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Jodi Picoult

Kleine große Schritte

Roman

Jodi Picoult - bewegend wie nie

Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …

Das Buch spielt in Connecticut, Vereinigte Staaten von Amerika

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Leserstimmen

Ein Buch über Mut und Gerechtigkeit

Von: Michaela Datum: 27. September 2018

Klappentext
Ruth Jefferson gehört zu den besten und erfahrensten Säuglingsschwestern des Mercy-West Haven Hospitals in Connecticut. Als sie eines Tages ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern des Babys gehören einer rechtsradikalen Vereinigung an und wollen nicht, dass eine Schwarze ihr Kind anfasst. Doch als Ruth einmal allein in der Säuglingsstation Dienst hat und der Junge eine Atemnot erleidet, gerät sie in ein moralisches Dilemma. Darf sie sich der Weisung widersetzen und dem Kind helfen? Nach kurzem Zögern folgt sie ihrem Gewissen - aber für den Jungen kommt jede Hilfe zu spät. Und es wird noch schlimmer: Der Vater verklagt Ruth, schuld am Tod des Babys zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eins offenbart: den Selbstbetrug, dem die moderne westliche Welt unterliegt, indem sie den unterschwelligen täglichen Rassismus verleugnet ...

Einstieg ins Buch
Das Wunder ereignete sich an der West 74th Street, in dem Haus, in dem Mutter arbeitete. ...

Meine Meinung
Ruth ist eine der besten Hebammen am Mercy-West Haven Hospital in Connecticut und seit über zwanzig Jahren im Dienst. Eines Tages wird ein Baby geboren, dessen Eltern überzeugte Rassisten sind. Sie wünschen nicht, dass ihr Baby noch einmal von Ruth oder einer Hebamme mit ihrer Hautfarbe, angefasst und behandelt wird. Ruth ist die einzige afroamerikanische Hebamme im Hospital und fühlt sich diskriminiert, als die Klinikleitung dem Wunsch der Eltern nachkommt. Als es bei dem kleinen Jungen nach einem einfachen Eingriff zum plötzlichen Atemstillstand kommt, ist nur Ruth in seiner Nähe. Sie versucht ihr Bestes, doch es reicht nicht um den jungen Davis zu retten. Kaum ein paar Tage alt, stirbt der Junge unter den Händen der erfahrenen Hebamme. Doch die Eltern des Jungen glauben nicht an einen plötzlichen Tod. Sie geben Ruth die Schuld und beschimpfen sie als Mörderin. Ruth wird festgenommen und ein zermürbender, nervenaufreibender Prozess beginnt. Nicht gegen das Hospital und auch nicht gegen die Ärzte, die das junge Leben nicht retten konnten. Nur gegen die einzige schwarze Hebamme, die zufällig zur falschen Zeit am falschen Ort war.

Dieses Buch reflektiert und kritisiert die amerikanische Bevölkerung. Und dennoch kann man die Verhaltensweisen, sowie die Denkmuster auf jedes Land und auf alle Menschen projizieren.  Es geht um die altbekannte Rassenfrage - weiß gegen schwarz. Jodi Picoult hat dieses Thema nicht mit Samthandschuhen angefasst, sondern geht ganz direkt auf das Thema ein. Sie behält sich trotz des schweren Themas einen Schreibstil bei, der flüssig zu lesen ist. Indem sie den Alltag von Ruth erzählt, die immer hart gekämpft hat und erfolgreich war, die gut in dem ist, was sie tut, die trotzdem demütig und dankbar ist und nur das Beste für ihren Sohn möchte, öffnete sie mir die Augen für die Selbstverständlichkeiten, mit denen Weiße durch die Welt gehen. Denn trotz ihrer harten Arbeit musste Ruth sich gegen Hass und Vorurteile durchsetzen, die seit über 400 Jahren in den Köpfen der Menschen verankert sind. Und das jeden Tag!

Turk und Brittany Bauer, die Eltern des kleinen Davis dagegen, sinnen nur auf Rache und brauchen einen Schuldigen, um ihre Wut und Trauer an ihm auslassen zu können. Sie standen schon immer für die weiße Rasse und sehen sich jetzt bestätigt, als eine schwarze Hebamme ihr Kind tötet. Ich konnte ihren Hass auf die ganze Welt förmlich spüren.

Kennedy ist die Pflichtverteidigerin von Ruth und versucht alles, um einen Freispruch für ihre Klientin zu erwirken. Doch am Ende kommt alles ganz anders, als sie es erwartet hat. Ich bin begeistert von diesem Charakter, weil sie die Chance ergreift, sich selbst zu hinterfragen und weiterzuentwickeln.

Besonders spannend fand ich hier, dass die Autorin immer wieder zwischen den einzelnen Perspektiven gewechselt hat und ich als Leser immer direkt in die Gedankenwelt der einzelnen Figuren eintauchen konnte.

Dass es im 21. Jahrhundert immer noch Rassismus gibt überrascht nicht. Doch, dass viel zu wenig dagegen getan wird und viel zu wenig hinterfragt wird in unserer zivilisierten Welt, überrascht doch ein bisschen. Dieses Buch öffnete mir die Augen auch passiven Rassismus zu erkennen, z. B. dass ein Bettler mit weißer Hautfarbe öfter ein bisschen Geld zugeschoben bekommt, während um den schwarzen Bettler vorsichtshalber ein weiter Bogen gemacht wird. Wenn wir alle in unserem Alltag auf kleine Anzeichen achten und uns selbst mal vor Augen führen, warum wir nicht hinterfragen und viele Dinge als selbstverständlich hinnehmen weil wir, die Weißen, immer noch privilegiert sind, können wir unsere Verhalten ändern und die Welt in kleinen Schritten, die für andere aber ganz groß sind, etwas besser machen.

Mich hat das Buch sehr nachdenklich gemacht und an manchen Stellen war ich wütend, manchmal sehr traurig, oft demütig bei Stellen, die mich meiner selbst reflektieren ließen und ab und zu bekam ich eine Gänsehaut. Emotional hat mich dieses Buch und dieses Thema sehr gepackt und es hat mir wieder einmal eins verdeutlicht: Rassismus geht uns alle etwas an!

Vielen Dank an das Team vom bloggerportal für dieses  Rezensionsexemplar!

Zitat
Als Christina meine Hand hielt und Ms. Mina die Hand meiner Mutter hielt, gab es einen Moment - einen Herzschlag, einen Atemzug lang -, in dem alle Unterschiede in Ausbildung, Vermögen, und Hautfarbe verpufften wie Luftspiegelungen in der Wüste. Wo wir alle gleich waren und es nur eine Frau gab, die einer anderen half. (Seite 13)

Fazit
Ein mutiger Roman, der den Leser zur Selbstreflektion anregt und einen passiven Rassismus offen legt, der jeden Tag selbstverständlich zur Kenntnis genommen wird. Von mir eine absolute Leseempfehlung!

Rassismus geht uns alle an!

Von: Love & Life Datum: 25. August 2018

Das Buch habe ich vom Bloggerportal zurVerfügung gestellt bekommen und war super fröhlich, dass ich es bekommen habe. Leider lag es jetzt hier schon eine gefühlte Ewigkeit rum und ich habe erst neulich dazu gegriffen. Wofür ich mir dann echt in den Arsch gebissen habe.

Zum Buch
Ruth Jefferson ist Afroamerikanerin und seit 20 Jahren Säuglingsschwester im Mercy-West Haven Hospital in Connecticut, aber es passiert ihr zum ersten Mal , dass der Vater eines Neugeborenen ihr den Umgang mit diesem Kind verbietet aufgrund ihrer Hautfarbe. Als dieses Kind dann nach einem eigentlichen simplen Eingriff stirbt und Ruth die Wiederbelebung vornimmt, wird sie anschließend von dem Vater vor Gericht gebracht. Die Anklage lautet auf vorsätzlichen Mord.


Meine Meinung
Es ist schon sehr auffallend, dass in letzter Zeit viele Bücher auf dem Büchermarkt auftauchen , die das Thema Rassismus behandeln, amerikanische Autoren, aber auch Autoren anderer Ländern rütteln auf mit diesem Thema. Mag es daran liegen , dass wir einen Herrn Trump in Amerika an der Regierung haben und viele Rechtspopulisten auch hier in Europa? Umso wichtiger ist es, dass Rassismus zum Thema gemacht wird und dies auch in der Belletristik, denn diese Bücher lesen viele Menschen eher als ein Sachbuch.
Auch Jodi Picoult hat sich dieses Themas in ihrem neuen Buch angenommen und herausgekommen ist ein einfühlsames und sehr nachdenklich machendes Buch.
Obwohl das Buch recht dick ist, sind die Seiten für mich nur so verflogen. Gerade während des eigentlich Gerichtsprozesses konnte ich es nicht mehr weglegen und musste eine halbe Nacht durchlesen. Die Spannung, mit der dieses Buch geschrieben ist, schaffen nur wenige Autorin so zu vermitteln und ich kann das Buch sowohl als Roman, als auch als wichtiges Zeugnis unserer Gesellschaft absolut weiterempfehlen.
Eine Verfilmung ist mit Viola Davis und Julia Roberts geplant - bis dahin sollte man das Buch unbedingt gelesen haben.

Fazit
Rassismus geht uns alle an und Jodi Picoult schafft es mit diesem Buch, dies allzu gut zu verdeutlichen. Zudem wird große Spannung aufgebaut und man beginnt sich und deine Haltung immer wieder zu hinterfragen.
★ ★ ★ ★ Sterne von 5 möglichen Sternen

Zum Autor
Jodi Picoult, geboren 1966 in New York, studierte in Princeton und Harvard. Seit 1992 schrieb sie mehr als zwanzig Romane, von denen viele Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste waren. Die Autorin versteht es meisterhaft, über ernste Themen unterhaltend zu schreiben. Sie wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, wie etwa 2003 mit dem renommierten New England Book Award. Picoult lebt mit ihrem Mann in Hanover, New Hampshire. ©amazon.com

Klappentext
Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …

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Jeder sollte es lesen

Von: Sarah Datum: 09. August 2018

Inhalt:

Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …



Meinung:

Jodi Picoult hat mit ihrem Buch ein wichtiges Thema auf gegriffen. Rassismus ist ein wichtiges und aktuelles Thema, sowohl in Amerika als auch in anderen Ländern der Welt. Es ist globales Problem, was ich in unserem Zeitalter einfach nur traurig und schade finde. 

Das Cover gefällt mir. Es wirkt so ruhig und auch die Farben passen perfekt zusammen. Mich stört es nur, dass der Autorenname größer als der Titel des Romans ist. 

Schon ganz am Anfang des Romanes war die Spannung sehr hoch und emotional. Diese beiden Gefühle haben den ganzen Roman mutbegleitet. 

Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle und ich habe sehr mit Ruth mitgelitten. Im Allgemeinen war Ruth eine tolle Protagonistin, die mir direkt sympathisch war. Ihr Schicksal und ihr Gerichtsprozess steht für ganz viele andere, reale Schicksale, die es heute leider immer noch gibt. 

Der Schreibstil ist flüssig und leicht. Aber die Thematik ist das wichtigste an dem Roman. 

Alles in allem ist dieser Roman von Jodi Picoult ein toller lesenswerter Roman, der sich mich einem Thema beschäftigt, welches aktueller den je ist.

Ein unheimllich wichtiges und aktuelles Thema, aber...

Von: Monika Schulte Datum: 07. August 2018

Was habe ich mich auf diesen Roman gefreut! Endlich ein neues Buch von Jodi Picoult, einer Autorin, die es immer wieder schafft, mich mit ihren Geschichten in den Bann zu reißen, die mich dazu bringt, schlaflose Nächte zu haben, die mich immer wieder überrascht. Nun also "Kleine große Schritte".

Am Anfang war ich - wie immer - gebannt. Die Spannung hatte mich gepackt. Doch als ich noch nicht einmal die Hälfte erreicht habe, fing ich nach und nach an quer zu lesen.

Das Thema des Buches ist Rassismus in Amerika. Schwarze und Weiße. Ein unheimlich wichtiges Thema, aktuell wie nie, nicht nur in Amerika!

Die Säuglingsschwester Ruth bekommt die Anweisung, das neu geborene weiße Baby nicht zu berühren. Als das Baby aufhört zu atmen, gerät Ruth in einen Gewissenskonflikt. Soll sie sich der Anweisung widersetzen und dem Kind helfen oder nicht? Sie hilft, doch es ist bereits zu spät. Ruth wird angeklagt.

Die Personen blieben mir jedoch fremd. Von Jodi Picoult bin ich es eigentlich gewöhnt, dass sie mit meinen Gefühlen spielt, dass ich einmal mit der einen, ein paar Seiten weiter mit der anderen Person fühle. Das fehlte mir hier gänzlich.

Wie so oft in ihren Romanen, nimmt ein Großteil der Geschichte ein Gerichtsprozess ein. Hier ist dieser Teil eindeutig zu lang geraten. Die Spannung verflog.

Fazit: Ein sehr, sehr wichtiges Thema, für mich nicht ganz so ideal umgesetzt. Ich habe viele Bücher der Autorin gelesen und die älteren Romane empfinde ich immer noch als die besten.

Anhand der unzähligen Rezensionen auf diversen Portalen sieht man aber, dass das Buch unzählige Anhänger hat. Es ist halt nicht meine Geschichte.

Eine emotional aufwühlende Geschichte

Von: paperlove Datum: 17. Juli 2018

Ich habe die Geschichte völlig unvoreingenommen begonnen - ja ich habe sogar vorher nicht mal die Inhaltsangabe gelesen. Das Einzige, das mir vor dem Lesen bekannt war, war der Umstand, dass das Buch auf Goodreads überdurchschnittlich gute Bewertungen hat. Das war für mich Grund genug herausfinden zu wollen, woran das lag. Und eines kann ich schon mal vorneweg verraten: Ich teile die vielen begeisterten Stimmen zum Buch und war positiv überrascht, wie nachdenklich mich das Buch immer wieder gestimmt hat. Bei dem Cover hätte ich eher mit einer seichten Chick-Lit Lektüre gerechnet, aber tatsächlich gelesen habe ich eine tiefgreifende, emotionale Story, die sich mit vielen Facetten von Rassismus befasst.

Zu Beginn lernen wir die afroamerikanische Hebamme Ruth bei ihrer Arbeit im Krankenhaus kennen. Seit Jahren hilft sie hier tagtäglich gebärenden Frauen ihre Kinder in Empfang zu nehmen. Sie arbeitet seit Jahren in ihrem Beruf und ist sehr erfahren in dem, was sie tut. Doch das soll keine Rolle spielen, als sie eines Tages mit Turk und Brit Bauer - einem rechtsextremen Ehepaar - konfrontiert wird, die ihr jeglichen Kontakt mit ihrem neugeborenen Sohn Davis untersagen. Sie wollen nicht, dass ihr Neugeborenes von einer afroamerikanischen Hebamme untersucht oder behandelt wird, denn das würde ihrer Ideologie widersprechen. Und sie machen keinen Hehl daraus, dies auch genauso zu kommunizieren.
Ihrem Wunsch wird nachgekommen, was den Bauers letztendlich zum Verhängnis wird. Davis gerät einige Zeit später in eine Notsituation und da es Ruth untersagt ist, das Neugeborene überhaupt anzufassen, zögert sie, als es um die notwendigen Wiederbelebungsmassnahmen geht. Obwohl kurze Zeit später weitere Leute aus dem Behandlungsteam eintreffen und Ruth eindeutige Anweisungen geben, das Kind durch eine Herzdruckmassage wiederzubeleben, kommt die Hilfe zu spät und Davis stirbt. Für das Ehepaar Bauer ist klar: Ruth hat Schuld am Tod des Kindes. Und sie setzen alles daran, um dies auch vor Gericht zu beweisen.

In den darauffolgenden Monaten erwartet Ruth einen nervenaufreibenden Gerichtsprozess. Unterstützt wird sie dabei von der Pflichtverteidigerin Kennedy, die ein besonderes Interesse an dem Fall entwickelt. Was anfänglich eine professionelle Arbeitsbeziehung ist, entwickelt sich mit der Zeit mehr und mehr zu einer tiefergehenden Freundschaft zwischen den beiden Frauen. Kennedy will den Fall strikt von rassistischen Hintergründen trennen, denn sie ist überzeugt davon, dass dies zum Nachteil von Ruth ausgelegt werden kann und sie den Fall so verlieren würden.
Doch nach und nach muss sie feststellen, dass Rassismus sich nicht nur in einer einzigen, aktiven Form (wie bei Turk und Brit Bauer) äussert, sondern ganz viele Facetten haben kann und sich nicht einfach so von Ruths Geschichte abtrennen lässt. Sie muss sich eingestehen, dass Ruth nicht nur bei ihrem Aufeinandertreffen mit den Bauers, sondern in tagtäglichen Situationen mit Vorurteilen und Ablehnung konfrontiert ist, selbst wenn dies manchmal nur unterschwellig wahrnehmbar ist.
Immer wieder beginnt sie ihre eigenen Einstellungen zu überdenken und sieht den Fall bis zum Schluss in einem ganz anderen Licht. Die neugewonnene Freundschaft verhilft ihr so zu einer neuen Perspektive zu gelangen, von der sie bisher gar nicht angenommen hatte, dass sie bei ihr verborgen war.

Zuletzt überschlagen sich die Ereignisse und im Fall von Ruth wird ein überraschendes Urteil gefällt, mit dem sie – und auch ich als Leser – wahrscheinlich nicht gerechnet hätte.

Den Verlauf der Geschichte fand ich sehr gut und nachvollziehbar aufgebaut. Ich habe mit Ruth emotional mitgelitten und sehr viel Mitgefühl für sie entwickelt. Während sich die Geschichte sehr gemächlich entwickelt, war mir das Ende dann im Vergleich etwas zu schnell abgehandelt. Bevor man weiss was passiert, ist das Urteil plötzlich gefällt und man wird gleichzeitig noch mit Enthüllungen aus dem Leben der Bauers überhäuft, die für mich etwas zu viel des Guten waren und auch ein wenig unglaubwürdig wirkten. Für mich hätte die Geschichte auch ohne diese Entwicklungen in den letzten Kapiteln funktioniert und es wirkte für meinen Geschmack teilweise etwas zu konstruiert, was sich die Autorin da noch alles ausgedacht hat, was die Schicksale von Britt und Turk Bauer angeht. Deshalb würde ich dem Buch letztendlich „nur“ 4.5 Sterne vergeben.

Fazit:
Eine eher ruhige und trotzdem emotional aufwühlende Geschichte über eine afroamerikanische Frau, deren Geschichte sinnbildlich für ganz viele Schicksale aus den USA steht, die tagtäglich mit Rassismus konfrontiert sind. Mich konnte Ruths Geschichte von Anfang an packen und ich habe bis zuletzt emotional mitgelitten. Insgesamt eine sehr empfehlenswerte Lektüre.

Jodi Picoult bestes Buch!

Von: eulenmatz liest Datum: 02. Juli 2018

INHALT:
Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …

MEINUNG:
Seit vielen, vielen Jahren bin ich Jodi Picoult Fan und habe fast alle ihre Bücher gelesen. Ich denke, dass ich sagen kann, dass sie meine absolute Lieblingsautorin ist. Bisher sind mir nur wenige Schriftsteller begegnet, die so abwechslungsreich und vor allem eindringlich schreiben. Jodi Picoult ergreift oft Themen, die unbequem sind und man windet sich plötzlich in seiner eigenen Haut. Bei Themen, zu denen man vorher eine klare Meinung hattet, wird man durch ihre Romane häufig ein wenig erschüttert und gezwungen auch andere Seiten zu betrachten. In ihren Romanen gibt kein Weiß und Schwarz.

Kleine große Schritte ist ein Buch auf das ich mich sehr gefreut habe, aber seit Erscheinen im Oktober hatte ich lange Zeit nicht das Gefühl bereit für die Geschichte zu sein. Ich ahnte, dass es in Form des Rassismus eine schwere Thematik werden würde und dass es genauso ein Buch ist, durch das man auch wieder mit sich selbst, seiner Meinung und hier besonders mit der eigenen Stellung in der Gesellschaft konfrontiert wird.

Das Buch wird aus drei Sichten erzählt. Die Sicht von Kennedy, Ruths Anwältin, gefiel mir am besten und ich konnte mir hier auch am besten mit identifizieren. Die Sicht von Turk was für mich die Schlimmste, weil es für mich zum Teil unerträglich zu lesen war. Der Sicht von Ruth stand ich mit gemischten Gefühlen gegenüber, denn ich fand einerseits ihren Beruf so interessant, aber ihre Sichtweise aufs Leben war neu und ungewohnt für mich. Ich gab mich eigentlich bis jetzt der Vorstellung hin, dass zwischen Weißen und Schwarzen kein so großer Unterschied sein kann, jedenfalls nicht mehr heute, aber ich habe mich geirrt, wie das Buch mir aufzeigte.

Jodi Picoults Schreibstil ist sehr gehaltvoll und voll mit Informationen, die man erstmal verarbeiten muss. Es ist auf jeden Fall ratsam, dass Buch Stück für Stück zu lesen und Pausen zu lassen. Diese habe ich auch häufig genutzt, um noch parallel ein paar Sachen nachzulesen. Die Geschichte besteht zum größten Teil aus der Gerichtsverhandlung gegen Ruth, die des Mordes angeklagt ist. Ich bin großer Fan von Romanen, in denen es um Justiz und Anwälte geht. Schon alleine deswegen habe ich das Buch inhaliert. Ruths Fall ist nicht einfach, denn sowohl sie als auch der Leser erkennt das moralische Dilemma, in dem sie steckt. Was wiegt mehr? Der Wunsch der Eltern, dass ihr Kind nicht von einer Afroamerikanerin berührt und behandelt wird oder ihr Eid, der sie beschwor alles in ihrer Macht stehende zu tun, um Leben zu retten? Auch mir fiel es sehr schwer, wie so häufig in Jodi Picoults Romanen, hier einen klaren Standpunkt zu finden, weil am Ende beide Entscheidungen zu Ruths Verhängnis geworden sind bzw. geworden wären. Dennoch litt ich mit ihr. Beim Lesen krampfte sich mein Herz zusammen, so viel Ungerechtigkeit, wie ihr hier wiederfährt.

Rassismus wird zum zentralen Thema des Buches. Ich finde es eine unfassbare Leistung, wie Jodi Picoult hier aus den drei Ich-Perspektive geschrieben hat. Man spürt, wie viel Recherche hier geleistet worden ist. Auch Kennedy und Ruth reiben sich aneinander, auch sie auf einer Seite stehen. Ruth führt Kennedy immer vor Augen, wie privilegiert sie durch ihre Hautfarbe ist. Das Buch schafft es einem die Augen zu öffnen.

FAZIT:
Kleine große Schritte ist für mich das beste Buch, was Jodi Picoult je geschrieben hat. Es ist für mich ein Buchs fürs Leben. Ich kann nur jedem raten das Buch zu lesen, ganz besonders auch dann, wenn sich für Rassismus (in den USA) interessiert. Die Geschichte wird lange nachklingen und regt zum Nachdenken und zur Selbstreflexion an.
Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Ein Buch das unter die Haut geht

Von: Bambee Datum: 07. Mai 2018

Dies ist mein erstes Buch von Jodi Picoult und der Schreibstil gefiel mir beim ersten lesen sehr gut.
Das Buch liest sich sehr flüssig und man verschlingt die Seiten.
In dem Buch erlebt ihr ein Achterbahn fahrt der Gefühle.
Die erzählende Geschichte geht mitten ins Herz und lässt euch des öfteren das Herz schneller schlagen.
In dem Buch wird das Thema Rassismus in der heutigen Zeit offen gelegt und uns gezeigt wie tief der Hass geht.
Es ist sehr traurig denn wir alle sind aus Fleisch und Blut, egal welche Hautfarbe, Religion, … .
Grade in der heutigen Zeit kann ich den Hass nicht mehr verstehen.
Hat man nicht daraus gelernt ?

Die Geschichte ist bewegend und absolut empfehlenswert zu lesen !

Herausragend

Von: angi.dreambook Datum: 01. Mai 2018

Das war mein erster Roman von Jodi Picoult und ich war von Anfang bis Ende durchgehend beeindruckt und gefesselt von der Geschichte!
Zu Anfang hatte Angst, dass diese ernste Thematik über Rassismus mich zu sehr aufwühlen und ich das ganze zu emotional betrachten könnte. Man spürte zum Auftakt der Story, dass ein Sturm heranziehen und das Leben der fleißigen Ruth Jefferson, einer afroamerikanischen Hebamme, komplett auf den Kopf stellen würde. Man wusste zwar durch die Inhaltsangabe worauf man sich einlässt und das dieses Werk von Rassismus und der Ungerechtigkeit die Ruth widerfährt in Kraft treten würde, dennoch bangt man vom ersten Satz an, dass am Ende für alle Beteiligten die Geschichte gut ausgeht.
Ich konnte es gar nicht erwarten bis zum Ende zu kommen und habe das Buch regelrecht verschlungen!
Ich habe mit Ruth mitgefiebert und dafür gebetet, dass Kennedy, ihre Anwältin, alles regeln würde. Es war schwer vorstellbar von einer so engagierten Frau wie Ruth zu glauben, dass sie einen unschuldigen Säugling mit Absicht schaden würde. Egal wie rassistisch seine Eltern auch sein mögen. Für mich war es von vornherein klar, dass ich auf der Seite von Ruth stehen würde, umso mehr erschütterten mich die Kapitel zu Turk Bauer, dem Vater des toten Babys. Seine Geschichte und die seiner Frau zu lesen, lässt einen teilweise nur mit dem Kopf schütteln und man versucht zu verstehen, wie viele Probleme so ein Mensch in sich tragen muss, um diesen Frust und diese aufgestaute Wut an anderen Unschuldigen auszulassen.
Dieses Buch ist kein Buch, das man einfach nebenher liest. Um diese Thematik richtig zu verinnerlichen, ist es wichtig sich dafür Zeit zu nehmen und darüber nachzudenken, was man da eigentlich gerade gelesen hat.
Ich habe schon länger kein so gutes Buch gelesen und bin teilweise einfach nur sprachlos, wie viel Mühe und wie viele Gedanken sich die Autorin zu diesem Buch gemacht hat. Dafür verdient sie meinen größten Respekt und Anerkennung!

Fazit

Man findet die weiblichen Protagonisten auf Anhieb sympathisch und auch wenn man mit den Fachbegriffen im Bezug auf die Arbeit der Hebammen und anderen ärztlichen Begriffen, nicht sofort begreift, stört es den Lesefluss nicht im geringsten.
Ich würde jedem dieses Werk ans Herz legen, der auf eine ergreifende Geschichte hofft.
Ich für meinen Teil, werde auf jeden Fall weitere Bücher von Jodi Picoult lesen.

Interessanter Roman

Von: Evas_Bücherwelt Datum: 26. April 2018

Ein interessantes und schwieriges Buch zugleich.

Ein Buch das einem die Augen öffnet

Von: Fantasticbookwords Datum: 30. März 2018

Eigene Meinung
Jodi Picoult schreibt meistens Bücher, die einem noch nach Jahren in Erinnerung bleiben, so auch bei ,,Kleine große Schritte". Ich habe lange gebraucht, bis ich mich diesem Rezensionsexemplar gewidmet habe, denn ich wollte in diesem Buch völlig versinken.

Ihr müsst Wissen, dass ihr das Buch nicht nebenbei lesen, oder mit 5 anderen Büchern lesen könnt. Diese Geschichte ist herzzerreißend, schockierend und barmherzig zugleich. Ihr werdet ein großes Gefühlschaos in euch haben, dass noch lange nach dem Buch anhalten wird. Jodi Picoult hat es geschafft den Rassismus in der heutigen Zeit, uns ein bisschen näher zu bringen und es schockiert mich, wie dieses Thema immer noch so aktuell sein kann. Jodi Picoult ist meine unumstrittene Lieblingsautorin und das bewies sie mit ,,Kleine große Schritte", noch ein bisschen mehr.

Dieses Buch bekommt von mir 5 von 5 Sternen.

Ich Danke dem Bloggerportal und dem C. Bertelsmann Verlag für das Rezensionsexemplar.

Kleine große Schritte - Jodi Picoult

Von: Mimiszeilenliebe Datum: 24. März 2018

Dieses Buch ist das ersten Buch welches ich von Jodi Picoult gelesen habe.
Das Cover des Buches ist meiner Meinung nach ein Traum. Es sieht sehr schön aus mit den Blumen und hat sofort meine Aufmerksamkeit geweckt.
Auch das Thema dieses Buches hat mir sehr zugesagt, denn ich finde das in dem Buch eine sehr wichtige Angelegenheit thematisiert wird.
Und in diesem Zuge möchte ich mich auch gegen Rassismus aussprechen.
Jeder hier auf dieser Welt ist gleich und jeder Mensch auf dieser Welt sollte das Recht auf ein freies und unbeschwertes Leben haben.
Denn nicht die Hautfarbe sagt über uns etwas aus, wir sind alle gleich und ich finde es erschreckend, dass auch heute noch Menschen wegen Ihrer Hautfarbe oder Nationalität diskriminiert werden.
Da mir dieses Thema sehr am Herzen liegt wollte ich unbedingt dieses Buch lesen und das Jodi Picoult dieses Thema in einem Buch aufgegriffen hat bewundere ich sehr.
Dennoch muss ich sagen, dass ich anfangs leider überhaupt nicht in die Geschichte eintauchen konnte.
Die abwechselnden Sichtweisen der Pflichtverteidigerin und des Vaters des verstorbenen Babys fand ich dennoch gut und das hat mir sehr gefallen. Ich mag es generell sehr eine Geschichte aus zwei Perspektiven zu lesen, deshalb hat mir diese Schreibweise in dem Buch auch sehr gefallen.
Den Gerichtsprozess fand ich im Allgemeinen gut geschrieben, dennoch haben sich manche Parts gezogen und es ist schwer geworden zu folgen.
Trotzdem regte dieses Buch mich sehr zum Nachdenken an und das fand ich sehr gut.
An den Schreibstil musste ich mich zunächst gewöhnen.
Manchmal wechselt sie sehr schnell zwischen Gedanken an die Vergangenheit und der Gegenwart, zumindest am Anfang, und das war ein wenig verwirrend.
Dennoch finde ich es toll wie sie die Charaktere beschreibt und man bekommt ein genaues Bild von den Personen.
Das Buch lässt einen Mitfiebern und man möchte unbedingt wissen wie Das Gericht letztendlich über diesen Fall bestimmen wird.

Im großen und ganzen fand ich das Buch echt okay.
Der Schreibstil war okay, dennoch finde ich es sehr toll das Jodi Picoult sich dieses wichtige thema angenommen hat.
Ich fand manche stellen haben sich sehr gezogen. Aber im Endeffekt war ich die ganze zeit über sehr gespannt wie die Geschichte endet und ich musste immer weiter lesen um herauszufinden was passiert.
Ich gebe dem Buch 3 von 5 Sternen.

Ein fesselnder Roman, der einen auch nach dem Lesen nicht loslässt

Von: Chrissi66 Datum: 24. März 2018

Ich habe von Jodi Picoult bereits „Bis ans Ende der Geschichte“ und „Die Spuren meiner Mutter“ gelesen und war da schon von ihrem Erzählstil und den gewählten Themen sehr begeistert.
Beschreibung des Buches:
„Kleine große Schritte“ ist im C. Bertelsmann-Verlag 2017 als Hardcover erschienen. Das Buch hat 588 Seiten. Das Cover ist in Altrosa gehalten, es zeigt Zweige mit blühenden Blumen.
Kurze Zusammenfassung:
Ruth Jefferson ist seit über 20 Jahren mit Leib und Seele Säuglingsschwester und hilft, Babys auf die Welt zu bringen. Eines Tages wird ihr die Pflege eines Babys aufgrund ihrer Abstammung (Afroamerikanerin) von dessen Eltern verwehrt. Als das Kind im Säuglingszimmer einen Atemstillstand bekommt und Ruth ganz alleine mit der Verantwortung ist, gerät sie in ein Dilemma. Darf sie das Kind überhaupt anfassen und sich somit der Anweisung ihrer Chefin widersetzen – es stirbt und Ruth wird angeklagt. Was folgt ist ein Prozess … wie werden sich die Geschworenen entscheiden?
Mein Leseeindruck:
Dieses Buch fesselt. Es ist kein leichter Roman, den Jodi Picoult hier geschaffen hat. Sie brauchte mehrere Ansätze, bis sie dieses Buch fertig hatte. Ihre Recherchen dauerten Jahre. Im Anhang findet man darüber einiges in ihrem Nachwort und die Liste der Bücher, die sie als Grundlage für diesen Roman nutzte ist lang. Ein Artikel über den Tod eines Säuglings in einem Krankenhaus bewog sie, dann doch diesen Roman zu entwickeln und zu schreiben.
Jodi Picoult erzählt die Geschichte um Ruth, ihre Familie und die Familie des verstorbenen Säuglings aus drei verschiedenen Perspektiven. Zum einen aus der Sicht von Ruth, von ihrer Pflichtverteidigerin und Anwältin Kennedy und aus der Sicht von Turk, dem Vater des Kindes. Damit gelingt es ihr, mich als Leser immer in die jeweilige Gedankenwelt der Protagonisten hineinzuversetzen.
Aufgeteilt ist das Buch in drei Stadien (wie bei einer Geburt), „vorzeitige Wehen“, „Presswehen“ und „Nachgeburt“. Genau so fühlt man sich, während man den Roman liest. Man durchläuft die verschiedensten Phasen und wartet, dass sich eine „glückliche“ Lösung findet…
Es geht in diesem Roman nicht nur um die Frage von Tötung oder unterlassener Hilfeleistung, von Wut, Hass oder Rache sondern auch um das Thema Diskriminierung und Rassismus. Ich war ständig im Zwiespalt darüber, ob man das Baby hätte retten können, wenn bestimmte Zwänge in Gedanken, aber auch in der Konditionierung von Menschen anders gelaufen wären.
Die Geschichte macht betroffen, man muss sie intensiv lesen und kann dabei nicht in Gedanken abschweifen. Es fesselt einen, weil man die unterschiedlichen Beweggründe der Beteiligten erkennen möchte und versucht, sich ein eigeneabschließendes Urteil zu bilden – was mir letztendlich nicht gelungen ist.
Ich mag die Romane von John Grisham, die meistens von Anwälten und Gerichtsverfahren handeln. Auch dieser Roman von Jodi Picoult tendiert in diese Richtung, aber er ist viel intensiver, zeigt die verschiedenen Ansichten und Gedanken der beteiligten Menschen, er geht unter die Haut.

Fazit:
Dieser Roman ist kein Lesestoff zum „Abschalten“. Hier wird man hineingezogen, leidet mit, könnte heulen und aufschreien über manche Ungerechtigkeit, die man verspürt.
Trotzdem hat er mir sehr gut gefallen, ganz besonders aufschlussreich fand ich das Nachwort der Autorin, ihre Beweggründe, ihre Recherchen und den Hinweis, dass sie mehrere Anläufe brauchte, um diese Geschichte zu schreiben und zu veröffentlichen.

Ein wichtiges Thema

Von: Verrückt nach Büchern Datum: 22. März 2018

Ruth Jefferson arbeitet schon seit Jahren als Säuglingsschwester. Sie hat viel Erfahrung in diesem Beruf und sie tut immer ihr bestes, damit es ihren kleinen Patienten und den Eltern gut geht. Mit viel Freude macht sie ihren Job. Dann trifft sie auf Turk Bauer und seine Frau Brit, die beiden wollen nicht, dass ihr Kind von einer Afroamerikanerin angefast wird und die Klinikleitung wird informiert. Kurze Zeit später klebt ein Zettel auf der Akte des Kindes. Keine Behandlung durch afroamerikanisches Personal. Nach der Beschneidung des kleinen Kindes ist Ruth mit ihm alleine in einem Zimmer, als das Baby einen Atemstillstand erleidet. Ruth weiß nicht, wie sie handeln soll. Trotz der Bemühungen des Klinikpersonals verstirbt das Baby und die Eltern finden in der schwarzen Hebamme einen Sündenbock und sie sorgen nicht nur dafür, dass Ruth nicht mehr arbeiten darf, sie zeigen sie auch bei der Polizei an.

Jodi Picoult spricht in diesem Buch ein ernstes Thema an, den die Bauers sind offene Rassisten und Ruth sitzt nur aufgrund ihrer Hautfarbe vor Gericht.

Das Buch startet sehr spannend und interessant. Es ist schrecklich in die Gedankenwelt der Bauers einzutreten. Ich habe mich bei einigen Gedanken richtig erschrocken, denn es gibt ja leider wirklich Menschen die genauso denken, wie Turk Bauer.
Die Kapitel werden nicht nur aus der Sicht von Ruth und Turk erzählt, sondern auch von der Rechtsanwältin und Brit. Die Geschichte wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt.

Der Prozess nimmt einen ziemlich großen Raum in dem Buch ein und ab da fand ich das Buch nicht mehr ganz so spannend. Es zieht sich alles wahnsinnig in die Länge und ich musste mehr als einmal zwingen das Buch wieder in die Hand zu nehmen.

Picoult gibt sich Mühe auch den unterschwelligen Rassismus, dem alltäglichen herauszuarbeiten, dennoch habe ich das Gefühl, dass sie über viele Sachen einfach hinweg geschrieben hat. Turk ist relativ klischeehaft und das gefiel mir nicht so gut.
Das Ende des Buches passte überhaupt nicht zu dem, was ich erwartet hatte. Es war komplet merkwürdig und sehr unbefriedigend.

Das Nachwort der Autorin ist sehr lesenswert.
Mich konnte das Buch nicht überzeugen, wenn man schon so ein Thema wählt, dann bitte in allen Facetten und ohne Klischees.

Ich habe das Buch von Bloggerportal bereitgestellt bekommen und bedanke mich herzlich dafür.

Kleine große Schritte

Von: Buchkonfetti Datum: 19. März 2018

Der Roman Kleine große Schritte von Jodi Picoult ist 2017 Im C. Bertelsmann Verlag erschienen. Die englischsprachige Ausgabe small great things erschien erstmalig 2016.

Lange habe ich nichts mehr von Jodi Picoult gelesen - umso gespannter war ich auf das Buch, das mit einer heftigen, wichtigen und schwierigen Thematik wartet. Doch worum geht es?

Im Kern ist der Roman eine Auseinandersetzung mit Rassismus heutzutage in den USA. Die farbige Krankenschwester und Hebamme Ruth Jefferson wird des Mordes am Neugeborenen Davis Bauer angeklagt. Davis ist das Kind zweier Rechtsextremisten, die die Behandlung „durch afroamerikanisches Personal“ untersagen. Ruth steht während einer Notsituation im krassen Konflikt mit sich selbst, ob sie den Anweisungen ihrer Vorgesetzten Folge leisten oder sich ganz an ihren abgelegten Eid als Krankenschwester halten soll. Es kommt zu einem nervenaufreibendem Gerichtsprozess, der die Aufmerksamkeit der Medien auf sich zieht.

Abwechselnd erzählt Jodi Picoult die Geschichte aus der Sicht Ruths, ihrer Pflichtverteidigerin Kennedy und dem Vater des verstorbenen Babys Turk. Sie taucht ein in den passiven Rassismus, in Ansichten und die unmenschlichen Weltanschauungen der White Power Bewegung, hebt heraus wie schwer ein „normales“ privilegiertes Leben für Farbige in den USA ist und appelliert an die soziale Gerechtigkeit und Gleichheit. Alles wird durchzogen mit der Frage, ob Rassismus Thema im Gericht sein darf oder sogar sein muss?

Ich finde trotz dieser unglaublich wichtigen Thematik schwer in das Buch rein. Und doch baut sich eine Spannung auf und ich will wissen, wie die Geschichte zu Ende geht. Ich werde Teil eines Gerichtsprozesses und einer höchstaktuellen Rassismus Debatte. Das Ende hätte der Roman meiner Meinung nach nicht gebraucht - aber lest selbst.
Was mich hingegen sehr beeindruckt hat, ist das unglaublich ehrliche und selbstreflektierende Nachwort Jodi Picoults.

Zusammenfassend finde ich es unglaublich mutig und wichtig, dass sich Picoult dieses schweren Themas angenommen hat - ein Thema, das eigentlich nicht schwer sein sollte, da Rassismus heutzutage einfach nicht mehr existieren dürfte. So ist es aber leider nicht. Zu oft wird Rassismus offen ausgelebt oder schlummert ganz untergründig in den Menschen.

Sie schafft es einen spannenden Gerichtsprozess zu beschreiben und doch sind mir manche Darstellungen zu klischeehaft - auch wenn ich natürlich nicht ihre Nachforschungen betrieben habe. Das Buch lässt einen mit gemischten Gefühlen zurück. Auch wenn ich mich diesem Buch nicht voll hingeben konnte, so lässt es mich trotzdem nach der letzten Seite nicht los und ich erahne das Jodi Picoult dann doch etwas ganz entscheidendes geschafft hat: ich denke über dieses Thema nach!

Schwieriges Buch

Von: kleine_welle Datum: 07. März 2018

Ruth ist Hebamme und das seit zwanzig Jahren. Sie hat schon einiges erlebt und kennt sich in ihrem Beruf sehr gut aus. Doch dann wird sie einer Patientin zugeteilt, deren Mann verlangt, dass Ruth ihren gemeinsamen Sohn nicht anfassen soll. Der Grund: Ruth ist schwarz.

Das Cover wirkt sehr nett und ich frage mich, ob es zu einem Thema über Rassismus passend ist.
Der Schreibstil von Jodi Picoult ist wirklich wundervoll. Man kann den Text sehr fließend lesen und ihre Art ist ruhig und einfach nur gut zu lesen.
Und genau das war mir manchmal etwas zu viel.
Denn leider weiß ich nicht so genau, was ich von dem Buch halten soll. Wie gesagt, vom Schreibstil her gibt es nichts auszusetzen, aber wegen dem Inhalt bin ich nie ganz so in die Geschichte hineingekommen und konnte mich dem Buch nicht ganz hingeben.
Zunächst beginnt man mit Ruths Sichtweise und hier fing das schon ein bisschen an. Jodi Picoult ist weiß und ich habe mich so häufig gefragt, inwieweit eine weiße Frau, die noch nie miterlebt hat wie sich Afroamerikaner fühlen, inwieweit diese sich in Ruth hineinversetzen konnte.
Dazu kommt, das mir Ruths Charakter manchmal etwas zu viel gewesen. Klar scheint sie sehr angepasst und möchte bloß nicht auffallen, aber dadurch wirkte sie auf mich zu unterwürfig und nimmt die Opferrolle nur zu gerne an. Warum ist sie nicht wütend?
Dann wechseln wir zwischendrin zu der Sichtweise von Turk. Turk ist der rassistische Vater von dem Baby, das dann letztendlich stirbt. Und genau da ist der Knackpunkt. Diesen Verlust schreibt Jodi Picoult sehr emotional und man kann sich schon in die Eltern hineinversetzen. Wenn z.B. Turk versucht die Wiederbelebung fortzuführen und sein Kind nicht aufgeben möchte. Und da könnte man fast seinen Hintergrund vergessen. Aber möchte man das als Leser? Ich fand das sehr schwierig und deshalb fiel es mir zunehmend schwer mit der Geschichte zu verschmelzen.
Kennedy hingegen finde ich als Charakter sehr gelungen. Sie ist die weiße Anwältin und diese Rolle habe ich der Autorin am besten abgenommen. Hier hatte ich manchmal beim Lesen das Gefühl, dass sie sich auf sicheren Terrain bewegt.
Die Fakten zum Prozess der dann folgt sind wirklich sehr interessant und man bekommt einen guten Einblick in das amerikanische Rechtssystem.
Ich möchte hier nichts gegen die Idee des Buches sagen, denn diese ist durchaus sehr gut und wie oben schon erwähnt schreibt Jodi Picoult einfach gewohnt wundervoll, aber manchmal konnte ich ihr die Verhaltensweisen der Charaktere nicht so abnehmen. Ich weiß auch nicht genau warum. Es war einfach sehr schwierig für mich das Buch zu lesen.
Obwohl ich sagen muss, dass sie mich nach dem Ende schon sehr nachdenklich zurückgelassen hat und das ist auf jeden Fall wieder ein Pluspunkt. Denn sie schafft es, alles was man denkt und wie man sich verhält in Frage zu stellen und zu überdenken. Ein sehr intensives und gelungenes Ende.
Das Nachwort von ihr fällt dann auch etwas länger aus und ist durchaus aufschlussreich. Hier erfährt man nochmal etwas über ihre Recherchen und vielleicht hätte ich mir dieses zuerst durchlesen sollen, denn danach konnte ich doch einiges besser nachvollziehen. Wer weiß, ob ich das Buch mit anderen Augen gelesen hätte.

Mein Fazit: Für mich war das Buch schwierig zu lesen, denn mit einem Charakter wollte ich mich nicht so recht identifizieren und der andere Charakter kam mir manchmal etwas zu inszeniert vor. Ich konnte mich die meiste Zeit nicht richtig auf das Buch einlassen, obwohl das Ende einen doch extrem nachdenklich stimmt. Wer Jodi Picoults Schreibstil mag kommt hier wieder voll auf seine Kosten, aber wenn man etwas über Rassismus lesen möchte, sollte man vielleicht doch lieber zu einem anderen Buch greifen.

Sehr überzeugend

Von: Sabine Krass Datum: 01. März 2018

Inhalt :

Ruth ist seit 20 Jahren Säuglingsschwester und Hebamme in einem Krankenhaus in Conneticut. Bei einem Routineeingriff stirbt ein Neugeborenes. Man gibt der dunkelhäutigen Ruth die Schuld. Der weiße Kindesvater hatte Ruth verboten sein Kind zu berühren. Rassismus wird in diesem Buch offen und ohne Glacehandschuhe thematisiert. Jedoch werden hier beide Ansichten und Glaubensgrundlagen von Ruth und von ihrem späteren Prozessgegner, dem weißen Turk, dargelegt. Jodi Picoult hat es mit ihren Worten ermöglicht , beide Meinungen zu respektieren und auf die wahre Gerechtigkeit hoffen zu dürfen. Die Seiten lesen sich allesamt sehr flüssig, was natürlich dem poetischen Stil der Autorin geschuldet ist. Dieser Roman passt prima in die Kategorie > Pageturner <und hat mit mir einen neuen Fan gefunden.

Ein tolles Buch über Rassismus und dem Kampf dagegen!

Von: Vanessa´s Bibliothek Datum: 27. Februar 2018

Ich bin durch Zufall auf die Autorin gekommen, da wir im englisch Unterricht "Beim Leben meiner Schwester" einen Auszug gelesen haben und ich mir das schon gefallen hatte. Dann hab ich das Buch entdeckt und hatte vorher "The hate u give" gelesen, auch ein Buch über Rassismus. Daher war ich im Thema und dachte ich mach mit diesem weiter und es hat mich echt begeistert. Diese Geschichte ist so toll aufgebaut und hat unterschwellig so viele tolle Lehren und vermittelt so viel. Zudem ich das ganz toll finde, dass wirklich alle Perspektiven beleuchtet werden. Von der Rassistischen bis zur Anwältin und auch dem Opfer Ruth. Alle lernen etwas aus dieser dunklen Situation.

Und ich finde Ruth schon in dem Punkt klasse, weil sie nicht aufgibt. Andere hätten resigniert, aber sie macht weiter, kämpft und nimmt sogar einen Job bei McDonalds an, weil sie zu stolz ist, Sozialhilfe anzunehmen.

Das Buch hat mich echt beeindruckt und dadurch das der Schreibstil auch einfach und flüssig zu lesen ist, die Geschichte toll war, die Charaktere interessant, wird das nicht mein Letzter Picoult sein.

Großartig!

Von: Influenza Bookosa Datum: 22. Februar 2018

Mein erstes Buch von Jodi Picoult ist mir noch lange nach dem Beenden im Gedächtnis geblieben. Die Art der Auseinandersetzung mit der ernsten Thematik aus Bis ans Ende der Geschichte hat mir unheimlich gut gefallen. Hinzu kommt der wunderbar leicht zu lesende und fesselnde Schreibstil. Ähnlich erging es mir nun mit ihrem neuen Buch.

Auch hier wählt die Autorin bewusst eine Thematik, mit der sie sich selbst und ihre Leser herausfordert: Rassismus. Leider nach wie vor brandaktuell. Die erfahrene Hebamme Ruth trifft auf das Ehepaar Bauer. Ruth ist Afroamerikanerin, die Bauers sind Nazis. Insbesondere in den USA ist der Konflikt zwischen schwarz und weiß nie ganz abgeklungen. Nach all den Jahren der Aufklärung gibt es noch immer Vereinigungen wie den Ku-Klux-Klan, dem auch das Ehepaar Bauer indirekt angehört.

Als sie der Pflegeleitung zu verstehen geben, dass sie eine Betreuung durch eine dunkelhäutige Hebamme ablehnen ist der Grundstein für eine spannende Geschichte gelegt. Die Situation spitzt sich zu, als es zu einem Notfall kommt und Ruth eingreifen muss, obwohl es ihr vorher untersagt wurde. Oder muss sie das gar nicht?

Jodi Picoult beleuchtet diese intensive Geschichte aus allen Blickwinkeln und stellt so ihre Komplexität hervorragend dar. Was ist richtig und was falsch? Ist die Hebamme Schuld oder nicht? Gibt es überhaupt eindeutige Antworten auf solche Fragen? Einzig an der Übersetzung habe ich mich an mancher Stelle gestört. Wäre es doch korrekt Ruth als Hebamme und nicht als Säuglingsschwester zu betiteln. Der Geschichte hat die mittelmäßige Übersetzung allerdings nichts von ihrer Qualität genommen.

Ein schwieriges Thema

Von: My book world Datum: 17. Februar 2018

Ruth arbeitet im Krankenhaus, doch eines Tages stirbt ein neugeborene Baby. Der Schuldige ist auch schnell gefunden. Ruth, denn sie hat, obwohl es verboten war, das Baby berührt. Es war ihr verboten weil sie dunkelhäutig ist. Ein Verfahren wird gegen Ruth eingeleitet und der Rassismus zeigt sich in seiner vollen Stärke.
��In diesem Buch zeigt Jodi Picoult, dass der Rassismus immer noch vorhanden ist. Der Autor versucht den Lesern Denkanstöße zu geben und ihnen zu zeigen wie sich die Person fühlt, wenn sie nur wegen ihres Aussehens oder ihrer Herkunft ausgegrenzt wird.
��Das Buch ist ursprünglich in Englisch geschrieben, deshalb wurde es ins Deutsche übersetzt. Das wurde keineswegs schlecht gemacht aber an manchen Stellen war es doch etwas holprig.
��Ein gutes Buch mit einem schwierigen Thema, das sicher sehr lehrreich sein kann.

Nachwort unbedingt zuerst lesen

Von: Nelly Datum: 17. Februar 2018

Jodi Picoult ist bekannt dafür, dass sie immer wieder heiße Eisen anpackt. Ob es Amokläufe an Schule in Neunzehn Minuten war oder das „Züchten“ eines genidentischen Kindes, um ein anderes Kind zu retten in Beim Leben meiner Schwester war, immer sind es schwierige und viel diskutierte Themen. Und auch in ihrem neusten Roman macht sie es sich alles andere als einfach. Dabei weist dieses Buch einen großen Fehler auf. Nämlich dass das Nachwort eben hinten steht.

Klappentext

Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …

Meine Meinung

Ruth ist in den Vierzigern, allein erziehende Mutter und arbeitet als Kinderkrankenschwester und Hebamme. Ihren Beruf erledigt sie mit Freude und seit Jahren immer sorgfältig und zufriedenstellend. Auch an dem Morgen, an dem Turk Bauer und dessen Frau Brit in ihr Leben tritt, will sie eigentlich nur ihrem Job nachgehen und deren neugeborenen Sohn untersuchen. Doch Turk Bauer ist rechtsextrem und sieht in der schwarzhäutigen Hebamme eine Beleidigung. Er wendet sich an Ruths Vorgesetzte und bewirkt, dass Ruth sich nicht mehr um den kleinen Davis kümmern, geschweige denn ihn anfassen darf. Doch als Ruth mit dem Baby alleine ist, erleidet der Säugling einen Atemstillstand. Ruth ist hin und her gerissen. Soll sie helfen oder sich an die Anweisung halten, das Kind nicht anzufassen?

Dem Baby ist schließlich nicht mehr zu helfen und für die Familie Bauer ist ein Sündenbock schnell gefunden. Deren Hass geht soweit, dass sie der Hebamme nicht nur die Lizenz entziehen lassen, sondern sie auch bei der Polizei anzeigen. In dem darauf folgenden Prozess stellt sich immer wieder die Frage: wurde die Mutter lediglich aufgrund ihrer Hautfarbe vor Gericht gezerrt?

In diesem erklärt Picoult ihre Motivation für diese Geschichte. Denn dort erklärt sie, dass sie dieses Buch vor allem für ihre eigene Gemeinschaft, die Weißen, geschrieben hat. Dies führte allerdings während des Lesens bei mir immer wieder dazu, dass ich das Gefühl hatte, dass wichtige Dinge einfach unausgesprochen blieben. Hinzu kam, dass einen das Gefühl beschleicht, dass Ruth selbst sehr viel mehr Potenzial in Bezug auf ein so wichtiges Thema gehabt hätte. Vielleicht hätte dies einfach an den Anfang des Buches gehört, um dem Leser begreiflich zu machen, welche Intention hier verfolgt wird. So ärgert man sich halt während der Lektüre das ein oder andere Mal, während das total unnötig gewesen wäre.

Die Geschichte an sich ist allerdings spannend. Ruth verliert ein Baby, welches unter ihrer Obhut steht und das nur, weil sie aufgrund ihrer Hautfarbe von der Behandlung ausgeschlossen wurde. Ihr Gegenspieler, Turk Bauer, ist ein Rechtsextremist der ganz besonderen Sorte. Denn nicht nur er lebt für seine Überzeugungen. Auch seine Frau und sein Schwiegervater sehen die Welt ganz genau wie er. Für mich als Leser war es erschreckend in diese Gedankenwelt einzutauchen und verstärkt wurde dieses Gefühl auch dadurch, dass die handelnden Charaktere alle aus der Ich-Sicht erzählen. Man ist mittendrin, statt nur dabei.

Zur Wort kommt neben Turk auch dessen Frau Brit, Ruth und die Rechtsanwältin. Damit wird die ganze Geschichte von allen Seiten beleuchtet. Wie schon gesagt kam Ruths Sichtweise da an einigen Stellen einfach sehr kurz, was aber eben Picoults Motivation geschuldet ist. Auch die Kehrtwende in der Sichtweise ihrer Anwältin Kennedy vollzieht sich sehr versteckt und scheint plötzlich einfach da zu sein.

In einigen Rezensionen habe ich die Kritik gelesen, dass sich das Hauptaugenmerk in dem Prozess gegen Ruth findet. Das empfand ich ehrlich gesagt gar nicht so. Natürlich schwebt er als ein großes Problem über den Köpfen aller Beteiligten. Doch der eigentliche Prozess hätte für meinen Geschmack gerne noch etwas mehr Raum einnehmen dürfen. Zumal das amerikanische Gerichtssystem sich in großen Teilen von unserem unterscheidet und hier gerne noch die ein oder andere Erklärung hätte kommen dürfen.

Trotz aller dieser Kritikpunkte wird mir die Geschichte trotzdem positiv in Erinnerung bleiben. Durch den ständigen Perspektivenwechsel erhält man Einblick in jede ganz eigene Geschichte. Man lernt den jeweiligen Charakter nicht nur in der aktuellen Krisensituation kennen, sondern erfährt auch viel aus deren Vergangenheit. Damit erhält das ganze Buch einen angenehmen Tiefgang.

Mein Fazit

Jodi Picoult schafft es einmal mehr, ein wichtiges Thema, das nicht totgeschwiegen werden darf, in eine spannende und unterhaltsame Geschichte zu verarbeiten. Wer sich an dieses Buch ranwagt, sollte das Nachwort allerdings zuerst lesen. Denn nur dann hat man Picoults Beweggründe auch vor Augen Andernfalls ärgert man sich eventuell über das ein oder andere Detail. Mit dem Blick auf dem Umstand, dass dieses Buch gerade für Weiße geschrieben wurde, bekommt man dann aber ein spannendes und bewegendes Buch.

Leider nicht überzeugend genug...

Von: librovore Datum: 16. Februar 2018

Klappentext
„Als ein Neugeborenes nach einem Routineeingriff im Krankenhaus stirbt, scheint schnell klar zu sein, wer daran schuld ist. Die dunkelhäutige Säuglingsschwester, der untersagt war, das Baby anzufassen. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den alltäglichen Rassismus, der in unserer modernen westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist…“


Meinung
Dieses Buch wurde fast ausschließlich in den Himmel gelobt und hat unglaublich viele positive Kritiken bekommen. Und eben durch dieses positive Feedback von allen Seiten habe ich mir ein deutlich spannenderes, aufwühlenderes, emotionaleres Leseerlebnis erhofft…

„Kleine große Schritte“ von Jodi Picoult ist das zweite Buch der Autorin, welches ich gelesen habe (vom ersten Buch „Die Spuren meiner Mutter“ war ich sehr begeistert!) In beiden Werken hat sie einen einfachen, flüssigen, aber durchaus gelungenen Schreibstil.
Der Roman wird aus drei Blickwinkeln geschildert: Ruth, die angeklagte Krankenschwester. Kennedy, die Anwältin von Ruth. Und Turk, der Vater des verstorbenen Säuglings. Turk war der mit Abstand unsympathischste Charakter im Roman, aber leider auch der authentischste. Ruth ist zwar eine sympathische Frau, ihre Geschichte ging mir zu Herzen, aber sie wirkte dennoch sehr oft abweisend, gefühlskalt auf mich - als hätte sie mit der ganzen Sache irgendwie nichts zu tun.
Kennedy ist eine sympathische Anwältin, die sich mit dem Thema alltäglicher Rassismus erst 100% entgegenstellt, als sie sich mit Ruth anfreundet und sie Kennedy spüren lässt, was Rassismus wirklich heißt.

Was mir bei Jodi Picoult’s neuestem Werk sehr missfallen hat, waren die vielen, vielen Längen, die den Roman so unglaublich langatmig gemacht haben. Ich war kurz davor, das Buch abzubrechen, bin aber standhaft geblieben. Im Mittelteil von „Kleine große Schritte“ ist es mir am schwersten gefallen, durchzuhalten. Ich bin das Gefühl nicht losgeworden, dass im Roman absolut gar nichts passiert, obwohl die Handlung voran ging.

Das Thema (alltäglicher) Rassismus ist aktueller denn je! Leider hat es die Autorin nicht geschafft, auch ein brandaktuelles Buch über dieses wichtige Thema zu schreiben. Die Washington Post (hier der Link: https://www.washingtonpost.com/entertainment/books/small-great-things-is-the-most-important-novel-jodi-picoult-has-ever-written/2016/10/12/f18e0fdc-7eb4-11e6-8d13-d7c704ef9fd9_story.html?utm_term=.260118310fc5) hat geschrieben, dass es das wichtigste Buch ist, welches Jodi Picoult geschrieben hat. Ja, das wichtigste Buch in jedem Fall, aber sicherlich nicht das beste - schon gar nicht über Rassismus.


Fazit
„Kleine große Schritte“ ist ein eher mittelmäßiges, durchschnittliches Buch über Rassismus. Es fehlen herausstechende Figuren, überraschende Wendungen und ein großartiges, vielleicht auch mutigeres Ende. Mir fehlten Emotionen und Gefühle, dafür hätte ich mir weniger Drama gewünscht. „Kleine große Schritte bekommt von mir zweieinhalb von fünf Sternen.



Weitere Informationen
Originaltitel: Small Great Things
Verlag: C. Bertelsmann, Verlagsgruppe Random House - https://www.randomhouse.de/Buch/Kleine-grosse-Schritte/Jodi-Picoult/C.-Bertelsmann/e461164.rhd
ISBN: 978-3-570-10237-4
Preis: 20,00€
592 Seiten
deutsche Erstausgabe: 02. Oktober 2017

sehr emotional

Von: mylittlebookworld Datum: 13. Februar 2018

Meine Meinung:
Erst einmal möchte ich mich sehr beim Bloggerportal und Verlag bedanken, dieses tolle, ernste Buch als Rezensionsexemplar zugeschickt bekommen zu haben.

Ich wusste, dass Jodi Picoult´s Bücher oft ernste Themen aufgreifen und bin durch stöbern auf dieses Aufmerksam geworden. Der Klappentext hat mich sofort angesprochen, da Themen wie diese mir oft sehr nahe gehen und ich mit sehr viel Interesse lese.

Die Kapitel waren sehr abwechslungsreich und ich habe viel über Ruths Leben, aber auch viel über Turks Leben erfahren. Turk ist ein Rechtsextremer der krassesten Sorte und durch ihn konnte man sehr viel über die Rechtenszene lernen. Picoult hat versucht die Welt aus seiner Sicht zu sehen, was sehr spannend, aber auch schwer, zu lesen war. Wenn einem Themen wie diese nahegehen wird man, wie auch ich, einige Zeit brauchen um es durch zu bekommen. Immer wieder wurde ich während des lesens einfach nur sauer, weil mir Ruth leidtat oder ich Turk und seine Frau einfach nur schrecklich fand.

Sehr interessant waren außerdem die Kapitel aus der Sicht der weißen Verteidigerin Kennedy, die sich Ruths Fall unbedingt annehmen wollte.


Fazit:
Dieses Buch hat viele verschiedene Eindrücke bei mir hinterlassen und mich oft sprachlos gemacht. Die Recherchearbeit seitens Picoult sind wahnsinnig gut und ihr Schreibstil ist angenehm zu lesen. Allerdings hat mir das gewisse Etwas gefehlt. Ich hatte extrem Hohe Erwartungen die zwar erfüllt wurden, aber Luft nach oben gelassen haben. Ich gebe "Kleine große Schritte" dewegen 4,5/5 Sterne

Bewegender und realistischer Roman, der schon jetzt einer meiner Jahreshighlights ist!

Von: jasminsbooks Datum: 12. Februar 2018

Titel: Kleine große Schritte
Autorin: Jodi Picoult
Verlag: C. Bertelsmann
Seitenanzahl: 589 Seiten

Vielen lieben Dank an den C. Bertelsmann Verlag und das Bloggerportal für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars. ♥

Inhalt/Klappentext:

Als ein Neugeborenes nach einem Routineeingriff im Krankenhaus stirbt, scheint schnell klar zu sein, wer daran schuld ist. Die dunkelhäutige Säuglingsschwester, der untersagt war, das Baby anzufassen. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den alltäglichen Rassismus, der in unserer modernen westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist.

Mein Fazit:

Wow, was für ein bewegender und fesselnder Roman. Schon jetzt im Februar kann ich von mir behaupten, dass dieses Buch einer meiner absoluten Jahreshighlights 2018 sein wird. "Kleine große Schritte" ist mein erstes Buch von Jodi Picoult gewesen und ich bin einfach begeistert. Der Schreibstil der Autorin ist so fesselnd und trotz allem sehr flüssig zu lesen, dass ich auf jeden Fall noch mehr Bücher von ihr lesen möchte. Darüber hinaus schreibt sie sehr gefühlvoll und detailreich, sodass man sich alles bildlich vorstellen kann.

Das Buch ist in verschiedene Perspektiven unterteilt, was das Ganze meiner Meinung nach noch interessanter macht, um sich in die verschiedenen Situationen hineinzuversetzen. Die Handlung wird aus den Perspektiven von der Krankenschwester Ruth, Turk, dem Vater des Babys und Kennedy (Anwältin von Ruth) erzählt.

Mit dem Thema Rassismus in unserer heutigen Zeit, hat Jodi Picoult ein wirklich sehr realistisches Buch geschrieben. Genau solche Situationen können heutzutage leider immer noch vor der eigenen Haustür vorkommen. Gerade durch diese realitätsnahe Handlung, war dieses Buch für mich umso spannender zu lesen. Auch fand ich es gut, dass dem Leser dadurch noch einmal mehr die Augen geöffnet werden. Man sollte Menschen nicht immer gleich wegen ihres Aussehens, Herkunft, Beruf oder vielleicht auch einer Krankheit verurteilen.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass mich dieses Buch wirklich nachdenklich zurück gelassen hat und mich auf jeden Fall noch eine ganze Weile beschäftigen wird. Ich kann dieses Buch wirklich von ganzem Herzen empfehlen. Ich glaube, ich bin vorher noch nie so schnell mit einem fast 600 Seiten dicken Buch fertig geworden, wie mit diesem hier. Wenn man einmal damit angefangen hat, ist es fast ein Ding der Unmöglichkeit es aus der Hand zu legen. Wenn ich könnten, würde es noch mehr Sterne bekommen, aber so heißt es natürlich klar und deutlich 5 von 5 Sterne!

Ein wichtiges Thema, aber nicht immer gut umgesetzt

Von: -Leselust Bücherblog- Datum: 07. Februar 2018

Kurzmeinung:
Obwohl ich sonst ein großer Picoult Fan bin, kann ich mich dieses Mal der Begeisterung nicht 100%ig anschließen. Zwar ist das Thema sehr wichtig und die Intention sehr gut, die Umsetzung allerdings fand ich nicht so gelungen.

Meine Meinung:
"Kleine große Schritte" behandelt ein sehr wichtiges Thema –Rassismus– und ich bin froh, dass es geschrieben wurde und viel gelesen wird. Dennoch bin ich nicht so richtig warm mit der Geschichte geworden und ich habe einige Kritikpunkte.
Zum einen würde ich mir gerade zu diesem Thema lieber mehr "own voice" Bücher wünschen. Obwohl Picoult im Nachwort ganz gut beschreibt, dass sie sich der Problematik bewusst ist und was ihre Gründe waren, dieses Buch dennoch zu schreiben:

"Ich schreibe für meine eigene Gemeinschaft –Weiße–, die kein Problem haben, einen Neonazi als Rassisten auszumachen –den eigenen Rassismus aber nicht erkennen." S. 583

Außerdem ist die Übersetzung an mancher Stelle nicht gut gelungen. Zum Beispiel wird in dem Buch sehr oft das Wort "Farbige" verwendet, welches eine Fremdbezeichnung aus der Kolonialzeit ist. Also wird ein rassistisches Wort in einem Anti-Rassismus-Roman verwendet. Da muss man sich schon echt wundern, wie dass dem Verlag passieren konnte. Ich hoffe, dass wird in zukünftigen Ausgaben noch geändert.

Aber auch die gesamte Geschichte hat mir nicht so gut gefallen. Für mich wirkten viele Szenen sehr konstruiert und man konnte genau erkennen, warum diese Handlung gerade nötig ist, um uns einen bestimmtem Aspekt von Rassismus zu erklären. Dadurch wirkte der Roman für mich aber oft unauthentisch und die Personen kamen mir nicht sehr nahe. Da war für mich zu viel erhobener Zeigefinger dabei.
Manchmal fiel es mir aber auch schwer, die Geschichte zu akzeptieren, weil manche Situationen für mich so unvorstellbar waren, dass ich sofort eine gewisse Reaktanz gespürt habe. Ein bisschen "Kann das wirklich so sein, oder ist das nicht etwas übertrieben?" Und genau deswegen finde ich dieses Buch eben trotz meiner Kritikpunkte so wichtig. Denn es hat mich dazu gezwungen, mir immer wieder bewusst zu machen, dass es zwar nicht meine Lebensrealität ist, aber die von vielen anderen Menschen auf der Welt. Und dass auch Ignoranz schon ein Privileg ist.

Fazit:
Insgesamt ist es ein Buch, das man gut lesen kann und gerade für Picoult Zielgruppe (privilegierte, weiße Leser_innen) bestimmt sehr viel Lehrreiches und Denkanstöße enthält. Ich hatte mir aber mehr von dem Roman erhofft und war daher und wegen der angesprochenen Kritikpunkte etwas enttäuscht.

Fun Fact:
Zu dem Buch gibt es auch ein kleines Prequel, "Das Mädchen mit den roten Schuhen", das nur als eBook erschienen ist. Darin wird die Kindheit der Protagonistin Ruth beschrieben wird. Ich finde es eine gute Idee und eine sinnvolle Ergänzung zu der Geschichte.

Ein echtes Highlight

Von: Corinna Pehla Datum: 05. Februar 2018

Ruth ist Hebamme aus Leidenschaft. Seit 20 Jahren bringt sie die Kinder auf die Welt, hat wundervolle Momente, aber auch Schicksalsschläge miterleben dürfen.
Und auch dieser Tag startet ganz normal. Es geht um die Nachsorge eines frisch geborenen Jungen. Der Haken: Die Eltern des Jungen verweigern Ruth die Versorgung, weil diese eine dunkle Hautfarbe hat.
Die Vorgesetzten winken diesen Wunsch der Eltern durch, doch als der Junge kurz darauf verstirbt, steht Ruth bei den Eltern als Mörderin da. Eine Hetzjagd beginnt.



Bei diesem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, welches mir als Buchflüsterin der Seite Buecher.de zur Verfügung gestellt wurde. Ich möchte mich auf diesem Wege dafür bedanken.

Jodi Picoult hat mich vor ca. zwei Jahren schon mit ihrem Buch „19 Minuten“ überzeugen können und nachdem ich den Klappentext von „Kleine große Schritte“ gelesen habe wusste ich, dass es sich hier ebenfalls um ein Buch mit einer schweren Thematik handelt.

Das Thema Rassismus ist etwas, was uns ja nicht nur mit dem Finger in Richtung USA zeigen lässt, sondern auch bei uns vor der Haustür stattfindet.
Da dieses Buch allerdings in den Vereinigten Staaten spielt, gehe ich einfach mal auf die dortige Situation ein.

Schon durch andere Bücher (u.a. Der Klang der Zeit – Richard Powers) und durch diverse Filme, hatte ich den Hauch einer Ahnung, wie tief diese Feindlichkeit zum Teil bei „Weißen“ und „Schwarzen“ Menschen sitzt. Auch das Vorwort der Autorin zeigte mir, dass es deutlich tiefer geht, als aus der Ferne zu erahnen ist.
Für mich war dieses Buch sehr erschütternd in manchen Teilen und auch so, dass ich diese bestimmten Blickwinkel mit meinen eigenen verglich. Doch beginnen wir ganz vorne.

Ruth ist Krankenschwester und sehr schnell steht nicht mehr ihre Kompetenz, sondern ihre Hautfarbe im Vordergrund. Wir erleben ihren Arbeitstag, ihre Herabstufung und auch den Tod des Babys ein paar Tage später.
Ich war erschüttert, wie es dann weitergeht. Allerdings begleiten wir sie aus ihrem Blickwinkel und wissen, wie genau sie ist, wie ihr Leben verläuft und wie sie reagiert.

Dann gibt es noch Turk, den Vater des Kindes. Sein Schmerz ist absolut präsent, aber auch sein Hass, seine Verachtung und seine Geschichte. Man erlebt wie er zu diesen Ansichten kam und wie extrem sie sind.

Und zum Schluss dürfen wir auch den Blickwinkel von Kennedy erleben. Die Pflichtverteidigerin, die sich als ganz normale Frau ohne Vorurteile sieht und mit dem Fall von Ruth durch Zufall in Kontakt kommt.

Sie alle sind dieses Buch. Ihre Blickwinkel wurden von Jodi Picoult so gut beleuchtet, dass man versteht, sich fürchtet, erschüttert ist und mitkämpft.
Zu keinem Zeitpunkt war klar, wie die Geschichte ausgehen wird und nie wusste ich, ob es eine Chance für Gerechtigkeit und Menschlichkeit gibt.

Was ich allerdings merkte war, dass es zwei verschiedene Bevorzugungen von Menschen gibt und nicht jede Person gleich behandelt wird.
Für mich selber gibt es hier etwas, was ich dadurch aus der Geschichte mitnehme. Aus meiner Sicht bin ich nämlich sehr tolerant und offen, was Menschen angeht. Aber aus dem Blickwinkel von Ruth betrachtet gehe ich nun durch die Welt und versuche an mir zu arbeiten, wenn mir eigene Defizite auffallen. Denn nach dieser Geschichte finde ich, dass auch eine vorhandene Toleranz durchaus noch ausbaufähiger in ihren Kleinigkeiten und Abstufungen sein kann, die vielleicht nicht auf den ersten Blick selber zu erkennen sind.

Ich verspreche hier allerdings, dass dieses Buch so schnell nicht loslassen wird. Es unterhält wunderbar und bringt einen Nachklang mit sich, der besser und wichtiger nicht sein könnte.

Mein Fazit:
Ein sehr bewegendes Buch und erschütternd, wie schnell sich das Leben ändern kann. Für mich ist „Große kleine Schritte“ ein Buch, welches ganz sicher ein Highlight ist und ein Buch, das ich so schnell nicht vergessen werde.

Kleine große Schritte

Von: Laura Datum: 04. Februar 2018

Ein Buch zum Nachdenken. Meine Meinung wird ausführlich auf meinem Blog beschrieben.

Ein wichtiges Thema, sehr gut behandelt

Von: Sabs Bookparadise Datum: 31. Januar 2018

Jodi Picoult hat wieder ein Thema aufgegriffen, das die Geister scheiden wird, was allgegenwärtig ist und ein immer grösser werdendes Problem wird: Rassenhass, Fremdenfeindlichkeit.
In 'Kleine grosse Schritten' wird das Thema durch die Geschichte der Hebamme Ruth geschildert. Sie liebt ihre Arbeit, ist seit über 20 Jahre in ihrem Beruf. Dann treten eines Tages Eltern eines frischgeborenen Jungen in ihr Leben. Sie darf den Jungen nicht mehr anfassen, aufgrund ihrer afroamerikanischen Wurzeln. Dann gerät die Hebamme in ein moralisches Dilemma, der Junge stirb. Die Eltern geben ihr die Schuld daran und die folgenden Monate zeigen deutlich auf, dass die Rassenunterschiede noch lange nicht überwunden sind.

Mir hat die Geschichte um Ruht unheimlich gut gefallen. Ich konnte mich in sie hineinversetzen, aber auch in ihre Anwältin. Manche Aussagen und Ereignisse haben mich sehr zum Nachdenken gebracht. Ich sehe mich als Nicht-Rassisten, bin sehr tolerant. Und doch habe ich mich selbst reflektiert und muss sagen: Bin ich vielleicht zum teil passiv rassistisch ohne es zu wissen? Immerhin stellen wir 'weissen' uns oft nicht die Fragen, die sich ein Afroamerikaner vielleicht jeden Tag stellt. Das fand ich sehr erschreckend. Wir nehmen viele Dinge für selbstverständlich hin, dabei sind sie das gar nicht - wir gehen einfach davon aus.

An Ruths Beispiel kann man sehen, wie viel durch Rassismus zu Bruch gehen kann, welche Wellen er schlagen kann. Dabei sind wir Menschen alle gleich? Oder nicht? Wir können nichts für unsere Herkunft. Niemand sucht sich aus, wie er geboren wird. Wir werden quasi auf die Welt gezwungen und müssen in dieser klar kommen.

Und was passiert, wenn nicht alles so ist, wie es scheint. Wenn genau der Hass, der einen immer weiter treibt, am Ende auf einen selbst zurückschlägt? Auch mit dieser Frage beschäftigt sich Jodi Picoult in diesem Buch. Mir haben die Wendungen, vor allem gegen Ende des Buches, wirklich gut gefallen.

Die Charaktere waren für mich sehr glaubhaft, was ich bei diesem Thema unheimlich wichtig finde. Ich mochte alle Charaktere, selbst die unsympatischen. Sie waren authentisch und genau das macht für mich ein gutes Buch aus.

Generell fand ich es sehr faszinieren, dass die Autorin als Weisse ein Buch über eine Afroamerikanerin schreibt, die durch Rassismus eines Verbrechens beschuldigt wird. Dies auch noch glaubhaft dem Leser zu vermitteln, stelle ich mir alles andere als einfach. Vielleicht haben mir daher die Emotionen gefehlt - der einzige Punkt, der mich an dem Buch gestört hat. Ich konnte mich zwar in die Charaktere eindenken, aber ich konnte nicht fühlen, was sie fühlen. Das fand ich sehr schade, es hätte dem Ganzen das I-Tüpfelchen aufgesetzt.

Das Cover gefällt mir unheimlich gut, auch wenn rosa sonst nicht wirklich meine Farbe ist.

Fazit

Von mir bekommt das Buch 4 Sterne.

Ein bedeutsames Buch

Von: geschichtenträumerin Datum: 21. Januar 2018

Dank des wunderbaren Verlags bzw. des Bloggerportals durfte ich „Kleine große Schritte“ von Jodi Picoult lesen und habe damit diese wunderbare Autorin für mich entdeckt. Dieser Roman, der sich mit den Themen Rassismus, Vorurteile und moralisches Dilemma auseinandersetzt, ist am 02.10.2017 im C. Bertelsmann-Verlag erschienen.

Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist…

Als erstes habe ich diesen Roman als Empfehlung bei einer anderen Bloggerin, thatweirdbookgirl, gesehen und wurde sofort von diesem für mich eher ungewöhnlichen Buch angezogen. Daher war meine Freude über die Bestätigung dieses Rezensionsexemplars dementsprechend sehr hoch.
Zuvor habe ich noch kein Buch der Autorin Jodi Picoult gelesen und auch noch nichts Großes von ihr gehört. Nun kann ich allerdings sagen, dass ich mich ab jetzt zu ihren „Fans“ zähle und unbedingt auch ihre weiteren Bücher lesen möchte.
Fangen wir doch ganz von vorne an: Abgesehen von diesem wunder, wunderschönen Cover hat mich der Inhalt auf Anhieb angesprochen. Es kommt selten vor, dass ein Autor das Thema Rassismus in seinem Buch verarbeitet, und es kommt noch seltener vor, dass es auf diese besondere Art und Weise geschieht. Die Verarbeitung der Vorurteile Afroamerikanern wie Ruth gegenüber als Geschichte einer Säuglingsschwester, die aufgrund ihrer Mitmenschen und ihrer Rasse in ein moralisches Dilemma gerät, ist rundum gelungen. Auf der einen Seite dient der Roman dem Leser dazu, sich die Augen öffnen zu lassen. Wie der Klappentext verrät, wird Ruth vor dem Gericht angeklagt. Infolge des Prozesses erfährt der Leser nicht nur aus ihrer Sicht, sondern auch aus der Sicht der „weißen“ Pflichtverteidigerin Kennedy und des Neonazis Turk, wie sehr Rassismus heutzutage immer noch eine Rolle spielt. Das Buch ist unfassbar informativ, hält dem Leser klar vor Augen, dass auch er selbst mit seinem Verhalten zur Diskriminierung beiträgt, verpackt diese wichtige Nachricht aber in eine äußerst emotionale, packende, rührende und vor allem spannende Geschichte.
Den Schreibstil von Jodi Picoult würde ich persönlich als sehr angenehm beschreiben, da sie sich in ihrer Wortwahl sowie bezüglich des Inhalts viel Zeit nimmt, dass sich die verschiedenen Charaktere richtig entfalten können und gleichzeitig ein nachwirkender Eindruck der Botschaft vermittelt wird. Aus meiner Sicht schwingt in dem Schreibstil der Autorin immer eine gewisse Ernsthaftigkeit und
„Gewähltheit“ (es wirkt, als hätte sie wirklich lange an ihren Ausdrücken gefeilt, um tatsächlich das Richtige mit ihren Worten zu erreichen) mit, welche sehr zur Geschichte zu passen scheint.
Manche würden das Fortschreiten von Ruths Geschichte als zäh und zu langsam bezeichnen. Ich bin allerdings der Meinung, dass diese langsamen Schritte in Richtung Ende bei diesem wichtigen Thema genau richtig gewählt sind, da die Autorin so nebenbei Informationen zu Vorurteilen, Alltagsrassismus, Beweggründen von Rassisten etc. miteinfließen lassen konnte und den Charakteren so die nötige Tiefe verliehen hat.
Wie bereits erwähnt wird das Buch abwechselnd aus Ruths Sicht, der der Pflichtverteidigerin Kennedy und der des Rassisten Turk erzählt, wodurch die Gedanken, Emotionen und Beweggründe dieser Charaktere besonders klar ersichtlich für den Leser sind. Durch das langsame Fortschreiten gelingt es der Autorin ebenfalls, fast allen auftauchenden Charakteren ihr eigenes Leben einzuhauchen. Da der Roman von Ruths Leben erzählt, möchte ich diese Hauptperson noch einmal gesondert ansprechen: Bei Ruth handelt es sich in so vielerlei Hinsicht um einen Menschen, für den ich im echten Leben sehr viel Respekt aufbringen würde. Trotz der immensen Steine, die die Menschen ihr aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes in den Weg legen, gibt sie nie auf, kämpft weiter für sich, ihren Beruf und ihren Sohn, den sie als alleinerziehende Mutter aufgezogen hat. Als Leser dieses Buchs kann man sicherlich an der Darstellung ihrer Persönlichkeit sehr wachsen, in dem man sich eine Scheibe ihrer bewundernswerten Eigenschaften abschneidet oder sich seine eigenen Fehler vor Augen führt.
Zusammengefasst kann ich sagen, dass mich „Kleine große Schritte“ von Jodi Picoult noch immer nicht loslässt, obwohl ich es bereits beendet habe. Die in dem Buch erzählte Geschichte muss meiner Meinung nach von so vielen Leuten wie möglich gehört werden, weshalb ich euch den Roman wirklich sehr ans Herz lege.
Vielen Dank an den C. Bertelsmann-Verlag und die Verlagsgruppe Random House bzw. die Betreiber des Bloggerportals für dieses Rezensionsexemplar!

Rassendiskriminierung - aktuell wie eh und je

Von: World of books and dreams Datum: 21. Januar 2018

Ruth Jefferson ist seit zwanzig Jahren als einzige afroamerikanische Hebamme in einer kleinen Klinik tätig. Stets war sie pflichtbewusst und immer auf ihre Patienten bedacht. Doch dann kommt in der Klinik der kleine Davis zur Welt, dessen Eltern Brittany und Turk zur White Power Bewegung gehören. Turk untersagt Ruth ihren Sohn auf irgendeine Art und Weise zu behandeln, was sogar mit einem Post it Zettel in Davis' Akte vermerkt wird. Als Davis nach einem Routineeingriff auf der Säuglingsstation überwacht werden soll, ist ausgerechnet Ruth diejenige, die mit ihm allein gelassen wird. Doch der Routineeingriff ergibt Komplikatonen und Davis verstirbt. Ruth wird beschuldigt, das Baby getötet zu haben und es kommt zu einer Gerichtsverhandlung. Dabei wird sehr schnell klar, dass auch in unserer heutigen Gesellschaft Rassismus leider noch zu alltäglich ist.
Meine Meinung:
Würde ich nur von der Optik dieses Buches ausgehen, hätte ich so gar nicht mit dem Inhalt gerechnet, doch schon der Klappentext verrät, dass sich Jodi Picoult wieder einem Thema gewidmet hat, vor dem wir nur allzu gerne unsere Augen verschließen.
Mittlerweile habe ich mehrere Bücher der Autorin gelesen, aber dieses hier konnte mich doch gleich von Beginn an fesseln. Jodi Picoults Schreibstil ist sehr einnehmend, auf ihre eigene Weise und unverkennbar, beschreibt sie das Geschehen und lässt den Leser tief in der Geschichte versinken.
Ich fühlte mich, vor allem im ersten Drittel, sehr tief in die Geschichte gezogen, denn ich konnte deutlich spüren, dass sich Picoult mit vielen Thema auseinander gesetzt hat. So beschreibt sie zunächst Ruth Tätigkeit und ich bekam einen guten Einblick auf Ruth Umgang mit den Patienten. Umso mehr ging es mir zu Herzen, als sie von der Behandlung des kleinen Davis abgezogen wird und ich konnte richtig gut nachempfinden, wie sich Ruth dabei gefühlt haben muss. Doch nicht nur mit diesem Moment zeigte Picoult mir, dass es immer noch eine Menge Vorurteile gegenüber Menschen mit anderer Hautfarbe gibt. Sei es in der Unterhaltung mit Ruth's Vorgesetzter Marie, die mit einem kleinen Kommentar, den sie unbedarft von sich gibt, ihre Vorurteile Preis gibt oder mit weiteren Szenen, die die Autorin immer wieder mit einbaut. All das ließ mich hier während des Lesens mit gemischten Gefühlen zurück. Ich war mit Ruth gemeinsam wütend, konnte teilweise nur den Kopf schütteln und vor allem spürte ich ganz viel Verbundenheit mit Ruth, denn immer wieder kreiste die Frage durch meinen Kopf: wie würdest du dich in dieser Situation fühlen?
Inhaltlich habe ich anhand des Nachwortes herausgefunden, dass Picoult sich zu Recherchezwecken auch mit ehemaligen Mitgliedern der White Power Bewegung unterhalten hat. Dadurch konnte sie dem Leser sehr glaubhaft den Part von Davis Vater Turk darstellen. Inwieweit diese Szene heute in den USA agiert, kann ich nicht nachvollziehen, doch das, was die Autorin beschreibt, hat mir zeitweise eine Gänsehaut bereitet.
Die gesamte Geschichte wird in der Ich-Perspektive erzählt, doch Jodie Picoult wechselt hier die Perspektiven zwischen Ruth, der beschuldigten Krankenschwester, Turk, dem Kindsvater und Kennedy, der Anwältin. Alle drei sind auf den ersten Blick doch recht stereotyisch, doch genau dies regt auch immer wieder dazu an, innezuhalten und nachzudenken. Dadurch, dass Jodi Picoult die selben Szenen dann durch unterschiedliche Personen wiedergibt, erfährt man auch, wie ein und das selbe Ereignis von verschiedenen Charakteren auf unterschiedliche Weise wahrgenommen wird.
Spannend wird es dann vor allem im letzten Teil, als Jodi Picoult die Gerichtsverhandlung mit in die Geschichte einbaut. Hier habe ich die Seiten nur so verschlungen und konnte doch nicht schnell genug lesen.
Durch die Charaktere und deren Verhalten war ich sehr schnell von einer Person eingenommen. Genau das denke ich, war hier auch so gewollt. So habe ich mit Ruth gehofft, gezittert und gebangt und letzten Endes auch gekämpft. Turks Verhalten war hier recht typisch beschrieben, auch sein Denken und wie er sich für manche Handlung rechtfertigt, fand ich ein wenig zu vorhersehbar. Die wohl größte Entwicklung lag hier bei der Anwältin Kennedy, die hier wohl auch den "typischen" Weißen verkörpert, der sich für wenig voreingenommen hält und dem so nach und nach doch die Augen geöffnet werden.
Mein Fazit:
Alles in allem konnte mich Jodi Picoult trotz oder gerade wegen ihrer gewählten Charaktere an die Seiten fesseln, denn auch wenn mich keiner von ihnen großartig mit seinem Verhalten überraschen konnte, war ich doch hier mitten in der Geschichte und konnte mitfühlen, miterleben und nachempfinden. Durch den flüssigen und fesselnden Schreibstil verflogen die Seiten nur so beim Lesen und ich habe das Buch an nur einem Tag, trotz seiner über 570 Seiten, beendet. Mich konnte die Autorin mit ihrer Geschichte sehr bewegen und abholen und deshalb sag ich nur: Leseempfehlung!

Rassendiskriminierung - aktuell wie eh und je

Von: World of books and dreams Datum: 21. Januar 2018

Ruth Jefferson ist seit zwanzig Jahren als einzige afroamerikanische Hebamme in einer kleinen Klinik tätig. Stets war sie pflichtbewusst und immer auf ihre Patienten bedacht. Doch dann kommt in der Klinik der kleine Davis zur Welt, dessen Eltern Brittany und Turk zur White Power Bewegung gehören. Turk untersagt Ruth ihren Sohn auf irgendeine Art und Weise zu behandeln, was sogar mit einem Post it Zettel in Davis' Akte vermerkt wird. Als Davis nach einem Routineeingriff auf der Säuglingsstation überwacht werden soll, ist ausgerechnet Ruth diejenige, die mit ihm allein gelassen wird. Doch der Routineeingriff ergibt Komplikatonen und Davis verstirbt. Ruth wird beschuldigt, das Baby getötet zu haben und es kommt zu einer Gerichtsverhandlung. Dabei wird sehr schnell klar, dass auch in unserer heutigen Gesellschaft Rassismus leider noch zu alltäglich ist.
Meine Meinung:
Würde ich nur von der Optik dieses Buches ausgehen, hätte ich so gar nicht mit dem Inhalt gerechnet, doch schon der Klappentext verrät, dass sich Jodi Picoult wieder einem Thema gewidmet hat, vor dem wir nur allzu gerne unsere Augen verschließen.
Mittlerweile habe ich mehrere Bücher der Autorin gelesen, aber dieses hier konnte mich doch gleich von Beginn an fesseln. Jodi Picoults Schreibstil ist sehr einnehmend, auf ihre eigene Weise und unverkennbar, beschreibt sie das Geschehen und lässt den Leser tief in der Geschichte versinken.
Ich fühlte mich, vor allem im ersten Drittel, sehr tief in die Geschichte gezogen, denn ich konnte deutlich spüren, dass sich Picoult mit vielen Thema auseinander gesetzt hat. So beschreibt sie zunächst Ruth Tätigkeit und ich bekam einen guten Einblick auf Ruth Umgang mit den Patienten. Umso mehr ging es mir zu Herzen, als sie von der Behandlung des kleinen Davis abgezogen wird und ich konnte richtig gut nachempfinden, wie sich Ruth dabei gefühlt haben muss. Doch nicht nur mit diesem Moment zeigte Picoult mir, dass es immer noch eine Menge Vorurteile gegenüber Menschen mit anderer Hautfarbe gibt. Sei es in der Unterhaltung mit Ruth's Vorgesetzter Marie, die mit einem kleinen Kommentar, den sie unbedarft von sich gibt, ihre Vorurteile Preis gibt oder mit weiteren Szenen, die die Autorin immer wieder mit einbaut. All das ließ mich hier während des Lesens mit gemischten Gefühlen zurück. Ich war mit Ruth gemeinsam wütend, konnte teilweise nur den Kopf schütteln und vor allem spürte ich ganz viel Verbundenheit mit Ruth, denn immer wieder kreiste die Frage durch meinen Kopf: wie würdest du dich in dieser Situation fühlen?
Inhaltlich habe ich anhand des Nachwortes herausgefunden, dass Picoult sich zu Recherchezwecken auch mit ehemaligen Mitgliedern der White Power Bewegung unterhalten hat. Dadurch konnte sie dem Leser sehr glaubhaft den Part von Davis Vater Turk darstellen. Inwieweit diese Szene heute in den USA agiert, kann ich nicht nachvollziehen, doch das, was die Autorin beschreibt, hat mir zeitweise eine Gänsehaut bereitet.
Die gesamte Geschichte wird in der Ich-Perspektive erzählt, doch Jodie Picoult wechselt hier die Perspektiven zwischen Ruth, der beschuldigten Krankenschwester, Turk, dem Kindsvater und Kennedy, der Anwältin. Alle drei sind auf den ersten Blick doch recht stereotyisch, doch genau dies regt auch immer wieder dazu an, innezuhalten und nachzudenken. Dadurch, dass Jodi Picoult die selben Szenen dann durch unterschiedliche Personen wiedergibt, erfährt man auch, wie ein und das selbe Ereignis von verschiedenen Charakteren auf unterschiedliche Weise wahrgenommen wird.
Spannend wird es dann vor allem im letzten Teil, als Jodi Picoult die Gerichtsverhandlung mit in die Geschichte einbaut. Hier habe ich die Seiten nur so verschlungen und konnte doch nicht schnell genug lesen.
Durch die Charaktere und deren Verhalten war ich sehr schnell von einer Person eingenommen. Genau das denke ich, war hier auch so gewollt. So habe ich mit Ruth gehofft, gezittert und gebangt und letzten Endes auch gekämpft. Turks Verhalten war hier recht typisch beschrieben, auch sein Denken und wie er sich für manche Handlung rechtfertigt, fand ich ein wenig zu vorhersehbar. Die wohl größte Entwicklung lag hier bei der Anwältin Kennedy, die hier wohl auch den "typischen" Weißen verkörpert, der sich für wenig voreingenommen hält und dem so nach und nach doch die Augen geöffnet werden.
Mein Fazit:
Alles in allem konnte mich Jodi Picoult trotz oder gerade wegen ihrer gewählten Charaktere an die Seiten fesseln, denn auch wenn mich keiner von ihnen großartig mit seinem Verhalten überraschen konnte, war ich doch hier mitten in der Geschichte und konnte mitfühlen, miterleben und nachempfinden. Durch den flüssigen und fesselnden Schreibstil verflogen die Seiten nur so beim Lesen und ich habe das Buch an nur einem Tag, trotz seiner über 570 Seiten, beendet. Mich konnte die Autorin mit ihrer Geschichte sehr bewegen und abholen und deshalb sag ich nur: Leseempfehlung!

Ein wichtiges Buch über Rassismus in der heutigen Welt

Von: sinaunknown Datum: 21. Januar 2018

Nach "Die Spuren meiner Mutter" war "Kleine grosse Schritte" der zweite Roman von Jodi Picoult, den ich las und obwohl mich bereits "Die Spuren meiner Mutter" überzeugen konnte, ist meine Achtung für Jodi Picoult im Laufe dieses Buches noch einmal um hundert Prozent gestiegen. In dieser Geschichte, die den immer noch existierenden Rassismus thematisiert, ist so viel Material, welches zum Nachdenken anregt, eingepackt, dass es mir schwer fällt, meine Gedanken in Worte zu fassen.

Zum einen ist es Picoult gelungen, unheimlich starke Charakteren zum Leben zu erwecken. Die Protagonistin Ruth Jefferson ist eine Frau, die stets für ihre Träume kämpfen musste und obwohl sie immer alles richtig gemacht hat, nun verhaftet wird. Ihre Anwältin Kennedy ist Pflichtverteidigerin, weil sie auf der Welt für mehr Gerechtigkeit sorgen will, merkt aber im Laufe des Buches, dass auch sie selbst nicht einfach nur perfekt ist und an sich arbeiten muss - das Tolle an ihr ist aber, dass sie sich ihren eigenen Fehlern stellt, diese erkennt und daran arbeitet, anstatt sie zu ignorieren oder zu verleugnen. Auch die übrigen Charakter, unter anderem natürlich Turk Bauer, der Vater des verstorbenen Kindes, und Edison, Ruth`s Sohn, der in einer Welt aufwachsen muss, die etwas gegen ihn zu haben scheint, sind unheimlich detailliert beschrieben und man kann sich wirklich ein sehr klares Bild von ihren Gedankenvorgängen machen, was ich extrem schätzte.

Toll finde ich auch, dass die Autorin ein typisches "Gut und Böse" vermieden hat. Natürlich liegt es auf der Hand, dass die Handlungen von Turk Bauer schrecklich sind, jedoch bekommt man auch einen genauen Einblick in seine Entwicklung und erfährt so, wieso er zu der Person geworden ist, die er heute ist. Dadurch verschwimmen die Linien zwischen Gut und Böse etwas und es zeigt auch, dass aus den meisten "normalen" Leuten sehr wahrscheinlich jemand völlig anderes werden kann, wenn nur genug Schlimmes in ihrem Leben passiert.

Ich bewundere Jodi Picoult sehr dafür, wie sie in diesem Buch Themen angesprochen hat, die nicht nur heikel sondern auch höchst unangenehm sind. Es ist auf jeden Fall keine leichte Unterhaltung, die man einfach so an sich abperlen lassen kann und ich mochte ihre Herangehensweise sehr.

Der einzige Makel, den die Geschichte für mich ein Stück weit hat, ist das Ende. Ohne zu viel preis zu geben, kann ich sagen, dass das Ganze auf mich etwas sehr Unrealistisch wirkte, wobei es mich gleichzeitig auch sehr glücklich und zufrieden zurückliess. Um zu verstehen, was ich meine, müsst ihr das Buch einfach selber mal lesen.

"Kleine grosse Schritte" ist für mich eindeutig eine fünf Sterne Geschichte.

Eine bewegende Geschichte

Von: zauberblume Datum: 17. Januar 2018

"Kleine große Schritte" aus der Feder der Bestsellerautorin Jodi Picoult ist für mich das erste Buch - und bestimmt nicht das letzte Buch - das ich von dieser außergewöhnlichen Autorin gelesen habe. Sie hat sich ja mit einem Thema beschäftigt, das auch in der heutigen Zeit noch eine große Rolle spielt.

Wir lernen eine ganz besondere Protagonistin kennen, und zwar Ruth Jefferson. Sie gehört zu den besten und erfahrensten Säuglingsschwestern des Mercy-West Haven Hospitals in Connecticut. Eines Tages passiert jedoch etwas ganz außergewöhliches. Eines Tages wird ihr von der Klinikleitung untersagt, sich um ein Neugeborenes zu kümmern. Die Eltern des Babys gehören einer rechtsradikalen Vereinigung an und wollen nicht, dass sich eine Schwarze um ihr Kind kümmert. Dann kommt es zu einer brisanten Situationen. Als Ruth einmal allein in der Säuglingsstation ist, bekommt das Neugeborene Atemnot. Wie soll sie sich verhalten? Doch Ruth folgt ihrem Gewissen. Doch der Junge stirbt. Und dann wird Ruth von dem Vater verklagt, denn Ruth soll Schuld am Tod seines Kindes sein.

Ich habe dieses Buch mit einem weinenden Auge zur Seite gelegt, so berührt hat mich diese ganze Geschichte. Die Autorin hat einen ganz besonderen Schreibstil, der den Leser sofort in die atemberaubende und spannende Geschichte eintauchen lässt. Die wird abwechselnd aus der Sicht von Ruth, dem Pflichtverteidiger und Turk - für mich ein absoluter Unsympath, mit ihm will man nichts zu tun haben - erzählt.
Die Charaktere werden auch so bildlich beschrieben, dass ich jeden einzelnen vor meinem inneren Auge habe. Ruth ist für mich ein warmherziger Mensch, dem das Wohlergehen der anderen am Herzen liegt. Und dann kommt sie so in die Mühlen der Justiz. Einfach unglaublich. Ab und an hatte ich beim Lesen richtiges Gänsehautfeeling. Man kann das Gelesene oft gar nicht glauben. Und beim Lesen stellen sich einem viele Fragen, auf die man oft keine Antwort findet. Einfach ein geniales und gefühlvolles buch

Für mich ist diese Lektüre ein Lesehighlight. Die Autorin setzt sich ja mit dem Thema Rassismus auseinander und lässt den Leser nachdenklich zurück. Für mich eine ganz besondere Geschichte. Gerne vergebe ich 5 Sterne und freue mich auf den nächsten Roman der Autorin.

Wichtig, aber zäh!

Von: CuddlyBooknerd Datum: 16. Januar 2018

Biografische Angaben:
Name: Kleine Große Schritte
Autor: Jodi Picoult
Verlag: C. Bertelsmann
Seitenzahl: 592 Seiten
Preis: 20,00€
Genre: Roman
Reihe?: Nein

„Der Grund weshalb wir nicht über Rasse sprechen, ist der, dass wir keine gemeinsame Sprache sprechen.“ (Ruth, S. 336)

Inhalt:
Ruth ist Säuglingsschwester im Mercy-West Haven Hospitals. Normalerweise würde sie sagen, sie mache ihren Job gut. Doch eines Tages soll sich um das Kind von Turk und Brittany Bauer kümmern. Die beiden haben aber ein Problem mit ihr auf Grund Ruths Hautfarbe. Die Eltern des Kindes gehören einer rassistisch motivierten Gruppe an. Sie hassen andere Menschen, die nicht weißhäutig sind. Also beschweren sie sich bei Ruths Vorgesetzten, sodass Ruth sich nicht mehr um das Baby kümmern darf.
Kurze Zeit später ist sie die einzig verfügbare Kraft, die auf das Baby nach der Beschneidung aufpassen kann. Zu diesem Zeitpunkt geschieht das Dilemma: Das Baby gerät in Atemnot. Ruth weiß nicht was sie tun soll. Soll sie sich den Anweisungen widersetzen und dem Baby helfen? Oder soll sie sich beugen und nichts tun? Nach kurzen Zögern hilft sie dem Kind, aber es ist schon zu spät. Es stirbt und Ruth wird dafür verklagt. Der Vater, dass sie zur Rechenschaft gezogen wird.

Meine Meinung:
Ich finde das Cover schön, aber es hat auch nichts mit dem Inhalt zu tun. Das finde ich wirklich Schade, weil ich so ein Cover nicht passend finde und es demnach nicht stimmig ist. Schlichtheit passt zwar zur Grundstimmung des Buches, ich finde es aber besser, wenn das Cover die Thematik des Buches besser aufgegriffen hätte.
Der Schreibstil von Jodi Picoult ist wirklich zäh. Zuerst dachte ich, sie würde es spannend machen, doch schon bald stellte ich fest, dass mir zu viele Informationen geliefert werden. Es werden Ereignisse beschrieben, die nicht viel zum Plot beitragen und daher unnötig sind. Das hat mir wirklich die Laune verdorben. So habe ich mich immer wieder selbst ermutigen müssen weiter zu lesen. Dies ändert sich auf den letzten hundert Seiten. Dort konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen, denn alles entwickelte sich endlich und man musste weiterlesen. Im Allgemeinen finde ich ihren Schreibstil aber weniger fesselnd.
Die Geschichte entwickelt sich auch eher langsam. Man bekommt immer mehr einen Eindruck von Rassismus und Vorurteilen, aber ich finde man muss auch bei Äußerungen von Adisa nachdenken, ob es nicht schon an Rassismus gegenüber Weißen grenzt. Das Buch öffnet Augen, ganz klar. Es zeigt Privilegien auf und hinterlässt einen nachwirkenden Eindruck. Vorurteile werden immer mehr aufgeklärt über das Problem.
Die Charaktere sind wirklich tiefgehend. Es gibt nur wenige, bei denen ich sagen kann, dass sie flach blieben. Es müssen aber auch nicht alle Charaktere explizit herausgearbeitet sein.
Ruth ist eine bewundernswerte starke Frau. Trotz der Katastrophe in ihrem Leben, versucht sie das Beste daraus zu machen, für ihren Sohn. Sie ist eine alleinerziehende Mutter, die sich gegenüber ihren Teenager-Jungen durchsetzen muss. Natürlich ist dies nicht einfach, aber sie gibt ihr Bestes und das ist das Wichtigste. Trotz der Rückschläge lässt sie sich nicht herunterkriegen und sucht nach Möglichkeiten für sich selbst sorgen zu können. Ich habe Respekt vor ihr und konnte wirklich mitfühlen.
Turk finde ich sehr interessant. Das Buch ist auch aus seiner Sichtweise geschrieben und deswegen enthält man einen sehr guten und tiefen Einblick in seine Vergangenheit. Man versteht, wieso er rassistisch denkt und was seine Beweggründe sind. Genau das finde ich auch wichtig. Einen angeborenen Rassismus gibt es nicht, weswegen ich die Aufarbeitung von Turk als sehr gelungen empfinde. Denn wir lernen mit ihm eine Ursache kennen, wie Menschen in eine rassistische Bewegung mithineingezogen werden. Dennoch waren mir ein paar Rückblicke zu viel des Guten. Sie haben einfach nichts zum Verlauf des Buches beigetragen und waren meiner Meinung nach unnötig. Seine Entwicklung im Laufe des Buches ist sehr interessant und wirklich angenehm zuzuschauen. Am Ende musste ich mit ihm fühlen und freute mich über die paar späteren Plottwists, die ich nicht kommen sah.
Seine Frau Brittany dagegen blieb etwas oberflächlich dagegen. Wir bekamen keinen so tiefen Einblick in sie, aber dennoch konnte man mit ihr fühlen. Man merkt, wie sie im Buch leidet und welchen Schmerz sie fühlen könnte. Auch ihre Beweggründe sind genannt.
Als letztes ist da noch Kennedy. Ich verstehe nicht ganz, warum Picoult sich entschieden hat, auch Kapitel aus ihrer Sichtweise zu schreiben, aber so ist es nun. Bei den Szenen mit Kennedy lernt man eher Alltagsrassismus kennen, den sie aber durch Ruth erst bemerkt. Ihre Bemühungen als Ruths Anwältin sind aber spannend zu verfolgen. Denn auch Kennedy entwickelt sich im Laufe des Buches weiter und muss immer mehr auf Ruth zukommen. Es gibt Dinge, die Kennedy im Prozess nicht aussprechen will, Ruth aber schon. Der Konflikt ist sehr spannend.

Fazit:
Ein gutes und wichtiges Buch, bei dem man aber zu viele Informationen teilweise erhält. Der Schreibstil ist nicht ganz spannend. Der Inhalt dagegen ist aber sehr wichtig! Eine kleine Empfehlung meinerseits.

Meine Bewertung:
4 / 5 Sternen


fesselnder Roman über aktiven und passiven Rassismus

Von: huckleberryfriendz Datum: 16. Januar 2018

Jodi Picoult hat basierend auf einem Fall, von dem sie in der Zeitung las, die Geschichte der 44 jährigen Ruth Jefferson erdacht, einer verwitweten, alleineziehenden afroamerikanischen Hebamme und Säuglingsschwester, die seit über 20 Jahren hervorragende Arbeit in einem Krankenhaus leistet.
Als ein rechtsradikales Ehepaar ihr untersagt, ihrem neugeborenen Sohn Davis zu behandeln und auch nur zu berühren, erhält sie von den Vorgestzten eine dementsprechende Dienstanweisung. In einer problematischen Situation steht sie vor einer schwierigen Situation, denn sie muß sich entscheiden, sich dieser Dienstanweisung zu widersetzen als dieser Junge, nach einem Eingriff und der kurzen alleinigen Überwachung durch sie, aufhört zu atmen. Egal, wie sie sich entscheidet, es wird für sie negative Konsequenzen haben. So wird sie nach erfolgloser Reanimation durch das gesamte Notfallteam von Davis Eltern angezeigt und vom Krankenhaus, ihrem Arbeitgeber, als schwarzes Bauernopfer hingehängt.
Der Roman wird kapitelweise aus der Sicht der verschiedenen Betroffenen erzählt; sowohl Ruth als auch der Kindsvater Turk kommen zu Wort, berichten über ihr Leben, ihre Kämpfe, ihren Werdegang. Man liest über Ruths lebenslange Versuche einfach nicht aufzufallen, dazuzugehören, immer alles bestmöglich und gewissenhaft zu erledigen, genauso wie von Turk, wie sich sein Hass entwickelt hat, wie rekrutiert und im Untergrund gearbeitet wird und wie beide, samt ihrer Familien, die Trägödie erleben und samt Rechtsbeistand vor Gericht agieren.
Der Erzählstrang Ruths Pflichtverteidigerin Kennedy zeigt ihre Ermittlungen, die Taktik im Prozeß und ihre eigene veränderte Wahrnehmung von Rassismus, die keinesfalls immer aktiv stattfinden muß, auf. Die Beschreibungen der ehemaligen Skinheads, die ihre Bewegung verlassen haben, über ihre Erfahrungen und Hassverbrechen und die eigene Wahl und Möglichkeit, diesen Hass in Liebe zu verwandeln, berichten, machen Mut und zeigen eine mögliche Wendung auf.

Insgesamt war dieser Roman von Jodi Picoult wieder sehr spannend erzählt, das Thema äußerst vielschichtig betrachtet; man merkt ständig, wie intensiv sie vorab recherchiert und wie einfühlsam sie sich mit dem Thema auseinandergestzt hat.
Gerade die Beschreibungen der passiven, meist unbedachten oder ignorierenden Aspekte, des selber meist gar nicht wahrgenommenen Rassismus fand ich äußerst interessant; so stimmen die vielen Details beim Lesen doch sehr nachdenklich und wirken nach.

Rassismus in kleinen und in großen Dosen

Von: miss_mandrake Datum: 14. Januar 2018

Inhalt

Ruth Jefferson arbeitet seid 20 Jahren leidenschaftlich und mit voller Hingabe als Hebamme im Mercy-West Haven Hospital. Sie hilft Kindern auf die Welt zu kommen, kümmert sich um die Neugeborenen und assistiert bei OP’s.
Dass sie schwarz ist war bisher nie ein Problem. Bis zu dem Tag, als ein Elternpaar Ruth untersagt, ihr weißes Baby anzufassen. Sie ist schockiert, wütend und fassungslos, doch auch die Stationsleitung gibt ihr die Anweisung, sich ab sofort von dem kleinen David fernzuhalten. Sogar in die Patientenakte wird vermerkt, dass bei diesem Säugling keine Betreuung durch afroamerikanisches Personal gestattet ist. In einer ihrer Schichten wird Ruth jedoch von einer Kollegin gebeten die Aufsicht für den Kleinen zu übernehmen, da sie im OP dringend verlangt wird. Ausgerechnet in dieser kurzen Zeit kommt es zu einem Atemstillstand bei David. Ruth ist hin und hergerissen. Kann und will sie verantworten, das Baby durch unterlassene Hilfeleistung sterben zu lassen, oder soll sie ihren Job riskieren und ihn behandeln?
Trotz aller Maßnahmen stirbt der kleine David und die bisher unbescholtene Ruth wird wegen Mordes angeklagt.


Meine Meinung

Jodi Picoult lässt den Leser die Geschichte aus drei verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Ruth, ihre Anwältin Kennedy und Turk, der Vater des Jungen, schildern teils emotional, teils beklemmend wirkend ihre Sichtweise der Ereignisse.
Wie von der Autorin gewohnt sind die Protagonisten durchweg glaubwürdig, der Schauplatz sehr lebendig und der Schreibstil wundervoll flüssig.
Gerade der leider sehr ernste Hintergrund der Story rüttelt einen wach und gegen Ende fragt man sich tatsächlich: Handelen viele Menschen unbewusst tatsächlich immer noch so rassistisch? Man wird als Leser feststellen, dass es oft die kleinen, alltäglichen Diskrimierungen sind, die doch so viel ausmachen: Wie viele Bilderbücher gibt es mit farbigen Kindern? Wo sind die Werbespots mit farbigen Frauen?
Ausgrenzung und Rassismus begegnet uns eigentlich jeden Tag auf unterschiedlichste Weise und genau darauf geht Jodi Picoult ein.
Ein durchweg glaubwürdiges Buch bis hin zum absoluten Höhepunkt: Kennedys Abschlussplädoyer. Eine denkwürdige Rede vor den Geschworenen, die dazu aufruft Privilegien zu hinterfragen und die eigene Wahrnehmung gegen die alltäglichen Ungerechtigkeiten zu schärfen.


Fazit

Ein bewegender und wichtiger Roman, der noch lange nachklingt. Ein sensibles Thema, dass die Autorin mit viel Fingerspitzengefühl umgesetzt hat.

Kleine große Schritte

Von: Paper_Stories Datum: 11. Januar 2018

Titel : Kleine große Schritte
Autorin : Jodi Picoult
Preis : 20,00€
Seiten : 577
Verlag : C. Bertelsmann Verlag



Dieses schöne Buch wurde mir von der Verlagsgruppe Random House zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Es hat mir großen Spaß gemacht das Buch zu lesen und nun zu rezensieren.

Menschen müssen zu hassen lernen, und wenn sie zu hassen lernen könne,dann kann ihnen auch gelehrt werden zu lieben. - Nelson Mandela

Jodi Picoult - bewegend wie nie


Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …

Cover und Schreibstil

Was mir besonders ins Auge gesprungen ist an diesem Buch ist das unglaublich schöne Cover. Ich finde den Farbton einfach perfekt ausgewählt genauso wie die Gestaltung des Covers und das obwohl ich überhaupt keine Rosatöne mag. Ebenso hat mich der Titel des Buches angesprochen. Ich habe deshalb für mich beschlossen, dass es sich allein wegen des schönen Titels lohnen würde, dieses Buch zu lesen. Kommen wir nun zum Schreibstil. Das Buch ist etwas anders aufgeteilt als andere Bücher. Es gibt drei große Blöcke (Erstes Stadium, zweites Stadium und drittes Stadium), die immer im Zusammenhang zu Zitaten stehen, was mir besonders gut gefallen hat, da die Zitate gut zur Geschichte passten. Das Buch ist aus drei verschiedenen Sichten geschrieben. Hauptsächlich aus der Sicht der Hauptprotagonistin Ruth Jefferson, einer Säuglingskrankenschwester. Je weiter man das Buch liest, desto häufiger treten zwei weitere Protagonisten auf, die eine entschiedene Rolle spielen und deswegen auch die Dinge aus ihrer Sicht beschreiben. Einmal Turk Bauer, der einer rechtsradikalen Vereinigung angehört und Kennedy McQuarrie, einer Pflichtverteidigerin. Insgesamt hatte ich besonders ab dem ersten Viertel Probleme das Buch weiterzulesen, weshalb ich es auch unterbrochen habe, da ich einfach nicht mit der Sichtweise von Turk Bauer klar kam. Aber ich habe mich letztendlich doch hingesetzt und festgestellt, dass wenn sich mit dem Buch auseinander setzt, das Buch nicht mehr weglegen will. Insgesamt würde ich den Schreibstil als gelungen bezeichnen.

Charaktere

Ich persönlich finde es sehr schwer die drei komplett unterschiedlichen Charaktere zu beurteilen. Ich versuche trotzdem mein Bestes. Da sich das Buch hauptsächlich um Ruth dreht, fange ich mit ihr an. Ruth ist eine dunkelhäutige Säuglingskrankenschwester, die ihren Mann bei einem Militäreinsatz verloren hat und somit allein für die Erziehung ihres 17- jährigen Sohnes Edison verantwortlich ist. Sie gibt sich sehr große Mühe ihrem Sohn ein gutes Leben zu ermöglichen. Ich bewundere ihre Stärke und ihren Mut. Durch ihre Sicht erkennt man ganz deutlich den alltäglichen Rassismus, sowohl den bewussten als auch den unbewussten, von Menschen die sich niemals als Rassisten bezeichnen würden. Um ehrlich zu sein, habe ich noch nie einen Protagonisten mehr abgewägt als Turk Bauer. Seine komplette Einstellung und Denkweise machten mich so aggressiv und es gelang mir kein einziges Mal seine Sichtweise zu verstehen oder ansatzweise nachzuvollziehen. Etwas leichter fiel mir die Sichtweise von Kennedy zu verstehen, die als Anwältin für Ruth arbeitet. Aber man sieht auch hier das Kennedy häufig nur an sich und ihren Job denkt, weswegen ich sie an manchen Stellen nicht mochte.


Mein Leseeindruck

Wow. Es ist ein absolutes Highlight gewesen, dieses Buch lesen zu dürfen. Es ist einfach eine so bewegende, emotionale und vor allem aktuelle Geschichte. Das Buch beginnt mit der Ausgangssituation im Krankenhaus. Wobei sich die Perspektive zwischen Ruth und Turk wechselt. Diese Szenen haben sich wie im Flug gelesen. Aber irgendwann wurde mir die rassistische Einstellung und Sichtweise zu viel und ich habe das Buch unterbrochen. Nach paar Monaten habe ich mich wieder dem Buch gewidmet und es dann auch beendet. Das Ende hat mir gut gefallen und insgesamt war ich mit dem Buch sehr zufrieden.


Fazit

Zwar endet diese Geschichte mit einem Happy End, aber was sich dadurch trotzdem nicht geändert hat, ist der Rassismus in dieser Welt.

Berührend

Von: Sturmhoehe88 Datum: 09. Januar 2018

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 3788.0 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 593 Seiten
Verlag: C. Bertelsmann Verlag (2. Oktober 2017)
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN: B06ZZ9CBLM
Preis TB: 10,00€
Preis GB: 20,00€
Preis Kindle: 14,99€
Inhaltsangabe zu „Kleine große Schritte“ von Jodi Picoult
Jodi Picoult - bewegend wie nie

Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …

Meine Meinung
Bisher kannte ich die Autorin Jodi Picoult und ebenso deren Bücher nicht, jedoch hat sie mich mit diesem Roman sehr begeistert und berührt. Allein durch die Geschichte über diesen Charakter, und was Ruth sich alles gefallen lassen muss, hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht.
Ich verstehe nicht weshalb man Menschen gegenüber so respektlos, verletzend sein muss, sie sind doch wie jeder andere auch Menschen aus Fleisch und Blut. Da spielt es doch keine Rolle ob nun hell oder dunkelhäutig. Die Persönlichkeit hängt nicht vom Äußerem ab, sondern von der Person im Allgemeinen, und in dieser Geschichte wird doch recht deutlich das Ruth obwohl es ihr untersagt wurde, ihrer Pflicht nachgehen und helfen möchte. Das ihr danach solch Spießrutenlauf bevorsteht wünscht man wirklich keinem.
Jodi Picoult hat mich wirklich berührt, hat aufgezeigt wie verletzend, wie Rassistisch und Respektlos Menschen mit ihren Mitmenschen umgehen, und wie die betroffenen darunter leiden.
Da fehlen mir echt die Worte...
Von mir bekommt dieser Roman eine klare Kauf und Leseempfehlung.
5/5 Sterne

Wieder ein toller Roman von Jodi Picoult

Von: Bookpoint Datum: 08. Januar 2018

Als ich das neue Buch von Jodi Picoult Kleine große Schritte im Bloggerportal entdeckte, wusste ich sofort, dass dieses Buch wieder ganz nach meinem Geschmack sein würde. Nicht nur weil Jodi Picoult einen unverwechselbaren Schreibstil hat, sondern vor allem, weil sie Dinge wagt anzusprechen, die oftmals totgeschwiegen werden.

In ihrem neuen Roman thematisiert sie den heutigen Rassismus in unserer modernen aufgeklärten Welt. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Ruth (Hebamme und Angeklagte), Turk (Vater des toten Babys) und Kennedy (Anwältin von Ruth) geschildert. Dies macht die Geschichte doppelt so interessant und abwechslungsreich. Besonders toll fand ich auch die Aufteilung des Buches, die die Autorin vorgenommen hat. So heißt die letzte Unterteilung, die in manchen Büchern auch als „Epilog“ benannt wird: Drittes Stadium – Nachgeburt.

“Aber ich weinte nicht wegen Davis Bauer, auch nicht wegen meiner Unehrlichkeit. Ich weinte, weil Kennedy die ganze Zeit über recht gehabt hatte – es kam nicht darauf an, ob die Krankenschwester, die sich um Davis Bauer kümmerte, schwarz, weiß oder violett war. Es kam nicht drauf an, ob ich versucht habe dieses Baby wiederzubeleben oder nicht. Nichts davon hätte etwas geändert.” (S. 413)

Ruth ist meines Erachtens eine ganz bemerkenswerte Persönlichkeit. Sie hat einen starken Charakter und verliert – trotz allem, was ihr passiert – nie ihren Stolz und ihre Fähigkeit, das Gute in der Welt zu sehen. Sie lebt für ihren Beruf und für ihren Sohn Edison, dem sie ein weitestgehend sorgenfreies Leben ermöglichen möchte. Sie lehrt ihm, dass alle Menschen auf der Welt – unabhängig von ihrer Rasse und ihrer Hautfarbe – gleich sind. Diese Ansicht ist doch sehr erstaunlich, wenn man bedenkt, was ihr widerfährt.

Manche Szenarien waren meiner Meinung nach etwas „überspitzt“ dargestellt. So ist mir zum Beispiel die Szene im Gedächtnis geblieben, als Violett, die Tochter von Kennedy, das Kostüm der Prinzessin aus „Küss den Frosch“ haben möchte und ihre Omi davon überhaupt nicht begeistert ist.

Dieser Roman von Jodi Picoult hat mir wieder besonders gut gefallen, da er zeigt, dass alles auf der Welt vergänglich ist und dass sich ein Menschenleben von heute auf morgen verändern kann, wenn man in nur einem einzigen Augenblick die falsche Entscheidung trifft.

Kleine große schritte (in die richtige richtung)

Von: coffemeetsbooks Datum: 07. Januar 2018

*ausführliche Rezension ist auf meinem Blog zu finden
FAZIT
Ich für meinen teil, als weiße Österreichische junge Frau, sehe den Rassismus in diesem Buch sehr gut dargestellt. Das spricht natürlich nur für mich, ich habe viele negative Kommentare gelesen. Ich kann es nur aus meiner Sicht sehen, in dem Punkt hab ich viel mit Kennedy gemeinsam, und auch ich konnte vieles aus der Geschichte mitnehmen.
Ich mochte den Aufbau der Geschichte, Picoult´s Schreibstil fand ich als äußerst beruhigend und angenehm und damit wird dieses Buch mit Sicherheit nicht das letzte sein, dass ich von ihr lesen werde.
Das Ende fand ich allerdings ziemlich enttäuschend. Es war sehr abrupt und erschien ein bisschen lieblos, so als wolle die Autorin schnellst möglich ihr Buch beenden.

Rezension Kleine große Schritte

Von: Emija Datum: 07. Januar 2018

Rezension Kleine große Schritte
Titel: Kleine große Schritte
Originaltitel: Small Great Things
Autor: Jodi Picoult
Übersetzer: Elfride Peschel
Verlag: C. Bertelsmann
Seiten: 584
Erstveröffentlichung:
11.10.2016 (Eng)
2.10.2017 (De)
Preis:
20,00€ (De, HC)
Bewertung: (3/5) ������

über die Autorin: Sie ist in New York geboren, lebt heute in New Hampshire. Viele ihrer Romane schafften es auf Platz 1 der New York Times-Bestsellerliste. Dieses Buch empfindet sie als das wichtigste ihrer Bücher, da es sie verändert hat.
Das Buch "Kleine große Schritte" wird derzeit verfilmt.

Inhalt:
Kurz nach seiner Geburt stirbt der kleine Davis Bauer nach einem Routine-Eingriff. Ruth, einer schwarzen Hebamme auf der Entbindungsstation, die zusammen mit anderen das Kind wiederbeleben wollte, jedoch gescheitert ist, wird vom Vater des Babys angeklagt. Wegen dem Mord an seinem Sohn. Denn er ist Rassist und wollte nicht, dass Ruth seinen Sohn berührt.
Damit beginnt ein Kampf vor Gericht, bei dem niemand ansprechen will, worum es dem Vater und im ganzem Prozess geht: um Rasse. Und, dass Ruth nur wegen ihrer Rasse vor dem Gericht steht.

Lieblingszitat:
" Und zwar, weil es beim Rassismus nicht nur um Hass geht. [...] Weil es beim Rassismus nämlich auch darum geht, wer Macht hat... und wer Zugang dazu." (Seite 544)

Meinung:
Story: Der Anfang ist lang und es dauert lang, bis die wirkliche Handlung losgeht. Aber auch, als die Handlung dann anfängt, dauert es noch ziemlich lang, bis Spannung aufkommt.
Die Nebenhandlungen sind wichtig und sprechen Aspekte von Rassismus an, jedoch hätte ich mir einen größeren Fokus auf die Haupthandlung gewünscht.
All die Geschichten sind auf Dauer ermüdend, da es wirkt, als würde man im Buch gar nicht vorrankommen. Sie waren nicht genug mit der Haupthandlung verbunden.

Charaktere: Es gibt drei Hauptpersonen, die alle bestimmte Teile des Rassismus ausmachen.
Ruth, die schwarze Hebamme, ist eine starke Frau, die jedoch weder in die Welt der Schwarzen noch in die der Weißen wirklich gehört. Sie ist die unterdrückte, die sich freikämpfen will.
Kennedy ist eine Frau, die ihren Rassismus erst erkennt, als sie sich tief mit dem Thema beschäftigt, denn er ist tief in ihr verborgen. Sie ist das Bild für den passiven Rassismus, den sie langsam überwindet und ihn bekämpfen will.
Und Turk ist der Mensch, den wir uns unter einem Rassisten vorstellen. Der schnell gehasst werden kann, von dem man sich aber auch ganz leicht distanziert.
Auch die anderen Charaktere haben ihre Rollen, sind aber auch als Menschen erkennbar und bedienen nicht nur die Rollen.

Schreibstil/Lesefluss: Teilweise ist das Buch träge, durch all die Nebenhandlungen. Jedoch ist das Buch auch da interessant geschrieben, nur die Themen werden ermüdend.
Die Berufe werden sehr detalliert beschrieben, was mich etwas gestört hat. Denn wie lang die Pommes bei McDonalds ausbacken ist...nicht das interessanteste und auch nicht wichtig.
Auch wenn das Buch ohne Frage wundervoll geschrieben ist, hätte man die Geschichte besser auf den Punkt bringen können.

Umgebung/Welt:
Ruth passt in keine Welt, weder die der Schwarzen, in die ihre Schwester wundervoll hineinpasst, noch in die von Kennedy, der Weißen. Diese beiden Welten treffen im Gerichtssaal auf die der Rechtsextremen. Doch auch in anderer Umgebun treten diese Welten aufeinander. Ob im Krankenhaus, auf der Straße oder Zuhause. So zeigt das Buch die immer noch vorhandenen Unterschiede auf, die wir in unserem Verhalten zeigen, und regt so zum Nachdenken an.

Fazit:
Jodi Picoult bringt in diesem Buch den Rassismus in passiver und aktiver Form und die Folgen für die Opfer dessen zur Sprache. Se will aufrütteln und das schafft sie auch mit interessanten Schauplätzen und echten Charakteren.
Jedoch hat das Buch erst am Ende Spannung aufgebauut und es war ziemlich lang.

Ein sehr kritisches und wichtiges Thema, welches sehr gut dargebracht wird

Von: Mylittlebookpalace Datum: 06. Januar 2018

Handlung:Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …

Orte: Allein schon die Orte wurden sehr intensiv und wirklich gut beschreiben, weshalb ich mich sofort in die Welt von Ruth Jefferson versetzen konnte und mir haben die Orte sehr gut gefallen, da sie immer ein bestimmtes Gefühl in mir hervorgerufen haben: das Krankenhaus war ein stressiges und lebendiges Gefühl, ihr Haus war meistens eher beruhigend und das Gerichtsgebäude meistens ein Art Abscheu.

Personen: Ich mochte Ruth sehr sehr sehr gerne. Sie ist so eine starke Frau, die so viel durchmachen muss, aber trotzdem nicht aufgibt und niemals aufgeben wird. Sie hatte ihre eigene spannende Geschichte und ihr Charakter war sehr authentisch. Es sind sehr viele Personen aufgetaucht, denen entweder Hass, Respekt, Liebe oder Fürsorge entgegengebracht habe. Es gab gefühlt jede Art von Charakter, welche das Buch sehr facettenreich gestaltet hat.

Gestaltung: Das Cover hat mich sofort angesprochen, es ist schön schlicht und ich mag die Farbe auch sehr gerne. Die Kapitelgestaltung ist auch eher schlicht und einfach gehalten, doch das mochte ich sehr gerne und mir hat die Gestaltung sehr gut gefallen.

Schreibstil: An den Schreibstil musste ich mich ehrlich gesagt zugeben, dass ich eine Weile gebraucht habe um mich daran zu gewöhnen, aber nach dieser Weile habe ich angefangen den Schreibstil wirklich zu mögen, es gab viele intensive und tolle Dialoge, die die Geschichte lebendiger gemacht haben und mich am Ende dann doch überzeugt haben.

Geschichte: Ich mochte die Handlung so so gerne und obwohl es ein sehr ernstes und schwieriges Thema ist mochte ich die Umsetzung davon auch sehr gerne. Es war einfach sehr sehr intensiv. Es war an manchen Stellen etwas langweilig, aber trotzdem musste ich einfach wissen, wie es weiter geht.

Fazit: Ich mochte dieses Buch sehr sehr sehr gerne und würde es wieder und wieder lesen. Es behandelt so ein schwieriges und intensives Thema, doch die Autorin hat es super gut wiedergegeben und sie spricht diese Probleme auch offen in diesem Buch an, weshalb ich auch definitiv 5 von 5 Sternen gebe. Hier auch nochmal ein großes Dankeschön an den Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares.

Ein unglaubliches Buch!

Von: Farbspielblog Datum: 05. Januar 2018


Dieses Buch ist ein besonderes Buch. Die Thematik ist immer aktuell, denn ich glaube Rassismus wird nicht so schnell verschwinden wie ich es gern hätte… Auch wenn wir schon einen Schritt in die richtige Richtung machen, fehlt doch noch eine ganze Menge.

Es ist mitreißend und emotional. Ich bin froh mich auf das Buch und Thema eingelassen zu haben, denn ich habe viel dazugelernt und dafür danke ich Picoult!

Ich kann es euch nur ans Herz legen es zu lesen. Ich habe nur einen Kritikpunkt, wie oben bereits erwähnt fand ich die Kapitel einfach zu lang. Ansonsten ein rundum gelungenes Buch!!


Meine Ausführliche Rezension findet ihr auf meinem Blog:
https://farbspielblog.wordpress.com/2018/01/05/rezension-kleine-grosse-schritte-von-jodi-picoult/

Jodi Picoult - Kleine große Schritte

Von: sarahspancake Datum: 03. Januar 2018

„Kleine große Schritte“

Ich möchte natürlich keine Spoiler schreiben, aber dennoch möchte ich euch etwas zum Inhalt des Buches berichten. In „Kleine große Schritte“ von Jodi Picoult geht es um eine dunkelheutige Hebamme namens Ruth, welche des Mordes angeklagt wird. Jedoch ist diese Anklage erst der Anfang der Geschichte, am Ende geht es eigentlich um mehr als „nur“ Mord. Bereits in den ersten Seiten wird klar, dass es hier um Rassentrennung geht. Gedanken einer dunkelheutigen modernen Frau und einem rassistischem Gegenpart als Hauptprotagonisten. Eine absolut anrührende Geschichte, welche zum nachdenken anregt. Gerade der rassistische Turk, einer der Hauptprotagonisten, ist ein wirklich gut gelungener Charakter. Vor allem das Ende des Buches hat mich überrascht und berührt.

Das schönste Zitat, was ich in diesem Buch gefunden habe kommt von Benjamin Franklin: “ Der Gerechtigkeit kann keine Genüge getan werden, solange nicht die Nichtbetroffenen genauso große Empörung empfinden wie die Betroffenenselbst.“ Denn dieser Satz sagt genau das aus, was dieses Buch auch aussagen möchte, wenn alle Menschen darüber hinweg sehen und es als „normal“ ansehen, kann keine wahrhaftige Gerechtigkeit gefunden werden.

Definitiv eine Buchempfehlung für alle Leser, welche sich an solche Themen heran trauen möchten. Ich habe das Buch mehrmals zur Seite legen müssen, da mich die Geschichte wirklich mit genommen hat. Doch genau solche Geschichten liebe ich genau aus diesem Grund – Geschichten/ Bücher sollen uns bewegen und jeder Autor der dieses schafft, kann mich immer wieder aufs Neue überzeugen. Jodi Picoult mit “ Kleine große Schritte“ ist ein MUSS in jedem Bücherregal.

Black or white

Von: daslesendesatzzeichen Datum: 03. Januar 2018

Jodi Picoult ist so etwas wie ein Garant für gute, spannende Unterhaltungslektüre auf hohem Niveau. Wobei „Unterhaltung“ nicht im Sinne von flach und anspruchslos gemeint ist.

Jodi Picoult scheut die schwierigen Themen nicht. So hat sie mit „19 Minuten“ eine derart psychologisch scharfsinnige Analyse aus unterschiedlichsten Perspektiven über den Amoklauf eines Schülers an seiner Schule verfasst, dass einem der Atem stockt. In „Beim Leben meiner Schwester“ beschreibt sie das Dilemma, in dem sich die jugendliche Anna befindet, deren ältere Schwester nur durch Annas permanente Knochenmarksspenden überleben kann, denn sie hat Leukämie. Eines Tages kann und will Anna nicht mehr „Ersatzteillager“ für ihre Schwester sein.

Für ihren neuesten dicken Wälzer hat Picoult wieder ein Thema gewählt, mit dem sie es sich nicht leicht macht: In „Kleine große Schritte“ geht es um das in Amerika derzeit wieder brandaktuelle Thema Rassismus. Schwarz gegen weiß. Weiß gegen schwarz.

Ruth Jefferson ist Säuglingskrankenschwester in einem Krankenhaus. Sie ist gut, erfahren und beliebt – sowohl beim Pflegepersonal als auch bei den Patientinnen. Ruth hat das große Talent, sich sehr rasch in andere Frauen hineinversetzen zu können, zu spüren, was sie in der Ausnahmesituation Geburt brauchen, wie sie behandelt werden müssen. Sie hat scheinbar mühelos immer den richtigen Einfall im richtigen Moment. Bei der durchgestylten, eitlen Patientin hat sie nach der Geburt rasch einen Lippenstift und eine Bürste parat, weil sie merkt, wie wichtig es für deren Selbstwertgefühl ist, ihrem Mann sofort wieder möglichst makellos gegenüberzusitzen. Der schüchternen, ängstlichen Frau spricht sie Mut zu, dem nervösen werdenden Vater nimmt sie die Angst, ein schlechter Vater zu werden. Kurz gesagt, sie ist ein Traum!

Eines Tages hat sie wieder Dienst und wird zu dem neugeborenen Davis geschickt. Sie nimmt die Routineuntersuchungen in Gegenwart der Eltern vor, spürt aber die ganze Zeit deren unterschwellige Aggression, ja fast schon Hass ihr gegenüber. Und dann, als sie fast fertig mit allem ist, schickt der Vater des Jungen sie aus dem Zimmer. Er spricht mit Ruths Vorgesetzter und veranlasst, dass Ruth in Zukunft weder seinen Sohn noch seine Frau anfassen darf.

Davis‘ Eltern sind weiß. Sie sind rechtsradikal. Ruth Jefferson ist schwarz.

Ruth ist fassungslos, in ihrer langen Laufbahn als Krankenschwester sind ihr schon so manche Dinge passiert, das aber übersteigt alles, was sie sich je hätte vorstellen können. Fast so schlimm wie das Verbot an sich trifft sie aber die Tatsache, dass ihre Vorgesetzte sich nicht schützend vor sie stellt, sondern dass sie tatsächlich dem Wunsch des Ehepaars nachkommt und in die Akte eine Notiz macht, dass kein dunkelhäutiges Personal das Kind oder die Mutter behandeln darf. Außer Ruth gibt es auf der Säuglingsstation aber keine Schwarze. Das Verbot trifft sie also ganz allein.

Am nächsten Tag während Ruths Schicht kommt es zu einem Notfall, alle verfügbaren Kräfte werden abgezogen und plötzlich steht sie alleine da mit Davis, der 20 Minuten zuvor einer Beschneidung unterzogen wurde. Und Davis bekommt Atemnot.

Ruth steht eine lange Minute wie gelähmt vom Schock da und weiß nicht, was sie tun soll. Handelt sie nicht, stirbt der Kleine. Handelt sie, widersetzt sie sich dem explizit ausgesprochenen Verbot. Sie zögert, dann legt sie los, handelt, funktioniert. Sie funkt Hilfe an, alle tun alles, was nur möglich ist, doch am Ende hilft alles nichts: Davis stirbt.

Die Eltern, schwer traumatisiert durch diesen Vorfall, reagieren unterschiedlich. Der Vater begibt sich sofort in Kampfposition und lässt nicht mit sich reden. Alle Register werden gezogen, er will die schuldige, schwarze Krankenschwester hinter Gitter bringen. Seine Frau hingegen zieht sich in sich zurück, nimmt ihre Umgebung kaum noch wahr, ist wie hinter einem Schleier.

Der Albtraum für Ruth beginnt, als sie noch nichts davon ahnt. Sie ist sich keiner Schuld bewusst, hat getan, was sie tun konnte. Doch sie wird bald vom Dienst suspendiert und mitten in der Nacht steht dann plötzlich die Polizei vor der Tür und nimmt sie und ihren Sohn gefangen. Wie Schwerverbrecher werden sie abgeführt.

Nun beginnt Picoult mit ihrer routinierten Analyse. Sie nimmt alle wichtigen Charaktere auseinander, bis nur noch ihr nackter, schutzloser Kern übrigbleibt.

Während die erste, natürliche Reaktion bei der Lektüre die ist, sich SOFORT auf die Seite Ruth‘ zu schlagen und den brutalen Nazivater Turk zu verteufeln, wird man als Leser immer kleinlauter wenn man allmählich den Werdegang dieses Mannes kennenlernt. Es macht ihn nicht besser, aber es macht es einem unmöglich, ihn weiterhin als das Monster zu sehen, für das man ihn zu Beginn hielt. Auch er war mal ein kleiner niedlicher Junge. Jedoch einer, dem zu viel Brutales wiederfahren ist, dem zu viel falsche Ideologie eingetrichtert wurde, dem es an Nestwärme fehlte. Sein Bruder starb bei einem Unfall, der von einem Schwarzen verschuldet wurde – wie er lange denkt! Als er dann später die Wahrheit erfährt (nämlich, dass sein Bruder unter Drogen auf die falsche Straßenseite kam und es dem Schwarzen nicht mehr möglich war, noch mehr auszuweichen), ist es bereits zu spät, das rechtsradikale Gedankengut keimt und wächst bereits fröhlich in seinem Kopf und ist nicht mehr zu stoppen.

Picoults große Stärke ist: Sie malt nicht schwarz und weiß, sie skizziert Grautöne. Sie erweckt alle beteiligten Personen, ob positiv oder negativ, so plastisch zum Leben, dass man sie wirklich gut kennenlernt. Welche kleinen Weichenstellungen es manchmal nur benötigt, um aus einem normalen Leben ein miserables zu machen, zeigt sie dabei überdeutlich. Es bricht einem sprichwörtlich das Herz, wenn man mit ansehen muss, was mit Menschen geschehen kann, wenn die falschen Dinge in ihrem Leben passieren … und dennoch: Jeder ist auch immer bis zu einem gewissen Grad seines eignen Glückes Schmied.

Also bleibt einem nichts anderes übrig, als weiterzulesen, um zu sehen, was all die Protagonisten in diesem Roman mit dem Rohmaterial ihres Lebens anstellen – und da gibt es tatsächlich auch so manche Überraschung.

Unbedingte Leseempfehlung für dunkle lange Winternächte – man kann das Buch unmöglich aus der Hand legen, ist man erst einmal von dem sagenumwobenen Sog erfasst. Warnung: Lest es nicht am Wochenende vor einer Party – Ihr könntet sonst absagen, ganz gegen Euren ursprünglichen Willen …

Keine Behandlung durch afroamerikanisches Personal!

Von: chrisinsta1liest Datum: 28. Dezember 2017

"Keine Behandlung durch afroamerikanisches Personal!"
Ruth ist eine dunkelhäutige Hebamme und Säuglingsschwester. Ihr wird, nach 20 erfolgreichen Dienstjahren die Betreuung von Davis, dem Neugeborenen eines rechtsradikalen Paares, untersagt. Als Ruth einen Moment alleine auf der Station ist und genau dieses Baby um sein Leben ringt, gerät sie in einen Gewissenskonflikt.
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Jodi Picoult eröffnet mit "Kleine große Schritte" Einblicke in die amerikanische Justiz und die afro-amerikanische Geschichte, in die absolut abstoßende Gedankenwelt Rechtsradikaler, nimmt mit in Gefängniszellen und auf Anklagebänke. Sie beleuchtet Rassismus von allen offensichtlichen und unbewussten Seiten. Erzählt wird die Story aus der Perspektive von drei Beteilgten, was manchmal zu Wiederholungen und Längen auf den 590 gut recherchierten Seiten führt. Ein sehr amerikanischer Roman voller Hass, Ehrgeiz und interessanten Gedankengängen.
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By the way, der Titel bezieht sich auf ein Zitat von Martin Luther King jr. "Wenn ich schon nichts Großes bewirken kann, kann ich doch auf großartige Weise kleine Schritte machen."
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#jodipicoult #kleinegroßeschritte #bertelsmann #martinlutherkingjr #hass #rechtsradikal #afroamerikanisch #blackorwhite #rassismus #hebamme #dilemma #amerika #igreaders #bücherliebe #bookstagram #booknerd #chrisinsta1liest

Absolute Empfehlung!

Von: Amy J. Brown Datum: 26. Dezember 2017

In dieser Geschichte geht es um eine Kinderkrankenschwester im Mery West Haven-Hospital, die dunkelhäutige Ruth Jefferson. Mit Leib und Seele kümmert sie sich um die ihr anvertrauten Neugeborenen, hilft, sie auf die Welt zu bringen und assistiert bei verschiedenen Operationen. Sie liebt ihren Beruf und geht voll darin auf, doch eines Tages passiert etwas Schreckliches - Turk, der Vater eines Kindes verbietet Ruth ihrer Hautfarbe wegen, sich um das Baby zu kümmern, sie darf es noch nicht einmal anfassen. Das alleine ist schon ein Schock für Ruth, doch der Gewissenskonflikt, in den sie rät ist auch nicht viel besser, denn das Baby kämpft kurze Zeit später um sein Leben. Sie entschließt sich, dem Kind zu helfen, doch leider verstirbt es. Als wäre das alles nicht schon schlimm genug, wird die liebevolle Kinderkrankenschwester des Mordes angeklagt und die Dinge nehmen ihren Lauf.

Jodi Picoult, geboren 1966 in New York, studierte in Princeton und Harvard. Seit 1992 schrieb sie mehr als zwanzig Romane, von denen viele Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste waren. Die Autorin versteht es meisterhaft, über ernste Themen unterhaltend zu schreiben. Sie wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, wie etwa 2003 mit dem renommierten New England Book Award. Picoult lebt mit ihrem Mann in Hanover, New Hampshire.

Der Roman hat 592 Seiten und kostet als Taschenbuch 10,00€, als gebundene Ausgabe 20,00€. Die Kindle-Edition ist für 14,99 erhältlich und das Hörbuch 12,95€ bzw. 9,95 im Audible-Abo oder 1 Guthaben.

Ich habe bereits "In den Augen der Anderen" von der Autorin gelesen und es hat mir genauso gut gefallen wie "Kleine große Schritte". Jodie Picoult versteht sich hervorragend darauf, dramatische Schicksale in eine Geschichte zu verpacken, der man sich nicht entziehen kann, wenn man einmal damit begonnen hat. Im Nachwort kann man nachlesen, dass sie bereits zu Beginn ihrer Schriftstellerkarriere ein Buch über Rassismus in den USA schreiben wollte. Anstoß dafür war ein dunkelhäutiger, verdeckter Ermittler, der von Polizisten hinterhältig mehrere Male in den Rücken geschossen wurde. Es waren weiße Kollegen. Dieses Buch wurde jedoch nie veröffentlicht, weil Jodie Picoult fürchtete, dem Ereignis nicht gerecht zu werden.

Dadurch wird klar, dass die Autorin schon immer ein Faible für dramatische Geschichten hatte. Auch die Geschichte von "Kleine große Schritte" beruht auf einer wahren Begebenheit, dem Fall einer afroamerikanischen Krankenschwester aus Flint. Ihr wurde von einem rechtsextremen Vater untersagt, sein Baby anzufassen. Das hat Jodie Picoult so bewegt, dass sie sich dazu entschlossen hat, diese Geschichte zu schreiben.

Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt: aus der Sicht von Ruth als Angeklagter, Turk, dem Vater des toten Babys als Kläger und aus der Sicht von Kennedy, Ruths Verteidigerin. Die gegensätzlichen Ansichten von Ruth und Turk sind es, was die Geschichte so aufregend macht. Mir ist es sehr schwer gefallen, Turks Abschnitte zu lesen und seine Ansichten kennen zu lernen, aber natürlich gehören diese auch zur Geschichte. Im Herzen weg getan hat mir, die Geschichte von Ruths Seite her zu erleben. Ich kann wahrscheinlich nicht mal ansatzweise nachvollziehen, wie es ist, so behandelt zu werden. Das ich davon wenigstens einen Hauch spüren konnte, ist dem eindringlichen und sehr gefühlvollen Schreibstil der Autorin zuzuschreiben. Auch die Ansicht von Verteidigerin Kennedy war sehr interessant, weil auch ich für Ruth in die Bresche gesprungen wäre und sie verteidigt hätte, deswegen konnte ich mich mit der Anwältin am ehesten identifizieren.

Jodie Picoult hat jedem der drei Protagonisten seine jeweils eigene, unverwechselbare Stimme gegeben, das habe ich beim Lesen sehr bewundert, weil es mir immer wieder positiv aufgefallen ist.

Beim Lesen habe ich viele tiefe Emotionen durchlebt, sie hat mich aufgewühlt, betroffen und traurig sein lassen. Trotzdem nehme ich für meinen Teil keinen Abstand von solchen dramatischen Geschichten, weil ich nicht die Augen davor verschließen möchte, wie es teilweise in der Welt zugeht. Doch das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Was mir an dem Plot der Geschichte gut gefallen hat, waren die Wendungen und Überraschungen in der Geschichte. Eigentlich sieht alles recht gut für Ruth aus, doch durch ihre Aussage bringt sie alles wieder ins Wanken. Da hätte ich sie am liebsten geschüttelt und sie gefragt, ob sie verrückt ist. Wie werden sie Geschworenen entscheiden? Das müsst Ihr natürlich selbst lesen.

Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen, wenn man dramatische Geschichten mag. Für mich ist es wieder mal eines der Bücher, die mir sicherlich mein ganzes Leben nicht mehr aus dem Kopf gehen werden, deswegen wird dieses Buch einen festen Platz in meinem Regal bekommen, und ich werde es sicherlich noch einmal lesen.

Alltagsrassismus...

Von: Kristine liest Datum: 22. Dezember 2017

"If I cannot do great things, I can do small things in a great way." Martin Luther King


Gesellschaftsdrama, Gerichtsthriller, ein nachdenklich machendes Buch, was Jodi Picoult uns hier mit "Kleine große Schritte" vorgelegt hat.
Sie erzählt uns die Geschichte aus drei Perspektiven. Zum einen natürlich aus der Sicht von Ruth, dann aus der ihrer Anwältin Kennedy und zuletzt aus der Sicht von Turk, dem Vater des Neugeborenen. So gerät der Leser in die Lage, sich mit allen Gedanken und Sichtweisen auseinandersetzen zu können und er muss seine eigene Meinung doch an einigen Stellen hinterfragen.

Jodi Picoult gelingt es außerdem ihren Finger in wunde Stellen zu legen, ohne die mit einem moralischen Zeigefinger zu tun. Wer sagt von sich selbst "Ich bin rassistisch"? Wohl niemand. Und ich sowieso nicht. Doch ein ums andere Mal musste ich zugeben, dass ich mich erkannte, zB. als sie beschrieb, wie man andersfarbigen Menschen besonders freundlich gegenüber tritt, um ja zu zeigen, dass man NICHT rassistisch ist. Dabei steckt dieser sogenannte Alltagsrassismus in jedem von uns. Und wenn dieses Buch es schafft, dass man sich wenigstens dessen bewusst wird, dann ist dieses Buch wirklich wertvoll.

Für mich ist es mein Jahreshighlight und ich lege es ausnahmslos jedem ans Herz!

Ach ja, gegen Ende der Lektüre fragte ich mich, wie denn eine "weiße" Autorin sich in eine "schwarze" Frau hineinversetzen kann und darf. Darauf gibt Jodi Picoult in ihrem Nachwort eine tolle Antwort.

Rassismus zu klischeehaft dargestellt

Von: LeseBlick Datum: 17. Dezember 2017

Der Klappentext gibt dem Leser hier einen sehr guten Einblick in das Anfangsgeschehen des Romans. Die hier dargestellte Grundidee, dass die Autorin das Setting in ein Krankenhaus legt, wir dort auf eine sehr gut ausgebildete schwarze Säuglingskrankenschwester treffen und diese wiederrum auf eine Familie trifft, welche eine rassistische Einstellung gegenüber Afroamerikanern hat, finde ich sehr gelungen. Allein diese Konstellation und dieses Ursprungssetting regen den Verstand zum Nachdenken an. Als Leser versucht man die verschiedenen Seiten in der Geschichte nachzuvollziehen bzw. zu verstehen, was mal leichter und mal schwerer fällt. Zu den verschiedenen Perspektiven zähle ich die der Krankenschwester und Prota im Roman Ruth Jefferson, die des Säuglingsvaters Turk Bauer und zu Beginn versuchte ich mich auch in die Sicht- und Handlungsweise der Chefin von Ruth hineinzuversetzen, welche Ruth den Umgang mit dem Baby sehr schnell untersagte.

Insgesamt bleiben drei Perspektiven im Buch. Jedoch geht es neben Ruth und Turk um die Geschichte und die Sichtweise von Kennedy McQuarrie, welche als Anwältin eine wichtige Rolle in dem Buch spielt.

Zu den Charakteren. Ruth kannte ich bereits aus der Vorgeschichte und ich habe mich gefreut, nun zu erfahren, was aus ihr geworden ist. Sie hat also gekämpft und ihren Weg gefunden. Bei ihrer Person wurde mir sehr schnell klar, dass diese aufkeimende rassistische Einstellung ihr gegenüber für sie komplett neu war. Ihren Umgang damit fand ich fast ein wenig emotionslos und nicht ganz so, wie ich es erwartet habe.
Turk Bauer und auch seine Frau Brittany vertreten hier ganz klar die Seite zweier Mitglieder der White Power Bewegung. Dank Turks Sichtweise bekommt man tiefere Eindrücke dieser Gruppierung. Sowohl ihre Denk- als auch ihre Handlungsweisen wurden dem Leser vor Augen geführt.

„Ich möchte einen Tag der Rache zu Ehren meines Sohnes.“ (S. 313)

Die Anwältin Kennedy McQuarrie war mir von Anfang an sehr sympathisch. Ich mochte den Einblick in ihre Privatsphäre, in der Mann auf ihren Mann und ihre kleine Tochter Violet trifft. Kurz gesagt wird Kennedy als chaotische und stressgeplagte Frau vorgestellt, die sich meiner Meinung nach in der Geschichte am meisten entwickelt.

Wer bereits einige Romane der Autorin kennt, weiß, dass Picoult die Meisterin der Gerichtsverhandlungen ist. Auch hier stehen eine Anklage und deren Prozess im Mittelpunkt des Buches. Ruth wird von der Familie Bauer wegen unterlassender Hilfeleistung gegenüber ihres Sohnes Davis angeklagt. Dem entgegengestellt wird die Aufforderung, dass Ruth sich von diesem Kind fernhalten soll, es nicht mal berühren soll. Als Davis eines Tages blaugefärbt im Säuglingszimmer liegt, weiß Ruth nicht, wie sie sich verhalten soll.
Dann nimmt der Roman seinen Verlauf.

Die Anfangspassagen und auch die Gerichtsverhandlung im mittleren Teil gefielen mir sehr gut. Dann entschied sich die Autorin meiner Meinung nach für den falschen Weg, diesen Roman zu einem Ende zu führen.

Dass sich die Autorin an diese immer noch aktuelle und wichtige Thematik herangetraut hat, halte ich ihr sehr zu Gute. Auch dass sie der Geschichte mit ihrem tollen Schreibstil und der charakteristischen Gerichtsverhandlung diesen speziellen Picoult-Touch gegeben hat, gefällt mir.
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Allerdings habe ich eben schon kurz angedeutet, kam ich mit dem letzten Drittel dieses Buches überhaupt nicht überein. Für mich war aufgrund der stark antisemitischen Einstellung von Turk Bauer klar, wie sich ein Gericht in dieser Situation zu verhalten hat.
Picoult setzte aber darauf, Turk Bauer mit Zitaten zu versetzen, die die White Power Bewegung sehr klischeehaft darstellt. Ich mag meinen, dass ein Großteil dieser Mitglieder gar nicht dumm ist, aber so werden sie hier dargestellt. Ausnahmen bestätigen die Regel. Sowohl optisch, als auch verhaltenstechnisch setzte die Autorin hier auf typische Skinheadbeschreibungen von Turk Bauer und anderen Mitgliedern. Im Nachwort erwähnt sie die Zusammenarbeit mit einigen Aussteigern aus der Szene. Aber mich hätte tatsächlich auch mal die Meinung eines Mitglieds der Szene interessiert. Viele Beschreibungen wurden meiner Meinung nach aus den sehr aktiven 90er Jahren herausgezogen. Für mich war es am Ende zu viel des Guten. Ich will nicht sagen, dass die Autorin vom eigentlichen Thema Ruth abwich, aber es artete beinahe in Hetze aus, was dieser Roman absolut nicht nötig gehabt hätte. Ausschlaggebend für meine anschließende Bewertung war der abschließende Part um Brittany Bauer, welche in die White Power Bewegung sozusagen hineingeboren wurde. Dazu mag ich an dieser Stelle allerdings nicht mehr sagen.

Mein Fazit
Ein Roman mit einem wichtigen, aktuellen Thema, welcher anfänglich alle Faktoren für einen interessanten, spannenden und nachdenklich machenden Roman bereithielt. Allerdings konnte ich vor allem gegen Ende nicht mehr mit den Ideen der Autorin umgehen. Zu viele Situationen erschienen mir zu realitätsfern.
Für mich ein Buch, dass jeder Leser wohl anders empfinden wird.
Ich habe lange über meine Worte nachgedacht und bin zu diesem Fazit gekommen.
Vor allem Picoult-Fans sollten sich ein eigenes Bild bilden.

Stereotypische Charaktere, eine relativ langweilige Handlung und ein Ende, dass mich nicht aus den Socken hauen kann.

Von: Johannisbeerchen Datum: 10. Dezember 2017

Schon vor 10 Jahren war ich ein großer Fan von Jodi Picoult, aber so langsam lässt die Begeisterung nach und das liegt auch an der Autorin.

Ihre Geschichten sind nicht mehr mutig. Könnt ihr euch noch an das Ende von Beim Leben meiner Schwester erinnern ? ( Vom Buch, nicht vom Film) Das war ein Gefühl, welches man nie mehr vergisst, ebenso wenig wie das Buch selbst. Aber hier, plötzlich ist hier ein geläuterter Vater, eine erfolgreiche Krankenschwester und ein Ende, dass einen halbwegs glücklich zurück lässt. Ich hätte mir, gerade beim Thema Rassismus, einen größeren Knall, einen Aufschrei, ein Ende, das man nicht mehr vergisst, gewünscht.

Aber auch der Rest der Handlung war nichtssagend, es kamen keine Geheimnisse ans Licht, es geht rein nur um den Gerichtsprozess und ganz ehrlich, das hat mich gelangweilt. Ich verstehe Picoults Nachricht mit den unterschwelligen Rassismus und erkenne mich darin teilweise selbst, aber dennoch hat das Buch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Geschrieben ist es aus den Sichten von Ruth, Kennedy und Turk, die alle interessante Einsichten gaben, aber eben meist durchschnittlich geschrieben waren. Alle Charaktere sind sehr stereotypisch, wirken konstruiert und bleiben nicht im Gedächtnis.

Da mich schon ihr vorherigen Buch, Die Spuren meiner Mutter, enttäuschte, werde ich nun ein wenig Abstand zur Autorin nehmen und genauestens abwägen, ob ich ihr nächsten Buch lesen werde.

Fazit: Stereotypische Charaktere, eine relativ langweilige Handlung und ein Ende, dass mich nicht aus den Socken hauen kann.

Erschreckend aktuell

Von: Bücherliebe Datum: 09. Dezember 2017

Kleine große Schritte von Jodi Picoult



C. Bertelsmann Verlag
Gebunden 20,00€
592 Seiten



Inhalt:
Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …

Meine Meinung:

Als eingefleischter Picoult Fan habe ich mich wahnsinnig auf und über dieses Buch gefreut. Die liebevolle Covergestaltung und der interessante Klappentext machten mich so neugierig, dass dieses Buch direkt verschlungen wurde.
Besonders einfühlsam und authentisch setzt sich die Autorin mit der Rassendiskriminierung in den Staaten auseinander. Ihre Protagonistin Ruth wurde mir schnell sympathisch und ich hätte sie an so mancher Stelle des Buches am liebsten einfach in den Arm genommen.
Beschrieben wird Ruth als erfahrene Krankenschwester, die jedoch aufgrund ihrer Hautfarbe beschuldigt wird für den Tod eines Babys verantwortlich zu sein und so wird etwas losgetreten, was das gesamte Leben der Frau verändert....
Die Eltern das Kindes klagen Ruth wegen Mordes an und Picoult beschriebt den Prozess aus verschiedenen Sichtweisen. Offen bleibt warum Truck diesen Hass empfindet..... Für mich war es nicht nachvollziehbar!
Vor allem die vielen unerwarteten Wendungen haben mich an dieses Buch gefesselt. Der unsagbar gute Schreibstil machte es zu einem Vergnügen dieses Buch zu lesen.

5 von 5 Herzen

Rassismus in kleinen und in großen Dosen

Von: Martinas Buchwelten Datum: 08. Dezember 2017

Jodie Picoult gehört bereits seit Jahrzehnten zu meinen Lieblingsautorinnen. Ihre letzten Romane konnten mich allerdings nicht mehr ganz so überzeugen, wie etwa meine Lieblingsromane "19 Minuten" und "Beim Leben meiner Schwester".
Mit "Kleine große Schritte" hat fast zu ihrer alten Form zurückgefunden, auch wenn ich dafür keine 5, sondern 4 Sterne vergeben kann. Dafür hat mir doch noch einiges gefehlt...
Bei ihrem neuen Roman hat Picoult teilweise wieder zu altbewährtem gegriffen: Ein kontroverses Thema, das selten von anderen Autoren aufgegriffen wird. Teilweise deshalb, weil es hier um Rassismus in kleinen und großen Dosen geht und dieser doch immer wieder in Büchern verwendet wird. So haben wir diesmal also keine Thematik wie Organspende, Glasknochenkrankheit oder Amoklauf, sondern ein seit Ewigkeiten andauerndes Problem: Rassismus. Zu diesem Thema hatte ich dieses Jahr schon das Jugendbuch "The Hate U Give" gelesen, das aber nicht vergleichbar ist, weil es ein anderes Zielpublikum anspricht und auch die Sprache dementsprechend angepasst ist. Wer Jodie Picoult kennt, der weiß, dass sie sich gerne schwierigen Themen annimmt und diese aus verschiedenen Blickwinkel beschreibt. Auch diesmal legt die Autorin sehr viel Wert auf ihre Charakterbeschreibungen und lässt uns in die Köpfe ihrer sehr unterschiedlichen Figuren blicken.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Ruth, Kennedy und Turk in der Ich-Form erzählt. Zuerst begegnen wir Ruth Jefferson. Sie ist Mitte Vierzig, Witwe, Mutter eines 16-jährigen Sohnes und arbeitet als Hebamme und Säuglingsschwester. Sie liebt ihren Beruf, in dem sie auch sehr gut ist. Nicht umsonst ist sie die einzige farbige Schwester im Mercy West Haven Hospital. Bis zu ihrem Aufeinandertreffen mit dem Ehepaar Bauer hatte sie keine offensichtlichen Probleme wegen ihrer Hautfarbe. Doch die Bauers untersagen ihr deswegen jeglichen Kontakt zu ihrem Baby. Als der kleine Davis nach einem harmlosen Eingriff plötzlich Atemnot bekommt, ist Ruth die Einzige auf der Station, da ihre Kolleginnen zu einer Not-OP gerufen wurden. Soll sie sich der Anweisung beugen und sich wirklich von Davis fernhalten oder soll sie eingreifen? Ruth gerät in einen Gewissenskonflikt. Als das Baby stirbt, schiebt das Krankenhaus die alleinige Verantwortung auf Ruth, die des Mordes angeklagt wird.

Mir tat Ruth leid, aber ich konnte nicht immer ihre Gedanken nachvollziehen und auch keine wirkliche Nähe zu ihr aufbauen. Es blieb eine Distanz, dessen Ursprung ich nicht genau benennen kann. Ähnlich erging es mir bei Kennedy, ihre Pflichtverteidigerin. Diese ist eine priviligierte weiße Frau, die sich selbst nicht als rassistisch beschreibt. Durch diesen Fall erfährt sie allerdings einen Wandel, der auch bei ihr Umdenken hervorbringt. Doch auch bei ihr spürte ich eine Distanz beim Lesen. Einzig bei Turk konnte Picoult Emotionen bei mir hervorrufen. Normaler Weise versteht es die Autorin beide Seiten so darzustellen, dass man sich schwer auf nur eine Seite schlagen kann und sich in einer Zwickmühle befindet, da man beide Ansichten mehr oder weniger verstehen kann. Hier war das für mich kaum durchführbar. Den Schmerz, den Turk durch den Tod seines Sohnes erfährt, kann man irgednwie nachvollziehen, aber nicht wie er damit umging. Von seinen radikalen Ansichten war ich geschockt. Bei Turk konnte ich die meisten Emotionen freilassen, auch wenn es fast nur negative waren. Hier konnte mich die Autorin wirklich packen und die Darstellung des jungen Rechtsradikalen ist ihr sehr gut gelungen. Es gab auch interessante Einblicke in die rechtsradikale Szene. Interessant fand ich noch, dass Turk Bauer eine farbige Staatsanwältin zugesprochen bekam, was noch etwas mehr Pfeffer in die Geschichte bringt.

Mit viel Fingerspitzengefühl wird der Gerichtsprozess erzählt, der erst im letzten Drittel zu tragen kommt. Wie gewohnt steckt hier sehr viel Enthusiasmus drinnen und man verfolgt gebannt die verschiedenen Zeugenaussagen. Dieser Teil ist mit Abstand der Beste des Romans.

Auch wenn es für die Autorin laut ihrem Nachwort ihr wichtigstes Buch war, konnte es mich nicht gänzlich überzeugen. Picoult schreibt aus ihrer eigenen Sicht, wie sie im letzten Teil des Romans erklärt. In der Figur der Verteidierin Kennedy beschreibt sie eine weiße priviligierte Frau, wie sich selbst und erklärt, dass Rassismus in verschiedenen Bereichen gelebt werden kann. Manche davon sind uns Weißen gar nicht bewusst und dieser bereits in kleinen alltäglichen Dingen beginnt. Die Welt ist noch immer für Weiße "aufgebaut". Picoult versucht den Leser mit für uns unwesentlichen Dingen auf die Diskriminerung hinzuweisen: Wie viele Bilderbücher gibt es mit farbigen Kindern? Wo sind die Werbespots mit farbigen Frauen? Hier könnte man allerdings auch gleich hinzufügen, wo eigentlich die weiblichen Wesen mit normalen Körpermaßen sind.... Das ist zwar eine andere Geschichte - jedoch genauso eine Diskriminierung, finde ich.
Man sieht, man begegnet Ausgrenzung und Rassismus eigentlich jeden Tag auf unterschiedlichste Weise. Genau darauf geht die Autorin ein und nicht nur auf die rechtsradikalen Werte eines Turk Bauer, der einer farbigen Säuglingsschwester verbietet sein Baby anzufassen.
Das Ende hat mich ebenfalls nicht ganz zufrieden gestellt. Dazu kann ich aber nicht mehr sagen, da ich sonst spoilern würde...
Das hört sich jetzt alles eigentlich viel negativer an, als ich es empfunden habe, denn Picoult gehört weiterhin zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Vielleicht bin ich deswegen umso kritischer...?
Insgesamt hat mir der Roman nämlich sehr gut gefallen und Picoult hat es wieder geschafft, dass man sich auch nach dem Beenden des Buches noch weiter mit der Geschichte auseinandersetzt und diese einem nicht so schnell loslässt...

Fazit:
"Kleine große Schritte" ist ein weiterer Roman von Jodi Picoult, der unter die Haut geht und der sich mit unangenehmen Themen auseinandersetzt. Diesmal gelang es mir aber nicht ganz, ihren Figuren näher zu kommen. Ich hatte immer ein Gefühl von Distanz. Trotzdem bleibt der Roman auch noch Tage nach dem Beenden im Gedächtnis und regt zum Nachdenken an. Für Picoult Fans wie mich, aber auf jeden Fall ein Must-Read.

Vielschichtig und erschütternd

Von: Katharina (Mama hat jetzt keine Zeit) Datum: 08. Dezember 2017

Im Glauben daran, dass es einzig und allein auf Leistung ankommt, hat sich Ruth ihr Leben lang angestrengt, um alles richtig zu machen. Sie hat eine gute Ausbildung und ist eine exzellente, erfahrene Hebamme und Säuglingsschwester. Dass sie nirgends richtig dazu gehört und auch keine echten Freunde hat, merkt sie erst, als sie in eine wirklich schlimme Situation gerät: Das Baby einer Neonazi-Familie stirbt und die Familie zeigt sie an, sie hätte den kleinen Davis absichtlich sterben lassen. Sie wird wegen Mordes und Totschlags vor Gericht gestellt, ihr zur Seite steht die motivierte Pflichtverteidigerin Kennedy, die beweisen will, dass Ruth nur deshalb angeklagt wurde, weil sie schwarz ist. Derweil zerbröselt Ruths altes Leben: Ihr bis anhin so braver Sohn wird rebellisch, ihre vermeintlichen Freunde wenden sich von ihr ab und langsam wird ihr klar, dass alles, woran sie bisher geglaubt hatte, nur eine schön gefärbte Fassade war.

Zu sagen, dass es in „Kleine grosse Schritte“ um Rassismus geht, wäre zu kurz gegriffen. Der offensichtliche, aber auch der alltägliche, „kleine“, kaum zu fassende Rassismus sind der rote Faden in dem Roman. Als weisse Mittelschichtsfrau kann ich nicht viel darüber sagen, ob Jodi Picoult das Thema korrekt behandelt hat. Turk, der Nazi, dünkt mich etwas sehr klischeehaft gezeichnet, aber auch das ist schwierig zu beurteilen. Gut getroffen hat Picoult die Konflikte einer Frau im mittleren Alter, deren Leben zerbricht und die dadurch völlig desillusioniert wird und feststellen muss, dass nicht viel so war, wie sie gemeint hatte. Manche Freundschaften stellen sich als leere Luft heraus, dafür kommt Unterstützung – und auch Liebe und Freundschaft – aus einer Richtung, mit der Ruth nicht gerechnet hätte.

„Kleine grosse Schritte“ hat mich von der ersten Seite an gepackt, obwohl es ein paar Längen drin hat, die Picoults Willen geschuldet sind, das Thema Rassismus vollständig und aus allen Richtungen zu beleuchten. Die Autorin hat ihre Protagonistin in einen wirklich fiese Zwickmühle gebracht, in der sie nur noch falsche Entscheidungen treffen konnte. Dieser Konflikt hat Picoult so gut gezeichnet, dass ich eines Morgens um fünf erwachte und nicht mehr einschlafen konnte, weil ich an Ruths auswegloser Situation herum studierte. Eine grosse Herausforderung fand ich zudem die Perspektive von Turk – kein guter Mensch möchte sich im Kopf eines Neonazi-Schlägertypen wiederfinden oder gar Mitgefühl mit ihm haben. Allein wegen dieser Herausforderung – aber nicht nur! – lohnt es sich, dieses Buch zu lesen.

Eine nachdenklich machende Geschichte

Von: die.buecherdiebin Datum: 05. Dezember 2017

Inhalt: Die Afroamerikanerin Ruth Jefferson arbeitet seit 20 Jahren als Hebamme und Säuglingsschwester im Mercy-West Haven Hospital auf der Entbindungsstation und hat ein gutes Verhältnis zu ihren Kolleginnen und den Ärzten. Doch eines Tages wird ihr auf Wunsch der Eltern eines neugeborenen weißen Babys untersagt, das Kind zu betreuen und anzufassen. Ruth ist sehr gekränkt. Durch eine stressige Situation auf der Entbindungsstation, passiert es einige Tage später, dass Ruth alleine mit dem Baby ist um es nach einem Routineeingriff zu überwachen. Plötzlich hört der kleine Junge auf zu atmen und läuft blau an. Soll Ruth sich den Anweisungen widersetzen und dem Baby helfen? Doch jede Hilfe kommt zu spät und das Kind stirbt. Die Eltern sind außer sich vor Trauer und dem Hass auf Ruth. Es kommt zur Mordanklage gegen sie…

Meine Meinung: Der Schreibstil von Jodi Picoult gefällt mir sehr gut und die Geschichte hat mich von Anfang an gefesselt. Trotz einiger Längen bleibt der Spannungsbogen fast konstant hoch. Gegen Ende, während des Prozesses, gibt es noch einige überraschende Wendungen, die die Spannung noch erhöhen.
Die Themen Diskriminierung und Rassismus werden dem Leser auf berührende und eindringliche Weise näher gebracht. Leider ist Rassismus nicht nur in Amerika aktuell und zeigt sich auch in kleinen, meist unüberlegten Dingen.
Die Geschichte wird aus drei verschiedenen Perspektiven in der Ich-Form erzählt. Von Ruth, Kennedy und Turk.
Ruth fand ich als Protagonistin gut gewählt und glaubwürdig, aber besonders sympathisch war sie mir leider nicht.
Kennedy ist als ihre Anwältin sehr engagiert und macht im Laufe des Prozesses eine große Entwicklung durch. Durch ihre Gespräche und Erlebnisse mit Ruth überdenkt sie auch ihre eigene Einstellung zum Rassismus noch einmal.
Turk und Brit sind die Eltern des verstorbenen Babys, aber leider kann man kein Mitleid für sie empfinden, da sie absolut unsympathisch beschrieben werden. Beide sind rassistisch und sehr brutal. Sie hassen alle, die nicht so sind wie sie. Statt zusammen ihr Baby zu betrauern, sind sie gefangen in ihrem Hass auf Ruth.
Das Ende - 6 Jahre später - hat mir leider überhaupt nicht gefallen. Ich fand es unglaubwürdig und nicht passend zur Ernsthaftigkeit der vorangegangenen Handlung.

Fazit: Wieder mal ein toller Roman von Jodi Picoult mit einem schwierigen Thema, das uns alle angeht und nachdenklich macht.

Bewegend, aufrüttelnd, WICHTIG!

Von: martha_lostinpages Datum: 30. November 2017

��Ruth strebt ihr ganzes Leben danach alles richtig zu machen. Sie schließt ihre Ausbilung erfolgreich ab, arbeitet über 20 Jahre als angesehene Hebamme und versucht ihrem Sohn ein gutes Leben zu ermöglichen. Eines Tages wird ihr aber eines ihrer Merkmale zum Verhängnis, ihre Hautfarbe. Da ihr ein rassistischer Vater verbietet seinen Sohn zu berühren, wird sie von dem Kind angezogen. Als es bei dem Neugeborenen zu gesundheitlichen Komplikationen kommt, ist Ruth als einzige anwesend, um ihm helfen und steht damit vor einem Dilemma. Das Baby stirbt trotz ihres Rettungsversuchs und Ruth muss sich vor Gericht verantworten. ��
"Kleine große Schritte" von Jodi Picoult ist im Oktober beim Bertelsmann Verlag erschienen. Ich kann jetzt schon sagen, dass es sich dabei um eins meiner Lesehighlights für dieses Jahr handelt. �� Obwohl dieses Buch fast 600 Seiten umfasst, ließ es sich unfassbar gut und schnell lesen, vor allem weil es kaum "Füllkapitel" gab und sie Spannung stetig hoch blieb. Alles war relevant für die aktuelle Entwicklung der Geschichte oder um wichtige Erinnerungen der Charaktere wiederzugeben. Besonders gut hat es mir gefallen, dass die Geschichte aus der Perspektive mehrerer Ich-Erzähler wiedergegeben wird, die kaum unterschiedlicher nicht sein könnten: Ruth, die schwarze Hebamme, Kennedy, ihre weiße Anwältin und Turk, ein "White Supremacist". Jeder Blickwinkel, jede Entscheidung wird ausführlich und nachvollziehbar geschildert, so dass man in die Gedankenwelt jedes Charakters eintauchen kann. Eine bewegende, unfassbar gut recherchierte und sehr bedeutsame Geschichte, die einem klar macht, dass Rassismus viel alltäglicher ist und nicht nur bedeutet Andersartige zu hassen. ��
5/5 ��

Wie rassistisch bin ich selbst?!

Von: Sara Datum: 28. November 2017

Ich habe bereits ein Buch (Beim Leben meiner Schwester) von Jodi Picoult gelesen und muss sagen, dass auch dieses wieder ganz hervorragend geschrieben ist. Viele ihrer Sätze lassen sich für mich nur als zitierwürdig beschreiben und sie schafft es einfach wie kein anderer Autor gekonnt schwierige Themen zu behandeln. Dabei sieht man in dem Buch, dass es in einer Geschichte nicht immer nur eine Seite gibt. Die Szenen aus verschiedenen Blickwinkeln lassen einen nachdenklich werden, weil man oft einen direkten Bezug zu den Gedanken und Gefühlen der Menschen erhält. Dabei fällt es beim Lesen nicht immer leicht sich mit jeder Person zu identifizieren, vor allem mit der Einstellung von Turk Bauer, dem Vater, habe ich oft gehadert. Trotzdem bietet auch seine Perspektive einen interessanten Einblick in die rechtsradikale Szene. Zusammen mit Ruth selbst und der Anwältin, ergänzen sich die Wechsel wirklich unglaublich gut. So ergeben sich letztendlich drei verschiedene aber dennoch starke Figuren, die man während des Buches begleitet.

„Der Staat sieht nur ein totes Baby. Man hat Sie im Visier, weil man glaubt, Sie hätten als Krankenschwester versagt.“
„Da täuschen Sie sich.“ Ich schüttle im Dunkeln den Kopf und sage die Worte, die ich mein ganzes Leben lang hinuntergeschluckt habe. „Sie haben mich im Visier, weil ich eine Schwarze bin.“ (S. 163)

Der richtige Prozess, in dessen Zentrum der Tod eines Kindes steht, betrifft eigentlich nur das letzte Viertel. Immer im Raum steht jedoch die Frage nach Rassismus. Es war für mich wirklich sehr spannend zu lesen. Das Ende hält dann auch noch einmal die ein oder andere Wendung bereit.

„Wie unglaublich leicht ist es doch, sich hinter weißer Haut zu verstecken.“ (S. 189)

Die drei verschiedenen Figuren führen zu einer umfassenden Darstellung des Themas „Rassismus“. Und eine Frage, die man sich als Leser früher oder später selber stellt ist: Bin ich rassistisch? Jodi Picoult greift selbst auch ihre eigenen Probleme und Ansätze im Nachwort nochmal ein wenig auf, was ich sehr lesenswert fand. Und nur weil man etwas nicht anspricht, heißt das noch lange nicht, dass es das auch nicht gibt. Und die Autorin spricht genau so etwas an. Rassismus beginnt oft schon in ganz kleinen Dingen, die einem gar nicht so bewusst sind.

„Kleine große Schritte“ ist ein unglaublich interessantes Buch, das sehr gut geschrieben ist, und ich daher wirklich jedem empfehlen kann. Für mich hat es Jodi Picoult damit wieder geschafft etwas einmaliges zu schaffen: ein Buch, das mehr ist und nachdenklich macht. Bei diesem grandiosen Buch kann man nur 5 Sterne vergeben.
An dieser Stelle vielen Dank an die Randomhouse Verlagsgruppe für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die Meinung ist jedoch meine eigene.

Eine tolle Geschichte, die zum Nachdenken anregt -Absolute Leseempfehlung!

Von: Judikos Welt Datum: 23. November 2017

Eine Geschichte, die die Welt verändern könnte, würde sie jeder lesen…

Dies ist die Geschichte von Ruth Jefferson, eine ganz normale, glückliche Frau. Sie hat ein kleines Haus, ein eigenes Auto, einen Sohn mit Bestnoten in der Schule und einen Job als Hebamme und Säuglingsschwester, der sie rundum erfüllt. Und dennoch kommt es an einem Tag zu einem Vorfall, der ihr zeigt, dass sie scheinbar nicht in diese gesellschaftliche Norm zu passen scheint,
denn… - Sie ist schwarz!

Als Ruth an einem Tag um 7 Uhr den Dienst antritt scheint die Welt noch in Ordnung. In den frühen Morgenstunden haben die jungen Eltern Brit und Turk ihr erstes Kind, einen Sohn, geboren. Ruth sollte zu Dienstbeginn die Nachsorgeübernehmen. Nach der Geburt zeigte der Kleine schon Auffälligkeiten im Blutzuckerspiegel, sodass Ruth gesagt wurde, der Junge müsse animiert werden zu trinken.
Als Ruth den Raum betrat, war sofort eine drückende Stimmung im Raum zu spüren. Ruth bezog es allerdings auf die Unsicherheit und Ängste um deren Sohn und ging sehr behutsam mit der Situation um. Als Ruth Brit helfen wollte das Kind anzulegen, sagte der Vater, sie solle seinen Sohn nicht mehr anfassen und verlangte die Vorgesetzte.
Erst als Ruth einen Notizzettel in der Krankenakte des Jungen vorfand, keine Behandlung von afroamerikanischem Personal, wusste sie was alles zu bedeuten hatte.
Zu tiefst verletzt arbeitet sie weiter und macht sogar eine Doppelschicht. Unwissentlich, dass dieser Tag, für sie der schwärzeste Tag im Leben werden wird, nur weil sie verantwortungsbewusst, menschlich und mit Herz und Blut ihrem Job nachging.

Mich hat diese Geschichte sehr berührt. Wie immer finde ich den Schreibstil der Autorin extrem gut. Sie hat eine ganz besondere Art, allein durch ihre intensiven Recherchen, Menschen auf eine leichte Art, Themen näher zu bringen, die einem zu Nachdenken anregen.
Auch in diesem Fall regt die Geschichte zum Nachdenken, aber auch zum Umdenken an, was auch wirklich wichtig scheint.

Ich habe gelesen, dass diese Geschichte verfilmt wird und freue mich auch darauf schon riesig.

Ein gut gemeintes Buch mit grausamer Übersetzung

Von: Elif Datum: 18. November 2017

Meine Meinung
Jodi Picoult ist eine Autorin, die den meisten ein Begriff sein dürfte. Jodi Picoult ist außerdem eine weiße Autorin, die sich einem sehr schwierigen Thema angenommen hat: Rassismus. Das ist schon mal etwas, was ich prinzipiell kritisieren würde: Dass sie als Nicht-Betroffene darüber schreibt und den Platz im Verlag einer potentiellen Autorin wegnimmt, die aus eigener Erfahrung darüber schreiben könnte und ohnehin durch ihre Hautfarbe schwierigere Voraussetzungen hat, ein Buch zu veröffentlichen. Warum also tut Picoult das, obwohl sie weiß, dass es strukturellen Rassismus gibt?

Ich hätte mir gewünscht, das Nachwort des Buches wäre am Anfang gewesen. Dort erklärt Picoult, dass das Buch vor allem für diejenigen ist, kein Problem damit haben, einen Skinhead rassistisch zu nennen, den eigenen Rassismus aber nicht erkennen – und dass sie selbst so jemand war/ist. Also schreibt sie für Leute wie sie – weiße Leute. Ich glaube, die durchschnittliche Picoult-Leserin wird wohl auch eine weiße, mittelständische, westliche Frau sein, weshalb sie ihre Zielgruppe sicher erreicht. Und ich habe wenig daran auszusetzen, dass die Autorin da, wo sie Einfluss hat, etwas bewirken möchte.

Ihren Einfluss nutzt sie allerdings auf eine eher plakative Art. Ich habe schon ewig kein Buch mehr von der Autorin gelesen, ich weiß nicht, ob sie immer so schreibt (à la Fitzek und Hoover), aber die Situation um eine Schwarze Krankenschwester, einen weißen Nazi und eine weiße Anwältin war schon sehr dazu verdonnert, das Bewusstsein mit einer Brechstange zu wecken. Vieles las sich eher wie eine Aneinanderreihung an (anti-)rassistischem Knowhow und als hätte Picoult einfach alles unterbringen wollen, was sie gelernt und gelesen hat, damit es auch ja die letzte Person versteht. An einer Stelle fragt die 4-jährige Tochter der Anwältin den 17-jährigen Sohn der Angeklagten, ob seine Kette bedeute, dass er ein Sklave sei. Solche und ähnliche Situationen wirkten für mich einfach zu konstruiert, um als Geschichte und Roman zu funktionieren. Auch handelten einige Charaktere manchmal sehr unstimmig zu dem, wie sie sonst dargestellt wurden.

Was ich im Nachhinein ebenfalls unglücklich finde, ist, dass die Anwältig eine Art White Saviour wird – hat mich ein bisschen an To Kill A Mockingbird erinnert, das auch antirassistisch sein will, es aber nicht schafft. Zugegeben, Picoult gelingt es besser als Lee. Es werden auf nahezu jeder Seite Themen angesprochen wie Mikroaggressionen, Alltagsrassismus, Colourism und was alles dazu zählt. Zum Beispiel auch der Satz der Anwältin, sie sähe keine Farben. Der_die Leser_in wird an die Hand genommen und durch dieses riesige Feld geführt, das Rassismus ist. Bei Menschen, die sonst mit dem Thema nicht viele Berührungspunkte haben, kann das sicher erkenntnisreich sein. Wenn allerdings schon ein bestimmtes Wissen vorhanden ist, ist das Buch kein Muss. Womit ich auch schon beim nächsten Punkt wäre: Schwarzen Menschen und PoC würde ich das Buch und insbesondere die deutsche Übersetzung (dazu gleich mehr) nicht unbedingt empfehlen. Es ist, wenn auch authentisch, doch sehr krass, dass in den Kapiteln des Nazis ganz oft das N-Wort und andere gewaltvolle Worte auftauchen. Da müsst ihr abwägen, ob ihr das lesen möchtet.

Nun zur deutschen Übersetzung. Der C. Bertelsmann-Verlag hat es leider geschafft, ein antirassistisch gemeintes Buch durch die Übersetzung rassistischer zu machen. Ich hätte mir sehr gewünscht, dass das Lektorat sprachsensibler und rassismuskritischer gewesen wäre und hoffe, dass da vielleicht noch Änderungen vorgenommen werden, denn: „People/Person of Colour“ bedeutet übersetzt nicht „Farbige“. Im Gegenteil. „Farbige ist ein rassistisches, vom Kolonialismus geprägtes Wort, das eine Fremdbezeichnung von Weißen war/ist. Das Äquivalent ist „coloured“. „People of Colour“ hingegen ist eine Selbstbezeichnung. Ich weiß, dass es davon keine gute deutsche Übersetzung gibt. Aber es kann keine Lösung sein, stattdessen durchgängig ein deutsches rassistisches Wort zu verwenden. Zum Nachlesen empfehle ich da diese und diese Seite. Ähnlich verhält es sich mit dem Wort „Race“, das – augenscheinlich richtig - mit „Rasse“ übersetzt wurde und ebenfalls oft vorkam. Nicht ungewöhnlich, weil „Race“ im englischen Sprachraum sehr gängig ist, der deutsche Diskurs ist jedoch ein anderer, da wir aufgrund der deutschen Geschichte eine größere Vorbelastung haben. Deshalb kann und sollte „Rasse“ nicht unkritisch verbreitet werden. Dazu empfehle ich diesen Link. Vielleicht kann man das beim Übersetzen lösen, indem man das Wort in Anführungszeichen setzt oder ein „sog.“ Davorsetzt – ich habe keine Ideallösung im Ärmel, werdet einfach kreativ, aber bitte reproduziert keinen Rassismus, insbesondere nicht in Antirassismus beabsichtigenden Büchern.

Fazit
Dieses Buch war mächtig. Nicht nur von der Seitenzahl her. Picoult hat sich etwas Großes vorgenommen und es größtenteils auch gemeistert, unter ihrem Vermittlungsdrang litt allerdingt die Geschichte selbst. Ich glaube, ihrer eigenen Absicht, der Zielgruppe, zu der sie selbst gehört, etwas beizubringen, um die Welt ein bisschen besser zu machen, wird sie gerecht werden können. Wer allerdings bewusst ein Buch über Rassismus sucht und nicht einfach einen neuen Picoult-Roman, sollte trotzdem lieber Schwarze Autor_innen oder Autor_innen of Colour unterstützen. Für den Roman selbst würde ich 3 Sterne vergeben, für die Übersetzung gibt es allerdings noch einen Punkt Abzug, sodass es von mir 2 von 5 Sternen gibt.

Jeder sollte dieses Buch lesen!

Von: Liebe dein Buch Datum: 18. November 2017

Kurzbeschreibung: Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …

Cover: Das Cover gefällt mir wirklich gut. Die gedeckten Farben harmonieren perfekten mit den hübschen Blüten und den goldenen Punkten. Natürlich hat die Gestaltung wenig mit dem Thema des Buches zu tun. Allerdings ist es auch sehr schwierig einem solch brisanten und großen Thema grafisch gerecht zu werden.

Lieblingszitat: "Und zwar, weil es beim Rassismus nicht nur um Hass geht. Wir haben alle Neigungen, selbst wenn wir uns das nicht eingestehen wollen. Weil es beim Rassismus nämlich auch darum geht, wer Macht hat … und wer Zugang dazu." (Seite 544)

Meine Meinung: Wenn mich jemand fragen würde, welche Autorin/ welcher Autor für mich eine/ einer der bedeutendsten und beeindruckendsten unser Zeit ist, dann müsste ich nicht lange überlegen. Für mich persönlich ist das Jodi Picoult. Diese Frau schreibt über Themen die unangenehm und schwierig sind, die einen ganz tief im Inneren berühren und zum Nachdenken anregen. Sie ist dabei in ihrem Feingefühl nicht zu übertreffen. Auch in „Kleine große Schritte“ schreibt sie über ein Thema, das unglaublich wichtig ist und über das gleichzeitig viel zu wenig gesprochen wird. Die Rassendiskriminierung in unserer Gesellschaft ist ein Problem über das wir sprechen müssen. Jodi Picoult weist mit diesem Buch auf Missstände hin und geht dabei auch mit sich selbst scharf ins Gericht.

Um diesem Thema überhaupt gerecht werden zu können, wird die Geschichte rund um das Gerichtsverfahren aus drei Perspektiven betrachtet. Aus der Sicht der afroamerikanischen Hebamme und Säuglingskrankenschwester Ruth, des rechtsradikalen Vaters des toten Babys Turk und der weißen, privilegierten und augenscheinlich nicht rassistischen Rechtsverteidigerin Kennedy. Manche Szenen werden auch aus unterschiedlicher Perspektive nochmal erzählt. Was mir normalerweise gar nicht gefällt, war in diesem Buch genau richtig gewählt, um die Sicht der verschiedenen Personen zu verstehen. Da man sich in die Charaktere schwer hineinversetzen kann, wenn man nicht ihre Auffassung oder Erfahrungen teilt.

Jodi Picoult betrachtet die Rassendiskriminierung wirklich aus allen Blickwinkel und jeder neue Charakter bringt seine eigene Haltung und seine eigene Auffassung mit in die Geschichte hinein. Und auch die Vergangenheit wird ausführlich betrachtet. Wie war Ruths Kindheit? Wie ist sie zu der Frau herangewachsen, die sie heute ist? Wie ist ihre Haltung zum Rassismus entstanden? All diese Fragen und noch viele mehr werden beantwortet. Aber auch andersrum lernt man viel über Turks Vergangenheit und die arische Bewegung in den USA. Wie ist sein Fremdenhass entstanden? Wie konnte es überhaupt so weit kommen?

Alle Charaktere entwickeln sich im Laufe der Geschichte und des Gerichtsverfahrens charakterlich weiter. Jeder zieht seine eigenen Schlüsse und verändert sich. Aber auch ich selber habe viel gelernt. In ihrem Abschlussplädoyer spricht Kennedy über aktiven und passiven Rassismus und wie (fast) jeder von uns nur augenscheinlich keinen Rassismus unterstützt. Ich würde am liebsten das ganze Plädoyer abtippen, aber da dies nicht geht, kann ich nur jedem wärmstens ans Herz legen dieses Buch zu kaufen.

Fazit: Jodi Picoult hat für mich mit diesem Buch mal wieder ein Meisterwerk vollbracht. Wie sie mit der Gesellschaft und auch mit sich selbst scharf ins Gericht geht, Kritik übt und auf Missstände aufmerksam macht, ist beeindruckend. Das Thema dieses Buches, die Rassendiskriminierung, ist ein so wichtiges Thema, daher sollte jeder dieses Buch gelesen haben! Klare fünf Sterne und meine größten Respekt für diese Frau!

Überwältigend!

Von: Maddie Datum: 17. November 2017

Als ich dieses Buch begann, habe ich nicht damit gerechnet, das es so ein Meisterwerk sein würde. Ein Jahreshighlight für mich. Und wohl auch eines meiner Lieblingsbücher. Ich hatte mich auf ein tolles Buch von Jodi Picoult gefreut, von der ich vor ein paar Jahren schon mal Beim Leben meiner Schwester gelesen hatte. Aber dieses Buch ist wirklich ein echter Schatz, dessen Botschaft mehr als kostbar ist und zum Nachdenken anregt!

Das Buch ist aus drei verschiedenen Perspektiven geschrieben. Aus der von Ruth - der Hebamme, von Kennedy - Ruth's Anwältin und aus der Sicht von Turk - dem Vater des toten Babys. Drei sehr interessante Perspektiven. Jeder hat eine andere Sichtweise auf die Dinge. Es war beeindrucken, aus der Sicht dieser drei Menschen das Geschehen zu verfolgen. Zu sehen wie sie denken und welche Ansichten sie haben. Gerade der Unterschied zwischen Ruth und Turk war extrem, denn Turk ist ein Rassist, der Menschen wie Ruth verachtet. Für mich war es erschreckend, wie diese Menschen denken und auch handeln. Ich ertappte mich öfter dabei wie ich nur den Kopf schütteln konnte. Fassungslos über ihre Taten.
Ruth ist für mich eine unglaubliche Frau. Sie hat so viel Mut und Stärke. Im Verlauf des Buches wurde mir das immer mehr bewusst. Und ich bewundere sie sehr für ihren Mut.

Die Handlung war strukturiert und spannend aufgebaut. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Musste immer wissen, wie es weiter geht. Es war fesselnd und einfach echt geschrieben. Auch wenn ich, wie gesagt, oft mit dem Kopf schütteln musste und auch so recht viel mitgelitten habe mit den Charakteren, fand ich super, dass das Buch so echt geschrieben wurde. Hier wurde nichts verstellt. Alles offen gelegt. Genau so, wie es auch wirklich ist!

Ich finde es auch sehr beeindruckend, welche Recherchen die Autorin angestellt hat. Gerade bei dem Gerichtsprozess hat mich das schwer beeindruckt. Mir als Laie kann man ja alles mögliche auftischen. Ich würde es glauben, was da steht, weil ich selbst keine Kentnisse habe. Aber es muss ja auch für erfahrene Leute nachvollziehbar sein und das erfordert wirklich sehr viel Recherche. Ich fand das klasse. Und es hat sich ja auch wirklich ausgezahlt!

Dieses Meisterwerk kann ich nur jedem Empfehlen! Ein klasse, spannendes Buch, an dessen Ende man eine ganz andere Sicht auf Rassismus hat. Ich wette, jeder der es gelesen hat, ist am Ende in gewisser Weise ein anderer. Ihr müsst es lesen :)

Sehr stark, top recherchiert

Von: Isaopera Datum: 17. November 2017

Jodi Picoult ist vielen Lesern bereits durch ihre gut recherchierten Romane zu schwierigen Themen bekannt, in denen sie in Form eines Gerichtsprozesses stets alle Seiten darstellt und oft genug zum Nachdenken angeregt hat. Mir persönlich ist "Neunzehn Minuten" als sehr brisant und aufwühlend im Gedächtnis geblieben.
Mit "Kleine große Schritte" wagt die Autorin nun ein großes Projekt, wie sie im hinten enthaltenen Interview eindrücklich beschreibt. Das Thema Rassismus ist in den USA ein omnipräsentes und immer noch sehr schwieriges Thema, obwohl bereits viele positive Dinge in Bewegung gesetzt wurden. Ich finde, die Darstellung der verschiedenen Sichtweisen in diesem Roman gelingt ihr ganz ausgezeichnet und obwohl ich die Ideologie der sogenannten arischen Bewegung ablehne, die hierbei genau beschrieben und charakterisiert wird, konnte ich das Gedankenkonstrukt der Personen nachvollziehen und habe viel darüber gelernt. Die detaillierte Darstellung der Seiten lässt nicht nur auf eine intensive Recherchearbeit schließen, sondern auch auf eine hohe Identifikation der Autorin mit diesem Thema. Für mich ist es sehr passend, dass das Buch häufig in die Tradition von "Wer die Nachtigall stört" gesetzt wird!

Obwohl das Buch recht dick ist, sind die Seiten für mich nur so verflogen. Gerade während des eigentlich Gerichtsprozesses konnte ich es nicht mehr weglegen und musste eine halbe Nacht durchlesen. Die Spannung, mit der dieses Buch geschrieben ist, schaffen nur wenige Autorin so zu vermitteln und ich kann das Buch sowohl als Roman, als auch als wichtiges Zeugnis unserer Gesellschaft absolut weiterempfehlen.
Eine Verfilmung ist mit Viola Davis und Julia Roberts geplant - bis dahin sollte man das Buch unbedingt gelesen haben :)

Bezauberndes Buch

Von: Jasmin181 Datum: 15. November 2017

Meine Meinung:

Als ich dieses Buch anfing zu lesen hatte ich keine Ahnung das ich am Ende das Thema Rassismus in einem ganz anderen Licht sehen werde. Die Story beginnt mit einem Rückblick in die Vergangenheit der Hauptfigur und gibt uns als Leser Einblick in ihr Leben. Auch springt die Erzählung zwischen verschiedenen Charaktere was interessante Sachen und Denkweisen ans Tageslicht bringt. Man lernt die Hauptpersonen besser kennen und ich kann nur sagen, dass ich geweint, geliebt, gehasst habe. Oft war ich empört über die Handlungen der Eltern des Babys und hatte ganz oft starke Abneigung oder besser gesagt spürte ich Wut über das ekelhafte Verhalten der beiden. Ruth, die Krankenschwester um die es ja geht ist sympathisch und manchmal wünschte ich mir das sie mal aus sich herauskommt was sie dann am Ende des Buches auch tut. Es zieht sich über den Hauptteil ein wenig, dennoch ging es vorwärts und ich musste wissen wie es weiter geht. Ich mochte den Schreibstil von Jodi Picoult total gerne und es ist auch nicht das erste Werk das ich von Ihr gelesen habe. Es liest sich flüssig, ist in sich stimmig und ich konnte mich gut in die Hauptcharaktere hinein versetzen. Ich kann Euch dieses Buch wärmstens empfehlen und lege es Euch ans Herz. Noch nie habe ich ein Buch gelesen zu dem ich mir so viele Anmerkungen gemacht habe wie “ Kleine große Schritt „, denn es gab wirklich viele Gänsehautmomente, Kopfschütteln und Fassungslosigkeit. Von mir bekommt dieses Buch eine klare Leseempfehlung.

Ein düsteres Buch!!

Von: Annemarie Datum: 15. November 2017

Autor: Kanae Minato

Erscheinungsjahr: 27. März 2017

Verlag: Bertelsmann Verlag

Seiten: 272

ISBN: 978-3570102909

Preis: 16,99€ (HC)


Meine Meinung:

Das Buch lässt sich schnell weg lesen, nicht nur da es sehr dünn ist, sondern da es auch sehr flüssig und gut zu lesen war. Das Buch ist in verschiedene Abschnitte unterteilt, die alle aus der Sicht eines anderen Protagonisten geschrieben wurden. Auf die Weise erhält man nach und nach mehr Informationen darüber, was passiert ist und warum das Mädchen getötet wurde.

Das Buch ist spannend und hat eine düstere Grundstimmung, was das Geschehen noch untermauert. Ich finde das Buch ist es wert gelesen zu werden, da es menschliche Abgründe aufzeigt und was in den Köpfen von Kindern vorgeht. Man erlebt zum einen die kindliche Vorstellung von richtig und falsch, sowie die Beeinflussung von Kindern durch andere. Der Rache Feldzug der Lehrerin, erscheint zunächst logisch und lässt den Leser dann aber total entsetzt zurück. Die Kinder, die das Mädchen getötet haben, als auch die Lehrerin verhalten sich völlig irrational, was ein wenig konstruiert wirkt, aber nicht schlimm ist. Das Buch hat viele Wendungen, welche in meinen Augen nicht vorhersehbar waren. Die Spannung konnte sich bis zum Ende halten, was nicht zu letzt an den lediglich 272 Seiten lag.

Zusammengefasst ein sehr düsteres und spannendes Rache Buch!

����������/5 Sternen

Dieses Buch hat mich sehr berührt

Von: Svanny Datum: 13. November 2017

Rezension:

Inhaltsangabe:

Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …

Fazit:

Dieses Buch ist keine einfache Lektüre für nebenbei. Es ist sehr tiefgründig und unglaublich facettenreich.
Die verschiedenen Perspektiven von Ruth, Turk und Kennedy vertieft die unterschiedlichen Sichtweisen auf das Problem des Rassismus auf eine sehr intensive Form.
Die Geschichte ist mir stellenweise wirklich sehr nahe gegangen. Gerade die Darstellung von Ruth über das Leben einer dunklen Frau ist sehr traurig und wie ich vermute, Realität.
Die Autorin hat schon etliche Bücher geschrieben, mir war sie durch das Buch: Beim leben meiner Schwester bekannt. Schon in diesem Buch hat sie mich zu Tränen gerührt. Auch bei diesem Buch war ich an vielen Stellen sehr gerührt und teils auch richtig wütend.
Gerade der juristische Prozess ist sehr gut recherchiert und bringt die verschiedenen Sichtweisen teils zum überkochen.
Die drei Hauptcharaktere sind so gut dargestellt und unterscheiden sich so stark, dass es einem schwer fällt zu glauben, dass dieses Buch aus der Feder einer Person geschrieben wurde.

Mich hat diese Geschichte sehr berührt und zum nachdenken angeregt. Ich kann dieses Buch nur empfehlen und hoffe, dass ihr auch alle so begeistert seit von diesem Buch. Wie gesagt es ist tiefgründig und daher nicht als leichte Urlaubslektüre gedacht.

Ein gutes Buch mit wichtiger Message

Von: Bücherliebe99 Datum: 13. November 2017

Nachdem Jodi Picoult sich wohl sehr lange nicht an das Thema Rassismus herangewagt hat, ist ihr hier wieder einmal ein außergewöhnliches Werk gelungen.

Für Ruth ist seit ihrem 5. Lebensjahr klar, sie will Hebamme werden. Schlüsselerlebnis war, als sie damals unfreiwillig eine Geburt miterlebt hatte. Sie ist sehr ehrgeizig und setzt alles daran ihren Traum zu verwirklichen und schafft es tatsächlich eine sehr gute Hebamme und Säuglingskrankenschwester zu werde. Sie ist schon weit über zwanzig Jahre im Dienst, als ein frischgebackenes Elternpaar nicht von ihr betreut werden will. Ruths Hautfarbe passt ihnen nicht. Tuck und Brittany Bauer hassen Schwarze, Schwule, Juden und überhaupt alle Ausländer. Nur die arische Rasse zählt. Als das Baby der Bauers plötzlich zu atmen aufhört, weiß Ruth nicht wie sie sich verhalten soll. Denn egal was sie tun wird, es wird das Falsche sein. Als das Baby stirbt, wollen die Eltern nur noch Rache. Ruth wird des Mordes angeklagt…. Ein Nervenaufreibender Prozess beginnt.

Die Charaktere der Protagonisten sind hier sehr gut gelungen. Die Geschichte wird aus den verschiedenen Sichtweisen in der Ich Schreibweise einzeln erzählt. Die Ängste und Gefühle sind sehr gut nachvollziehbar. Bis Ende des Buches wird hier jedem klar: es gibt aktiven und passiven Rassismus und irgendwie sind wir alle betroffen – das machte mich sehr nachdenklich.
Nachdem mich die letzten beiden Werke der Autorin weniger überzeugt hatten, hat sie mich hiermit wieder als ihre begeisterte Leserin gewonnen.

Zeljka Ilic

Von: Zeljka Ilic Datum: 13. November 2017

Meine Meinung

Zum Buch

"Kleine große Schritte" ist mein erstes Buch der Autorin Jodi Picoult. Ich hatte keine großen Erwartungen, da ich mit der Autorin nicht vertraut bin. Doch das Buch hat mir die Sprache verschlagen. Es ist so bezaubernd geschrieben und vor allem die Thematik hat mich äußerst positiv überrascht. Rassismus ein so wichtiges Thema wird in unserer Gesellschaft viel zu wenig behandelt. Deshalb finde ich es umso besser, wenn sich Autoren an dieses Thema rantrauen.
Cover

Die Blumen und die Farben sind perfekt gewählt. Solch ein schönes Cover gibt es nicht so oft zu sehen. Ich bin fasziniert.
Protagonisten

Ruth die Säuglingsschwester ist eine äußerst gerechte und sympathische Person. Sie ist dieser eine Charakter, den man von Anfang an mag. Turk ist ein seht interessanter Charakter. Er ist Rassist. Das lässt er uns ganz schnell spüren. Wie er zum Rassisten wird, erfahren wir durch seine Einblicke des früheren Lebens.Mein Lieblingscharakter in diesem Buch war Kennedy. Sie ist eine starke und charismatische Frau. Die Art, wie sie ihren Job ausübt, mochte ich sehr. Einfach ein großartiger Charakter.
Der Schreibstil

Das Buch wird aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt. Ruth, Turk und Kennedy sind die Hauptcharaktere im Buch und die uns die ganze Geschichte darstellen. Der Schreibstil war flüssig zu lesen. Außerdem hat man immer eine gewisse Spannung, die vor allem zum Schluss gesteigert wird.
Fazit

Ein großartiger Roman mit einer wichtigen Thematik. Jeder von uns sollte sich einmal, mit dem Thema Rassismus auseinandersetzen.
Absolute Leseempfehlung!!!

Eine sehr aufwühlende Geschichte

Von: Märchenfee/Tiara Datum: 12. November 2017

Meine Meinung:
Leider ist dies mein erstes Buch, das ich von Jodi Picoult gelesen habe. Leider sage ich deswegen, weil ich glaube, hier wirklich was versäumt zu haben, bisher noch kein Buch von ihr zu kennen.
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Ruth, ihrer Pflichtverteidigerin Kennedy und Turk in der Ich-Form erzählt. Die Autorin hat einen wahnsinnig guten, mitreisenden Schreibstil, der dem Leser die Protagonisten richtig lebendig, authentisch und zum Greifen Nahe bringt.
Ruth Jefferson ist eine sehr erfahrene und kompetente Säuglingsschwester, die seit 20 Jahren am Mercy- West Haven Hospital arbeitet. Sie liebt ihren Beruf, ist auch bei ihren Kolleginnen und Kollegen gut angesehen, bis eines Tages Turk ihr verbietet, sein weißes Baby anzufassen.
Die Stationsschwester macht daraufhin einen Vermerk in der Akte von Davis und gibt Ruth die Anweisung, sich von dem Baby fernzuhalten. Doch dann geschieht ein Notfall im OP und Ruth ist alleine mit Davis im Zimmer. Da bermerkt sie, dass der kleine nicht mehr atmet.
Hin und her gerissen, weiß sie nicht, was sie tun soll. Soll sie sich der Anweisung beugen und sich wirklich von Davis fernhalten oder soll sie versuchen ihn wiederzubeleben? Doch bis sich sich entscheidet, was zu tun ist, stirbt Davis und Ruth bekommt die Schuld.
Damit ja das Krankenhaus nicht verklagt wird, wird Ruth die alleinige Schuld zugeschrieben und auch ihre Kollegen wenden sich von ihr ab.

Turk ist der Unsympath überhaupt. Er ist total rassistisch, jeder der nicht arisch ist, wird bekämpft und brutal niedergeschlagen, auch vor Schwulen macht er nicht halt.

Die Geschichte hat mich von Anfang an richtig gepackt, sie beginnt spannend und der Spannungsbogen hält das ganze Buch über an und immer wieder hat die Autorin Wendungen eingebaut, mit denen ich nicht gerechnet hätte. Ich konnte es nicht mehr zur Seite legen, wollte ich doch unbedingt, wissen, wie es für Ruth ausgeht.
Die Geschichte macht nachdenklich, aber auch traurig, dass in unserer heutigen Zeit immer noch soviel Rassismus gibt.

Von mir bekommt die Geschichte 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung.

Großartiges Buch & tolle Umsetzung!

Von: Martina - Schmökerwelten Datum: 12. November 2017

Im Vorfeld bietet es sich an, die Kurzgeschichte "Das Mädchen mit den roten Schuhen" zu lesen. Sie dient als Vorgeschichte und beleuchtet Ruths Kindheit etwas näher. Ist aber auf gar keinen Fall ein Muss.
Jodi Picoults neues Buch stand von Anfang an auf meiner Must-have-Liste, ohne dass ich mich über den Inhalt informiert hatte, weil sie mich bisher mit jedem ihrer Romane mitgerissen hat. Ich liebe ihren Schreibstil und ihre Art, wie sie sich dem jeweiligen Thema widmet.
Diesmal diente eine reale Begebenheit in den USA ihr als Vorlage für diesen bewegenden und wie ich finde, sehr wichtigen Roman. Rassendiskriminierung ist leider auch heute immer noch ein Thema in unserer Gesellschaft und Rassismus gehört zu unserem Alltag dazu. Erschreckend auch, was wir alles so selbstverständlich in unseren Alltag übernommen haben, ohne dass man sich eigentlich darüber Gedanken macht. Wer kennt ihn nicht, den weißen Ritter - natürlich der Gute - so wie der schwarze immer für das Böse steht. Warum sind Pflaster eigentlich immer bloss hell?
Jodi Picoults Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der drei Hauptprotagonisten erzählt und dabei erfährt man alles über ihre jeweiligen Gefühlslagen und ihr Leben, so dass man all ihre Handlungsweisen durchaus nachvollziehen kann. Auch wenn man sie nicht immer gutheißen kann.
Im Verlauf des Prozesses, der wohl nie stattgefunden hätte, wenn die Krankenschwester eine Weiße gewesen wäre, hat mich der Roman sehr an den Autor John Grisham erinnert, was ich überhaupt nicht negativ meine, sondern was eher als Kompliment gedacht ist.
Ein großartiges Buch, toll umgesetzt, das sehr zum Nachdenken anregt und mich noch sehr lange beschäftigt hat.
Eine ganz klare Leseempfehlung von mir!

Ein Kampf, gegen den alltäglichen Rassismus

Von: TintenKompass Datum: 10. November 2017

Inhalt:
Nach einem Routineeingriff stirbt ein Neugeborenes im Krankenhaus und es ist sehr schnell klar, war daran schuld ist. Die dunkelhäutige Säuglingsschwester namens Ruth, die das Baby nicht anfassen durfte, weil Ihr dies untersagt war. Daraufhin folgt ein nervenaufreibendes Verfahren und eins wird da vor allem offenbart und zwar, dass der alltägliche Rassismus, in der westlichen Welt, noch lange nicht überwunden ist.

Cover:
Ich liebe das Cover wirklich. Die Farben harmonieren perfekt miteinander und trotz der Blumen wirkt es sehr schlicht. Das gefällt mir auch wirklich sehr gut. Der Titel hat auch eine schöne Größe und vor allem eine sehr schöne Position. Das der Autorenname so groß und in weiß gehalten wurde, finde ich überhaupt nicht schlimm, denn es passt perfekt zum Gesamtbild.

Meine Meinung:
"Kleine große Schritte" wurde von Jodi Picoult verfasst und von Elfriede Peschel übersetzt.
Das ist auch das erste Buch, dass ich von der Autorin gelesen habe, weshalb ich auch sehr gespannt war, wie mir Ihre Ideen und Ihr Schreibstil gefallen würden.
Dabei Spricht die Autorin ein sehr wichtiges Thema an, weshalb ich dieses Buch auch unbedingt lesen wollte. Ich finde nämlich, dass Rassismus immer noch ein großes Thema ist und Jodi Picoult zeigt uns, wie Ihre Protagonistin damit im Alltag konfrontiert wird.
Am Anfang konnte ich mich aber zuerst nicht zum lesen bewegen und musste mich deswegen dazu überwinden. Aber als ich erstmal angefangen habe, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und musste immer an die Protagonistin und Ihr Leben denken.
Dabei waren die ganzen Hintergrundgeschichten, der Buchcharaktere, zwar sehr wichtig fürs Verständnis aber oft haben sie mich auch gestört. Manchmal war nämlich auch etwas dabei, was, meiner Meinung nach, eher unwichtig war.
Aber es gab auch die eine oder andere Überraschung, die eine kleine Wendung in die Geschichte brachte und somit auch dafür sorgte, dass die Spannung erhalten blieb.
Dabei hat sich die Autorin bei den Buchcharakteren wirklich sehr viel Mühe gegeben, denn es gab viele unterschiedliche Charaktere, die nicht hätten anders sein können. Zwei Charaktere möchte ich dabei kurz erwähnen.
Einmal Ruht, die ich wirklich sehr gerne mag. Ich konnte Ihre Gefühle stets verstehen, nur Ihre Handlungen manchmal nicht.
Und Turk, der dabei nicht unbedingt mein Lieblingscharakter war und nur manchmal konnte er mich überzeugen. Einerseits schien er eine gute Seite zu haben, anderseits wiederum nicht.
Der Schreibstil war auch sehr schön und ließ die Seiten an einem vorbeifliegen. Dabei mag ich aber lieber eine größere Schrift, weshalb ich diese auch ein bisschen​ zu klein fand aber auch nicht viel.
Die Erzählperspektive wechselte zwischen Ruth, Turk, den Vater des Neugeborenen, und Kennedy, Ruths Pflichtverteidigerin. Wodurch es auch vorkommen kann, dass man Szenen zweimal liest, was ich einerseits störend, andererseits schön finde.
Störend, weil ich nicht unbedingt zweimal das gleiche lesen möchte und schön, weil es einem zeigt, wie der andere auf die Ereignisse reagiert.
Das Ende war dabei sehr überraschend​, denn so habe ich es definitiv nicht erwarten. Aber es war schön, sehr schön sogar. Ich hätte mir kein schöneres Ende vorstellen können und war deshalb positiv überrascht.
Im Allgemeinen ging es also um den Kampf, gegen den alltäglichen Rassismus, den die Protagonistin uns allen zeigen wollte.

Fazit:
Es war wirklich eine rührende und sehr interessante Geschichte, die mir meine Augen noch etwas weiter geöffnet hat. Dieses Buch werde ich so schnell nicht vergessen, denn ich habe selten so über ein Buch nachgedacht, wie bei diesem.

Sensibel und einfühlsam erzählt

Von: Vanessas Bücherecke Datum: 10. November 2017

Rezension Jodi Picoult - Kleine große Schritte

Klappentext:
Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …

Meinung:
Im letzten Jahr las, bzw. hörte ich zum ersten Mal eine Geschichte der viel gelobten Autorin Jodi Picoult. Die Spuren meiner Mutter fesselte mich damals tagelang an meinen CD-Spieler und das Einfühlungsvermögen der Autorin beeindruckte mich. Deshalb stand für mich direkt fest, dass ich ihren neuen Roman Kleine große Schritte lesen wollte. Unbedingt, auch wenn mich der Inhalt ein wenig erschreckte, hatte ich doch langatmige John Grisham Bücher vor Augen, die sich endlos durch amerikanische Gerichtssäle zogen.
Zum Glück passiert das in diesem Roman nicht, denn mal ganz ehrlich, es hätte auch nicht zu Picoult gepasst. Der Fokus liegt hier eindeutig auf den Figuren. Doch fassen wir erst einmal kurz zusammen, worum es in diesem Roman geht:
Die Hebamme Ruth bekommt während eines Routinegangs durch die Säuglingsstation untersagt, ein Kind anzufassen. Der Grund liegt einzig in Ruths Hautfarbe, denn sie ist eine Schwarze, die Eltern des Säuglings Nazis. Ruth hält sich an dieses diskriminierende Verbot, doch es kommt zu einer Komplikation bei dem Säugling, während sie allein im Säuglingszimmer mit ihm ist. Ruth ist hin und her gerissen. Soll sie sich den Anweisungen widersetzen und sich um das Kind kümmern oder an diese halten? Es kommt, wie es kommen muss. Das Kind verstirbt und Ruth sieht sich plötzlich der Anklage wegen Mords gegenüber. Doch ist es nur die Fall um den Säugling, der sie vor Gericht führt, oder ist es auch ihre Hautfarbe, wegen der Sie die Anklage erhalten hat?
Wieder einmal hat mich Jodi Picoult von der ersten Seite an fesseln können, auch wenn ihre Geschichte nicht immer einfach zu ertragen ist. Denn sie setzt sich sehr genau in ihre Figuren hinein, auch in den rechtsradikalen Vater. So sieht man sich mit so mancher Gewaltszene konfrontiert, inkl. des Glücksgefühls, dass diese bei seinem Verursacher auslöst. Aber gerade diese Gefühlsnähe, sei es zu Ruth, Turk oder der Rechtsanwältin Kennedy, verleihen Kleine große Schritte seine Intensität und seine große Wirkung.
Es ist erschreckend, wie gut Picoult schildert, wie schnell man in Schubladendenken und in Vorurteile abrutscht, auch wenn man sich augenscheinlich nicht für diskriminierend hält. Natürlich kehrt die Autorin hier keinen einfach so über den Kamm und kann differenzieren, doch sie zeigt auch, wie schmal der Grat sein kann und wie tief verankert Vorurteile in den Köpfen sind, bekommen wir sie doch von klein auf mit, egal wie liberal die Eltern eingestellt sind. Umfeld, Erziehung, Freundeskreise und Fremde, Fernsehen, Musik und auch Bücher, alles spielt hier eine mal große, mal kleine Rolle und verdeutlicht die Wichtigkeit des Themas, dass Picoult hier anspricht.
Wie Ruth's Fall ausgeht, dass möchte ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Aber nicht nur der Ausgang der Geschichte ist fesselnd, auch die vielen Hintergründe, die Picoult hier einbaut, machen das Buch unheimlich lesenswert. Und keine Angst vor langen Gerichtsszenen. Wie schon gesagt, ist hier das Drumherum und das menschliche im Vordergrund. Deswegen finden sich hier letztendlich gar nicht so viele Szenen im Gericht.

Fazit:
Jodi Picoult ist eine begnadete Erzählerin, die auch hier wieder zeigt, mit wie viel Fingerspitzengefühl sie sensible Themen umsetzen kann. Ehrlich, manchmal ein wenig unbequem aber unheimlich menschlich fesselt sie ihren Leser von der ersten bis zur letzen Seite an Kleine große Schritte.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den C. Bertelsmann Verlag für das Rezensionsexemplar.

Bist du weniger wert, weil du schwarz bist?

Von: Denise Datum: 09. November 2017

Ruth Jefferson ist Hebamme und Säuglingskrankenschwester in New York. Seit über 20 Jahren betreut sie Mütter und deren Babys. Als sie eines Tages den Sohn von Turk und Brittany untersucht, eskaliert die Situation. Der Vater des Kleinen ist bekennender Rassist und will nicht, dass eine schwarze Krankenschwester seinen Sohn betreut. Ruth ist wütend und entsetzt, hält sich jedoch an die Anweisung. Bis das Baby einen Atemstillstand erleidet...

"Kleine große Schritte" ist das neuste Werk von Jodi Picoult und hat mich berührt, wütend gemacht und nachdenklich gestimmt. Die Autorin greift in ihren vielen Büchern immer wieder bewegende Themen wie Amokläufe, Teenagerschwangerschaften oder Organspende auf. In ihrem neuen Roman befasst sie sich mit einem Thema, das so alltäglich wie erschreckend ist: Rassismus. Und dabei zeigt sich deutlich, aber ohne Holzhammer, wie alltäglich diese Form der Diskriminierung ist.

Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt. Ruth, die schwarze Krankenschwester, nimmt uns mit in ihren Alltag aus Geburt, Muttersein und den täglichen Kampf gegen Vorurteile. Turk, der bekennende Rassist und White-Power-Anhänger, gewährt einen Einblick in seine Welt, in der Weiße die Herrenrasse sind. Und Kennedy, die spätere Anwältin von Ruth, die als Pflichtverteidigerin viel Elend gesehen hat und dabei immer wieder den Kampf für ihre Klienten aufnimmt. Diese Mischung ist so gegensätzlich wie explosiv.

Zum Einen ist da ein Vater, der seinen neu geborenen Sohn verliert und dafür die Person verantwortlich macht, die seiner Weltansicht nach wertlos ist und nie in die Nähe seines Kindes hätte kommen dürfen. Zum Anderen ist da eine Krankenschwester, die ihr Leben lang für jeden Schritt nach vorn kämpfen musste. Und genau dieses Leben bricht mit der Mordanklage komplett auseinander.

Ich war erschrocken, wie gut Jodi Picoult die Gedankenwelt des White-Power-Anhängers darstellen konnte. Beim Lesen ekelte ich mich vor so viel Hass und Arroganz. Als vollkommenen Kontrast habe ich die Kapitel empfunden, in denen Ruth aus ihrem Leben erzählt. Sie wirkte auf mich stolz, aber bescheiden und zeigte mit kleinen Anekdoten, dass der Rassismus in den USA allgegenwärtig und alltäglich ist. Sei es beim Einkaufen, im Job oder vor Gericht. Ruth hat ihre Hautfarbe nie als Ausrede oder Begründung gesehen. Und muss nun mit Erschrecken feststellen, dass diese Einstellung nichts mehr wert ist, wenn man vor dem Richter steht. Ihre Wut und Traurigkeit konnte ich nachvollziehen.

Jedoch werde ich es nie nachfühlen können, da ich als Weiße nie diese Nachteile spüren werde. Und genau diese Erkenntnis macht das Buch von Jodi Picoult so wichtig. Sie zeigt, dass wir uns gern für nicht rassistisch halten und dennoch eine Form der Diskriminierung ausüben, der wir uns wenig bewusst sind. Das ist traurig, beschämend und zeigte mir, wie viel sich noch ändern muss.

Dabei verwendet die Autorin weder den moralischen Zeigefinger, noch maßt sie sich an, den heiligen Gral für die Gerechtigkeit gefunden zu haben. Sie hat bei mir einen Denkprozess ausgelöst. Und dafür bin ich sehr dankbar.

Einen Wermutstropfen gibt es jedoch bei diesem Roman: Das Ende. Jodi Picoult trägt meiner Meinung nach zu viel aus, bringt eine Wendung ins Spiel, bei der ich ungläubig aufgelacht habe. Diese Wendung ist dramatisch, hätte aber meines Erachtens nicht sein müssen, um die Botschaft des Romans deutlich zu machen.

Fazit: Selten hat mich ein Buch so bewegt. Ich kann es sehr empfehlen.

Eine sehr tiefgründige Geschichte

Von: Kathaflauschi Datum: 08. November 2017

Ich habe schon ein paar Bücher von Jodi Picoult gelesen und bin immer wieder begeistert von ihren tiefgründigen Geschichten. Auch dieses Buch hat mich begeistert und hat mich gezwungen, es in einem durchzug zu lesen. Hierbei geht es um die Hebamme Ruth Jefferson, die seit zwanzig Jahren im Mercy-West Haven Hospital arbeitet. Sie hilft Kinder auf die Welt zu bringen, kümmirt sich um Neugeborene und assiestiert bei Ops. Dabei geht sie voll und ganz in ihrem Beruf auf und liebt auch ihren Job. Doch allerdings ist sie schwarz, was bisher kein Problem war, bis ihr der Vater eines Neugeborenes ihr untersagt, sein weißes Baby anzufassen. Als das Neugeborene David um sein Leben kämpft und außer Ruth niemand da ist, gerät sie in Gewissenskonflikt. Kann sie zulassen dass das Baby stirbt oder soll sie ihn behandeln und damit ihren Job riskieren? Trotz aller Maßnahmen stirbt das Baby und Ruth wird wegen Mordes angeklagt, was ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt. In dieser Geschichte spielen drei Charakter eine wichtige Rolle.



Ruth, ihre Anwältin Kennedy und Tuck, der Vater des verstorbenen Säuglings, schildern alles aus ihrer Sicht. Es ist höchst interessant, wie sich der Charakter eines Menschens verändern kann, wen was wichtiges ansteht. Ruth kollegen fallen ihr dabei immer mehr in den Rücken, dabei waren sie mir am Anfang recht symphatisch. Tuck war mir sehr unsymphatisch, den er war total rassistisch. Das Schwarze in der USA heute noch diskrimiert werden, ist echt traurig und das spiegelt sich in diesem Buch wieder. Ruths Anwältin Kennedy, war mir symphatisch. Sie befasste sich damit, warum die meisten so rassistisch sind und konnte auch Ruths Wut verstehen.


Der Schreibstil von Jodi Picoult ist hier auch tiefgründig, spannend, emotional und auch leicht zu lesen. Man liest hier aus drei Sichten. Sie beschreibt die Gefühlslage der drei Protagonistin sehr schön und auch verständlich. Man kann sich in alle drei gut hineinversetzen, wobei ich dabei Tuck gehasst habe. Mich hat es wirklich erschüttert, das ein kleines Wesen gestorben ist. Ich könnte sowas nie verkraften. Als Leser bekommt man auch wunderbar die Handlung mit und kann sie auch fließend verfolgen. Ich fand die Geschichte spannend und habe mitgefiebert, wie sich wohl die Geschworenen entscheiden werden. Tatsächlich kamen dann doch noch einige überraschende Wendungen auf. Die Geschichte habe ich wirklich verschlungen und konnte einfach nicht mehr aufhören es zu lesen. Selbst nach dem Buch, musste ich erstmal das gelesene Verdauen. Es ist wirklich eine tiefgründige Geschichte und sie ist so realistisch. Für mich ist es eine definitive Kaufempfehlung.

ein augenöffnendes Buch

Von: yvonnes welt Datum: 07. November 2017

Worum geht's? - kurz und knapp

Kleine große Schritte ist eine Geschichte von Jodi Picoult in der es um den alltäglichen Rassismus in unserer modernen Welt geht. Wie die Autorin auch schon in ihrer Anmerkung sagt, ein echt harter Brocken, wenn man selber in dem Sinne nicht unter Rassismus leidet, wie in diesem Beispiel Dunkelhäutige es tun. Ich denke, dass es Einem fast unmöglich ist, sich in eine solche Situation hinein zu versetzen, wenn man nicht selber drin steckt oder es noch nie erlebt hat. Dennoch hat Jodi Picoult hier einen echt tollen Roman verfasst, der definitiv Augen öffnet.

Kleine große Schritte - Meine genaue Meinung

Die Figuren sind sehr authentisch dargestellt, wenn auch, wie ich zwischendurch fand, mit ein wenig Hang zum Übertreiben. Diese Meinung kann aber auch eventuell daran liegen, dass ich weder selbst bereits in einer solchen Situation war noch wen kenne, der Erfahrungen mit Rassismus gemacht hat und ich mir einfach absolut nicht vorstellen kann, dass Menschen so denken und so voller Hass sind. Ich muss gestehen, dass ich während des Lesens zwischendurch auch sehr frustriert war, aufgrund von soviel Hass. Kleine große Schritte ist aus den Perspektiven verschiedener Charaktere geschrieben, was ich unheimlich gut fand, denn so bekam man eine Sicht aus allen Blickwinkeln und konnte mal in alle Köpfe "reinschnuppern". Diese Art zu schreiben finde ich oft auch stressig, weil man sooft umswitchen und sich immer wieder in einen anderen Charakter hinein versetzen muss, sodass ich oft keinen Bezug zu den Figuren aufbauen kann. In diesem Fall war es aber eine klasse Idee, da so die ganze Geschichte anschaulicher wurde. Der schlichte und einfache Schreibstil stellt das Thema nochmal in einer emotionalen Banalität dar und macht - zumindest für mich - deutlich, wie traurig es eigentlich ist, dass so etwas heutzutage noch geschieht und wahrscheinlich auch immer geschehen wird.

Und das Fazit...

Insgesamt war der Inhalt des Buches sehr gut geschrieben, meiner Meinung nach war das Ende aber sehr voraussehbar. Fand ich in diesem Fall aber auch nicht weiter schlimm, denn hier geht es eher um die Geschichte als um das Ende, ganz nach dem Motto "Der Weg ist das Ziel". Auch finde ich wurde hier deutlich (ich weiß nicht, ob es von der Autorin beabsichtigt war oder nicht), dass es definitiv ein Buch ist, was beide Seiten lesen sollten. Sowohl - entschuldigt die "political uncorrectness" - weiße als auch schwarze, schon allein, weil man mal in die Köpfe aller blicken kann.

Allem in allem kann ich Kleine große Schritte zu 110% weiterempfehlen. Es ist ein Buch, das zumindest meine Augen weit geöffnet hat. Es zeigt viele verschiedene Perspektiven und auf jeden Fall neue Sichtweisen.


Vielen Dank an den C.Bertelsmann Verlag für das Rezensionsexemplar :-)

-Rassismus ist immer noch ein großes Thema....-

Von: ifinishit Datum: 06. November 2017

Inhalt:
Ruth Jefferson arbeitet seit 20 Jahren als Hebamme und Säuglingskrankenschwester. Sie liebt ihren Beruf und hat ein super Verhältnis zu ihren Kolleginnen.
Als sie eines Tages einen Säugling versorgt, verbieten die Eltern des Kindes eine weitere Behandlung und Betreuung, sie gehören einer rechtsradikalen Vereinigung an und möchten ihr Kind nicht von einer Farbigen behandeln lassen. Nach einer OP kommt es zu Komplikationen und das Baby stirbt nun beginnt für Ruth das Dilemma.
Autorin:
Jodi Picoult wurde 1966 in New York geboren. Sie studierte Creative Writing an der Princeton University. Kleine große Schritte stand Wochenlang auf der Bestsellerliste und wird nun auch verfilmt.
Rezension:
Ich hatte noch nie das Vergnügen ein Buch von Jodi Picoult zu lesen. Bin aber froh es getan zu haben.
Die Autorin hat sich dieses Thema nicht einfach so aus den Rippen geschnitten, sie hat sich lange damit befasst und recherchiert bevor sie dieses Buch veröffentlichte.
Es war etwas ganz neues für mich eine Geschichte aus 3 Perspektiven zu lesen und sich mit 3 Gefühlslagen auseinanderzusetzen.
Die Charaktere wurden super rübergebracht, so das man sofort ein Bild vor Augen hatte und mitten drin war. Das Gefühl der Ungerechtigkeit gegenüber Ruth zieht sich durch das gesamte Buch.
Es ist erschreckend das Schwarze auch Heute noch so sehr diskriminiert werden.
Ruth und Kennedy mochte ich von Anfang an, Kennedy wurde durch Ruth erst mit der Zeit richtig bewusst was es heißt schwarz zu sein, sie war geblendet durch ihr Unwissen.
Turk hat mich wütend gemacht, so ein dummes Denken im 21.Jahrhundert ist unverständlich. Aber das sollte dieser Charakter bestimmt auch in einem auslösen.
Mir hat dieses Buch und der Schreibstil super gefallen. Ich fand es in der Mitte ein wenig langgezogen und zum Ende hin zu schnell beendet.
Es bringt aber eine eindeutige Message herüber und schwirrt danach lange in deine Gedanken herum.

Ein Jodi Picoult Roman, wie man ihn erwartet

Von: Amber144 Datum: 05. November 2017

Ich habe bisher fast alle Romane von Jodi Picoult gelesen, deswegen war auch dieser Roman ein Muss.

Der Klappentext verspricht ein spannendes und aktuelles Buch. Dies bekommt man von der ersten bis zur letzten Seite.

Der Schreibstil von Jodi Picoult ist einfach unfassbar. Man ist sofort gefesselt und die Charaktere sind so nachvollziehbar beschrieben, dass sie einem sofort ans Herz wachsen und man mitfiebert und auch oft genug den Kopf schütteln muss.

Es ist wirklich schlimm, dass so ein Buch in der heutigen Zeit noch aktuelle ist und geschrieben werden muss. Die Vorurteile, die dunkelhäutigen Menschen gegenüber immer noch vorhanden sind, sind in vielen Köpfen noch stark verankert.

Die Autorin zeigt in diesem Buch mal wieder, dass sie mit sensiblen Themen sicher umgehen kann und niemanden auf die Füße tritt, denn genau solche Situationen müssen immer wieder aufgezeigt werden, auch wenn es in der heutigen Zeit eigentlich nicht mehr nötig sein sollte.

Jodi Picoult hat mit diesem Roman wieder ein Buch geschaffen, über das der Leser nachdenken wird und auch sollte. Ich war von der ersten bis zur letzten Seite begeistert und auch schockiert.

Absolut verdiente 5 Sterne.

Die kleinen großen Schritte von Ruth

Von: SusesBuchtraum Datum: 04. November 2017

★★★★☆(4 von 5 Sterne)

Inhalt:
Ruth arbeitet schon 20 Jahre im Mercy-West Haven Hospital als Hebamme. Sie liebt ihren Beruf, und tut alles Bestmögliche für die Kinder. Als eines Tages der kleine Davis Bauer entbunden wird, bekommt Ruth die Aufgabe sich um den kleinen Jungen zu kümmern. Doch der Vater, Turk Bauer, möchte nicht, dass Ruth seinen Sohn anfasst - denn Ruth ist eine Schwarze. Ruth ist wütend. Doch als der kleine Davis anfängt Atemprobleme zu bekommen, denkt Ruth nicht weiter drüber nach und versucht den kleinen Davis zu retten,leider vergebens. Davis Bauer stirbt und seine Eltern geben Ruth die Schuld. Eine Hetzjagd zwischen den rassistischen Ehepaar Bauer gegen Ruth beginnt.


Meinung:
Dieses war mein erstes Buch von Jodi Picoult. Anfangs kommt man relativ gut rein in die Geschichte, jedoch hatte ich ein paar Probleme mit der medizinischen Sprache. Ich hätte mir vielleicht am Schluss eine Art Aufgliederung und Beschreibung gewünscht, denn jedes mal Googeln wollte ich dann doch nicht. Trotzdem ist es ein sehr interessantes Thema. Man erfährt sehr gut wie der Rassismus ist und kann mit allen beteiligten mitfühlen. Der unerwartete Schluss hat mir sehr gut gefallen.

Das Cover:
Das Cover ist sehr schön, zeigt jedoch nicht was in der Geschichte steckt.

Die Geschichte:
Aus der Geschichte kann man wirklich viel lernen, man kann spüren wie der Hass von rassistischen Menschen gegenüber Schwarzen oder Schwulen ist. Es ist erschreckend, wie weit verbreitet das Thema noch ist. Ruth ist eine starke Frau und kämpft vor allem auch für ihren Sohn Edison.

Die Charaktere:
Die Charaktere sind in den Kapiteln oben benannt, sodass man sie gut auseinander halten kann, obwohl das Buch in der Ich-Perspektive stattfindet. Man kann gut mit allen beteiligten mitfühlen.

Der Schreibstil:
Der Schreibstil ist sehr gut. Abgesehen von den medizinischen Dingen, ist der Schreibstil relativ leicht und man kann sehr gut in die Geschichte eintauchen.


Fazit:
Eine ernstzunehmende Geschichte, die einen noch lange im Kopf bleibt. Ich kann sie wirklich weiter empfehlen.

Wenn ich schon nichts Großes bewirke, kann ich doch auf großartige Weise kleine Schritte machen.

Von: The Book & the Owl Datum: 03. November 2017

Endlich gibt es wieder einen neuen Roman von Jodi Picoult! Die meisten werden sie durch „Beim Leben meiner Schwester“ kennengelernt haben (genauso wie ich) und nun hat sie, nach zahlreichen anderen Büchern, endlich wieder ein neues auf den Buchmarkt gebracht.
Und bevor ich anfange, über den Inhalt zu plaudern, muss erwähnt werden, dass dieser Roman hier ein wirklich zauberhaftes Cover hat! No irony! Aber es ist wirklich sehr… schwer, es ordentlich zu fotografieren. Dieser Rosa-Ton wirkt auf allen Bildern so schrecklich blass… #firstworldbookwormproblems
Wie dem auch sei. In der Geschichte haben wir die junge Ruth, welche aufgrund eines Ereignisses in ihrer Kindheit Säuglingsschwester geworden ist. Aufgrund ihrer dunkleren Hautfarbe, darf sich Ruth einem Neugeborenen auf ihrer Station nicht nähern, da die Eltern des Kindes es schlichtweg untersagt haben. Auf ihrer Schicht jedoch, erleidet das Kind einen Anfall und Ruth sieht sich gezwungen, dem Kind zu helfen, da ansonsten niemand anderes in der Nähe zu sein scheint. Hilft sie dem Kind nicht, stirbt es mit einer 100%igen Chance. Doch das Kind stirbt auch mit ihrer Hilfe und Ruth sieht sich in in einem spektakulären Verfahren wieder, dass sie wegen Mordes Anklagt.
Um ehrlich zu sein, bin ich etwas zwiegespalten, was das Buch anbelangt. Für mich hat dieses Buch drei Seiten. Einerseits fand ich die Geschichte und den picoult-typischen Schreibstil großartig, ebenso wie sie das Thema „Rassismus“ auf ihre eigene Art und Weise festhält, verständlich zu machen und zu erklären versucht. Auf der anderen Seite fand ich das Nachwort Picoult’s erschreckend, weil es mir eine andere Sichtweise auf den Roman ermöglichte. Sie beschrieb Dinge, die ich so niemals allein in dem Roman hätte ausmachen können, doch nun, wo sie es anspricht, wie ein neingrünes Warnzeichen aus den Lettern heraussticht. Die dritte Seite – und das ist wohl jene, mit der ich überhaupt nicht übereinstimme – ist jene, dass jeder Weiße privilegiert ist und ein Rassist. Ich könnte so viel zu der dritten Seite sagen, aber ich unterlasse das lieber. Das würde nur zu politischen, ethischen und gesellschaftlichen Diskussionen kommen und die möchte ich weitestgehend vermeiden.
Was ich wirklich erfrischend fand, ist, wie Jodi Picoult das Buch gegliedert hat, nämlich in den verschiedenen Stadien der Geburt bzw. Entbindung. Es ist ein interessanter Vergleich, den Picoult zwischen einer Geburt/Entbindung mit dem Verlauf der Geschichte bzw. des Prozesses zieht.
Bevor ich es vergesse: Das Zitat aus der Headline ist kein Teil der Geschichte per se. Es stammt von Martin Luther King Jr. und wird von Picoult in ihrem Nachwort erwähnt. Da es für mich aber das ganze Buch am besten zusammenfasst, ist es nun meine Headline.
Fazit ist, dass das Buch von mir 5 Sterne erhält – und die sind wirklich verdient.

Rezension – Jodi Picoult – Kleine große Schritte

Von: Rika Datum: 03. November 2017

Wie ihr vielleicht in meinem Post zu den Neuerscheinungen im Oktober gelesen habt, wisst ihr, dass ich dieses Buch gerne lesen wollte. Zu meinem Glück habe ich durch das Bloggerportal das Buch beim C.Bertelsmann Verlag anfragen können und habe es zugeschickt bekommen. Ich freue mich sehr über diese Möglichkeit. Selbstverständlich beeinflusst dies aber nicht meine Meinung über das Buch.

Aufgrund des Themas habe ich das Buch von Anfang an mit "The Hate U Give" verglichen und irgendwie habe ich dann genau das erwartet. Ich hatte ein Buch erwartet, dass nur aus der Sicht der Farbigen erzählt, aber das Buch hat mich überrascht. Nicht nur wurden verschieden Perspektiven benutzt um die Geschichte zu erzählen, die Autorin hat sich Mühe gegeben damit sich viele in der Geschichte wiederfinden, die in diesen Konflikt zwischen schwarz und weiß eingebunden sind.



Das Buch beginnt mit Ruth Jefferson, einer Hebamme und Säuglingskrankenschwester im Mercy -West Haven Hospital, sie liebt ihren Job und übt diesen schon seit 20 Jahren aus. Bis Brittany Bauer ihr Kind Davis bekommt und Ruth ihnen zugeteilt wird. Brittany und ihr Mann Turk Bauer sind Neonazis und wollen nicht,dass eine Afroamerikanerin ihr Kind behandelt. Auf der Station ist Ruth die einzige Afroamerikanerin. Am nächsten Morgen muss sie Davis kurz beobachten nach einer Behandlung, Davis hört auf zu atmen und Ruth weiß nicht was sie tun soll, dennoch entschließt sie sich ihm zu helfen. Entgegen der Anweisung der Eltern, schnell gibt es Unterstützung von ihren Kollegen, doch Davis schafft es leider nicht. Die Eltern sehen die schuld bei Ruth und nun muss sie sich durch einen Prozess kämpfen mit ihrer Anwältin Kennedy McQuarrie.

Die verschiedenen Perspektiven in diesem Buch sind von Ruth, Turk und Kennedy. Wir tauchen somit in die Welt einer Afroamerikanerin, die gerade ihren Lebensunterhalt verloren hat und täglich mit Rassismus klar kommen muss, einem Neonazi, der in seiner Jugend nie etwas anderes kennengelernt hat als den Hass auf andere, und einer Weißen, die von sich selbst behauptet sie sähe keine Farben, aber dennoch sehr vom Rassismus profitiert.

Das Schöne an den unterschiedlichen Perspektiven ist, dass man die verschiedenen Arten zu Leben kennenlernt und miteinander vergleichen kann. Es wird gezeigt wie Menschen zu Neonazi werden, was man als weiße Person alles übersieht zum Thema Rassismus und was eine schwarze Person alles im Alltag aushalten muss. Es zeigt auch, dass Rassismus nicht angeboren ist, es ist anerzogen.

Die Charaktere hatten alle eine Hintergrundgeschichte und waren gut durchdacht, das Buch hat mir außerdem keine Schuldgefühle hinterlassen, wie "The Hate U Give", es hat mich zum Nachdenken gebracht, aber in einer guten Art und Weise. Ich habe mich in der Handlung in Kennedy wiedergefunden, einer Frau, die nie im Leben gedacht hätte, dass sie von Rassismus profitiert und passiv unterstützt. Diese Unwissenheit ist genau das Problem und sollte bekämpft werden, aber würden wir das wirklich ernst nehmen. Würden wir einsehen, dass wir andere diskriminieren, weil es in den Medien zum großen Teil nur um Weiße geht? Oder würden wir so tun, als wenn das keine große Sache wäre. Könnten wir verstehen, wo wir Weiße doch nur Profitieren? Ich denke nicht, aber das heißt nicht, dass wir nicht versuchen sollten diese Diskriminierung zu verhindern.



Fazit

Das Buch hat mir einige Dinge zum Nachdenken gegeben und bin froh, dass ich es gelesen habe, mir hat der Schreibstil sehr gut gefallen und fand es sehr angenehm dieses Buch zu lesen. Mir hat nicht gefallen an dem Buch, dass es sich zwischendurch sehr gezogen hat, ich hätte gern auch einige Passagen verzichtet, da es irgendwann einfach zu langweilig wurde. Insgesamt habe ich es aber gerne gelesen.

Ein gefühlvoller Einstiegsroman für alle, die sich mit Rassismus auseinandersetzen möchten

Von: readingfaraway Datum: 31. Oktober 2017

Inhalt

Ruth Jefferson gilt als eine der fähigsten und erfahrensten Hebammen am Mercy-West Haven Hospital. Trotzdem wird ihr die Behandlung des Säuglings Davis Bauer von dessen Eltern untersagt, denn Ruth ist afroamerikanischer Herkunft und Turk und Brittany Bauer gehören einer rechtsradikalen Gruppe an. Durch einen unglücklichen Umstand ist Ruth jedoch alleine mit dem Säugling als bei ihm lebensbedrohliche Veränderungen eintreten, die trotz Wiederbelebungsversuche zum Tod des Babys führen. In Folge dessen wird Ruth des Mordes angeklagt und ihre einzige Hoffnung auf einen Freispruch liegt bei der Pflichtverteidigerin Kennedy McQuarrie.

Meine Meinung

Rassismus, Fremdenhass und Homophobie sind Themen, die uns alle betreffen und mit denen wir uns auseinandersetzen sollten. Es sind Themen, die Jodi Picoult in ihrem neuen Roman Kleine große Schritte anspricht und den Leser so zum Nachdenken anregt, was ich auch schon von früheren Romanen aus ihrer Feder gewohnt bin.

In dem Buch stellt sie den Gerichtsprozess, der über Ruths Schuld oder Unschuld entscheidet, als eine Art Geburt dar, was sich in dem Aufbau des Romans widerspiegelt: er ist unterteilt in Erstes Stadium (Vorzeitige Wehen, Erste Wehen, Eröffnungsphase), Zweites Stadium (Presswehen) und Drittes Stadium (Nachgeburt) unterteilt und stellt somit einen schönen Bezug zu Ruths Beruf als Geburtsthelferin her. Während mich das anfangs irritiert hat, weil ich die Zusammenhänge nicht erkannt habe, finde ich es jetzt im Nachhinein eine tolle Idee, weil so ein Gerichtsverfahren genau so lebensverändernd sein kann wie die Geburt eines Kindes und weil es zu diesem Prozess auch erst durch die Geburt eines Babys (von ganz bestimmten Eltern) gekommen ist.

Im Ersten Stadium erfahren wir als Leser, welche Umstände dazu geführt haben, dass Ruth des Mordes an einem Säugling angeklagt wird, das zweite Stadium beschäftigt sich mit dem Mordrozess selbst und im dritten Stadium bekommen wir einen Einblick in die Ereignisse nach dem Gerichtsverfahren.

Jedes Stadium wird uns abwechselnd aus der Sicht von Ruth, Turk und Kennedy erzählt, wobei die Sicht von Ruth und Kennedy überwiegen. Was mir gut gefallen hat, ist, dass jeder Abschnitt aus der jeweiligen Ich-Perspektive geschrieben ist und wir auch Rückblicke in die Vergangenheiten der drei Hauptcharaktere erhalten. Sie wirken dadurch greifbarer und ich als Leser habe ich ein umfassenderes Bild von ihnen erhalten, als wenn sich die Erzählungen nur auf die Ereignisse rund um den Mordprozess drehen würden. Wir erfahren, wie Ruth aufgewachsen ist und immer wieder mit Rassismus konfrontiert wurde, wie Turk in die rechtsextreme Szene gerutscht ist und seine zukünftige Frau Brittany kennengelernt hat, und wie Kennedy Pflichtverteidigerin geworden ist.

Oft sind es unterschiedliche Ereignisse, die wir von den einzelnen Personen erzählt bekommen. Doch einige Schlüsselszenen werden uns aus mehreren Perspektiven erzäht, was ich persönlich sehr gelungen fand, weil dadurch deutlich wird, wie einzelne Geschehnisse unterschiedlich wahrgenommen und interpretiert werden können.

Was mir auch sehr gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass jeder der drei Charaktere im Laufe der Geschichte eine Entwicklung durchmacht und sie am Ende nicht mehr die gleiche Person sind, wie zu anfangs. Durch die drei verschiedenen Perspektiven führt uns Jodi Picoult sehr geschickt an die verschiedenen Aspekte von Rassismus heran: wir erfahren, wie es sich anfühlt, Opfer von Rassismus zu sein; wir bekommen Einblicke in die rechtsextreme Szene und das rechtsextreme Gedankengut und wir bekommen vor Augen geführt, wie sich jemand fühlt, der sich plötzlich mit Rassismus auseinandersetzen muss, obwohl er sich eigentlich für nicht-rassistisch hält.

Der Schreibstil von Jodi Picoult ist sehr flüssig, einfühlsam und doch sehr eindringlich. An einigen Stellen hatte ich Tränen in den Augen, weil die Gefühle so intensiv dargestellt wurden und ich mich somit sehr stark in die betroffene Person hineinversetzen konnte. Ich habe während es Lesens eine ganze Palette an Emotionen durchlebt: ich war traurig, entsetzt, mitfühlend, wütend, gerührt und froh. An keiner Stelle war ich gelangweilt oder verwirrt, die Handlungen und Emotionen der Protagonisten waren nachvollziehbar (aber nicht immer akzeptabel!) und meiner Meinung nach sehr realistisch. Nur das Ende wirkte für mich doch etwas zu konstruiert, ich hätte mir eine andere Lösung für die Entwicklung von Turk Bauer gewünscht.

Sehr passend gewählt finde ich auch den Titel des Buches. Kleine große Schritte spiegelt wieder, was mit Ruth, Kennedy und Turk wärend des Prozesses passiert: jeder von ihnen macht kleine Schritte, die große Auswirkungen haben (können) und das ist auch das, was meiner Meinung nach die Aussage und Intention des Romans ist: bei Themen wie Rassismus, Fremdenhass, Homophobie etc. kommt es oft darauf an, dass einzelne Personen kleine Schritte machen, die den Grundstein für große Veränderungen sein können.

Meiner Meinung nach ist Jodi Picoult mit diesem Buch ein wunderbarer Einstiegsroman in die Thematik des Rassismus gelungen, der uns auf einfühlsame, aber doch eindringliche Weise an verschiedenen Aspekte dieses Themas heranführt. Ich vergebe 4 von 5 Sternen und kann euch dieses Buch wirklich ans Herz legen, wenn ihr euch mit dieser Thematik auseinandersetzen möchtet.

Ein wunderbarer und mitreißender Roman

Von: brigitta Datum: 31. Oktober 2017

Kurze Zusammenfassung:
Im Mercy-West Heaven Hospital wird der kleine David Bauer geboren. Eigentlich wäre Ruth Jefferson auch für ihn zuständig.
Ruth ist eine der erfahrensten Schwestern der Station, zuverlässig und von Kollegen geschätzt und gemocht.
Doch Ruth Jefferson ist schwarz und Davids Vater, Turk Bauer, möchte nicht, dass sein Sohn von einer afroamerikanischen Krankenschwester versorgt wird.
Für Ruth ist dies ein herber Schlag, aber sie fügt sich der Dienstanweisung.
Bis David nach einer Beschneidung in einen medizinischen Notfall gerät. Nur Ruth kann in diesem Augenblick helfend eingreifen. Hin und her gerissen zwischen Dienstanweisung und ihrem Auftrag als Krankenschwester beginnt sie eine Notfallversorgung bei David.
Leider kann Ruth ihm nicht helfen, David stirbt an Herzversagen.
Davids Vater Turk ist durch den Tod seines Sohnes nicht nur am Boden zerstört, sondern er sieht sich auch in seinen Urteilen über dunkelhäutige Menschen bestätigt.
Er verklagt Ruth.
Ruth Jefferson sieht sich auf einmal als Angeklagte, ihre Kollegen und Freunde distanzieren sich nach und nach von ihr und auch ihr Arbeitgeber lässt sie alleine stehen.
In dem Prozess kristallisiert sich immer mehr heraus, dass es Turk Bauer nicht mehr nur alleine um die objektive Schuldfrage geht, für Turk ist Ruth alleine schon wegen ihrer Hautfarbe schuldig....


Fazit:
Ein fesselnder Roman, der sich intensiv mit offenen und versteckten alltäglichen Rassismus auseinander setzt.
Verpackt in eine mitreißende Geschichte wird hier ganz deutlich gemacht, dass die meisten Menschen noch immer voller Vorurteile stecken, ohne dass es ihnen vielleicht bewußt ist.
Ruth und Turk Bauer sind zwei Pole in deren Mitte Kennedy steht. Ruth als Schwarze ist dem Rassismus unmittelbar ausgesetzt und Turk als "Arier" und offen rechtsradikal lebt seine Vorurteile und seinen Rassenhass deutlich aus.
Dazwischen steht Kennedy, die vielleicht den überwiegenden Teil der Gesellschaft symbolisiert. Eigentlich offen und sich der eigenen Vorurteile nicht bewußt, zeigt aber doch immer wieder, dass tief in ihr Urteile und Ausgrenzungen vorhanden sind. Teils durch ihre Sozialisation, teils durch Unbedachtheit.
Während Kennedy aber immer reflektierender wird, erscheint Turk zunehmend statisch und man liest, dass er eigentlich auch nicht Willens ist, seine Position zumindest zu überdenken.
Jodi Picoult beschreibt den alltäglichen Rassismus schon sehr plakativ, aber das finde ich auch gut so, denn in vielen Details und Aussagen fällt uns die Ausgrenzung und der Rassismus gar nicht mehr auf.
Dadurch, dass Jodi Picoult immer wieder den Finger darauf legt, wird dem Leser auch seine eigene Haltung bewußter.
Ich persönlich kenne diesen alltäglichen Rassismus nur zu gut. Ich habe viele Freunde die entweder andere Hautfarben besitzen und/oder einen Migrationshintergrund haben und ich arbeite in Schule, und dort begegnen sich einfach viele Menschen aus aller Herren Länder auf sehr engen Raum.
Von daher kenne ich rassistische Geschichten und Situationen zur Genüge.
Ob es eine Mutter ist, die am Tag vor dem Geburtstag meines Sohnes anruft und sagt, ihr Sohn würde nicht zum Kindergeburtstag kommen, weil sie nichts mit Türken zu tun haben wollen.
Der beste Freund meines Sohne ist syrischstämmiger deutsch-niederländischer Aramäer und seine Familie ist mittlerweile in der 4. Generation in Deutschland und alle sind deutsche Staatsbürger....
Mein Sohn wurde also vor die Wahl gestellt, entweder auf insgesamt zwei Geburtstagsgäste zu verzichten oder auf seinen besten Freund.
Oder ob es in der Schule ist, in der ein weißes Kind ein Kind mit dunkler Hautfarbe fragt:"Kannst du mir mal die Hautfarbe geben?", das Kind mit der schwarzen Hautfarbe einen dunkelbraunen Stift gibt und zur Antwort bekommt, dass dies ja keine Hautfarbe wäre, sondern kackbraun ....
Durch meine Arbeit kenne ich alle Bananenwitze in Bezug auf dunkelhäutige Menschen und auf Menschen aus den neuen Budndesländern und ich kenne auch den ganzen religiösen Rassismus ob von Christen in Bezug auf Moslems oder von Moslems in Bezug auf Christen.
Von daher war für mich ein Buch, ein Roman, der dieses Thema im Rahmen der Belletristik, der vordergründig leicht verdaulichen Lesekost, berabeitet einfach überfällig.
Jodi Picoult hat dem momentanen Zeitgeist entsprechen genau das passende Buch geschrieben und ich glaube, das vielen Leser dadurch aufmerksamer und feinfühliger werden.
Durch das Lesen werden einem viele unbedachte Äußerungen oder Grenzen im eigenen Denken bewußt und wir bekommen damit die Chance etwas zu ändern.
Natürlich ist dies ein Roman, den man auch einfach nur ganz unbeschwert als Geschichte lesen kann.
Aber er birgt auch die Möglichkeit ab und zu in einen Spiegel zu schauen und sich selbst zu überprüfen.
Jodi Picoults Schreibstil ist sehr fließend und dieser Schreibstil bringt eine Leichtigkeit mit, dass auch solch ein schweres Thema zu einem wunderbaren Roman werden kann.... ohne damit das Thema gering zu schätzen oder herabzusetzen.
Mir hat das Buch sehr gefallen, als Roman, der mich mitgerissen hat und auch als Beitrag zu einer offenen und toleranten Gesellschaft.

Picoult hat mich mal wieder umgehauen

Von: Leapunch Datum: 30. Oktober 2017

Dieses Buch hat mich sofort interessiert, nicht nur das es von der unglaublichen Jodi Picoult geschrieben wurde sondern auch wegen der Thematik. Ich finde dieses Thema sehr wichtig und war umso gespannter, wie die Autorin die Story umsetzen würde. Das Cover ist einfach nur traumhaft, ich habe selten ein Buch so gerne in der Hand gehalten und mir das Cover angesehen, wie bei diesem Buch. Ich bin verliebt in diese Farbkombination, mit den Blumen ergibt sich ein wunderschönes Gesamtbild. Dieses Buch hat auf jeden Fall einen Ehrenplatz verdient!

Die Autorin zeigt sich mal wieder von ihrer besten Seite, sie erzählt spannend, gefühlvoll und trotzdem mit einer Leichtigkeit, sodass die Seiten nur so dahin fliegen. Ich habe gerade beim Thema Rassismus ein Buch erwartet, dass sich nur schwer verdauen lässt aber die Autorin schafft es fast "spielerisch" mich zum nachdenken anzuregen ohne mich dabei zu überfordern. Der Wechsel der Perspektive ist ein absoluter Pluspunkt, denn so bekommt man nicht nur den Blick aus Ruth's Sicht sondern lernt auch den Vater des verstorbenen Babys kennen, Turk, der ein Skinhead ist, kontinuierlich ist sein Hass zu spüren und wir blicken aber auch hinter die Fassade. Zu guter Letzt kommt dann noch die Verteidigerin Kennedy dazu, die alles nochmal durch einen anderen Blickwinkel betrachtet.

Die Charaktere sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht und das hat die Autorin grandios rüber gebracht, alle drei lernen wir auf interessante Weise kennen, nicht jeder punktet mit Sympathie aber alle drei sind verständlich. Ihre Handlungen sind nachvollziehbar auch wenn ich nicht allem zustimmen möchte aber ich verstehe es.

Es ist traurig, dass dieses Thema immer noch so präsent ist und gleichzeitig totgeschwiegen wird, denn Rassismus geht uns alle etwas an und wir sollten nicht die Augen verschließen vor diesem Thema! Ich denke dieses Buch wird einen noch lange "verfolgen" und das ist positiv gemeint, ich bin dadurch ins Grübeln gekommen und habe nun wieder einen anderen Blick auf die Dinge!


Fazit:

Selten hat mich ein Buch so nachdenklich gemacht und mich trotzdem nicht runter gezogen. Ich fand die Thematik spannend und vor allem die Umsetzung der Autorin hat mich beeindruckt. Ein absoluter Pageturner, dem ich jedem ans Herz legen kann!

Bewegendes Thema

Von: Emma´s Bookhouse Datum: 28. Oktober 2017

Kleine große Schritte – Jodi Picoult
Vom C. Bertelsmann Verlag
Gebundene Ausgabe: 20,00 €
eBook: 14,99 €
ISBN: 9783570102374
Seiten: 592
Inhalt:
Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …

Mein Fazit:
Zum Cover:
Ein schönes Cover allerdings auch total neutral, also es lässt nichts auf die Geschichte im Buch erahnen.
Zur Geschichte:
Diese Geschichte hat mich sehr berührt, denken wir doch das im 21. Jahrhundert die Rassenfeindlichkeit aus der Welt geschafft wurde, zeigt uns dieses Buch eigentlich nur, dass es leider immer noch viel zu viel Rassismus auf dieser Welt gibt.
Ich war von Anfang an in der Geschichte drin, einfach auch weil man das gar nicht glauben möchte was dort passiert. Warum sind einige Menschen so rassistisch und leben noch im Jahre 1800. Für mich unverständlich.
Dies war mein erstes Buch von Jodi Picoult und es hat mir sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist flüssig und auch Spannung wird durchgängig aufgebaut.
Erzählt wird die Geschichte in der Ich – Form vom jeweiligen Protagonisten, besonders gut hat m ir gefallen das eine Situation aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird.
So bekomme ich als Lesereinen klareren Blick für die jeweilige Situation
Die Kapitel sind mir persönlich zu lang, ich bin ein Freund kurzer Kapitel.
Das Thema finde ich gut wobei ich sagen muss, dass ich es traurig finde dass es sowas in diesem Zeitalter noch gibt.
Für mich eine klare Leseempfehlung!
Ich gebe 5 von 5 Sternen

Mehr Liebe für die Menschheit

Von: Grüne Ronja Datum: 27. Oktober 2017

„Aber selbst, wenn wir jeden Rassisten auf diesem Planeten nähme und auf den Mars schickten, gäbe es dennoch Rassismus. Und zwar, weil es beim Rassismus nicht nur um Hass geht. […] Weil es beim Rassismus nämlich auch darum geht, wer Macht hat … und wer Zugang dazu. […] Jetzt ist mir klar geworden, dass ich eine [Rassistin] bin. Nicht, weil ich Menschen anderer Rasse hasse, sondern weil ich, beabsichtigt oder unbeabsichtigt, meiner Hautfarbe Unterstützung verdanke – genauso wie Ruth Jefferson ihrer Hautfarbe wegen einen Rückschlag erlitt.“ (S.543f.)

Wir schreibt man ein Buch über Rassismus, ohne dass das Thema ausgelutscht klingt oder langweilig, weil es vor trockener Geschichte nur so strotzt? Jodi Picoult zeigt, wie es geht. Man nehmen einen weißen Rassisten, dessen Neugeborenes unter der Hand einer afroamerikanischen Hebamme stirbt, gibt eine Menge Vorurteile hinzu und fertig ist der Gerichtsprozess gegen Ruth Jefferson.
Ruth arbeitet seit über 20 Jahren als Hebamme, als sie Turk Bauer begegnet. Turk möchte nicht, dass Ruth sich um seinen gerade geborenen Sohn Davis kümmert. Als Davis unter Ruths Aufsicht an Atemnot leidet, weiß sie nicht, wie sie reagieren soll. Soll sie ihrem Instinkt folgen und das Kind beatmen, oder soll sie der Anweisung ihrer Vorgesetzten Folge leisten und das Kind nicht berühren.
Kennedy ist Pflichtverteidigerin als sie Ruth begegnet. Ruth scheint nicht wie der Mensch, der ein Baby aus Hass tötet. Und so setzt Kennedy alles daran, Ruths Fall vor Gericht übernehmen zu können.

Dieses Buch lässt mich sprachlos zurück. Die Autorin schafft das jedes Mal. Gerade wenn man denkt, man weiß genau, wie alles ausgeht, wendet sich die gesamte Handlung um 180 Grad. Genau das macht die Bücher der Autorin so besonders. Sie kann hervorragend mit schwierigen Themen umgehen. In diesem Fall geht es ganz klar um Rassismus. Und zwar von allen Seiten. Wir lernen also nicht nur Ruth kennen, die als Afroamerikanerin unter „Weißen“ aufwächst, zur Schule geht, studiert, arbeitet und trotzdem nie wirklich dazu gehört. Wir lernen auch Kennedy kennen, die ihren Dienst an der Gemeinschaft als Pflichtverteidigerin tut und manchmal blind durchs leben geht. Wir lernen aber auch Turk kennen, ein Skinhead wie er im Buche steht und der Ruth für den Tod seines Sohnes verantwortlich macht, weil er überall nur Hass sieht.
Dieser kleine Blick in eine andere Welt offenbart aber auch, wie tief Rassismus in der Gesellschaft verwurzelt ist. Jetzt werden viele sagen „Stimmt doch gar nicht“, aber wie viele reden über die „Quotenschwarzen“ in Filmen, die immer als erstes sterben? Es geht eigentlich auch nicht nur um Rassismus, sondern um Diskriminierung allgemein. Man kann eben nicht nur der Hautfarbe wegen diskriminiert werden, sondern auch wegen der Religion, der Herkunft, des Aussehens.
Ruth geht in einer Szene mit Kennedy durch einen Laden. Eine Verkäuferin folgt ihnen unauffällig und beim Verlassen des Ladens soll Ruth ihren Bon und ihre Ware vorzeigen, Kennedy nicht. So ähnlich ging es mir mal mit einem Bekannten bei Kaufhof am Alexanderplatz. Oder meinem Bruder bei Saturn, weil er eine ungeöffnete Flasche alkoholfreies Bier in der Hand hatte. Oder weil er einen Rucksack voll klimpernder Flaschen hatte und die Polizei ihm nicht glauben wollte, dass es nur Schokomilch ist.

Dieses Buch plädiert also für weniger Diskriminierung, weniger Rassismus und mehr Liebe. Es bringt einen zum Nachdenken über die eigenen Werte und Vorstellungen. Wir wollen keine Gleichheit, wir wollen Gerechtigkeit. Lest das Buch, es öffnet euren Horizont!

Roots ...

Von: Diane Jordan Datum: 26. Oktober 2017

Kleine große Schritte

Diane Jordan

Der Songtext „No Roots“ von Alice Merton kommt mir in den Sinn, als ich das Buch „Kleine große Schritte“ von Jodi Picoult in den Händen halte und den Klappentext lese. Der Roman scheint Rassismus aufzudecken, der im Alltäglichen, z.B in Amerika immer und immer wieder stattfindet, ohne das etwas unternommen wird. Feinfühlig und spannend schildert die „weisse“ Autorin die dramatische Geschichte der „farbigen“ Säuglingsschwester und Protagonistin Ruth Jefferson und dem Thema Rassismus. Die dunkle Seite Amerikas und die Diskriminierung Farbiger, durch die Arroganz der weißen Oberschicht, geht mir als Leser schnell unter die Haut. Unwillkürlich stellt man sich da die Frage: „Wie viel Rassist steckt in mir?“ Habe ich auch Vorurteile und wenn wie viele? Wo fängt Diskriminierung an und wo hört sie auf? Die Autorin ist im gleichen Alter wie ich, gelingt es ihr, den Diskrepanzen und dem heiklen Thema gerecht zu werden? Und ich muss sagen: „ja!“ Eindeutig und klar unter die Haut gehend und an die Nieren gehend. Das Buch und der Plot lässt mich nicht mehr los. Und so lese ich Seite um Seite und bin schockiert. Stellenweise, möchte ich ins Buch hopsen und „erste Hilfe“ leisten und Ruth zur Seite stehen und schreien: „HALT“, so nicht! Der Schreibstil ist detailreich, fesselnd und sehr , sehr spannend. Ruckzuck verfliegt die Zeit und der dicke Wälzer ist an einem Wochenende gelesen. Aber verdaut ist das heikle Thema deshalb noch lange nicht. Sind wir nicht alle Ausländer auf der ganzen Welt??? Was ist erlaubt? Was nicht? Und ist dies wirklich nur in Süd- oder Amerika der Fall? Oder gilt es auch für den Rest der Welt? Scheiss Rassismus, Arschlöcher gibt es auf allen Seiten. So nicht, auf gar keinen Fall? Erleben wir nicht gerade auch bei uns mit den Asylanten unterschiedlichste Formen von Rassismus? Und es ist meines Erachtens wichtig und richtig, sich mit solchen Dingen auseinanderzusetzen und solche wertvollen Bücher zu schreiben! Aber lest bitte selber und lasst es auf euch wirken.


Inhalt:
Jodi Picoult - bewegend wie nie


Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …


Die Autorin:
Jodi Picoult, geboren 1966 in New York, studierte in Princeton und Harvard. Seit 1992 schrieb sie mehr als zwanzig Romane, von denen viele Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste waren. Die Autorin versteht es meisterhaft, über ernste Themen unterhaltend zu schreiben. Sie wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, wie etwa 2003 mit dem renommierten New England Book Award. Picoult lebt mit ihrem Mann in Hanover, New Hampshire.

Weitere Bücher:
Die Spuren meiner Mutter
Bis ans Ende der Geschichte


Fazit: 5***** für einen Roman der den Leser nach Beendigung der letzten Seite noch lange in den Bann zieht und nachdenklich und sensibel macht. Vielleicht für den einen oder anderen der Wink mit dem Zaunpfahl, darüber intensiver nachzudenken und etwas zu ändern. “Kleine große Schritte“ ist im C. Bertelsmann Verlag erschienen. Das gebundene Buch hat 592 Seiten und kostet 20,00 Euro.



Und ich fragte mich: "Was stimmt denn nicht, mit dieser verkorksten Menschheit?"

Von: Seite 101 Datum: 23. Oktober 2017

Mit diesem Buch bin ich praktisch durch die Hölle der Gesellschaft gegangen. Ich war wütend, fassungslos, musste weinen und hätte am liebsten geschrien. Was stimmt den nicht mit der verkorksten Menschheit? Haben wir noch immer nicht begriffen, dass wir alle zumindest eines sind, und zwar Menschen? Hautfarbe, Glaube oder was weiß ich, einfach egal?
Jodi Picoult versteht es, den einzelnen Protagonisten im Roman ihren Raum zu geben, so dass man die Möglichkeit hat, jede Sichtweise zumindest nachzuvollziehen, auch wenn man vielleicht nicht jede befürwortet.
Die Protagonisten erzählen von ihrer Vergangenheit und von den Erlebnissen während des Prozesses. Das Buch ist sehr vielschichtig und das Thema Rassismus wird nie von nur einer Seite beleuchtet. Vor allem die Welt von Kindsvater Tuck wird greifbar in Szene gesetzt und man bekommt eine Idee von den Wurzeln des Rassismus.
Ruth verliert im ganzen Buch nie den Mut und ist für die leise Geschichte, die mehr so zwischen den Zeilen spielt, zuständig.
Mich hat das Buch gepackt. Schon auf den ersten Seiten, auf denen ich fassungslos innehalten musste, als dir Familie die Hebamme vor die Tür gesetzt hat.
Das ganze Buch spiegelt dieses unglaublich unfassbare Dilemma der Gesellschaft wieder. Obwohl man es vielleicht gar nicht will, besteht in jedem von uns die Gefahr, ansetzte von Rassismus im Denken zu haben. Keiner ist davon befreit.
Jodi Picoult geht mutig und offen an ein brisantes Thema, welches nach wie vor aktuell ist. Dabei wird sie nie die moralische Autorin, die mahnend den Zeigefinge hebt. Vielmehr versteht sie es den Leser zur Selbstreflektion zu bringen. Ich habe mich immer wieder selbst hinterfragt. Wie sehe ich das eigentlich?
Dieses Buch lege ich wirklich jedem ans Herz, denn es sollte von jedem gelesen werden, egal welches Genre man mag. Es macht die Welt vielleicht nicht besser, aber es hilft, viel öfter mal über sich und sein eigenes Handeln nachzudenken. Stoße ich vielleicht selbst manchmal, wenn auch ungewollt, Menschen vor den Kopf, weil sie für mich „anders“ sind?

Ein wichtiges Buch!

Von: Buchperlenblog Datum: 23. Oktober 2017

"Wenn ich schon nichts Großes bewirken kann, kann ich doch auf großartige Weise kleine Schritte machen. "
Martin Luther King Jr.

Inhalt

Ruth ist seit 20 Jahren Hebamme mit Leib und Seele. Sie kümmert sich liebevoll um ihre großen und kleinen Patienten. Doch dann entbindet sie ein rassistisch eingestelltes Ehepaar von ihren Pflichten ihrem Baby gegenüber aufgrund ihrer Hautfarbe, denn Ruth ist dunkelhäutig.

Nur kurz ist Ruth allein mit dem Baby der Bauers, als es zu Atemnot und Herzversagen kommt. Hin- und hergerissen zwischen ihrer Pflicht, dem Baby umgehend zu helfen und dem Verbot der Eltern und ihrer Vorgesetzten, weiß Ruth nicht, was sie tun soll, entscheidet sich – kann aber das Kind nicht mehr retten. Es kommt zur Mordanklage, denn blind vor Trauer und Wut, suchen die Eltern des Babys einen Schuldigen.

Rezension

Jodi Picoult ist eine Meisterin der menschlichen Schicksale. Ob es Knochenmarkspenden sind oder die Glasknochenkrankheit, menschliche Schicksale sind ihr Gebiet. Im Nachwort, welches ich wirklich sehr interessant fand, erklärt sie, dass sie schon am Anfang ihrer Karriere ein Buch über Rassismus schreiben wollte, damals jedoch scheiterte. Nun fand sie den Fall einer afroamerikanischen Krankenschwester in Flint, der von einem rechtsextremistischen Vater untersagt wurde, sein Baby anzufassen. Aus diesem Fall entwickelte sie die Geschichte um Ruth.

"Sie holt tief Luft. „Glauben Sie wirklich, dass ich, wenn ich weiß wäre, jetzt hier mit Ihnen sitzen würde?“
Man kann sich mit diesem Fall, in dem es im Wesentlichen um eine Krankenschwester, die in ihrer Abteilung die einzige Farbige ist, um einen weißen rassistischen Vater und eine Hauruckaktion einer Krankenhausverwaltung geht, nicht befassen … und nicht unterstellen, dass Rasse eine Rolle spielt." (S. 251)

Die Schwierigkeit dieses Falls liegt darin, dass jeder von vornherein weiß, dass es eine Frage des Rassismus ist, um die es sich hierbei handelt. Hätte der Vater Ruth nicht verboten, sich um das Kind zu kümmern, hätte sie nicht gezögert. Doch er hat genau das getan. Warum? Weil er ihre Hautfarbe hasst. Nur kann man den Rassismus nicht in den Gerichtssaal bringen, dorthin, wo er eigentlich tatsächlich hingehört.

Erzählt wird in drei Perspektiven: Ruth als Angeklagte, Turk, der Vater des toten Babys, als Kläger, und Kennedy, die Verteidigerin. Picoult schafft es wieder einmal, dass man alle Seiten lernt zu verstehen, auch wenn dies gerade bei dem Rechtsextremisten Turk Bauer sehr schwer fällt. Natürlich ist Rassismus das ganz große Thema des Buches. Wobei es nicht nur um Schwarz und Weiß geht, sondern auch um die ganzen Grautöne die dazwischen liegen. Jeder möchte sich gern als vorbehaltlos sehen, möchte sagen, dass er keinen Unterschied macht. Aber es sind so viele kleine Dinge, die uns teilweise anerzogen sind, die uns durch Medien suggeriert werden, die wir für normal halten.

"Sie sagen, Sie sehen keine Farbe … aber das ist alles, was Sie sehen. Sie sind sich dieser so überaus bewusst und versuchen, so sehr den Eindruck zu erwecken, keine Vorurteile zu haben, dass Sie nicht mal begreifen, dass ich, wenn Sie sagen, Rasse zählt nicht, nur heraushöre, dass Sie das abwerten, was ich gefühlt, was ich erlebt habe und wie es ist, aufgrund meiner Hautfarbe abgewertet zu werden." (S.303)

Auch wenn es mir selbst Bauchschmerzen bereitet hat beim Lesen, so musste ich mich doch immer wieder in der Rechtsanwältin Kennedy wiederfinden. Ich habe keine Ahnung, wie sich eine dunkelhäutige Person wirklich fühlt, in einer Gesellschaft, die so sehr von Weißen dominiert wird. Ich habe keine Ahnung vom täglichen Spießrutenlauf ihres Lebens. Ich muss nicht darüber nachdenken, denn mich starrt niemand auf der Straße misstrauisch an. Auch zeigt Picoult, dass Farbige ebensolche Vorurteile gegen „uns“ hegen. Umso besonderer ist dieses Buch, denn es zeigt nicht mit dem großen Finger auf die einzelne Person, sondern macht uns allen klar, dass wir nicht frei von Vorurteilen, ganz gleich welcher Art, sind. Denn auch abgesehen von der Hautfarbe tragen wir diese Vorurteile mit uns herum, urteilen wir nach Namen, Aussehen, Kleidungsstil, Job.

Auch fand ich schön, dass die Figuren eine Entwicklung durchgemacht haben innerhalb der Geschichte, wobei die von Turk wohl die wichtigste war. Auch Ruth und Kennedy haben einen Teil ihrer Vorurteile ablegen können, was mir sehr gefiel.

Ein etwas fader Beigeschmack hat das Ende trotzdem. Es wurde lange auf etwas hingearbeitet, was am Ende nicht eintraf – auf der einen Seite eine sehr positive Entwicklung für die Geschichte, auf der anderen hatte ich das Gefühl, als hätte ich irgend etwas verpasst. Nichtsdestotrotz ein rundum gelungener Roman.

Fazit

Ein wirklich gutgeschriebenes Buch mit Charakteren, in die man sich hineinversetzen kann. Das Thema Rassismus ist nach wie vor allgegenwärtig und es sollten mehr solcher Bücher geschrieben werden.

Bewertung im Detail

Idee ★★★★★ ( 5 / 5 )
Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 )
Charaktere ★★★★★ ( 5 / 5 )
Sprache ★★★★★ ( 5 / 5 )
Emotionen ★★★★★ ( 5 / 5 )
= 4,8 ★★★★★

Rezension: Kleine große Schritte von Jodi Picoult

Von: yes.books Datum: 23. Oktober 2017

Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …

*****

Es ist nun ein paar Stunden her, seit ich das Buch beendet habe und muss sagen, dass ich immer noch sprachlos bin. Ich möchte zu Anfang ein Zitat der Autorin aufzeigen, welches Picoult in ihrem Nachwort zu diesem Buch anbringt:

"Ich schrieb für meine eigene Gemeinschaft - Weiße -, die kein Problem haben, einen Neonazi als Rassisten auszumachen - den eigenen Rassismus aber nicht erkennen."

Und genau dies ist meiner Meinung nach der Grund, warum dieses Buch zu einem Meisterwerk wurde. Picoult hat mit diesem Werk nicht versucht, Sprachrohr oder Vertreter für die farbige Gemeinschaft zu werden - viel eher war es ihr daran gelegen, allen anderen aufzuzeigen, dass Rassismus immer noch ein reales Ding unter uns ist.
Es existiert nicht nur aktiv (hier in Form von Tuck Bauer) sondern Rassismus kann sich auch in passiver Form manifestieren. Diese verschiedenen komplexen Schichten des Rassismus geht die Autorin von Kapitel zu Kapitel auf den Grund und ich fand es an keiner Stelle der Erzählung auch nur annähernd langweilig.
Die Perspektive in der Erzählung wechselt hier zwischen Ruth, der farbigen Krankenschwester, Kennedy, ihrer Verteidigungsanwältin, und Tuck, dem rechtsextremen Vater des verstorbenen Babys. Darüber hinaus werden Kapitel dazwischen geschoben, die Rückblenden darstellen, wodurch der Leser auch einiges über die Geschichte der einzelnen Figuren erfährt. Was mich besonders beeindruckt hat, waren die Kapitel aus der Sicht von Tuck Bauer. Ich fand es total verstörend seine Denkweise zu lesen und war noch geschockter, als ich realisierte, dass diese Figur zwar fiktional ist, aber Menschen wie Tuck Bauer auch in unserer Welt leben.
Die Kapitel aus Ruths und Kennedys waren nicht minder interessant für mich. Für mich hatte es den Anschein, als hätte die Autorin die Absicht gehabt, dass sich alle Leser auf irgendeine Weise mit einem Protagonisten dieses Buches identifizieren können.
Und durch diesen persönlichen Erzählstil konnte ich es sehr gut! Ich, als Tochter von libanesischen Immigranten in Deutschland, sah Dinge in Ruth, die mir bei mir bekannt vorkamen: die "Andersartigkeit" gegenüber dem Rest der Gesellschaft und dass man nie genau weiß, wo man eigentlich hingehört. Auf der anderen Seite zog ich Parallelen zu Kennedys Leben: auch mein Leben ist eher privilegiert, ich bin abgesichert und meiner Familie geht es gut.
Diese Tatsache hat die Geschichte für mich nur noch schöner und realer gemacht.

Zur Handlung ist zu sagen, dass sie, wie ich oben bereits erwähnt habe, zu keinem Zeitpunkt der Erzählung langweilig ist. Ich fand vor allem das ganze Strafverfahren total interessant und wie verankert der Rassismus in der amerikanischen Politik- sodass man es schon einen systematischen Rassismus nennen kann.
Das Ende war für mich ein weiterer Erfolg seitens der Autorin. Die Handlung steigerte sich bis zum Ende und fand einen gelungenen Abschluss, der dem Ganzen keinen Abbruch tat, sondern im Gegenteil schlüssig in die Erzählung eingebettet war.

Mich hat nur selten ein Buch so sehr zum Nachdenken angeregt...nicht nur zum Nachdenken, sondern auch zum Überdenken meines Verhaltens und meiner Denkweise. Bin ich rassistisch? Denke ich, dass die Menschen in Deutschland alle gerecht behandelt werden? Es hat mich sehr tief berührt und am liebsten würde ich zahlreiche Kopien dieses Buches über die ganze Welt verstreuen, damit sich alle diese Fragen stellen können.


Dieses Buch ist eines meiner Lesehighlights überhaupt und da ich bis jetzt nur noch 'Beim Leben meiner Schwester' von Jodi Picoult gelesen habe, bin ich schon sehr gespannt darauf, weitere Bücher von ihr zu lesen!

5/5 Sterne

Warmherziger Roman mit interessanter Hintergrundgeschichte

Von: lenisvea Datum: 20. Oktober 2017

€ 20,00 [D] inkl. MwSt.
€ 20,60 [A] | CHF 26,90*
(* empf. VK-Preis)
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-570-10237-4
NEU
Erschienen: 02.10.2017

Zum Buch: https://www.randomhouse.de/Buch/Kleine-grosse-Schritte/Jodi-Picoult/C-Bertelsmann/e461164.rhd


Jodi Picoult - bewegend wie nie

Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …
Meine Meinung:
Ich habe schon einige Bücher der Autorin gelesen und war daher sehr auf die Neuerscheinung gespannt, der Klappentext hörte sich einfach auch sehr interessant an. Mir wurde das Buch freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.
Der Einstieg ist mir sehr gut gelungen. Man lernt Ruth kennen, die mit Herz und Seele Säuglingsschwester ist und eines Tages auf ein Elternpaar trifft, die dagegen sind, dass ihr Baby von Ruth behandelt wird, alleine aufgrund ihrer Hautfarbe. Ihr wird der Umgang mit dem Baby von der Klinikleitung untersagt, Sie ist völlig entsetzt darüber und es kommt zu einem Notfall nach der Beschneidung des kleinen Jungen und Ruth weiß einfach nicht, wie sie handeln soll. Für den Kleinen kommt im Endeffekt jede Hilfe zu spät und der rassistische Vater zeigt Ruth wegen fahrlässiger Tötung und Mord an.
Ab dem Zeitpunkt gerät das Leben von Ruth völlig aus den Fugen und sie steht vor Gericht.
Die Hauptprotagonistin Ruth hat mir als Charakter sehr gut gefallen, es war sehr zu spüren, in welchem Zwiespalt sie sich befunden hat. Ihre Verteidigerin mochte ich auch sehr, man spürte richtig, dass sich ihr Verhalten/ihre Meinung in Bezug auf Rassismus auch im Laufe der Geschichte verändert hat.
Das Buch hat sich mit dieser Geschichte natürlich viel mit dem Thema Rassismus befasst, was ich sehr interessant fand. Insgesamt fand ich das Buch sehr warmherzig und berührend geschrieben.
Alles in allem konnte mich das neue Buch der Autorin wieder begeistern und überzeugen können. Ich kann hier ganz klar eine Kauf- und Leseempfehlung geben, Von mir bekommt das Buch sehr gute 4,5 Sterne.

Ein wichtiges Thema, das uns alle angeht

Von: Lilli33 Datum: 18. Oktober 2017

Inhalt:
Ruth Jefferson ist 44 Jahre alt, Witwe und alleinerziehende Mutter eines prächtigen Siebzehnjährigen. Sie arbeitet seit zwanzig Jahren als Hebamme und Säuglingsschwester und macht ihren Job sehr gut. Doch sie hat einen Fehler: Sie ist nicht weiß. Dies passt dem rassistischen Ehepaar Bauer gar nicht, und so wird Ruth von ihrer Vorgesetzten die Behandlung des Neugeborenen Davis untersagt. Als dieser Atemnot bekommt, ist Ruth allein auf der Station. Soll sie versuchen, dem Kind zu helfen und damit ihren Job zu riskieren? Oder soll sie tatenlos zusehen und warten, bis jemand kommt? Eigentlich keine Frage … Aber es hilft alles nichts, das Kind stirbt und Ruth wird des Mordes angeklagt.

Meine Meinung:
Ich bin ein großer Fan von Jodi Picoult. Was ich an ihren Büchern am meisten liebe, ist das Dilemma, in das sie ihre Protagonisten regelmäßig steckt. Es gibt in der Regel zwei Seiten und man kann als Leser beide Seiten verstehen. Damit wird man gezwungen, selbst nachzudenken und sich seine eigene Meinung zu bilden. Bei „Kleine große Schritte“ ist das Dilemma, helfen oder nicht, schnell abgehakt und ich konnte mich sofort hundertprozentig auf eine Seite stellen. Es ist ganz klar, dass Ruth übel mitgespielt wird und die Familie Bauer die Bösen sind. In diesem Punkt hat die Autorin also meine Erwartungen leider nicht erfüllt.

Trotzdem konnte sie mich auch mit ihrem neuesten Werk wieder fesseln und gut unterhalten. Das liegt einmal am wunderbaren Schreibstil, der die Seiten nur so vorbeifliegen lässt, aber auch am Thema Rassismus, das ja leider immer noch - und nicht nur in den USA - aktuell ist. Jodi Picoult zeigt uns anhand des Alltags ihrer Protagonistin, wie Farbige immer noch ausgegrenzt werden. Vieles davon war mir selbst auch nicht bewusst und ich danke der Autorin dafür, dass sie mich darauf aufmerksam gemacht hat.

Wie von Jodi Picoult gewohnt, wird die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Die Perspektive wechselt zwischen Ruth, Turk Bauer, dem Vater des toten Babys, und Ruths Pflichtverteidigerin Kennedy. Dabei kann es schon mal vorkommen, dass man einzelne Szenen und Dialoge zwei Mal liest. Dadurch wird aber deutlich, dass manche Ereignisse von verschiedenen Menschen ganz anders erlebt werden.

Auch wenn vieles sehr geradlinig erzählt wird, hat die Autorin doch auch ein paar Überraschungen auf Lager, die immer wieder kleine Wendungen in die Geschichte bringen und die Spannung aufrechterhalten.

Bereits einige Wochen vor diesem Roman ist die Vorgeschichte dazu erschienen, die Ruths Kindheit beleuchtet und gut auf das Thema einstimmt.

Prequel:
Das Mädchen mit den roten Schuhen

Von: Christine Leifeling Datum: 10. Oktober 2017

Dieses Buch ist so wichtig, dass es jeder lesen sollte. Jodi Picoult schreibt ungeschönt und tief berührend über ein Thema das immer noch fest in der Gesellschaft verankert zu sein scheint. Rassismus und Diskriminierungen gibt es, nach wie vor, jeden einzelnen Tag. Die Autorin scheut sich nicht davor, dem Leser einen Spiegel vorzuhalten und zwingt ihn dazu seine Einstellung zu reflektieren. Kleine große Schritte berührt und rüttelt auf. Ein großartiges Buch von Jodi Picoult, das fest im Herz und im Kopf bleibt.

Von: S. Pawlowska Datum: 04. Oktober 2017

Ein ganz großartiges Buch. Spannend, einfühlsam und klug bis zur letzten Seite. Ich war traurig, als es zu Ende war.

Von: Annette Südmeier Datum: 04. Oktober 2017

Ein tolles Buch! Sehr berührend, emotional ohne ins Seichte abzugleiten - hat mir sehr gut gefallen.

Wow!!

Von: Lisa Datum: 01. September 2017


Ich bin schon lange Fan von Jodi Picoult, aber diesmal hat sie sich selbst übertroffen. Nicht nur, dass alle Themenbereiche der Handlung authentisch und gut recherchiert dargestellt werden, das übergeordnete Thema der (Rassen-)Diskriminierung trifft einfach mitten ins Herz und regt sehr zum Nachdenken an. In was für einer Gesellschaft leben wir tatsächlich und sind wir selbst so frei von Vorurteilen, wie wir es vielleicht gerne wären?
Der regelmäßige Perspektivwechsel ermöglicht den Leserinnen und Lesern verschiedene Sichtweisen kennen zu lernen und sich selbst irgendwo dazwischen, an mehr oder weniger Stellen, in seiner Denk- und Handlungsweise selbst wiederzuentdecken.
Ich empfehle dieses Buch tatsächlich JEDEM weiter, da es eine positive Veränderung unseres Zusammenlebens bewirken kann.
Ach ja; spannend bis zur letzten Seite!

Erschreckend und aktuell

Von: Anja Wenck Datum: 02. August 2017

Jodi Picoult hat ein brisantes und hoch aktuelles Thema super recherchiert und in eine Geschichte verpackt, die man atemlos liest und die einen oft sprachlos macht.
Großartig sind wie immer die Personen herausgearbeitet mit all ihren Ecken, Kanten, Sorgen und Verzweiflungen. Einfach brillant, auch die Übersetzung!
Das wird einer unserer persönlichen Bestseller (nicht nur) für den Herbst 2017!

So sympathisch wie "Gute Geister" und so aufrüttelnd wie "American History X"

Von: Elisabeth Elsabagh Datum: 01. Juli 2017

Dieser Roman trifft den Nerv der Zeit ohne schwerfällig zu sein. In unserer heutigen Gesellschaft wird man allzu schnell abgeurteilt auch wenn man alles richtig macht und sich Mühe gibt, dazuzugehören. Vorurteile und Hass werden geschürt anstatt den Blickwinkel zu verändern und eine Lehre daraus zu ziehen.
Mit großem Vergnügen habe ich Jodi Picoult s Buch gelesen und auch mich selbst hinterfragt.
Für alle Leserinnen, die mehr als nur ein gutes Buch lesen wollen - diese Geschichte wird sie nicht nur bestens unterhalten sondern auch ihren Horizont erweitern.

Von: Barbara Pernter Datum: 29. Juni 2017

Jodi Picoult versteht es aktuelle Themen in packende Unterhaltungsromane zu verwandeln. Der Leser kann sich dem Thema nicht entziehen und wird zum Nachdenken gebracht. Ein sehr gelungener Roman

Von: Annette Hammerschmidt Datum: 28. Juni 2017

Ich habe mich jeden Tag darauf gefreut, dieses Buch weiter zu lesen. Großartige Umsetzung eines virulenten Themas in einem lesenswerten Roman - Jodi Picoult eben. Danke für diesen tollen Titel.

Von: Katrin Gesterding Datum: 27. Juni 2017

Hut ab Frau Picoult. Sie haben sich selbst übertroffen. Jeder Jugendliche bzw. Jungerwachsene sowie Erwachsene sollte dieses Buch lesen. Ich als Buchhändlerin werde mein Möglichstes dazu beitragen. Vielleicht wird es ja Pflichtlektüre in Schulen, wer weiß?

Von: Bettina Zwirlein Datum: 27. Juni 2017

Wieder eine "typische" Picoult! Es hat mir sehr gut gefallen. Und meinen Blick für die "kleinen" Unstimmigkeiten geöffnet. Klasse

Von: Helga Cichon Datum: 27. Juni 2017

Ein wahrlich bewußtseinserweiterndes Buch, das lange im Leser nachklingt. Solche Bücher sind es, die Lesen so wertvoll machen.

Von: Annette Roim Datum: 27. Juni 2017

Die neue Jodi Picoult ist wie immer sehr mitreißend geschrieben. Sie hat das Thema Rassismus im Alltag sehr gut eingefangen und aufgezeigt, wie leicht es teilweise ist, ins "Schubladendenken" zu verfallen. Leider hat sie sich etwas zu sehr in dem Thema verrant und das Ende war für mich zu stark konstruiert. Ihr Roman hat mir aber trotzdem gut gefallen.

Von: Lena Müller Datum: 19. Juni 2017

Soeben habe ich das Buch „Kleine große Schritte“ von Jodi Picoult zu Ende gelesen.
Zunächst einmal möchte ich Ihnen für dieses starke, bewegende Buch danken!
Beim Lesen hatte ich hin und wieder einen Kloß im Hals, weil ich einfach nicht begreifen konnte (und dazu immer noch nicht in der Lage bin), dass man Menschen aufgrund ihres Erscheinungsbildes / ihrer „Rassenzugehörigkeit“ ausgrenzt.
Die Geschichte dieses Buch hat mich zutiefst bewegt, denn Diskriminierung ist für mich ein großes Thema, auch weil ich vor Kurzem den Film „12 Years a Slave“ gesehen habe. Deshalb hatte ich einen direkten Verknüpfungspunkt.
Meiner Meinung nach besitzt dieses Buch die Kraft Augen zu öffnen und Menschen zusammen zu bringen, um sich gemeinsam für Minderheiten einzusetzen.
Minderheiten, die auf den ersten Blick anders zu sein scheinen. Jedoch handelt es sich um Menschen, die ein Recht auf ein selbstbestimmtes und uneingeschränktes Leben haben.
Individualität und Vielfältigkeit einer Gesellschaft ist eine Stärke und darf nicht als Schwäche oder gar Nachteil ausgelegt werden.
Die Figuren des Buches sind durchweg authentisch ausgearbeitet worden, man konnte die Lebensgeschichten jedes Einzelnen nachvollziehen, sodass die Geschichte sehr glaubhaft wirkt. Mir gefällt besonders gut, dass die Autorin durch eine reale Geschichte auf das Thema aufmerksam geworden ist.
Ihr ist die Umsetzung sehr gut gelungen.
Abschließend bedanke ich mich für dieses wunderbare Lesegeschenk.

Von: Hedy Kunze Datum: 14. Juni 2017

Ein aufwühlendes, sehr emotionales Buch. Wieder ein Roman, den man unbedingt lesen sollte.

Von: Renate Peter Datum: 14. Juni 2017

Dieses Buch war für mich sehr erschütternd und bewegend; es gibt verschiedene Spielarten des Rassismus: sich dezidiert zum Rassismus bekennen, Rassisismus verschweigen bzw. aus dem Denkhorizont ausklammern, bewusst nicht rassistisch sein wollen. Erst wenn Rassismus kein Thema mehr ist, weil Hautfarbe, Religion oder Ethnie wirklich keine Rolle spielen, kann er als überwunden gelten.
Ein in der Tat großartiger, gegen Ende hin die Spannung sich immer mehr steigender Roman zum diesem Thema.

Von: Sabine Neudert Datum: 14. Juni 2017

Das neue Buch von Jodi Picoult hat mich wieder einige Stunden Schlaf gekostet ;) Endlich wieder ein richtig gutes Buch von ihr. Ein tolles Thema, super geschrieben! Vor allem auch in der Hinsicht, dass sich viele nicht als Rassisten sehen, und doch gibt es diese kleinen Dinge, die man vielleicht tut, oder sagt. Die verletzend sind, obwohl man es vielleicht nicht böse meint. Aber man macht es vielleicht doch unbewusst.
Ich hab das Buch mit Freude gelesen und es hat mich auch sehr zum Nachdenken gebracht!
Ich finde das Buch sollten alle lesen und ich werde es fleißig für Weihnachten empfehlen.
Vielen herzlichen Dank für diesen tollen Lesegenuss :)

Von: Bianca Schmid-Paech Datum: 14. Juni 2017

„Mitnehmendes Rassismus-Epos. Dreigleisig und zeitnah. Wie gemacht für Hollywood!“

Von: Hildegard Trant Datum: 14. Juni 2017

Lange Zeit habe ich an Picoult gezweifelt. Waren "Beim Leben meiner Schwester" und "19 Minuten" Zufälle?
"Kleine große Schritte" hat mich wieder von ihrem Talent überzeugt, Situationen und Konflikte von Menschen zu schildern und den Leser mit das Leben ihrer Protagonisten ziehen.
Man geht in den Schuhen ihrer Helden und lebt eine Weile in deren Welt. Ihr neuer Roman zeigt die Auswirkungen von Rassismus. Die Aussichtslosigkeit, in der Ruth, die farbige Hebamme, die alles immer richtig gemacht hat und ein guter Mensch ist, sich befindet, erschüttert zutiefst. Und gleichzeitig zeigt Kennedy, ihre weiße Verteidigerin, dem Leser, wie man ungewollt rassistisch sein kann: weil man sich über das Ausmaß der Diskriminierung, der Farbige ausgesetzt sind, nicht bewusst ist.
Ein großartiges Buch: einfach, aber spannend geschrieben, kann es eine breite Leserschaft erreichen und aufrütteln.

Von: Birgit Wustrack Datum: 14. Juni 2017

Habe gerade die neue Picoult gelesen - super! Wird definitiv eine meiner Herbst-Weihnachts-Lieblings-Empfehlungen. Nachdem der Vorgänger in meinen Augen etwas schwächelte, ist das wieder richtig, richtig gut!!

Picoult : Wichtig wie nie

Von: Stefanie Westenberger Datum: 02. Juni 2017

Endlich wieder einmal eine "richtige", wenn nicht sogar die beste Picoult....DAS Thema der USA, sowohl bei Morrison und Whitehead, und jetzt auch für " Grisham-Leser". Gut recherchiert, einfühlsam, lebendig, glaubwürdige Charaktere - ein Buch, dem richtig viele Leser zu wünschen sind.

Von: Sabrina Reiter Datum: 18. Mai 2017

Seit meiner Jugend zählt Jodi Picoult zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Jedes Jahr freue ich mich darauf, endlich ihr neuestes Buch verschlingen zu können. "Kleine große Schritte" ist da keine Ausnahme. Wie immer schafft es die Autorin, eine Geschichte zu einem brisanten Thema aus mehreren Blickwinkeln zu erzählen und die Leser nicht nur in einen Bann zu ziehen sondern auch zum Nachdenken anzuregen. (...)

Von: Tobias Wrany Datum: 18. Mai 2017

Mit "Kleine große Schritte" ist Jodi Picoult wieder bei jener Geschichtsform angelangt, die sie (zu Recht) so bekannt gemacht hat: Ein gesellschaftlich relevantes Thema anhand persönlicher, ineinander verschränkter Einzelgeschichten vor dem Hintergrund juristischer Meinungsfindung unterhaltsam abzuarbeiten.
"Kleine große Schritte" zeigt lebhaft geschilderte Figuren vor einem spannungsgeladenen und emotional packenden Hintergrund in einer klug, und gar nicht mal so vorhersehbar geschilderten Geschichte.
Die "Kleinen großen Schritte" hätten das Potential zu einem richtig großen und relevanten Unterhaltungsroman gehabt, wenn der Autorin die Wichtigkeit ihres Themas nicht doch zu sehr bewusst gewesen wäre. Da uns Jodi Picoult offenkundig aus allen erdenklichen Blickwinkeln mit dem Thema des Rassismus in unserer Zeit bekannt machen möchte, gleicht ihr Roman über große Strecken eher einem überdeutlich dozierenden Lehrbuch, denn einer engagierten Erzählung. Schade ist dies insbesondere, da es Picoult in "Kleine große Schritte" gerade auch gelingt, das Scheinwerferlicht gezielt auf den gerade nicht so offensichtlichen, nämlich den gedankenlosen oder gar wohlmeinenden Rassismus von uns ganz normalen Durchschnittsmenschen zu lenken, was aber oft unter die Räder ihrer betont monothematischen Erzählmethode zu geraten droht.

Von: Dagmar Horvath Datum: 18. Mai 2017

Erschreckend realistisch!

Von: Susanne Wiesner Datum: 18. Mai 2017

Kraftvoll, eindringlich, herausfordernd, manchmal sogar provozierend, ehrlich! Ich habe alle Bücher von J. Picoult gelesen, aber dies ist wirklich ihr bestes!!! Hochaktuell! Danke!