Blick ins Buch

Jetzt bestellen:

Buch
eBook
Hörbuch

€ 9,99 [DE] | CHF 13,90 [CH] | € 10,30 [A]

€ 9,99 [DE] | CHF 12,00 [CH]

€ 14,99 [DE] | CHF 21,50 [CH] | € 16,90 [A]

Teresa Simon

Die Oleanderfrauen

Roman

Was, wenn die Liebe alle Schranken durchbricht?

Hamburg 1936. Die junge Sophie Terhoven, Tochter eines einflussreichen Kaffeebarons, genießt ihr komfortables Leben. Hannes Kröger, der Sohn der Köchin, ist ihr von Kindheit an Freund und Vertrauter. Irgendwann verändern sich ihre Gefühle füreinander, und plötzlich wird ihnen klar, dass sie sich ineinander verliebt haben. Doch Reich und Arm gehören nicht zusammen, und ein dunkles Geheimnis ihrer Eltern, von dem sie bisher nichts wussten, scheint ihre Liebe unmöglich zu machen.

Das Buch spielt in Hamburg, Deutschland

Regelmäßig neue Buchtipps bekommen!

Leserstimmen

Eine wunderschöne, tragische Familiengeschichte die zu Herzen geht.

Von: Maria Datum: 03. Juli 2018

Die Oleanderfrauen ist ein Roman, der mich derart gefesselt hat, dass ich ihn direkt nach dem Auslesen ein zweites Mal las. Selbst dabei stellte ich immer wieder kleine Details fest, dir mir beim ersten Mal nicht aufgefallen sind. Teresa Simon ist bekannt für ihre gefühlvollen Romane und zu Herzen gehenden Geschichten. Als ich das Buch in die Hand bekam, hatte ich ehrlicherweise keine besonders hohen Erwartungen daran, denn der Klappentext des Buches las sich mehr als durchschnittlich:
Hamburg 1936. Die junge Sophie Terhoven, Tochter eines einflussreichen Kaffeebarons, genießt ihr komfortables Leben. Hannes Kröger, der Sohn der Köchin, ist ihr von Kindheit an Freund und Vertrauter. Irgendwann verändern sich ihre Gefühle füreinander, und plötzlich wird ihnen klar, dass sie sich ineinander verliebt haben. Doch Reich und Arm gehören nicht zusammen, und ein dunkles Geheimnis ihrer Eltern, von dem sie bisher nichts wussten, scheint ihre Liebe unmöglich zu machen.

Das Buch bietet aber neben einer klassischen Geschichte von der Liebe zwischen Reich und Arm so viel mehr. Es erzählt die Familiengeschichte einer Hamburger Kaffeedynastie in der Zeit um den zweiten Weltkrieg. Simon beschreibt detailgetreu und authentisch die Machtergreifung Hitlers und die daraus resultierenden Konsequenzen für die Hamburger Bevölkerung und flicht diese in die Geschichte mit ein.
Während der Klappentext anmuten lässt, dass es sich vorrangig um Sophie Terhoven dreht, überzeugt das Buch aber mit einem unglaublichen Tiefgang.
Die Autorin springt zwischen dem Jahr 2016, als die Rentnerin Johanna auf dem Dachboden ihrer Mutter eine alte Kiste mit den Tagebüchern ebenjener Sophie Terhoven findet und den Eintragungen der jungen Frau.

Und während glaubhaft die Geschichte der Familie Terhoven mittels Tagebucheinträgen und Zeitblenden erzählt wird, baut sich daneben noch die Geschichte von Johanna und ihrer Familie auf. Ihre Mutter hortete zeitlebens allerlei Dinge, die ihr am Herzen lagen und nach ihrem Tod bleibt es bei der Tochter und den Neffen, die alten Erinnerungen zu verräumen und zu entsorgen. Schnell wird jedoch klar, dass sich um die Familiengeschichte ein dunkles Geheimnis rankt. Trotzdem ist die Geschichte so sensibel, so feinschichtig erzählt, dass keinerlei Möglichkeit besteht, die Handlung vorauszusehen. Es erscheint, als erzähle Teresa Simon eine wahre Begebenheit, man leidet mit den Figuren mit und hat zu keiner Zeit das Gefühl, einen platten Liebesroman zu lesen.
Denn dann ist da ja auch noch Julia, die ihr Café "Strandperle" in der Hamburger Innenstadt betreibt und sich damit einen Traum erfüllt hat. Geplagt von Mieterhöhungen, denen sie nicht gewachsen ist und grossen Selbstzweifeln, auf ewig "Jule ohne Plan" zu bleiben, wie sie von ihrer Mutter immer gescholten wurde, bugsiert sie sich mehr oder weniger unglücklich durchs Leben.
Es scheint, als würde sie nie etwas zu Ende bringen können, egal wie sehr sie sich doch anstrengt. Man erkennt sich in der jungen Frau wieder, kann nachvollziehen, wie sie unter der Last des Alltags, der Verantwortung, die ein eigenes Café mit sich bringen, leidet. Und dass ihr einziger Wunsch zu sein scheint, Anerkennung seitens ihrer mutter zu erlangen. Durch einen Zufall lernen sich Johanna und Julia kennen und sehr schnell wird klar, dass sich die beiden nicht nur gut verstehen, sondern eine gemeinsame Leidenschaft haben: Das Backen. Man wird Zeuge einer tiefen Freundschaft, die keine lange Vergangenheit zu haben scheint, aber aus einem unerfindlichen Grund von vornherein eine ungewöhnliche Tiefe mit sich bringt...
Ich kann dieses Buch uneingeschränkt empfehlen, es ist berührend, tiefsinnig und unterhaltsam. Und ich kann es kaum erwarten, die anderen Romane der Autorin zu lesen. Bestellt sind sie bereits.

Starke Heldinnen

Von: SABO Datum: 11. Juni 2018

Teresa Simon - Die Oleanderfrauen

Hamburg, 2016
Julia hat wirklich Pech, das von ihr in liebevoller Kleinarbeit aufgebaute Strandcafe, rückt immer mehr in Richtung Cafe der unerfüllten Wünsche. Eigentlich ist die junge Backfee ganz gut zurechtgekommen, mit ihren duftigen Kreationen und guter Laune hat sie sich längst in die Herzen ihrer kleinen Stammkundschaft geschlichen, doch eine Mieterhöhung um 650 Euro bringt Julia in arge Bedrängnis.
Wenn sie die Preise nicht erhöht, wird sie ihren Traum begraben und aus der Weite zuwinken müssen.
Nicht alles schafft man mit Mühe und Fleiß, manchmal stellt einem das Schicksal ein Bein und man kommt nicht mehr hoch, wenn man nicht kämpft.
Den Laden dicht zu machen kommt nicht infrage, aber ohne eine zweite Einnahmequelle wird sie es nicht schaffen.

Wenn Menschen von uns gehen, hinterlassen sie oftmals auch Unordnung und Verwirrung. Julia hilft den Hinterbliebenen, in dem sie private Papiere sortiert und macht teilweise sehr dramatische Enthüllungen. Damit begründet sich die Idee von "Ich schreib dein Leben". Julia ist fasziniert von den Verbindungen in die Vergangenheit und brennt lichterloh, als sie ein altes Tagebuch findet..

Hamburg, 1936
Sophie, Tochter des Kaffeebarons von Hamburg, wächst in einem kleinen Paradies auf. Die Familie Terhoven wohnt in einer schönen Villa mit Garten an der Elbe. Der Sohn der Köchin ist Sophies bester Freund. Früher haben sie stundenlang im Gewächshaus gespielt, jetzt küssen sie sich dort heimlich und unter der Obhut blühender Oleanderpflanzen entsteht eine unmögliche Liebe.

Es ist eine Zeit des Umbruchs, mit derben Stiefeln und strammen Uniformen, stanzt ein Heer brauner Huldigung einen tiefen Trampelpfad durch Deutschland.
Auch Sophies Bruder ist vom "Nazi-Virus" infiziert und ist hoch motiviert vom "Heimatstolz". Der unnütze junge Mann schwegt in ideologischen Pathos.
Ihre Freunde haben den "rauen Wind" längst wahrgenommen, aber Sophie hat immer nur ihren Hannes im Kopf. Doch dann holt auch sie der Kampf ums Schicksal ein.
Aus einer leichtfüßigen Kaffeeprinzessin wird eine bodenständige junge Heldin..

Teresa Simon ist mit ihrem warmherzigen und dramatischen Roman mit einem leichten Fuß im Heute und dem anderen, stampfend in der Vergangenheit. Die Autorin hat gut recherchiert und verknüpft die Fäden der Zeit geschickt, sie schreibt mit Herz und Engagement, dynamisch und mitreißend. Die zwei verschiedenen Zeitebenen sind spannend in Szene gesetzt.

Wenn ich Teresa Simon lese, decke ich das Geheimnis mit ihr gemeinsam auf, werde zur Verschwörerin. Tief atme ich die Bedeutung der Worte ein, nichts wird beschönigt. Die Autorin hat die seltene Gabe, die Wahrheit ohne den berühmten Zeigefinger zu sagen, ich spüre, dass sie mir die Entscheidung lässt, mich für einen mündigen Leser hält. Ich bin dankbar für diese Empathie und diesen großartigen Roman.

Eine unbedingte Empfehlung, gibt es für alle starken Heldinnen der Teresa Simon:

Die Frauen der Rosenvilla
Die Holunderschwestern
Die Oleanderfrauen

mehr Leserstimmen anzeigen

Der Geschichte auf der Spur

Von: Lunas Leseecke Datum: 05. Juni 2018

Vor einiger Zeit habe ich bereits einen Roman von Teresa Simon gelesen und fand ihn so klasse, dass ich ihn bereits öfter weiterempfohlen habe. Da ich nun mal wieder Lust auf einen Roman hatte, fiel meine Wahl schnell auf „Die Oleander Frauen“. Wir erfahren hier parallel die Geschichte von zwei Zeitsträngen. Zum einen wäre das Sophie Terhoven die 1936 in Hamburg lebt. Als Tochter eines Kaffeebarons führt sie ein privilegiertes Leben, doch während sich ihre Eltern eine gute Partie für sie wünschen, schwärmt Sophie für den Sohn der Köchin. Auf der zweiten Zeitebene wäre das Jule, die im Hamburg der Gegenwart ein kleines Café betreibt und nebenbei Geschichtsrecherche betreibt. Durch einen Zufall lernt sie Johanna kennen, um deren Vergangenheit sich ein Geheimnis rankt, dem die beiden so unterschiedlichen Frauen auf die Spur kommen wollen.

Beide Zeitstränge haben mir gut gefallen. Besonders gefallen hat mir aber vor allem die Handlung in der Vergangenheit, denn Sophie ist eine starke Persönlichkeit, steht für ihre Überzeugungen ein und lässt sich niemals hängen. Und dabei hatte sie mit einigen Schicksalsschlägen zu kämpfen und musste sehr kämpfen, um ein kleines bisschen Glück zu finden. Neben ihr mochte ich vor allem ihren Freund Malte, der viel auf sich genommen hat, um Sophie in ihrer schwierigen Situation zu helfen. Doch auch die Charaktere der Gegenwart haben mir gefallen. Die chaotische Jule war mir durchaus sympathisch, auch wenn sie manchmal ein paar nervige Anflüge von Selbstmitleid hatte. Doch sie ist auch sehr warmherzig und hilfsbereit. Und dann ist da natürlich auch noch der mürrische Nils, der mir auch irgendwie sympathisch war. Am liebsten hatte ich hier aber Johanna, eine sehr rüstige und sympathische alte Dame, die das Rätsel ihrer Vergangenheit zu enträtseln sucht, nachdem sie im Nachlass ihrer Mutter einige mysteriöse Hinweise entdeckt hat.

Die Geschichte entwickelt sich zügig und spannend und deckt dabei einen größeren Zeitraum ab. Gegenwart und Vergangenheit wechseln sich sehr fließend ab, sodass der Übergang leicht fällt und man gleichermaßen in der Story vorankommt. Der Schreibstil von Teresa Simon gefällt mir dabei sehr gut. Sie schafft es, eine dichte Atmosphäre zu weben und schreibt einfühlsam und mitreißend zugleich. Genau richtig also für so einen Roman.

Fazit
“Die Oleanderfrauen“ ist ein gelungener Roman über die Suche nach der eigenen Vergangenheit, der sich auf zwei Zeitebenen abspielt, die wunderbar miteinander harmonieren. Für Fans von Familiengeschichten absolut zu empfehlen.

Die Oleanderfrauen

Von: MarySophie Datum: 21. Mai 2018

Handlung:
Hamburg 1936:
Sophie Terhoven, Tochter eines Kaffeebarons, lebt zusammen mit ihrer Familie in einer imposanten Villa in Hamburg. Dort lebt auch Hannes, der Sohn der Köchin des Hauses, mit dem Sophie nicht nur eine Freundschaft verbindet, sondern auch eine heimliche Liebesbeziehung. Das junge Paar kann diese Liebe leider nicht öffentlich zeigen, da es noch immer zu große Unterschiede zwischen Arm und Reich gibt. Undenkbar, dass die Tochter eines Unternehmers mit dem Sohn einer Köchin eine Beziehung eingeht. Und dann gibt es auch noch ein Geheimnis, welches schwer auf der Villa lastet und eine Liebe scheinbar unmöglich macht.


Hamburg 2017:
Jule leitet ein Café in Hamburg und muss sich überlegen, wie sie die anstehende Mieterhöhung stemmen wird. Nebenbei hat sich die junge Frau noch ein zweites Standbein aufgebaut, sie schreibt für andere Leute deren Biographien und Familiengeschichten nieder. Eines Tages nimmt auch Johanna, eine pensionierte Dame, den Dienst in Anspruch, nachdem sie auf dem Dachboden der verstorbenen Mutter ein Tagebuch findet, welches von der jungen Sophie Terhoven geschrieben wurde. Die spannende und aufregende Geschichte hat beide Frauen von der ersten Seite an fasziniert und sie stellen Nachforschungen darüber an.


Meinung:
Das Cover finde ich sehr gelungen, es erinnert sofort an die anderen beiden Bücher der Autorin und die Gestaltung ist sehr ähnlich. Die Farben sind sehr leicht und sommerlich, es gibt einige kleine Details, die sehr niedlich gewählt wurden und auch zu dem Inhalt des Romans eine Verbindung haben. Sehr gelungen.


Von der ersten Seite an war ich angetan von der Schreibweise, sie ist recht einfach, wirkt gleichzeitig aber trotzdem anspruchsvoll. Dabei gibt es ein ausgeglichenes Verhältnis von Gesprächen und Beschreibungen, man hatte immer den Eindruck, dass man stets gut informiert ist, auch wenn es so viele Rätsel gibt, die dem Buch viel Spannung verleihen.
Es war immer klar erkennbar, aus wessen Sicht die Dinge gerade beschrieben werden, besonders die Tagebucheinträge wurden immer durch eine andere Schrift gekennzeichnet. Die Schrift war zarter und auch leicht kursiv, für manche schwer zu lesen, mir hat sie keine Probleme bereitet, ich fand dies im Gegenteil sogar recht angenehm, da sie für mich schöner anzusehen ist.


Es gibt drei Personen, aus deren Leben man näheres erfährt. Zum einen werden die Ereignisse aus der Vergangenheit immer aus Sophie´s Blickwinkel beschrieben. Dies finden entweder in Form von Tagebucheinträgen statt oder man erlebt die Dinge direkt mit Sophie. Durch diese Verknüpfung erfährt man viele verschiedene Details und bekommt auch einen sehr nahen Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt von Sophie. Eine Tatsache, die mir dabei geholfen hat, die junge Frau besser zu verstehen und mit ihr mitzufühlen.
Die Ereignisse aus der Gegenwart beherbergen die Charaktere Jule und Johanna. Zwei Frauen, die sich erst im Verlauf des Romans kennenlernen und mehr miteinander gemeinsam haben, als anfangs gedacht.


Alle Personen waren für mich sehr lebendig gezeichnet, bei einigen hatte ich am Ende fast das Gefühl, als würden sie so wirklich existieren. Sie sind sehr vielfältig und bei einigen hatte ich am Ende einen vollkommen anderen Eindruck als noch am Anfang. Dies zeugt von einer Entwicklung und Reifung der Protagonisten, die mir unglaublich gut gefallen hat, da sie wirklich sichtbar ist und sich über den gesamten Roman erstreckt. Es scheint, als wären viele Personen am Ende ein anderer Mensch als noch am Anfang.
Ein wenig wurde beeinflusst, welchen Charakter man sympathisch oder unsympathisch findet, eine Tatsache, die mich bei vielen Romanen stört. Hier jedoch nicht, da alles trotzdem sehr lebendig gewirkt hat und ich bei manchen Personen am Ende meine Meinung doch noch einmal überdenken musste.


Die historischen Ereignisse wurden eindrucksvoll geschildert, besonders die Auswirkung des Krieges auf die Bevölkerung. Jeder musste sich zurücknehmen und auf Dinge verzichten, sowohl Arm, als auch Reich. Die Beschreibungen dessen waren einfach geschildert und für mich gerade deshalb sehr eindrucksvoll und eingänglich.


Fazit:
Viele Dinge in dem Buch haben mich überrascht und sich im Laufe der Handlung verändert. Man konnte viele Überlegungen anstellen und am Ende kam doch vieles anders, als ich es erwartet hätte. Genau das fand ich große Klasse, da letztendlich alles Sinn gemacht hat und keine offenen Fragen geblieben sind. Schon so früh am Jahr habe ich ein Highlight gefunden, dass mich durch seine perfekt durchdachten Geheimnisse und die ganzen Wandlungen mitgenommen hat! Eine wunderbar feinfühlige und mitreißende Geschichte, die mich in ihren Bann gerissen hat.

Spannendes Familiendrama zur Zeit des Zweiten Weltkrieges

Von: Lesendes Federvieh Datum: 28. März 2018

Hamburg 1936. Sophie Terhoven genießt als Tochter eines einflussreichen Kaffeebarons die Vorzüge eines komfortablen Lebens, wie auch ihre enge Freundschaft zu Hannes Kröger, dem Sohn der Köchin. Mit der Zeit wird aus Freundschaft Liebe, doch auch im frühen 20. Jahrhundert gehören Arm und Reich nicht zusammen. Zudem gibt es ein dunkles Geheimnis ihrer Eltern, das ihre Liebe unmöglich zu machen scheint.

Teresa Simon ist eine vielerorts gelobte Bestsellerautorin, weshalb ich natürlich umso neugieriger auf "Die Oleanderfrauen" war, das sich momentan auf Platz 19 der SPIEGEL online Liste befindet und von mir vier Sterne bekommt. Der Schauplatz der Geschehnisse ist wie ich finde eine der schönsten Städte Deutschlands: Hamburg. Jule Weisbach führt dort eines kleinen Cafés namens "Strandperlchen", die ihren Kunden zusätzlich einen ganz besonderen Service im Rahmen ihres Projektes "Ich schreib dir dein Leben" anbietet. Hierfür recherchiert sie oftmals nur anhand weniger Details die Familiengeschichten ihrer Gäste auf deren Wunsch, um sie anschließend so gut wie möglich zu rekonstruieren. Auch die Mittsiebzigerin Johanna nimmt diesen Dienst nach einiger Zeit in Anspruch, da sie beim Ausmisten ihres Dachbodens das Tagebuch einer gewissen Sophie Terhoven gefunden hatte, das sie sofort in seinen Bann zog. Ähnliche Sogwirkung hat auch die Geschichte an sich, die zunehmend an Spannung gewinnt und durch den ständigen Wechsel zwischen den Zeitebenen der Gegenwart und der Vergangenheit von 1936 bis in den Zweiten Weltkrieg zusätzlich Komplexität verliehen bekommt. Wenn Teresa Simon dabei eines beherrscht, dann ist es die Kunst des Erzählens. Mit nur wenigen Worten gelingt es ihr Geschichten bildlich zum Leben zu erwecken und diese mit bunten interessanten Persönlichkeiten anzureichern. Ab einem gewissen Punkt jedoch wirkte die Handlung für meinen Geschmack etwas zu konstruiert, während der Auflösung der personalen Verstrickungen folgte eine fragwürdig sensationelle Wendung der nächsten, wodurch die Erzählung in meinen Augen auf den letzten Seiten ein wenig an Glaubhaftigkeit und somit auch an Lesevergnügen verlor. Ich akzeptiere durchaus, dass ein Roman Fiktion ist und somit das reale Leben manchmal übertrifft, aber auch Fiktion muss trotzdem vorstellbar sein. Bei "Die Oleanderfrauen" handelt sich um einen angenehm zu lesenden Roman mit spannenden Familiendramen zur Zeit des Zweiten Weltkrieges, der durch gut skizzierte Charaktere und einen hochwertigen Schreibstil beeindruckt.

Die außergewöhnliche Geschichte einer Frau, die sich durch die Wirren des 2. Weltkriegs kämft!

Von: Büchermama Datum: 26. März 2018

Die Oleanderfrauen ist mein erster Roman von Teresa Simon gewesen. Aber definitiv nicht mein letzter!

Das Buch ist in zwei Zeitabschnitten geschrieben.
In der Gegenwart (2016) liest man von Jule, die in Hamburg das Café Strandperle betreibt, kein Glück in der Liebe hat und durch eine Miterhöhung dringend einen lukrativen Nebenverdienst braucht um Ihren Traum, das Café, halten zu können.

Die zweite Geschichte erzählt die, der Sophie Terhoven zur Zeit des zweiten Weltkrieges (1936 – 1942). Sie ist die Tochter eines Kaffeebarons, ein junges verwöhntes Mädchen, dass keine Ahnung vom leben hat und dessen einziger Lebensinhalt ihre heimliche Liebe Hannes ist. Doch dann wird sie ungewollt schwanger und ihr bisheriges Leben bricht komplett zusammen.

Beide Handlungsstränge sind mit viel liebe zum Detail, harten Fakten und einer großen Portion Gefühl geschrieben. Man wird direkt abgeholt und mitgerissen in eine politisch extreme Zeit und die Autorin versteht es, die Ängste von damals rüber zu bringen. Sie verschließt nicht die Augen vor Missständen und lässt einen kleinen Blick in das Leben zu Kriegszeiten zu. Interessant finde ich, das man, zumindest ging es mir so, ständig das Gefühl hat, das wir heute (2018) auf einer wackeligen Schwelle stehen, die uns wieder in diese Situation zurück bringen kann.

Toll ist es, dass das Schicksal zwei unterschiedliche Familien zueinander führt. Verstrickungen und Lebensumstände uns an Orte und zu Menschen führen, die man vorher nicht kannte. Verbindungen wurden gezogen bei denen man anfangs überhaupt nicht nachgedacht hat, das sie überhaupt zusammen passen könnten. Mit viel Geschick ließ mich Teresa Simon oft im Dunkeln tappen was die Spannung immer recht hoch gehalten hat und dazu führte, dass ich das Buch oft nicht aus der Hand legen konnte.

Einfach Klasse !!!

Von: Michaela Thesinga Datum: 15. März 2018

"Oleanderfrauen, das sind wir Terhovens in der weiblichen Linie. Jede von uns musste lernen, dass zur Süße der Liebe auch viel Bitternis gehört."

Hamburg 1936. Die junge Sophie Terhoven, Tochter eines einflussreichen Kaffeebarons, genießt ihr komfortables Leben. Hannes Kröger, der Sohn der Köchin, ist ihr von Kindheit an Freund und Vertrauter. Sie treffen sich immer heimlich im Gewächshaus zwischen duftenden Oleanderpflanzen. Irgendwann verändern sich die Gefühle füreinander, und plötzlich wird Sophie und Hannes klar, dass sie sich ineinander verliebt haben. Doch Reich und Arm gehören nicht zusammen, und ein dunkles Geheimn ihrer Eltern, von dem sie bisher nichts wussten, scheint ihre Liebe unmöglich zu machen.

Mehr als 70 Jahre später findet Johanna das Tagebuch der jungen Sophie beim Entrümpeln des Dachboden ihrer Mutter und verliert sich darin.
Mit Hilfe von Jule, der netten Besitzerin des Cafés 'Strandperlchen', die zudem noch ihre Dienste in Form von 'Ich schreib dir dein Leben' anbietet, wo sie eine Art Ahnenforschung mit betreibt, findet sie viel über das Leben von Sophie heraus. Aber aber auch über das eigene und das von Jule.

Ein toller Roman, der gekonnt in den verschiedenen Zeitepochen hin und her springt, ohne von der Spannung etwas zu verlieren.

Die Geschichte der jungen Sophie in den Wirren des dritten Reiches geht einem sehr ans Herz, wobei ihre Eltern und ihr Bruder sehr unsympathisch daher kommen. Im Gegensatz zu ihrer Tante Fee. Am schrecklichsten dargestellt ist Hellmuth Moers, der seine "schwarze Seite" immer wieder heraus kehrt.
Sympathieträger dagegen sind Sophies bester Freund und Thom, die es wahrlich nicht einfach hatten zu Beginn des zweiten Weltkriegs.

Aber auch die Protagonisten der Jetztzeit sind ein nettes Häuflein, wo man sehr gespannt ist, wie es mit ihnen weiter geht.

Teresa Simon hat ein wunderbares Buch geschrieben, wo es einem schwer fällt, es aus den Händen zu legen.

Sehr empfehlenswert ��

Ein Meisterwerk für uns Leser!

Von: Monika Schulte Datum: 07. März 2018

Sophie Terhoven, die Tochter eines erfolgreichen Kaffeebarons, liebt Hannes, den Sohn der Köchin. Schon viele Jahre sind die beiden miteinander befreundet, sind sich absolut vertraut. Eines Tages ändern sich die Gefühle der beiden. Sie verlieben sich ineinander, doch diese Liebe ist nicht gewollt. Sie ist nicht standesgemäß und darf nicht sein.

Viele Jahrzehnte später entdeckt die Mittsiebzigerin Johanna beim Entrümpeln eines Hauses ein altes Tagebuch. Schnell wird klar, dass es das Tagebuch der Sophie Terhoven ist, doch wie gelangte das Tagebuch auf den Dachboden der Mutter? Johanna ist vom Leben der jungen Sophie so gefesselt, dass sie Jule Weisbach bittet, ihr zu helfen, die ganze Geschichte zu rekonstruieren. Jule führt ein gemütliches kleines Café und bietet zusätzlich einen Dienst an, Familiengeschichten zu erforschen und niederzuschreiben. Schon werden beide Frauen in die Geschichte der Sophie Terhoven hineingezogen.

"Die Oleanderfrauen" - das ist die gefühlvolle und großartige Geschichte einer Familie zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges. Langsam und stetig baut sich die Spannung auf. Man fühlt sich in die Geschichte hinein gezogen. Welche Rolle spielt Obersturmbannführer Moers? Was hat er Sophies Jugendfreund Malte angetan, der ein Bein nachzieht und deshalb befürchten muss, von den Nazis immer weiter gedemütigt zu werden? Malte, der sich zudem nicht zu Frauen hingezogen fühlt. Als Sophie ungewollt schwanger und von ihrem Vater schließlich verstoßen wird, bekommt man als Leser die ganze Verzweiflung der jungen Frau mit. Hunger, Angst, der Kampf ums Überleben.

Es ist eine intensive Geschichte, hoch emotional. Bewegend und sehr klug geschrieben. Teresa Simons mitreißender Stil ist spannend und authentisch, entwickelt einen fast unheimlichen Sog. Man vergisst die Welt um sich herum und möchte nur noch lesen. Es ist eine dramatische Liebesgeschichte mit hervorragenden Charakterzeichnungen. Vor dem inneren Auge des Lesers läuft ein Film ab.

"Die Oleanderfrauen" von Teresa Simon. Mit diesem Roman hat sich die Autorin wieder einmal selbst übertroffen. Ein großartiger Roman, ein Meisterwerk für uns Leser! Unbedingt lesen!

Einfach faszinierend !!!

Von: get lucky Datum: 04. März 2018

Die Oleanderfrauen --- Teresa Simon

Was, wenn die Liebe alle Schranken durchbricht?
Hamburg 1936. Die junge Sophie Terhoven, Tochter eines einflussreichen Kaffeebarons, genießt ihr komfortables Leben. Hannes Kröger, der Sohn der Köchin, ist ihr von Kindheit an Freund und Vertrauter. Irgendwann verändern sich ihre Gefühle füreinander, und plötzlich wird ihnen klar, dass sie sich ineinander verliebt haben. Doch Reich und Arm gehören nicht zusammen, und ein dunkles Geheimnis ihrer Eltern, von dem sie bisher nichts wussten, scheint ihre Liebe unmöglich zu machen.


Die, die mich schon ein bisschen länger kennen, wissen , dass ich Geschichten, die in verschiedenen Zeitzonen sehr liebe. Wenn es sich dann auch noch um den 2. Weltkrieg handelt, dann bin ich sowieso gefesselt. Die Schrecken des Krieges, eine homosexuelle Liebe, viel Leid, Bombenangriffe auf Hamburg,... --- alles nun nicht frei erfunden, und von der Autorin gut recherchiert und in einem so flüssigen und spannenden Schreibstil niedergeschrieben, einfach toll.
Selbstverständlich hofft man von Anfang an mit Sophie und Hannes, nach und nach erfährt man mehr, tun sich neue Abgründe auf und überraschendes passiert.
So ein Buch hat 5 Sterne verdient! - Schade fand ich, dass für die Tagebucheinträge eine etwas schwer leserliche Schrift gewählt wurde. Ohne Brille ging da nix mehr für mich. ;O)

Von Teresa Simon hatte ich hier schon mal ein Buch vorgestellt, das mich genau so sehr fasziniert hat.

P.S.: Dem Verlag ein herzliches Dankeschön für so ein fantastisches Leseexemplar!

Ein ganz besonderer Bücherschatz!

Von: zauberblume Datum: 25. Februar 2018

"Die Oleanderfrauen" ist der neueste Roman aus der Feder der Autorin Teresa Simon Und für mich ist diese atemberaubende Geschichte genauso ein Bestseller wie ihre bereits erschienen Bücher "Die Holunderschwestern" und Die Frauen der Rosenvilla". Dies ist das Pseudonym einer bekannten Autorin, die mir bereits mit vielen ihrer Bücher tolle Lesehightlights beschert hat.

Aber nun zu den Oleanderfrauen. Die 73jährige Johanna Martens hat eine schwere Aufgabe vor sich. Sie muss das Haus ihrer verstorbenen Mutter räumen. Auf dem Dachboden stößt sie auf einen alten Koffer mit Babykleidung und einem zum Teil vergilbten Tagebuch. Und in diesem Tagebuch tauchen wir in die Geschichte von Sophie Terhoven, Tochter eines einflussreichen Kaffeebarons ein. Plötzlich befinden wir uns im Jahr 1936 in Hamburg und lernen die junge Sophie kennen. Der Sohn der Köchin, Hannes Kröger, ist von jeher Sophies Spielgefährte und Vertrauter, doch irgendwann ändern sich die Gefühle zwischen den beiden. Sie verlieben sich ineinander, eine Liebe, die nicht sein darf. Heimlich treffen sich die jungen Liebenden im Gewächshaus zwischen den Oleanderblüten. Und dann kommt auch noch ein dunkles Geheimnis an die Oberfläche, das ihre Liebe unmöglich macht........

Tief beeindruckt habe ich dieses berührende und spannende Buch beendet. Die Autorin hat es auch dieses Mal wieder geschafft, mich von Anfang mit ihrer Geschichte, die ja absolute Spitzenklasse ist, total zu begeistern. Ich habe mir gedacht, bei Teresa Simon gibt es keine Steigerung mehr, aber das stimmt nicht. Dies ist ein Roman der "Extraklasse". Beim Lesen dieses Buches kommen sämtliche Emotionen ans Tageslicht. Ich habe mit den Protagonisten mitgelitten, gehofft, gebangt, hatte Gänsehautfeeling und war zu Tränen gerührt. Wenn ich die Augen schließe, sehe ich die Jule, Johanna und Sophie, die drei wichtigsten Personen dieser unglaublichen Geschichte vor mir. Ich besuche Jule in Hamburg in ihrem Strandperlchen, helfe Johanna beim Ausmisten des Speichers und tauche vollkommen in die Geschichte von Sophie ein. Wir lernen im Jahr 1936 eine unbekümmerte Sophie kennen, die ihre erste Liebe genießt. Doch schon bald fallen ja dunkle Schatten auf die junge Liebe, das Schicksal ist unerbitterlich und Deutschand verändert sich, es kommt der zweiten Weltkrieg. Und hier hat mir beim Lesen oft der Atem gestockt. Ich habe jetzt noch dieses Kribbeln auf der Haut, wenn ich mir gewisse Szenen vorstelle. Und vorstellen kann man sich bei diesen herausragenden Beschreibungen wirklich alles. Uns wird auch Geschichte wieder nahegebracht und zum Schluss erfahren wir aufregende Neuigkeiten, sie Jule, Johanna und Sophie betreffen. Wirklich sensationsell!

Für mich ist dieses Traumbuch ein absolutes Lesehighlight und es wird sicher wieder ein Bestseller. Ich habe unterhaltsame, spannende und nachdenkliche Lesestunden mit dieser Lektüre verbracht. Das Cover ist auch wieder ein echter Hingucker. Hat mich sofort verzaubert. Selbstverständlich vergebe ich gerne 5 Sterne (leider könnenn es nicht mehr sein) und freue mich auf die nächste Geschichte von Teresa Simon.

gespickt mit ständig neuen Geheimnissen

Von: RoRezepte Datum: 21. Februar 2018

Ich lese die letzten Seiten, schlage das Buch zu und denke nur: mega, geil, Wahnsinn, ohne Worte, Gefühle pur! Das neue Werk von Teresa Simon ist wieder eine Leistungssteigerung und gehört jetzt schon zu meinen Highlights 2018.

Das Buch ist gespickt mit ständig neuen Geheimnissen, ist spannend, packend, dann doch wieder anders, einfach Emotionen pur.

Im Jahre 2017 lebt Jule Weißbach, Tochter von mittlerweile getrennten Eltern, in Hamburg und versucht trotz „Jule ohne Plan“ ihr Café Strandperlchen, in welchem sie besondere Kaffeesorten mit Bohnen aus der ganzen Welt, sowie selbstgebackene Kuchen anbietet, trotz lokaler Hindernisse zu führen und eben nicht aufzugeben. Wie sonst immer…

„»Das, was Sie soeben getrunken haben, ist eine Spitzenqualität aus Brasilien«, sagte sie. »Diese Arabica-Bohnen werden in einem speziellen Humidor aufbewahrt und danach ganze zwanzig Minuten lang bei zweihundert Grad schonend geröstet, statt viel Minuten bei sechshundert Grad, wie sonst in der Massenproduktion üblich. Ich lege Wert auf beste Qualität, und ich denke, das schmeckt man.«

Zeitgleich entdeckt Johanna Martens, liebenswerte Rentnerin ohne eigene Nachkommen, auf dem Dachboten ihrer verstorben Mutter einen geheimnisvollen Koffer mit einem Tagebuch über das Leben der noch so jungen Sophie Terhoven.

Die Geschichte um Sophie Terhoven, Tochter eines noblen Kaffeebarons, beginnt 1936 inmitten der beginnenden Vorkriegszeit, durchlebt die Kriegszeit, den Hass und die Jagd auf Juden, Homosexuelle und sogenannte Krüppel, und endet 1945. Zur Seite stehen Sophie ihr bester Freund Malte Voss, welcher aufgrund einer Kinderlähmung eine Versteifung des Beines erlitten hat, sowie Hannes, Sohn der ledigen Köchin des Hauses. Zwischen Hannes und Sophie entwickelt sich eine geheime und doch untersagte Liebe… An dieser Stelle lest ihr am besten selber weiter ��

Als kleine Schwachstelle im Buch muss ich den Epilog erwähnen. Teresa Simon weicht hier von ihrem bisherigen Schreibstil ab. Es gibt ein abruptes Ende, keinen „letzten“ Eintrag und einen Tick zu viel Zufall. Allerdings tut dies der Geschichte nichts ab!

Trotzdem möchte ich euch noch verraten, aus welcher alten Sage der Oleander seinen Namen und Ruf hat:

„»Sie erzählt von Hero und Leander, den beiden unglücklich Liebenden, die nicht zusammenfinden konnten. Ein tiefes Wasser hat sie getrennt, das er Nacht für Nacht durchschwamm, um zu ihr zu gelangen, geleitet von einem Leuchtfeuer, das sie für ihn immer wieder neu anzündete. Doch eines Nachts löschte ein gewaltiger Sturm das Feuer aus – und er ertrank. Jetzt wollte auch Hero nicht mehr leben und stürzte sich in den Tod.«

»Und was hat das bitteschön mit Oleander zu tun?« fragte Aphrodite. […] »Weil in dieser anmutigen Pflanze der Tod wohnt«, sagte Johanna. »Sie ist immens giftig, die Blätter, die Blüten, die Wurzeln, einfach alles. Die Bitternis neben der Süße. Manche Leute behaupten ja, genau das sei das Charakteristikum der Liebe – die bei aller Schönheit stets auch sehr gefährlich sein kann.«“

Es wird behauptet, dass auch diese Sage auf die Oleander Frauen zutreffen, aber das erfahrt ihr nur, wenn ihr zum Buch greift ❤ Ich kann es euch nur empfehlen!

Die Rezepte zu Die Oleanderfrauen findet ihr unter www.rorezepte.com & https://rorezepte.com/2018/02/03/die-oleander-frauen/

Bewegende Familiengeschichte

Von: Petra Radtke Datum: 20. Februar 2018

Eine Familiengeschichte, die mich von Anfang an in ihren Bann gezogen hat. In zwei Erzählsträngen erlebt man als Leser hautnah die Familiengeschichte einer Hamburger Familie in Vergangenheit und Gegenwart. In Hamburg 2016 stößt nach dem Tod ihrer Mutter die 73jährige Johanna auf ein Tagebuch von einer Sophie, die ihre schicksalhaften Jahre beginnend 1936 beschreibt. Sophie ist unsterblich verliebt in den Sohn der Köchin in ihrem Haus, das ihrer Familie, einer reichen Hamburger Familie gehört. Damit sind natürlich schon Probleme vorgezeichnet...Dazu kommen noch die politischen Verhältnisse im damaligen faschistischen Deutschland und die persönlichen Probleme der nur nach außen glücklich scheinenden Familie.
Johanna fühlt sich vom Tagebuch der jungen Sophie stark angezogen und sie will mehr über das Schicksal von Sophie und ihren Freunden nach dem Krieg herausbekommen. Sie weiß da jedoch noch nicht, dass dadurch auch ihr Leben sich vollkommen verändern wird... Der Leser wird von Anfang an in einen Strudel der Ereignisse in diesem Roman hineingezogen. Johanna macht die Bekanntschaft einer jungen Frau, Jule, die in Hamburg ein Cafe führt und Menschen hilft, ihre Familiengeschichte zu erforschen. Die beiden werden beste Freunde und Johanna verrät Jule einige ihre leckeren Tortenrezepte. Beide lesen nun zusammen die Tagebuchnotizen von Sophie und kommen einem großen Familiengeheimnis auf die Spur. Ob es gelingt, dieses Geheimnis zu lüften, erfährt man in diesem Roman.
Mich hat das Schicksal von Sophie sehr berührt und ich war so gefesselt, dass ich oft die Tagebuchseiten, die besonders gedruckt sind, hintereinander gelesen habe und danach erst den weiteren Handlungsstrang in der Gegenwart.
Die Schreibweise der Autorin ist bildhaft, sehr berührend und ich habe mit Sophie und ihren Freunden mitgebangt und gehofft. Es gelingt der Autorin sehr gut, damalige geschichtliche Ereignisse, wie zB. die Olympiade in Berlin, die Reichskristallnacht, das Grauen des Krieges mit der Romanhandlung und persönlichen Erlebnissen der Romanfiguren zu verbinden. Die Charaktere sind sehr gut herausgearbeitet und man kann sich die Romanfiguren sehr bildlich vorstellen.
Der Roman ist eine Mahnung, Kriege zu bekämpfen, rechte Ideologie nie wieder zuzulassen, damit keine Familie ein schweres Schicksal durch Faschismus und Krieg durchleben muss. Gleichzeitig zeigt der Roman auch, welche große Bedeutung Liebe und Freundschaft für das Leben der Menschen haben.
Ich wünsche diesem Roman viele begeisterte Leser und bedanke mich für spannende, tief bewegende und schöne Lesestunden bei der Autorin.

eine fesselnde und bewegende Familiengeschichte

Von: Ulla Leuwer Datum: 19. Februar 2018


Meine Meinung:

Von Teresa Simon habe ich bereits zwei Bücher gelesen, die mir gefallen haben und deshalb musste ich nicht lange überlegen, ob ich ihr drittes Buch auch lesen wollte.



Johanna findet beim Aufräumen des Speichers Tagebücher und ein Medaillon, neugierig geworden wollte sie natürlich wissen, welche Ereignisse die Tagebücher offenbaren.

Jule hat in Hamburg ein kleines gemütliches Café und schreibt nebenher Familiengeschichten auf.

Die beiden Frauen treffen sich und lesen in den Tagebüchern. Ihnen geht es dabei, wie mir, wir alle können nicht aufhören und wollen unbedingt wissen, was Sophie alles erlebt hat.



In dem Buch gibt es somit zwei Zeitebenen, ich erfahre, was Johanna und Jule in der Gegenwart erleben und kann nachlesen, wie es Sophie ab 1936 erging. Eine aufregende Zeit, die sehr viele Schicksale beeinflusst hat.

Aber die Autorin lässt mich nicht nur teilhaben an dem Leben der drei Frauen, sie vermittelt mir auch sehr viel Wissen über Kaffee, was ich ausgesprochen interessant fand.


Mit ihrem flüssigen Schreibstil hat Teresa Simon mich an das Buch gefesselt und ich habe es geschafft, das "dicke" Buch zügig durchzulesen, zumal ich ja wirklich sehr neugierig war. Die Entwicklung hat mich überrascht und das Ende gut gefallen. Allerdings hatte ich zwischendurch schon mal den einen oder anderen Verdacht, wie sich etwas entwickeln könnte und so kam es dann auch. Aber meinem Lesevergnügen hat es nicht geschadet.

Ich muss allerdings gestehen, dass ich anfangs etwas Probleme hatte, in die Geschichte rein zukommen, für mich war der Start etwas verwirrend. Aber das änderte sich natürlich schnell, nachdem ich die ersten Kapitel gelesen hatte.



Das Buchcover gefällt mir sehr gut und hätte mit Sicherheit auch dafür gesorgt, dass ich mich näher für das Buch interessiert hätte, wenn ich nicht die Absicht gehabt hätte, es sowieso zu lesen.





Fazit:

Eine fesselnde und auch bewegende Familiengeschichte habe ich in diesem Buch gefunden, aber ich konnte auch mein Wissen über Kaffee erweitern und hatte ab und zu auch den Geruch von Kaffee in der Nase. Auf jeden Fall gebe ich gerne eine Leseempfehlung.

Vielschichtig, berührend und sehr bewegend

Von: Elke König Datum: 15. Februar 2018

Inhaltsangabe:

Jule führt ihr kleines Café Strandperlchen in Hamburg mit Liebe und Hingabe. Aber es läuft nicht alles rund in ihrem Leben. Und sie hört schon wieder die mahnenden Worte ihrer Mutter: Jule ohne Plan! Aber sie will nicht so schnell aufgeben.

Als die pensionierte Lehrerin Johanna in ihr Leben tritt, verändert sich plötzlich alles. Johanna hat auf dem Dachboden im Haus ihrer Mutter ein Tagebuch gefunden. Und die gesetzte Dame kann das Buch kaum aus der Hand legen, denn sie spürt, dass sie in irgendeiner Weise damit verbunden ist.

Hamburg 1936: Sophie Terhoven stammt aus gutem Hause; der Vater ist ein angesehener Kaffeehändler und kann seiner Familie jeden Komfort bieten. Und Sophie ist in Hannes verliebt. Dieser ist jedoch der Sohn der Köchin der Familie. Sophie ist die Herkunft ihres Liebsten egal, aber dem Rest der Familie offenbar nicht!

Hannes und Sophie ahnen nicht, welche schicksalhafte Fügung ihr Leben unnötig schwer macht!

Mein Fazit:

Ein riesiges Dankeschön geht an den Heyne Verlag für die Überlassung des Rezie-Exemplares. Ich hatte mich schon sehr drauf gefreut und konnte es kaum erwarten, es in einer gemeinsamen Leserunde zu lesen!

Die Autorin hat uns dieses Mal nach Hamburg entführt. Die Atmosphäre der Stadt wurde gut eingefangen, dabei empfinde ich den Vergangenheits-Strang intensiver erzählt als den Gegenwarts-Strang. Die Vorkriegs-Atmosphäre erblühte in meiner Phantasie genauso wie die entbehrungsreiche Zeit während des Krieges. Ich konnte mich gedanklich sehr gut zurechtfinden, auch wenn Hamburg als Stadt für mich nicht so anziehend ist. Sophie Terhoven ist sehr sympathisch und liebenswert, genauso wie ihr Liebster Hannes, Freund Malte oder ihre Tante Fee. Mit ihren Eltern kam ich nur schwer zurecht, sie wirkten auf mich teilweise kalt und herzlos.

In der Gegenwart kämpft Jule um ihre Existenz. Den Bruch der letzten Beziehung hat sie noch nicht so richtig verkraftet, sehnt sich dennoch nach ein wenig Unterstützung, denn sie scheint das Pech einfach anzuziehen. Obwohl ihr wirklich einiges an Missgeschicke passiert, berappelt sie sich immer wieder auf und macht weiter, auch wenn es im Grunde hoffnungslos erscheint, bis sie die betagte Dame Johanna kennenlernt. Johanna war vor der Pension Lehrerin und muss das Haus der verstorbenen Mutter räumen. Auf dem Dachboden findet sie das Tagebuch von Sophie Terhoven und ein Puppenhaus. Obwohl es keine wirkliche Erklärung dafür gibt, hat sie von Anfang an das Gefühl, tief damit verbunden zu sein und leidet genauso mit Sophie. Zusammen mit Jule kommt sie dann einem ganz großen Geheimnis auf die Spur!

Mit diesem Buch konnte ich wieder abtauchen, mich auf eine ganz andere Welt einlassen und durchaus Hass und Liebe gleichermaßen für die Geschichte empfinden. Hass, weil diese Geschichte auch ein Stück Zeitgeschichte ist, die ihre hässliche Fratze gezeigt hat. Und Liebe, weil Sophie sich trotz aller Standesunterschiede durchkämpft und einfach nicht aufgibt! Ich finde die Kombination dieser verschiedenen Themen – Nationalsozialisten/ Judenhass/ Homosexualität – sehr gelungen und sie bleiben im Gedächtnis. In der Tat, es gibt eine Menge zu verarbeiten und Teresa Simon hat ein rundum gut recherchiertes Bild dieser Zeit gemalt!

Leider muss ich auch eine kleine Kritik loswerden: Die Tagebucheinträge von Sophie sind teilweise recht schwach gedruckt, so dass sie manchmal schlecht lesbar sind. Auch kam ich mit der Schrift nicht immer gut zurecht, das hat leider meinen Lesefluss erheblich ausgebremst. Es war auch anstrengend für die Augen.

Nun, ich kann nicht umhin, diesem spannenden und berührenden Werk trotzdem fünf Sterne zu vergeben, denn es ist vielschichtig, berührend und sehr bewegend! Wer Geschichten mit dunklen Familiengeheimnissen liebt, wird sich mit diesem Buch sehr wohl fühlen!

So eine tolle Geschichte!!!

Von: Leapunch Datum: 15. Februar 2018

Das Cover hat mir sofort sehr gut gefallen, ich liebe die Kombination aus Blumen bzw. den Park und im Hintergrund das Herrenhaus. Mir gefallen solche Cover sehr gut und vor allem muss ich solche Bücher immer wieder in die Hand nehmen. So war es bei diesem Buch auch, obwohl ich bisher noch kein Buch der Autorin gelesen habe war ich sofort neugierig. Der Klappentext hat mir dann auch sofort gefallen, schon alleine weil ich eine große Kaffeeliebhaberin bin! Ich war wirklich neugierig und habe dann auch schnell angefangen, man kommt sehr gut in die Geschichte hinein und ich war sofort gefesselt.

Der Schreibstil ist mitreißend, detailverliebt und vor allem sehr bildlich. Gleich zu Beginn der Geschichte nimmt die Autorin einen mit auf die Reise. Besonders gut gefallen mir die guten Charakterbeschreibungen. Egal ob Sophie oder Jule sie sind alle sehr authentisch und dadurch bekommt man einen guten Eindruck von ihnen. Dadurch kann man sogar noch besser mitfiebern.

Ein weiterer Pluspunkt waren die zwei Zeiteben, die parallel ablaufen und dadurch nicht nur die Spannung anheizen sondern auch das Lesevergnügen erhöhen. Die Autorin hat es geschafft den Umbruch zwischen den Zeiten gut zu beschreiben sodass ich beide total spannend fand.

Emotionen pur bringt die Autorin rüber, die verbotene Liebesgeschichte fand ich sehr gelungen und ich habe mitgelitten. Es wirkte auch nichts bei den Haaren herbei gezogen sondern durchaus so möglich, authentisch und realitätsnah. Außerdem war zu keiner Zeit absehbar, was als nächstes passiert.

Der Titel erklärt sich natürlich auch und ich finde die Verknüpfung mit dem Oleander total toll, ich liebe Oleander! Die Autorin hat auf jeden Fall einen hohen Kurs bei mir und es wird sicherlich nicht das letzte Buch, dass ich von ihr lesen werde!


Fazit:

Ein tolles Buch, das in verschiedenen Zeitebenen begeistern kann, mit Emotionen und Originalität daher kommt. Ich habe zeitweise nicht aufhören können zu lesen und kann das Buch definitiv nur weiterempfehlen. Bin schon gespannt auf weitere Bücher von ihr!

Eine Reise zwischen heute und gestern

Von: danzlmoidlbooks Datum: 14. Februar 2018

Meine Meinung:
Mit diesem Buch ist Teresa Simon wirklich ein Schatz gelungen. Sie schafft es perfekt, eine Familiengeschichte so zu verpacken, dass es weder an Spannung, noch an Gefühl fehlt. Man fühlt sich, als würde man tatsächlich zwischen den Zeiten hin und her springen. Sowohl die Zeit um 1936 als auch das Heute haben mich gefesselt. Mir ging es genauso wie der Protagonistin Jo, die auch immer erst mit dem Lesen aufhört, wenn die Augen rebellieren.

Die Personen in diesem Buch sind so natürlich und liebenswert dargestellt und gezeichnet, dass man sich wünschen würde, solche Frauen als Freundinnen zu haben. Ich habe mich einfach nur verliebt.

Man merkt, dass sich die Autorin sehr gut mit der Zeit vor und während dem Krieg auseinandergesetzt hat. Es passt alles zusammen, man findet einige Geschichten wieder, die man schon gehört hat (wenn auch nur am Rande).

Da mich eben genau diese Bücher aktuell sehr faszinieren, habe ich mich bestens unterhalten gefühlt, so dass ich auf jeden Fall die anderen Bücher von Teresa Simon auf meine Wunschliste setze. Ich weiß gar nicht, wie diese Autorin bis jetzt an mir vorbeigehen konnte. Ich freu mich schon auf die nächsten Geschichten, die von dieser Frau niedergeschrieben wurden.

Fazit:
Unbedingt lesen!

Familiengeheimnisse

Von: die.buecherdiebin Datum: 14. Februar 2018

Inhalt: Hamburg 1936. Die junge Sophie Terhoven führt als Tochter eines einflussreichen Kaffeebarons ein behütetes Leben in der großen Villa ihrer Eltern. Eher widerwillig fügt sich Sophie den Zwängen und Veranstaltungen, zu denen ihre Eltern sie drängen. Viel lieber verbringt sie ihre Zeit mit Hannes, dem Sohn der Köchin. Aus ihrer Kinderfreundschaft ist inzwischen Liebe geworden. Jede freie Minute verbringen sie miteinander, doch eine Heirat kommt aus gesellschaftlichen Gründen nicht infrage.

Meine Meinung: Der Einstieg in das Buch fiel mir sehr leicht, denn durch den flüssigen Schreibstil und die sympathischen Protagonisten war ich sofort mitten in der Geschichte, die im Wechsel auf zwei Zeitebenen erzählt wird.
In der Vergangenheit, von 1936 - 1943 in Hamburg, geht es hauptsächlich um Sophie. Vieles erfährt der Leser durch ihre Tagebucheinträge (die durch die helle und enge kursive Schriftart leider etwas schwerer zu lesen sind). Erzählt wird von Sophies Liebe zu Hannes, der Freundschaft zu Malte, den überraschenden Geständnissen ihrer Eltern und von ihrem harten Leben während des Krieges.
In der Gegenwart, im Jahr 2016, findet die 73 jährige Johanna auf dem Dachboden ihrer verstorbenen Mutter Sophies Tagebuch und schon schon nach den ersten Seiten ist ihr Interesse an der Vergangenheit geweckt. Deshalb bittet sie Jule, die junge Besitzerin eines kleinen Cafés, um Hilfe bei den Nachforschungen.
Beide Handlungsstränge haben mir gut gefallen, obwohl ich die Geschichte in der Vergangenheit spannender und berührender fand. Die Geheimnisse und Zusammenhänge konnte ich bis zum Schluss nicht enträtseln, was für mich bedeutete, dass der Spannungsbogen immer weiter anstieg. Natürlich ist am Ende alles gut, obwohl es auch etwas traurig ist.
Mir waren alle drei Protagonistinnen sehr sympathisch, aber Sophies Entwicklung vom naiven jungen Mädchen zur starken und selbstbewussten Frau, die ihr Leben meistert, gefiel mir am besten.

Fazit: Ein fesselnder und spannender Roman mit einem tollen Schreibstil, dessen zwei Geschichten geschickt miteinander verbunden werden.

Kann Liebe alles überstehen?

Von: nicigirl85 Datum: 12. Februar 2018

Da ich Familiengeschichten liebe, insbesondere solche, die zur Zeit des zweiten Weltkrieges spielen, haben dieses Buch und ich zueinander gefunden.

In der Geschichte geht es um Sophie Terhoven, angesehene Tochter des örtlichen Kaffeebarons, die sich vor dem Krieg in den Sohn der Köchin verliebt. Doch diese Liebe darf nicht sein, gehören arm und reich doch einfach nicht zusammen. Doch dann wird ein Familiengeheimnis gelüftet, was Sophies Leben für immer verändert. Wird sie diese Herausforderung meistern können?

Die Handlung wird uns über zwei Zeitebenen nahe gebracht, denn zum Einen spielt die Geschichte in der Gegenwart des Jahres 2016 und zum Anderen in der Vergangenheit, beginnend ab 1936 bis einschließlich 1943. In der Gegenwart begleiten wir unter anderem die Cafebesitzerin Jule und lernen reichlich über Kaffee. Zum Anderen ist da noch die pensionierte Johanna Martens, die gerade den Dachboden ihrer verstorbenen Mutter ausgeräumt und dort ein altes Tagebuch gefunden hat, welches über das Leben der Sophie Terhoven berichtet. Die Vergangenheit wird uns in erster Linie über das Tagebuch von Sophie nahe gebracht.

Besonders berührt hat mich natürlich das Schicksal von Sophie, welches man sich selbst nie so verwirrend hätte ausmalen können. Die Geheimnisse, die mit der Handlung ans Licht kommen, sind schon eine Besonderheit. Gerade zum Schluss hatte ich nicht mit der Offenbarung gerechnet, was der fiese Moers eigentlich mit Sophie zu tun hat, dachte ich doch immer, dass er sie mal heiraten will. Die Liebe zu Hannes fühlte sich für mich als Leserin stets echt an und man hatte keinerlei Zweifel, was ihre Gefühle anbelangt. Auch fand ich gut, dass sie anders als ihre Mutter nicht das einfache Leben mit allem Pomp und Gloria gewählt hat, sondern zu ihrer Liebe stehen wollte.

Jule war mir auch auf Anhieb sympathisch, konnte ich nur zu gut verstehen, dass es sie maximal angestunken hat, wie alle in ihrer Umgebung ständig schwanger sind, nur sie mit über Dreißig noch immer keinen festen Partner hat und auch beruflich noch nicht ganz auf festen Beinen steht. Ihr Strandperlchen ist wirklich etwas Besonderes, da wäre ich nur zu gern regelmäßiger Gast.

Der Schreibstil der Autorin ist so fesselnd, dass man mit dem Lesen kaum noch aufhören kann und dennoch ergeht es einem wie Jo und Jule, dass man zwischendurch immer wieder kurz inne hält, um das Geschriebene zu verdauen, denn was Sophie alles erleiden muss, ist nichts für schwache Nerven.

Mir hat gut gefallen, dass Frau Simon die Schrecken des Krieges nicht beschönigt, sondern noch unterstreicht auf was die Leute damals alles verzichten mussten und worauf man alles achten musste, damit man nicht im Gefängnis oder ähnliches landet.

Fazit: Ein Schmöker, wie ich ihn nur zu gern lese. Gern spreche ich dafür eine Leseempfehlung aus. Überaus gelungen!

eine fesselnde Familiengeschichte

Von: Miss Lila Datum: 12. Februar 2018

Die Autorin führt den Leser nach Hamburg, inmitten von 2 Zeitepochen erlebt man die schicksalshafte Geschichte von Sophie
Hamburg 1936: Die siebzehnjährige Sophie Terhoven führt bislang ein unbeschwertes und unbekümmertes Leben. Sie ist die Tochter eines großen Hamburger Kaffeebarons und genießt viele Freiheiten, muss aber auch nach Standesregeln leben. Sie erlebt die erste Liebe aber diese darf nicht sein. Viele dunkle Geheimnisse und die Zeiten des Krieges werfen ihre Schatten voraus…

Hamburg 2016: Jule hat ein kleines Café das Strandperlchen eröffnet. Hier verwöhnt sie Ihre Gäste mit den tollsten Kaffee- und Kuchenkreationen. Es ist ihr Lebenstraum, doch eine angekündigte Mieterhöhung bringt ihren Traum ins Wanken. Johanna, eine ältere Dame, findet zufällig auf dem Dachboden ein Tagebuch. Sie bittet Jule es für sie neu zu schreiben. Die beiden Frauen sind sich schnell sympathisch jedoch ahnen sie nicht, dass sie mehr verbindet als sie denken…

Meine Meinung:
Teresa Simon nimmt den Leser in unterschiedlichen Zeitebenen mit in die zauberhafte Welt des Kaffees. Man erlebt zwei Handlungsstränge, einen in 1936, den anderen in 2016, beide spielen in Hamburg und scheinen auf den ersten Blick nicht wirklich etwas mit einander zu tun zu haben. Mit der Zeit sind diese immer mehr ineinander verwoben und nehmen den Leser förmlich mit. Besonders die Tagebucheinträge der Sophie Terhoven sind einfach spannend und mitreißend und man fiebert ihnen regelrecht entgegen.
Der Leser erlebt die Auswirkungen des Nationalsozialismus und wie sich alles immer dramatischer zuspitzt. Unerwartete Wendungen, emotionale und berührende Momente halten immer die Spannung, sodass es zu keiner Zeit langweilig wird. Man fühlt mit, spürt die Trauer und Verzweiflung einer Mutter, die ihr über alles geliebtes Kind abgeben muss, um es vor dem schlimmsten zu schützen und spürt, wie sie fast daran zerbricht. Man bangt und hofft mit den Protagonisten, hofft besonders mit Hannes, er könne dem Krieg irgendwie entkommen und in Sicherheit leben. Der Leitspruch der Familie: DUM SPIRO, SPERO (übersetzt: Solange ich lebe, hoffe ich) zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Die Hoffnung gibt ihnen immer neue Kraft.
Die Charaktere sind wunderbar authentisch beschrieben. Auch die Orte des Geschehens sind für den Leser so bildlich dargestellt, dass man sich gut an die Orte des Geschehens versetzen kann. Der Leser spürt, dass seitens der Autorin sehr viel Recherchearbeit geleistet wurde um die ganzen historischen Ereignisse zusammenzutragen und in die Geschichte einzubinden. Diese wundervolle mitreißende Geschichte wird abgerundet durch die tollen Rezeptideen am Ende des Buches.
Diese Geschichte macht nachdenklich, gibt ganz viel historisches Wissen mit und weckt Emotionen. Einfach großartig ! Ich habe zu jeder Zeit mitgefiebert und gehofft.

Jule ohne Plan

Von: Carmen Vicari Datum: 12. Februar 2018

Hamburg, 1936: Sophie Terhoven genießt das komfortable Leben als Tochter eines Kaffeebarons. Zusammen mit ihrem Freund Malte besucht sie die höhere Schule und gemeinsam lernen sie für die nächsten Prüfungen. In dem Sohn der Köchin findet Sophie nicht nur einen guten Freund, sondern auch ihre erste Liebe. Doch die Kluft zwischen arm und reich scheint unüberwindlich zu sein. Doch dann geschieht etwas sehr unerwartetes, das nicht nur das Leben von Sophie grundlegend verändern wird.

Hamburg, 2016: Jule Weisbach versucht sich mit einem urigen Café selbstständig zu machen. Sie legt besonderen Wert auf die Kaffeebohnen, ihre Röstung und deren Zubereitung. Das macht sich nicht zuletzt im Geschmack bemerkbar. Auch haben diese Bohnen ihren Preis. Dennoch möchte Jule sie nicht zu teuer verkaufen, um ihrer Kundschaft etwas bieten zu können. Eine saftige Mieterhöhung stellt aber nun den Fortbestand ihres kleinen Cafés in Frage. Doch dann lernt Jule Johanna kennen, die beim Aufräumen des elterlichen Hauses ein Tagebuch gefunden hat, das ursprünglich mal einer Sophie Terhoven gehört hat…

Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. Schnell konnte ich in die Geschichte eintauchen. Sowohl Jule, wie auch Sophie und Johanna wurden mir schnell sympathisch und gemeinsam mit den drei Frauen ging ich auf Entdeckungsreise nach alten Familiengeheimnissen und verborgenen Wünschen.

Die Geschichte wird nicht nur aus der Sicht der drei Frauen geschrieben, auch kommen immer wieder Tagebucheinträge vor, die – in meiner Ausgabe – leider sehr schwer zu lesen sind. Dennoch war die Geschichte spannend und baute sogar einen regelrechten Sog auf, so dass man das Buch nur schwer zur Seite legen konnte. Dennoch musste dies manchmal sein, denn die ganzen Ereignisse wollten teilweise häppchenweise verdaut werden.

Neben einem sehr kleinen Einblick in die Kriegsgeschehnisse, habe ich vor allem recht viel über Kaffee gelernt. Die Protagnisten sind authentisch, plastisch und sehr emotional. Das Ende war für mich nicht wirklich überraschend, auch wenn ich mir ein wenig mehr Zufall gewünscht hätte.

Für den interessierten Leser bietet die Autorin am Ende noch ein historisches Nachwort an. Jule hat in dem Buch recht viel gebacken. Einige der Rezepte finden sich am Ende des Buches, was mich sehr gefreut hat, klang doch manches sehr lecker.

Fazit:
Eine herzerwärmende Geschichte mit viel Tragik, Leid, Freud und Hoffnung. Als Leser wird man bei diesem Buch emotional sehr gefordert und es fällt einem am Ende schwer, Jule und ihre Freunde wieder ziehen zu lassen. Wie gerne würde ich doch mal in ihrem kleinen Café vorbeischauen und sie persönlich kennenlernen.

Die Oleanderfrauen

Von: Nik75 Datum: 10. Februar 2018

Heute stelle ich euch den neuen Roman „Die Oleanderfrauen“ von Teresa Simon vor.

Klappentext:

Meine Meinung:

Frau Simon hat mit „Die Oleanderfrauen“ wieder einen ganz tollen Roman geschrieben. Die Hauptprotagonisten sind in ihrem Roman ausschließlich Frauen. Da ist Jule, die in Hamburg ein kleines Café eröffnet hat. Sie ist eine junge Frau, die in ihrem Café ihre Erfüllung findet und nebenbei für andere Leute ihre Vergangenheit aufschreibt. Johanna ist eine Frau um die Siebzig, die in den letzten Kriegsjahren geboren wurde und durch Zufall auf dem Dachboden einen Koffer mit einem Tagebuch und einem Medaillon findet.
Dann gibt es noch Sophie, die junge Frau, die dieses Tagebuch geschrieben hat. Sie ist die Tochter eines Kaffeehändlers aus Hamburg und führt ein schönes Leben, bis ein Geheimnis ihrer Eltern gelüftet wird.
Johanna und Jule lesen gemeinsam dieses Tagebuch und machen Entdeckungen mit denen keiner gerechnet hat.
Frau Simon hat einen wunderbar flüssigen Schreibstil und hat diesen Roman sehr fesselnd geschrieben. Ich konnte schon nach den ersten Seiten nicht mehr aufhören zu lesen, da mich die Geschichte um Sophie, Johanna und Jule gefesselt hat.
Im Tagebuch von Sophie zu lesen war sehr berührend und auch beängstigend. Es ist unvorstellbar und unfassbar, was die Menschen im zweiten Weltkrieg alles durchmachen mussten. Man kann sich das heutzutage gar nicht mehr vorstellen. Aber es war nicht nur die Kriegserzählungen die mich fasziniert haben, nein es war Sophies Leben und die Schicksale, die sie ertragen musste.
Ich mochte die Protagonistinnen sehr gerne und habe das ganze Buch über mit ihnen mitgefiebert und mitgezittert.
Ich bin eingetaucht in diese faszinierende Familiengeschichte und habe jede Seite dieses Romans genossen. Ich fand es toll gemeinsam mit Jule und Johanna allen Geheimnissen auf die Spur zu kommen. Da ich von Natur aus neugierig bin sind Geschichten, die über Jahrzehnte gehen einfach immer spannend für mich zu lesen.

„Die Oleanderfrauen“ ist ein wirklich faszinierendes Buch und ich vergeben für diesen Roman 5 Sterne und eine Leseempfehlung.



Wieder ein Buch von Teresa Simon zum versinken!

Von: Wortfieber Datum: 09. Februar 2018

Auf das neue Buch der deutschen Bestsellerautorin Teresa Simon (Pseudonym) habe ich besonders gefreut, ich habe die zwei letzten Bände sehr gerne gelesen. Dieses Buch beginnt im Jahre 2016. Jule Weißbach besitzt ein kleines Café in Hamburg, sie bietet nur exquisiten Kaffee an, den sie selbst auserwählt hat, mit wechselnden Sortiment. Doch sie erhält eine saftige Mieterhöhung und auch in ihrem Privatleben geht es schief. Die Freundin seines Ex-Freundes erwartet ein Kind, von dem sie sich leider nicht gänzlich löschen kann, weil sie immer wieder seine Hilfe braucht. Um etwas Geld in die Kasse zu bringen nutzt sie ihr abgebrochenes Studium und bietet den Service, die Familiengeschichten anderer Menschen aufzuschreiben.

Johanna eine ältere Frau, findet in dem Messie Haus ihrer Mutter, auf dem Dachboden Kladden, von einer gewissen Sophie, und wird sofort mitgerissen von ihrer Lebensgeschichte.

Hamburg 1936:

Sophie ist 17, sie verliebt sich in den Sohn, der Köchin des Anwesens, ihrer Familie. Ihr Vater ist ein Kaffeebaron, daher würde er mit diesem Schwiegersohn, ganz sicher nicht einverstanden sein. Doch es steckt weit mehr hinter dieser Liebe, bis die beiden auf eine große Katastrophe zusteuern.

Es war der erste Roman, der in zwei Zeitebenen spielt, in der ich die Gegenwart genauso, fast sogar, lieber gelesen habe als die Vergangenheit. Ich finde Teresa Simon, steigert sich von Band zu Band. Wo die Gegenwart immer eher zu kurz gekommen ist, war es hier gerade richtig. Alle Charaktere waren liebevoll ausgearbeitet und beide Geschichten haben, ein ausgeglichenes Maß an Aufmerksamkeit erhalten. Ich war sehr gespannt beim lesen, wie und wann diese Geschichten zueinander führen. Auch wenn Jule sehr schwarzseherisch und sehr Tollpatschig war, fand ich sie zu keiner Zeit nervig oder unsympathisch. Ich kann bei Geschichten grundsätzlich, nie erraten wie sie ausgehen, auch hier war es der Fall. Auch wenn Teresa Simon, in diesem Buch, nicht das Rad neu erfunden hat, hat sie mit ihren Ideen, den Protagonisten und ihren wunderschönen Schreibstil ein lesenswertes Buch geschrieben. Unpassend fand ich jedoch, die langen Dialoge in Tagebucheinträgen, dass ein wenig unrealistisch wirkte.

Mein Fazit:

Teresa Simon steigert sich mit jedem Band. Für mich war es ganz klar das beste Buch von ihr, deswegen eine große Leseempfehlung. In keinem Buch das in zwei Zeitebenen spielt, habe ich beide Zeitstränge so perfekt umgesetzt gelesen, keine Zeit kam zu kurz kein Protagonist war zu flach. Dazu die tragische und unvorhersehbare Geschichte.

Atmosphärisch und emotional

Von: Happy Booktime Datum: 02. Februar 2018

Wenn man beim Lesen dieses Buches noch eine Tasse wohl riechenden Kaffee trinkt, fühlt man sich direkt in die Geschichte katapultiert.
In „Die Oleander Frauen“ wird der Leser auf zwei Handlungsstränge mitgenommen:
Zum einen lernt man Johanna kennen, die, berührt von Jules Bemühungen ihr Café weiter betreiben zu können eben jene beauftragt die alten Tagebücher von Sophie aufzuarbeiten. Der zweite Handlungsstrang dreht sich um Sophie, die Tochter des Hamburger Kaffeebarons, die sich in den falschen Mann verliebt hat.

Jeder einzelne Charakter ist dabei glaubhaft und sehr detailliert aufgebaut und bringt eigenen Charme mit.
So ist Jule eine sehr ehrgeizige junge Frau, die auf kreativem Weg versucht sich ihren Traum zu verwirklichen bzw. ihn am Leben zu erhalten. Sie scheut sich nicht vor Arbeit und hat sich mit ihrer herzlichen Art schnell in mein Herz geschlichen.
Aber auch Sophies Geschichte hat mich sehr berührt. Auch sie kämpft für das, was bzw. wen sie liebt und zeigt wahre Charakterstärke.
Man ist hier umgeben von sympathischen und starken Frauen, die ohne mit zu viel Klischee behaftet zu sein ihren Weg gehen.

Doch so locker leicht, wie sich das alles vielleicht anhört ist „Die Oleanderfrauen“ nicht. Die Autorin thematisiert den Zweiten Weltkrieg und damit einhergehende Hungersnot, Bombardierungen und auch den Umgang mit Juden.

Mir hat der Schreibstil der Autorin sehr gefallen. Sie hat es geschafft Atmosphäre einzufangen und zu transportieren. Egal ob es sich nun um den Geruch einer bestimmten Kaffeesorte und Gefühle geht oder ob es sich um den Schrecken des Krieges handelt, man ist mitten drin und empfindet stark mit.
Zudem ist das Buch sehr angenehm geschrieben. Ohne Verständnisprobleme liest man sich sehr schnell voran und möchte es schon nach kurzer Zeit nicht mehr aus der Hand legen.

Fazit
Wortgewandt und atmosphärisch erzählt die Autorin eine Geschichte auf zwei Zeitebenen, die gekonnt miteinander verwoben wurden und seine Leser auf eine emotionale Reise in die Vergangenheit mitnimmt.

Teresa Simon "Die Oleander Frauen"

Von: Jürgen Martin Datum: 29. Januar 2018

Wunderbar! Berührend und wieder sehr gut recheriert. Danke für dieses besondere Leseerlebnis.

Eine Autorin mit Suchtfaktor

Von: Monika Stutzke Datum: 29. Januar 2018

Jule Weisbach hat sich mit dem kleinen Café Strandperlchen einen Traum erfüllt. Sie liebt es, dort als Barista zu arbeiten und ihren Kunden selbst gebackenen Kuchen anzubieten. Nebenbei hat sie sich ein zweites Standbein geschaffen, indem sie anderen Menschen bei der Aufarbeitung ihrer Familiengeschichten hilfreich unter die Arme greift.
Sie freundet sich mit Johanna, einer älteren Dame an, die beim Ausräumen des Hauses ihrer Mutter ein Tagebuch gefunden hat, das viele Rätsel aufgibt.
Das Tagebuch und weitere gefundene Briefe führen ins Deutschland der dreiziger und vierziger Jahre des letzten Jhs.
Sie erzählen die Geschichte von Sophie und Hannes und einer Liebe, der unglaublich viele Hindernisse in den Weg gelegt wurden. Das alles in einer Zeit, in der sich Deutschland zu einem wahren Albtraum entwickelte.

Jule lebt in Hamburg, wo sie sich den Traum vom eigenen Café erfüllt hat. Sie will es ihrer Mutter beweisen, sagt diese doch immer über ihre Tochter "Jule ohne Plan". Sie ist glücklich und scheint es geschafft zu haben, als ihr eine saftige Mieterhöhung ins Haus flattert. Es sieht nach einem absehbaren Ende für ihr Café aus, denn diese Summe könnte sie vielleicht später aufbringen, jetzt jedoch noch nicht.
Neben ihrer Arbeit in dem Café betreibt sie Recherchen für Menschen, die ihre Familiengeschichte erkunden wollen und schreibt diese als Buch nieder. Sie bekommt viele Anfragen und es macht ihr riesigen Spaß, in die Geschichten der Familien einzutauchen und das mit großem Erfolg.

Mit dem Kennenlernen der älteren Johanna wird sie nicht nur eine neue Freundin gewinnen, sondern auch gemeinsam mit ihr in eine Zeit eintauchen, die in die dunkelsten Zeiten der deutschen Geschichte reichen.
Johanna fand beim Durchsehen ihrer Mutter ein altes Tagebuch und Briefe, die von einer Sophie Terhoven geschrieben wurden. Sie beginnt die Unterlagen zu lesen und ist ergriffen von der Geschichte, die sie darin findet.
Wie aber kam das Tagebuch auf den Dachboden und wer war Sophie Terhoven? Sie bittet Jule, ihr zu helfen, die fehlenden Puzzleteile zu finden und aneinanderzureihen.

Sophie Terhoven und ihr Bruder Lennie sind die Kinder wohlhabender Eltern, die ihr Geld mit dem Import von Kaffee verdienen. Die 17-jährige Sophie ist von Kindheitstagen an mit Hannes, dem Sohn der Köchin, befreundet. Als aus der Freundschaft mehr wird, stoßen sie auf erbitterter Widerstand.
Nur Malte, engster Vertrauter von Sophie, weiß Bescheid und versucht ihnen zu helfen.
Es ist das Jahr 1936, die Nazis machen sich in Deutschland breit und gewinnen an Macht.
Körperliche Gebrechen sind nicht gewünscht in dem neuen, rein arischem, Deutschland und Schwule haben einen mehr als schweren Stand. Beides trifft auf Malte zu.
Der 12-jährige Lennie ist begeistert vom neuen kommenden Deutschland, gibt es ihm doch schon in jungen Jahren die Gelegenheit, Macht zu demonstrieren und seine Schwester zu bespitzeln...

Eine wundervolle und ergreifende Geschichte, die die Autorin Teresa Simon hier vorgelegt hat. Sie spielt auf 2 Zeitebenen, zum einen in der Vergangenheit der dreiziger und vierziger Jahre des vergangenen Jhs. in Deutschland, zum anderen in der Gegenwart.
Sie nimmt den Leser mit auf die Reise, die in die Jahre 1936 bis 1943 führt. Das "reinrassige" Deutschland ist dort genauso zum Thema gemacht worden wie die Jagd auf Juden und Schwule. Die Unterschiede zwischen arm und reich sind gravierend und die Klassenunterschiede deutlich spürbar. Sie nimmt wichtige Ereignisse der Zeit mit in die Geschichte auf, wie den spanischen Widerstandskampf und die Olympischen Spiele in Berlin.
Für den Leser ist es eine Reise in die Geschichte Deutschlands, Geschichtsauffrischung so ganz nebenbei.

Die Protagonisten Sophie, Hannes und Malte aus der Vergangenheit wie auch Jule und Johanna aus der Gegenwart sind sympathisch. Sie sind glaubhaft dargestellt und man wünscht sich als Leser, diese Freunde nennen zu können. Sie haben es nicht leicht, keiner von ihnen, aber sie geben nicht auf. Egal, ob es Jule ist, die um den Erhalt ihres Cafés kämpft oder Sophie und Hannes um ihre Liebe. Sie sind Kämpfer und geben nie auf.

Auch die Nebenfiguren sind authentisch dargestellt. Hellmuth Moers, Sophies Eltern wie auch Malte beleben das Buch mit ihren Charakteren wie auch ihren Geheimnissen.
Die beiden Zeitstränge verlaufen parallel und man kann die Spannung bis zur Auflösung und der Fertigstellung des Puzzles förmlich mit den Händen greifen.

Das Buch ist sehr emotional und spannend geschrieben. Die Autorin packt den Leser gleich zu Beginn mit einem Brief, der Fragen aufwirft, die sich durch das ganze Buch ziehen. Man ist nicht in der Lage, es aus den Händen zu legen, man möchte weiterlesen und ich für meinen Teil habe es gehasst, dass ich zwischendurch schlafen musste und nicht weiterlesen konnte.
Das Buch hat mir wundervolle Stunden beschert und mich in eine Zeit zurückversetzt, die Deutschland hoffentlich nie wieder erleben wird.

Das Cover des Buches ist ein Traum. Die Gestaltung, das Motiv, die Haptik des Schriftzuges, es ist einfach alles stimmig.
Der einzige Wermutstropfen findet sich in dem Buch selbst. Bei der Schriftgestaltung der Tagebucheintragungen hatte der Verlag nicht gerade ein glückliches Händchen. Es strengt die Augen an und gestaltet das Lesen schwierig.

Ich liebe Romane, die in zwei oder mehr Zeitebenen spielen. Von daher war das Buch schon von vornherein ein Muss für mich. Die Erwartungen waren hoch, wurden jedoch noch bei weitem übertroffen.
Ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle und das nicht nur an Leser, die gern etwas über deutsche Geschichte lesen wollen. Es ist ein Buch voller Liebe, Vertrauen, Glauben und Hoffnung, aber auch eines über die schlimmsten Dinge wie Hass, Verrat, Vernichtung, Macht und Gier.
Ich spreche eine klare Kauf- und Leseempfehlung aus.

Zwei Perspektiven und entsprechende Cliffhanger entwickeln einen Lesesog

Von: Ingrid Eßer Datum: 28. Januar 2018

Die junge Frau auf dem Cover des Romans „Die Oleanderfrauen“ von Teresa Simon blickt über eine grüne ausschweifende Parkfläche auf ein stattliches Herrenhaus. Hier könnte Mitte der 1930er Jahre Sophie gewohnt haben, eine der Protagonistinnen der Geschichte, denn sie gehört zur Familie eines einflussreichen Kaffeehändlers in Hamburg. Von ihr wird erwartet, dass sie sich eines Tages standesgemäß verheiratet. Auf dem Anwesen befindet sich ein Glashaus, in dem die Oleanderpflanzen von Sophies Mutter überwintern. Der Ort eignet sich perfekt für heimliche Stelldicheins mit dem Geliebten. Liebe jedoch kann Gebote und Standesdünkel überwinden und noch viel mehr wie sich später zeigen wird. Doch das ist nur eine der beiden Handlungsfolgen des Buchs, das auf zwei Zeitebenen spielt.

Im Erzählstrang, der in der Gegenwart spielt, besitzt Jule Weisbach seit zwei Jahren in Hamburg-Ottensen ein Café, das sie nach ihrem abgebrochenen Studium eröffnet hat. Eines Tages informiert ihr Vermieter sie über eine drastische Mietpreiserhöhung. Die engagierte junge Frau sucht verzweifelt nach weiteren Verdienstmöglichkeiten. Über eine gute Freundin erhält sie den Auftrag, eine ungewöhnliche Hochzeitstorte zu gestalten. Doch sie selbst ist mit ihrer Arbeit nicht zufrieden. Die über 70-jährige Johanna erfährt als Kundin des Cafés von Jules Dilemma und bietet ihre Hilfe an. Während ihrer Zusammenarbeit erzählt Johanna Jule vom Tagebuch Sophies, das sie auf dem Dachboden ihrer Mutter gefunden hat. Sophie hat das Buch als 16-jährige im Jahr 1938 begonnen, zu einer Zeit, als ihre Gefühle sich für Hannes, den Sohn der Köchin, veränderten. Früher waren sie Spielgefährten, doch nach einer langen Reise von Hannes, fühlt Sophie sich immer stärker zu ihm hingezogen. Johanna und Sophie sind gespannt, ob die beiden eine gemeinsame Zukunft haben werden.

Der Autorin ist hier eine gelungene Verknüpfung der zwei Handlungsebenen gelungen. Als Historikerin versteht sie es, die vorliegenden realen Fakten der Vergangenheit ansprechend einzukleiden und zum Lesen so aufzubereiten, dass die Fiktion als tatsächlich stattgefunden wahrgenommen wird. Den geschichtlichen Hintergrund des Romans bildet zu Beginn die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Schon bald machen sich die Auswirkungen der Politik auf den Kaffeehandel bemerkbar. Obwohl Sophie behütet aufwächst, bleibt auch ihr nicht die zunehmende Macht der Nationalsozialisten verborgen und ihre Besorgnis wächst. Nahezu ohnmächtig nimmt sie die Verfolgung der Juden, von kranken und behinderten Menschen sowie Homosexuellen wahr.

Teresa Simon lässt Sophie weite Teile ihrer Geschichte in Tagebuchform selbst erzählen, so dass ich ihr Gefühlschaos gut nachvollziehen konnte. Mit Ausbruch des zweiten Weltkriegs verändern sich noch einmal Sophies Lebensumstände. Neben dem Bangen um ihre große Liebe, hoffte ich nun darauf, dass sie den Krieg unbeschadet überstehen wird. In einem Nachwort hat die Autorin die wichtigsten historischen Daten kurz in Erzählweise zusammengefasst.

Sowohl Sophie wie Jule sind Frauen mit einem starken Willen, die sich für ihre Ideale einsetzen und dabei auch Rückschläge erleben. Dennoch lassen sie sich nicht so schnell unterkriegen. Gerade die Ecken und Kanten der beiden Frauen machen sie sympathisch und glaubhaft. Die Beschreibung des angebotenen Gebäcks in Jule Kaffee weckte an manchen Stellen bei mir das Verlangen nach einem Stück Kuchen mit authentischem Kaffee. Glücklicherweise hat die Autorin im Anschluss an den Roman einige Rezepte angefügt.

Durch den Wechsel der beiden Perspektiven und entsprechenden Cliffhangern entsteht mit der Zeit ein zunehmender Lesesog, dem ich mich nicht entziehen konnte um zu erfahren, wie beide Geschichten zusammenhängen und enden. Ich kann den Roman jedem empfehlen der nach einer unterhaltsamen mitreißenden Familiengeschichte sucht, die eingebettet in zwei Zeitebenen ist und eine bewegende historische Zeitepoche beinhaltet.

Ein sehr berührender Roman...

Von: unclethom Datum: 24. Januar 2018

„Die Oleanderfrauen“ ist der inzwischen dritte Roman aus der Feder von Teresa Simon.
Nach „Die Frauen der Rosenvilla“ und „Die Holunderschwestern“ liegt nun der dritte Roman der Autorin vor und ich kann sagen, dass es für mich das stärkste der drei Bücher ist.
Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen, die eine im Heute und die andere in den Jahren vor und während des zweiten Weltkriegs in Hamburg. Für mich ist dabei der Teil der in der Vergangenheit spielt der stärkere Teil. Dies mag natürlich an meiner Liebe zu historischen Themen liegen, soll aber nicht heißen, dass der Teil im Heute nicht interessant und schön zu lesen wäre.
In beiden Zeitebenen findet man sehr interessante und wirklich sehr schön beschriebene Figuren, die sehr authentisch wirken.
Zu Beginn fragte ich mich wie die Zeitstränge zueinander finden könnten, aber das verflog recht schnell und die Auflösung und wie es zusammenpasst, war sehr schlüssig und zufriedenstellend.
Im heutigen Teil findet man eine Liebesgeschichte zum einen und eine spannende Ahnenforschung zum anderen vor.
Und im Teil der in der Vergangenheit spielt wird man mit dem Leben zur Zeit des dritten Reiches konfrontiert, natürlich spielt auch hier die Liebe eine große Rolle.
Teresa Simon gelingt es hier die zuweilen sehr düstere Stimmung im Hamburg dieser Zeit zu skizzieren. Man spürte wie sich die Menschen in Hamburg während und nach den Bombenangriffen fühlen mussten, man spürte die Angst der Menschen vor Bespitzelung und Verrat.
Der Autorin gelang es mich schon auf den ersten Seiten abzuholen und sie schaffte es mein Kopfkino in Gang zu bringen.
Das Buch lief wie ein farbenfroher und durchaus auch düsterer Film in meinem Kopf ab und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Das Buch berührt und lässt den Leser letzten Endes Nachdenklich zurück.
Für mich sind das klare 5 von 5 Sternen, sowie eine Kauf- und Leseempfehlung.

Die Oleanderfrauen

Von: Iris Gasper Datum: 23. Januar 2018

Die Autorin Teresa Simon entführt uns in ihrem Buch „Die Oleanderfrauen“ nach Hamburg. Dort taucht der Leser in unterschiedlichen Zeitebenen in die Welt des Kaffees ein.

Jule führt in Hamburg ein kleines Café mit dem Namen Strandperlchen. Damit hat sie sich einen Lebenstraum erfüllt. Leider steht eine Mieterhöhung ins Haus und Jule weiß nicht, wie sie diese dauerhaft finanzieren soll. Da wird ihr wohl auch ihre zweite Einnahmequelle nicht weiterhelfen. Seit einiger Zeit beschäftigt sie sich nebenher damit Familiengeschichten aufzuarbeiten. Diese Aufgabe erfüllt sie mit viel Engagement so wie sie auch mit Liebe und Leidenschaft ihre Kuchen herstellt und in ihrem Strandperlchen ausgefallenen Kaffeesorten kredenzt.

Zufällig macht Jule die Bekanntschaft von Johanna, einer älteren Dame, die gerade dabei ist die Hinterlassenschaften ihrer verstorbenen Mutter zu durchforsten. Dabei ist Johanna auf ein interessantes Tagebuch gestoßen. In diesem hat eine junge Frau namens Sophie ihr Leben in der Zeit zwischen 1936 und 1943, also zur Zeit des Nationalsozialismus, niedergeschrieben. Sophie stammt aus gutem Hause, ihr Vater ist ein einflussreicher Kaffeebaron. Als Sophie sich in den Sohn der Köchin verliebt, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Von der Geschichte der jungen Sophie ist Johanna sehr berührt. Sie beauftragt Jule damit herauszufinden wer diese junge Frau war und was sich überhaupt über die Personen, die im Tagebuch vorkommen, herausfinden lässt.

Teresa Simon hat hier eine Geschichte in zwei Handlungssträngen geschaffen, die mit viel Liebe geschrieben wurde. In ihr stecken viele Emotionen aber auch viel Hintergrundrecherchen. „Die Oleanderfrauen“ ist ein historischer Roman, der lange nachwirkt. Hier wird die Zeit des Nationalsozialismus an diversen Beispielen sehr eindringlich dargestellt. Unvorstellbares Leid hat diese Zeit über viele Menschen und ihre Familien gebracht. Teilweise wirkt das auch noch bis heute nach. Wer das nicht glaubt, der sollte diesen Roman zur Hand nehmen und teilhaben am Schicksal von Sophie und ihrem geliebten Hannes, ihrem Freund Malte, aber auch am Leben von Jule und Johanna.

Dieses Buch versteht es zu begeistern. Es macht nachdenklich, weckt Emotionen und wirkt lange nach. Großartig!

Copyright © 2018 by Iris Gasper

Sehnsucht nach Kaffee

Von: Glanzleistung Datum: 23. Januar 2018

Dieses Buch macht definitiv süchtig. Wie die tägliche Dosis Koffein zieht es den Leser in seinen Bann, so dass man sich am Ende eigentlich fragt wie man ohne die Terhovens, Jule und Johanna, überleben soll.

Aber zum Inhalt:

Sophie Terhoven könnte glücklicher nicht sein, sie wächst vor dem Zweiten Weltkrieg in imposanten und mächtigen Kreisen auf. Ihr Vater ist einer der größten Kaffeehändler Hamburgs. Als sie sich dann jedoch in den Sohn der Köchin verliebt, verwischen die Standesgrenzen und keiner weiß, ob diese Liebe Zukunft hat. Dazu kommen der nahende Krieg, Verbote, Gesetze, Verfolgungen. In einem zweiten Erzählstrang lernt man die rüstige, alleinstehende Rentnerin Johanna kennen, die viel Zeit in das Vermächtnis ihrer verstorbenen Mutter investiert. Dieses Tagebuch ist es dann auch, das die Verbindung zu einem dritten Erzählstrang herstellt. Jule ist Anfang 30, planlos und ohne Mann und Kinder. Mit viele Liebe, Zeit und Mühe hat sie sich ihren Traum vom eigenen Café ermöglicht und schreibt nebenbei die Lebensgeschichten fremder Menschen auf. Als sie jedoch in den Bann von Johannas Tagebuch gezogen wird, muss sie bald erkennen, dass sie selbst mittendrin steckt.

Die Seiten fliegen nur so dahin, die Kapitel sind klar, übersichtlich und von der Länge her genau richtig. Die Wechsel von Vergangenheit und Gegenwart sind perfekt verwoben. Auch nach längeren Lesepausen weiß man sofort, wie es weitergeht. Man erfährt so viel über Kuchen, Kaffee, die Lust am Leben und die Kriegsgeschichte. Dazwischen gibt es so viele tolle und spannende Charaktere. Am beeindruckendsten sind definitiv die Oleanderfrauen. Stark, geheimnisvoll und voller Hingabe. Eine sehr gelungene Geschichte, die noch lange nachhallt.

Spannender Familienroman mit leckeren Rezepten

Von: Kathrinshome Datum: 22. Januar 2018

Nach „Die Frauen der Rosenvilla“ und „Die Holunderschwestern“ ist nun Anfang 2018 die neue historische Familiensaga „Die Oleanderfrauen“ von Teresa Simon entstanden. Die Müncher Autorin, welche sich seit einigen Jahren hinter diesen Pseudonym versteckt, lässt in Interviews gerne erkennen, wie sie in den historischen Geschichten aufgeht und das merkt man auch ihrem neusten Buch wieder an:

Die Tochter eines erfolgreichen Hamburger Kaffeebarons, Sophie Terhoven, feiert 1936 ihren 17. Geburtstag und ist somit im „heiratsfähigen“ Alter. Sie wird von ihrer Mutter Delia in die Gesellschaft eingeführt, die durch den Beginn des 3. Reichs gerade im Wandel begriffen ist. Sophies jüngerer Bruder Lennie schließt sich stolz dem sogenannten Jungvolk an. Der beste Freund der Familie, Hellmuth Moers, hat eine hohe Position in der neuen Partei inne... Innerlich wehrt sich Sophie gegen die Regeln, welche ihr aufgezwungen werden. So fühlt sie sich zu ihrem Jugendfreund Hannes hingezogen, der als Sohn der Küchin nun eine Ausbildung im Kaffeeunternehmen macht. Ihr zur Seite stehen ihre Tante Felicia „Fee“ Terhoven und ihr Schulfreund Malte.

Parallel dazu gibt es die Gegenwart-Geschichte rund um die Cafèbesitzerin Jule, welche ihr Strandperlchen in Hamburg eröffnet hat und nun mit einigen Widrigkeiten, wie ihrem Vermieter, zu kämpfen hat. Sie liebt hochwertigen Kaffee, historische Familiengeschichten und lernt so nicht nur ihre Freundin Aphrodite, eine junge Frau, welche einen außergewöhnlichen Brautmodenladen zwei Häuser weiter besitzt, sondern auch die ältere Dame Johanna und ihren Neffen Nils kennen. Im Laufe des Romans entwickelt sich eine Verbindung zwischen den beiden Erzählsträngen, da zuerst Johanna, dann Jule das Tagebuch von Sophie Terhoven zu lesen bekommen...

Die Geschichte der beiden jungen Frauen ist spannend – spannend im Inhalt und spannend erzählt. Sie ist mit Überraschungen gespickt. Gerade wenn man glaubt zu wissen, wie es weiter geht, baut die erfahrene Autorin einen Überraschungsmoment ein und gibt ihrer Geschichte so eine interessante Wendung... das macht süchtig, muss ich sagen ;) Und so fiel es mir immer wieder schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

Ein bisschen Geschichtsunterricht – wäre dieser in der Schule doch mal so unterhaltsam gewesen – ein bisschen Romanfantasie – ideal fürs Kopfkino... und das alles in gut lesbaren Sprache erzählt. Die Autorin verwendet treffende Attribute, ohne ausschweifend zu werden. Sie beschreibt ihre Szenen mit Bildern, ohne kitschig zu sein. Das Schwenken vom Tagebuch zur historischen Geschichte und dann wieder zur Gegenwart klingt zwar kompliziert, ist aber schon alleine durch die Veränderung des Schriftbildes gut nachvollziehbar.

Zusammengehalten werden die Geschichtsfragmente übrigens durch einen herzzerreißenden Brief, der mehrfach in dem Roman auftaucht: ...“Ich gebe dir ein paar getrocknete Oleanderblüten mit, die aus jenem Garten stammen, in dem du jetzt eigentlich unbeschwert spielen solltest...“ (u.a. Seite 8, 2 Absatz). Dieser Oleander scheint zu Anfang eher unscheinbar und ich habe mich lange gefragt, warum das Buch diesen Titel trägt, der sich auch in dem hübschen, ansprechend gezeichneten Cover wiederspiegelt... aber eines kann ich versprechen: Auflösung folgt ;) Und war mit viel Gefühl!

Ja, der neue Roman von Teresa Simon hat mich wie schon „Die Holunderschwestern“ absolut begeistert! Ich war gefesselt von den Geschichten, fühlte mich erinnert an die Geschichte meiner Großeltern durch die Historie und fieberte mit den Protagonisten bis zum Ende. Und ich empfand es zu keinem Zeitpunkt langweilig, aber ich konnte den Roman auch ohne dem Gefühl des „Unvollendeten“ und ohne Bedauern zuklappen – eine umfassende, packende, emotionale Geschichte war nach über 500 Seiten zu Ende erzählt und bleibt positiv im Gedächtnis! Daher eine absolute Empfehlung zum Jahresanfang von mir für alle, die historische Geschichten mit vielen Seiten, die verschachtelte Romane und viel Gefühl lieben.

PS: Die Rezepte am Ende des Buches haben mich überrascht, denn sie kamen unerwartet! Aber da ich solche Extras liebe, habe ich sehr gerne das Käsekuchen-Rezept ausprobiert (allerdings mit halber Menge als Muffins) und muss sagen: lecker! Ausprobieren empfohlen ;) am besten mit einer schönen Tasse aromatischen Kaffee...

Ein wunderbares Buch

Von: hope23506 Datum: 22. Januar 2018

INHALT:
Die Geschichte wird in zwei Handlungssträngen erzählt. Als erstes lernen wir Jule kennen. Sie betreibt ein kleines Kaffee und, da sie sich sehr für Geschichte interessiert, schreibt sie Biographien und Familiengeschichten für einige Kunden. Dadurch lernt sie auch Johanna kennen und die beiden freunden sich auch an. Johanna liest gerade ein Tagebuch, welches ihr sehr zu Herzenn geht und Jule schliesst dich an und beide versinken völlig in diese Einträge. So kommen wir auch zum zweiten Erzählstrang. Wir erleben Sophie und ihre Familiengeschichte angefangen im Jahre 1936 in Hamburg. Sie ist die Tochter eines Kaffeebarons und verliebt sich in Hannes, den Sohn der Köchin. Eine aufregende und nervenaufreibene Zeit beginnt und wir begleiten Sophie durch ihre schweren Jahre des 2. Weltkrieges.

MEINE MEINUNG:
Dieses Buch war mein erster Roman von Teresa Simon und ich bin völlig geflasht. Es war so schön, es war so spannend, es war so nervenaufreibend, ich bin versunken in dieser wunderschöne Geschichte. Der Schreibstil war flüssig und einfach so sehr angenehm zu lesen. Die Charaktere fand ich wunderbar herausgearbeitet, sehr lebendig dargestellt und auch Nebencharaktere bekamen ihren Platz und ihre Zeit, so dass sich alles wunderbar ineinandergefügt hat. Der historische Teil konnte mich auch wegen der schweren Schicksale und unmenschliche Zeiten so sehr fesseln. Ich verfolgte die Tagebucheinträge mit sehr grosser Spannung und liebte und litt mit den Protagonisten. Auch der Gegenwartsstrang konnte mich sehr begeistern, wobei ich doch immer wieder die Vergangenheit herbeigesehnt habe. Dieser Roman hat sehr vieles in sich vereint, was ich liebe- Spannung, Liebe, Herz, Schmerz, unvorstellbare Schicksale, starke Charaktere und einem Schreibstil, den man einfach nur lieben muss.

FAZIT:
Ich liebe, liebe, liebe diese Geschichte.
Deshalb 5/5 Sternen ohne Worte.

Dum spiro spero

Von: Eliza's Bücherparadies Datum: 21. Januar 2018

„Die Oleanderfrauen“ waren für mich mal wieder ein Buch zur rechten Zeit, ein Buch, das mich bereits nach wenigen Sätzen gefangen nahm und es schaffte, den Alltag aus meinen Gedanken zu verbannen.
Teresa Simon hat wieder ein Buch geschrieben, welches man nicht aus der Hand legen möchte, zum einem ist das Cover wieder wunderschön gestaltet, zum anderen ist auch die Story mitreißend und romantisch.
Das Cover passt sich wunderbar seinen Vorgängern an, ebenso der Titel. Bereits der Klappentext verspricht viel Spannung und ein großes Familiengeheimnis. Die Autorin erzählt uns eine Geschichte, die auf zwei Zeitebenen spielt und die wunderbar ineinander verwoben sind. Sicherlich mag bereits nach wenigen Kapiteln klar sein, welche Personen am Ende des Romans ein Paar werden, dennoch merkt man beim Lesen, dass dieses Buch ein Herzensbuch ist. Es ist nicht nur von der Autorin mit ganzem Herzen geschrieben worden, sondern es geht auch den Menschen, die es lesen, zu Herzen. Man fühlt, liebt und hasst mit den Protagonisten. Man taucht als Leser ein in die Welt von Sophie und Hannes, aber auch in die Gegenwart mit Jule, Nils und Johanna. Es gibt Personen, die man sofort ins Herz schließt und es gibt solche, die man vom ersten Augenblick an nicht mag. Die Autorin schafft es leider nicht, auf eine Schwarz-Weiß–Färbung zu verzichten. Keine Figur überrascht uns als Leser wirklich, nachdem wir einmal ein Bild von ihr im Kopf haben. Aber die Figuren entwickeln sich weiter, vor allen Dingen Sophie muss einen Weg gehen, den nicht viele Menschen bereit wären zu gehen, ohne sich selbst aufzugeben.
Historisch gesehen ist der Roman in der Zeit des Nationalsozialismus angesiedelt. Es geht aber auch um Kaffee, Torten (im Anhang des Romans befinden sich viele gute Rezepte) und die großen Themen des Lebens: Liebe, Hass, Familie, Vertrauen, Intrigen und Freundschaft.
Durch Briefe, Tagebucheinträge und viele Perspektivwechsel schafft es die Autorin, einen ungeheuren Erzählsog zu erzeugen, dem man sich als Leser nicht entziehen kann. Zwar mag der eine oder andere Leser bemängeln, dass der Roman etwas zu konstruiert sei, dies mag sein, wenn man es sehr kritisch betrachtet, da dies aber dem Erzählfluss und der Spannung keinen Abbruch tut, kann ich dies der Autorin verzeihen.
Sehr gut ist es Teresa Simon gelungen, das Familiengeheimnis zu wahren und am Ende gut aufzulösen, beim Leser bleiben keine Fragen zurück. Ein historisches Nachwort erklärt noch einmal elementare Dinge und Ereignisse des Romans auf anschauliche Weise.
Ein Roman, der für die Fans des Genres „Familiensaga“ definitiv Pflichtprogramm ist, sicherlich sind hier die weiblichen Leser in der großen Überzahl, was aber nicht heißt, dass nicht auch Männer in Hannes, Malte oder Nils eine Identifikationsfigur finden können.
Ein wunderbarer Roman, der mir sehr viel Freude und Spaß bereitet hat, sodass ich ihn sehr gerne weiterempfehle. Ich danke Terese Simon für die emotionalen Lesestunden und Corinna Schindler vom Freelance Team für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Ein sehr fesselndes Lese-Higlight!

Von: Conny G. Datum: 20. Januar 2018

In "Die Oleanderfrauen" erzählt Teresa Simon die Geschichte der Familie Terhoven, eine wohlhabende "Kaffeedynastie" in Hamburg, in den Jahren 1936 bis etwa 1943. Die Familie bewegt sich in der sogenannten feinen Gesellschaft Hamburgs und hat für die Tochter Sophie sowie den jüngeren Sohn Lennie entsprechende Pläne. Und so passt es natürlich nicht in die Vorstellungen der Familie, dass Sophie seit Kindertagen eine enge Freundschaft mit Hannes Kröger, dem Sohn der Köchin, verbindet. Als sich die beiden ineinander verlieben und Sophie wenig später schwanger wird, löst die Familie das Problem auf ihre Weise und vermeidet einen öffentlichen Skandal. Aber da gibt es noch ein dunkles Familiengeheimnis, das alles verändert.
Dieser Handlungsstrang wird überwiegend aus der Sicht von Sophie und auch in Form von Tagebucheinträgen erzählt.

Der zweite Handlungsstrang spielt im Jahr 2016, ebenfalls in Hamburg und erzählt von Jule, die ein kleines Café führt und durch eine Mieterhöhung finanzielle Sorgen hat. So hat sie sich ein zweites Standbein aufgebaut und betreibt als Dienstleistung für andere historische und familiäre Recherchen unter dem Motto "Ich schreib dir dein Leben".
Die liebenswerte, schon etwas ältere Johanna, findet bei der Auflösung des Haushalts ihrer Mutter ein altes Tagebuch. Sie beginnt interessiert zu lesen und findet heraus, dass es sich um das Tagebuch von Sophie Terhoven handelt.
Und so beauftragt sie Jule, deren Café sie seit einiger Zeit regelmäßig besucht, mehr über die Familie herauszufinden. Jule fertigt Kopien des Tagebuchs an und beide Frauen lesen es nun gemeinsam.

Hier beginnt dann die Verknüpfung der beiden Handlungsstränge.
Im Wechsel gibt es die Tagebucheinträge mit der Handlung in der Vergangenheit sowie die aktuellen Ereignisse der Gegenwart. Nach und nach erleben wir Sophies Leben in den Vorkriegsjahren, die immer größer werdende Macht der Nationalsozialisten und letztlich den Beginn des 2. Weltkriegs.
Hierbei bedient sich die Autorin realer historischer Fakten und gibt die Stimmung dieser Zeit sehr gut wieder.
Sophie ist eine sympathische und authentische Protagonistin, die sich vom verwöhnten und behüteten Teenager erst zur charmanten jungen Frau und später zur selbstbewussten Erwachsenen und verantwortungsvollen Mutter entwickelt.
Ich mochte Sophie wirklich gern und sie hat mich als Figur beeindruckt, weil sie immer ihr Ziel verfolgt und um ihre Liebe und ihr Kind gekämpft hat. Sie hat die Hoffnung nie aufgegeben und immer versucht, das Beste und das Richtige zu tun.
Aber auch die weiteren Mitglieder ihrer Familie und ihre Freunde sind als Figuren gut ausgearbeitet und gelungen. Sie bereichern und ergänzen die Geschichte.
Sophies Leben hat mich sehr berührt und vor allem auch sehr gefesselt. Diese Geschichte alleine wäre schon ein unterhaltsames Buch gewesen.
Aber es gibt ja noch den 2. Handlungsstrang in der Gegenwart, der den Teil der Vergangenheit perfekt ergänzt. Stück für Stück nähern sich Johanna und Jule den Geheimnissen der Familie Terhoven und erleben so einige Überraschungen.
So war auch in diesem Handlungsstrang die Spannung hoch und die Handlung fesselnd. Durch die geschickt gesetzten Wechsel zwischen den beiden Zeitebenen und die hohe Spannung hat sich das Buch zum Pageturner entwickelt, den ich kaum noch aus der Hand legen wollte.
Auch die Charaktere in der Gegenwart sind der Autorin gut und glaubhaft gelungen und besonders Johanna hatte ich schnell ins Herz geschlossen.
Dazu kommen viele liebevolle Details, kleine Nebenhandlungen, Wendungen und Überraschungen, die die Geschichte ergänzen und abrunden.
Der Schreibstil ist sehr lebendig und mitreißend, so dass ich ganz in die Geschichte eintauchen konnte. Dabei versteht es die Autorin den Spannungsbogen konstant hoch zu halten, immer wieder Hinweise zu geben aber nie zu viel zu verraten und auch die vielfältigen Emotionen gut zum Leser zu transportieren.
Nebenbei erfährt man noch eine Menge interessante Fakten über Kaffee und am Ende des Buches gibt es einige leckere Rezepte für Kuchen und Kaffeespezialitäten, wie Jule sie in ihrem Café serviert.

Dieses wunderbare Buch hat mich völlig überzeugt und so begeistert, dass ich es in kurzer Zeit durchgelesen hatte und dann traurig war, dass es zu Ende ist.
Es passt einfach alles perfekt zusammen und für mich war Sophies Geschichte das erste Lesehighlight des Jahres 2018, das ich begeistert weiterempfehle!


Fazit: 5 von 5 Sternen

Mit diesem Buch hat die Autorin mein Leseherz für immer erobert...große Klasse!!!

Von: Ayda Datum: 20. Januar 2018

Lesehighlight 2018!!!
Dum spiro spero-Solange ich atme,hoffe ich

Ich habe sehnsüchtig auf das neue Buch der Autorin gewartet:)
Sie hat alle meine Erwartungen übertroffen und hat wieder eine ganz besondere,historische Familiengeschichte geschrieben. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Schauplatz ist Hamburg. Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen.
In der Vergangenheit reisen wir zurück in das Jahr 1936 und lernen die Familie Terhoven kennen, wo der Herr des Hauses, Friedrich Terhoven, ein großer Kaffeebaron ist. Seine siebzehnjährige Tochter Sophie ist die Hauptprotagonistin in dieser Zeitebene. Sie ist sehr freiheitsliebend und hat ihren eigenen Kopf. Ihre beiden besten Freunde sind Malte Voss und Hannes Kröger. Allerdings entwickelt sich zwischen ihr und Hannes eine leidenschftliche Liebe,die nicht sein darf, denn Hannes ist der Sohn der Hausköchin und das würde aufgrund der sozialen Schicht niemals in Frage kommen. Allerdings passiert etwas, dass das Leben aller verändern wird und Geheimnisse ans Tageslicht kommen, die alles durcheinander wirbeln...In der Gegenwart sind wir im Jahre 2016 und lernen die junge Jule kennen,die Cafebesitzerin von Strandperlchen ist. Allerdings läuft in ihrem Leben nicht alles so wie gewünscht und auch die nächste Mieterhöhung steht an. Eines Tages lernt sie Johanna kennen, die auf dem Dachboden ein Tagebuch findet, die eine Sophie von 1936-1943 geschrieben hat. Sie fängt an die Tagebucheinträge zu lesen und taucht immer mehr in die Geschichte einer Familie ein, die auch etwas mit ihrem Schicksal zu tun hat...
Ich bin sehr begeistert von diesem wundervollen Buch. Der Schreibstil ist sehr schön und flüssig zu lesen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und wollte unbedingt wissen,wie es weitergeht. Die Protagonisten sind sehr authentisch beschrieben. Sophie und Jule waren mir sofort sympathisch.
Die Autorin schafft es wundervoll fundiert historisches Wissen und eine schöne,besondere Geschichte um Familiengeheimnisse zu verweben. Die Beschreibungen der Örtlichkeiten sind ebenfalls sehr detailreich geschildert und man hat das Gefühl vor Ort zu sein. Die Vergangenheit und Gegenwart werde sehr spannend miteinander verbunden und es bleiben keine Fragen offen. Wenn ich die Bücher von Frau Simon lese,dann tauche ich komplett in die Geschichte ab. Sie geht sehr sensibel und feinfühlig mit den Themen in ihren Büchern um, sie ist sehr sanft in ihren Formulierungen und trifft immer die richtigen Worte für den Moment. Für mich gehört sie zu meinen Lieblingsautorinnen und ich hoffe noch mehr von ihr lesen zu dürfen! Ich vergebe volle 5 Sterne für dieses Lesehighlight und sage vielen Dank an Frau Simon und an den Heyne Verlag.

Autorin:
Teresa Simon ist das Pseudonym einer bekannten deutschen Autorin. Sie reist gerne (auch in die Vergangenheit), ist neugierig auf ungewöhnliche Schicksale, hat ein Faible für Katzen, bewundert alles, was grünt und blüht, und lässt sich immer wieder von stimmungsvollen historischen Schauplätzen inspirieren.
(www.randomhouse.de)

Der Januar beginnt mit einem tollen Roman

Von: Bibliomarie Datum: 17. Januar 2018

Sophie Terhoven wächst behütet in Hamburg auf. Seit Kindheitstagen verbindet sie eine enge Freundschaft mit Hannes, dem Sohn der Köchin. Doch allmählich wandelt sich diese Kinderfreundschaft zu einer tiefen, ersten Liebe. Doch für eine Tochter des bekannten und reichen Kaffeehändlers Terhoven ist eine solche Verbindung ausgeschlossen.
Hamburg in den 30iger Jahren. Die Nationalsozialisten sind in allen Gesellschaftsschichten angekommen, die jüdischen Mitbürger spüren immer mehr die Ausgrenzung und Repressalien. Auch Malte Voss, Sophies Schulkamerad und echter Freund spürt die „neue Zeit“. Durch seine körperliche Behinderung und seine Homosexualität steht er gleich zweifach im Fokus der Nazis.
Eingetaucht in die Geschichte konnte ich mich nicht mehr losreißen. Ich habe mit den Figuren gelebt, geliebt und gelitten. Das alte Hamburg in den Vorkriegs-und Kriegsjahren bis hin zum vernichtenden Feuersturm ist mir lebhaft vor Augen erstanden. Das Leid der Menschen wird realistisch und berührend geschildert, das hat mich emotional richtig durchgeschüttelt.
Hamburg in der Gegenwart. Der jungen Café-Besitzerin Jule fällt das Tagebuch Sophies in die Hände, geschrieben von 1936 - 1943. Angerührt von den Zeilen, versucht sie die Lebensspuren der Familie Terhoven zu finden.
Das bildet die Rahmenhandlung und Klammer dieses wunderbaren Familienromans. Die zwei Zeitebenen ergänzen sich und geben dem Buch eine ganz besondere Spannung. Für mich waren Jules Erlebnisse in ihrem Café, ihre Nöte, Sorgen und Erfolge immer auch eine kleine Erholung von der emotionalen Achterbahnfahrt, die die geschichtlichen Ereignisse in mir ausgelöst haben.
In diesem Buch passt alles, die Figuren sind mir dabei sehr nahe gekommen, ob in Zuneigung oder Abneigung. Selten habe ich mich so in eine Geschichte hineinziehen lassen. Sicher liegt es auch an der gekonnten geschichtlichen Darstellung, so lebendig und menschennah findet man die Gräuel der Kriegsjahre in keinem Geschichtsbuch. Es ist dabei so spannend erzählt, dass ich um mich herum alles vergessen habe – aber warum weiter davon erzählen: unbedingt selber lesen!

Hamburg, Kaffee, Kuchen und der Nationalsozialismus

Von: monerl Datum: 17. Januar 2018

Auch in diesem Roman bleibt sich die Autorin treu. Vor den Augen des Lesers entspannt sich eine geheimnisvolle Familiensaga, mit den Schwerpunkten Kaffee, Kuchen, Hamburg und Zweiter Weltkrieg. Ihr meint das passt nicht zusammen? Und wie es passt!

Auf zwei zeitlichen Ebenen verwebt Teresa Simon die traurige Geschichte der jungen Sophie Terhoven, die ihre Gefühle und ihr Leben in Tagebüchern festgehalten hat, die in 2016 auf einem Dachboden von Johanna entdeckt werden.

Sophie, die Tochter des angesehenen Hamburger Kaffeebarons, hat sich in den Falschen verliebt. Als sie dann auch noch so jung schwanger wird, gerät das große Unglück ins Rollen. Die politische Lage, die 1936 und die folgenden Jahre vorherrschte, machte vieles für sie nicht leichter.

In der Gegenwart lernen sich Jule und Johanna kennen. Johanna, eine ältere Dame, die so fasziniert und sehr berührt von Sophies Geschichte ist, lässt von Jule die Tagebücher historisch aufarbeiten. Jule, die dringend Geld braucht, um ihr wundervolles Café weiterhin betreiben zu können, hat ein zweites Standbein. Mit "Ich schreib dir dein Leben" recherchiert und rekonstruiert sie die Vergangenheit. Kaum ist sie mit Sophies Tagebüchern und ihrer Geschichte in Berührung gekommen, wird sie davon in den Bann gezogen und mit ihr auch der Leser.

Teresa Simon versteht es, über große Gefühle zu schreiben und die Schicksale historisch in schwere Zeiten einzubetten. Hier wird man in die nationalsozialistische Zeit entführt und bekommt den Zeitgeist und die wichtigsten Ereignisse vor Augen geführt. Neben dem Hass auf Juden thematisiert die Autorin anhand ihrer Charaktere Malte und Thom die Abscheu auf Behinderte und den Hass und die Feindseligkeit Homosexuellen gegenüber.

Die Autorin hat ein Händchen für ihre Charaktere! Liebevoll formt und stellt sie alle Haupt- und Nebenfiguren dar. Aber auch die Antihelden sind sehr gut ausgearbeitet und man kann seine Abneigung gegen sie stetig wachsen sehen. Teresa Simons flüssiger Schreibstil lässt die Seiten nur so dahinfliegen. Gespannt verfolgte ich die Tagebucheinträge und wie diese die Gegenwart neu formten.

Zu meiner Begeisterung für das Buch habe ich dieses Mal kleine Kritikpunkte, die sich in einem Stern Abzug widerspiegeln.
Die Geschichte packte mich nicht sofort. Ich musste mich erst ein wenig einlesen, im Gegensatz zu den beiden letzten Romanen "Die Frauen der Rosenvilla" und "Die Holunderschwestern". Der Sog entfaltete sich erst nach und nach.
Ein paar Mal konnte mich Teresa Simon mit den Wendungen in der Geschichte sehr überraschen. Doch gab es auch Verbindungen, die mich die Auflösung der Geheimnisse bereits recht bald haben voraussehen lassen. Das Ende wird schön und schlüssig aufgelöst, wobei mir dieses Mal zu viele Personen daran beteiligt waren.

Das Nachwort ist wieder einmal sehr gelungen! Der Leser erfährt einiges über Hamburg als Hafen- und Handelsstadt, über den Kaffeeanbau, die Kaffeebohne und ihre unterschiedlichen Röstungen. Ebenso, in gewohnter Manier, gibt es einige Rezepte zum Nachbacken, die einem während des Lesens aus Jules Café "Strandperlchen" bekannt vorkommen.

Fazit:
Ein emotionaler Spaziergang durch das Hamburg von damals und heute, verpackt in eine spannende und geheimnisvolle Familiensaga, in der man viel über die Historie Hamburgs zur Zeit des Nationalsozialismus lernt, Kaffee aus einem anderen Blickwinkel betrachtet und Heißhunger auf Kuchen und Törtchen bekommt! Absolute Leseempfehlung!

Wenn aus losen Fäden eine runde Geschichte wird ...

Von: Isabel (engi) Datum: 15. Januar 2018

Ich muss ganz ehrlich gestehen, beim Anblick des Covers hatte ich leichte Kost erwartet. Einen schönen historischen Frauenroman ohne viel Tiefgang. Ich muss euch jedoch sagen, ich hätte falscher nicht liegen können! Schon die ersten Zeilen des Prologs nahmen mich gefangen und hätte ich nicht immer wieder arbeitsbedingt Pausen einlegen müssen, ich hätte das Buch wohl in einem Rutsch verschlungen, so sehr hat mich die Geschichte gefesselt.
Die mir bis dato unbekannte Autorin hat ihren wunderbaren Roman in zwei Zeitstränge verpackt. Beide spielen in Hamburg, der eine jedoch in den 30er/40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, der andere in der Gegenwart. Während die Protagonistin Jule im Jetzt mit ihrer finanziellen Zukunft und ihrer Einsamkeit kämpft, geht es bei der jungen Sophie im Damals schlichtweg um Leben und Tod. Sie findet sich nach ihrer Jugend gefangen in den Kriegswirren des Zweiten Weltkriegs und verloren in einer Liebe, die so nie hätte stattfinden dürfen.
Wer hier jedoch eine tragisch-kitschige Lovestory erwartet, den muss ich enttäuschen. Geschickt verwebt Teresa Simon die Gegenwart mit der Vergangenheit. Ein Geheimnis nach dem anderen lüftet sie und hält so einen Spannungsbogen aufrecht, den man in manchem Thriller vergebens sucht. Sie schafft es, dem Leser wichtige Themen zu übermitteln, wie z. B. Homosexualität im Dritten Reich, Posttraumatische Belastungsstörung nach Kriegseinsätzen und, und, und … Ich fragte mich beim Lesen oft, warum Geschichtsunterricht nie so interessant war. Zudem hat Teresa mit ihrem Buch meine Neugier geweckt, weitere Themen näher zu beleuchten wie den Spanischen Bürgerkrieg und natürlich alles rund um die Wunderwaffe Kaffee.
Der Schreibstil ist flüssig und sehr anschaulich. Alle Charaktere kommen real beim Leser an, und wirken lebendig und zum Anfassen nah. Ich bin begeistert und vergebe die volle, sehr verdiente Punktzahl.
„Solange ich atme, hoffe ich.“ Dum spiro, spero. Dieses kluge Statement, einst von Cicero niedergeschrieben, wurde zum Credo der Familie Terhoven und wird auch mir noch lange im Gedächtnis bleiben.

Lesegenuss über starke Frauen

Von: kelo24 Datum: 14. Januar 2018

„Irgendwie ist es seltsam: Einerseits muss ich wissen, wie es ausgeht, und gleichzeitig habe ich große Angst davor. Weil dann ja alles vorbei ist." (Seite 357, 2. Absatz)
Genauso ist es mir gegangen. Geflutet von Emotionen, nachdem sich alle noch offenen Fragen gelöst hatten, und mit einem riesigen „Wow-Gefühl“ im Bauch über diese berührende und mitreißende Geschichte, aber zuklappen mochte ich das Buch einfach noch nicht ...

Aber der Reihe nach: Der Prolog war bereits ein gelungener Einstieg in das Buch, der bei mir nicht nur einen Kloß im Hals zurückgelassen, sondern auch Neugierde geweckt und viele Fragen aufgeworfen hat. Und im Laufe der Handlung spielt er noch eine große Rolle.

Die Geschichte gliedert sich in zwei Handlungsstränge, die beide in Hamburg spielen: der erste Mitte der 30er Jahre, der zweite in der Gegenwart. Im Hamburg der Vorkriegszeit lernen wir die junge Sophie kennen, die als Tochter eines Kaffeebarons das privilegierte Leben in einer Villa mit allen seinen Vorzügen genießt. Aus der Kinderfreundschaft zu Hannes, dem Sohn der Köchin, entwickelt sich eine große Liebe, die nicht ohne Folgen bleibt. Der Standesdünkel ist dabei das kleinste Problem des jungen Paares, denn es gibt ein dunkles Familiengeheimnis, das nun offenbart werden muss.
In der Gegenwart kämpft die chaotische Jule, Cafébetreiberin mit Leidenschaft und dem Herz am rechten Fleck, mit finanziellen Problemen. Da sie auch Spaß am Schreiben und historischer Recherche hat, verfasst sie nebenbei noch unter dem Motto „Ich schreib dir dein Leben“ Biografien.
Einen solchen Auftrag erhält sie von Johanna, einer liebenswerten älteren Dame, die ihr einen Dachbodenfund aus dem Haus ihrer Mutter übergibt. An dieser Stelle gelingt es Teresa Simon auf raffinierte Weise, beide Handlungsstränge zu verbinden, handelt es sich bei dem Gegenstand doch um Sophies Tagebuch. Mit einem fesselnden Schreibstil gelingt es der Autorin, den Spannungsbogen konstant hoch zu halten. Die Handlung bleibt dabei immer lebendig, die Personen sind authentisch; Teresa Simon versteht es meisterhaft, Spuren zu legen, streut dezent Hinweise, die immer wieder das Kopfkino in Gang setzen, verrät aber dabei nie zu viel. Als Leserin sind meine Gefühle Achterbahn gefahren; ich habe mich mit gefreut, aber genauso mit gelitten.
Bisher haben mir in ähnlichen Büchern immer die Handlungsstränge in der Vergangenheit besser gefallen. In diesem Roman ist eine Trennung gar nicht möglich, da der eine nicht ohne den anderen bestehen kann, und das hat mir auch sehr gut gefallen.

Gleich zu Beginn des Jahres an so ein Lesehighlight zu gelangen, ist ein echter Glücksgriff, und die Latte für alle Bücher, die ich noch lesen werde, hängt jetzt sehr hoch.
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung für dieses Buch und 5 Sterne (mehr gibt es leider nicht zu vergeben).

Teresa Simon versteht es Geschichte lebendig zu machen!

Von: Veronika Kay Datum: 14. Januar 2018

Vorweg muss ich gestehen, dass ich historische Romane eigentlich nicht so wirklich mag. Aber bei Teresa Simon ist das anders. Sie lässt in ihren Büchern Geschichte lebendig werden und versteht es bestens, mich mit ihren historischen Romanen in den Bann zu ziehen und zu begeistern! Und so war es auch diesmal wieder mit den Oleanderfrauen.

Nachdem die beiden ersten Romane der Autorin mich nach Dresden und München geführt haben, spielt die Geschichte diesmal in Hamburg. Abwechselnd wird aus zwei unterschiedlichen Zeitebenen berichtet. Zum einen geht es um die Kriegswirren ab 1936 bis rein ins Jahr 1943. Diese Zeitebene wird größtenteils in Tagebuchform dargestellt. Ein anderer Handlungsstrang spielt in Hamburg im Jahr 2016.

Das Buch beginnt mit einem sehr ergreifenden und berührenden Prolog aus dem Jahr 1943. Eine Mutter muss ihr Kind wegen des Krieges verschicken und man kann sehr gut nachfühlen, wie schlimm diese Situation der Kinderversendung für die Mutter gewesen sein muss. Dieser Abschiedsbrief taucht dann im Buch auch erneut auf und der Prolog ist bereits sehr wichtig für die Handlung. Er lässt direkt schon zu Beginn Spannung aufkommen und versetzt die Leser gleich mitten rein in den Roman.

Vom Inhalt möchte ich gar nicht viel verraten, ich denke, man muss das Buch einfach lesen! Es geht um Familiengeheimnisse, ein Kaffeeimperium und vor allem um das Leben zu Kriegszeiten.

Teresa Simon hat ganz geschickt und gekonnt die beiden Zeitebenen verknüpft und normalerweise lese ich lieber die Gegenwartsstränge. Aber hier haben mich beide Zeitebenen gleichermaßen begeistert.

Ich finde, es ist der Autorin wunderbar gelungen, beide Handlungsstränge zu einem Ganzen zu vereinen und zugleich in beiden Strängen sehr viel Spannung zu erzeugen. Sehr schön ist es auch, wie die Kriegszeiten mit Nationalsozialismus, Judentum, Umgang mit Homosexualität usw. realistisch wiedergespiegelt werden, so dass ich regelrecht Bilder vor Augen hatte. Es wurde auch nichts beschönigt, so dass hier natürlich keine heile Welt dargestellt wird. Das Buch macht daher auch sehr nachdenklich.

Teresa Simon ist auch hier wieder ein richtiges Meisterwerk gelungen. Ein Buch, welches einem beim Lesen fast atemlos macht, welches unheimlich berührend ist und trotzdem sehr spannend. Vor allem liebe ich an ihren Büchern, dass sie es wirklich versteht, Geschichte interessant und lebendig zu machen.

Abschließen möchte ich mit einem Zitat aus ihrem Buch, welches unheimlich gut die Stimmung zu der damaligen Zeit beschreibt:

Seite 479: "So schön und gleichzeitig so unendlich traurig habe ich die Liebe noch nie erlebt.“

Ein wunderbares Buch, welches mir unheimlich schöne (aber natürlich auch traurige) Momente beschert hat. Obwohl das Jahr erst begonnen hat, kann ich jetzt schon sagen, dass „Die Oleanderfrauen“ auf jeden Fall eines meiner Lesehighlights 2018 sein werden!

Eine spannende Familiengeschichte

Von: Sissy0302 Datum: 14. Januar 2018

Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen in Hamburg (ich liebe solche Bücher!):

1936: Sophie, Tochter eines Kaffeebarons, verliebt sich in den Sohn der Köchin. Diese heimliche Liebe wird das Leben der beiden für immer verändern...

2016: Jule führt ein Café und bietet nebenbei einen Dienst an, Biografien zu schreiben oder in vergangenen Familiengeschichten zu forschen. Eines Tages entdeckt Johanna, eine pensionierte Lehrerin, auf dem Dachboden ihrer verstorbenen Mutter ein Tagebuch. Sie versinkt in dieser Geschichte und bittet Jule, die Personen aus diesem Buch zu finden.

Mich hat diese Geschichte in ihren Bann gezogen. Wäre es mir möglich gewesen, hätte ich es am liebsten in einem Rutsch gelesen. Der Schreibstil der Autorin ist spannend, die Geschichte ergreifend und sehr emotional. Die meisten Charaktere sind sehr liebenswert, Menschen, die man gerne als Freunde hätte. Aber natürlich gibt es auch andere Charaktere in dieser Geschichte. Aber grad diese machen einen Teil der Spannung aus. Ich war früher leidenschaftliche Krimi- und Thrillerleserin. Ich muss sagen, dieser Roman hat mich nicht weniger gefesselt als der beste Krimi/Thriller. Vor allem der Part der Vorkriegs-/Kriegszeit war sehr spannend und emotional. Die Autorin (dies war mein erster Roman von Teresa Simon, aber ich bin mir sehr sicher, wer hinter dem Pseudonym steckt), versteht es vor allem, die Gewalt zu vermitteln, ohne ins brutale Detail gehen zu müssen.

Ich kann diesen Roman nur empfehlen. Ein wichtiger Teil der deutschen Geschichte wird hier real. Für mich wird dieses Buch definitiv zu den Highlights des Jahres 2018 gehören.

Die Oleanderfrauen

Von: Bettina Hertz Datum: 13. Januar 2018

Die Oleander Frauen
Autor: Teresa Simon

Hamburg 1936: Die siebzehnjährige Sophie Terhoven, Tochter eines einflussreichen Kaffeebarons, genießt ihr komfortables Leben in einer prächtigen Villa in einer der besten Gegenden von Hamburg. Hannes Kröger, der Sohn der Köchin, ist ihr von Kindheit an vertraut. Der innigen Kinderfreundschaft entwachsen, fühlen fühlen beide plötzlich ganz anders füreinander und merken, dass sie sich verliebt haben. Sophie ist überzeugt, die große Liebe gefunden zu haben. Doch Reich und Arm gehören nicht zusammen, eine Hürde, die in dieser Zeit kaum zu erklimmen ist. Zusätzlich macht ein dunkles Geheimnis ihrer Eltern die junge Liebe unmöglich. Und über allem braut sich ein politischer Tsunami zusammen, der unaufhörlich auf alle Beteiligten zurollt...

Hamburg 2016: Johanna findet auf dem Dachboden ihrer Mutter einen alten Koffer mit einem Tagebuch. Wer ist die Verfasserin des Geschriebenen, betrifft es ihre eigene Familie? In einem kleinen Café Hamburgs, dem Strandperlchen, macht sie Bekanntschaft mit der Inhaberin Jule Weisbach. Diese bietet neben ihren äußerst delikaten Kaffees und Törtchen einen kleinen Nebendienst an, und zwar bringt sie unter dem Motto „Ich schreib dir dein Leben“ diverse Familiengeschichten, verzweigte, komplizierte Stammbäume zu Papier. Würde Jule ihr über die Herkunft des Tagebuchs helfen können?

„Die Oleanderfrauen“ ist der neue Roman aus der Feder von Teresa Simon vor der historischen Kulisse Hamburgs um 1936. Der Schreibstil ist einfach einzigartig. Er ist spannend, superflüssig zu lesen, höchst emotional, man durchlebt einfach alle Gefühlsebenen mit den Protagonisten hautnah mit.

Jule, Johanna und Sophie sind wunderbare authentische Charaktere, die durch die Geschichte führen. Diese wird in zwei unterschiedlichen Zeitebenen erzählt, einmal aus Sicht von Sophie in der Vergangenheit (Tagebucheinträge) und aus Sicht von Jule und Johanna in der Gegenwart. Sophie kämpft in der Vergangenheit um ihre Liebe und wächst über sich hinaus, währenddessen sich über all ihren Lieben der Sturm des Naziregimes zusammenbraut und zu dieser Zeit kaum jemand die Ausmaße erahnen konnte. Ich möchte hier auf keinen Fall zu viel vom Inhalt verraten, denn Teresa Simon ist es genial gelungen, beide Erzählstränge miteinander zu verknüpfen. Sie lässt uns bis zum Ende ganz schön zappeln, aber man wird mit einem höchst spannenden und emotionalen Finale belohnt.

Ich war am Ende des Romans tief berührt und sehr aufgewühlt über das Gelesene. Ich kann „Die Oleanderfrauen“ absolut weiterempfehlen und vergebe fünf volle sehr verdiente Sterne.

Kann man nicht mehr aus der Hand legen....

Von: Martinas Buchwelten Datum: 11. Januar 2018

Kaum hat das Jahr begonnen, kann ich das erste Buch mit ♥♥♥ Lieblingsbuch-Status♥♥ vermelden! Bessser kann es doch gar nicht starten! Was meint ihr?
Voller Ungeduld habe ich auf den neuen Roman von Teresa Simon gewartet. Ihre beiden Romane "Die Frauen der Rosenvilla" und "Die Holunderschwestern" waren absolute Lieblingsbücher von mir, doch "Die Oleanderfrauen" toppen diese beiden noch. In zwei Tagen habe ich die fast 500 Seiten inhaliert und wollte einfach nur lesen, lesen und nochmals lesen! Was für ein tolles Buch - einfach grandios erzählt!

Schon der Prolog entführt den Leser in ein emotionales Mienenfeld. Ein erschütternder Abschiedsbrief lässt einem sofort in die Geschichte eintauchen...
Wie von der Autorin gewohnt haben wir es wieder mit einer Geschichte auf zwei Zeitebenen zu tun. Die Vergangenheit entführt uns nach Hamburg ins Jahr 1936. Die wohlhabende Familie Terhoven verdient seit Jahrzehnten ihr Geld mit dem Import von Kaffee. Die Dame des Hauses, Delia Terhoven, widmet sich der feinen Gesellschaft, während sich ihr Ehemann Friedrich mit den Geschäften befasst. Die 17jährige Sophie und der 12jährige Lennie wachsen wohlbehütet in der großen Familienvilla auf. Doch schon bald ziehen dunkle Wolken über die Familie. Die politische Situation wird immer angespannter und der Import des Kaffee's geht zurück. Tochter Sophie, verliebt sich in Hannes, den Sohn der Köchin. Die Beiden sind zusammen aufgewachsen und kennen sich von Kindesbeinen an, doch plötzlich ist alles anders. Im Gewächshaus zwischen blühenden Oleanderbüschen treffen sich Sophie und Hannes heimlich. Nur Sophies bester Freund Malte weiß davon. Als die geheimen Treffen Früchte tragen wird die schwangere Sophie mit dem etwa gleichaltrigen Hausmädchen Stine auf die Insel Föhr verbannt, um einen gesellschaftlichen Skandal zu vermeiden.....

Im Gegenwartsstrang lernen wir die sympathische Jule kennen, die in Hamburg ihr Café "Strandperlchen" führt. Eine gewaltige Mietserhöhung gefährdet ihre Existenz, denn "Jule ohne Plan", wie sie ihre Mutter immer nannte, hat ihr Geschichtsstudium nie beendet. Mit dem "Strandperlchen" hat sie sich ihren heimlichen Wunsch erfüllt. Nebenher widmet sie sich noch mit ihrem Service "Ich schreib Dir Dein Leben" alten Familiengeschichten. Ihr Angebot Menschen zu helfen, die nach Familienangehörigen suchen oder einfach alte Biografien ins Reine zu schreiben sind ihr eine Herzensangelegenheit
Als Johanna Martens nach dem Tod ihrer Mutter den Dachboden des Hauses räumt, fällt ihr ein Medaillon mit Oleanderblüten und ein Tagebuch in die Hände. Niemand aus der Familie kann die Tagebuchschreiberin zuordnen und so beginnt Johanna zu lesen. Bald kann sie die Niederschrift nicht mehr aus der Hand legen und bittet Jule mehr über diese Sophie Terhoven herauszufinden. Durch das Lesen der Tagebucheinträge verbindet die beiden Frauen sehr bald eine wunderbare Freundschaft und so ganz nebenbei findet auch Jule ihren Platz im Leben....
Die beiden Zeitebene werden von der Autorin gekonnt verknüpft. Ihr gelingt es mich mit beiden Handlungssträngen zu überzeugen, was selten passiert, da ich zu 90% immer den Strang der Vergangenheit bevorzuge. Hier ergänzen sich die beiden Geschichten jedoch perfekt und man fiebert bis zum Schluss mit allen Protagonisten mit. Die Handlung ist wunderbar lebendig erzählt, die Charaktere mitten aus dem Leben gegriffen und die Spannung zum Greifen nah. Ich habe das Buch inhaliert und konnte es nicht mehr zur Seite legen!

„„Oleanderfrauen, ja das sind wir Terhovens in der weiblichen Linie. Jede von uns musste lernen, dass zur Süße der Liebe auch viel Bitternis gehört. Es ist wie in der alten Geschichte von Hero und Leander – die, die wir wirklich lieben, sind für uns unerreichbar.“

Ebenso gelang es Teresa Simon die Atmosphäre vor Beginn des Zweiten Weltkrieges perfekt einzufangen. Die Nationalsozialisten gewinnen immer mehr an Boden, die Stimmen gegen die Juden werden immer lauter. Trotzdem können es viele Menschen nicht glauben, dass es schon wieder Krieg geben soll, wo doch erst der große Krieg zu Ende gegangen ist. Die Bombardierung Hamburgs (der berühmte Feuersturm im Sommer 1943), die Olympiade in Berlin 1936, sowie das Verschwinden von jüdischen Familiensind Themen, die Teresa Simons genauso anspricht, wie die beginnende Hungersnot.

Mein einziger Kritikpunkt ist die Wahl der Schriftform des Tagebuches. Das feine kursive Schriftbild lässt sich sehr schwer lesen, wird allerdings laut Verlag in der nächsten Auflage verändert werden.
Als Coffee-holic fand ich die tollen Beschreibungen diverser Kaffeesorten und ihrer Zubereitungsarten, sowie Erklärungen zum Import und der Aufzucht sehr interessant.

Am Ende des Romans befinden sich noch als zusätzliches Zuckerl leckere Kuchen- und Kaffeerezepte aus dem "Strandperlchen".

Charaktere:
Die Autorin hat sowohl ihre Hauptcharaktere Jule, Sophie und Johanna, wie auch die zahlreichen Nebenfiguren sehr detailliert und authentisch gezeichnet.
Sophie ist anfangs eine verwöhnte junge Frau, deren wahrer Charakter sich in der schweren Zeit während des Krieges zeigt. Sie gibt nie die Hoffnung auf und kämpft um ihr Leben und ihre Liebe. Sie trotzt allen Widerständen - solange es ihr möglich ist. Sie ist der interessanteste Charakter des Romans. Man spürt ihre Gefühlswelt durch jede Zeile der Geschichte.
Auch Jule in der Gegenwart ist eine engagierte junge Frau, die nicht so schnell aufgibt und mit mutigen Ideen versucht ihren Lebensinhalt, das Café, zu retten. Mit ihrer quirligen und herzensguten Freundin Aphrodite, eine kaffeebraune Schönheit und Mutter einer Tochter, hat sie jederzeit Hilfe an ihrer Seite.
Die sympathische Johanna, habe ich ebenfalls sehr schnell ins Herz geschlossen.
Mein absoluter Liebling im Roman war aber Malte. Der liebenswürdige und hilfsbereite Freund von Sophie liebt Literatur und Swingmusik. Als Kind berkam er Kinderlähmung und ist seither gehbehindert. In den Zeiten des Nationalsozialismus ist er ein Krüppel, ein Feindbild. Zusätzlich ist er noch homosexuell, was der SS-Offizier Hellmuth Moers, der bei den Terhovens ein und aus geht, sehr bald entdeckt. Dieser Mann ist kalt und ehrgeizig. Er nimmt sich, was er will und ist nicht nur für Malte eine Bedrohung.
Sophies kleiner Buder Lennie wird zum glühenden Anhänger der Hitlerjugend und des Nationalsozialismus.

Schreibstil:
Was soll man noch sagen, wenn man die Geschichte liest, rundherum alles ausblendet und eigentlich nur mehr lesen möchte? (Gott sei Dank war Wochenende!) Die Autorin kann es ganz einfach! Man ist gefangen in der Handlung, fiebert mit den Protagonisten mit und kann nicht aufhören zu lesen, bis man die letzte Seite zugeschlagen hat. Was will man mehr?

Fazit:
Ein absolutes Lese-Highlight, das ich nicht aus der Hand legen konnte, bis ich die letzte Seite gelesen hatte. Historisch perfekt recherchiert, mit einem Schuss Spannung und einer ergreifenden Lebens- und Liebesgeschichte auf zwei Zeitebenen, entführt dieser Roman ins Hamburg der Jahre 1936 und 2016. Eine absolute Leseempfehlung!

Ein Lesehighlight

Von: verde Datum: 10. Januar 2018

Mit den "Oleanderfrauen" knüpft Teresa Simon an ihre erfolgreichen Vorgänger-Romane "Die Frauen der Rosenvilla" und "Die Holunderschwestern" an. Es ist gewohnt spannend, mit vielen Geheimnissen rund um wunderbar ausgearbeitete Charaktere.

Hamburg in den 30er Jahren: Die 17-jährige Sophie Terhoven, Tochter eines Kaffeebarons, wächst wohlbehütet auf und soll sich den gesellschaftlichen Verpflichtungen widmen. Doch Sophie verbringt am liebsten die Zeit mit ihrem besten Freund, dem intelligenten und feinfühligen Malte, der noch ein wichtiger Begleiter in ihrem Leben sein soll. Und dann ist da Hannes Kröger, der Sohn der Köchin, in den sie sich unsterblich verliebt hat. Doch die junge Liebe darf nicht sein, nicht nur, weil Reich und Arm nicht zusammengehören. Ein Geheimnis der Familie macht ihre Liebe nahezu unmöglich.

Hamburg 2016: Jule hat sich ihren Traum erfüllt und führt ein Café, in dem sie hochwertige Kaffeesorten anbietet. Doch abseits davon belasten finanzielle Sorgen sie ebenso wie ihr unerfülltes Liebesglück. Dann tritt Johanna, eine ältere Dame, in ihr Leben und macht sie vertraut mit den Tagebüchern der jungen Sophie Terhoven. Diese hat Johanna am Dachboden ihrer Mutter entdeckt und bittet Jule um Hilfe. Denn warum war Johannas Mutter im Besitz davon?

Mit viel Feingefühl verwebt Teresa Simon die beiden Ebenen in der Vergangenheit und im Jetzt. Die Handlung nimmt unerwartete Wendungen und trotz gelüfteter Geheimnisse baut sich die Spannung mehr und mehr auf. Mit einer wunderschönen Sprache, die sich angenehm flüssig lesen lässt, zieht Teresa Simon die Leser in ihren Bann und fesselt sie so sehr an die Geschichte, dass sich das Buch kaum aus der Hand legen lässt.

Beeindruckend sind die fein ausgearbeiteten Charaktere, die sowohl die Handlung als auch die Gefühle so greifbar und real erscheinen lassen. Selbst die Nebencharaktere sind so liebevoll gestaltet, dass man mit ihren Schicksalen mitleidet, -fühlt und -lebt. Ganz großartig ist der Autorin Sophie Terhoven gelungen – eine so starke und bewundernswerte Protagonistin, die eine so wunderbare, authentische Wandlung im Laufe der Geschichte macht, dass man sich nur schwer von ihrem Handlungsstrang lösen kann.

Ein weiteres, wichtiges Detail, das diesen Roman ausmacht, ist die Darstellung der damaligen Zeit. Die Autorin fängt die teilweise beängstigende und bedrückende Vorkriegszeit ebenso gekonnt ein wie die Kriegszeit, in der so viel Angst, Leid und Hoffnungslosigkeit herrschten. Es ist ein Überlebenskampf für die Menschen in Deutschland und für Sophie ganz besonders.

Fazit: Eine klare Leseempfehlung! Ich würde sogar meinen, die "Oleanderfrauen" haben die Vorgängerromane der Autorin noch übertroffen. Eine emotionale, hochspannende Familiensaga.

Eine spannende Familiensaga, die um 1936 spielt

Von: Biggi Friedrichs Datum: 10. Januar 2018

Der erste Erzählstrang spielt in der Gegenwart. Jule Weisbach unterhält ein kleines Café in Hamburg. Der Erhalt ihres Cafés ist durch eine Mieterhöhung gefährdet. Jule lernt eine ältere Dame, Johanna Martens, kennen, die ein altes Tagebuch beim Entrümpeln auf dem Dachboden gefunden hat. Die beiden Frauen freunden sich an und Jule hilft ihr dabei, einige Rätsel aus den Tagebucheintragungen zu recherchieren.

Der zweite Handlungsstrang betrifft dieses Tagebuch, das Sophie Terhoven führte. Das Mädchen ist 17 Jahre alt und Tochter eines Kaffeebarons. Sie lebte mit ihrer Familie in einer schönen Villa in Hamburg und genießt das Leben. Sophie verbringt viel Zeit mit ihren Freunden Malte Voss und Hannes Kröger. Während Malte, der sich für Literatur interessiert, ihr Vertrauter ist, verliebt sie sich in Hannes, den Sohn der Köchin der Terhovens. Heimlich treffen sich die Liebenden im Gewächshaus.

Die beiden Erzählstränge wechseln sich ab, was dazu führt, dass die Seiten nur so dahinfliegen, weil man ja wissen möchte, wie es weitergeht bei den Terhovens oder bei Jule und Johanna.

Die Protagonisten in diesem Roman sind alle sehr lebendig gezeichnet. Entsprechend hofft und leidet man mit den Figuren.
Sophie Terhoven ist eine starke Frau, die sich gegen ihre Familie auflehnt und die mit ihrer großen Liebe leben möchte, gegen alle Hindernisse, die ihr im Weg stehen. Auch Jule ist eine starke Persönlichkeit, die ihren Eltern beweisen möchte, dass sie Erfolg im Beruf hat.

Die Figur des Malte Voss gefällt mir besonders gut. Er ist der gute Freund von Sophie, auf den sie immer zählen kann. Dabei interessiert er sich für Musik und Literatur und hat einiges zu erleiden in der Geschichte.
Eine weitere sehr interessante, aber unsympathische Figur ist der SS-Offizier Hellmuth Moers, der bei den Terhovens ein- und ausgeht und dessen Rolle anfangs nicht so ganz klar ist. Dieser Mann ist ein sehr gefährlicher, eiskalter Mensch, der immer wieder auf Sophie und ihr Umfeld trifft.

Nebenbei bekommt der Leser Einblick in die Zeit, während die Nazis in Deutschland an die Macht kamen, in die Ereignisse vor und während des Krieges. Der Hass auf Juden und Andersdenkende wird zum Thema, der Überlebenskampf der Frauen, die die Familie ernähren müssen und der Bürgerkrieg in Spanien wird angeschnitten.

Sehr interessant zu lesen sind auch die Infos über Kaffee, die verschiedenen Sorten und die Zubereitung, die man über Jule bekommt.

Die Tagebucheintragungen sind zwar schön anzuschauen und wirken autenthisch, sie sind aber anstrengend zu lesen, da die Schriftart kursiv, sehr eng und sehr blas ist.

Teresas Simon hat mit dieser spannenden Familiensaga einen von der ersten Seite an fesselnden Roman mit vielen Wendungen und Überraschungen erschaffen. Er bekommt meine absolute Leseempfehlung.

Hamburg - Damals und Heute

Von: Miss Norge Datum: 09. Januar 2018

Ein Roman, dessen Geschichte die Leser mit auf eine Zeitreise nimmt.
Man schwelgt in Tagebucheinträgen von 1936-1943 und erlebt parallel dazu, wie im Jahre 2016 Verbindungen aufgedeckt werden, die zu Beginn der Geschichte unvorstellbar erschienen.
Ich liebe solche Bücher ja sehr, wo man tiefe, beeindruckende, aber auch bedrückende Einblicke in das Leben aus vergangenen Zeiten wirft.

Hamburg in den 1930er Jahren: In diesem Zeitraum nimmt mich Sophie Terhoven an die Hand und ich begleite sie durch ihr Leben. Durch Höhen und Tiefen, durch Liebe und Trauer, durch Glück und Tod. Sie wächst als Tochter eines Kaffeebarons in einer noblen Villa direkt an der Elbe auf. Sie ist verliebt in Hannes, er ist der Sohn der Köchin, und wie man ahnt, ist dies nicht gern gesehen. Doch dann wird Sophie auch noch schwanger von Hannes, doch um der Schande vorzubeugen, wird Sophie bis zur Geburt von Rose-Marie auf die Insel Föhr verbannt. Wie man sich vorstellen kann, wird das Leben von Sophie nicht leichter. Im weiteren Verlauf muss sie einige Tiefschläge einstecken und liebe Menschen verabschieden. Doch Sophie zeigt immer Stärke, oftmals denkt sie mehr an andere als an sich selbst. Sie bringt sich und Rose-Marie durch die Kriegsjahre, immer mit der Hoffnung verbunden, dass ihr Hannes unversehrt zurückkehrt.

Hamburg 2016: In den Gegenwartsabschnitten ist Jule Weisbach die Hauptperson. Sie betreibt ein kleines Café in Hamburg, das „Strandperlchen“, und hat hier ums Überleben zu kämpfen, denn schon wieder wurde die Miete für ihr Lädchen erhöht. Nebenbei bietet sie den Service „Ich schreib Dir Dein Leben“ an. Hier befasst und recherchiert sie für andere Personen deren Biografie. Durch Zufall lernt sie ihre Kundin Johanna besser kennen und diese hat beim Ausräumen des Dachbodens ihrer verstorbenen Mutter einen Koffer gefunden mit einem Tagebuch. Durch das Lesen dieser Tagebucheinträge verbindet die beiden Frauen immer mehr und es beginnt eine wunderbare Freundschaft, die sie noch viel näher bringen wird, als es jemals zu ahnen ist.

Teresa Simon hat bestens recherchiert und das „Historische Nachwort“ zum Thema Kaffee rundet die Geschichte hervorragend ab. Ich habe mich toll unterhalten gefühlt, die Charaktere sind gut ausgearbeitet, denn genauso hätte es sie auch im echten Leben geben können, egal ob im Damals oder im Heute.

Fazit
Teresa Simon ist ein wundervoller Roman gelungen, in den man abtauchen kann, wo man die Welt um sich herum vergessen kann und wo man mit den Charakteren mitleidet, als würde es sich um die eigene Verwandtschaft handeln. Mit viel Gefühl und fesselnd lässt die Geschichte einen ab der der ersten Seite nicht mehr los. Wieder ein absolutes Buch-Highlight von dieser Autorin. Wer Romane um Familiengeheimnisse gerne liest, wird irgendwann nicht mehr um dieses Buch herumkommen.

Schon lange hat mich kein Buch mehr so emotional berührt und mitgenommen! Mein absolutes Lesehighligt!

Von: Gina1627 Datum: 09. Januar 2018

Sorgenfrei, unbeschwert und heimlich verliebt genießt Sophie ihr junges Leben als Tochter des Kaffeeunternehmers Friedrich Terhovens. Doch gerade diese Liebe stellt sie vor so manches Hindernis. Der Standesdünkel ihrer Familie im Jahre 1936 lässt eine Beziehung zu Hannes Kröger, dem Sohn ihrer Köchin, nicht zu, und ihre Treffen finden im Verborgenen statt. Ihr Lieblingsort ist das Gewächshaus ihrer Mutter, in dem es verschwenderisch nach Oleandersträuchern duftet und das ihnen ein Versteck und eine einzigartige Atmosphäre bietet. Als ihre Liebe jedoch entdeckt wird, gerät alles aus den Fugen, lang verschwiegene Geheimnisse kommen ans Tageslicht und lösen schicksalshafte Entscheidungen aus.

Unvergleichlich schön, berührend und voller Emotionen entführt uns Teresa Simon mit ihrem Buch in die Kulisse nach Hamburg ins Jahr 1936. Schon alleine ihr Prolog, in dem ein sehr bewegender und leidvoller Brief geschrieben wird, fängt einen sofort ein. Ihr Schreibstil, der so voller Lebendigkeit, Gefühlen und Spannung steckt, löste wahre Begeisterung in mir aus. Man verfällt regelrecht in einen Leserausch, blendet alle Nebensächlichkeiten aus und taucht voller Erwartung und Spannung immer tiefer in die schicksalhafte Geschichte ein. Durch ihre sehr authentischen und liebevoll beschriebenen Charaktere schlüpft man automatisch in ihre Rollen hinein und erlebt unvergleichlich schöne, aber auch grausame und herzzerreißende Momente. Die Charaktere werden zu Freunden und man teilt mit ihnen alle Geheimnisse und Gefühle. Ja, man lebt hier wirklich die Geschichte hautnah mit!

Auch die geschichtlichen Einbindungen wurden hier sehr gekonnt mit eingebaut. Sie sind eindringlich und bedrückend aber stehen nicht im Vordergrund und lassen der Familiengeschichte den Raum, die den Leser so fasziniert.

Durch zwei sich abwechselnde Erzählstränge in der Vergangenheit und Gegenwart fiebert man immer auf den jeweiligen hin. Für mich war das gemeinsame Lesen mit Johanna und Jule in den Tagebucheinträgen von Sophie der stärkste Erzählpart der Geschichte. Hier wurde herzerfrischend, leidenschaftlich und sorgenvoll ein ganzes Leben als Erinnerung für die Nachwelt festgehalten. Man spürt Sophies Gefühlswelt, die voller Liebe, Sehnsucht, Enttäuschung, Verzweiflung, Fassungslosigkeit und Hass steckt. Das Buch lebt durch Sophie, die hier einen wirklich sehr besonderen Charakter verkörpert. Sie ist mutig, leidenschaftlich und gibt nie die Hoffnung auf.

Immer wieder findet man sich zwischendrin im zweiten Erzählstrang in der Gegenwart wieder und hat auch hier die Charaktere voll in sein Herz geschlossen. Jule, die junge Frau ohne Plan in ihrem Leben, deren neuestes Projekt ein gut gehendes Café ist und die hier für andere Menschen Geschichten über ihr Leben schreibt, und Johanna, eine rüstige alte Dame, die nach ihrer Berufswelt auf der Suche nach einem neuen Sinn und neuer Lebensfreude für ihr weiteres Leben ist. Die beiden werden zu Freundinnen und sie verbindet eine tiefgehende Seelenverwandtschaft.

Wunderschön werden hier die Schicksale der Vergangenheit und Gegenwart langsam zusammengeschmolzen und man ist ergriffen und zu Tränen gerührt, aber auch glücklich über so manche Wendung, die einem das Herz öffnet.

Mein Fazit:
Teresa Simon hat mir mit „Die Oleanderfrauen“ ein unvergleichliches Lesevergnügen bereitet. Was gibt es Schöneres als vollkommen von einem Buch begeistert und gefangen zu sein?
Für diesen außergewöhnlichen historischen Roman hätte ich gerne noch mehr als 5 Sterne vergeben!

Sophies Geheimnis

Von: hasirasi2 Datum: 09. Januar 2018

Ich hab das Buch am Silvesterabend ausgelesen und die Böller und Raketen draußen hören sich fast so entsetzlich an, wie ich mir in die Bombennächte 1943 in Hamburg vorstelle. Wie muss sich da erst eine junge Mutter fühlen, deren kleine Tochter in diesen Nächten vor Angst nicht mehr atmen kann? Was ist aus den beiden geworden und vor allem was hat Johannas Mutter damit zu tun? Diese Fragen stellt sie sich 2016, als sie beim Ausmisten des Dachbodens unter deren Sachen einen Pappkoffer mit einem herzzerreißenden Brief, einem Medaillon und einem Tagebuch findet. Das Medaillon fühlt sich gleich irgendwie vertrau an, sie legt an und nie mehr ab. Aber auch das Tagebuch nimmt sie sofort gefangen und wirft immer neue Fragen auf.

Teresa Simon kann es einfach! Kaum eine Autorin schreibt so fesselnde, atmosphärische und intensive Familiensagas wie sie. Dabei verlangt sie ihren Lesern wirklich alles ab und beschönigt nichts. Seit den „Frauen der Rosenvilla“ (das in meiner Heimatstadt Dresden spielt) bin ich ein absoluter Fan ihrer Art, deutsche Geschichte aus der Sicht von Frauen zu erzählen. Eine Besonderheit ihrer Bücher ist, dass sie die Geheimnisse Stück für Stück offenbart und dem aufmerksamen Leser durch geschickt platzierte Hinweise die Chance gibt, diese zum Teil selbst zu enthüllen. Nach Dresden und München (Die Holunderschwestern) geht es in „Die Oleanderfrauen“ nun nach Hamburg.

1936 verliebt sich Sophie, die Tochter des Kaffeebarons Terhoven, ausgerechnet in Hannes, den Sohn der Köchin – dabei kennen sie sich schon ihr ganzes Leben: „Tausend mal berührt, tausend mal ist nichts passiert ...“ Natürlich hat ihre Liebe eigentlich keine Chance, aber Sophie hört nicht auf, dafür zu kämpfen. Doch dann kommen lange verborgene Geheimnisse ihrer Eltern ans Licht und verändern alles.

„Vernunft statt Gefühle. Tradition anstelle von Leidenschaft.“ (S. 27)

2016 kämpft Jule mit ihrem Café Strandperlchen ums Überleben, als dessen Miete drastisch erhöht wird. Ihre Mutter nannte sie immer „Julchen ohne Plan“, weil sie angeblich nie etwas zu Ende bringt – aber an dem Café hängt sie wirklich und auch „Ich schreib Dir Dein Leben“ ist ihr eine Herzensangelegenheit. Trotz ihres abgebrochenen Geschichtsstudiums liebt sie nämlich Familiengeschichten und erforscht die Vergangenheit ihrer Kunden gegen kleines Geld. Als Johanna ihr Sophies Tagebuch bringt, fesselt sie die Geschichte sofort und wird zu ihrem persönlichsten Fall.

Sophie schildert darin ihr Leben und das ihrer Freunde während des 2. Weltkrieges: Die Ausweitung des Nationalsozialismus und die damit einhergehenden Veränderungen, die Wirren des Krieges und die Bombenangriffe auf Hamburg 1943.
Neben Sophies und Hannes Geschichte hat mich besonders die von Malte berührt – er ist ihr bester schwuler Freund und würde seine Neigung gern offen ausleben, muss sich aber wegen der Nazis verstecken und verbiegen.
Extrem unangenehm war mir hingegen Hellmuth Moers, ein Jugendfreund von Sophies Vater und überzeugter Anhänger Hitlers. Immer wenn er „auftrat“, bekam ich Gänsehaut.

Natürlich kommt auch der Kaffee in dem Buch nicht zu kurz. Es werden die verschieden Sorten und Zubereitungsarten erklärt, wie sich die Einfuhr, Verteilung und der Konsum des plötzlichen „Luxusgutes“ veränderte (auch heute wieder) und was das für die Wirtschaft im Allgemeinen und die Familie Tervhoven im besonderen bedeutete – schließlich lebten sie davon! Auch Kaffee gab es während des Krieges nämlich nur noch mit Lebensmittelmarken auf Zuteilung und es wurde damit spekuliert ...

Mein Fazit: Unbedingt lesen und hoffen, dass bald ein neues Buch von Teresa Simon erscheint!

Dum spiro spero

Von: Katjuschka Datum: 09. Januar 2018

Das bekannte Zitat von Cicero geht noch weiter:
"Dum spiro spero. Dum spero amo. Dum amo viro" - "Solange ich atme, hoffe ich. Solange ich hoffe, liebe ich. Solange ich liebe, lebe ich."

Dies passt perfekt zu dieser unglaublich spannend geschriebenen Familiengeschichte.
Im Mittelpunkt steht die zu Beginn 17-jährige Sophie. Die Liebe zu ihrem Freund aus Kindertagen scheint unmöglich, denn Sophie ist die Tochter des reichen Kaffeehändlers Friedrich Terhoven und Hannes "nur" der Sohn der Köchin. Doch die beiden treffen sich heimlich und werden in der Zeit des aufstrebenden Nazi-Regimes ein Paar.
Der Leser erlebt diese bittersüße Liebesgeschichte genauso hautnah mit, wie den schleichenden Wandel der Zeit. Die Lebensumstände, sowie die Emotionen der verschiedenen Protagonisten, werden sehr lebensnah und eindringlich vermittelt, ohne aufdringlich zu wirken. Das betrifft auch "Nebencharaktere" wie z.B. Sophies Bruder Lenny, der sehr früh in die Fänge der HJ gerät, oder ihren besten Freund, den homosexuellen Malte, dessen Qualen mich besonders berührt haben.

Ich möchte auf noch so viel mehr eingehen, so sehr hat mich dieses Buch bewegt. Aber ich will den Lesegenuss nicht schmälern, denn gerade von den vielen grandios beschriebenen Personen und dem unglaublichen Spannungsbogen lebt das Buch! Ich kann den Schreibstil nur als fesselnd beschreiben – und das ist schon fast untertrieben: Ich habe die Geschichte quasi inhaliert!

Umrahmt wird die Geschichte von Jule und Johanna. Jule ist die Besitzerin eines kleines Cafés und betreibt dazu noch einen Service für Familienchroniken. Johanna ist eine ältere Dame, die auf dem Dachboden im Haus der verstorbenen Mutter ein altes Tagebuch findet. Gemeinsam vertiefen sich die zwei Frauen in die gleichermaßen bewegenden wie spannenden Seiten der Vergangenheit und entdecken Erstaunliches – und Gemeinsamkeiten!

Genau wie Jule und Johanna mag man sich kaum von den Seiten lösen, weil man unbedingt wissen will, wie es weitergegangen ist! Denn mit "Die Oleanderfrauen" ist Teresa Simon ein hervorragend recherchierter Roman gelungen, der mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert hat!


Abgerundet wird das Buch durch ein historisches Nachwort und einige Rezepten aus Jules Café.

Ein Buch voller Gefühl

Von: Kikis Bücherkiste Datum: 09. Januar 2018

Herzlichen Dank der Autorin und dem Heyne Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars, was aber in keiner Weise meine Meinung beeinflusst.

Meine Meinung:
Teresa Simon steht für Bücher mit Leidenschaft und viel Gefühl. Wer ihre anderen zwei Bücher „Die Holunderschwestern“ und „Die Frauen der Rosenvilla“ kennt, weiß vielleicht wovon ich spreche.

Auch dieses Buch bildet da keine Ausnahme, denn es beginnt mit einem herzergreifenden Brief. Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen. Zum einen in den Jahren 1936-1943, wo wir Sophie, Hannes und Malte durch die schwere Zeit begleiten dürfen. Jule, die das Cafe „Strandperlchen“ besitzt und Johanna, die Sophies Tagebuch findet und sich auf die Suche nach Antworten begibt, dürfen wir durch das Jahr 2016 begleiten.

Während ich in den zwei letzten Büchern problemlos in die Geschichte eintauchen konnte, hatte ich hier allerdings kleine Startschwierigkeiten. Es holte mich anfangs einfach nicht ab. Woran es lag, kann ich gar nicht genau sagen. Es zog sich irgendwie ein wenig, bevor es ungefähr ab Seite 90 dann voranging, ich mittendrin war und das Buch anfing, mich mitzureißen. Ab da gab es kein Halten mehr und die Seiten flogen mit rasendem Tempo dahin.

Der Schreibstil ist, wie ich ihn von Teresa gewohnt bin, herrlich leicht zu lesen. Und wie auch schon oben erwähnt, ist in jeder Zeile die Leidenschaft der Autorin und die Liebe zu ihrer Geschichte zu spüren. Zudem hat Teresa Simon die Gabe, ihre Bücher so bildlich darzustellen, dass man das Gefühl hat, mitten im Strandperlchen zu stehen, während Jule den Kaffee zubereitet, daneben zu stehen und zuzusehen, wie der Kuchen auf Jules Kleid landet oder als Rose-Marie geboren wird.

Auch die Ausarbeitung der Charaktere gefiel mir gut, sie waren alle greifbar und authentisch. So konnte ich mich gut in sie hineinfühlen, mit ihnen fühlen und verstand die eine oder andere Entscheidung, die sie in ihrem Leben brachten.

Jule mit ihrer chaotischen, aber total lieben Art mochte ich sehr gerne, aber auch die liebe Johanna, die Jule zur Seite stand, war einfach hinreißend. Sophie hat sich ziemlich schnell in mein Herz geschlichen. Am Anfang noch etwas naiv, entwickelt sich aber im Laufe der Zeit zu einer sehr starken Frau, die viel ertragen muss. Am liebsten hätte ich sie immer wieder in den Arm genommen und ihr gesagt, dass sie stark bleiben soll und alles gut wird, so sehr hat mich ihre Geschichte bewegt.

Auch das Ende des Buches gefiel mir gut, obwohl es für mich ein wenig absehbar war.

Am Ende des Buches hat die Autorin ein paar sehr interessante Informationen zum Thema Kaffee für uns. Außerdem findet man hinten die Rezepte zu den Kuchen, die im Buch gebacken werden. Ich werde bestimmt das ein oder andere Rezept mal ausprobieren.

Fazit:
Nach anfänglichen Startschwierigkeiten lies sich das Buch wunderbar lesen. Ich tauchte ein in die Welt von Sophie, ihrer Familie und ihren Freunden, litt mit ihnen und freute mich mit ihnen. Klare Leseempfehlung.

Kräftiger Geschmack, volles Aroma und viel leckerer Milchschaum

Von: Roman Andreas Scheiter Datum: 09. Januar 2018

Nach „Die Holunderschwestern“ ist dies der zweite Roman der Autorin, den ich mit voller Begeisterung gelesen habe.

Teresa Simon gelingt es erneut, zwei Zeitebenen gekonnt zu verknüpfen, und gestaltet diese über den gesamten Verlauf sehr spannend, so dass es schwerfällt, sich von vergangenen Tagebucheinträgen oder den Erlebnissen einer sehr sympathischen Strandcafébesitzerin im heutigen Hamburg zu lösen.

Der sehr flüssige und bildhafte Schreibstil sorgt für ein tiefes Hineintauchen in die Handlung und somit in ein Meer von verschiedenen Emotionen.

Voller Feingefühl transportiert Teresa Simon die Gedankenwelt ihrer Protagonisten nach außen und ich habe mich auch als männlicher Leser sehr gut in die Protagonistinnen hineinfühlen können. Ihr Handeln empfand ich stets als glaubwürdig und nachvollziehbar.

Mein Herz verloren habe ich jedoch an Malte, eine zarte Jungenseele, dessen Weg zum Erwachsenwerden sich in der Zeit um 1936 alles andere als leicht gestaltet und der von der Autorin sehr authentisch, ohne zu beschönigen, dargestellt wird.

Den gut gehüteten Familiengeheimnissen auf den Grund zu gehen, erweist sich als ein sehr unterhaltsames Lesevergnügen mit gleichbleibender Spannung, denn die Autorin überrascht durch unvorhersehbare Wendungen, wodurch beim Lesen eine sehr angenehme Gedankendynamik entsteht.

Fazit:
Wie eine gute Tasse Kaffee – kraftvoll aromatisch, ganz viel leckerer Milchschaum und mit einer feinen Prise Zimt gewürzt.

Die Oleanderfrauen

Von: Gerlinde Datum: 09. Januar 2018

Cover:
Sehr schön eingefangen, genau so kann man sich den Garten des Handlungsort vorstellen.

Inhalt:
Zwei Zeitebenen, die genial miteinander verknüpft werden: Hamburg in der Gegenwart und um 1936. Die junge Sophie, Tochter eines reichen Kaffeebarons, genießt unbekümmert ihr Leben. Hannes, der Sohn der Köchin ist ihr von Kindheit an ein Freund.
Als aus dieser Freundschaft Liebe wird, beginnen die Probleme, denn Reich und Arm gehören nicht zusammen und ein dunkles Geheimnis stürzt die beiden Liebenden in einen tiefen Abgrund. Sophie muss plötzlich über sich selbst hinauswachsen. Dann auch noch der Krieg….

Meine Meinung:
Dies ist nach „Die Frauen der Rosenvilla“ und „Die Holunderschwestern“ das dritte Buch der Autorin und ich habe es wieder begeistert verschlungen.
Der Schreibstil ist einfach genial. So voller Wärme, Leben, Direktheit und fesselnd, dass jede Person und Handlung direkt als Kopfkino bei mir abläuft. Ich fühle mich selber als die beschriebenen Personen, handle und agiere direkt mit, es ist einfach mehr als lesen, es ist erleben.
Auch der Einstieg ins Buch ist direkt ohne lange Aufwärmphase, so wie man es sich wünscht, wie Kino ohne lange Werbung vorweg. Die beiden Handlungsebenen sind klar gekennzeichnet und werden sehr geschickt miteinander verwoben.

Beim Lesen gerät man immer mehr in den Bann der Geschichte, es ist ein regelrechter Sog, der einem das Buch nicht mehr aus der Hand legen lässt.

Hier liest man von der gewaltigen Kraft der Liebe, die mitten ins Herz trifft, und dem bewegenden Drama, was der Krieg aus Menschen machen kann. Romantisch und tief traurig zugleich.

Ob in der Gegenwart oder der Vergangenheit, sehr feinfühlig und berührend erfahren wir von den Sorgen und Nöten, den Gedanken und dem Handeln der Protagonisten. Und jeder ist gleich liebevoll und perfekt gezeichnet.

Autorin:
Teresa Simon ist das Pseudonym einer bekannten deutschen Autorin, die mit ihrem Mann in München lebt. Sie reist gerne (auch in die Vergangenheit), ist neugierig auf ungewöhnliche Schicksale, hat ein Faible für Katzen und bewundert alles, was grünt und blüht.

Mein Fazit:
Ein meisterhaft erzähltes Familienepos.
Eine bewegende Liebe in Kriegszeiten.
Sehr emotional, Hochspannung pur bis zum Schluss, machen das Buch zu einem echten Pageturner.
Von mir eine klare Lese- und Kaufempfehlung und 5 Sterne

Grandios, fesselnd und bewegend - ein toller Start ins Lesejahr 2018 !

Von: katikatharinenhof Datum: 09. Januar 2018

Was tun, wenn der beste Freund aus Kindertagen plötzlich für Schmetterlinge im Bauch und extremes Herzklopfen verantwortlich ist? So geht es nämlich Sophie, Tochter des einflussreichen Kaffeemagnaten Terhoven, als sie erkennt, dass sie sich in Hannes, den Sohn der Köchin, verliebt hat.
Trotz Standesdünkel treffen sie sich heimlich zwischen den blühenden Oleanderbüschen und leben ihre Gefühle aus. Eine gefährliche Verbindung, die in den 1930ern nicht das einzige Geheimnis ist, das plötzlich mit aller Macht an die Öffentlichkeit will...


Um dieses Buch zu beschreiben fehlen mir tatsächlich die Superlative – grandios, extrem fesselnd, bewegend, ganz großes Kino. All das vermag nicht auszudrücken, was Teresa Simon mit ihrem neuen Buch gelungen ist.
Ich bin Jule, die Besitzerin des kleinen Cafés, die immer tiefer in die Geschichte von Sophie und Hannes eintaucht. Genau wie sie habe ich nicht aufhören können zu lesen. Immer noch eine Seite und noch ein Kapitel habe ich regelrecht "inhaliert", um dieser bittersüßen und bewegenden Geschichte zu folgen.
Ich bin Sophie, habe mit ihr die erste große Liebe genießen können und den schrecklichen Wandel der Zeit in Nazideutschland erlebt.
Ich bin Johanne, auf den Spuren ihrer Wurzeln und habe nach und nach die Zusammenhänge der Familiengeschichte entdeckt.
Schillernde Charaktere haben dieses Buch zu einem erlebbaren Lesegenuss gemacht. Allesamt sind die Protagonisten so ausgearbeitet, dass man sie direkt vor sich sieht, Ich habe mit ihnen geliebt, gehofft, gelitten und mitgefiebert.
Die fesselnde Schreibweise und eine akribische Recherche runden das Gesamtbild ab und ergeben somit eine bittersüße Liebesgeschichte, die von der ersten bis zur letzten Seite begeistert.
als Tüpfelchen auf dem i sind noch tollen Kuchen- und Kaffeerezepte angefügt, die zum Nachmachen einladen und so nochmal den Genuss des Buches versüßen :-)
Das historische Nachwort vervollständigt dieses geniale Buch und man hält ein echtes Buchschätzchen in den Händen. Für mich schon jetzt ein Lesehighlight im Lesejahr 2018 !


Herzlichen Dank an Corinna Schindler und den Heyne Verlag für die kostenfreie Bereitstellung dieses Rezi-Exemplares. Diese Tatsache hat jedoch nicht meine ehrliche Lesermeinung beeinflusst.

Die Süße und die Bitternis der Liebe – wie untrennbar sind sie doch miteinander verbunden!

Von: LEXI Datum: 09. Januar 2018

Die Süße und die Bitternis der Liebe – wie untrennbar sind sie doch miteinander verbunden!

„Wir Terhovens in der weiblichen Linie sind Oleanderfrauen. Jede von uns musste lernen, das zur Süße der Liebe auch viel Bitternis gehört. Es ist wie in der alten Geschichte von Hero und Leander – die, die wir wirklich lieben, sind für uns unerreichbar.“

Sophie Terhoven ist siebzehn und führt als Tochter eines einflussreichen Kaffeebarons ein komfortables Leben in der elterlichen Villa in Hamburg. Ihre wunderschöne elegante Mutter Delia widmet sich bevorzugt ihren gesellschaftlichen Verpflichtungen, ihr Vater Friedrich geht seinen Geschäften nach. Die unkonventionelle Sophie genießt ihren großen Freiraum, ihre beiden besten Freunde sind Malte Voss und Hannes Kröger. Während sie im feinsinnigen, sensiblen und äußerst intelligenten Malte eher einen engen Vertrauten und Kumpel sieht, wurde aus ihrer innigen Kinderfreundschaft mit Hannes im Verlauf der Jahre die große Liebe ihres Lebens. Als unehelicher Sohn der Köchin der Familie Terhoven ist der charismatische junge Mann mit dem unwiderstehlichen Lächeln als Heiratskandidat jedoch völlig indiskutabel. Die beiden Liebenden leiden unter dieser Situation, ihr einziger Kontakt besteht in heimlichen Treffen im Gewächshaus zwischen den duftenden Oleanderpflanzen. Ein folgenschweres Ereignis sorgt schließlich dafür, dass Sophie und Hannes ihre Liebe nicht mehr verheimlichen können…

Teresa Simon erzählt in diesem prachtvollen Familienepos die Geschichte der Terhovens, umrahmt von den tragischen Ereignissen der Vorkriegszeit in Deutschland. Hierbei werden unter anderem auch der Fackellauf der Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen, die Olympischen Sommerspiele in Berlin, die Unterdrückung und Verfolgung der Juden und anderer Minderheiten sowie der Ausbruch des spanischen Bürgerkrieges thematisiert. Die Autorin präsentiert einen von äußerst authentischen Figuren und ausgezeichnet recherchierten historischen Fakten getragenen Roman, der durch seinen einnehmenden Schreibstil und eine wunderschöne Sprache punktet.

Die Haupthandlung besteht aus zwei parallelen Erzählsträngen, die gegen Ende hin zusammengeführt werden. Während sich der erste Strang mit den Ereignissen der Gegenwart befasst, in der die dreißigjährige Barista Jule Weisbach um den Fortbestand ihres kleinen Cafés kämpft, handelt der zweite Strang von den Ereignissen der Vergangenheit, welche in Form von Tagebucheinträgen der Sophie Terhoven nach und nach aufgerollt werden. Durch diese sukzessiven Enthüllungen entsteht ein hoher Spannungsbogen, der konstant aufrecht gehalten wird.

Die Autorin hat sowohl ihre Hauptakteure Jule, Sophie und Hannes, als auch die zahlreichen Nebenfiguren äußerst detailliert und authentisch gezeichnet. Meine ganz besondere Sympathie galt dem Lyrik- und Swingfan Malte Voss, der Sophie in aufrichtiger und rückhaltloser Freundschaft zugetan war. Bei den Ereignissen in der Gegenwart zählte Johanna Martens zu meinen favorisierten Nebenfiguren. Die unverheiratete ältere Dame findet unter dem Gerümpel auf dem Dachboden ein altes Tagebuch, dessen Inhalt sie nicht mehr loslässt – und das letztendlich ihr Leben verändert. Neben einigen weiteren Statisten spielt der attraktive, eiskalte und äußerst gefährliche SS-Offizier Hellmuth Moers eine bedeutende Rolle, er fungiert zudem als Antagonist dieses Buches.

Fazit:
Teresa Simon hat mir mit dieser imposanten Familiengeschichte ein exquisites Lesevergnügen mit großen Emotionen und sehr hohem Spannungsfaktor bereitet. Ich möchte dieses Buch jedem Leser mit einem Faible für niveauvolle Familien- und Liebesromane und ausgezeichnet recherchiertem historischen Hintergrund ans Herz legen. „Die Oleanderfrauen“ war mein erstes Buch dieser Autorin, aber mit Sicherheit nicht mein letztes. Ich freue mich bereits auf weitere Werke aus der Feder Teresa Simons.

Spannender historischer Roman um eine Hamburger Kaffeedynastie

Von: Susanne Edelmann Datum: 07. Januar 2018

Hamburg 2016: Nach dem Tod ihrer Mutter muss Johanna Martens deren Haus ausräumen. Dabei findet sie ein Medaillon und ein Tagebuch. Das Medaillon enthält das Foto eines ihr unbekannten jungen Mannes und eine getrocknete Oleanderblüte. Das Tagebuch wurde im Jahr 1936 von der damals 16-jährigen Sophie Terhoven begonnen, die als Tochter eines Hamburger Kaffeebarons sehr behütet aufwuchs. Ihr Freund aus Kindertagen ist Hannes Kröger, Sohn von Köchin Käthe. Als die beiden Kinder heranwachsen, wird aus Freundschaft Liebe, doch das wird von Sophies Eltern nicht gern gesehen. Da ist zum einen der Standesunterschied, zum anderen offenbart sich nun ein dunkles Geheimnis von Sophies Vater. Doch es ist zu spät, Sophie ist schwanger. Als nun auch noch ein Geheimnis von Sophies Mutter ans Licht kommt, wird Sophie verstoßen und ist fortan mit ihrer Tochter Marie auf sich allein gestellt – fast, denn zum Glück hält Käthe zu ihr, während ihr Sohn Hannes als Soldat in den Krieg ziehen muss, woran er fast zerbricht. Auch Malte, Sophies langjähriger guter Freund, unterstützt sie nach Kräften. Doch Malte ist schwul und hat deshalb ganz besonders unter den Nationalsozialisten zu leiden. Schließlich bricht der Zweite Weltkrieg aus und bringt noch mehr Leid und Hunger mit sich. Sophie ist oft genug nahe daran, aufzugeben, doch für ihre kleine Tochter nimmt sie jede Pein auf sich, getreu dem Familienmotto „Dum spiro spero – Solange ich atme, hoffe ich“ (Cicero). Schließlich bleibt Sophie kein anderer Ausweg mehr als ein herzzerreißendes Opfer mit dramatischen Auswirkungen bis in die Gegenwart.

Johanna kann kaum mehr aufhören, das Tagebuch zu lesen, obwohl sie keine Ahnung hat, wie diese Aufzeichnungen der ihr fremden Sophie in den Besitz ihrer Mutter gelangt sein könnten. Johanna weiht ihre junge Freundin, die Cafébesitzerin Jule, in ihre Nachforschungen ein. Beide Frauen werden immer tiefer in Sophies erschütternde Geschichte hineingezogen, nichtsahnend, welche Auswirkungen das auch auf sie selbst und auf ihre Familien hat.

Mir ging es beim Lesen dieses Romans wie Johanna beim Lesen des Tagebuchs: Ich konnte einfach nicht mehr aufhören. Der beständige Wechsel der Erzählperspektiven und der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit sorgt immer wieder für Cliffhanger am Ende der Kapitel. Eine leise Ahnung, welcher Art die Verbindung zwischen Johanna und Sophie sein könnte, ließ mich gar nicht mehr ruhen, sondern immer noch gespannter weiterlesen. Anfangs hatte ich mich gewundert, warum im Titel eines Buches, das in Hamburg spielt, die eher mediterrane Pflanze Oleander vorkommt, doch das erklärt sich im Laufe der Lektüre.

Nach „Die Frauen der Rosenvilla“ und „Die Holunderschwestern“ ist dies der dritte Roman der Münchner Autorin Teresa Simon und er ist mindestens so gelungen wie seine Vorgänger. Ganz nebenbei erfährt man bei der Lektüre auch einiges an Wissenswertem über Kaffee, seine Herstellung und Zubereitung. Und wie schon in den beiden ersten Romanen finden sich auch hier im Anhang wieder leckere Rezepte zum Nachbacken. Außerdem weckte das Buch bei mir viele Erinnerungen an eigene Reisen nach Hamburg, die mich unter anderem auch zur Speicherstadt Kaffeerösterei geführt hatten.

Alles in allem ein sehr aufwühlender, bewegender Roman, über den ich auch nach dem Ende der Lektüre noch einige Zeit nachgedacht habe. Ein absolutes Muss für Liebhaber von akribisch recherchierten Romanen, die tatsächliche historische Begebenheiten mit einer spannenden Geschichte verknüpfen. Wahrlich ein gelungener Auftakt für das Lesejahr 2018!

Ungeahnte und aufregende Geheimnisse

Von: Arietta Datum: 05. Januar 2018

Meine Meinung:
Zur Autorin:
Theresa Simon versteht es immer wieder, den Leser mit ihrer Erzählkunst so zu fesseln, dass man förmlich an den Seiten klebt. Ihr Schreibstil ist sehr flüssig, bildhaft und sehr mitreißend. Es gelingt ihr erfolgreich, die dramaturgische Spannung von der ersten bis zur letzten Seite aufrechtzuerhalten. Alles ist so authentisch und real geschildert, selbst das kleine Café von Jule, man roch und schmeckte den Kaffee und die Törtchen. Auch das Leben von Sophie Terhoven wird so lebendig geschildert. Die Geschehnisse der Machtergreifung Hitlers und den Zweiten Weltkrieg mit all seinen Auswirkungen erlebte man mit. Die Autorin hat es verstanden, ihren einzelnen Figuren Leben einzuhauchen, auch deren Charaktere sind hervorragend herausgearbeitet. Man konnte direkt in manche Seele blicken, an ihren Emotionen, Gefühlen, ihrer Trauer, Wut und ihren Hoffnungen teilhaben. Sehr schön sind die zwei Erzählstränge und Zeitebenen miteinander verwoben. Was ich ganz toll fand: Die Rezepte am Ende des Buches und das historische Nachwort runden alles ab, sodass keine Fragen offen bleiben. Ein Buch voller dunkler und aufregender Familiengeheimnisse.

Zum Inhalt:
Alles fängt eigentlich 2016 in Jules kleinem Café, das sie in Hamburg betreibt, an. Jule, die ihr Studium abgebrochen hat, Jule ohne Plan, wie ihre Mutter behauptet. Jedenfalls sind die Leute begeistert von Jules wunderbarem Kaffee und Kuchen. Sie hat sich nebenher ein zweites Standbein aufgebaut, sie forscht für ihren Kunden in deren Familienvergangenheit, "Ich schreib dir dein Leben", so nennt sie es und hat Erfolg damit. Eines Tages taucht die passionierte Johanna bei ihr auf, die beim Verkauf des Hauses ihrer verstorbenen Mutter auf dem Dachboden auf einen alten Koffer mit geheimnisvollem Inhalt gestoßen ist, darunter das besagte Tagebuch. Dieses Tagebuch wird noch so manches dunkle Geheimnis ans Licht bringen. Johanna bittet Jule um Hilfe. Es war spannend, mit den beiden beim Lesen darin abzutauchen und die junge Sophie Terhoven und ihre Familie kennenzulernen. Sophie ist über beide Ohren in Hannes, den Sohn der Köchin, verliebt. Ihr heimliches Stelldichein findet im Gewächshaus mit den dufteten Oleanderbäumen statt. Eine Liebe, die nicht ohne Folgen bleibt, sie wird schwanger von ihm. Um Hannes zu schützen, gibt sie Malte, den homosexuellen Bruder ihrer Freundin, an. Malte hat es schwer, denn er wird von den Nazis schikaniert, eine besonders dunkle Rolle spielt dabei der SS-Mann Moers, ein Freund ihres Vater, der Malte und seinen Freund im Visier hat. Die arme schwangere Sophie schickt man nach Föhr, um jeden Skandal zu vermeiden. Bei ihrer Rückkehr kann sie nicht länger mehr mit ihrer Lüge Leben und gesteht, dass Hannes der Vater ist. Damit tritt sie eine ungeahnte Lawine los, Vater und Mutter offenbaren ihre dunklen Geheimnisse. Der Vater schmeißt Jule aus dem Haus, ihre einzige Stütze ist Tante Fee und die Mutter von Hannes. Dann bricht der Zweite Weltkrieg aus und das ganze Drama beginnt und wir tauchen ab in eine Geschichte, die traurig und schön zugleich ist. Am Ende des Tagebuchs und der Recherche nehmen die Dinge eine ungeahnte Wendung, mit deren Ausgang man nicht gerechnet hat.

Leseempfehlung mit fünf Sternen

Von: Susanne Nowak Datum: 03. Januar 2018

Ein schönes, in warmen Farben gestaltetes Cover spricht den Leser sofort an.
Die Protagonistin des Romans, Sophie Terhoven, wächst mit ihrem Bruder Lennie in einem wohlhabenden Elternhaus auf, die Familie handelt seit Jahrzehnten mit Kaffee. Der Roman erzählt in zwei unterschiedlichen Erzählsträngen und der Erzählstrang der Vergangenheit beginnt in den 30iger Jahren in Hamburg, als sich Sophie als Teenager in Hannes, den Sohn der Köchin ihres Elternhauses, verliebt. Sophie wird schwanger und ihre Eltern verbannen sie auf die Insel Föhr, um dort in Abgeschiedenheit ihr Kind zur Welt zu bringen. Sophie verleugnet Hannes und gibt Malte, ihren homosexuellen Freund, als Vater des Kindes an. Malte hat es schwer, denn nachdem die Nationalsozialisten an die Macht kommen, werden Homosexuelle verfolgt und schikaniert. Irgendwann kann Sophie ihre Lüge nicht mehr leben und sagt ihren Eltern die Wahrheit, dass Hannes der Vater ihres Kindes ist. Ihr Vater ist außer sich und bricht mit seiner einzigen Tochter, verweist sie des Hauses und dann muss auch noch Hannes in den Krieg…
Im Erzählstrang der Gegenwart ist Jule die Protagonistin, die in Hamburg ein kleines Cafe eröffnet hat, ihren Traum lebt und so nebenbei als Geschichtenschreiberin Biografien schreibt und mit dem Angebot „Ich schreibe Dir Dein Leben“ eine Marktnische entdeckt hat, um sich für den Fall der Fälle ein weiteres Standbein aufzubauen. So lernt sie über einen kauzigen Gast, Nils, dessen Tante Johanna kennen, die beim Aufräumen ihres Elternhauses ein sehr altes Tagebuch findet sowie ein Medaillon, womit sie nichts anzufangen weiß. Jule bietet an, Johanna bei den Recherchen zu helfen und zusammen begeben sie sich auf die Suche, um herauszufinden, was es mit der Verfasserin des Tagebuches auf sich hat und auch mit dem Medaillon….
Teresa Simon hat wieder einen wunderbar flüssig geschriebenen, emotional berührenden und zugleich sehr spannenden Roman geschrieben, der den Leser schon vom Prolog an in seinen Bann zieht, ihn mitfiebern lässt. Gelungen ist die Unterscheidung beider Erzählstränge in unterschiedlichen Schriftbildern. Von Beginn an wird ein Spannungsbogen aufgebaut, der den Leser vereinnahmt und ihn den Roman fast nicht mehr aus der Hand legen lässt. Die Charaktere der handelnden Personen sind sehr authentisch und jeder Charakter hat seine individuellen Eigenheiten. Beide Protagonistinnen sind sehr sympathische Charaktere, beide sind jedoch sehr verschieden. Während Sophie eine recht starke und toughe Frau ist, verkörpert Jule die eher etwas unsichere Frau. Beiden jedoch ist eins gemeinsam: Sie meistern ihre Leben auf unterschiedliche Art und Weise. Durch die Verknüpfung der unterschiedlichen Schicksale gewinnt dieser Roman noch zusätzlich an Spannung, einfach fantastisch geschrieben und ein wunderbarer Lesegenuss.
Ich habe von Teresa Simon auch die anderen Romane gelesen, „Die Holunderschwestern“ und „Die Frauen der Rosenvilla“, die mich beide schon begeistert haben. „Die Oleanderfrauen“ haben dem noch eins draufgesetzt, dieser Roman ist ein klares Lese-Highlight und bekommt von mir eine Leseempfehlung mit fünf Sternen – besser geht nicht.