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Carla Berling

Königstöchter

Kriminalroman

Das Böse hat einen Namen: Morgenstern

Mitten in der beschaulichen Provinz kommt eine alte Dame auf grausame Weise ums Leben. Schnell findet Reporterin Ira Wittekind heraus, dass ihr Schicksal eng verknüpft war mit drei anderen Bewohnerinnen der Seniorenstiftung Morgenstern. Als Ira sie befragen will, benehmen sich alle drei äußerst merkwürdig. Ira wühlt in der Vergangenheit und deckt Stück für Stück eine lang zurückliegende Tragödie auf, die bis heute nachwirkt. Dann passiert ein zweiter Mord. Und schließlich ein dritter ...

Das Buch spielt in Bad Oeynhausen, Deutschland

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Leserstimmen

Auf der Suche nach der Geschichte hinter der Geschichte

Von: Edith N. Datum: 28. August 2018

Vor einem Jahr ist die Lokalreporterin Ira Wittekind, Jahrgang 1960, wieder in ihre alte Heimat Bad Oeynhausen in Ostwestfalen zurückgekehrt. Sie ist mit dem Koch Andreas Weyer liiert, den sie schon seit Kindertagen kennt und pendelt zwischen Eskendor – dem Hof seiner Familie – und der Wohnung, die sie noch in Bielefeld hat, hin und her.

Beruflich sucht sie immer die Geschichte hinter der Geschichte und findet sie meist auch, denn sie ist eine exzellente Beobachterin und Zuhörerin. Über gewaltsame Todesfälle mit vielen blutigen Details berichtet sie nicht so gern. Aber was will man machen, wenn einen der Chef zu einem solchen Vorfall schickt?

Eine verwirrte 78-jährige Bewohnerin des Stifts Morgenstern hat in einem unbeobachteten Moment das Grundstück verlassen und ist unter eine Kehrmaschine geraten. Statt unappetitliche Fotos zu schießen, sieht Ira sich auf dem Gelände und im Gebäude um und spricht mit den Menschen dort. Man kennt sie und lässt sie gewähren.

Maria Klabunde hat die Verunglückte geheißen und ist bis zu ihrem Ruhestand Haushälterin bei der Geschäftsfrau Tilly Jacobsen, geborene König, gewesen. Frau Jacobsen hat zusammen mit ihren beiden Freundinnen – der Kaufhauserbin Ilsemarie Holle und der Ärztin Konstanze Deppendorf – in den 1970-er Jahren die Stiftung Morgenstern gegründet. Dort werden pflegebedürftige Seniorinnen betreut. Eine der Seniorinnen nimmt Ira beiseite und erklärt, Marias Tod sei kein Unfall gewesen sondern ein „astreiner Mord“. Sie habe alles beobachtet. Doch mit dem Geisteszustand der alten Dame steht es nicht zum Besten und so weiß Ira nicht, was sie von dieser Aussage halten soll.

Damit man Maria Klabunde nicht nur als Opfer eines grausigen Unglücks in Erinnerung behält, sondern als einen Menschen, will Ira einen Nachruf auf sie schreiben. Müssten sich nicht Andreas’ hochbetagte Tanten Frieda und Sophie an Maria, Tilly und Ilsemarie erinnern können? Sie kennen doch sonst jeden am Ort!

Normalerweise sind die Tanten so lustig und redselig wie sie gastfreundlich und trinkfest sind. Doch als Ira auf die Freundinnenclique zu sprechen kommt, reagieren sie erstaunlich zugeknöpft. Irgendetwas war damals mit den Mädchen, das nicht einmal Frieda und Sophie thematisieren möchten. Und den beiden ist sonst nichts Menschliches fremd – sie kommentieren frei von der Leber weg einfach alles.

Jetzt ist Iras journalistische Neugier geweckt. Konstanze Deppendorf ist jedoch die einzige, die über die Ereignisse in der Nachkriegszeit reden will. Sie lässt Ira eine überaus schockierende Nachricht zukommen. Doch ehe die Journalistin nachhaken kann, ist Konstanze tot. Vergiftet.

Hat man nun schon zwei der Freundinnen ermordet? Wer tötet schwer kranke Seniorinnen, die ohnehin nicht mehr lange zu leben gehabt hätten? Und warum? Wegen unfassbar schrecklicher Vorfälle in ihrer Jugend, für die man niemanden mehr zur Verantwortung ziehen kann? Ira begreift jetzt so langsam, dass hinter der Tragödie von damals noch eine weitere Geschichte steckt. Und die ist noch nicht zu Ende ...

Wenn man mit Ira auf Spurensuche geht, ist es schwer, die Welt in schwarz und weiß einzuteilen. Klar, ein paar böse M*stkerle gibt’s schon, die haargenau wissen, dass das, was sie tun, falsch ist und die und aus purem Egoismus anderer Menschen Leben zerstören. Aber es gibt hier, wie im richtigen Leben, auch eine breite Palette von Grautönen ... Menschen, die sich nicht mehr anders zu helfen wissen, als sich und ihre Lieben durch ein Unrecht aus einer Notlage zu befreien. Und wie schon in anderen Ira-Wittekind-Krimis zeigt sich auch in KÖNIGSTÖCHTER, welche weitreichenden Konsequenzen es hat, wenn ein Mensch einem anderen etwas antut. Die Folgen ziehen sich über Generationen hin und betreffen nicht nur einzelne Personen, sondern auch deren Familien und Freunde.

Für die befreiende Komik sind die beiden alten Tanten zuständig, die ihre Gäste bewirten, Stumpen rauchen, Schnäpschen trinken und in ungebremstem Dialekt über Gott und die Welt reden. Und weil sie ihr ganzes Leben in der Gegend verbracht haben, haben sie ein enormes Hintergrundwissen über die Menschen und ihre Geschichte. Eine Informationsquelle, die für eine Journalistin natürlich unbezahlbar ist. Inzwischen habe ich mich auch daran gewöhnt, dass „Tante Erna“ keine weitere Verwandte ist, sondern Iras Hund.

Einen rasanten Thriller sollte man hier nicht erwarten. Wir begleiten eine Journalistin auf ihrer akribischen Spurensuche. Die möglichen Motive der Personen werden sorgfältig erwogen und genau ausgeleuchtet. Immer wieder einmal fasst Ira in Gedanken für sich oder als Information für eine andere Person den Stand der Erkenntnisse zusammen. So behält auch der Leser in dem komplexen Personengeflecht den Überblick. Aber das nimmt natürlich Tempo aus der Geschichte. Das ist kein Fehler. Ich sag’s nur, damit hier keiner mit falschen Erwartungen an die Lektüre rangeht.

Von: Barbara Pernter Datum: 08. Juni 2018

Ira Wittekind ist wie immer sehr sympathisch, die Handlung durchaus spannend und das Buch ist gut geschrieben. Doch der Fall ist mir zu heftig. Der bringt nicht nur für die taffe Journalistin Magenschmerzen. Ich habe die Krimis von Carla Berling ganz gerne den Lesern, die es nicht zu grausam mögen empfohlen. Und auch mir hatte dieser Aspekt sehr zugesagt. Trotzdem freue ich mich schon auf den nächsten Fall für Ira Wittekind.