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Hajo Steinert

Blumenspiel

Roman

Von Cöln am Rhein zum Monte Verità – ein langer Weg zum kurzen Glück

Mit einem Strohhut auf dem Kopf und seinem Hammer im Rucksack verlässt der junge Kunstschmied Heinrich 1908 das heimatliche Bergische Land. In Cöln am Rhein, so hat er gehört, werden tüchtige Männer gesucht. Doch die Stadt, in der es kreischt und kracht, hupt und dröhnt, schüchtert ihn ein. Trotz der Warnung seiner Vermieterin Else lässt er sich durch Straßen und Gassen treiben, von einer Kneipe zur anderen. Alles ändert sich, als er die wunderschöne, flatterhafte und doch selbstbewusste Näherin Hedwig kennenlernt. Heinrich träumt von einer gemeinsamen Zukunft. Doch Hedwig hat andere Pläne. Sie hat von einem Berg gehört, auf dem es sich so frei leben ließe wie sonst nirgendwo. Am Ende nimmt sie den stillen Heinrich mit nach Ascona und hoch auf den Monte Verità. Was dort passiert, verändert alles.

Das Buch spielt in Ascona, Schweiz

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Leserstimmen

Mehr als nur ein Spiel...

Von: Andrea Pehle Datum: 05. Mai 2019

Dies ist die Liebesgeschichte von Heinrich und Hedwig (genau genommen ist Heinrich der Liebende) und beginnt 1908 in Cöln. Der junge Kunstschmied Heinrich hat nach dem frühen Tod seiner Eltern all sein Hab und Gut verkauft, und folgt der Einladung einer Bekannten seiner Mutter (Else Römer) nach Cöln, um dort sein Glück zu suchen. Seine Gastwirtin schließt ihn in ihr Herz und die Fürsorge für den jungen Mann wird neben ihrem Beruf als Lehrerin schnell zu einer Art Lebensaufgabe, bei der nicht ganz klar ist, wie viel Else für ihren Untermieter Heinrich empfindet. Schnell und heimlich verliebt sich dieser jedoch in die Schneiderin Hedwig, die er immer wieder durch das Schaufenster beobachtet. Hedwig - schon als Kind als Funkenmariechen gefeiert, ist bildschön und selbstbewusst. Wie es der Zufall will, treffen beide in einem Wirtshaus aufeinander. Hedwig ist das streng behütete Leben leid. Als sie von einem Ort in der Schweiz hört, an dem Nacktbaden und freie Liebe praktiziert wird, ist sie Feuer und Flamme und überredet den etwas überforderten Heinrich zur "Flucht". Im darauf folgenden Jahr begeben sich beide dann endlich mit dem Segen ihrer Eltern via Zug nach Ascona zum Monte Verità.
Doch die Handlung dieses zweiten Teils der Geschichte verläuft sowohl für die Protagonisten, als auch schließlich für den Leser völlig anders als erwartet.
Und auch das Ende überrascht.
Mir hat an dieser fiktionalen Geschichte gut gefallen, dass geschichtliche Fakten, wie die Existenz der Kolonie auf dem Monte Verità sowie einige seiner tatsächlichen und zum Teil bekannten Besucher und Bewohner mit eingeflochten wurden. Für meinen Geschmack hätte der erste Teil und somit das Werben um die Gunst Hedwigs etwas kürzer ausfallen, die Reise und Erlebnisse des zweiten Teils jedoch noch detaillierter beschrieben werden dürfen. Der Autor Hajo Steinert verwendet eine recht schnörkellose Erzählsprache. Das Urteil darüber ist jedem selbst überlassen. Von mir gibt es für "Blumenspiel" mit dem wunderschönen Cover 4/5 Sternen.