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Jodi Picoult

Kleine große Schritte

Roman

Jodi Picoult - bewegend wie nie

Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …

Das Buch spielt in New York, USA

Leserstimmen

Ein gut gemeintes Buch mit grausamer Übersetzung

Von: Elif Datum: 18. November 2017

Meine Meinung
Jodi Picoult ist eine Autorin, die den meisten ein Begriff sein dürfte. Jodi Picoult ist außerdem eine weiße Autorin, die sich einem sehr schwierigen Thema angenommen hat: Rassismus. Das ist schon mal etwas, was ich prinzipiell kritisieren würde: Dass sie als Nicht-Betroffene darüber schreibt und den Platz im Verlag einer potentiellen Autorin wegnimmt, die aus eigener Erfahrung darüber schreiben könnte und ohnehin durch ihre Hautfarbe schwierigere Voraussetzungen hat, ein Buch zu veröffentlichen. Warum also tut Picoult das, obwohl sie weiß, dass es strukturellen Rassismus gibt?

Ich hätte mir gewünscht, das Nachwort des Buches wäre am Anfang gewesen. Dort erklärt Picoult, dass das Buch vor allem für diejenigen ist, kein Problem damit haben, einen Skinhead rassistisch zu nennen, den eigenen Rassismus aber nicht erkennen – und dass sie selbst so jemand war/ist. Also schreibt sie für Leute wie sie – weiße Leute. Ich glaube, die durchschnittliche Picoult-Leserin wird wohl auch eine weiße, mittelständische, westliche Frau sein, weshalb sie ihre Zielgruppe sicher erreicht. Und ich habe wenig daran auszusetzen, dass die Autorin da, wo sie Einfluss hat, etwas bewirken möchte.

Ihren Einfluss nutzt sie allerdings auf eine eher plakative Art. Ich habe schon ewig kein Buch mehr von der Autorin gelesen, ich weiß nicht, ob sie immer so schreibt (à la Fitzek und Hoover), aber die Situation um eine Schwarze Krankenschwester, einen weißen Nazi und eine weiße Anwältin war schon sehr dazu verdonnert, das Bewusstsein mit einer Brechstange zu wecken. Vieles las sich eher wie eine Aneinanderreihung an (anti-)rassistischem Knowhow und als hätte Picoult einfach alles unterbringen wollen, was sie gelernt und gelesen hat, damit es auch ja die letzte Person versteht. An einer Stelle fragt die 4-jährige Tochter der Anwältin den 17-jährigen Sohn der Angeklagten, ob seine Kette bedeute, dass er ein Sklave sei. Solche und ähnliche Situationen wirkten für mich einfach zu konstruiert, um als Geschichte und Roman zu funktionieren. Auch handelten einige Charaktere manchmal sehr unstimmig zu dem, wie sie sonst dargestellt wurden.

Was ich im Nachhinein ebenfalls unglücklich finde, ist, dass die Anwältig eine Art White Saviour wird – hat mich ein bisschen an To Kill A Mockingbird erinnert, das auch antirassistisch sein will, es aber nicht schafft. Zugegeben, Picoult gelingt es besser als Lee. Es werden auf nahezu jeder Seite Themen angesprochen wie Mikroaggressionen, Alltagsrassismus, Colourism und was alles dazu zählt. Zum Beispiel auch der Satz der Anwältin, sie sähe keine Farben. Der_die Leser_in wird an die Hand genommen und durch dieses riesige Feld geführt, das Rassismus ist. Bei Menschen, die sonst mit dem Thema nicht viele Berührungspunkte haben, kann das sicher erkenntnisreich sein. Wenn allerdings schon ein bestimmtes Wissen vorhanden ist, ist das Buch kein Muss. Womit ich auch schon beim nächsten Punkt wäre: Schwarzen Menschen und PoC würde ich das Buch und insbesondere die deutsche Übersetzung (dazu gleich mehr) nicht unbedingt empfehlen. Es ist, wenn auch authentisch, doch sehr krass, dass in den Kapiteln des Nazis ganz oft das N-Wort und andere gewaltvolle Worte auftauchen. Da müsst ihr abwägen, ob ihr das lesen möchtet.

Nun zur deutschen Übersetzung. Der C. Bertelsmann-Verlag hat es leider geschafft, ein antirassistisch gemeintes Buch durch die Übersetzung rassistischer zu machen. Ich hätte mir sehr gewünscht, dass das Lektorat sprachsensibler und rassismuskritischer gewesen wäre und hoffe, dass da vielleicht noch Änderungen vorgenommen werden, denn: „People/Person of Colour“ bedeutet übersetzt nicht „Farbige“. Im Gegenteil. „Farbige ist ein rassistisches, vom Kolonialismus geprägtes Wort, das eine Fremdbezeichnung von Weißen war/ist. Das Äquivalent ist „coloured“. „People of Colour“ hingegen ist eine Selbstbezeichnung. Ich weiß, dass es davon keine gute deutsche Übersetzung gibt. Aber es kann keine Lösung sein, stattdessen durchgängig ein deutsches rassistisches Wort zu verwenden. Zum Nachlesen empfehle ich da diese und diese Seite. Ähnlich verhält es sich mit dem Wort „Race“, das – augenscheinlich richtig - mit „Rasse“ übersetzt wurde und ebenfalls oft vorkam. Nicht ungewöhnlich, weil „Race“ im englischen Sprachraum sehr gängig ist, der deutsche Diskurs ist jedoch ein anderer, da wir aufgrund der deutschen Geschichte eine größere Vorbelastung haben. Deshalb kann und sollte „Rasse“ nicht unkritisch verbreitet werden. Dazu empfehle ich diesen Link. Vielleicht kann man das beim Übersetzen lösen, indem man das Wort in Anführungszeichen setzt oder ein „sog.“ Davorsetzt – ich habe keine Ideallösung im Ärmel, werdet einfach kreativ, aber bitte reproduziert keinen Rassismus, insbesondere nicht in Antirassismus beabsichtigenden Büchern.

Fazit
Dieses Buch war mächtig. Nicht nur von der Seitenzahl her. Picoult hat sich etwas Großes vorgenommen und es größtenteils auch gemeistert, unter ihrem Vermittlungsdrang litt allerdingt die Geschichte selbst. Ich glaube, ihrer eigenen Absicht, der Zielgruppe, zu der sie selbst gehört, etwas beizubringen, um die Welt ein bisschen besser zu machen, wird sie gerecht werden können. Wer allerdings bewusst ein Buch über Rassismus sucht und nicht einfach einen neuen Picoult-Roman, sollte trotzdem lieber Schwarze Autor_innen oder Autor_innen of Colour unterstützen. Für den Roman selbst würde ich 3 Sterne vergeben, für die Übersetzung gibt es allerdings noch einen Punkt Abzug, sodass es von mir 2 von 5 Sternen gibt.

Jeder sollte dieses Buch lesen!

Von: Liebe dein Buch Datum: 18. November 2017

Kurzbeschreibung: Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …

Cover: Das Cover gefällt mir wirklich gut. Die gedeckten Farben harmonieren perfekten mit den hübschen Blüten und den goldenen Punkten. Natürlich hat die Gestaltung wenig mit dem Thema des Buches zu tun. Allerdings ist es auch sehr schwierig einem solch brisanten und großen Thema grafisch gerecht zu werden.

Lieblingszitat: "Und zwar, weil es beim Rassismus nicht nur um Hass geht. Wir haben alle Neigungen, selbst wenn wir uns das nicht eingestehen wollen. Weil es beim Rassismus nämlich auch darum geht, wer Macht hat … und wer Zugang dazu." (Seite 544)

Meine Meinung: Wenn mich jemand fragen würde, welche Autorin/ welcher Autor für mich eine/ einer der bedeutendsten und beeindruckendsten unser Zeit ist, dann müsste ich nicht lange überlegen. Für mich persönlich ist das Jodi Picoult. Diese Frau schreibt über Themen die unangenehm und schwierig sind, die einen ganz tief im Inneren berühren und zum Nachdenken anregen. Sie ist dabei in ihrem Feingefühl nicht zu übertreffen. Auch in „Kleine große Schritte“ schreibt sie über ein Thema, das unglaublich wichtig ist und über das gleichzeitig viel zu wenig gesprochen wird. Die Rassendiskriminierung in unserer Gesellschaft ist ein Problem über das wir sprechen müssen. Jodi Picoult weist mit diesem Buch auf Missstände hin und geht dabei auch mit sich selbst scharf ins Gericht.

Um diesem Thema überhaupt gerecht werden zu können, wird die Geschichte rund um das Gerichtsverfahren aus drei Perspektiven betrachtet. Aus der Sicht der afroamerikanischen Hebamme und Säuglingskrankenschwester Ruth, des rechtsradikalen Vaters des toten Babys Turk und der weißen, privilegierten und augenscheinlich nicht rassistischen Rechtsverteidigerin Kennedy. Manche Szenen werden auch aus unterschiedlicher Perspektive nochmal erzählt. Was mir normalerweise gar nicht gefällt, war in diesem Buch genau richtig gewählt, um die Sicht der verschiedenen Personen zu verstehen. Da man sich in die Charaktere schwer hineinversetzen kann, wenn man nicht ihre Auffassung oder Erfahrungen teilt.

Jodi Picoult betrachtet die Rassendiskriminierung wirklich aus allen Blickwinkel und jeder neue Charakter bringt seine eigene Haltung und seine eigene Auffassung mit in die Geschichte hinein. Und auch die Vergangenheit wird ausführlich betrachtet. Wie war Ruths Kindheit? Wie ist sie zu der Frau herangewachsen, die sie heute ist? Wie ist ihre Haltung zum Rassismus entstanden? All diese Fragen und noch viele mehr werden beantwortet. Aber auch andersrum lernt man viel über Turks Vergangenheit und die arische Bewegung in den USA. Wie ist sein Fremdenhass entstanden? Wie konnte es überhaupt so weit kommen?

Alle Charaktere entwickeln sich im Laufe der Geschichte und des Gerichtsverfahrens charakterlich weiter. Jeder zieht seine eigenen Schlüsse und verändert sich. Aber auch ich selber habe viel gelernt. In ihrem Abschlussplädoyer spricht Kennedy über aktiven und passiven Rassismus und wie (fast) jeder von uns nur augenscheinlich keinen Rassismus unterstützt. Ich würde am liebsten das ganze Plädoyer abtippen, aber da dies nicht geht, kann ich nur jedem wärmstens ans Herz legen dieses Buch zu kaufen.

Fazit: Jodi Picoult hat für mich mit diesem Buch mal wieder ein Meisterwerk vollbracht. Wie sie mit der Gesellschaft und auch mit sich selbst scharf ins Gericht geht, Kritik übt und auf Missstände aufmerksam macht, ist beeindruckend. Das Thema dieses Buches, die Rassendiskriminierung, ist ein so wichtiges Thema, daher sollte jeder dieses Buch gelesen haben! Klare fünf Sterne und meine größten Respekt für diese Frau!

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Überwältigend!

Von: Maddie Datum: 17. November 2017

Als ich dieses Buch begann, habe ich nicht damit gerechnet, das es so ein Meisterwerk sein würde. Ein Jahreshighlight für mich. Und wohl auch eines meiner Lieblingsbücher. Ich hatte mich auf ein tolles Buch von Jodi Picoult gefreut, von der ich vor ein paar Jahren schon mal Beim Leben meiner Schwester gelesen hatte. Aber dieses Buch ist wirklich ein echter Schatz, dessen Botschaft mehr als kostbar ist und zum Nachdenken anregt!

Das Buch ist aus drei verschiedenen Perspektiven geschrieben. Aus der von Ruth - der Hebamme, von Kennedy - Ruth's Anwältin und aus der Sicht von Turk - dem Vater des toten Babys. Drei sehr interessante Perspektiven. Jeder hat eine andere Sichtweise auf die Dinge. Es war beeindrucken, aus der Sicht dieser drei Menschen das Geschehen zu verfolgen. Zu sehen wie sie denken und welche Ansichten sie haben. Gerade der Unterschied zwischen Ruth und Turk war extrem, denn Turk ist ein Rassist, der Menschen wie Ruth verachtet. Für mich war es erschreckend, wie diese Menschen denken und auch handeln. Ich ertappte mich öfter dabei wie ich nur den Kopf schütteln konnte. Fassungslos über ihre Taten.
Ruth ist für mich eine unglaubliche Frau. Sie hat so viel Mut und Stärke. Im Verlauf des Buches wurde mir das immer mehr bewusst. Und ich bewundere sie sehr für ihren Mut.

Die Handlung war strukturiert und spannend aufgebaut. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Musste immer wissen, wie es weiter geht. Es war fesselnd und einfach echt geschrieben. Auch wenn ich, wie gesagt, oft mit dem Kopf schütteln musste und auch so recht viel mitgelitten habe mit den Charakteren, fand ich super, dass das Buch so echt geschrieben wurde. Hier wurde nichts verstellt. Alles offen gelegt. Genau so, wie es auch wirklich ist!

Ich finde es auch sehr beeindruckend, welche Recherchen die Autorin angestellt hat. Gerade bei dem Gerichtsprozess hat mich das schwer beeindruckt. Mir als Laie kann man ja alles mögliche auftischen. Ich würde es glauben, was da steht, weil ich selbst keine Kentnisse habe. Aber es muss ja auch für erfahrene Leute nachvollziehbar sein und das erfordert wirklich sehr viel Recherche. Ich fand das klasse. Und es hat sich ja auch wirklich ausgezahlt!

Dieses Meisterwerk kann ich nur jedem Empfehlen! Ein klasse, spannendes Buch, an dessen Ende man eine ganz andere Sicht auf Rassismus hat. Ich wette, jeder der es gelesen hat, ist am Ende in gewisser Weise ein anderer. Ihr müsst es lesen :)

Sehr stark, top recherchiert

Von: Isaopera Datum: 17. November 2017

Jodi Picoult ist vielen Lesern bereits durch ihre gut recherchierten Romane zu schwierigen Themen bekannt, in denen sie in Form eines Gerichtsprozesses stets alle Seiten darstellt und oft genug zum Nachdenken angeregt hat. Mir persönlich ist "Neunzehn Minuten" als sehr brisant und aufwühlend im Gedächtnis geblieben.
Mit "Kleine große Schritte" wagt die Autorin nun ein großes Projekt, wie sie im hinten enthaltenen Interview eindrücklich beschreibt. Das Thema Rassismus ist in den USA ein omnipräsentes und immer noch sehr schwieriges Thema, obwohl bereits viele positive Dinge in Bewegung gesetzt wurden. Ich finde, die Darstellung der verschiedenen Sichtweisen in diesem Roman gelingt ihr ganz ausgezeichnet und obwohl ich die Ideologie der sogenannten arischen Bewegung ablehne, die hierbei genau beschrieben und charakterisiert wird, konnte ich das Gedankenkonstrukt der Personen nachvollziehen und habe viel darüber gelernt. Die detaillierte Darstellung der Seiten lässt nicht nur auf eine intensive Recherchearbeit schließen, sondern auch auf eine hohe Identifikation der Autorin mit diesem Thema. Für mich ist es sehr passend, dass das Buch häufig in die Tradition von "Wer die Nachtigall stört" gesetzt wird!

Obwohl das Buch recht dick ist, sind die Seiten für mich nur so verflogen. Gerade während des eigentlich Gerichtsprozesses konnte ich es nicht mehr weglegen und musste eine halbe Nacht durchlesen. Die Spannung, mit der dieses Buch geschrieben ist, schaffen nur wenige Autorin so zu vermitteln und ich kann das Buch sowohl als Roman, als auch als wichtiges Zeugnis unserer Gesellschaft absolut weiterempfehlen.
Eine Verfilmung ist mit Viola Davis und Julia Roberts geplant - bis dahin sollte man das Buch unbedingt gelesen haben :)

Bezauberndes Buch

Von: Jasmin181 Datum: 15. November 2017

Meine Meinung:

Als ich dieses Buch anfing zu lesen hatte ich keine Ahnung das ich am Ende das Thema Rassismus in einem ganz anderen Licht sehen werde. Die Story beginnt mit einem Rückblick in die Vergangenheit der Hauptfigur und gibt uns als Leser Einblick in ihr Leben. Auch springt die Erzählung zwischen verschiedenen Charaktere was interessante Sachen und Denkweisen ans Tageslicht bringt. Man lernt die Hauptpersonen besser kennen und ich kann nur sagen, dass ich geweint, geliebt, gehasst habe. Oft war ich empört über die Handlungen der Eltern des Babys und hatte ganz oft starke Abneigung oder besser gesagt spürte ich Wut über das ekelhafte Verhalten der beiden. Ruth, die Krankenschwester um die es ja geht ist sympathisch und manchmal wünschte ich mir das sie mal aus sich herauskommt was sie dann am Ende des Buches auch tut. Es zieht sich über den Hauptteil ein wenig, dennoch ging es vorwärts und ich musste wissen wie es weiter geht. Ich mochte den Schreibstil von Jodi Picoult total gerne und es ist auch nicht das erste Werk das ich von Ihr gelesen habe. Es liest sich flüssig, ist in sich stimmig und ich konnte mich gut in die Hauptcharaktere hinein versetzen. Ich kann Euch dieses Buch wärmstens empfehlen und lege es Euch ans Herz. Noch nie habe ich ein Buch gelesen zu dem ich mir so viele Anmerkungen gemacht habe wie “ Kleine große Schritt „, denn es gab wirklich viele Gänsehautmomente, Kopfschütteln und Fassungslosigkeit. Von mir bekommt dieses Buch eine klare Leseempfehlung.

Dieses Buch hat mich sehr berührt

Von: Svanny Datum: 13. November 2017

Rezension:

Inhaltsangabe:

Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …

Fazit:

Dieses Buch ist keine einfache Lektüre für nebenbei. Es ist sehr tiefgründig und unglaublich facettenreich.
Die verschiedenen Perspektiven von Ruth, Turk und Kennedy vertieft die unterschiedlichen Sichtweisen auf das Problem des Rassismus auf eine sehr intensive Form.
Die Geschichte ist mir stellenweise wirklich sehr nahe gegangen. Gerade die Darstellung von Ruth über das Leben einer dunklen Frau ist sehr traurig und wie ich vermute, Realität.
Die Autorin hat schon etliche Bücher geschrieben, mir war sie durch das Buch: Beim leben meiner Schwester bekannt. Schon in diesem Buch hat sie mich zu Tränen gerührt. Auch bei diesem Buch war ich an vielen Stellen sehr gerührt und teils auch richtig wütend.
Gerade der juristische Prozess ist sehr gut recherchiert und bringt die verschiedenen Sichtweisen teils zum überkochen.
Die drei Hauptcharaktere sind so gut dargestellt und unterscheiden sich so stark, dass es einem schwer fällt zu glauben, dass dieses Buch aus der Feder einer Person geschrieben wurde.

Mich hat diese Geschichte sehr berührt und zum nachdenken angeregt. Ich kann dieses Buch nur empfehlen und hoffe, dass ihr auch alle so begeistert seit von diesem Buch. Wie gesagt es ist tiefgründig und daher nicht als leichte Urlaubslektüre gedacht.

Ein gutes Buch mit wichtiger Message

Von: Bücherliebe99 Datum: 13. November 2017

Nachdem Jodi Picoult sich wohl sehr lange nicht an das Thema Rassismus herangewagt hat, ist ihr hier wieder einmal ein außergewöhnliches Werk gelungen.

Für Ruth ist seit ihrem 5. Lebensjahr klar, sie will Hebamme werden. Schlüsselerlebnis war, als sie damals unfreiwillig eine Geburt miterlebt hatte. Sie ist sehr ehrgeizig und setzt alles daran ihren Traum zu verwirklichen und schafft es tatsächlich eine sehr gute Hebamme und Säuglingskrankenschwester zu werde. Sie ist schon weit über zwanzig Jahre im Dienst, als ein frischgebackenes Elternpaar nicht von ihr betreut werden will. Ruths Hautfarbe passt ihnen nicht. Tuck und Brittany Bauer hassen Schwarze, Schwule, Juden und überhaupt alle Ausländer. Nur die arische Rasse zählt. Als das Baby der Bauers plötzlich zu atmen aufhört, weiß Ruth nicht wie sie sich verhalten soll. Denn egal was sie tun wird, es wird das Falsche sein. Als das Baby stirbt, wollen die Eltern nur noch Rache. Ruth wird des Mordes angeklagt…. Ein Nervenaufreibender Prozess beginnt.

Die Charaktere der Protagonisten sind hier sehr gut gelungen. Die Geschichte wird aus den verschiedenen Sichtweisen in der Ich Schreibweise einzeln erzählt. Die Ängste und Gefühle sind sehr gut nachvollziehbar. Bis Ende des Buches wird hier jedem klar: es gibt aktiven und passiven Rassismus und irgendwie sind wir alle betroffen – das machte mich sehr nachdenklich.
Nachdem mich die letzten beiden Werke der Autorin weniger überzeugt hatten, hat sie mich hiermit wieder als ihre begeisterte Leserin gewonnen.

Zeljka Ilic

Von: Zeljka Ilic Datum: 13. November 2017

Meine Meinung

Zum Buch

"Kleine große Schritte" ist mein erstes Buch der Autorin Jodi Picoult. Ich hatte keine großen Erwartungen, da ich mit der Autorin nicht vertraut bin. Doch das Buch hat mir die Sprache verschlagen. Es ist so bezaubernd geschrieben und vor allem die Thematik hat mich äußerst positiv überrascht. Rassismus ein so wichtiges Thema wird in unserer Gesellschaft viel zu wenig behandelt. Deshalb finde ich es umso besser, wenn sich Autoren an dieses Thema rantrauen.
Cover

Die Blumen und die Farben sind perfekt gewählt. Solch ein schönes Cover gibt es nicht so oft zu sehen. Ich bin fasziniert.
Protagonisten

Ruth die Säuglingsschwester ist eine äußerst gerechte und sympathische Person. Sie ist dieser eine Charakter, den man von Anfang an mag. Turk ist ein seht interessanter Charakter. Er ist Rassist. Das lässt er uns ganz schnell spüren. Wie er zum Rassisten wird, erfahren wir durch seine Einblicke des früheren Lebens.Mein Lieblingscharakter in diesem Buch war Kennedy. Sie ist eine starke und charismatische Frau. Die Art, wie sie ihren Job ausübt, mochte ich sehr. Einfach ein großartiger Charakter.
Der Schreibstil

Das Buch wird aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt. Ruth, Turk und Kennedy sind die Hauptcharaktere im Buch und die uns die ganze Geschichte darstellen. Der Schreibstil war flüssig zu lesen. Außerdem hat man immer eine gewisse Spannung, die vor allem zum Schluss gesteigert wird.
Fazit

Ein großartiger Roman mit einer wichtigen Thematik. Jeder von uns sollte sich einmal, mit dem Thema Rassismus auseinandersetzen.
Absolute Leseempfehlung!!!

Eine sehr aufwühlende Geschichte

Von: Märchenfee/Tiara Datum: 12. November 2017

Meine Meinung:
Leider ist dies mein erstes Buch, das ich von Jodi Picoult gelesen habe. Leider sage ich deswegen, weil ich glaube, hier wirklich was versäumt zu haben, bisher noch kein Buch von ihr zu kennen.
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Ruth, ihrer Pflichtverteidigerin Kennedy und Turk in der Ich-Form erzählt. Die Autorin hat einen wahnsinnig guten, mitreisenden Schreibstil, der dem Leser die Protagonisten richtig lebendig, authentisch und zum Greifen Nahe bringt.
Ruth Jefferson ist eine sehr erfahrene und kompetente Säuglingsschwester, die seit 20 Jahren am Mercy- West Haven Hospital arbeitet. Sie liebt ihren Beruf, ist auch bei ihren Kolleginnen und Kollegen gut angesehen, bis eines Tages Turk ihr verbietet, sein weißes Baby anzufassen.
Die Stationsschwester macht daraufhin einen Vermerk in der Akte von Davis und gibt Ruth die Anweisung, sich von dem Baby fernzuhalten. Doch dann geschieht ein Notfall im OP und Ruth ist alleine mit Davis im Zimmer. Da bermerkt sie, dass der kleine nicht mehr atmet.
Hin und her gerissen, weiß sie nicht, was sie tun soll. Soll sie sich der Anweisung beugen und sich wirklich von Davis fernhalten oder soll sie versuchen ihn wiederzubeleben? Doch bis sich sich entscheidet, was zu tun ist, stirbt Davis und Ruth bekommt die Schuld.
Damit ja das Krankenhaus nicht verklagt wird, wird Ruth die alleinige Schuld zugeschrieben und auch ihre Kollegen wenden sich von ihr ab.

Turk ist der Unsympath überhaupt. Er ist total rassistisch, jeder der nicht arisch ist, wird bekämpft und brutal niedergeschlagen, auch vor Schwulen macht er nicht halt.

Die Geschichte hat mich von Anfang an richtig gepackt, sie beginnt spannend und der Spannungsbogen hält das ganze Buch über an und immer wieder hat die Autorin Wendungen eingebaut, mit denen ich nicht gerechnet hätte. Ich konnte es nicht mehr zur Seite legen, wollte ich doch unbedingt, wissen, wie es für Ruth ausgeht.
Die Geschichte macht nachdenklich, aber auch traurig, dass in unserer heutigen Zeit immer noch soviel Rassismus gibt.

Von mir bekommt die Geschichte 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung.

Großartiges Buch & tolle Umsetzung!

Von: Martina - Schmökerwelten Datum: 12. November 2017

Im Vorfeld bietet es sich an, die Kurzgeschichte "Das Mädchen mit den roten Schuhen" zu lesen. Sie dient als Vorgeschichte und beleuchtet Ruths Kindheit etwas näher. Ist aber auf gar keinen Fall ein Muss.
Jodi Picoults neues Buch stand von Anfang an auf meiner Must-have-Liste, ohne dass ich mich über den Inhalt informiert hatte, weil sie mich bisher mit jedem ihrer Romane mitgerissen hat. Ich liebe ihren Schreibstil und ihre Art, wie sie sich dem jeweiligen Thema widmet.
Diesmal diente eine reale Begebenheit in den USA ihr als Vorlage für diesen bewegenden und wie ich finde, sehr wichtigen Roman. Rassendiskriminierung ist leider auch heute immer noch ein Thema in unserer Gesellschaft und Rassismus gehört zu unserem Alltag dazu. Erschreckend auch, was wir alles so selbstverständlich in unseren Alltag übernommen haben, ohne dass man sich eigentlich darüber Gedanken macht. Wer kennt ihn nicht, den weißen Ritter - natürlich der Gute - so wie der schwarze immer für das Böse steht. Warum sind Pflaster eigentlich immer bloss hell?
Jodi Picoults Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der drei Hauptprotagonisten erzählt und dabei erfährt man alles über ihre jeweiligen Gefühlslagen und ihr Leben, so dass man all ihre Handlungsweisen durchaus nachvollziehen kann. Auch wenn man sie nicht immer gutheißen kann.
Im Verlauf des Prozesses, der wohl nie stattgefunden hätte, wenn die Krankenschwester eine Weiße gewesen wäre, hat mich der Roman sehr an den Autor John Grisham erinnert, was ich überhaupt nicht negativ meine, sondern was eher als Kompliment gedacht ist.
Ein großartiges Buch, toll umgesetzt, das sehr zum Nachdenken anregt und mich noch sehr lange beschäftigt hat.
Eine ganz klare Leseempfehlung von mir!

Ein Kampf, gegen den alltäglichen Rassismus

Von: TintenKompass Datum: 10. November 2017

Inhalt:
Nach einem Routineeingriff stirbt ein Neugeborenes im Krankenhaus und es ist sehr schnell klar, war daran schuld ist. Die dunkelhäutige Säuglingsschwester namens Ruth, die das Baby nicht anfassen durfte, weil Ihr dies untersagt war. Daraufhin folgt ein nervenaufreibendes Verfahren und eins wird da vor allem offenbart und zwar, dass der alltägliche Rassismus, in der westlichen Welt, noch lange nicht überwunden ist.

Cover:
Ich liebe das Cover wirklich. Die Farben harmonieren perfekt miteinander und trotz der Blumen wirkt es sehr schlicht. Das gefällt mir auch wirklich sehr gut. Der Titel hat auch eine schöne Größe und vor allem eine sehr schöne Position. Das der Autorenname so groß und in weiß gehalten wurde, finde ich überhaupt nicht schlimm, denn es passt perfekt zum Gesamtbild.

Meine Meinung:
"Kleine große Schritte" wurde von Jodi Picoult verfasst und von Elfriede Peschel übersetzt.
Das ist auch das erste Buch, dass ich von der Autorin gelesen habe, weshalb ich auch sehr gespannt war, wie mir Ihre Ideen und Ihr Schreibstil gefallen würden.
Dabei Spricht die Autorin ein sehr wichtiges Thema an, weshalb ich dieses Buch auch unbedingt lesen wollte. Ich finde nämlich, dass Rassismus immer noch ein großes Thema ist und Jodi Picoult zeigt uns, wie Ihre Protagonistin damit im Alltag konfrontiert wird.
Am Anfang konnte ich mich aber zuerst nicht zum lesen bewegen und musste mich deswegen dazu überwinden. Aber als ich erstmal angefangen habe, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und musste immer an die Protagonistin und Ihr Leben denken.
Dabei waren die ganzen Hintergrundgeschichten, der Buchcharaktere, zwar sehr wichtig fürs Verständnis aber oft haben sie mich auch gestört. Manchmal war nämlich auch etwas dabei, was, meiner Meinung nach, eher unwichtig war.
Aber es gab auch die eine oder andere Überraschung, die eine kleine Wendung in die Geschichte brachte und somit auch dafür sorgte, dass die Spannung erhalten blieb.
Dabei hat sich die Autorin bei den Buchcharakteren wirklich sehr viel Mühe gegeben, denn es gab viele unterschiedliche Charaktere, die nicht hätten anders sein können. Zwei Charaktere möchte ich dabei kurz erwähnen.
Einmal Ruht, die ich wirklich sehr gerne mag. Ich konnte Ihre Gefühle stets verstehen, nur Ihre Handlungen manchmal nicht.
Und Turk, der dabei nicht unbedingt mein Lieblingscharakter war und nur manchmal konnte er mich überzeugen. Einerseits schien er eine gute Seite zu haben, anderseits wiederum nicht.
Der Schreibstil war auch sehr schön und ließ die Seiten an einem vorbeifliegen. Dabei mag ich aber lieber eine größere Schrift, weshalb ich diese auch ein bisschen​ zu klein fand aber auch nicht viel.
Die Erzählperspektive wechselte zwischen Ruth, Turk, den Vater des Neugeborenen, und Kennedy, Ruths Pflichtverteidigerin. Wodurch es auch vorkommen kann, dass man Szenen zweimal liest, was ich einerseits störend, andererseits schön finde.
Störend, weil ich nicht unbedingt zweimal das gleiche lesen möchte und schön, weil es einem zeigt, wie der andere auf die Ereignisse reagiert.
Das Ende war dabei sehr überraschend​, denn so habe ich es definitiv nicht erwarten. Aber es war schön, sehr schön sogar. Ich hätte mir kein schöneres Ende vorstellen können und war deshalb positiv überrascht.
Im Allgemeinen ging es also um den Kampf, gegen den alltäglichen Rassismus, den die Protagonistin uns allen zeigen wollte.

Fazit:
Es war wirklich eine rührende und sehr interessante Geschichte, die mir meine Augen noch etwas weiter geöffnet hat. Dieses Buch werde ich so schnell nicht vergessen, denn ich habe selten so über ein Buch nachgedacht, wie bei diesem.

Sensibel und einfühlsam erzählt

Von: Vanessas Bücherecke Datum: 10. November 2017

Rezension Jodi Picoult - Kleine große Schritte

Klappentext:
Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …

Meinung:
Im letzten Jahr las, bzw. hörte ich zum ersten Mal eine Geschichte der viel gelobten Autorin Jodi Picoult. Die Spuren meiner Mutter fesselte mich damals tagelang an meinen CD-Spieler und das Einfühlungsvermögen der Autorin beeindruckte mich. Deshalb stand für mich direkt fest, dass ich ihren neuen Roman Kleine große Schritte lesen wollte. Unbedingt, auch wenn mich der Inhalt ein wenig erschreckte, hatte ich doch langatmige John Grisham Bücher vor Augen, die sich endlos durch amerikanische Gerichtssäle zogen.
Zum Glück passiert das in diesem Roman nicht, denn mal ganz ehrlich, es hätte auch nicht zu Picoult gepasst. Der Fokus liegt hier eindeutig auf den Figuren. Doch fassen wir erst einmal kurz zusammen, worum es in diesem Roman geht:
Die Hebamme Ruth bekommt während eines Routinegangs durch die Säuglingsstation untersagt, ein Kind anzufassen. Der Grund liegt einzig in Ruths Hautfarbe, denn sie ist eine Schwarze, die Eltern des Säuglings Nazis. Ruth hält sich an dieses diskriminierende Verbot, doch es kommt zu einer Komplikation bei dem Säugling, während sie allein im Säuglingszimmer mit ihm ist. Ruth ist hin und her gerissen. Soll sie sich den Anweisungen widersetzen und sich um das Kind kümmern oder an diese halten? Es kommt, wie es kommen muss. Das Kind verstirbt und Ruth sieht sich plötzlich der Anklage wegen Mords gegenüber. Doch ist es nur die Fall um den Säugling, der sie vor Gericht führt, oder ist es auch ihre Hautfarbe, wegen der Sie die Anklage erhalten hat?
Wieder einmal hat mich Jodi Picoult von der ersten Seite an fesseln können, auch wenn ihre Geschichte nicht immer einfach zu ertragen ist. Denn sie setzt sich sehr genau in ihre Figuren hinein, auch in den rechtsradikalen Vater. So sieht man sich mit so mancher Gewaltszene konfrontiert, inkl. des Glücksgefühls, dass diese bei seinem Verursacher auslöst. Aber gerade diese Gefühlsnähe, sei es zu Ruth, Turk oder der Rechtsanwältin Kennedy, verleihen Kleine große Schritte seine Intensität und seine große Wirkung.
Es ist erschreckend, wie gut Picoult schildert, wie schnell man in Schubladendenken und in Vorurteile abrutscht, auch wenn man sich augenscheinlich nicht für diskriminierend hält. Natürlich kehrt die Autorin hier keinen einfach so über den Kamm und kann differenzieren, doch sie zeigt auch, wie schmal der Grat sein kann und wie tief verankert Vorurteile in den Köpfen sind, bekommen wir sie doch von klein auf mit, egal wie liberal die Eltern eingestellt sind. Umfeld, Erziehung, Freundeskreise und Fremde, Fernsehen, Musik und auch Bücher, alles spielt hier eine mal große, mal kleine Rolle und verdeutlicht die Wichtigkeit des Themas, dass Picoult hier anspricht.
Wie Ruth's Fall ausgeht, dass möchte ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Aber nicht nur der Ausgang der Geschichte ist fesselnd, auch die vielen Hintergründe, die Picoult hier einbaut, machen das Buch unheimlich lesenswert. Und keine Angst vor langen Gerichtsszenen. Wie schon gesagt, ist hier das Drumherum und das menschliche im Vordergrund. Deswegen finden sich hier letztendlich gar nicht so viele Szenen im Gericht.

Fazit:
Jodi Picoult ist eine begnadete Erzählerin, die auch hier wieder zeigt, mit wie viel Fingerspitzengefühl sie sensible Themen umsetzen kann. Ehrlich, manchmal ein wenig unbequem aber unheimlich menschlich fesselt sie ihren Leser von der ersten bis zur letzen Seite an Kleine große Schritte.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den C. Bertelsmann Verlag für das Rezensionsexemplar.

Bist du weniger wert, weil du schwarz bist?

Von: Denise Datum: 09. November 2017

Ruth Jefferson ist Hebamme und Säuglingskrankenschwester in New York. Seit über 20 Jahren betreut sie Mütter und deren Babys. Als sie eines Tages den Sohn von Turk und Brittany untersucht, eskaliert die Situation. Der Vater des Kleinen ist bekennender Rassist und will nicht, dass eine schwarze Krankenschwester seinen Sohn betreut. Ruth ist wütend und entsetzt, hält sich jedoch an die Anweisung. Bis das Baby einen Atemstillstand erleidet...

"Kleine große Schritte" ist das neuste Werk von Jodi Picoult und hat mich berührt, wütend gemacht und nachdenklich gestimmt. Die Autorin greift in ihren vielen Büchern immer wieder bewegende Themen wie Amokläufe, Teenagerschwangerschaften oder Organspende auf. In ihrem neuen Roman befasst sie sich mit einem Thema, das so alltäglich wie erschreckend ist: Rassismus. Und dabei zeigt sich deutlich, aber ohne Holzhammer, wie alltäglich diese Form der Diskriminierung ist.

Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt. Ruth, die schwarze Krankenschwester, nimmt uns mit in ihren Alltag aus Geburt, Muttersein und den täglichen Kampf gegen Vorurteile. Turk, der bekennende Rassist und White-Power-Anhänger, gewährt einen Einblick in seine Welt, in der Weiße die Herrenrasse sind. Und Kennedy, die spätere Anwältin von Ruth, die als Pflichtverteidigerin viel Elend gesehen hat und dabei immer wieder den Kampf für ihre Klienten aufnimmt. Diese Mischung ist so gegensätzlich wie explosiv.

Zum Einen ist da ein Vater, der seinen neu geborenen Sohn verliert und dafür die Person verantwortlich macht, die seiner Weltansicht nach wertlos ist und nie in die Nähe seines Kindes hätte kommen dürfen. Zum Anderen ist da eine Krankenschwester, die ihr Leben lang für jeden Schritt nach vorn kämpfen musste. Und genau dieses Leben bricht mit der Mordanklage komplett auseinander.

Ich war erschrocken, wie gut Jodi Picoult die Gedankenwelt des White-Power-Anhängers darstellen konnte. Beim Lesen ekelte ich mich vor so viel Hass und Arroganz. Als vollkommenen Kontrast habe ich die Kapitel empfunden, in denen Ruth aus ihrem Leben erzählt. Sie wirkte auf mich stolz, aber bescheiden und zeigte mit kleinen Anekdoten, dass der Rassismus in den USA allgegenwärtig und alltäglich ist. Sei es beim Einkaufen, im Job oder vor Gericht. Ruth hat ihre Hautfarbe nie als Ausrede oder Begründung gesehen. Und muss nun mit Erschrecken feststellen, dass diese Einstellung nichts mehr wert ist, wenn man vor dem Richter steht. Ihre Wut und Traurigkeit konnte ich nachvollziehen.

Jedoch werde ich es nie nachfühlen können, da ich als Weiße nie diese Nachteile spüren werde. Und genau diese Erkenntnis macht das Buch von Jodi Picoult so wichtig. Sie zeigt, dass wir uns gern für nicht rassistisch halten und dennoch eine Form der Diskriminierung ausüben, der wir uns wenig bewusst sind. Das ist traurig, beschämend und zeigte mir, wie viel sich noch ändern muss.

Dabei verwendet die Autorin weder den moralischen Zeigefinger, noch maßt sie sich an, den heiligen Gral für die Gerechtigkeit gefunden zu haben. Sie hat bei mir einen Denkprozess ausgelöst. Und dafür bin ich sehr dankbar.

Einen Wermutstropfen gibt es jedoch bei diesem Roman: Das Ende. Jodi Picoult trägt meiner Meinung nach zu viel aus, bringt eine Wendung ins Spiel, bei der ich ungläubig aufgelacht habe. Diese Wendung ist dramatisch, hätte aber meines Erachtens nicht sein müssen, um die Botschaft des Romans deutlich zu machen.

Fazit: Selten hat mich ein Buch so bewegt. Ich kann es sehr empfehlen.

Eine sehr tiefgründige Geschichte

Von: Kathaflauschi Datum: 08. November 2017

Ich habe schon ein paar Bücher von Jodi Picoult gelesen und bin immer wieder begeistert von ihren tiefgründigen Geschichten. Auch dieses Buch hat mich begeistert und hat mich gezwungen, es in einem durchzug zu lesen. Hierbei geht es um die Hebamme Ruth Jefferson, die seit zwanzig Jahren im Mercy-West Haven Hospital arbeitet. Sie hilft Kinder auf die Welt zu bringen, kümmirt sich um Neugeborene und assiestiert bei Ops. Dabei geht sie voll und ganz in ihrem Beruf auf und liebt auch ihren Job. Doch allerdings ist sie schwarz, was bisher kein Problem war, bis ihr der Vater eines Neugeborenes ihr untersagt, sein weißes Baby anzufassen. Als das Neugeborene David um sein Leben kämpft und außer Ruth niemand da ist, gerät sie in Gewissenskonflikt. Kann sie zulassen dass das Baby stirbt oder soll sie ihn behandeln und damit ihren Job riskieren? Trotz aller Maßnahmen stirbt das Baby und Ruth wird wegen Mordes angeklagt, was ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt. In dieser Geschichte spielen drei Charakter eine wichtige Rolle.



Ruth, ihre Anwältin Kennedy und Tuck, der Vater des verstorbenen Säuglings, schildern alles aus ihrer Sicht. Es ist höchst interessant, wie sich der Charakter eines Menschens verändern kann, wen was wichtiges ansteht. Ruth kollegen fallen ihr dabei immer mehr in den Rücken, dabei waren sie mir am Anfang recht symphatisch. Tuck war mir sehr unsymphatisch, den er war total rassistisch. Das Schwarze in der USA heute noch diskrimiert werden, ist echt traurig und das spiegelt sich in diesem Buch wieder. Ruths Anwältin Kennedy, war mir symphatisch. Sie befasste sich damit, warum die meisten so rassistisch sind und konnte auch Ruths Wut verstehen.


Der Schreibstil von Jodi Picoult ist hier auch tiefgründig, spannend, emotional und auch leicht zu lesen. Man liest hier aus drei Sichten. Sie beschreibt die Gefühlslage der drei Protagonistin sehr schön und auch verständlich. Man kann sich in alle drei gut hineinversetzen, wobei ich dabei Tuck gehasst habe. Mich hat es wirklich erschüttert, das ein kleines Wesen gestorben ist. Ich könnte sowas nie verkraften. Als Leser bekommt man auch wunderbar die Handlung mit und kann sie auch fließend verfolgen. Ich fand die Geschichte spannend und habe mitgefiebert, wie sich wohl die Geschworenen entscheiden werden. Tatsächlich kamen dann doch noch einige überraschende Wendungen auf. Die Geschichte habe ich wirklich verschlungen und konnte einfach nicht mehr aufhören es zu lesen. Selbst nach dem Buch, musste ich erstmal das gelesene Verdauen. Es ist wirklich eine tiefgründige Geschichte und sie ist so realistisch. Für mich ist es eine definitive Kaufempfehlung.

ein augenöffnendes Buch

Von: yvonnes welt Datum: 07. November 2017

Worum geht's? - kurz und knapp

Kleine große Schritte ist eine Geschichte von Jodi Picoult in der es um den alltäglichen Rassismus in unserer modernen Welt geht. Wie die Autorin auch schon in ihrer Anmerkung sagt, ein echt harter Brocken, wenn man selber in dem Sinne nicht unter Rassismus leidet, wie in diesem Beispiel Dunkelhäutige es tun. Ich denke, dass es Einem fast unmöglich ist, sich in eine solche Situation hinein zu versetzen, wenn man nicht selber drin steckt oder es noch nie erlebt hat. Dennoch hat Jodi Picoult hier einen echt tollen Roman verfasst, der definitiv Augen öffnet.

Kleine große Schritte - Meine genaue Meinung

Die Figuren sind sehr authentisch dargestellt, wenn auch, wie ich zwischendurch fand, mit ein wenig Hang zum Übertreiben. Diese Meinung kann aber auch eventuell daran liegen, dass ich weder selbst bereits in einer solchen Situation war noch wen kenne, der Erfahrungen mit Rassismus gemacht hat und ich mir einfach absolut nicht vorstellen kann, dass Menschen so denken und so voller Hass sind. Ich muss gestehen, dass ich während des Lesens zwischendurch auch sehr frustriert war, aufgrund von soviel Hass. Kleine große Schritte ist aus den Perspektiven verschiedener Charaktere geschrieben, was ich unheimlich gut fand, denn so bekam man eine Sicht aus allen Blickwinkeln und konnte mal in alle Köpfe "reinschnuppern". Diese Art zu schreiben finde ich oft auch stressig, weil man sooft umswitchen und sich immer wieder in einen anderen Charakter hinein versetzen muss, sodass ich oft keinen Bezug zu den Figuren aufbauen kann. In diesem Fall war es aber eine klasse Idee, da so die ganze Geschichte anschaulicher wurde. Der schlichte und einfache Schreibstil stellt das Thema nochmal in einer emotionalen Banalität dar und macht - zumindest für mich - deutlich, wie traurig es eigentlich ist, dass so etwas heutzutage noch geschieht und wahrscheinlich auch immer geschehen wird.

Und das Fazit...

Insgesamt war der Inhalt des Buches sehr gut geschrieben, meiner Meinung nach war das Ende aber sehr voraussehbar. Fand ich in diesem Fall aber auch nicht weiter schlimm, denn hier geht es eher um die Geschichte als um das Ende, ganz nach dem Motto "Der Weg ist das Ziel". Auch finde ich wurde hier deutlich (ich weiß nicht, ob es von der Autorin beabsichtigt war oder nicht), dass es definitiv ein Buch ist, was beide Seiten lesen sollten. Sowohl - entschuldigt die "political uncorrectness" - weiße als auch schwarze, schon allein, weil man mal in die Köpfe aller blicken kann.

Allem in allem kann ich Kleine große Schritte zu 110% weiterempfehlen. Es ist ein Buch, das zumindest meine Augen weit geöffnet hat. Es zeigt viele verschiedene Perspektiven und auf jeden Fall neue Sichtweisen.


Vielen Dank an den C.Bertelsmann Verlag für das Rezensionsexemplar :-)

-Rassismus ist immer noch ein großes Thema....-

Von: ifinishit Datum: 06. November 2017

Inhalt:
Ruth Jefferson arbeitet seit 20 Jahren als Hebamme und Säuglingskrankenschwester. Sie liebt ihren Beruf und hat ein super Verhältnis zu ihren Kolleginnen.
Als sie eines Tages einen Säugling versorgt, verbieten die Eltern des Kindes eine weitere Behandlung und Betreuung, sie gehören einer rechtsradikalen Vereinigung an und möchten ihr Kind nicht von einer Farbigen behandeln lassen. Nach einer OP kommt es zu Komplikationen und das Baby stirbt nun beginnt für Ruth das Dilemma.
Autorin:
Jodi Picoult wurde 1966 in New York geboren. Sie studierte Creative Writing an der Princeton University. Kleine große Schritte stand Wochenlang auf der Bestsellerliste und wird nun auch verfilmt.
Rezension:
Ich hatte noch nie das Vergnügen ein Buch von Jodi Picoult zu lesen. Bin aber froh es getan zu haben.
Die Autorin hat sich dieses Thema nicht einfach so aus den Rippen geschnitten, sie hat sich lange damit befasst und recherchiert bevor sie dieses Buch veröffentlichte.
Es war etwas ganz neues für mich eine Geschichte aus 3 Perspektiven zu lesen und sich mit 3 Gefühlslagen auseinanderzusetzen.
Die Charaktere wurden super rübergebracht, so das man sofort ein Bild vor Augen hatte und mitten drin war. Das Gefühl der Ungerechtigkeit gegenüber Ruth zieht sich durch das gesamte Buch.
Es ist erschreckend das Schwarze auch Heute noch so sehr diskriminiert werden.
Ruth und Kennedy mochte ich von Anfang an, Kennedy wurde durch Ruth erst mit der Zeit richtig bewusst was es heißt schwarz zu sein, sie war geblendet durch ihr Unwissen.
Turk hat mich wütend gemacht, so ein dummes Denken im 21.Jahrhundert ist unverständlich. Aber das sollte dieser Charakter bestimmt auch in einem auslösen.
Mir hat dieses Buch und der Schreibstil super gefallen. Ich fand es in der Mitte ein wenig langgezogen und zum Ende hin zu schnell beendet.
Es bringt aber eine eindeutige Message herüber und schwirrt danach lange in deine Gedanken herum.

Ein Jodi Picoult Roman, wie man ihn erwartet

Von: Amber144 Datum: 05. November 2017

Ich habe bisher fast alle Romane von Jodi Picoult gelesen, deswegen war auch dieser Roman ein Muss.

Der Klappentext verspricht ein spannendes und aktuelles Buch. Dies bekommt man von der ersten bis zur letzten Seite.

Der Schreibstil von Jodi Picoult ist einfach unfassbar. Man ist sofort gefesselt und die Charaktere sind so nachvollziehbar beschrieben, dass sie einem sofort ans Herz wachsen und man mitfiebert und auch oft genug den Kopf schütteln muss.

Es ist wirklich schlimm, dass so ein Buch in der heutigen Zeit noch aktuelle ist und geschrieben werden muss. Die Vorurteile, die dunkelhäutigen Menschen gegenüber immer noch vorhanden sind, sind in vielen Köpfen noch stark verankert.

Die Autorin zeigt in diesem Buch mal wieder, dass sie mit sensiblen Themen sicher umgehen kann und niemanden auf die Füße tritt, denn genau solche Situationen müssen immer wieder aufgezeigt werden, auch wenn es in der heutigen Zeit eigentlich nicht mehr nötig sein sollte.

Jodi Picoult hat mit diesem Roman wieder ein Buch geschaffen, über das der Leser nachdenken wird und auch sollte. Ich war von der ersten bis zur letzten Seite begeistert und auch schockiert.

Absolut verdiente 5 Sterne.

Wenn ich schon nichts Großes bewirke, kann ich doch auf großartige Weise kleine Schritte machen.

Von: The Book & the Owl Datum: 03. November 2017

Endlich gibt es wieder einen neuen Roman von Jodi Picoult! Die meisten werden sie durch „Beim Leben meiner Schwester“ kennengelernt haben (genauso wie ich) und nun hat sie, nach zahlreichen anderen Büchern, endlich wieder ein neues auf den Buchmarkt gebracht.
Und bevor ich anfange, über den Inhalt zu plaudern, muss erwähnt werden, dass dieser Roman hier ein wirklich zauberhaftes Cover hat! No irony! Aber es ist wirklich sehr… schwer, es ordentlich zu fotografieren. Dieser Rosa-Ton wirkt auf allen Bildern so schrecklich blass… #firstworldbookwormproblems
Wie dem auch sei. In der Geschichte haben wir die junge Ruth, welche aufgrund eines Ereignisses in ihrer Kindheit Säuglingsschwester geworden ist. Aufgrund ihrer dunkleren Hautfarbe, darf sich Ruth einem Neugeborenen auf ihrer Station nicht nähern, da die Eltern des Kindes es schlichtweg untersagt haben. Auf ihrer Schicht jedoch, erleidet das Kind einen Anfall und Ruth sieht sich gezwungen, dem Kind zu helfen, da ansonsten niemand anderes in der Nähe zu sein scheint. Hilft sie dem Kind nicht, stirbt es mit einer 100%igen Chance. Doch das Kind stirbt auch mit ihrer Hilfe und Ruth sieht sich in in einem spektakulären Verfahren wieder, dass sie wegen Mordes Anklagt.
Um ehrlich zu sein, bin ich etwas zwiegespalten, was das Buch anbelangt. Für mich hat dieses Buch drei Seiten. Einerseits fand ich die Geschichte und den picoult-typischen Schreibstil großartig, ebenso wie sie das Thema „Rassismus“ auf ihre eigene Art und Weise festhält, verständlich zu machen und zu erklären versucht. Auf der anderen Seite fand ich das Nachwort Picoult’s erschreckend, weil es mir eine andere Sichtweise auf den Roman ermöglichte. Sie beschrieb Dinge, die ich so niemals allein in dem Roman hätte ausmachen können, doch nun, wo sie es anspricht, wie ein neingrünes Warnzeichen aus den Lettern heraussticht. Die dritte Seite – und das ist wohl jene, mit der ich überhaupt nicht übereinstimme – ist jene, dass jeder Weiße privilegiert ist und ein Rassist. Ich könnte so viel zu der dritten Seite sagen, aber ich unterlasse das lieber. Das würde nur zu politischen, ethischen und gesellschaftlichen Diskussionen kommen und die möchte ich weitestgehend vermeiden.
Was ich wirklich erfrischend fand, ist, wie Jodi Picoult das Buch gegliedert hat, nämlich in den verschiedenen Stadien der Geburt bzw. Entbindung. Es ist ein interessanter Vergleich, den Picoult zwischen einer Geburt/Entbindung mit dem Verlauf der Geschichte bzw. des Prozesses zieht.
Bevor ich es vergesse: Das Zitat aus der Headline ist kein Teil der Geschichte per se. Es stammt von Martin Luther King Jr. und wird von Picoult in ihrem Nachwort erwähnt. Da es für mich aber das ganze Buch am besten zusammenfasst, ist es nun meine Headline.
Fazit ist, dass das Buch von mir 5 Sterne erhält – und die sind wirklich verdient.

Rezension – Jodi Picoult – Kleine große Schritte

Von: Rika Datum: 03. November 2017

Wie ihr vielleicht in meinem Post zu den Neuerscheinungen im Oktober gelesen habt, wisst ihr, dass ich dieses Buch gerne lesen wollte. Zu meinem Glück habe ich durch das Bloggerportal das Buch beim C.Bertelsmann Verlag anfragen können und habe es zugeschickt bekommen. Ich freue mich sehr über diese Möglichkeit. Selbstverständlich beeinflusst dies aber nicht meine Meinung über das Buch.

Aufgrund des Themas habe ich das Buch von Anfang an mit "The Hate U Give" verglichen und irgendwie habe ich dann genau das erwartet. Ich hatte ein Buch erwartet, dass nur aus der Sicht der Farbigen erzählt, aber das Buch hat mich überrascht. Nicht nur wurden verschieden Perspektiven benutzt um die Geschichte zu erzählen, die Autorin hat sich Mühe gegeben damit sich viele in der Geschichte wiederfinden, die in diesen Konflikt zwischen schwarz und weiß eingebunden sind.



Das Buch beginnt mit Ruth Jefferson, einer Hebamme und Säuglingskrankenschwester im Mercy -West Haven Hospital, sie liebt ihren Job und übt diesen schon seit 20 Jahren aus. Bis Brittany Bauer ihr Kind Davis bekommt und Ruth ihnen zugeteilt wird. Brittany und ihr Mann Turk Bauer sind Neonazis und wollen nicht,dass eine Afroamerikanerin ihr Kind behandelt. Auf der Station ist Ruth die einzige Afroamerikanerin. Am nächsten Morgen muss sie Davis kurz beobachten nach einer Behandlung, Davis hört auf zu atmen und Ruth weiß nicht was sie tun soll, dennoch entschließt sie sich ihm zu helfen. Entgegen der Anweisung der Eltern, schnell gibt es Unterstützung von ihren Kollegen, doch Davis schafft es leider nicht. Die Eltern sehen die schuld bei Ruth und nun muss sie sich durch einen Prozess kämpfen mit ihrer Anwältin Kennedy McQuarrie.

Die verschiedenen Perspektiven in diesem Buch sind von Ruth, Turk und Kennedy. Wir tauchen somit in die Welt einer Afroamerikanerin, die gerade ihren Lebensunterhalt verloren hat und täglich mit Rassismus klar kommen muss, einem Neonazi, der in seiner Jugend nie etwas anderes kennengelernt hat als den Hass auf andere, und einer Weißen, die von sich selbst behauptet sie sähe keine Farben, aber dennoch sehr vom Rassismus profitiert.

Das Schöne an den unterschiedlichen Perspektiven ist, dass man die verschiedenen Arten zu Leben kennenlernt und miteinander vergleichen kann. Es wird gezeigt wie Menschen zu Neonazi werden, was man als weiße Person alles übersieht zum Thema Rassismus und was eine schwarze Person alles im Alltag aushalten muss. Es zeigt auch, dass Rassismus nicht angeboren ist, es ist anerzogen.

Die Charaktere hatten alle eine Hintergrundgeschichte und waren gut durchdacht, das Buch hat mir außerdem keine Schuldgefühle hinterlassen, wie "The Hate U Give", es hat mich zum Nachdenken gebracht, aber in einer guten Art und Weise. Ich habe mich in der Handlung in Kennedy wiedergefunden, einer Frau, die nie im Leben gedacht hätte, dass sie von Rassismus profitiert und passiv unterstützt. Diese Unwissenheit ist genau das Problem und sollte bekämpft werden, aber würden wir das wirklich ernst nehmen. Würden wir einsehen, dass wir andere diskriminieren, weil es in den Medien zum großen Teil nur um Weiße geht? Oder würden wir so tun, als wenn das keine große Sache wäre. Könnten wir verstehen, wo wir Weiße doch nur Profitieren? Ich denke nicht, aber das heißt nicht, dass wir nicht versuchen sollten diese Diskriminierung zu verhindern.



Fazit

Das Buch hat mir einige Dinge zum Nachdenken gegeben und bin froh, dass ich es gelesen habe, mir hat der Schreibstil sehr gut gefallen und fand es sehr angenehm dieses Buch zu lesen. Mir hat nicht gefallen an dem Buch, dass es sich zwischendurch sehr gezogen hat, ich hätte gern auch einige Passagen verzichtet, da es irgendwann einfach zu langweilig wurde. Insgesamt habe ich es aber gerne gelesen.

Ein gefühlvoller Einstiegsroman für alle, die sich mit Rassismus auseinandersetzen möchten

Von: readingfaraway Datum: 31. Oktober 2017

Inhalt

Ruth Jefferson gilt als eine der fähigsten und erfahrensten Hebammen am Mercy-West Haven Hospital. Trotzdem wird ihr die Behandlung des Säuglings Davis Bauer von dessen Eltern untersagt, denn Ruth ist afroamerikanischer Herkunft und Turk und Brittany Bauer gehören einer rechtsradikalen Gruppe an. Durch einen unglücklichen Umstand ist Ruth jedoch alleine mit dem Säugling als bei ihm lebensbedrohliche Veränderungen eintreten, die trotz Wiederbelebungsversuche zum Tod des Babys führen. In Folge dessen wird Ruth des Mordes angeklagt und ihre einzige Hoffnung auf einen Freispruch liegt bei der Pflichtverteidigerin Kennedy McQuarrie.

Meine Meinung

Rassismus, Fremdenhass und Homophobie sind Themen, die uns alle betreffen und mit denen wir uns auseinandersetzen sollten. Es sind Themen, die Jodi Picoult in ihrem neuen Roman Kleine große Schritte anspricht und den Leser so zum Nachdenken anregt, was ich auch schon von früheren Romanen aus ihrer Feder gewohnt bin.

In dem Buch stellt sie den Gerichtsprozess, der über Ruths Schuld oder Unschuld entscheidet, als eine Art Geburt dar, was sich in dem Aufbau des Romans widerspiegelt: er ist unterteilt in Erstes Stadium (Vorzeitige Wehen, Erste Wehen, Eröffnungsphase), Zweites Stadium (Presswehen) und Drittes Stadium (Nachgeburt) unterteilt und stellt somit einen schönen Bezug zu Ruths Beruf als Geburtsthelferin her. Während mich das anfangs irritiert hat, weil ich die Zusammenhänge nicht erkannt habe, finde ich es jetzt im Nachhinein eine tolle Idee, weil so ein Gerichtsverfahren genau so lebensverändernd sein kann wie die Geburt eines Kindes und weil es zu diesem Prozess auch erst durch die Geburt eines Babys (von ganz bestimmten Eltern) gekommen ist.

Im Ersten Stadium erfahren wir als Leser, welche Umstände dazu geführt haben, dass Ruth des Mordes an einem Säugling angeklagt wird, das zweite Stadium beschäftigt sich mit dem Mordrozess selbst und im dritten Stadium bekommen wir einen Einblick in die Ereignisse nach dem Gerichtsverfahren.

Jedes Stadium wird uns abwechselnd aus der Sicht von Ruth, Turk und Kennedy erzählt, wobei die Sicht von Ruth und Kennedy überwiegen. Was mir gut gefallen hat, ist, dass jeder Abschnitt aus der jeweiligen Ich-Perspektive geschrieben ist und wir auch Rückblicke in die Vergangenheiten der drei Hauptcharaktere erhalten. Sie wirken dadurch greifbarer und ich als Leser habe ich ein umfassenderes Bild von ihnen erhalten, als wenn sich die Erzählungen nur auf die Ereignisse rund um den Mordprozess drehen würden. Wir erfahren, wie Ruth aufgewachsen ist und immer wieder mit Rassismus konfrontiert wurde, wie Turk in die rechtsextreme Szene gerutscht ist und seine zukünftige Frau Brittany kennengelernt hat, und wie Kennedy Pflichtverteidigerin geworden ist.

Oft sind es unterschiedliche Ereignisse, die wir von den einzelnen Personen erzählt bekommen. Doch einige Schlüsselszenen werden uns aus mehreren Perspektiven erzäht, was ich persönlich sehr gelungen fand, weil dadurch deutlich wird, wie einzelne Geschehnisse unterschiedlich wahrgenommen und interpretiert werden können.

Was mir auch sehr gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass jeder der drei Charaktere im Laufe der Geschichte eine Entwicklung durchmacht und sie am Ende nicht mehr die gleiche Person sind, wie zu anfangs. Durch die drei verschiedenen Perspektiven führt uns Jodi Picoult sehr geschickt an die verschiedenen Aspekte von Rassismus heran: wir erfahren, wie es sich anfühlt, Opfer von Rassismus zu sein; wir bekommen Einblicke in die rechtsextreme Szene und das rechtsextreme Gedankengut und wir bekommen vor Augen geführt, wie sich jemand fühlt, der sich plötzlich mit Rassismus auseinandersetzen muss, obwohl er sich eigentlich für nicht-rassistisch hält.

Der Schreibstil von Jodi Picoult ist sehr flüssig, einfühlsam und doch sehr eindringlich. An einigen Stellen hatte ich Tränen in den Augen, weil die Gefühle so intensiv dargestellt wurden und ich mich somit sehr stark in die betroffene Person hineinversetzen konnte. Ich habe während es Lesens eine ganze Palette an Emotionen durchlebt: ich war traurig, entsetzt, mitfühlend, wütend, gerührt und froh. An keiner Stelle war ich gelangweilt oder verwirrt, die Handlungen und Emotionen der Protagonisten waren nachvollziehbar (aber nicht immer akzeptabel!) und meiner Meinung nach sehr realistisch. Nur das Ende wirkte für mich doch etwas zu konstruiert, ich hätte mir eine andere Lösung für die Entwicklung von Turk Bauer gewünscht.

Sehr passend gewählt finde ich auch den Titel des Buches. Kleine große Schritte spiegelt wieder, was mit Ruth, Kennedy und Turk wärend des Prozesses passiert: jeder von ihnen macht kleine Schritte, die große Auswirkungen haben (können) und das ist auch das, was meiner Meinung nach die Aussage und Intention des Romans ist: bei Themen wie Rassismus, Fremdenhass, Homophobie etc. kommt es oft darauf an, dass einzelne Personen kleine Schritte machen, die den Grundstein für große Veränderungen sein können.

Meiner Meinung nach ist Jodi Picoult mit diesem Buch ein wunderbarer Einstiegsroman in die Thematik des Rassismus gelungen, der uns auf einfühlsame, aber doch eindringliche Weise an verschiedenen Aspekte dieses Themas heranführt. Ich vergebe 4 von 5 Sternen und kann euch dieses Buch wirklich ans Herz legen, wenn ihr euch mit dieser Thematik auseinandersetzen möchtet.

Ein wunderbarer und mitreißender Roman

Von: brigitta Datum: 31. Oktober 2017

Kurze Zusammenfassung:
Im Mercy-West Heaven Hospital wird der kleine David Bauer geboren. Eigentlich wäre Ruth Jefferson auch für ihn zuständig.
Ruth ist eine der erfahrensten Schwestern der Station, zuverlässig und von Kollegen geschätzt und gemocht.
Doch Ruth Jefferson ist schwarz und Davids Vater, Turk Bauer, möchte nicht, dass sein Sohn von einer afroamerikanischen Krankenschwester versorgt wird.
Für Ruth ist dies ein herber Schlag, aber sie fügt sich der Dienstanweisung.
Bis David nach einer Beschneidung in einen medizinischen Notfall gerät. Nur Ruth kann in diesem Augenblick helfend eingreifen. Hin und her gerissen zwischen Dienstanweisung und ihrem Auftrag als Krankenschwester beginnt sie eine Notfallversorgung bei David.
Leider kann Ruth ihm nicht helfen, David stirbt an Herzversagen.
Davids Vater Turk ist durch den Tod seines Sohnes nicht nur am Boden zerstört, sondern er sieht sich auch in seinen Urteilen über dunkelhäutige Menschen bestätigt.
Er verklagt Ruth.
Ruth Jefferson sieht sich auf einmal als Angeklagte, ihre Kollegen und Freunde distanzieren sich nach und nach von ihr und auch ihr Arbeitgeber lässt sie alleine stehen.
In dem Prozess kristallisiert sich immer mehr heraus, dass es Turk Bauer nicht mehr nur alleine um die objektive Schuldfrage geht, für Turk ist Ruth alleine schon wegen ihrer Hautfarbe schuldig....


Fazit:
Ein fesselnder Roman, der sich intensiv mit offenen und versteckten alltäglichen Rassismus auseinander setzt.
Verpackt in eine mitreißende Geschichte wird hier ganz deutlich gemacht, dass die meisten Menschen noch immer voller Vorurteile stecken, ohne dass es ihnen vielleicht bewußt ist.
Ruth und Turk Bauer sind zwei Pole in deren Mitte Kennedy steht. Ruth als Schwarze ist dem Rassismus unmittelbar ausgesetzt und Turk als "Arier" und offen rechtsradikal lebt seine Vorurteile und seinen Rassenhass deutlich aus.
Dazwischen steht Kennedy, die vielleicht den überwiegenden Teil der Gesellschaft symbolisiert. Eigentlich offen und sich der eigenen Vorurteile nicht bewußt, zeigt aber doch immer wieder, dass tief in ihr Urteile und Ausgrenzungen vorhanden sind. Teils durch ihre Sozialisation, teils durch Unbedachtheit.
Während Kennedy aber immer reflektierender wird, erscheint Turk zunehmend statisch und man liest, dass er eigentlich auch nicht Willens ist, seine Position zumindest zu überdenken.
Jodi Picoult beschreibt den alltäglichen Rassismus schon sehr plakativ, aber das finde ich auch gut so, denn in vielen Details und Aussagen fällt uns die Ausgrenzung und der Rassismus gar nicht mehr auf.
Dadurch, dass Jodi Picoult immer wieder den Finger darauf legt, wird dem Leser auch seine eigene Haltung bewußter.
Ich persönlich kenne diesen alltäglichen Rassismus nur zu gut. Ich habe viele Freunde die entweder andere Hautfarben besitzen und/oder einen Migrationshintergrund haben und ich arbeite in Schule, und dort begegnen sich einfach viele Menschen aus aller Herren Länder auf sehr engen Raum.
Von daher kenne ich rassistische Geschichten und Situationen zur Genüge.
Ob es eine Mutter ist, die am Tag vor dem Geburtstag meines Sohnes anruft und sagt, ihr Sohn würde nicht zum Kindergeburtstag kommen, weil sie nichts mit Türken zu tun haben wollen.
Der beste Freund meines Sohne ist syrischstämmiger deutsch-niederländischer Aramäer und seine Familie ist mittlerweile in der 4. Generation in Deutschland und alle sind deutsche Staatsbürger....
Mein Sohn wurde also vor die Wahl gestellt, entweder auf insgesamt zwei Geburtstagsgäste zu verzichten oder auf seinen besten Freund.
Oder ob es in der Schule ist, in der ein weißes Kind ein Kind mit dunkler Hautfarbe fragt:"Kannst du mir mal die Hautfarbe geben?", das Kind mit der schwarzen Hautfarbe einen dunkelbraunen Stift gibt und zur Antwort bekommt, dass dies ja keine Hautfarbe wäre, sondern kackbraun ....
Durch meine Arbeit kenne ich alle Bananenwitze in Bezug auf dunkelhäutige Menschen und auf Menschen aus den neuen Budndesländern und ich kenne auch den ganzen religiösen Rassismus ob von Christen in Bezug auf Moslems oder von Moslems in Bezug auf Christen.
Von daher war für mich ein Buch, ein Roman, der dieses Thema im Rahmen der Belletristik, der vordergründig leicht verdaulichen Lesekost, berabeitet einfach überfällig.
Jodi Picoult hat dem momentanen Zeitgeist entsprechen genau das passende Buch geschrieben und ich glaube, das vielen Leser dadurch aufmerksamer und feinfühliger werden.
Durch das Lesen werden einem viele unbedachte Äußerungen oder Grenzen im eigenen Denken bewußt und wir bekommen damit die Chance etwas zu ändern.
Natürlich ist dies ein Roman, den man auch einfach nur ganz unbeschwert als Geschichte lesen kann.
Aber er birgt auch die Möglichkeit ab und zu in einen Spiegel zu schauen und sich selbst zu überprüfen.
Jodi Picoults Schreibstil ist sehr fließend und dieser Schreibstil bringt eine Leichtigkeit mit, dass auch solch ein schweres Thema zu einem wunderbaren Roman werden kann.... ohne damit das Thema gering zu schätzen oder herabzusetzen.
Mir hat das Buch sehr gefallen, als Roman, der mich mitgerissen hat und auch als Beitrag zu einer offenen und toleranten Gesellschaft.

Picoult hat mich mal wieder umgehauen

Von: Leapunch Datum: 30. Oktober 2017

Dieses Buch hat mich sofort interessiert, nicht nur das es von der unglaublichen Jodi Picoult geschrieben wurde sondern auch wegen der Thematik. Ich finde dieses Thema sehr wichtig und war umso gespannter, wie die Autorin die Story umsetzen würde. Das Cover ist einfach nur traumhaft, ich habe selten ein Buch so gerne in der Hand gehalten und mir das Cover angesehen, wie bei diesem Buch. Ich bin verliebt in diese Farbkombination, mit den Blumen ergibt sich ein wunderschönes Gesamtbild. Dieses Buch hat auf jeden Fall einen Ehrenplatz verdient!

Die Autorin zeigt sich mal wieder von ihrer besten Seite, sie erzählt spannend, gefühlvoll und trotzdem mit einer Leichtigkeit, sodass die Seiten nur so dahin fliegen. Ich habe gerade beim Thema Rassismus ein Buch erwartet, dass sich nur schwer verdauen lässt aber die Autorin schafft es fast "spielerisch" mich zum nachdenken anzuregen ohne mich dabei zu überfordern. Der Wechsel der Perspektive ist ein absoluter Pluspunkt, denn so bekommt man nicht nur den Blick aus Ruth's Sicht sondern lernt auch den Vater des verstorbenen Babys kennen, Turk, der ein Skinhead ist, kontinuierlich ist sein Hass zu spüren und wir blicken aber auch hinter die Fassade. Zu guter Letzt kommt dann noch die Verteidigerin Kennedy dazu, die alles nochmal durch einen anderen Blickwinkel betrachtet.

Die Charaktere sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht und das hat die Autorin grandios rüber gebracht, alle drei lernen wir auf interessante Weise kennen, nicht jeder punktet mit Sympathie aber alle drei sind verständlich. Ihre Handlungen sind nachvollziehbar auch wenn ich nicht allem zustimmen möchte aber ich verstehe es.

Es ist traurig, dass dieses Thema immer noch so präsent ist und gleichzeitig totgeschwiegen wird, denn Rassismus geht uns alle etwas an und wir sollten nicht die Augen verschließen vor diesem Thema! Ich denke dieses Buch wird einen noch lange "verfolgen" und das ist positiv gemeint, ich bin dadurch ins Grübeln gekommen und habe nun wieder einen anderen Blick auf die Dinge!


Fazit:

Selten hat mich ein Buch so nachdenklich gemacht und mich trotzdem nicht runter gezogen. Ich fand die Thematik spannend und vor allem die Umsetzung der Autorin hat mich beeindruckt. Ein absoluter Pageturner, dem ich jedem ans Herz legen kann!

Bewegendes Thema

Von: Emma´s Bookhouse Datum: 28. Oktober 2017

Kleine große Schritte – Jodi Picoult
Vom C. Bertelsmann Verlag
Gebundene Ausgabe: 20,00 €
eBook: 14,99 €
ISBN: 9783570102374
Seiten: 592
Inhalt:
Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …

Mein Fazit:
Zum Cover:
Ein schönes Cover allerdings auch total neutral, also es lässt nichts auf die Geschichte im Buch erahnen.
Zur Geschichte:
Diese Geschichte hat mich sehr berührt, denken wir doch das im 21. Jahrhundert die Rassenfeindlichkeit aus der Welt geschafft wurde, zeigt uns dieses Buch eigentlich nur, dass es leider immer noch viel zu viel Rassismus auf dieser Welt gibt.
Ich war von Anfang an in der Geschichte drin, einfach auch weil man das gar nicht glauben möchte was dort passiert. Warum sind einige Menschen so rassistisch und leben noch im Jahre 1800. Für mich unverständlich.
Dies war mein erstes Buch von Jodi Picoult und es hat mir sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist flüssig und auch Spannung wird durchgängig aufgebaut.
Erzählt wird die Geschichte in der Ich – Form vom jeweiligen Protagonisten, besonders gut hat m ir gefallen das eine Situation aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird.
So bekomme ich als Lesereinen klareren Blick für die jeweilige Situation
Die Kapitel sind mir persönlich zu lang, ich bin ein Freund kurzer Kapitel.
Das Thema finde ich gut wobei ich sagen muss, dass ich es traurig finde dass es sowas in diesem Zeitalter noch gibt.
Für mich eine klare Leseempfehlung!
Ich gebe 5 von 5 Sternen

Mehr Liebe für die Menschheit

Von: Grüne Ronja Datum: 27. Oktober 2017

„Aber selbst, wenn wir jeden Rassisten auf diesem Planeten nähme und auf den Mars schickten, gäbe es dennoch Rassismus. Und zwar, weil es beim Rassismus nicht nur um Hass geht. […] Weil es beim Rassismus nämlich auch darum geht, wer Macht hat … und wer Zugang dazu. […] Jetzt ist mir klar geworden, dass ich eine [Rassistin] bin. Nicht, weil ich Menschen anderer Rasse hasse, sondern weil ich, beabsichtigt oder unbeabsichtigt, meiner Hautfarbe Unterstützung verdanke – genauso wie Ruth Jefferson ihrer Hautfarbe wegen einen Rückschlag erlitt.“ (S.543f.)

Wir schreibt man ein Buch über Rassismus, ohne dass das Thema ausgelutscht klingt oder langweilig, weil es vor trockener Geschichte nur so strotzt? Jodi Picoult zeigt, wie es geht. Man nehmen einen weißen Rassisten, dessen Neugeborenes unter der Hand einer afroamerikanischen Hebamme stirbt, gibt eine Menge Vorurteile hinzu und fertig ist der Gerichtsprozess gegen Ruth Jefferson.
Ruth arbeitet seit über 20 Jahren als Hebamme, als sie Turk Bauer begegnet. Turk möchte nicht, dass Ruth sich um seinen gerade geborenen Sohn Davis kümmert. Als Davis unter Ruths Aufsicht an Atemnot leidet, weiß sie nicht, wie sie reagieren soll. Soll sie ihrem Instinkt folgen und das Kind beatmen, oder soll sie der Anweisung ihrer Vorgesetzten Folge leisten und das Kind nicht berühren.
Kennedy ist Pflichtverteidigerin als sie Ruth begegnet. Ruth scheint nicht wie der Mensch, der ein Baby aus Hass tötet. Und so setzt Kennedy alles daran, Ruths Fall vor Gericht übernehmen zu können.

Dieses Buch lässt mich sprachlos zurück. Die Autorin schafft das jedes Mal. Gerade wenn man denkt, man weiß genau, wie alles ausgeht, wendet sich die gesamte Handlung um 180 Grad. Genau das macht die Bücher der Autorin so besonders. Sie kann hervorragend mit schwierigen Themen umgehen. In diesem Fall geht es ganz klar um Rassismus. Und zwar von allen Seiten. Wir lernen also nicht nur Ruth kennen, die als Afroamerikanerin unter „Weißen“ aufwächst, zur Schule geht, studiert, arbeitet und trotzdem nie wirklich dazu gehört. Wir lernen auch Kennedy kennen, die ihren Dienst an der Gemeinschaft als Pflichtverteidigerin tut und manchmal blind durchs leben geht. Wir lernen aber auch Turk kennen, ein Skinhead wie er im Buche steht und der Ruth für den Tod seines Sohnes verantwortlich macht, weil er überall nur Hass sieht.
Dieser kleine Blick in eine andere Welt offenbart aber auch, wie tief Rassismus in der Gesellschaft verwurzelt ist. Jetzt werden viele sagen „Stimmt doch gar nicht“, aber wie viele reden über die „Quotenschwarzen“ in Filmen, die immer als erstes sterben? Es geht eigentlich auch nicht nur um Rassismus, sondern um Diskriminierung allgemein. Man kann eben nicht nur der Hautfarbe wegen diskriminiert werden, sondern auch wegen der Religion, der Herkunft, des Aussehens.
Ruth geht in einer Szene mit Kennedy durch einen Laden. Eine Verkäuferin folgt ihnen unauffällig und beim Verlassen des Ladens soll Ruth ihren Bon und ihre Ware vorzeigen, Kennedy nicht. So ähnlich ging es mir mal mit einem Bekannten bei Kaufhof am Alexanderplatz. Oder meinem Bruder bei Saturn, weil er eine ungeöffnete Flasche alkoholfreies Bier in der Hand hatte. Oder weil er einen Rucksack voll klimpernder Flaschen hatte und die Polizei ihm nicht glauben wollte, dass es nur Schokomilch ist.

Dieses Buch plädiert also für weniger Diskriminierung, weniger Rassismus und mehr Liebe. Es bringt einen zum Nachdenken über die eigenen Werte und Vorstellungen. Wir wollen keine Gleichheit, wir wollen Gerechtigkeit. Lest das Buch, es öffnet euren Horizont!

Roots ...

Von: Diane Jordan Datum: 26. Oktober 2017

Kleine große Schritte

Diane Jordan

Der Songtext „No Roots“ von Alice Merton kommt mir in den Sinn, als ich das Buch „Kleine große Schritte“ von Jodi Picoult in den Händen halte und den Klappentext lese. Der Roman scheint Rassismus aufzudecken, der im Alltäglichen, z.B in Amerika immer und immer wieder stattfindet, ohne das etwas unternommen wird. Feinfühlig und spannend schildert die „weisse“ Autorin die dramatische Geschichte der „farbigen“ Säuglingsschwester und Protagonistin Ruth Jefferson und dem Thema Rassismus. Die dunkle Seite Amerikas und die Diskriminierung Farbiger, durch die Arroganz der weißen Oberschicht, geht mir als Leser schnell unter die Haut. Unwillkürlich stellt man sich da die Frage: „Wie viel Rassist steckt in mir?“ Habe ich auch Vorurteile und wenn wie viele? Wo fängt Diskriminierung an und wo hört sie auf? Die Autorin ist im gleichen Alter wie ich, gelingt es ihr, den Diskrepanzen und dem heiklen Thema gerecht zu werden? Und ich muss sagen: „ja!“ Eindeutig und klar unter die Haut gehend und an die Nieren gehend. Das Buch und der Plot lässt mich nicht mehr los. Und so lese ich Seite um Seite und bin schockiert. Stellenweise, möchte ich ins Buch hopsen und „erste Hilfe“ leisten und Ruth zur Seite stehen und schreien: „HALT“, so nicht! Der Schreibstil ist detailreich, fesselnd und sehr , sehr spannend. Ruckzuck verfliegt die Zeit und der dicke Wälzer ist an einem Wochenende gelesen. Aber verdaut ist das heikle Thema deshalb noch lange nicht. Sind wir nicht alle Ausländer auf der ganzen Welt??? Was ist erlaubt? Was nicht? Und ist dies wirklich nur in Süd- oder Amerika der Fall? Oder gilt es auch für den Rest der Welt? Scheiss Rassismus, Arschlöcher gibt es auf allen Seiten. So nicht, auf gar keinen Fall? Erleben wir nicht gerade auch bei uns mit den Asylanten unterschiedlichste Formen von Rassismus? Und es ist meines Erachtens wichtig und richtig, sich mit solchen Dingen auseinanderzusetzen und solche wertvollen Bücher zu schreiben! Aber lest bitte selber und lasst es auf euch wirken.


Inhalt:
Jodi Picoult - bewegend wie nie


Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …


Die Autorin:
Jodi Picoult, geboren 1966 in New York, studierte in Princeton und Harvard. Seit 1992 schrieb sie mehr als zwanzig Romane, von denen viele Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste waren. Die Autorin versteht es meisterhaft, über ernste Themen unterhaltend zu schreiben. Sie wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, wie etwa 2003 mit dem renommierten New England Book Award. Picoult lebt mit ihrem Mann in Hanover, New Hampshire.

Weitere Bücher:
Die Spuren meiner Mutter
Bis ans Ende der Geschichte


Fazit: 5***** für einen Roman der den Leser nach Beendigung der letzten Seite noch lange in den Bann zieht und nachdenklich und sensibel macht. Vielleicht für den einen oder anderen der Wink mit dem Zaunpfahl, darüber intensiver nachzudenken und etwas zu ändern. “Kleine große Schritte“ ist im C. Bertelsmann Verlag erschienen. Das gebundene Buch hat 592 Seiten und kostet 20,00 Euro.



Und ich fragte mich: "Was stimmt denn nicht, mit dieser verkorksten Menschheit?"

Von: Seite 101 Datum: 23. Oktober 2017

Mit diesem Buch bin ich praktisch durch die Hölle der Gesellschaft gegangen. Ich war wütend, fassungslos, musste weinen und hätte am liebsten geschrien. Was stimmt den nicht mit der verkorksten Menschheit? Haben wir noch immer nicht begriffen, dass wir alle zumindest eines sind, und zwar Menschen? Hautfarbe, Glaube oder was weiß ich, einfach egal?
Jodi Picoult versteht es, den einzelnen Protagonisten im Roman ihren Raum zu geben, so dass man die Möglichkeit hat, jede Sichtweise zumindest nachzuvollziehen, auch wenn man vielleicht nicht jede befürwortet.
Die Protagonisten erzählen von ihrer Vergangenheit und von den Erlebnissen während des Prozesses. Das Buch ist sehr vielschichtig und das Thema Rassismus wird nie von nur einer Seite beleuchtet. Vor allem die Welt von Kindsvater Tuck wird greifbar in Szene gesetzt und man bekommt eine Idee von den Wurzeln des Rassismus.
Ruth verliert im ganzen Buch nie den Mut und ist für die leise Geschichte, die mehr so zwischen den Zeilen spielt, zuständig.
Mich hat das Buch gepackt. Schon auf den ersten Seiten, auf denen ich fassungslos innehalten musste, als dir Familie die Hebamme vor die Tür gesetzt hat.
Das ganze Buch spiegelt dieses unglaublich unfassbare Dilemma der Gesellschaft wieder. Obwohl man es vielleicht gar nicht will, besteht in jedem von uns die Gefahr, ansetzte von Rassismus im Denken zu haben. Keiner ist davon befreit.
Jodi Picoult geht mutig und offen an ein brisantes Thema, welches nach wie vor aktuell ist. Dabei wird sie nie die moralische Autorin, die mahnend den Zeigefinge hebt. Vielmehr versteht sie es den Leser zur Selbstreflektion zu bringen. Ich habe mich immer wieder selbst hinterfragt. Wie sehe ich das eigentlich?
Dieses Buch lege ich wirklich jedem ans Herz, denn es sollte von jedem gelesen werden, egal welches Genre man mag. Es macht die Welt vielleicht nicht besser, aber es hilft, viel öfter mal über sich und sein eigenes Handeln nachzudenken. Stoße ich vielleicht selbst manchmal, wenn auch ungewollt, Menschen vor den Kopf, weil sie für mich „anders“ sind?

Ein wichtiges Buch!

Von: Buchperlenblog Datum: 23. Oktober 2017

"Wenn ich schon nichts Großes bewirken kann, kann ich doch auf großartige Weise kleine Schritte machen. "
Martin Luther King Jr.

Inhalt

Ruth ist seit 20 Jahren Hebamme mit Leib und Seele. Sie kümmert sich liebevoll um ihre großen und kleinen Patienten. Doch dann entbindet sie ein rassistisch eingestelltes Ehepaar von ihren Pflichten ihrem Baby gegenüber aufgrund ihrer Hautfarbe, denn Ruth ist dunkelhäutig.

Nur kurz ist Ruth allein mit dem Baby der Bauers, als es zu Atemnot und Herzversagen kommt. Hin- und hergerissen zwischen ihrer Pflicht, dem Baby umgehend zu helfen und dem Verbot der Eltern und ihrer Vorgesetzten, weiß Ruth nicht, was sie tun soll, entscheidet sich – kann aber das Kind nicht mehr retten. Es kommt zur Mordanklage, denn blind vor Trauer und Wut, suchen die Eltern des Babys einen Schuldigen.

Rezension

Jodi Picoult ist eine Meisterin der menschlichen Schicksale. Ob es Knochenmarkspenden sind oder die Glasknochenkrankheit, menschliche Schicksale sind ihr Gebiet. Im Nachwort, welches ich wirklich sehr interessant fand, erklärt sie, dass sie schon am Anfang ihrer Karriere ein Buch über Rassismus schreiben wollte, damals jedoch scheiterte. Nun fand sie den Fall einer afroamerikanischen Krankenschwester in Flint, der von einem rechtsextremistischen Vater untersagt wurde, sein Baby anzufassen. Aus diesem Fall entwickelte sie die Geschichte um Ruth.

"Sie holt tief Luft. „Glauben Sie wirklich, dass ich, wenn ich weiß wäre, jetzt hier mit Ihnen sitzen würde?“
Man kann sich mit diesem Fall, in dem es im Wesentlichen um eine Krankenschwester, die in ihrer Abteilung die einzige Farbige ist, um einen weißen rassistischen Vater und eine Hauruckaktion einer Krankenhausverwaltung geht, nicht befassen … und nicht unterstellen, dass Rasse eine Rolle spielt." (S. 251)

Die Schwierigkeit dieses Falls liegt darin, dass jeder von vornherein weiß, dass es eine Frage des Rassismus ist, um die es sich hierbei handelt. Hätte der Vater Ruth nicht verboten, sich um das Kind zu kümmern, hätte sie nicht gezögert. Doch er hat genau das getan. Warum? Weil er ihre Hautfarbe hasst. Nur kann man den Rassismus nicht in den Gerichtssaal bringen, dorthin, wo er eigentlich tatsächlich hingehört.

Erzählt wird in drei Perspektiven: Ruth als Angeklagte, Turk, der Vater des toten Babys, als Kläger, und Kennedy, die Verteidigerin. Picoult schafft es wieder einmal, dass man alle Seiten lernt zu verstehen, auch wenn dies gerade bei dem Rechtsextremisten Turk Bauer sehr schwer fällt. Natürlich ist Rassismus das ganz große Thema des Buches. Wobei es nicht nur um Schwarz und Weiß geht, sondern auch um die ganzen Grautöne die dazwischen liegen. Jeder möchte sich gern als vorbehaltlos sehen, möchte sagen, dass er keinen Unterschied macht. Aber es sind so viele kleine Dinge, die uns teilweise anerzogen sind, die uns durch Medien suggeriert werden, die wir für normal halten.

"Sie sagen, Sie sehen keine Farbe … aber das ist alles, was Sie sehen. Sie sind sich dieser so überaus bewusst und versuchen, so sehr den Eindruck zu erwecken, keine Vorurteile zu haben, dass Sie nicht mal begreifen, dass ich, wenn Sie sagen, Rasse zählt nicht, nur heraushöre, dass Sie das abwerten, was ich gefühlt, was ich erlebt habe und wie es ist, aufgrund meiner Hautfarbe abgewertet zu werden." (S.303)

Auch wenn es mir selbst Bauchschmerzen bereitet hat beim Lesen, so musste ich mich doch immer wieder in der Rechtsanwältin Kennedy wiederfinden. Ich habe keine Ahnung, wie sich eine dunkelhäutige Person wirklich fühlt, in einer Gesellschaft, die so sehr von Weißen dominiert wird. Ich habe keine Ahnung vom täglichen Spießrutenlauf ihres Lebens. Ich muss nicht darüber nachdenken, denn mich starrt niemand auf der Straße misstrauisch an. Auch zeigt Picoult, dass Farbige ebensolche Vorurteile gegen „uns“ hegen. Umso besonderer ist dieses Buch, denn es zeigt nicht mit dem großen Finger auf die einzelne Person, sondern macht uns allen klar, dass wir nicht frei von Vorurteilen, ganz gleich welcher Art, sind. Denn auch abgesehen von der Hautfarbe tragen wir diese Vorurteile mit uns herum, urteilen wir nach Namen, Aussehen, Kleidungsstil, Job.

Auch fand ich schön, dass die Figuren eine Entwicklung durchgemacht haben innerhalb der Geschichte, wobei die von Turk wohl die wichtigste war. Auch Ruth und Kennedy haben einen Teil ihrer Vorurteile ablegen können, was mir sehr gefiel.

Ein etwas fader Beigeschmack hat das Ende trotzdem. Es wurde lange auf etwas hingearbeitet, was am Ende nicht eintraf – auf der einen Seite eine sehr positive Entwicklung für die Geschichte, auf der anderen hatte ich das Gefühl, als hätte ich irgend etwas verpasst. Nichtsdestotrotz ein rundum gelungener Roman.

Fazit

Ein wirklich gutgeschriebenes Buch mit Charakteren, in die man sich hineinversetzen kann. Das Thema Rassismus ist nach wie vor allgegenwärtig und es sollten mehr solcher Bücher geschrieben werden.

Bewertung im Detail

Idee ★★★★★ ( 5 / 5 )
Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 )
Charaktere ★★★★★ ( 5 / 5 )
Sprache ★★★★★ ( 5 / 5 )
Emotionen ★★★★★ ( 5 / 5 )
= 4,8 ★★★★★

Rezension: Kleine große Schritte von Jodi Picoult

Von: yes.books Datum: 23. Oktober 2017

Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …

*****

Es ist nun ein paar Stunden her, seit ich das Buch beendet habe und muss sagen, dass ich immer noch sprachlos bin. Ich möchte zu Anfang ein Zitat der Autorin aufzeigen, welches Picoult in ihrem Nachwort zu diesem Buch anbringt:

"Ich schrieb für meine eigene Gemeinschaft - Weiße -, die kein Problem haben, einen Neonazi als Rassisten auszumachen - den eigenen Rassismus aber nicht erkennen."

Und genau dies ist meiner Meinung nach der Grund, warum dieses Buch zu einem Meisterwerk wurde. Picoult hat mit diesem Werk nicht versucht, Sprachrohr oder Vertreter für die farbige Gemeinschaft zu werden - viel eher war es ihr daran gelegen, allen anderen aufzuzeigen, dass Rassismus immer noch ein reales Ding unter uns ist.
Es existiert nicht nur aktiv (hier in Form von Tuck Bauer) sondern Rassismus kann sich auch in passiver Form manifestieren. Diese verschiedenen komplexen Schichten des Rassismus geht die Autorin von Kapitel zu Kapitel auf den Grund und ich fand es an keiner Stelle der Erzählung auch nur annähernd langweilig.
Die Perspektive in der Erzählung wechselt hier zwischen Ruth, der farbigen Krankenschwester, Kennedy, ihrer Verteidigungsanwältin, und Tuck, dem rechtsextremen Vater des verstorbenen Babys. Darüber hinaus werden Kapitel dazwischen geschoben, die Rückblenden darstellen, wodurch der Leser auch einiges über die Geschichte der einzelnen Figuren erfährt. Was mich besonders beeindruckt hat, waren die Kapitel aus der Sicht von Tuck Bauer. Ich fand es total verstörend seine Denkweise zu lesen und war noch geschockter, als ich realisierte, dass diese Figur zwar fiktional ist, aber Menschen wie Tuck Bauer auch in unserer Welt leben.
Die Kapitel aus Ruths und Kennedys waren nicht minder interessant für mich. Für mich hatte es den Anschein, als hätte die Autorin die Absicht gehabt, dass sich alle Leser auf irgendeine Weise mit einem Protagonisten dieses Buches identifizieren können.
Und durch diesen persönlichen Erzählstil konnte ich es sehr gut! Ich, als Tochter von libanesischen Immigranten in Deutschland, sah Dinge in Ruth, die mir bei mir bekannt vorkamen: die "Andersartigkeit" gegenüber dem Rest der Gesellschaft und dass man nie genau weiß, wo man eigentlich hingehört. Auf der anderen Seite zog ich Parallelen zu Kennedys Leben: auch mein Leben ist eher privilegiert, ich bin abgesichert und meiner Familie geht es gut.
Diese Tatsache hat die Geschichte für mich nur noch schöner und realer gemacht.

Zur Handlung ist zu sagen, dass sie, wie ich oben bereits erwähnt habe, zu keinem Zeitpunkt der Erzählung langweilig ist. Ich fand vor allem das ganze Strafverfahren total interessant und wie verankert der Rassismus in der amerikanischen Politik- sodass man es schon einen systematischen Rassismus nennen kann.
Das Ende war für mich ein weiterer Erfolg seitens der Autorin. Die Handlung steigerte sich bis zum Ende und fand einen gelungenen Abschluss, der dem Ganzen keinen Abbruch tat, sondern im Gegenteil schlüssig in die Erzählung eingebettet war.

Mich hat nur selten ein Buch so sehr zum Nachdenken angeregt...nicht nur zum Nachdenken, sondern auch zum Überdenken meines Verhaltens und meiner Denkweise. Bin ich rassistisch? Denke ich, dass die Menschen in Deutschland alle gerecht behandelt werden? Es hat mich sehr tief berührt und am liebsten würde ich zahlreiche Kopien dieses Buches über die ganze Welt verstreuen, damit sich alle diese Fragen stellen können.


Dieses Buch ist eines meiner Lesehighlights überhaupt und da ich bis jetzt nur noch 'Beim Leben meiner Schwester' von Jodi Picoult gelesen habe, bin ich schon sehr gespannt darauf, weitere Bücher von ihr zu lesen!

5/5 Sterne

Warmherziger Roman mit interessanter Hintergrundgeschichte

Von: lenisvea Datum: 20. Oktober 2017

€ 20,00 [D] inkl. MwSt.
€ 20,60 [A] | CHF 26,90*
(* empf. VK-Preis)
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-570-10237-4
NEU
Erschienen: 02.10.2017

Zum Buch: https://www.randomhouse.de/Buch/Kleine-grosse-Schritte/Jodi-Picoult/C-Bertelsmann/e461164.rhd


Jodi Picoult - bewegend wie nie

Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …
Meine Meinung:
Ich habe schon einige Bücher der Autorin gelesen und war daher sehr auf die Neuerscheinung gespannt, der Klappentext hörte sich einfach auch sehr interessant an. Mir wurde das Buch freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.
Der Einstieg ist mir sehr gut gelungen. Man lernt Ruth kennen, die mit Herz und Seele Säuglingsschwester ist und eines Tages auf ein Elternpaar trifft, die dagegen sind, dass ihr Baby von Ruth behandelt wird, alleine aufgrund ihrer Hautfarbe. Ihr wird der Umgang mit dem Baby von der Klinikleitung untersagt, Sie ist völlig entsetzt darüber und es kommt zu einem Notfall nach der Beschneidung des kleinen Jungen und Ruth weiß einfach nicht, wie sie handeln soll. Für den Kleinen kommt im Endeffekt jede Hilfe zu spät und der rassistische Vater zeigt Ruth wegen fahrlässiger Tötung und Mord an.
Ab dem Zeitpunkt gerät das Leben von Ruth völlig aus den Fugen und sie steht vor Gericht.
Die Hauptprotagonistin Ruth hat mir als Charakter sehr gut gefallen, es war sehr zu spüren, in welchem Zwiespalt sie sich befunden hat. Ihre Verteidigerin mochte ich auch sehr, man spürte richtig, dass sich ihr Verhalten/ihre Meinung in Bezug auf Rassismus auch im Laufe der Geschichte verändert hat.
Das Buch hat sich mit dieser Geschichte natürlich viel mit dem Thema Rassismus befasst, was ich sehr interessant fand. Insgesamt fand ich das Buch sehr warmherzig und berührend geschrieben.
Alles in allem konnte mich das neue Buch der Autorin wieder begeistern und überzeugen können. Ich kann hier ganz klar eine Kauf- und Leseempfehlung geben, Von mir bekommt das Buch sehr gute 4,5 Sterne.

Ein wichtiges Thema, das uns alle angeht

Von: Lilli33 Datum: 18. Oktober 2017

Inhalt:
Ruth Jefferson ist 44 Jahre alt, Witwe und alleinerziehende Mutter eines prächtigen Siebzehnjährigen. Sie arbeitet seit zwanzig Jahren als Hebamme und Säuglingsschwester und macht ihren Job sehr gut. Doch sie hat einen Fehler: Sie ist nicht weiß. Dies passt dem rassistischen Ehepaar Bauer gar nicht, und so wird Ruth von ihrer Vorgesetzten die Behandlung des Neugeborenen Davis untersagt. Als dieser Atemnot bekommt, ist Ruth allein auf der Station. Soll sie versuchen, dem Kind zu helfen und damit ihren Job zu riskieren? Oder soll sie tatenlos zusehen und warten, bis jemand kommt? Eigentlich keine Frage … Aber es hilft alles nichts, das Kind stirbt und Ruth wird des Mordes angeklagt.

Meine Meinung:
Ich bin ein großer Fan von Jodi Picoult. Was ich an ihren Büchern am meisten liebe, ist das Dilemma, in das sie ihre Protagonisten regelmäßig steckt. Es gibt in der Regel zwei Seiten und man kann als Leser beide Seiten verstehen. Damit wird man gezwungen, selbst nachzudenken und sich seine eigene Meinung zu bilden. Bei „Kleine große Schritte“ ist das Dilemma, helfen oder nicht, schnell abgehakt und ich konnte mich sofort hundertprozentig auf eine Seite stellen. Es ist ganz klar, dass Ruth übel mitgespielt wird und die Familie Bauer die Bösen sind. In diesem Punkt hat die Autorin also meine Erwartungen leider nicht erfüllt.

Trotzdem konnte sie mich auch mit ihrem neuesten Werk wieder fesseln und gut unterhalten. Das liegt einmal am wunderbaren Schreibstil, der die Seiten nur so vorbeifliegen lässt, aber auch am Thema Rassismus, das ja leider immer noch - und nicht nur in den USA - aktuell ist. Jodi Picoult zeigt uns anhand des Alltags ihrer Protagonistin, wie Farbige immer noch ausgegrenzt werden. Vieles davon war mir selbst auch nicht bewusst und ich danke der Autorin dafür, dass sie mich darauf aufmerksam gemacht hat.

Wie von Jodi Picoult gewohnt, wird die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Die Perspektive wechselt zwischen Ruth, Turk Bauer, dem Vater des toten Babys, und Ruths Pflichtverteidigerin Kennedy. Dabei kann es schon mal vorkommen, dass man einzelne Szenen und Dialoge zwei Mal liest. Dadurch wird aber deutlich, dass manche Ereignisse von verschiedenen Menschen ganz anders erlebt werden.

Auch wenn vieles sehr geradlinig erzählt wird, hat die Autorin doch auch ein paar Überraschungen auf Lager, die immer wieder kleine Wendungen in die Geschichte bringen und die Spannung aufrechterhalten.

Bereits einige Wochen vor diesem Roman ist die Vorgeschichte dazu erschienen, die Ruths Kindheit beleuchtet und gut auf das Thema einstimmt.

Prequel:
Das Mädchen mit den roten Schuhen

Von: Christine Leifeling Datum: 10. Oktober 2017

Dieses Buch ist so wichtig, dass es jeder lesen sollte. Jodi Picoult schreibt ungeschönt und tief berührend über ein Thema das immer noch fest in der Gesellschaft verankert zu sein scheint. Rassismus und Diskriminierungen gibt es, nach wie vor, jeden einzelnen Tag. Die Autorin scheut sich nicht davor, dem Leser einen Spiegel vorzuhalten und zwingt ihn dazu seine Einstellung zu reflektieren. Kleine große Schritte berührt und rüttelt auf. Ein großartiges Buch von Jodi Picoult, das fest im Herz und im Kopf bleibt.

Von: S. Pawlowska Datum: 04. Oktober 2017

Ein ganz großartiges Buch. Spannend, einfühlsam und klug bis zur letzten Seite. Ich war traurig, als es zu Ende war.

Von: Annette Südmeier Datum: 04. Oktober 2017

Ein tolles Buch! Sehr berührend, emotional ohne ins Seichte abzugleiten - hat mir sehr gut gefallen.

Wow!!

Von: Lisa Datum: 01. September 2017


Ich bin schon lange Fan von Jodi Picoult, aber diesmal hat sie sich selbst übertroffen. Nicht nur, dass alle Themenbereiche der Handlung authentisch und gut recherchiert dargestellt werden, das übergeordnete Thema der (Rassen-)Diskriminierung trifft einfach mitten ins Herz und regt sehr zum Nachdenken an. In was für einer Gesellschaft leben wir tatsächlich und sind wir selbst so frei von Vorurteilen, wie wir es vielleicht gerne wären?
Der regelmäßige Perspektivwechsel ermöglicht den Leserinnen und Lesern verschiedene Sichtweisen kennen zu lernen und sich selbst irgendwo dazwischen, an mehr oder weniger Stellen, in seiner Denk- und Handlungsweise selbst wiederzuentdecken.
Ich empfehle dieses Buch tatsächlich JEDEM weiter, da es eine positive Veränderung unseres Zusammenlebens bewirken kann.
Ach ja; spannend bis zur letzten Seite!

Erschreckend und aktuell

Von: Anja Wenck Datum: 02. August 2017

Jodi Picoult hat ein brisantes und hoch aktuelles Thema super recherchiert und in eine Geschichte verpackt, die man atemlos liest und die einen oft sprachlos macht.
Großartig sind wie immer die Personen herausgearbeitet mit all ihren Ecken, Kanten, Sorgen und Verzweiflungen. Einfach brillant, auch die Übersetzung!
Das wird einer unserer persönlichen Bestseller (nicht nur) für den Herbst 2017!

So sympathisch wie "Gute Geister" und so aufrüttelnd wie "American History X"

Von: Elisabeth Elsabagh Datum: 01. Juli 2017

Dieser Roman trifft den Nerv der Zeit ohne schwerfällig zu sein. In unserer heutigen Gesellschaft wird man allzu schnell abgeurteilt auch wenn man alles richtig macht und sich Mühe gibt, dazuzugehören. Vorurteile und Hass werden geschürt anstatt den Blickwinkel zu verändern und eine Lehre daraus zu ziehen.
Mit großem Vergnügen habe ich Jodi Picoult s Buch gelesen und auch mich selbst hinterfragt.
Für alle Leserinnen, die mehr als nur ein gutes Buch lesen wollen - diese Geschichte wird sie nicht nur bestens unterhalten sondern auch ihren Horizont erweitern.

Von: Barbara Pernter Datum: 29. Juni 2017

Jodi Picoult versteht es aktuelle Themen in packende Unterhaltungsromane zu verwandeln. Der Leser kann sich dem Thema nicht entziehen und wird zum Nachdenken gebracht. Ein sehr gelungener Roman

Von: Annette Hammerschmidt Datum: 28. Juni 2017

Ich habe mich jeden Tag darauf gefreut, dieses Buch weiter zu lesen. Großartige Umsetzung eines virulenten Themas in einem lesenswerten Roman - Jodi Picoult eben. Danke für diesen tollen Titel.

Von: Katrin Gesterding Datum: 27. Juni 2017

Hut ab Frau Picoult. Sie haben sich selbst übertroffen. Jeder Jugendliche bzw. Jungerwachsene sowie Erwachsene sollte dieses Buch lesen. Ich als Buchhändlerin werde mein Möglichstes dazu beitragen. Vielleicht wird es ja Pflichtlektüre in Schulen, wer weiß?

Von: Bettina Zwirlein Datum: 27. Juni 2017

Wieder eine "typische" Picoult! Es hat mir sehr gut gefallen. Und meinen Blick für die "kleinen" Unstimmigkeiten geöffnet. Klasse

Von: Helga Cichon Datum: 27. Juni 2017

Ein wahrlich bewußtseinserweiterndes Buch, das lange im Leser nachklingt. Solche Bücher sind es, die Lesen so wertvoll machen.

Von: Annette Roim Datum: 27. Juni 2017

Die neue Jodi Picoult ist wie immer sehr mitreißend geschrieben. Sie hat das Thema Rassismus im Alltag sehr gut eingefangen und aufgezeigt, wie leicht es teilweise ist, ins "Schubladendenken" zu verfallen. Leider hat sie sich etwas zu sehr in dem Thema verrant und das Ende war für mich zu stark konstruiert. Ihr Roman hat mir aber trotzdem gut gefallen.

Von: Lena Müller Datum: 19. Juni 2017

Soeben habe ich das Buch „Kleine große Schritte“ von Jodi Picoult zu Ende gelesen.
Zunächst einmal möchte ich Ihnen für dieses starke, bewegende Buch danken!
Beim Lesen hatte ich hin und wieder einen Kloß im Hals, weil ich einfach nicht begreifen konnte (und dazu immer noch nicht in der Lage bin), dass man Menschen aufgrund ihres Erscheinungsbildes / ihrer „Rassenzugehörigkeit“ ausgrenzt.
Die Geschichte dieses Buch hat mich zutiefst bewegt, denn Diskriminierung ist für mich ein großes Thema, auch weil ich vor Kurzem den Film „12 Years a Slave“ gesehen habe. Deshalb hatte ich einen direkten Verknüpfungspunkt.
Meiner Meinung nach besitzt dieses Buch die Kraft Augen zu öffnen und Menschen zusammen zu bringen, um sich gemeinsam für Minderheiten einzusetzen.
Minderheiten, die auf den ersten Blick anders zu sein scheinen. Jedoch handelt es sich um Menschen, die ein Recht auf ein selbstbestimmtes und uneingeschränktes Leben haben.
Individualität und Vielfältigkeit einer Gesellschaft ist eine Stärke und darf nicht als Schwäche oder gar Nachteil ausgelegt werden.
Die Figuren des Buches sind durchweg authentisch ausgearbeitet worden, man konnte die Lebensgeschichten jedes Einzelnen nachvollziehen, sodass die Geschichte sehr glaubhaft wirkt. Mir gefällt besonders gut, dass die Autorin durch eine reale Geschichte auf das Thema aufmerksam geworden ist.
Ihr ist die Umsetzung sehr gut gelungen.
Abschließend bedanke ich mich für dieses wunderbare Lesegeschenk.

Von: Hedy Kunze Datum: 14. Juni 2017

Ein aufwühlendes, sehr emotionales Buch. Wieder ein Roman, den man unbedingt lesen sollte.

Von: Renate Peter Datum: 14. Juni 2017

Dieses Buch war für mich sehr erschütternd und bewegend; es gibt verschiedene Spielarten des Rassismus: sich dezidiert zum Rassismus bekennen, Rassisismus verschweigen bzw. aus dem Denkhorizont ausklammern, bewusst nicht rassistisch sein wollen. Erst wenn Rassismus kein Thema mehr ist, weil Hautfarbe, Religion oder Ethnie wirklich keine Rolle spielen, kann er als überwunden gelten.
Ein in der Tat großartiger, gegen Ende hin die Spannung sich immer mehr steigender Roman zum diesem Thema.

Von: Sabine Neudert Datum: 14. Juni 2017

Das neue Buch von Jodi Picoult hat mich wieder einige Stunden Schlaf gekostet ;) Endlich wieder ein richtig gutes Buch von ihr. Ein tolles Thema, super geschrieben! Vor allem auch in der Hinsicht, dass sich viele nicht als Rassisten sehen, und doch gibt es diese kleinen Dinge, die man vielleicht tut, oder sagt. Die verletzend sind, obwohl man es vielleicht nicht böse meint. Aber man macht es vielleicht doch unbewusst.
Ich hab das Buch mit Freude gelesen und es hat mich auch sehr zum Nachdenken gebracht!
Ich finde das Buch sollten alle lesen und ich werde es fleißig für Weihnachten empfehlen.
Vielen herzlichen Dank für diesen tollen Lesegenuss :)

Von: Bianca Schmid-Paech Datum: 14. Juni 2017

„Mitnehmendes Rassismus-Epos. Dreigleisig und zeitnah. Wie gemacht für Hollywood!“

Von: Hildegard Trant Datum: 14. Juni 2017

Lange Zeit habe ich an Picoult gezweifelt. Waren "Beim Leben meiner Schwester" und "19 Minuten" Zufälle?
"Kleine große Schritte" hat mich wieder von ihrem Talent überzeugt, Situationen und Konflikte von Menschen zu schildern und den Leser mit das Leben ihrer Protagonisten ziehen.
Man geht in den Schuhen ihrer Helden und lebt eine Weile in deren Welt. Ihr neuer Roman zeigt die Auswirkungen von Rassismus. Die Aussichtslosigkeit, in der Ruth, die farbige Hebamme, die alles immer richtig gemacht hat und ein guter Mensch ist, sich befindet, erschüttert zutiefst. Und gleichzeitig zeigt Kennedy, ihre weiße Verteidigerin, dem Leser, wie man ungewollt rassistisch sein kann: weil man sich über das Ausmaß der Diskriminierung, der Farbige ausgesetzt sind, nicht bewusst ist.
Ein großartiges Buch: einfach, aber spannend geschrieben, kann es eine breite Leserschaft erreichen und aufrütteln.

Von: Birgit Wustrack Datum: 14. Juni 2017

Habe gerade die neue Picoult gelesen - super! Wird definitiv eine meiner Herbst-Weihnachts-Lieblings-Empfehlungen. Nachdem der Vorgänger in meinen Augen etwas schwächelte, ist das wieder richtig, richtig gut!!

Picoult : Wichtig wie nie

Von: Stefanie Westenberger Datum: 02. Juni 2017

Endlich wieder einmal eine "richtige", wenn nicht sogar die beste Picoult....DAS Thema der USA, sowohl bei Morrison und Whitehead, und jetzt auch für " Grisham-Leser". Gut recherchiert, einfühlsam, lebendig, glaubwürdige Charaktere - ein Buch, dem richtig viele Leser zu wünschen sind.

Von: Sabrina Reiter Datum: 18. Mai 2017

Seit meiner Jugend zählt Jodi Picoult zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Jedes Jahr freue ich mich darauf, endlich ihr neuestes Buch verschlingen zu können. "Kleine große Schritte" ist da keine Ausnahme. Wie immer schafft es die Autorin, eine Geschichte zu einem brisanten Thema aus mehreren Blickwinkeln zu erzählen und die Leser nicht nur in einen Bann zu ziehen sondern auch zum Nachdenken anzuregen. (...)

Von: Tobias Wrany Datum: 18. Mai 2017

Mit "Kleine große Schritte" ist Jodi Picoult wieder bei jener Geschichtsform angelangt, die sie (zu Recht) so bekannt gemacht hat: Ein gesellschaftlich relevantes Thema anhand persönlicher, ineinander verschränkter Einzelgeschichten vor dem Hintergrund juristischer Meinungsfindung unterhaltsam abzuarbeiten.
"Kleine große Schritte" zeigt lebhaft geschilderte Figuren vor einem spannungsgeladenen und emotional packenden Hintergrund in einer klug, und gar nicht mal so vorhersehbar geschilderten Geschichte.
Die "Kleinen großen Schritte" hätten das Potential zu einem richtig großen und relevanten Unterhaltungsroman gehabt, wenn der Autorin die Wichtigkeit ihres Themas nicht doch zu sehr bewusst gewesen wäre. Da uns Jodi Picoult offenkundig aus allen erdenklichen Blickwinkeln mit dem Thema des Rassismus in unserer Zeit bekannt machen möchte, gleicht ihr Roman über große Strecken eher einem überdeutlich dozierenden Lehrbuch, denn einer engagierten Erzählung. Schade ist dies insbesondere, da es Picoult in "Kleine große Schritte" gerade auch gelingt, das Scheinwerferlicht gezielt auf den gerade nicht so offensichtlichen, nämlich den gedankenlosen oder gar wohlmeinenden Rassismus von uns ganz normalen Durchschnittsmenschen zu lenken, was aber oft unter die Räder ihrer betont monothematischen Erzählmethode zu geraten droht.

Von: Dagmar Horvath Datum: 18. Mai 2017

Erschreckend realistisch!

Von: Susanne Wiesner Datum: 18. Mai 2017

Kraftvoll, eindringlich, herausfordernd, manchmal sogar provozierend, ehrlich! Ich habe alle Bücher von J. Picoult gelesen, aber dies ist wirklich ihr bestes!!! Hochaktuell! Danke!

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