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Francesca Diotallevi

Der Wind in meinem Herzen

Roman

Ein einfühlsamer Roman über eine junge Außenseiterin in einem italienischen Bergdorf Anfang des 20. Jahrhunderts.

St. Rhémy, Aostatal, während des ersten Weltkriegs: Die junge Fiamma, die sich mit Heilkräutern auskennt, wird von den Dorfbewohnern als "Hexe" gemieden. Nur mit dem jungen Raphaël verbindet sie eine tiefe Freundschaft. Bis Raphaël im Krieg fällt. Und ein junger ehrgeiziger Pfarrer in den Ort kommt, um die Seele der „Hexe“ zu retten.

Liebevoll ausgestattete Ausgabe mit Leinenrücken und Lesebändchen.

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Das Buch spielt in Aostatal, Italien

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Leserstimmen

Faszinierender, zu Beginn melancholischer, am Ende unheimlich kraftvoller Roman über Schmerz, Einsamkeit und Glaube.

Von: schnäppchenjägerin Datum: 15. Juni 2019

Während des Ersten Weltkrieges im Aostatal wohnt Fiamma allein in einer Hütte im Wald am Rand des Dorfes St. Rhémy. Die Dorfbewohner kommen nur nach Sonnenuntergang im Verborgenen zu ihr, um bei ihr Kräuter und Tinkturen gegen Krankheiten zu holen, wie sie es schon von deren Mutter gewohnt waren. Davon abgesehen, wird sie von der Dorfgemeinschaft ausgegrenzt, gilt mit ihrem flammenden roten Haar als "Hexe" und wird von Teilen der Bevölkerung offen angefeindet. Kontakte hatte die junge Frau nur zu Raphaël, der als Kind unbeschwert auf sie zugegangen ist und mit dem sie beim Spielen im Wald groß geworden ist. Doch Raphaël ist im Schützengraben gefallen, so dass Fiamma nach dem Tod der Mutter allein auf sich gestellt ist.
Yann, der ältere Bruder von Raphaël hasst Fiamma, nachdem sie ihm nach einem Unfall in den Bergen das Leben gerettet hat und er seitdem mit einem steifen Bein gezeichnet ist. Er ist verbittert und voller Wut, dass er deshalb seinen Bruder im Krieg nicht hatte beschützen können.

Ein junger Priester, Don Agape, kommt aus Rom in das verschlafene Dorf, um das Amt von Hochwürden Don Jacques zu übernehmen. Er ist noch unerfahren und verunsichert und lernt er in Rhémy was Glaube wirklich bedeutet.

"Der Wind in meinem Herzen" ist ein Roman, bei dem man von Anbeginn die tiefe Traurigkeit der Charaktere zu spüren bekommt. Intensiv und durch eine poetische Sprache taucht man in die Gefühlswelt von Fiamma, Yann und Agape ein und erst nach und nach beginnt man zu begreifen, was sie bewegt und was ihren Charakter geformt hat.
Fiamma kennt es zwar nicht anders als als Ausgestoßene im Wald zu leben, vermisst aber nach dem Tod Raphaëls ihren Gefährten sehr.
Yann ist ein gebrochener Mann mit einem kalten Herz, der gegen seine Schuldgefühle ankämpfen muss und wütend auf die ganze Welt ist und deshalb auch von der Gottesfürchtigkeit der Dorfbewohner Abstand nimmt, sich selbst aus der Kirchengemeinde ausgrenzt.
Agape ist mit dem Priestertum der Tradition seiner Familie gefolgt, ist in seinem Glauben an Gott aber nicht gefestigt. Als er in St. Rhémy erfährt, wie die rothaarige Frau im Wald angefeindet und attackiert wird, ihr vorgeworfen wird, mit dem Teufel zu paktieren, beginnt er massiv an der Barmherzigkeit Gottes zu zweifeln.

Der Roman entwickelte sich für mich ganz anders als erwartet. Es geht nicht ausschließlich um Aberglaube, die Angst vor dem Fremden oder gar Hexenaustreibung. Der Roman geht viel tiefer, handelt von der Einsamkeit, einer leidenschaftlichen, unterdrückten Liebe und von dem, was eine Gemeinschaft ausmacht. Es ist ein faszinierender, zu Beginn melancholischer, am Ende unheimlich kraftvoller Roman, der die Atmosphäre in einem Dorf in einem Tal zwischen zwei Bergen gekonnt einfängt und mit knapp 300 Seiten einfach nur zu schnell vorbei war.

Wunderbar berührend

Von: Buchperlenblog Datum: 11. Juni 2019

Wie oft habe ich schon gesagt, dass ich Liebe ohne Kitsch will. Gefühle ohne Übertreibung. Verbindung ohne Schwüre. Und nun habe ich genau das gefunden, in diesem schmalen Buch, in dieser wunderschönen, zerreißenden Geschichte, die von so viel mehr handelt, als der Liebe auf den ersten Blick.

Fiamma, ein gemiedenes Kind, eine einsame junge Frau aus dem Wald. Ihr einziger Weggefährte über so viele Jahre ist im Krieg verschwunden, hat eine große, zu große Lücke hinterlassen, die keiner zu füllen vermag. Doch nicht nur Fiamma leidet still, auch Raphaels großer Bruder Yann kann sich nicht verzeihen, dass er ihn hat gehen lassen. Dass er ihn nicht beschützte. Und das, weil er beinahe sein eigenes Leben am Berg verlor und nur durch Fiammas heilenden Hände gerettet wurde.

So folgt man abwechselnd Yann, Fiamma und dem neuen Dorfpriester Don Agape durch die Geschichte. Lernt alle kennen, versteht langsam deren so sorgsam aufgebaute Ängste und Mauern. Es ist kein leichter Weg, der hier gegangen werden muss. Vorurteile und Verleumdungen, die teilweise von den Handelnden selbst erschaffen wurden, müssen langsam durchbrochen werden. Dabei gelingt es Francesca Diotallevi, alles in einen glaubwürdigen Zeitstrom einzubinden. Denn auch wenn uns so mancher Liebesroman das Gegenteil weismachen will, so ist Liebe doch etwas, das wachsen muss. Vertrauen ist etwas, das mit der Zeit erst stark wird, das zerbrochen werden kann und Zeit bedarf, um wieder aufgebaut zu werden.

Fiamma lag mir besonders am Herzen, ihr einsames Schicksal etwas, das umgekehrt werden musste. Aber nicht auf Biegen und Brechen, denn sie ist ein Kind des Waldes, keine Hexe, aber doch ein freier Geist. Wie auch die Zigeuner, die sich auf einer Lichtung des Waldes niederlassen und zu denen sie sich – wie schon früher ihre Mutter – hingezogen fühlt. Doch könnten diese Fremden ihr eine Familie sein, mehr als die abweisende Gemeinde des Dorfes?

Fazit
Eine wunderbar berührende Geschichte, die uns Leser mit in die italienischen Alpen nimmt, die die Atmosphäre eines kleinen abgeschiedenen Dorfes heraufbeschwört. Eine Geschichte, die zu Herzen geht, ohne dabei in den Topf der großen Schwüre und Klischees greifen zu müssen.