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Bert Wagendorp

Ventoux

Roman

Bart ist Journalist, liebt Radrennen und ist fast fünfzig, als seine Jugendfreunde André, Joost und David unerwartet wieder in seinem Leben auftauchen. Und mit ihnen der Sommer des Jahres 1982. Ein Sommer, in dem sie alle in die schöne Laura verliebt waren, ein Sommer der großen Gefühle – und eines tödlichen Unglücks auf dem Mont Ventoux. Die Freunde waren achtzehn, als sie zu fünft die legendäre Etappe der Tour de France hinauffuhren – und zu viert zurückkehrten. Als auf einen Schlag ihre Träume zerplatzten. Und Laura, die mit ihnen in der Provence war, spurlos verschwand. Dreißig Jahre später, im Sommer 2010, will Laura die vier Männer am Ventoux wiedertreffen. Sie will darüber sprechen, was damals wirklich geschah. Und die Freunde folgen ihrer Einladung: die Rennräder auf dem Autodach, ihren Krempel im Anhänger und jede Menge Fragen auf dem Rücksitz …

Das Buch spielt in Mont Ventoux, Frankreich

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Leserstimmen

Bert Wagendorp: “Ventoux” (btb)

Von: Stephan Kottkamp & Christian Funke Datum: 07. Juni 2018

Erinnerungen auf dem mystischen Berg

Nicht nur für Radsportfans: Ventoux von Bert Wagendorp

Dem niederländischen Autor Bert Wagendorp ist in seiner Heimat mit seinem ersten Roman „Ventoux“ ein Bestseller gelungen. Inzwischen ist dieser auch auf Deutsch erschienen und dürfte nicht nur für Radsportfans eine unterhaltsame Lektüre sein. Aber natürlich wird allein der Titel bei radsportbegeisterten Lesern große Erwartungen wecken: „Ventoux“ – ein Berg in der Provence, ein Mythos der Tour de France und Sehnsuchtsort ambitionierter Radsportler.

Der Protagonist des Romans heißt Bart, ist Journalist und um die 50 Jahre alt. Er berichtet als Ich-Erzähler über seine Kindheit, seine Jugend und sein aktuelles Leben. Es ist nun 30 Jahre her, als Bart und seine Freunde - fünf Jungen und ein Mädchen - nach dem Abitur in die Provence reisen. Drei von ihnen konnten den mystischen Mont Ventoux mit dem Fahrrad bezwingen. Bei der Abfahrt geschieht dann das Drama: Einer der Freunde verunglückt tödlich. Dreißig Jahre später trifft sich nun dieselbe Gruppe wieder am Mont Ventoux, um den Berg ein zweites Mal zu erklimmen, aber auch um das Rätsel um den Tod des Freundes von damals zu lösen. Denn bis heute ist es unklar, ob der Tod ein Unfall oder Selbstmord war.

Radfahren als Metapher für das Leben

Die Qualität des Romans erinnert in seiner Struktur an eine Etappe bei der Tour de France: Steile Anstiege, rasante Abfahrten, spektakuläre Höhepunkte und teilweise auch einige eher flache Streckenabschnitte. In diesem Roman geht es aber nicht nur ums Radfahren, sondern schlicht und einfach um das Leben mit seinen Höhen und Tiefen und um die Erinnerungen an vergangene Zeiten.

Das Radfahren dient Wagendorp als Metapher auf das Leben. Das ist stark, jedoch fängt da auch ein Problem des Romans an: Wagendorp übernimmt sich teilweise und arbeitet sich auf den 320 Seiten an diversen komplexen Themen ab. Wagendorp stellt die großen Fragen und gibt darauf Antworten. Das ist mal mehr, mal eher weniger schlüssig. Etwas weniger Pathos täte der Glaubwürdigkeit des Romans gut. Es geht um Liebe und Freundschaft, um das Älterwerden und die Wendungen des Lebens. Dabei gelingt es dem Autor immer wieder, den Leser zu berühren, zum Nachdenken, aber auch zum Lächeln zu bringen.

Bei aller inhaltlichen Relevanz schreibt Wagendorp mit viel Schwung, Ironie, aber auch Melancholie. Besonders stark sind die Passagen, in denen der Autor die Atmosphäre der 1980er Jahre greif- und erfahrbar macht. Das Ende misslingt dann leider fast vollends, trotzdem ist „Ventoux“ ein unterhaltsames und lesenswertes Buch.
Der Autor Bert Wagendorp, Jahrgang 1956, ist als Kolumnist für die niederländische Zeitung De Volkskrant und eine flämische Tageszeitung tätig. Zwischen 1989 und 1994 berichtete er als Sportreporter von großen Radrennen, unter anderem von der Tour de France. Zudem hat er das literarische Radrennmagazin De Muur mitbegründet. „Ventoux“ war in den Niederlanden der große Überraschungsbestseller der letzten Jahre und wurde auch verfilmt.