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Bianca Marais

Summ, wenn du das Lied nicht kennst

Roman

Südafrika 1976. Die neunjährige Robin wächst behütet in einem Vorort von Johannesburg auf. In derselben Nation, aber Welten von Robin getrennt, lebt Beauty Mbali, eine verwitwete Xhosa-Frau, die sich allein um ihre Kinder kümmert. Als Robins Eltern getötet werden und zur selben Zeit Beauty in den Wirren des Schüleraufstands von Soweto nach ihrer Tochter sucht, führt das Schicksal diese zwei Menschen zusammen, deren Wege sich sonst nie gekreuzt hätten. Bei Beauty findet Robin Geborgenheit, und es entspinnt sich eine innige Beziehung zwischen den beiden. Doch Robin fürchtet, Beauty wieder zu verlieren, sobald diese ihre Tochter findet. Verzweifelt trifft das Mädchen eine folgenschwere Entscheidung ...

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Das Buch spielt in Johannesburg, Südafrika

Leserstimmen

Eine Geschichte, die noch lange im Herzen nachklingt

Von: Janas Lesehimmel Datum: 23. Mai 2018

Dieses Buch ist so fantastisch!
Wir befinden uns im Südafrika der 70er Jahre. Die Apartheid hat das Land voll im Griff und in Soweto brechen Unruhen aus, die viele Opfer fordern. Zu diesen Opfern gehören auch Beauty und Robin.
Robin verliert ihre Eltern und Beauty Tochter ist spurlos verschwunden. Auf der Suche nach ihrem Kind verbinden sich die beiden Geschichten miteinander und nehmen einen mit.

Bianca Marais schreibt auf eine Art, die man als poetisch bezeichnen kann. Sie malt wundervolle Bilder mit ihren Worten und die Geschichte berührt einen ganz tief.
Sie stellt ein zerrüttetes Land dar, aber zeigt auch, was Liebe und Freundlichkeit bewirken kann.
Die Protagonisten sind mutig und liebevoll.
Dieses Buch hat mich ganz ganz tief berührt und ich werde es so schnell nicht vergessen!

Der Aufstand von Soweto

Von: monerl Datum: 15. Mai 2018

Mit dieser Geschichte bringt uns die Autorin zurück in das Südafrika in die Zeit der Apartheid, der Rassentrennung und -diskriminierung. Am 16. Juni 1976 gab es den großen Schüleraufstand in Soweto. Studenten und Schüler demonstrierten gegen die rassistische Bildungspolitik. Der gewaltfreie Protestmarsch wurde jedoch durch immense Polizeigewalt aufgelöst. Dabei wurden viele Demonstranten verletzt und es starben sehr viele Kinder.

An diesem Unglückstag, an dem die Unruhen stattfanden und somit die ganze Situation aufgeheizt war, verschwindet Beautys Tochter Nomsa, die, wie viele andere Schüler, auch auf der Demonstration war. Robins Eltern werden an diesem Tag von Schwarzen getötet und machen sie damit zu einer Vollwaise.

Eine schwarze, gebildete Lehrerin und ein weißes, kleines Mädchen. Optisch trennt sie alles, doch innerlich sind sie sich näher und ähnlicher, als sie sich zu Beginn vorstellen können. Das Schicksal bringt sie gezwungenermaßen zusammen und zeigt ihnen, dass alle Menschen gleich trauern, den gleichen Schmerz empfinden und gleich lieben.

Während Beauty alles in die Wege leitet, um ihre Tochter wiederzufinden, lernt sie weiße Menschen kennen, die sich für Belange von Schwarzen interessieren und eine Gleichheit anstreben. Menschen, die diese Ungerechtigkeit, die Apartheid nicht länger dulden wollen und tatsächlich etwas dagegen tun.

Robin indes lernt, dass die negative Einstellung ihrer Eltern zur schwarzen Bevölkerung nicht logisch und auch nicht nachvollziehbar war. Sie können ebenso klug sein wie Weiße, sie haben die gleichen Bedürfnisse und sind auch nicht schmutzig, wenn man sie anständig leben lässt. Robin muss im Laufe der Zeit einige Vorurteile revidieren und lernt Beauty lieben, so sehr, dass sie sie nie mehr wieder hergeben möchte.

Bianca Marais gelingt es den Leser ins Geschehen hineinzuziehen. Durch den permanenten Blickwechsel zwischen Robin und Beauty schafft sie Nähe zur jeweiligen Protagonistin herzustellen und dem Leser einen Informationsvorsprung zu geben. Dabei entstehen keine Längen durch unnötige Wiederholungen. Alles passt wunderbar ineinander und die Übergänge sind gelungen und nachvollziehbar.

Obwohl ich viel Gefühl für Robin, ihr Schicksal und ihre Schmerzen empfinden konnte, so war sie insgesamt aber immer etwas auf Distanz. Ich konnte keinen tiefen Zugang zu ihr finden, im Gegensatz zu Beauty und auch zu ihrer Tochter Nomsa.

So sehr der Roman an vielen Stellen bedrückend und traurig ist, von Tod und Gewalt berichtet, so gibt es auch auch viele Situationen, in denen Hoffnung zu spüren ist.

"Gute Menschen gibt es in allen Hautfarben, und sie sprechen viele verschiedenen Sprachen, genau wie böse Menschen. Und manchmal tun gute Menschen Böses, und manchmal sind böse Dinge das Einzige, was die Leute tun können, weil sie es nicht besser wissen." (Seite 311)

Die Autorin findet ebenso Platz für den homosexuellen Victor wie auch für die jüdische Familie von Morrie, den Nachbarsjungen und Spielkameraden Robins und gibt ihr somit Halt durch Menschen aus Randgruppen und zeigt auch hier auf, dass wir Vorurteile überwinden müssen und gemeinsam eine neue Zukunft gestalten sollen. Das hat mir sehr gut gefallen und wirkte keinesfalls überladen. Viele Nebenfiguren, die sehr liebevoll ausgearbeitet wurden, geben diesem Roman den letzten Schliff. Das Ende jedoch hätte für mein Empfinden etwas zurückhaltender ausfallen dürfen. Das war ein bisschen zu viel des Guten.

Fazit:
Ein berührendes Buch über ein schlimmes zeitgeschichtliches Ereignis in Südafrika. Ein Ausschnitt über Ungerechtigkeit und Diskriminierung von Schwarzen, verbunden mit einer schönen Geschichte, die mich sehr unterhalten hat und die sehr lesenswert ist. Nicht nur für Leser, die sich intensiver mit Südafrika beschäftigen wollen.

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Tolles Sittenbild Südarfikas zur Zeit der Apartheit

Von: Martinas Buchwelten Datum: 11. Mai 2018

Dieser nicht nur von außen liebevoll gestaltete Roman glänzt auch mit einem eindrucksvollen Inhalt, der uns nach Südafrika in die 1970er des Apartheitregimes führt.
Es ist die Zeit der Rassenunruhen und die Willkür der weißen Minderheit gegenüber der schwarzen Mehrheit.

In dieser Zeit wächst die neunjährige Robin in Johannesburg auf. Sie verlebt eine unbeschwerte Kindheit bis ihre Eltern eines Abends von Schwarzen ermordet werden. Robin und ihr schwarzes Kindermädchen Mabel werden auf die Polizeistation gebracht, wo Mabel misshandelt und Robin völlig allein gelassen wird. Ab diesem Zeitpunkt erlebt der Leser den grenzenlosen Hass zwischen den Rassen und die verschiedenen Sichtweisen. Ganz klar wird aufgezeigt, wie Kindern genau das nachplappern und nachleben, was ihnen ihre Eltern vorleben. Obwohl Robin ihr Kindermädchen Mabel über alles liebt, ist es für sie zum Beispiel selbstverständlich, dass Mabel nicht ihre Toilette benutzen darf. Durch den Tod ihrer Eltern ist Robin plötzlich Waise und kommt vorerst zu ihrer Tante Edith. Diese wollte selbst nie heiraten und Kinder und fühlt sich der Verantwortorung nicht gewachsen.
Hier kommt Beauty ins Spiel, eine gebildete Xhosa-Frau, die noch eine Ausbildung als Lehrerin machen durfte, bevor es der schwarzen Bevölkerung untersagt wurde. Sie ist Witwe und alleinerziehende Mutter. Sie ist auf dem beschwerlichen Weg von der Transkei nach Johannesburg um ihre vermisste 17jährige Tochter Nomsa zu suchen, die bei der Demonstration schwarzer Schüler in Soweto in den vordersten Reihen stand. Beauty kommt bei Edith unter und kümmert sich großteils liebevoll um Robin.

Die sehr unterschiedlichen Lebensumstände von Beauty und Robin werden mit viel Tiefgründigkeit und teilweise sehr dramatischen Szenen dargestellt. Die beiden Hauptprotagonistinnen erzählen aus ihrer Sicht, wobei der Part von Robin oft passend zu ihrem Alter naiv-kindlich daherkommt. Trotzdem sind ihre Aussagen oft unheimlich stark und berührend und zeigen ihre verletzte kindliche Seele.
Beauty hingegen ist eine starke Persönlichkeit, die Robin zeigt, dass es weder auf Rasse, Alter oder Religion ankommt, sondern auf Liebe, Familie und Freundschaft. Dabei lässt sie nie ihr Ziel aus den Augen ihre Tochter zu finden und nach Hause zu bringen.

Trotz des teilweise traurigen und erschreckenden Inhalts gelingt es der Autorin mit ihrer poetischen Sprache den Leser an die Seiten zu fesseln. Bianca Marais spricht aber nicht nur die Rassenprobleme an, sondern generell über die Ausgrenzung von Randgruppen wie Homosexuellen und Juden. Dazwischen gibt es aber auch witzige Szenen, vorallem zwischen Robin und ihrem Freund Morris, die sich mit der Bedeutung von Fremdwörtern, die sie aufgeschnappt haben, übertrumpfen möchten und äußerst interessante und lustige Bedeutungen dafür von sich geben.

Über Südafrika zur Zeit der Apartheit wusste ich viel zu wenig. Ich war zu der Zeit in der das Buch spielt fast genauso alt wie Robin und kann mir kaum vorstellen, was sie alles in diesem Alter durchmachen musste. Einige Passagen haben mich sehr mitgenommen. Unvorstellbar wie brutal gegen Kinder vorgegangen wird oder dass Schwarze keine ärztliche Hilfe (abseits der Hospitals für Schwarze), erhalten, selbst bei einem lebensgefährlichen Herzinfarkt. Das hier der Leitsatz der Ärzte völlig außer Acht gelassen wird, hat mich zutiefst entsetzt. Dieser Roman ist ein Plädoyer gegen Rassismus und Andersartigkeit!

Das Buch war bis etwa 100 Seiten vor dem Ende ein absolutes Highlight und hätte von mir 5 Sterne und den "Lieblingsbuchstatus" erhalten. Doch leider hat Bianca Marais das Ende etwas vermasselt. Robin scheint sich die Vorbilder aus ihren Detektivromanen wie "Die schwarze Sieben" und "Fünf Freunde" etwas zu sehr als Vorbild genommen zu haben. Die Autorin verirrt sich hier in einige unglaubwürdige Passagen und wollte wohl etwas mehr Spannung in die Geschichte bringen. Diese Szenen mit Robin haben leider das wunderbare Flair des Romans ein bisschen zerstört. Mich hat es etwas traurig gemacht, denn diese Geschichte ist wirklich etwas ganz besonderes und wird noch lange in meiner Erinnerung bleiben.

Schreibstil:
Der poetische, feinfühlige und wirklich eindrucksvolle Schreibstil der Autorin hat mich von der ersten Seite an berührt und in die Geschichte versinken lassen. Durch die lebendigen Schilderungen der Begebenheiten und der Gedanken und Gefühle von Beauty und Robin kommt der Leser den beiden Protagonisten sehr nahe.

Der Wunderraum Verlag hat sich auf liebevoll ausgestattete Romane mit einem schönen Innenleben, einem Buchrücken aus Halbleinen und einem bedruckten Lesebändchen spezialisiert. Ich habe bereits ein Buch aus dem zum Random House gehörenden Verlag gelesen und war schon bei "Zartbitter ist das Glück" begeistert von diesem Schmuckstück. Auch "Summ, wenn du das Lied nicht kennst" ist wieder eine Augenweide und lässt mich glücklich über den Einband streichen, dessen Grafiken sich daraus erheben.

Fazit:
Ein wunderbarer Debütroman, der mich berührt und mitgenommen hat in die 1970er Jahre nach Südafrika. Die Autorin hat einen wundervollen poetischen Schreibstil und der Roman wäre ein absolutes Highlight geworden, hätte sie die letzten hundert Seiten nicht etwas zu unglaubwürdig dargestellt. Mit dem abenteuerlichen Ende hat sie dem Buch leider das Flair ein bisschen genommen. Trotzdem eine Leseempfehlung!

Wir haben mehr gemeinsam als uns trennt...

Von: nicigirl85 Datum: 01. Mai 2018

Der Roman aus dem Wunderraum- Verlag sprach mich bereits allein aufgrund seiner Optik und seiner liebevollen Gestaltung an. Beugierig begann ich mit der Lektüre, um mehr über Südafrika zu erfahren.

Die Geschichte spielt 1976 zu Zeiten der Rassenunruhen in Südafrika. Auf der einen Seite haben wir die 10 jährige Robin, ein weißes, priviligiertes Mädchen, auf der anderen Seite die farbige Lehrerin Beauty, die aufgrund ihrer Hautfarbe nur als Maid arbeitet und das obwohl sie studiert hat. Das Schicksal führt die beiden ungleichen Protagonisten zusammen, doch haben sie wirklich nichts gemeinsam?

Die Handlung spielt ausschließlich in der Vergangenheit und immer im Wechsel begleiten wir mal Beauty und mal Robin, wobei jede in ihrem Part als Ich- Erzählerin agiert. Aufgrund dieser Erzählweise ist man ganz nah dran an den Figuren und erlebt ihre Gedanken- und Gefühlswelt hautnah.

Der Roman besticht vor allem durch eine Vielfalt an Wissen zur Arpartheid und dem Leben in Südafrika. Vieles war mir völlig unbekannt, bis auf Nelson Mandela wusste ich noch nicht viel über dieses Land.

Besonders an dem Buch ist zudem, dass man ständig das Gefühl hat mitten im Geschehen zu sein. Man hört förmlich die Schreie der Aufständigungen und spürt wie sie unter den Knüppeln der Polizei zu leiden haben. Doch es wird nicht nur die Trennung von schwarz und weiß thematisiert, sondern auch der Umgang mit Juden und Homosexuellen wird aufgezeigt.

Bei dem vorliegenden Roman handelt es sich um ein Stück Zeitgeschichte, welches man zwar nicht in einem Rutsch lesen kann, weil man einfach zu sehr emotional berührt, aber dennoch unglaublich gut unterhalten wird.

Über die Figur der Robin bekommt man sehr schön mit wie prägend Erziehung und das Erlernen von Vorurteilen sein kann. Wie lax sie mit manchem umgeht und ihren Dreck von den Farbigen wegmachen lässt ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben, schlichtweg weil sie nichts anderes von ihren Eltern gelernt hat, ließ mich ein ums andere Mal schlucken.

Bei Beauty wird sehr schnell deutlich was für eine starke Persönlichkeit sie ist. Bereits mit knapp 50 Jahren hat sie schon so viel miterleben müssen, was auch für zwei Leben gereicht hätte. Nicht nur hat sie geliebte Menschen zu Grabe tragen müssen, sondern auch noch an der Unterdrückung der Farbigen zu leiden.

Die Autorin hat sehr schön herausgearbeitet, dass trotz diverser, vermeintlicher Unterschiede die Hauptcharaktere so viel mehr gemeinsam haben als sie trennt.

Trotz des recht ernsten Themas, gelingt es Frau Marais aber auch immer mal witzige Szenen einzustreuen, damit man nicht allzu sehr von der Handlung runtergezogen wird. Freudig möchte ich da zum Beispiel den Papagei Elvis erwähnen und seine Launen.

Fazit: Ein Roman, der nicht nur unterhält, sondern auch weiterbildet und lange in einem nachklingen wird, einfach weil man über vieles noch nachdenkt oder gar online recherchiert, weil man noch mehr wissen möchte. Klasse!

Berührende Lebensgeschichten zur Zeiten der Apartheid in Südafrika

Von: schnäppchenjägerin Datum: 30. April 2018

Im Juni 1976 findet in Soweto, einem Vorort der südafrikanischen Großstadt Johannesburg, ein Aufstand von Schülern statt, die gegen das rassistische Bildungssystem und das Apartheidsregime des Landes protestieren. Unter den Aufständischen ist auch Beautys Tochter Nomsa, die bisher nichts von dem Engagement ihrer Tochter wusste.
Nomsa wohnte bei ihrem Onkel in Johannesburg, um dort zur Schule zu gehen, während Beauty mit ihren Söhnen in einem Dorf in der Transkei lebt und dort als Lehrerin arbeitet. Voller Sorge um ihre Tochter macht sie sich auf den Weg nach Johannesburg, um ihre Tochter zu finden. Dort bekommt sie Hilfe von dem "Weißen Engel" Maggie, die sich heimlich gegen Rassismus stark macht und auf der Seite der Schwarzen ist und die Beauty einen entsprechenden Pass besorgt, um in Johannesburg bleiben zu können.

Während der Aufstände werden die Eltern der neunjährigen Robin getötet. Das weiße Mädchen wird daraufhin notgedrungen von ihrer einzigen Verwandten, ihrer Tante Edith, aufgenommen. Diese wollte nie Mutter sein, hat bisher ihre Freiheit und Arbeit als Stewardess genossen.
Als sie in Trauer um ihre Schwester und ihre Unabhängigkeit droht, dem Alkohol zu verfallen und bereits die Aufmerksamkeit der Kinderfürsorge erregt hat, begegnet Robin Maggie, die Edith Beauty an die Seite stellt. Beauty ist zwar im Gegensatz zu Robins früherem schwarzen Kindermädchen als "Maid" überqualifiziert, ist ihrerseits aber froh,eine Arbeit zu haben, die sie für ihre Aufenthaltsgenehmigung in Johannesburg braucht.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Beauty bzw. Robin erzählt, verläuft zu Beginn des Romans parallel, bis sich die beiden nach knapp der Hälfte des Romans begegnen. Zunächst ist es eine Zweckgemeinschaft, die auf Seiten Robins von Vorurteilen geprägt ist, die ganz selbstverständlich mit der Unterdrückung der Schwarzen und dem Glauben an die Überlegenheit der eigenen weißen Rasse aufgewachsen ist. Schon bald entwickelt sich durch die lange Abwesenheit von Edith eine Mutter-Tochter-Beziehung zwischen Beauty und Robin. Die weise und besonnene Beauty hilft Robin über ihre Trauer hinweg, die sich bislang in ihre eigene Fantasiewelt und die Vorstellung von einer imaginären Zwillingsschwester zurückgezogen hatte.

Die fiktionale Geschichte von Beauty und Robin wird anschaulich mit historischen Fakten vermischt, so dass die Schicksale aller Beteiligten sehr authentisch sind. Die Grausamkeit des Apartheidsregimes, eine weiße Minderheit, die eine schwarze Mehrheit unterdrückt, wird schonungslos, aber auch unheimlich ergreifend anhand der persönlichen Tragödien geschildert.
Auch wenn man als Leser klar für Gerechtigkeit ist und unvorstellbar ist, wie herablassend und minderwertig Schwarze noch in den 70er-Jahren wie persönliche Sklaven behandelt worden sind, leidet man aber nicht weniger mit Robin, die nicht nur ihre Eltern auf brutale Art und Weise verloren hat, sondern zudem von ihrer geliebten Maid Mabel ohne ein Abschiedswort verlassen wurde. Das kleine Mädchen wurde in ihren Grundfesten erschüttert und leidet unter Verlustängsten, die ihr die wankelmütige Edith nicht nehmen kann.

Beide Seiten - Schwarz und Weiß - aus Kindessicht und aus Sicht der lebensälteren Beauty sind bewegend geschildert. Trotz der vorwiegend belastenden Themen Tod, Trauer und Gewalt, versetzt einen der Roman in keine bedrückende, traurige Stimmung. Er ist emotional, aber dennoch hoffnungsvoll für ein glückliches persönliches Ende der Protagonisten sowie ein Ende der Missstände - Ziele, für die es sich zu kämpfen lohnt.

"Summ, wenn du das Lied nicht kennst" ist ein Roman, der sich optisch durch die besondere Gestaltung als Halbleinen-Hardcover abhebt und großartige Unterhaltung in Form von berührenden Lebensgeschichten vor einem realen Hintergrund der jüngeren afrikanischen Geschichte bietet.

Sehr bewegend!

Von: Tintenschoen Datum: 16. April 2018

Spielt während der Apartheid in Südafrika:
SUMM, WENN DU DAS LIED NICHT KENNST - Bianca Marais
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Robin, eine 9jährige weiße Afrikanerin, verliert ihre Eltern während des Aufstands von Soweto. Gleichzeitig macht sich die schwarze Lehrerin Beauty auf die Suche nach ihrer Tochter Nomsa, die seit den Unruhen spurlos verschwunden ist. Das Schicksal führt die beiden zusammen und trotz aller anfänglichen Vorbehalte entwickelt sich eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden. Doch wird diese den Vorurteilen und dem Hass um sie herum standhalten können?
Bianca Marais, die ebenfalls in Südafrika aufgewachsen ist und von einer schwarzen Maid großgezogen wurde, erzählt eine einfühlsame Geschichte über Liebe und Mitmenschlichkeit in Zeiten, in denen diese abhanden gekommen zu sein scheinen.
Sehr lesenswert!

Apartheid in Südafrika

Von: Angela Busch Datum: 05. April 2018

INHALT:
Der Hintergrund dieses aufwühlenden Romanes ist historisch belegt !
Soweto/ Südafrika 1976. Farbige Kinder und Schüler demonstrieren für ihre Sprach-Freiheit und gegen das unmenschliche Apartheidsystem in ihrem Land. Einhundert Kinder und Jugendliche , darunter 12 jährige, werden von der Polizei gnadenlos in einer Kirche niedergemetzelt, in der sie sich verschanzt hatten.

Die siebzehnjährige Nomsa ist eine der Organisatorinnen des Aufstandes und wird vermisst. Ihre Mutter Beauty , eine 50 jährige farbige Lehrerin, die in einem kleinen Dorf in der abgeschiedenen Transkei in traditioneller Weise lebt und arbeitet, reist nach Johannesburg um ihre verschollene Tochter zu suchen.

Gleichzeitig verliert die weisse 9 jährige Robin auf grausame Art ihre Eltern. Sie werden während dieser Unruhen von Farbigen ermordet. Robin kommt in die Obhut ihrer Tante Edith , die den Mutter- und Elternpart aber nicht übernehmen möchte. Ein schwarzes Kindermädchen soll sich während der zeitweiligen Abwesenheit von Tante Edith (sie ist Stewardess) um die traumatisierte Robin kümmern. Es ist die farbige Beauty.

MEINE MEINUNG:
Der für mich interessant klingende Titel aus dem Wunderraum Verlag hatte mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht. Die Erklärung des Titels erfolgt übrigens in einer tragischen Situation für die kleine Robin. Die wunderschöne Aufmachung mit grünen Blüten und fliegenden Vögeln auf dem Cover hat zu meiner Anfrage geführt. Der Schreibstil der Autorin mit südafrikanischen Wurzeln fesselte mich sofort. Bildhaft und zärtlich werden glückliche Szenen und Momente aus Robins Familienleben im Kopf des Lesers aufgerufen . Doch diese Idylle verändert sich sehr schnell.
Plötzlich beschreibt die Autorin das Unfassbare, weitab von Robins heiler Kinderwelt. Die Grausamkeit der damaligen Rassentrennung tritt offen und hässlich zu Tage. Blutvergiessen, Mord, Hass und Gewalt bestimmen den Alltag der Menschen. Die Armut und das Elend der Arbeiter in den Goldminen werden plastisch und schonungslos von der Autorin geschildert. Sechzehn Stunden unter Tage waren keine Seltenheit für die farbigen Arbeiter. Der Befreiungskampf für die Rechte der farbigen Bevölkerung nimmt einen unschönen Verlauf. Bespitzelung, Denunziation der Farbigen und der auf ihrer Seite und für ihre Rechte mitkämpfenden weissen Menschen, sind normale Verhaltensweisen und es entsteht ein tiefer Graben in diesem Land zwischen den Menschen.
Das paranoide Verhalten eines grossen Teils der weissen Bevölkerung wird sichtbar und ist für unsere heutige Vorstellungswelt von Familie innerhalb einer Gesellschaft kaum nachvollziehbar. Auf der einen Seite wird dem schwarzen Personal sogar die Betreuung der Babys anvertraut, aber ein gemeinsames öffentliches Leben für einfachste Situationen zwischen weissen und farbigen Menschen darf es nicht geben.
Die Autorin hat in dieses fiktive Romangeschehen eigene authentische Erfahrungen mit dem Leben in Südafrika und dem Umgang mit der Rassentrennung verflochten. Das ist ihr ganz perfekt gelungen! Sie ist auch von einer farbigen Maid ( Ausdruck für ein Kindermädchen) liebevoll betreut worden und berichtet ehrlich und gefühlvoll von dieser glücklichen Zeit in ihrem Leben
Dass das Personal nur einmal im Jahr zur Familie reisen durfte und fremde Kinder statt der eigenen betreuen musste, beschämt sie im Nachhinein sehr und sie ist am Ende des Buches noch einmal intensiv in einem Extraartikel auf dieses eine Problem von vielen anderen eingegangen.
Eine Landkarte am Ende des Buches zeigt die verschiedenen Provinzen auf. Das ausführliche Glossar mit Spezialbegriffen hilft dem Leser sich im Buch und Text zurechtzufinden. In Südafrika gibt es allein elf offizielle, verschiedene Sprachdialekte.
Dieses Buch hat mich emotional sehr aufgebracht beim Lesen, traurig gemacht, Hoffnung auf Veränderung aufgezeigt und Verständnis für alle Seiten des Konfliktes geweckt.

Es war eine dunkle Zeit, die von der Autorin genauestens beschrieben wurde, damit sie nicht vergessen wird.
Meine Leseempfehlung: FÜNF ***** grossartige Sterne für diesen wichtigen und mitfühlenden Roman.

Herzlichen Dank an die Autorin und den Wunderraum Verlag für dieses Rezensionsexemplar !

Summ, wenn du das Lied nicht kennst

Von: Miss.mesmerized Datum: 02. April 2018

Südafrika, 1976. Das Land ist durch die Apartheit klar geteilt, die Rollen der Schwarzen und Weißen unumstößlich festgeschrieben und wenn sich ihre Wege kreuzen, weiß jeder, wo er steht. Doch die kleine Robin muss schon jung miterleben, dass womöglich doch nicht alles in Stein gemeißelt ist. Als ihre Eltern von Schwarzen ermordet werden, kommt sie bei ihrer recht progressiven Tante Edith unter. Diese ist gänzlich ungeeignet, sich um ein Kind zu kümmern und möchte auch ihren Job als Stewardess nicht aufgeben. Eine Lösung finden sie in Beauty, einer schwarzen Lehrerin aus der Transkei, die in Johannesburg nach ihrer Tochter sucht, die sich dem Kampf gegen die Unterdrückung angeschlossen hat. Im Laufe der Zeit lernt Robin, dass es Gut und Böse auf beiden Seiten gibt und dass im Leben nicht die Hautfarbe das Entscheidende ist.

„Summ, wenn du das Lied nicht kennst“ ist ein etwas sperriger Titel, der sich jedoch recht schnell im Roman erklärt. Letztlich ist es das, worum es geht: sich im Leben zu helfen wissen und sich mit der Situation zu arrangieren. Dies ist jedoch im Apartheits-Setting Südafrikas nicht ganz einfach, der Autorin ist jedoch gelungen, eine passende Perspektive zu finden, um die Positionen klar zu machen, ohne sich einseitig gegen die Unterdrückung zu stellen. Durch Robins kindlich-naiven Blick, der Dinge erst einmal als gegeben nimmt, was sie aber nicht daran hindert, sie zu hinterfragen, kann sie umso besser unterstreichen, wie absurd die Vorurteile waren.

Die beiden Protagonistinnen könnten verschiedener nicht sein: nicht nur ihre Hautfarbe trennt sie, auch das Alter und ihre gesellschaftlich zugewiesenen Rollen sollten eigentlich jede Art von Zuneigung verhindern. Doch beide, Robin wie Beauty, sind einfach Menschen, was sich positiv in Bezug auf ihre Freundschaft auswirkt, wie auch negativ, indem sie ihren Emotionen folgen und so Fehler machen. Beide sind auf ihre Art jedoch sympathisch und tragen die Handlung.

Besonders gut gefallen hat mir, dass nicht nur die Unterdrückung der Schwarzen thematisiert wurde, sondern auch Juden und Homosexuelle als Randgruppen und Opfer von Ausgrenzung und Gewalt thematisiert wurden. Selten ist es in einem Unterdrückungsstaat nur eine Minorität, die den Anfeindungen ausgeliefert ist.

Trotz der Ernsthaftigkeit der Geschichte wird diese mit einem lockeren, oft sogar lustigen Ton erzählt, was nur unterstreicht, dass es keinen Sinn macht, den Kopf in den Sand zu stecken, egal wie verzweifelt man ist.

Ein gelungener Roman, der zudem vom Verlag wunderschön gestaltet wurde und so auch optisch richtig etwas hermacht.

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