leben ihrer Tante und der neuste Auftrag von Manolis führen die beiden ins Dritte Reich. Die Nachkriegszeit, in der menschenunwürdige Verhaltensmuster an der Tagesordnung waren. Es wurde weder genau hingesehen, noch wurden Ausübende zur Rechenschaft gezogen. Während Manolis daran gelegen ist, seinen Auftrag auszuführen, ist Vera auf der einen Seite emotional bei der Sache und auf der anderen Seite wittert sie eine Chance, beruflich das Ruder rumzureißen und den augenscheinlichen Skandal aufzudecken.

Mein Eindruck

Der brutale Prolog beginnt mit einer Szenenschilderung des Zweiten Weltkriegs. Eine komplette Familie wird vor Augen des eigenen Sohnes niedergestochen. Nach diesen zwei intensiven Seiten verlässt die Autorin dieses Terrain jedoch wieder und führt ihre Leser in die Gegenwart, oder besser gesagt ins Jahr 2013 zurück. Dies ist nur ein Wechsel von vielen zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart.

Die Autorin strickt dieses Buch mit vielen losen Fäden, die sich im Laufe der Geschichte immer mehr zu einem einzelnen Strang zusammenfinden. Die Anzahl der losen Fäden, halten selbstverständlich genauso viele Protagonisten bereit. Allesamt werden ausgiebig besprochen und es sollte nicht schwer fallen während des Lesens eine Beziehung zu diesen aufzubauen. Besonders gut gefallen hat mir Kathrin Mändler. Sie kommt sehr sympathisch daher, weist aber im Plotverlauf die eine oder andere Verhaltensfrage auf und kassiert dadurch auch Minuspunkte. Meiner Meinung nach definitiv die interessanteste Figur der Geschichte.

Das Buch fesselte mich von der ersten Seite an und ließ mich auch erst nach Beendigung der letzten Seite wieder frei. Der Schreibstil der Autorin ist überaus mitreißend, spannend und dabei angenehm zu lesen. Die Geschichte hat mich total gepackt und auch die Inszenierung hat mir richtig gut gefallen – Am Ende bleibt keine Frage offen.

Über den Autor

Ellen Sandberg ist das Pseudonym einer erfolgreichen Münchner Autorin, deren Kriminalromane regelmäßig auf der Bestsellerliste stehen. Sie arbeitete zunächst in der Werbebranche, ehe sie sich ganz dem Schreiben widmete. Mit dem groß angelegten Spannungs- und Familienroman »Die Vergessenen« schlägt sie einen neuen schriftstellerischen Weg ein und widmet sich dabei einem Thema, das ihr ein persönliches Anliegen ist: den Verbrechen der jüngeren Vergangenheit und der Notwendigkeit, diese nicht zu vergessen. (Verlagsinfo)

Fazit

Ein richtig guter Roman über eine geschichtsträchtige Zeit, der von den Wechseln zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart lebt. Die 500 Seiten waren innerhalb weniger Tage gelesen, schade, für mich hätte es gerne noch eine ganze Weile so weitergehen können. Die Autorin hat die Geschichte sehr packend und einfühlsam zugleich geschrieben und dadurch einen absoluten Pageturner geschaffen. Vielen Dank für diesen Lesegenuss, Frau Sandberg!

Ein wichtiges Thema

Von: Sarah F. Datum: 28. März 2019

Bewegendes Thema, traurig und anschaulich zu gleich. Wer sich für Euthanasie interessiert und den Weltkrieg, der sollte das Buch lesen.

Erschreckende Wahrheit über Kriegsgeschehnisse

Von: ulistuttgart Datum: 13. März 2019

Die Vergessenen von Ellen Sandberg
Penguin Verlag 2019

-Erschreckende Wahrheit über Kriegsgeschehnisse-

Manolis Lefteris kümmert sich, neben seinem eigentlichen Beruf als Autohausbesitzer, um ganz besondere Aufträge. Durch eben solch einen Auftrag deckt er ein unbegreifliches Verbrechen aus den Kriegsjahren auf. Er wurde damit beauftragt, Dokumente aus dem Jahr 1944 aufzuspüren, die von der Krankenschwester Kathrin Mändler verfasst wurden und beweisen, in welche Machenschaften der damalige Arzt und Leiter der Heilanstalt Winkelberg, Karl Landmann, verwickelt war.

Gleich zu Anfang: Es ist ein grandioses Buch! Ellen Sandberg erzählt knallhart von den Ereignissen des 2. Weltkrieges und der Tragik der Euthanasie. Was passiert mit den Behinderten in der Zeit des Nationalsozialismus …
Auf sehr einfühlsame Weise beschreibt die Autorin die Gefühlswelt der kranken Menschen, ganz besonders die der Kinder. Diese genießen jede Berührung und sind dankbar für jede Art von Aufmerksamkeit. Doch für die Nazis sind sie nicht lebenswert und müssen aussortiert werden. Unbegreifbar und extrem erschreckend.

Mindestens genauso wie der Umgang mit den Behinderten im dritten Reich, hat mich die Tatsache der „sadistischen Massaker an Zivilisten“ wütend gemacht.
In einer Nebengeschichte wird über Manolis’ Vorfahren erzählt. Diese wurden in einem griechischen Dorf von deutschen Soldaten bestialisch ermordet, vergewaltigt und zerstückelt… Ich war so voll Zorn als ich über diese Kriegsverbrechen, die nie als solche anerkannt wurden, gelesen habe.

Die Autorin lässt mit ihrem packenden Roman die Geschichte um Euthanasie und Kriegsverbrechen auf erschreckende Weise lebendig werden.

Klare Leseempfehlung und 5 Sterne

Schuld, Sühne und ein Kriegsverbrechen

Von: Eva Krafczyk Datum: 14. Februar 2019

wei Menschen, die auf unterschiedliche Weise von zwei verschiedenen Kriegsverbrechen geprägt sind und deren Wege sich kreuzen. Mit "Die Vergessenen" hat Ellen Sandberg einen Roman geschrieben, in dem es auch um Vergangenheitsaufarbeitung, um Schuld, Sühne und Verantwortung geht.

Vera Mändler steckt als Redakteurin einer Frauenzeitschrift beruflich in einer Sackgasse. Sie will nicht mehr über Sex in den Wechseljahren oder Facelifting schreiben, sondern über aktuelle, politische Themen. Doch mittlerweile steckt sie in der Schablone "Frauenthemen" fest, wenn sie versucht, sich anderswo zu bewerben.

Manolis Lefteris ist ein "Mann für besondere Aufträge" - und das schließt auch Auftragsmorde mit ein. Von seinem Doppellelben ahnen Außenstehende ebenso wenig wie von der Tatsache, dass der Besitzer eines Autohauses eigentlich schwer traumatisiert ist: Sein Vater überlebte als Kind als einziges Mitglied seiner Familie ein brutales Massaker deutscher Soldaten in einem griechischen Dorf und vertraute die grausamen Details Manolis an, als der ein kleiner Junge war. Die Alpträume verfolgen ihn bis in die Gegenwart.

Die Wege der beiden kreuzen sich, als Veras Cousin erst verschwindet, dann ermordet gefunden wird. Er hatte versucht, einen Klienten von Manolis´ Auftragsgeber mit belastenden Dokumenten zu erpressen. Diese Unterlagen sind nun verschwunden. Vera wiederum will herausfinden, was der Cousin aus der Wohnung ihrer Tante, die nach einem schweren Schlaganfall bewusstlos in einer Klinik liegt, entwendet haben könnte. Bei der Durchsuchung der Unterlagen ihrer Tante stößt sie auf ein Foto: Während des Zweiten Weltkrieges arbeitete die Tante als Krankenschwester in einer Heilanstalt, in der behinderte Patienten ermordet wurden. War sie an Kriegsverbrechen beteiligit?

Vera beginnt zu recherchieren - und Manolis bleibt ihr dicht auf den Fersen. Denn die Beweise, die ihrer Karierre zu einem Wechsel in ernstzunehmenden Journalismus verhelfen sollen, sind genau die Art von Materialien, die Manolis aus der Welt schaffen soll. Dabei sympatisiert er eigentlich mit Veras Absicht, ein vergessenes Verbrechen wieder bekannt zu machen und noch lebende Täter zur Verantwortung zu ziehen.

Wie schwer es ist, Kriegsverbrecher auch nach Jahrzehnten noch vor Gericht zu bringen, haben nicht zuletzt die wenigen KZ-Prozesse der vergangenen Jahre wieder gezeigt, Mit den "Euthanasiemorden" packt Ellen Sandberg ebenfalls ein von vielen verdrängtes Thema an. Dabei kann der Leser über weite Strecken nur hoffen, dass es noch zu so etwas wie Gerechtigkeit kommt, denn Manolis fühlt sich seinem Auftrag verpflichtet.

Streckenweise hat die Autorin ein bißchen dick Pathos aufgetragen, auch die Idee, dass der emotional schwer angeschlagene Manolis zugleich ein rationaler Killer ist, scheint nicht wirklich überzeugend, und bei den historischen Schilderungen kommen noch ein paar Sachfehler dazu. Aber sei´s drum, das Buch erhebt schließlich keinen Anspruch auf wissenschaftlich-historischen Kontext, sondern ist Fiktion mit dem realen Hintergrund der Euthanasiemorde. Spannend mit ein paar Oberflächlichkeiten, die vermeidbar gewesen wären. Auf jeden Fall aber ein wichtiges Thema, auch in der Gegenwart.

Wow!

Von: Patno Datum: 23. Januar 2019

Kürzlich habe ich mit dem Roman „Der Verrat“ Buchautorin Ellen Sandberg entdeckt und daher interessierte mich ihr Erfolgsroman „Die Vergessenen“ ebenfalls.
Doch sind die beiden Romane kaum miteinander zu vergleichen, lediglich Sandbergs mitreißender Schreibstil vereint die beiden Werke.

Manolis Lefteris ist ein Mann für spezielle Aufträge. Er lebt in München und wir schreiben das Jahr 2013. Seine neuste Mission klingt simpel. Manolis soll geheimnisvolle Akten, die sich im Besitz einer alten Dame befinden, ausfindig machen und seinem Auftraggeber übergeben. Er ahnt nicht, dass er einem unfassbaren Verbrechen der Nationalsozialisten auf der Spur ist.

Es war im Jahr 1944, als Kathrin Mändler ihre Stelle als Krankenschwester antritt. Sie begegnet dem charismatischen Arzt Karl Landmann und fühlt sich zu ihm hingezogen. Doch hinter dieser charmanten Fassade lauert ein Monster, das das Leben unzähliger Menschen bedroht. Dies wird Kathrin viel zu spät bewusst. Ist auch ihr Leben in Gefahr?

Bevor die Geschichte so richtig in Fahrt kommt, stellt Ellen Sandberg ihre Akteure vor.
Manolis erinnert mich zunächst an einen Special Agent mit einem Hang zu schnellen Autos. Dabei schleppt er ein schreckliches Trauma mit sich umher. Sein neuer Auftrag wühlt Manolis emotional auf.
Ihm gegenüber steht Vera Mändler. Sie ist Journalistin und die Nichte von Kathrin. Auch sie wird auf die Vergangenheit ihrer Tante aufmerksam,beginnt zu recherchieren und wittert eine heiße Story.
Dann springt die Geschichte in die Vergangenheit. Kathrin erinnert sich an die Ereignisse von damals und mit jeder neuen Seite offenbart sich mir eine unbegreifliche, grauenvolle Geschichte.
Ellen Sandberg widmet sich in ihrem Roman der Thematik der Euthanasie unter dem Deckmantel der „Rassenhygiene“. Ich bin schockiert und tief berührt von ihren Ausführungen.
Wieder einmal frage ich mich, wie Menschen einer solchen Ideologie folgen konnten und sich dabei keinerlei Schuld bewusst waren, ja sogar noch versuchten ihre Taten zu bagatellisieren.

Dieser Spannungsroman, der durchaus auch als Kriminalroman bezeichnet werden kann, ist facettenreich inszeniert. Einerseits wird eine Geschichte aus der Gegenwart erzählt, andererseits werden tiefgreifende Ereignisse aus der Vergangenheit geschildert. Geschickt verwebt Ellen Sandberg Stück für Stück die beiden Handlungen, bis sie schlussendlich im Finale zusammenfließen.
Sogwirkung! Ich kann das Buch nicht mehr aus den Händen legen. Emotionen kochen hoch. Das Gelesene fühlt sich real an, obwohl es fiktiv ist. Ich gehe von einer akribischen Recherchearbeit aus.
Außerdem fließen aktuelle Bezüge zur rechten Szene ein.
Perfekt ausgearbeitet!

„Die Vergessenen“ haben sich mit einem Paukenschlag in Erinnerung gebracht. Sie haben mich mit ihrer Geschichte emotional berührt und mitgerissen. Spannungreicher, intelligenter Lesestoff! Garantiert „unvergessen."