Blick ins Buch

Jetzt bestellen:

Buch
eBook

€ 12,99 [DE] | CHF 18,90 [CH] | € 13,40 [A]

€ 9,99 [DE] | CHF 12,00 [CH]

Elisabeth Norebäck

Das Schweigemädchen

Thriller

Deine Tochter verschwindet als Baby. Würdest du sie 20 Jahre später wiedererkennen?

Für einen kurzen Moment ist Stella unaufmerksam, in diesem Augenblick verschwindet ihre kleine Tochter Alice spurlos. Die Ermittlungen werden aufgenommen, Alice wird jedoch nie gefunden. Spuren weisen darauf hin, dass sie ertrunken ist, woraufhin sie für tot erklärt wird. Zwanzig Jahre später hat Stella ihr Leben wieder im Griff. Sie arbeitet als Psychotherapeutin und hat eine neue Familie. Als eines Tages eine junge Frau in ihre Sprechstunde kommt, wird Stella von einer Panikattacke übermannt. Sie ist überzeugt, dass es sich bei der jungen Frau um ihre tot geglaubte Tochter handelt. Die Begegnung ist der Auftakt einer gefährlichen Reise in die Vergangenheit. Stella will um jeden Preis herausfinden, was damals wirklich geschehen ist. Ist sie auf dem besten Wege verrückt zu werden oder soll sie ihrem Instinkt vertrauen?

Das Buch spielt in Stockholm, Schweden

Regelmäßig neue Buchtipps bekommen!

Leserstimmen

Krankhafte Mutterliebe

Von: Melanie E. Datum: 09. März 2019

"Das Schweigemädchen" ist lange Zeit nicht durchschaubar. Trotz einiger Verdachtsmomente empfand ich den Plot als sehr gelungen, da ich mich zwar auf dem richtigen Weg meiner Vermutungen befand, aber letztendlich doch erschlagen wurde von Wahn und Obsession. Grandios und packend erzählt. Eine Frau, deren Tochter verschwindet, als sie einen kurzen Moment nicht hinsieht. Innerlich ist sie eine gebrochene Frau und völlig logisch, dass sie in vielen jungen Mädchen ihre Tochter Alice sieht. So ganz utopisch erscheint mir Stellas Wahn nicht. Nun ist es Isabelle, eine Patientin, die ihrer Schwägerin Maria zum Verwechseln ähnlich sieht und auch das Elfenohr ihrer Tochter Alice aufweist. Stella hat eine neue Familie gegründet, aber trauert immer noch um ihre Tochter, die nun schon Erwachsen sein müsste. Der Thriller ist wirklich verrückt und führt mich zunächst auf völlig falsche Fährten, bis ich dann letztendlich begriff und sich ein Grauen in mir einschleichen konnte. Emotional erzählt und an manchen Stellen auch überfordernd, da ich es scheinbar mit dem Münchhausen Syndrom zu tun habe oder auch anderen Psychosen, die wirklich gut dargestellt sind. Was nicht passend scheint, ist der Titel des Thrillers "Das Schweigemädchen", es sei denn man zieht Isabelles Schweigen in die Beziehung zu ihrer Mutter mit ein, dann könnte es doch stimmig sein.
Letztendlich ist "Das Schweigemädchen" ein Thriller ganz nach meinem Geschmack, obwohl es mich immer wieder überfordert, wenn Gewalt und Misshandlung an Kindern zum Vorschein kommen. Trotzdem ist der Wahn und das obsessive Verhalten sehr gut eingefangen und blickt einen Blick auf eine Mutter frei, die bereit ist, alles für ihr Kind zu geben, selbst ihr Leben, Das Ende gibt neuen Mut und Hoffnung und hat tatsächlich etwas wie ein Happy End parat, was mir sehr zusagte. Ich flog förmlich durch die Seiten und bin immer noch einige Tage später völlig fasziniert von der Story, die eigentlich logisch erschien, mich aber trotzdem oftmals im Dunkeln ließ, bis hin zu dem Zeitpunkt, als es endlich Erlösung auf alle Fragen gibt. Gerne eine Leseempfehlung!

Elisabeth Norebäck – Das Schweigemädchen

Von: Miss.mesmerized Datum: 16. Februar 2019

Als eine neue Patientin zu der Psychotherapeutin Stella Widstrand kommt, traut sie ihren Augen nicht: Isabelle sieht aus wie ihre Tochter heute aussehen würde, genau so hätte sich Alice entwickelt, wenn sie nicht vor zwanzig Jahren verschwunden wäre. Stellas Umfeld glaubt nicht daran, vor allem nachdem sie einige Jahre zuvor schon einmal nach der vermeintlichen Wiederentdeckung ihrer Tochter völlig aus der Bahn geworfen worden war. Ihre Familie macht sich Sorgen, Stella ist völlig durch den Wind, verwirrt und abwesend und offenbar ist ihr nicht klar, auf welchem Weg sie sich wieder befindet. Das weiß sie in der Tat nicht, denn jemand möchte unbedingt den Kontakt zwischen Isabelle und Stella verhindern.

Elisabeth Norebäcks Debütroman kann auf der ganzen Linie überzeugen und hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Es gelingt der Autorin, viele Spuren zu legen, so dass man lange Zeit verunsichert bleibt und nicht weiß, welchen Reim man sich auf die Vorgänge machen soll. Wird Stella tatsächlich bedroht, hat sie doch eine Psychose, die Wahnvorstellungen auslöst und die sie alles falsch deuten lässt? Am Ende folgt eine saubere und glaubwürdige Auflösung, die keine Frage unbeantwortet lässt.

Die Handlung folgt im Wesentlichen den Ereignissen um Stella. Durch das Fehlen der Perspektiven der Figuren um sie herum, ist man auch als Leser eingeschränkt in dem, was man weiß und kann nur Stellas Deutungen folgen. Mit dem Risiko, auch ihren Denkfehlern oder Fehleinordnungen zu folgen. Gelegentlich werden Abschnitte über Isabelle eingeschoben, die junge Studentin, die nach dem Tod des Vaters psychologische Unterstützung sucht. Es würde zu viel verraten hier ins Detail zu gehen, aber vom Ende her gesehen, sind diese Abschnitte ungemein clever gestaltet und tragen entscheidend zur Spannung bei.

Fazit: ein stimmiger Skandinavien-Krimi, der geschickt mit den Ängsten und Sorgen der Figuren und der Leser spielt.

mehr Leserstimmen anzeigen

Aufwühlende Spannungs-Spirale

Von: NiWa Datum: 09. Februar 2019

Es war nur ein Augenblick der Unaufmerksamkeit als Stellas kleine Tochter während eines Urlaubs am Strand verschwand. Die Verzweiflung von damals hat sich zwanzig Jahre später gelegt. Stella hat sich mittlerweile ein gutes Leben aufgebaut. Sie hat eine Familie, arbeitet als Psychotherapeutin und fühlt sich in ihrem Umfeld wohl. Bis sie eines Tages ihrer Tochter gegenübersitzt. Oder irrt sie sich?

Dieser schwedische Psychothriller hatte es mir vom Klappentext her sofort angetan. Zudem haben Titel und Aufmachung einen fesselnden Spannungsroman versprochen, den ich mir nicht entgehen lassen wollte.

Stella ist Ende Dreißig und hat das Trauma um das Verschwinden ihrer Tochter einigermaßen überwunden. Sicherlich, es gibt Momente, in denen sie die Trauer packt. Dennoch hält sie sich an ihren interessanten Job als Psychotherapeutin, wo sie anderen Menschen aus Krisen hilft. Ihr charmanter Mann und ihr heranwachsender Sohn Milo stabilisieren Stellas Lebensglück. Sie ist erfolgreich, zufrieden und ausgeglichen.

Eines Tages holt sie in ihrer Ordination die Vergangenheit ein. Die neue Patientin Isabelle scheint die erwachsene Version ihrer verschwundenen Tochter Alice zu sein. Oder bildet sich Stella alles ein?

Der Roman wird aus drei Perspektiven erzählt, wobei die Blickwinkel von Stella und Isabelle wesentlich sind.

Gemeinsam mit Stella zieht es einen den Boden unter den Füßen weg, als sie Isabelle erblickt. Nach und nach taucht man in Stellas aktuelles Leben ein, und erinnert sich schmerzlich an das Verschwinden von Alice in der Vergangenheit.

Isabelle lernt man mitten in ihrem Studentenleben kennen. Sie ist eher introvertiert, obwohl sie versucht, Freundschaften zu schließen und sozial zu sein. Ihr Vater ist kürzlich verstorben und damit wurde ihr ein Geheimnis offenbart, das sie zu einer Psychotherapeutin - Stella - treibt.

Kerstin ist die dritte zentrale Figur im Bunde. Sie ist Isabelles Mutter und durchlebt aktuell eine drückende Situation. Der Tod des Ehemanns beutelt sie, der Umzug der Tochter nach Stockholm gibt ihr zu knabbern, und als Glucke fällt es ihr besonders schwer, sich von ihrem Kind zu trennen.

Maßgeblich an diesem Thriller ist der Wahnsinn, der um sich greift:

Stella kennt sich mit Nervenleiden aus. Das ist nicht nur beruflicher Natur. Nach dem Verschwinden ihrer Tochter Alice ist sie richtig durchgedreht und will bis heute nicht begreifen, dass ihr Mädchen im Meer umgekommen ist.

Isabelle glaubt von sich selbst, nicht normal zu sein. Isoliert wie sie aufgewachsen ist, hat sie es im Umgang mit anderen nicht leicht, und befürchtet, von ihnen als abnormal erkannt zu werden. Sie wünscht sich ein normales Studentenleben mit Freundinnen, einem festen Freund, guten Noten und einer Portion Spaß. Hier steht ihr das Elend ihrer Mutter im Weg, weil sie das schlechte Gewissen plagt.

Kerstins Instabilität zeigt sich in Überforderung. Sie schafft es nicht, sich um alltägliche Erledigungen zu kümmern. Kleinigkeiten strapazieren sie, und sie will nichts mehr, als ihre Tochter zu sich zu holen.

Die Handlung ist durch diese drei Figuren fesselnd erzählt. Stella habe ich regelrecht beim Durchdrehen begleitet. Von einem ausgeglichenen Charakter schwankt sie rasch zur Hysterikerin um, die sich in blindem Aktionismus verfängt. Diese Spirale wird weiter, weiter und immer weiter getrieben. Nach gut zweihundert Seiten bin ich dann ungeduldig geworden, kurz bevor dieses Kreisen endlich durchbrochen wird. Länger hätte es meinem Geschmack nach nicht dauern dürfen, sonst wäre es langweilig geworden.

Der Großteil der Handlung beschäftig sich mit Stellas Suche nach Antworten auf die Fragen aus ihrer Vergangenheit. Warum glaubt ihr niemand, dass Alice am Leben ist? Was ist ihrem kleinen Mädchen damals passiert? Und ist es möglich, dass Isabelle Alice ist?

So liest man sich gebannt durch die Perspektiven von Stella, Isabelle und Kerstin. Manche Ahnung wird nach wenigen Seiten in Frage gestellt, doch viele meiner Vermutungen haben sich durchaus als richtig erwiesen.

Trotzdem fand ich diesen Thriller fesselnd erzählt. Ich wusste nie, ob ich die Figuren richtig einschätze oder ob ich sie falsch beurteilt habe. Elisabeth Norebäck spielt geschickt mit den Lichtverhältnissen, in denen sie ihre Protagonisten präsentiert. Man weiß nie, wer Täter oder Opfer ist, was ein hohes Spannungslevel bringt.

Leser, die Psychothriller im schwedischen Setting mögen, auf tiefe Charaktere und psychologische Spannung setzen, werden mit „Das Schweigemädchen“ eine aufwühlende Spirale der Emotionen erleben.

Grandioser Thriller

Von: Mone1505 Datum: 30. Januar 2019


„Das Schweigemädchen“ von Elisabeth Norebäck ist ein unheimlich spannender Thriller, mit einer dramatischen Entwicklung, die den Leser in Atem hält...


ZUM BUCH: (SPOILERGEFAHR)
Die 3 Hauptcharakteren des Buches sind die 39 jährige Psychotherapeutin Stella, Isabelle und deren „Mutter“ Kerstin.

Als die 22 jährige Isabelle zu Psychotherapeutin Stella in die Praxis kommt, weiß diese genau, das da ihre vor 20 Jahren verschwundene Tochter Alice vor ihr steht.
Kann das wirklich wahr sein!?
Stella ist fest davon überzeugt und obwohl ihr keiner glauben will, lässt sie sich nicht davon abbringen der Sache auf den Grund zu gehen.
Als sie endlich den Beweis hat, das es sich wirklich um Tochter Alice handelt, wird es für die beiden gefährlich...



FAZIT:
Mit „Das Schweigemädchen“ hat die Autorin ein spitzen Debüt erschaffen.
Die Geschichte ist gut erzählt und wird wechselweise aus Stellas, Isabelles und Kerstins Sicht wiedergegeben.
Zwischendurch fragt man sich, wer von den dreien jetzt die Verrückte ist und wer Recht hat. Trotzdem hab ich die ganze Zeit mit Stella mitgefiebert und wollte, das sie Recht hat.
Die Psychospielchen, denen Stella da ausgeliefert ist und die Aufklärung der ganzen Geschichte sind gut gemacht und haben mich gut unterhalten.
Wieder mal ein Buch, was ich nicht aus der Hand legen mochte und direkt in eins durchlesen musste.
Von mir gibt’s für diesen Thriller eine ganz klare Leseempfehlung.

Ein toller skandinavischer Thriller, der mich richtig gut unterhalten hat

Von: brigitta Datum: 27. Januar 2019

Kurze Zusammenfassung:
Stellas Tochter Alice verschwand vor 20 Jahren. Alice war noch ein Baby als in einem unaufmerksamen Moment scheinbar der Kinderwagen umfiel und Alice in einem See ertrank.
Alice hat ein Grab und gilt als tot, doch ihren Körper hat man nie gefunden.
Stella brauchte sehr lange um über diesen Verlust hinwegzukommen und nun verdrängt sie ihn. Sie hat nie nach anderen Möglichkeiten gesucht, obwohl sie immer wieder mit dem Gedanken spielte, dass Alice noch am Leben sein könnte.
Stella hat nie nach Alice gesucht, sie musste vielmehr hart daran arbeiten ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen.
Nun ist Stella in ihrem Leben angekommen. Mit ihrem Mann hat sie einen Sohn, die Ehe ist glücklich und als Therapeutin ist Stella erfolgreich.
Eines Tages erscheint Isabella, eine neue Patientin, in Stellas Praxis und Stella gerät schlagartig in eine Panikattacke.
Stella erkennt in der jungen Frau ihre Tochter. Das Alter, die Lachgrübchen, ein unverwechselbar spitzes "Elfenohr", alles passt.
Nach vielen Jahren der Ruhe beschäftigt sich Stella nun mit dem Verschwinden ihrer Tochter, liest ein altes Tagebuch und sucht den Ort des Verschwindens wieder auf. Das alles setzt Stella sehr zu, sie bekommt wieder Panikattacken und hat das Gefühl beobachtet zu werden.
Dann liegt auch noch ihre eigene Todesanzeige in ihrem Briefkasten und immer wieder begegnet sie Isabella.
Stella spürt, dass Isabella ihr begegnen will, dass nicht nur eine depressive Verstimmung Isabella in Stellas Praxis brachte.
Doch was will Isabella und ist sie wirklich Stellas tot geglaubte Tochter?


Fazit:
Die Geschichte wird wechselweise aus Stellas, Isabellas und Kerstins Sicht erzählt. So kennt der Leser den jeweiligen Zustand der Protagonisten. Allen dreien geht es nicht gut und jede dieser Frauen hat ihre ganz persönliche Einsamkeit.
Einsamkeit die zum Teil aus ihren Wesen resultiert aber ganz besonders aus ihren Geschichten.
Stella und Isabella umkreisen sich, begegnen sich immer wieder ohne sich jedoch wirklich zu begegnen. Der Leser erfährt sehr schnell, dass Isabella ein Ziel hat, welches bleibt aber erst einmal im Verborgenen. Für Stella ist Isabella ihre tot geglaubte Tochter Alice. Stella hat wenig Zweifel und die Zeit des Verdrängens ist für Stella nun vorbei. Sie begibt sich aktiv auf die Suche nach Alice, nach dem was damals geschah. Je mehr sie sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzt, desto näher kommt Isabella und desto dichter wird die Geschichte.
Stellas Suche nach der Wahrheit stürzt sie in einen psychischen Albtraum in dem ihr nicht immer klar ist, was Wirklichkeit ist und was sie einfach nur so sehen will. Doch manches kommt der Wahrheit gefährlich Nahe, denn um Stella braut sich eine Bedrohung zusammen, die auch vor Milo, Stellas Sohn, nicht Halt macht.
Dem Leser wird aber nicht so schnell verraten von wem die Bedrohung ausgeht, wessen Spuren nicht gefunden werden wollen.
Anfangs besteht die Geschichte aus den losen Fäden der Leben zweier Frauen die sich begegnen, dann verknüpfen sich die Fäden und das Gewebe wird immer dichter, gleichzeitig werden die Kapitel in denen aus Sicht der verschiedenen Frauen erzählt wird, immer kürzer, dass Erzähltempo nimmt zu.
Die Zeit der langen Rückschauen und des Erinnerns ist vorbei und Stella muss die losen Enden selbst in die Hand nehmen und erkennen wo sich die Fäden verknoten.
Stella weiß und weiß doch nicht, der Leser weiß und weiß doch nicht und so spielt Elisabeth Norebäck Katz und Maus mit der Protagonistin und dem Leser.
Mir hat das Buch richtig, richtig gut gefallen und als Fan skandinavischer Krimis hat mich dieser Thriller sehr gut unterhalten.

Ein ungewöhnlicher und bemerkenswert guter Psychothriller

Von: Annette Traks Datum: 26. Januar 2019

Noch als Teenager bekommt Stella ihre Tochter Alice. Als die Familie einen Urlaub am Wasser verbringt, lässt die junge Mutter den Kinderwagen für eine Weile aus den Augen. Bei ihrer Rückkehr ist er umgekippt und die Kleine spurlos verschwunden.

Bis auf Stella gehen alle davon aus, dass das Baby zum Wasser gekrabbelt und ertrunken ist. Polizeiliche Ermittlungen werden bald eingestellt, das Kind für tot erklärt.

Die Mutter macht eine furchtbare Zeit durch, lernt nach ein paar Jahren jedoch Hendrik kennen. Beide heiraten und bekommen Sohn Milo, der mittlerweile 13 Jahre alt ist.

Der Beruf als Psychotherapeutin füllt Stella aus, und eigentlich könnte sie glücklich sein.

Doch Alices Verschwinden geht ihr auch nach 20 Jahren nicht aus dem Kopf und belastet sie.

Da taucht eines Tages eine junge Frau in ihrer Praxis auf, die sich Isabelle nennt. Doch Stella ist sofort davon überzeugt, dass es sich um Alice handelt. Niemand glaubt ihr, niemand unterstützt sie bei ihren fieberhaften Bemühungen, nun mehr denn je die Wahrheit darüber herausfinden zu wollen, was vor 2 Jahrzehnten passiert ist.

Eine dramatische Entwicklung nimmt ihren Lauf.

Resümee:
Im Mittelpunkt dieses Thrillers stehen 3 Frauen:

• Stella hat vor 20 Jahren in einem Moment der Unaufmerksamkeit ihre Tochter Alice verloren, glaubt jedoch nicht an deren Tod. Nun ist sie glücklich verheiratet, hat einen Sohn und ist als Psychotherapeutin erfolgreich. Die nach außen demonstrierte Stabilität ihres Lebens gerät in dem Moment ins Wanken, als sie in

• Isabelle ihre einst spurlos verschwundene Tochter wiederzuerkennen glaubt. Die Studentin hat kürzlich ihren geliebten Vater verloren und nach seinem Ableben erfahren, dass er gar nicht ihr Erzeuger war. Sie ist böse mit ihrer Mutter, die ihr diese Tatsache so lange verschwiegen hat, und will sich endlich von ihr abnabeln.

• Kerstin ist Isabelles Mutter, die sich nach dem Tod des Ehemannes noch einsamer als sonst fühlt, und mit allen Mitteln versucht, ihre Tochter weiter an sich zu binden.

Thematisch dreht es sich in Bezug auf Stella und Kerstin um Mutterliebe, die zur Obsession wird. Isabelle, die sich ein selbstständiges Leben aufbauen will, gleichzeitig nach ihren väterlichen Wurzeln sucht, steht zwischen den beiden älteren Frauen. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass ich den englischen Originaltitel "Tell me you're mine" wesentlich treffender als den deutschen finde.

Das Geschehen wird kapitelweise aus der Perspektive einer der drei Protagonistinnen erzählt, deren Schicksale sich immer mehr annähern.

Dabei beginnt alles zunächst unspektakulär, eigentlich schon fast etwas langweilig, wenn die Frauen, die sich nicht kennen, aus ihrem scheinbar ganz normalen Leben erzählen. Doch dann nimmt die Entwicklung immer mehr Tempo auf - wie eine Lawine, die langsam ins Rollen kommt, immer schneller wird und schließlich eine gewaltige Katastrophe auslöst.

Währenddessen fragt sich der Leser immer öfter, wer eigentlich "normal", wer "verrückt" ist bzw. wird. Wer sagt die Wahrheit, wer baut ein Lügengespinst auf oder konstruiert sich eine Traumwelt? Und natürlich: Was ist vor 20 Jahren am See passiert? Kann eine Mutter nach dieser langen Zeit wirklich sicher sein, dass ihre Tochter vor ihr steht, oder flüchtet sie sich nicht vielmehr in Wunschdenken? Vielleicht ist es auch wirklich so, wie Stellas Mann und Freunde befürchten, nämlich dass sie einen Rückfall hat, und wie schon einmal wieder auf einen psychischen Zusammenbruch zusteuert?

Die Beantwortung dieser Fragen erfolgt auf höchst filigrane Art, lässt den Leser am Schluss einerseits atemlos, andererseits nachdenklich zurück. Außerdem gibt der Schluss Anlass zu weitergehenden Spekulationen über die Zukunft der Beteiligten.

Fazit: ein ungewöhnlicher und bemerkenswert guter Psychothriller