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Kanae Minato

Geständnisse

Roman

Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner – weder Kind noch Erwachsener – ungeschoren davonkommt.

Mit immenser Sogwirkung und einem unbestechlichen Blick auf die menschlichen Abgründe erzählt die ehemalige Lehrerin Kanae Minato eine faszinierend-verstörende Geschichte voller unerwarteter Wendungen. Ein packender Roman, dessen Stimmen den Leser noch lange begleiten.

Das Buch spielt in Shibata, Japan

Leserstimmen

*Rezension* Geständnisse, Kanae Minato

Von: Lexy´s BookDelicious Datum: 10. November 2017

Worum geht es?
Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner – weder Kind noch Erwachsener – ungeschoren davonkommt.

Mit immenser Sogwirkung und einem unbestechlichen Blick auf die menschlichen Abgründe erzählt die ehemalige Lehrerin Kanae Minato eine faszinierend-verstörende Geschichte voller unerwarteter Wendungen. Ein packender Roman, dessen Stimmen den Leser noch lange begleiten.

Meine Meinung
Fangen wir mal mit dem optischen an. Aufmerksam auf dieses Buch wurde ich durch das Cover. Es ist mir gleich ins Auge gesprungen und ich dachte zuerst an eine Märchenadaption von Schneewittchen. Da hatte ich mich wohl getäuscht. :)

Die Story ist wirklich gut und hat ziemlich gute Wendungen. Das ist aber leider auch schon alles.
Ich habe mich so ziemlich durch das Buch gekämpft. Der Schreibstil war einfach nicht mein Fall. Immer wieder habe ich mich erwischt wie ich genervt aufgestöhnt habe und manchmal das Buch einfach beiseite gelegt habe.
Das mache ich eigentlich nicht. Normalerweise breche ich ein Buch ab wenn mich der Schreibstil nicht einnehmen kann, aber hier fand ich die Story einfach gut.
Das Buch wurde auch verfilmt. Vielleicht schaue ich mir den Film einfach nochmal an.

Fazit: Eine gute Story mit gewissen Mängeln.

Ich gebe 3 von 5 Delicious Sterne

Wahnsinnig spannend!

Von: Mr.Exlibris Datum: 31. Oktober 2017

Titel: Geständnisse
Autor: Kanae Minato
Jahr: 2017
Verlag: C. Bertelsmann
Preis: 16,99

✫✫✫✫✫ STERNE

Herausragend aber polarisieren

Vielen Dank an den Blanvalet-Verlag, der mir dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.




Die Filmrezension findet ihr HIER

Klappentext
Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner – weder Kind noch Erwachsener – ungeschoren davonkommt.

Mit immenser Sogwirkung und einem unbestechlichen Blick auf die menschlichen Abgründe erzählt die ehemalige Lehrerin Kanae Minato eine faszinierend-verstörende Geschichte voller unerwarteter Wendungen. Ein packender Roman, dessen Stimmen den Leser noch lange begleiten.
"Der Thriller 'Geständnisse' der japanischen Autorin Kanae Minato dreht sich um einen Mord an einer Vierjährigen und gehört zum Subtilsten, was ich seit langem gelesen habe. Dieses Buch über den Ursprung des Bösen in uns liefert sowohl Spannung als auch Innenansichten aus einem faszinierenden Land."


Handlung / Stil
Es ist schwierig, etwas über die Handlung zu sagen, ohne zu viel zu verraten, daher werde ich mich diesbezüglich kurz halten.
Moriguchi beginnt mit einem langen Monolog. Zunächst wird der Leser vielleicht irritiert, da die Situation nicht ganz klar ist. Doch schnell wird deutlich, Moriguchi ist eine Lehrerin, die in diesem Moment einen Vortrag vor ihrer Klasse hält. Dieser soll ihr letzter sein, denn es wird ihr letzter Tag an der Schule sein. Der Grund dafür ist der, dass ihre kleine Tochter Manami vor einiger Zeit starb. Gefunden wurde sie in dem Schulschwimmbecken der Schule, an der Moriguchi unterrichtet. Todesursache ertrinken. Doch Moriguchi zweifelt diese vermeintliche Tatsache an und kommt denen auf die Spur, die Manamis Tod verursachten. Drei Dinge sind ihr klar, ihr Tod war kein Unfall, die Mörder waren zu zweit und sitzen in jenem Moment in der Klasse, vor der Moriguchi ihre Ansprache hält.
Von diesem Moment an, wird der Leser gefesselt sein. Klar ist also, wir haben hier keinen Krimi vor uns, denn die Mörder A und B stehen von Anfang an fest. Zu keiner Zeit habe ich an ihrer Schuld gezweifelt. Es geht vielmehr um die menschlichen Abgründe, die zu dieser Tat führten. Deswegen werden die handelnden Personen sehr ausführlich beschrieben und ihre Beweggründe werden erläutert. Besonders packend fand ich die verschiedenen Erzählperspektiven, die auch in verschiedenen Formen in den Roman einfließen. Wir haben es hier mit der direkten Rede, Tagebucheinträgen, Erinnerungen und Briefen zutun. Wörtliche Rede und Dialoge sind allerdings eine Seltenheit in diesem Werk. Die verschiedenen Perspektiven machen deutlich, was über andere Personen gedacht und behauptet wird und wie diese Personen die Dinge selbst sehen. Besonders dies hat mich sehr überzeugen können, denn im Leben ist es nicht anders. Wie oft meinen wir uns Urteile über andere erlauben zu dürfen und richten über andere, ohne die genauen Hintergründe zu kennen.
Der Schreibstil von Minato hat mich überzeugen können, er war in keinster Weise abgehoben oder unlesbar. Der Schreibstil ist nüchtern, ja teilweise ein bisschen emotionslos. Dies verstärkt jedoch das beklemmende Gefühl während des Lesens, da dadurch die Kaltblütigkeit in der hier agiert und reagiert wird, perfekt transportiert wird. Mit jeder gelesenen Seite wird man tiefer in den Sumpf der Rache gezogen, aus dem man erst auftaucht, wenn man am Ende des Buches angelangt ist. Und dann kommt der große Knall... oder eher das leise blop der Seifenblase, die platzt?


Charaktere
Selten konnten mich die Charaktere eines Thrillers so fesseln wie in Geständnisse. Man kann tief in die Gedankenwelt der Figuren eindringen, die sehr ausschlaggebend für die Handlung sind. Immer, wenn man denkt, man hats, wendet sich die Story oder man bekommt neue bahnbrechende Informationen. Besonders Shuya hat es mir angetan und ich muss zugeben, am Ende hat er mir sogar ein bisschen Leid getan. Das ist vermutlich der Charme solcher Leute, mit denen sie andere "Idioten" einlullen (Noaki-Syndrom ^^). Ich fand es sehr spannend seineVersion der Geschichte, die Handlung und die Tat aus seiner Sicht geschildert zu bekommen und die Hintergründe zu erfahren. Fesselnder hätte man es wohl kaum gestalten können.
Die Erzählungen der verschiedenen Personen weichen kaum voneinander ab, aber mit jedem weiteren Kapitel und einer anderen Sichtweise dringt man tiefer in die Geschichte ein, bekommt neue Informationen, am Ende ist man derjenige, der die Dinge weiß, die den anderen Figuren verborgen blieben.


Fazit
Dieses Buch hat mich in vielerlei Hinsicht überzeugen können. Ich kann nicht behaupten, dass ich am Ende sagen kann, was richtig oder falsch war und wer seine gerechte Strafe bekommen hat, aber ich denke nicht, dass dies das Ziel war. Es war interessant und fesselnd, die verschiedenen Perspektiven, die genau diese Frage behandeln zu verfolgen und bei jedem hinter die Kulissen schauen zu können. Minato hat damit wirklich ein unvergleichliches Werk geschaffen. Ich bin sehr froh, dass das Buch nach Jahren endlich auch auf Deutsch erschienen ist. Es lässt sich sagen, man liebt es oder man hasst es. Vermutlich ist kaum etwas zwischen 1 und 5 Sternen möglich, denn der Roman ist polarisierend. Wer sich generell nicht für packende und anspruchsvolle Thriller sowie tiefgreifende Einblicke in die japanische Gesellschaft interessiert, sollte besser die Finger davon lassen. Für alle anderen: unbedingt lesen!

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Verstörend genial!

Von: Schwarzetintenwelt Datum: 30. Oktober 2017

Verstörend. Anders. Aber Gut.
So kann man den Eindruck zum Buch zusammenfassen. Es ist zudem auch eine sehr andere Art zu schreiben. Das Buch an sich erzählt dieselbe Geschichte, also die des Mordes an Yukos Kind, aus 5 verschiedenen Perspektiven.Jeweils mit etwas mehr Background Story, je nach Charakter. So entsteht ein komplexes Geflecht aus Meinungen, Sichten und Schicksalen die aus den Racheakten der Lehrerin resultieren bzw. davon betroffen sind. Es lässt einen selbstt die Mörder verstehen, irgendwo sogar Mitleid mitt ihnen haben. Das krasse war nur; immer, wenn man dachte, man blickt bei dem Charakter jetzt drch, wurde eine Meinung, ein Satz oder auch nur ein Wort geäußert und man war angeekelt von sich selbst, dass man gerade mit einer solchen Person Mitleid hatte.
Wenn man von Psychologie, vor allem von Kriminalpsychologie fasziniert ist, ein sehr empfehlenswertes Buch, das zeigt, wie viele verschiedene Motive und Gründe für Taten es geben kann. Allerdings auch ebenso gut zu lesen, wenn man sich für Japan und die Kultur des Landes interessiert. Es zeigt die Schattenseiten der leistungsorientierten Schulen und Familien. Zudem weist es auch kritisch daarauf hin, wie kaputt manche Kinder durch diesen Druck gehen können.
Für mich gehört das Buch jetzt schon zu einem absoluten Life Must-Read.

Lesenswertes Buch!

Von: Jenny Datum: 27. Oktober 2017

Klappentext: Die kleine Tochter der alleinerziehende Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner – weder Kind noch Erwachsener – ungeschoren davonkommt.

Meine Meinung: Das Buch beginnt damit, dass Yuko Moriguchi vor ihrer Klasse steht, ihren Schülern von dem Mord an ihrer Tochter erzählt & damit eine Welle von Ereignissen in Gang setzt. Als Leser hat man das Gefühl direkt mit in diesem Klassenraum zu sitzen und von Yuko das dramatische Geständnis mitgeteilt zu bekommen. Ganz allmählich, Seite um Seite, bekommt man die Tragweite des Ganzen zu spüren.

Der Erzählstil ist sehr interessant, denn die Kapitel werden jeweils aus einer anderen Perspektive geschildert. Jedes einzelne Kapitel bekommt so seine ganz eigene Dynamik & enthüllt sehr eindringlich, was tatsächlich mit Yukos Tochter geschah und wer die Schuld daran trägt. Yukos Art und Weise ihren Schülern davon zu berichten empfand ich einerseits als sehr nüchtern und distanziert, andererseits sind ihre Trauer & Wut zwischen den Zeilen absolut spürbar.
Es gibt eine Stelle in dem Buch, ziemlich am Anfang, die mir wahrlich eine Gänsehaut beschert hat. Die Enthüllung auf diesen Seiten hat mich schlichtweg sprachlos und schockiert zurückgelassen. Mit dieser bitterbösen, aber zugleich auch genialen Idee hat mich Kanae Minato echt überrascht. Ich liebe es, wenn ein Autor plötzlich mit etwas um die Ecke kommt, mit dem ich einfach niemals gerechnet hätte.

"Geständnisse" ist aber nicht nur ein Buch das schonungslos, erschütternd und fesselnd ist, es regt auch wirklich zum nachdenken an! Wie gehen wir mit unseren Mitmenschen um? Haben wir das Recht über jemand anderen zu richten? Das sind Fragen die in dieser Geschichte aufkommen und die mich sehr nachdenklich gestimmt haben.

Wer Lust hat ein Buch über Rache, Moral und Gerechtigkeit zu lesen, sollte sich "Geständnisse" auf jeden Fall mal ansehen!

Super Buch!

Von: Atelier Maikind Datum: 22. Oktober 2017

Inhalt:
Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner – weder Kind noch Erwachsener – ungeschoren davonkommt.
Mit immenser Sogwirkung und einem unbestechlichen Blick auf die menschlichen Abgründe erzählt die ehemalige Lehrerin Kanae Minato eine faszinierend-verstörende Geschichte voller unerwarteter Wendungen. Ein packender Roman, dessen Stimmen den Leser noch lange begleiten. (Quelle: Verlag)

Verlag: Bertelsmann //Seitenzahl: 272 Seiten //Erschienen am: 27. März 2017 // Preis: € 16,99 [D] | € 17,50 [A]


Rezension:
Ich kenne dieses Buch alleine aufgrund des Filmes, den ich vor vielen Jahren einmal im Fernsehen gesehen habe. Mittlerweile ist das allerdings so lange her, dass ich mich an die Einzelheiten von damals nicht mehr erinnern und somit vollkommen frei an dieses Buch herangehen konnte.

Anders als andere Bücher ist dieses Werk nur in fünf große Kapitel eingeteilt, die jeweils die Sicht von fünf verschiedenen Menschen widergeben. Kapitel Eins ist wohl das wichtigste, da es uns den ganzen Plot erklärt und damit auf die Hintergründe und die Geschichte der Lehrerin, die gerade ihre Tochter verloren hat, eingeht. Kapitel zwei ist ein Brief, geschrieben von einer Schülerin aus der ehemaligen Klasse der Lehrerin, der erzählt, wie es nach den Ereignissen des vorangegangenen Kapitels weiterging. Kapitel Drei beschreibt die Tortur, welche die Mutter des Mörders von Manami durchmachen musste. Das nächste Kapitel zeigt uns die Gedankenwelt von Naoki , einem der Mörder. Mit diesem Blickwinkel hatte ich überhaupt nicht gerechnet, aber es war mit Abstand eines der spannendsten Kapitel des Buches.Das vorletzte Kapitel ist aus der Sicht des anderen Mörders geschrieben. Es enthält viel hintergrundwissen zu dessen Familiensituation und brachte mich dazu Mitleid mit diesem jungen Mann zu haben. Das letzte Kapitel hat mich wirklich überrascht! Die Wendung kam wirklich unerwartet. Schade, dass es nach diesem Kapitel schon zu Ende war- ich hätte gern noch mehr darüber gelesen, wie es weiterging.

Der Schreibstil ist sehr Gewöhnungsbedürftig. Nicht nur, dass es in diesem Buch beinahe keine wörtliche Rede gibt, nein, andere Menschen sind generell nur selten anwesend. Meistens beschränkt sich die Sicht auf eine einzelne Person, die alles wiedergibt- beinahe als würde man einen Monolog lesen.

Dieses Buch ist mit Sicherheit nicht für jeden etwas. Gerade durch die Sichtweißen, die vollkommen anders waren als in anderen Büchern. Auch die Kapitellänge wird dem ein oder anderen zu schaffen gemacht haben, da viele Leser sicherlich viele kleine Kapitel gewöhnt sind.

Dennoch war das Buch wirklich großartig. Das behandelte Thema verfolgte mich noch lange und tatsächlich stellte ich mir die Frage, wie ich wohl handeln würde wenn ich an der Stelle der Lehrerin gewesen wäre. Volle Sternenzahl für dieses grandiose Buch!

Schockierend, aber zu konstruiert

Von: VB00KS Datum: 20. Oktober 2017

Zu diesem Buch:
„Ich verstehe, warum Mord als Verbrechen angesehen wird. Dagegen verstehe ich nicht unbedingt, warum Mord an und für sich schon als böse gilt. Der Mensch ist doch nur eine von unendlich vielen Arten, die auf der Erde existieren. Wenn ein Wesen Nutzen daraus ziehen kann, dass es ein anderes vernichtet, dann war es wohl so vorgesehen.“

Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Yuko Moriguchi ist im Schulschwimmbecken ertrunken, die Polizei geht von einem Unfall aus. Einige Wochen später kündigt Moriguchi den Schuldienst, zum Abschied konfrontiert sie ihre Schüler mit einem erschütternden Geständnis. Daraufhin nimmt ein tödliches Drama seinen Lauf, an dessen Ende keiner - weder Jugendlicher noch Erwachsener - ungeschoren davonkommt.

Kanae Minatos packender Roman, in Japan ein Millionenseller, ist eine Geschichte um verblendete Liebe und erdrückende Fürsorge, um Gleichgültigkeit und Misshandlung; um Kinder, die an einer auf Leistung und Erfolg ausgerichteten Gesellschaft zerbrechen, die jeglichen Sinn für Gut und Böse verloren haben und in ihrer verzweifelten Suche nach Zuneigung und Anerkennung alle menschlichen Grenzen überschreiten.

Über die Autorin:
Kanae Minato, geboren 1973 in Japan, begann ihre Karriere als Schriftstellerin mit dem Bestseller „Geständnisse“, der erfolgreich verfilmt wurde. Ihre Romane und Kurzgeschichten wurden vielfach ausgezeichnet.

Meine Zusammenfassung:
Vor der Klasse berichtet die Lehrerin Moriguchi ihren Schülern, dass sie nach den Ferien die Schule verlassen wird. Der Grund wird schnell klar; der Tod ihrer 4-Jährigen Tochter Manami. Ihr Tod in dem Schwimmbecken der Schule war kein Unfall, denn die Mörder sind zwei Schüler. Schüler, aus ihrer eigenen Klasse. In einer langen Rede erklärt sie ihren Schülern, was sie über die Tat herausgefunden hat und beschließt, Rache zu nehmen.

Da an der Schule zur Zeit ein Projekt läuft, bei dem die Schüler jeden Tag eine Milch trinken sollen, beschließt Moriguchi den beiden Tätern Blut mit dem HI-Virus in die Milch zu mischen. Selbstverständlich ist die Klasse schockiert, doch regt sich weiterhin keiner. Es wird Zeit über Taten und ihre Konsequenzen nachzudenken.

Was werden die beiden betroffenen Schüler unternehmen, jetzt wo sie vielleicht AIDS bekommen könnten? Werden sie ihre Tat bereuen? Oder werden sie sich ihrem Leben, welches sich nun so schlagartig ändern könnte einfach hinnehmen? Was geht nun in ihnen vor?

Meine Meinung:
Dieses Buch war für einfach eine völlig andere Erfahrung. Die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven der Charaktere zu erzählen hat mir sehr gut gefallen. Es beginnt mit der Erzählung der Lehrerin, dessen Tochter durch, nicht wie die Polizei vermutete, einen Unfall gestorben, sondern von zwei ihrer Schüler umgebracht worden war. Nachdem sie im ersten Kapitel ihre Geschichte mit ihrer Rache an den Mördern beendet hat, bauen die weiteren Kapitel auf eben dieser Geschichte weiter auf und lassen uns immer mehr Einzelheiten und Details erfahren.

Auf jedes Geständnis folgt nun ein weiteres und lässt uns daran teilhaben, was in den einzelnen Personen davor, dabei oder danach vorgeht. Für mich war es sehr interessant, die Dinge aus anderen Blickwinkeln zu erleben und ein Gespür dafür zu bekommen, welche Aktionen oder auch Reaktionen einen Menschen prägen und beeinflussen können.

Gewundert hat mich, die Emotionslosigkeit der Charaktere und wie nüchtern jeder einzelne mit den verschiedenen Situationen umgeht. Einige Gedanken der Personen konnte ich sehr gut nachvollziehen und doch konnte ich kein Verständnis für sie aufbringen.

Mein Fazit:

Interessante Geschichte, kam mir jedoch ein wenig zu konstruiert vor. Mir fehlte die Menschlichkeit der Charaktere um Empathie aufzubauen. Ich hatte nicht das Gefühl der Erzählung wirklich beizuwohnen. Dennoch habe ich mich gut unterhalten gefühlt und obwohl mir die Menschlichkeit fehlte, fand ich die Kaltblütigkeit der jeweiligen Beteiligten spannend.

Geständnisse lässt sich schnell und einfach lesen und wenn man sich auf die Geschichte einlässt, kann man sie sogar genießen.

Ein erschütternder und beklemmender Roman über Rache und die Folgen einer erfolgsorientierten Erziehung

Von: Pink Anemone Datum: 15. Oktober 2017

Nach Beendigung dieses Romans bin ich immer noch erschüttert und er wird mich sicher noch lange Zeit nicht loslassen.
Ein Roman der im heutigen Japan angesiedelt ist und sich mit der dort herrschenden und sehr ausgeprägten erfolgsorientierten Erziehung von Kindern, sowie deren möglichen Folgen beschäftigt.
Zugegeben, es ist ein Horrorszenario, der Supergau, doch wie wir wissen nicht völlig aus der Luft gegriffen. Dies beweisen die zunehmenden Berichte von Jugendlichen, die scheinbar aus dem Nichts austicken...sie werden immer jünger und es betrifft nicht nur Japan. Denn diese Erfolgsorientiertheit ist schon längst zu uns übergeschwappt.

In diesem Roman blickt der Leser hinter die Kulissen. Wie diese Art der Erziehung die Kinder beeinflusst und was sie aus ihnen machen kann. Ihre Gedanken, ihre Gefühle, der Druck unter dem sie stehen, bis sie von Opfern zu Tätern werden, getrieben von dem Gefühl der Rache, jedoch aus unterschiedlichen Gründen.
Doch nicht nur die Jugendlichen kennen dieses Rachegefühl, sondern auch die Mutter des ermordeten Kindes. Sie, selbst in gewisser Weise Opfer, wird zur Täterin, zwar auf etwas subtilere Art, doch auch getrieben von Rache.

Dieser Roman unterscheidet sich von anderen dadurch, dass man von Anfang an weiß was vorgefallen ist und wer die Täter sind. Doch durch die wechselnden Erzählperspektiven dringt man immer tiefer in die Geschehnisse und deren Auslöser ein. Mit jeder wechselnden Sichtweise erfährt man mehr Details, welche einem als Leser erschüttern.

Der Schreibstil ist nüchtern, ja nahezu emotionslos. Dies verstärkt jedoch das beklemmende Gefühl während des Lesens, da dadurch die Kaltblütigkeit in der hier agiert und reagiert wird, perfekt transportiert wird. Mit jeder gelesenen Seite wird man tiefer in den Sumpf der Rache gezogen, aus dem man erst auftaucht, wenn man am Ende des Buches angelangt ist.

Fazit:
Ein absolut packender Roman, der durch seinen ungewöhnlichen Schreibstil besticht und einem gerade dadurch lange nicht loslässt. Erschütternd, grausam und beklemmend, aber mit einer überaus wichtigen Message. Ein Roman, der gerade in der heutigen erfolgsorientierten Welt gelesen werden sollte. Von mir gibt es daher eine absolute Leseempfehlung!

© Pink Anemone

Außergewöhnliche Herangehensweise an schwierige Fragen

Von: Corisbuchwelt Datum: 15. Oktober 2017

Am letzten Tag des Schuljahres tritt die Lehrerin Yuko Moriguchi vor ihre Klasse und verkündet ihnen, dass sie den Lehrerberuf aufgibt. Sie erzählt ihren Schülern von den Herausforderungen, denen sich eine allein erziehende Mutter in Japan stellen muss und schließlich auch, warum sie ihren Beruf nicht mehr ausüben möchte - es liegt am Tod ihrer Tochter. Doch was von der Polizei als Unfall behandelt wurde, ist tatsächlich etwas viel schrecklicheres. Die vierjährige Manami ist keineswegs im Schwimmbad der Schule ertrunken - sie wurde ermordet. Von Schülern aus Morguchis Klasse.

Doch sie möchte trotz der ihr gegenüber erfolgten Geständnisse der Mörder nicht einfach zur Polizei gehen, denn das japanische Jugendstrafrecht würde keine Gefängnisstrafe für die beiden Mörder bedeuten. Moriguchi fasst einen Entschluss und rächt sich- mit Auswirkungen, die noch viele Leben für immer verändern werden.

Nach dem Monolog der Lehrerin, der nicht nur ihre Beweggründe sondern auch einen Blick auf die japanische Gesellschaft offenbart und auf subtile Weise wesentlich mehr vermittelt als nur das Grundgerüst der Handlung folgen Briefe und Tagebucheinträge der unmittelbar betroffenen. Die Mörder, ihre Familien und auch eine Klassenkameradin kommen zu Wort und zeigen auf, was nach der Rache der Lehrerin passiert. Die familiären Strukturen in Japan vor und nach einem solchen Ereignis sowie der gesellschaftliche Umgang mit verschiedenen unangenehmen Themen werden dabei weiterhin einfühlsam beleuchtet, während die Handlungen nach dem öffentlichen Bloßstellen der Mörder vor der Schulklasse aus verschiedenen Richtungen eine spannende Handlung bilden.

Dabei ist besonders gelungen, Ereignisse an denen mehrere Personen beteiligt waren, aus verschiedener Sicht darzustellen. Hier brilliert die Autorin dabei, verschiedenen Ansichten und Erkenntnisse geschickt miteinander zu verweben - wie es im Leben so oft passiert. Denn letztlich sind es die Hintergründe und Gedanken der Personen, die ausmachen, was für diese die Wahrheit ist. Und während Kanae Minato die Wahrheit in all ihren Facetten darstellt, werden die verschiedenen Ansichten über Gewissen und Schuld von den jeweiligen Personen so verschieden interpretiert, dass jede einzelne Sichtweise an sich lesenswert ist.

Tief in die Charaktere eintauchen kann man hier weniger - die in Form von Briefen und Tagebüchern gehaltenen Berichte sind letztlich nur das: Berichte einer ausgewählten Zeitspanne. Dennoch kann man nachvollziehen, wie sich die Personen verhalten, denn man erkennt bestimmte Muster und Handlungsweisen, die eben jene Figuren ausmachen. Als Leser muss man sich zwangsläufig fragen, was der richtige Umgang mit minderjährigen Mördern ist und welche Entscheidungen man selbst in einer solchen Situation treffen würde. Daraus ergibt sich, dass dieser Roman noch lange nachklingt, denn leichte Kost ist das Thema selbstredend nicht. Und um zu verhindern, dass der Roman in eine zu philosophische Richtung abdriftet, schreitet die Handlung dramatisch voran und wartet am Ende mit einer unvorhergesehen Wendung auf, die letztlich wieder zu der einen großen Frage führt: Kann Rache jemals der richtige Weg sein?

Ich kann den Roman absolut weiter empfehlen, denn er ist ebenso außergewöhnlich wie großartig.

Verlust, Angst, Wahrheit, Rache!!!

Von: Anni_Book Datum: 10. Oktober 2017

Der erste Abschnitt, aus dem Buch, wird aus der Sicht von der Lehrerin Moriguchi erzählt und der Schreibstil ist zwar ein wenig gewöhnungsbedürftig, doch nach ein paar Seiten gewöhnt man sich daran.
Gleich zum Anfang der Geschichte erfährt man, dass die 4. jährige Tochter von Moriguchi ums Leben gekommen ist. Am Anfang scheint es so, als wäre es ein Unfall gewesen, doch schnell erfährt man, dass zwei ihrer Schüler das kleine Mädchen mit Absicht getötet hatten. Doch anstatt, dass sie zur Polizei geht, nimmt Moriguchi Rache. Und ihre Rache, nimmt jeder anders auf.
Die weiteren Abschnitte sind aus der Sicht von, nennen wir sie mal A, B und C, erzählt. Wenn ich euch jetzt die Namen schreiben würde, dann wäre die ganze Spannung weg und das wollt ihr nicht. ;)

Was mir sehr gut an diesem Buch gefallen hat war, dass einzelne Kapitel/Abschnitte aus unterschiedlichen Sichten erzählt werden
. So bekommt der Leser ein genaues Bild von den einzelnen Personen und man kann sich viel besser in sie hineinversetzen.
Schockiert war ich von den Beweggründen der Kinder! Und ja es sind Kinder, denn sie sind zwischen 12 und 14 Jahre alt. Ich hatte manchmal nicht das Gefühl, als würden sie nicht verstehen was sie da getan haben. Und auch wie sie danach weiter gemacht haben, konnte ich kaum nachvollziehen.

Was mich komplett umgehauen hat, war das ENDE!!! Ich hätte nicht im Traum daran gedacht, dass das passieren könnte.

Für mich war es das erste Buch von der Autorin, doch ganz bestimmt nicht das letzte! Denn das Buch ist wirklich richtig, richtig gut!

Spannend, subtil, grausam - eine Ausnahmeerzählung

Von: Sarahs Bücherregal Datum: 29. September 2017

Die kleine Tochter der Lehrerin Moriguchi ist im Pool der Schule ertrunken. Ein Unfall, wie es scheint. Doch am letzten Tag vor den Ferien stellt sich die Lehrerin sich vor die Klasse und gesteht, dass sie weiß, dass es kein Unfall war. Und dass sie weiß, wer ihre Tochter ermordet hat. Nämlich zwei Schüler aus ihrer Klasse. Und sie übt Rache.
„Geständnisse“ von Kanae Minato ist eine subtile Geschichte, die völlig unter die Haut geht. Nicht nur die Lehrerin gesteht ihrer Klasse ihr Wissen, im weiteren Verlauf erfahren wir die Geschichte aus den unterschiedlichsten Perspektiven und auch, wie es nach dem Geständnis der Lehrerin für alle Beteiligten weiterging. Denn Moriguchi ist nicht einfach zur Polizei gegangen, viel durchtriebener straft sie die Täter ab und stürzt beide so auf unterschiedlichste Weise ganz unauffällig ins Verderben. Immer tiefer rutscht man als Leser in die Geschichte hinein und schwankt zwischen Mitgefühl und Wut auf alle Charaktere, so schwierig ist die moralische Beurteilung der Situation, so subtil und spannend verschwimmen die Motive der handelnden Personen.
Meiner Meinung nach ist Kanae Minatos Roman „Geständnisse“ ein absolut empfehlenswerter Roman, ein Psychothriller der besonderen Art, der einen von der ersten Zeile an einfängt und auf fast schon gruselige Art und Weise die niederen Motive aller Menschen darstellt. Keiner scheint frei von Schuld und alle sind verstrickt in ein Netz aus Rachemotiven und kindlichen Absichten. Eine spannende und gleichzeitig psychologisch sehr durchdachte Geschichte, die von Minato perfekt inszeniert wurde.

Anstrengend zu lesen, trotz schockierender Geschichte

Von: Tuffydrops Datum: 26. September 2017

Klappentext:
Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner - weder Kind noch Erwachsener - ungeschoren davonkommt. Mit immenser Sogwirkung und einem unbestechlichen Blick auf die menschlichen Abgründe erzählt die ehemalige Lehrerin Kanae Minato eine faszinierend-verstörende Geschichte voller unerwarteter Wendungen. Ein packender Roman, dessen Stimmen den Leser noch lange begleiten.

Ich habe dieses Buch vor kurzem in einer privaten, kleinen Leserunde gelesen. Bis dahin war mir der Titel ehrlich gesagt total unbekannt. Großes Interesse diese Buch zu lesen, hatte ich leider von Anfang an nicht, auch wenn der Klappentext sehr vielversprechend klingt. Allerdings hat die Mehrheit dafür gestimmt und somit begann ich die ersten paar Seiten zu lesen.

Was mir zunächst einmal sehr gut gefallen hat, war die Tatsache das die Geschehnisse in Japan angesiedelt waren. Auch mit den japanischen Namen hatte ich keine Probleme.

Aber schon nach ein paar Seiten, wusste ich das ich leider nicht richtig warm werden würde mit dem Buch, was zum Großteil an der Erzählweise lag. Diese war für mich sehr anstrengend und hat meinen Lesefluss stark beeinträchtig, da es für mich nicht flüssig genug voran ging. Es gab ein wenig Abwechslung in den einzelnen Kapiteln, da dort die Perspektive zwischen den einzelnen Charakteren gewechselt hat. Man hat dort zwar einiges über ihre bizarren Gedankengänge erfahren, aber durch ihre Erzählungen wurde auch einiges der Geschehnisse wiederholt, was es für mich ziemlich langweilig gemacht hat. Leider kam selbst bis zum Schluss keine Spannung bei mir auf.

Auch wenn genau diese ungewöhnliche Erzählweise erfrischend anders ist, denke ich, dass mir das Buch besser gefallen hätte wenn die Geschichte anders verpackt gewesen wäre. Die Geschichte an sich war nämlich eigentlich ziemlich interessant, weil sie durch die verschiedenen Denkweisen sehr schockierend war und einen Einblick gegeben hat, wie weit die menschliche Psyche gehen kann wenn sie auf Rache aus ist.

Fazit:
Dadurch das ich leider so meine Probleme mit dem Schreibstil hatte, konnte mich das Buch nicht richtig überzeugen, trotz starker Geschichte über Rache und schockierenden Geständnissen.

Spannend, abgründig, voller Wendungen und großartigem Ende

Von: Letusreadsomebooks Datum: 24. September 2017

Unfall oder Mord? In ihrem düsteren Roman Geständnisse widmet sich Kanae Minato den Themen Selbstjustiz und Rache, als eine Klasse mit dem plötzlichen Tod der kleinen Tochter der Lehrerin konfrontiert wird.

Die vierjährige Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Yūko Moriguchi wird eines Tages ertrunken im Schulschwimmbad aufgefunden. Nach einer kurzen Auszeit kehrt Moriguchi an ihre Schule zurück und beginnt, ihren Schülern von dem Tag des Unfalls zu erzählen, von ihrem schrecklichen Verdacht und ihrem eigenen, kleinen Geheimnis. Damit ändert sich das Leben von einigen Schülern schlagartig. Plötzlich stehen noch mehr Menschenleben auf dem Spiel.

Ich hatte etwas Tolles geschaffen, mein Name hatte in der Zeitung gestanden, und meine Mutter wusste nichts davon. Aber wer weiß, wenn ich etwas richtig Scheußliches anstellte, dann würde sie vielleicht endlich zu mir zurückkommen.
Kanae Minatos Buch Geständnisse, das sich vermutlich am besten irgendwo zwischen Roman und psychologischem Thriller einordnen lässt, beginnt recht unscheinbar. Die Lehrerin Moriguchi sitzt vor ihrer Klasse und hält ihr eine ausschweifende Ansprache über ihr Leben, ihren Exmann, über das Strafsystem in Japan, die Kündigung ihrer Lehrstelle – bis sie schließlich auf den Tod ihrer kleinen Tochter zu sprechen kommt. Die Polizei nannte es einen tragischen Unfall, aber Moriguchi weiß, dass sich mehr hinter dem Ertrinken ihrer Tochter verbarg.

"Ich glaube, wir Normalbürger haben vielleicht eine Grundregel vergessen – nämlich, dass wir eigentlich kein Recht haben, über jemand anderen zu richten."

Auf den ersten Seiten war ich noch nicht sicher, ob mir dieser Roman wirklich gefallen würde, die Spannung schien auch noch nicht annähernd in Sicht zu sein. Doch je länger ich Moriguchis Monolog lauschte, desto mehr nahm er mich ein. Nach und nach werden die Umstände der Tat aufgeklärt. Erst noch von Moriguchi selbst, dann von ihren Schülern beziehungsweise Angehörigen ihrer Schüler. Aus verschiedenen Perspektiven und durch unterschiedliche Formen – z.B. Monolog, Brief, Tagebucheinträge – beleuchtet Minato die ganze Geschichte. Somit wiederholen sich zwar einige Ereignisse für den Leser, mindern dadurch aber keinesfalls die Spannung, da neue Motive und Hintergründe mit eingebracht werden und immer mehr Details ans Licht kommen.

Sowohl Moriguchi als auch die anderen Charaktere sind scheinbar unauffällige, sich dem System fügende Japaner, unter der Oberfläche brodelt jedoch viel mehr, als sich anfangs erahnen lässt. Sie alle sind getrieben von dem Durst nach Rache, und wie sie diese Rache ausführen, ist größtenteils sehr überraschend und verstörend. Minato offenbart Protagonisten mit schockierenden psychischen Abgründen, der Leser wird von ihren grausamen Handlungen zugleich abgestoßen und angezogen.

Da bis auf die Lehrerin hauptsächlich Kinder als Protagonisten agieren, steht die Klasse vor einem Problem: sie sind strafunmündig, egal, was sie auch tun, es kann ihnen nichts geschehen. Körperverletzung, Erpressung, Mord – die Presse würde darüber berichten, sie jedoch niemals namentlich erwähnen, sodass sie unangetastet mit ihrem dunklen Geheimnis weiterleben könnten. Sowohl Moriguchi als auch den Schülern missfällt diese Tatsache jedoch so sehr, dass sie beschließen, das Gesetz in ihre eigenen Hände zu nehmen.Vergeltung, Gerechtigkeit und Selbstjustiz treiben die Charaktere zu immer morbideren Mitteln. Gleichzeitig werden aber auch die Leiden und Ängste der Jugendlichen thematisiert – der Leistungsdruck in der japanischen Gesellschaft, die harten Anforderungen ihrer Eltern, das ständige Vergleichen mit den Mitschülern, Ausgrenzung und Mobbing, das Gefühl des Nichtdazugehörens, die Sehnsucht nach Freundschaft, Liebe und Anerkennung.

Kanae Minatos Roman Geständnisse ist noch viel besser, als ich mir vorgestellt hatte. Es ist ein spannendes, abgründiges und düsteres Buch über Rache und Selbstjustiz in der strengen, leistungsorientierten japanischen Gesellschaft. Die Autorin versteht es, nach und nach neue Details aufzudecken und unerwartete Wendungen herbeizuführen – der Roman ist unglaublich schwer aus der Hand zu legen und endet mit einem fulminanten Knall.

Rezension zu Geständnisse - Kanae Minato

Von: lebenslesezeit Datum: 21. September 2017

Klappentext
Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner – weder Kind noch Erwachsener – ungeschoren davonkommt.
Mit immenser Sogwirkung und einem unbestechlichen Blick auf die menschlichen Abgründe erzählt die ehemalige Lehrerin Kanae Minato eine faszinierend-verstörende Geschichte voller unerwarteter Wendungen. Ein packender Roman, dessen Stimmen den Leser noch lange begleiten.

Meine Meinung
Ich hatte das Buch im Sommer diesen Jahres bei einer instagrammerin zum ersten Mal gesehen. Sie selbst hatte es zwar noch nicht gelesen aber es aufgrund des Klappentextes gekauft, der mich dann auch sofort ansprach. Nachdem ich dann sah, bei welchem Verlag erschienen ist, habe ich das Buch beim Bloggerportal angefragt und freundlicherweise auch zur Verfügung gestellt bekommen. Als ich das Buch im Briefkasten hatte, war ich doch etwas erstaunt, wie dünn es ist, denn bei so einem komplexen Thema hatte ich mit mehr Seiten gerechnet. Aber jeder, der sich schon mal durch langatmige und unnötige Szenen quälen musste weiß, wie schwierig und auch gut es ist, wenn ein Autor alles wichtige in "kurz" erzählen kann.
Eigentlich hatte ich nicht vor, das Buch noch diesen Monat zu lesen aber es hatte mich immer wieder angezogen. Das minimalistische Cover mit dem knallroten Apfel auf grau silbernem Grund - sehr symbolträchtig. Adam und Eva, der Sündenfall, Blut und Metall sind nur die ersten Dinge, die ich damit assozierte. Ich nahm mir das Buch dann also doch früher vor als gedacht und bin froh drum. Denn so ein Buch MUSS einfach gelesen werden.
Mit Ende des ersten Kapitels geschah etwas mit mir, was beim Lesen noch nie der Fall war. Mir lief ein eiskalter Schauer den Rücken hinunter und ich hatte eine Gänsehaut am ganzen Körper! WAHNSINN! ... Ja, so etwas kann Literatur. Gute Literatur! Ich war so perplex und gefangen, dass ich einfach weiterlesen musste.
Kanae Minato lässt den Leser zum Ende jeden Kapitels mit offenem Mund zurück und voller Fassungslosigkeit und Unglauben. Sie schafft es sehr feinfühlig und auch nüchtern den Menschen zu überraschen und zu schocken. Immer, wenn man dachte, jetzt kann es nicht mehr schlimmer werden, setzt sie noch eine Schippe drauf.
Ich möchte gar nicht viel mehr schreiben, da ich finde, alles was man sagt, greift dem Leseerlebnis vorweg. Man muss dieses Buch einfach selbst lesen. Ein Buch über Schuld und Rache. Über Gut und Böse, Richtig und Falsch.
Mir ist es wirklich noch nie passiert, dass ich über ein Buch, über das ich so viel schwärmen will und könnte nur so wenig schreiben will, aus Angst, die Spannung, diese extrem gute und subtile Spannung rauszunehmen.
Ich kann es Euch wirklich nur ans Herz legen. Wenn Ihr gerne geschockt werdet, in die menschlichen Abgründe Einblick erhaltet oder selbst auch über Moral und die Frage "Wie weit darf Rache gehen? Was ist richtig und was ist falsch?" nachdenken wollt, dann nehmt Euch Zeit und Ruhe und lest dieses Buch. Ich bin mir sehr sehr sicher, dass Ihr es nicht bereuen werdet!

Perfides Dilemma

Von: BlueSiren Datum: 17. September 2017

Spannend von der ersten bis zur letzten Seite.
Kanae Minato erzählt uns auf brillante Weise durch die Sicht verschiedener Charaktere eine böse, dramatische Geschichte von der wir bereits am Anfang merken, dass sie wohl nicht gut enden wird. Sehen wir anfangs klar, wer der Schuldige ist, verschwimmt diese Klarheit Seite für Seite und wir fragen uns, wie es dazu kommen konnte. Dass Charaktere so handeln, wie sie es tun, was sie zu diesen bösen Taten treibt. Und die Antworten, die Kanae Minato uns gibt sind beunruhigend und verstörend. So sind es kleine Zahnräder, belanglose Dinge, unachtsame Handlungen und Worte, die das Schicksal unser Protagonisten besiegeln. Zusätzlich wird deutlich, dass sich unsere Mentalität an vielen Stellen von der japanischen Mentalität unterscheidet - an anderen Punkten wiederum kaum.
Ein fesselndes, hochspannendes und intelligent konstruiertes Kammerspiel, das einen dunklen Einblick in die menschliche Psyche gewährt.

Einzigartig und schockierend

Von: BuboBubo Datum: 17. September 2017

Die Lehrerin Yuko Moriguchi kündigt ihren Job als Lehrerin. Als sie das letzte Mal vor ihre Klasse tritt, beschuldigt sie zwei ihrer Schüler ihre kleine vierjährige Tochter umgebracht zu haben. Statt die beiden Jungen der Polizei zu übergeben, plant Moriguchi selbst Rache zu üben und teilt ihr Vorhaben der Klasse mit und entlässt sie in die Ferien. Die Geschichte wird nicht nur aus Sicht der Lehrerin geschildert, sondern auch aus der Perspektive von Personen, die direkt oder indirekt mit dem Mord in Verbindung stehen. Dadurch erfahren wir durch jeden Erzählstrang etwas mehr von der Wahrheit und was genau mit dem kleinen Mädchen passiert ist. In jedem Kapitel stellt der Leser sich Fragen und nach und nach bekommen wir die Antworten durch die unterschiedlichen Perspektiven geliefert.
Nach und nach kommen dunkle Geheimnisse ans Licht und das Geschehen rückt immer weiter in den Hintergrund. Nach den Ferien kommt nur einer der Täter wieder zurück in die Schule. Doch selbst nach langer Zeit der Abwesenheit platzt noch eine Bombe… das Grauen hat noch lange kein Ende gefunden.

Die Geschichte spielt in Japan, einer Kultur die fernab von unserer deutschen und europäischen Kultur ist. Dennoch konnte ich mich in das Geschehen gut reinversetzen.
Der Stil des Buches ist einzigartig. Bereits zu Beginn bekommt der Leser mitgeteilt, was passiert ist und dass die Täter bereits bekannt sind. Es geht nicht darum die Täter zu identifizieren, sondern um die menschlichen Abgründe und die Motive hinter der Tat.
Dadurch dass die Kapitel von unterschiedlichen Personen geschildert worden, wirkt die ganze Story sehr plastisch und manchmal musste ich echt schlucken weil ich es nicht fassen konnte, wie die Denkweiser mancher Personen war. Da das Buch sehr kurz ist, kann man es innerhalb kürzester Zeit weg lesen. Nach jedem Kapitel wollte ich unbedingt wissen wie es weiter geht und wie die einzelnen Personen über die Ereignisse denken und wie sie darin verwickelt sind. Die Kapitel, besonders das erste, welches aus Sicht von Yuko Moriguchi geschrieben worden ist, lassen sich wie lange Monologe lesen. In dieser Art habe ich noch nie etwas gelesen und es konnte mich von Anfang an überzeugen.
Dadurch bekommt der Leser, manchmal sehr ungewollt, einen Einblick in die Köpfe der Charaktere.
Teilweise war es schockierend, gruselig, traurig, aber manchmal auch bewegend und verständnisvoll.
Mit zwei Wörtern würde ich dieses Werk als einzigartig und schockierend betiteln.

Geständnisse

Von: Kathaflauschi Datum: 10. September 2017

Durch den Namen der Autorin, bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. Ich finde es ja immer spannend, das auch Autoren aus andere Ländern ihre Bücher veröffentlichen und bin auch immer wieder gespannt, wie deren Schreibstil so ist. So habe ich dieses Buch innerhalb von ein paar Stunden durch gehabt, was auch nicht schwer ist, da diese Story nur wenige Seiten hat, die man schnell liest. Als ich das Buch gelesen hatte, habe ich auch erfahren, das es davon einen Film gibt, den ich mir aufjedenfall mal ansehen werde. Den das Buch war schon sehr spannend und hat mich in den Bann gezogen.


Die Story dreht sich hauptsächlich um den Mord einer vierjährigen, die von zwei dreizehnjährigen Schüler begangen wurde. Die Lehrerin Yuko Moriguchi, beschuldigt zwei ihrer Schüler des mordes an ihrer Tochter und kündigt daraufhin ihre Stelle. Sie teilt den zwei Schülern auch mit, das sie diese nicht an die Polizei ausliefert, sondern in ihrer eigenen Art Rache nehmen wird. Schon ab der ersten Seite wird aus jeweils verschiedenen Perspektiven, den Mord, geschildert. Man weiß also schon Ansatzweise wie es geschehen ist. Doch im Laufe der Story weiß man nach und nach was wirklich geschehen ist und das macht die Story so interessant und spannend. Man hat viele Fragen im Kopf, doch nach jedem Kapitel und Geständnis, fügt sich das Puzzle immer mehr zusammen und die Fragen werden beantwortet. Dabei gibt es so einige Überraschungen und Wendungen, die das ganze nicht vorhersehbar macht. Durch die Story erhält man aber auch einen guten Einblick in ein wichtiges Thema. Es geht dabei um Kinder, die zwischen Gut und Böse nicht entscheiden können und an einer Leistung und Erfolg ausgerichteten Gesellschaft zerbrechen. Sie suchen auch verzweifelt nach Zuneigung und Anerkennung, das was sie so selten bekamen. Man erhält auch sehr schön einen Einblick in die japanische Lebensart, den die ganze Story handelt in Japan.


Der Schreibstil der Autorin war spannend und flüssig zu lesen. Manchmal musste ich das gelesene verdauen und das Ende hat es auch in sich gehabt. Als ich das Buch zu Ende hatte, musste ich erstmal über die ganze Story nachdenken und diese verdauen. Die Autorin hat hier auch sehr gut und passend die wichtigsten Informationen in die Story gemischt, sodass man über alles bescheid wusste und einfach nichts fehlte. Und dieses wichtige Thema, was die ganze Story aussagt, musste ich auch erstmal intensiv nachdenken, den nicht nur in Japan geht es Kindern so. Ich werde das Buch aufjedenfall noch öfters in die Hand nehmen.

Böse, Böser, diese Buch

Von: Faltine Datum: 04. September 2017

Inhalt:
Einen Monat nach dem Tod ihrer Tochter steht Yuko Moriguchi vor ihrer Klasse und hält eine letzte Rede. Sie erzählt wieso sie Lehrerin geworden ist, warum sie alleinerziehend ist und warum ihre 4-jährige Tochter Mittwochs immer auf dem Schulgelände war und somit ertrinken konnte. Sie erklärt ihre Lehrmethoden und warum sie ihre Schüler so behandelt wie sie sie behandelt hat. Nach einem kurzen Ausschweifen lässt sie dann die Bombe platzen und verkündet vor der ganze Klasse, dass zwei unter ihnen ihre Tochter ermordet haben. Diese werden erst A und B genannt. Yuko erzählt wie sie darauf gekommen ist und wie sie die beiden Täter kurz nach dem, von der Polizei als Unfall abgestempelter, Tod jeweils damit konfrontiert hat, diese gestehen ihr die Tat sofort. Da sie aber nicht zur Polizei gehen will, weil die beiden noch keine 14 Jahre alt und und dies eh nichts bringen würde, hat sie sich als „Rache“ etwas anderes einfallen lassen: Die Milch die sie vor und während Yukos Rede getrunken hatten, war eine besondere Zutat beigefügt. Danach verkündet sie eine noch größere Neuigkeit, womit die Täter nicht gerechnet hatten – dann sind die Schüler entlassen und dürfen in die Ferien. Juhu!
Yuko verlässt die Schule und nach den Ferien sind die Schüler quasi auf sich allein gestellt. Einer der beiden Täter kommt wie immer gelassen zu Schule, was die anderen Schüler erst mal mit Ignoranz strafen.
Der andere kommt nicht mehr zum Unterricht und verwirrt mit seinem komischen Verhalten seine Mutter.
Nach und nach kommen immer mehr dunkle Geheimnisse ans Licht. Keiner ist so wie er scheint und am Ende ist die „Zutat“ in der Milch das geringste Problem...

Meine Meinung:
Das war wirklich mal ein böses Buch..aber erst mal zum Äußerlichen.
Das Cover gefällt mir sehr gut, dadurch bin ich erst auf das Buch aufmerksam geworden. Es ist schlicht und ich finde den blutigen Apfel sehr passend für den Inhalt. Keine Sorge, dieser in nicht blutig, aber es passt trotzdem. Wenn ihr das Buch gelesen habt, dann versteht ihr was ich meine.

Am Anfang fand ich den Schreibstil etwas gewöhnungsbedürftig. Das erste Kapitel, welches knapp 60 Seiten umfasst, wird von Yuko erzählt, allerdings als Monolog. Da ich ein Fan von Dialogen bin, habe ich erst ein paar Seiten gebraucht um mich daran zu gewöhnen, aber dann klappte das..was vielleicht auch daran liegt, dass nur das erste Kapitel so gehalten ist. Das Buch ist in 5 Kapitel aufgeteilt, die jeweils von einem anderen Charakter erzählt werden. So wird die Tat und alles was danach passiert aus verschiedenen Sichten gezeigt. Dadurch kamen teilweise Dinge ans Licht...meine Güte, dafür sieht das Buch echt harmlos aus.

Die Charaktere finde ich sehr gut geschrieben. Jeder einzelne hat mich gepackt und verwirrt. Am Anfang die Lehrerin die ihr Kind verloren hat. Ich will gar nicht wissen wie das ist. Ich könnte mich wahrscheinlich nicht so zusammen reißen.
Dann die beiden Täter. Erst als die beiden ihr eigenes Kapitel bekommen haben, konnte ich sie richtig verstehen. Bis dahin wurde man sehr oft hinters Licht geführt.
Die anderen Charaktere, besonders die Klassensprecherin fand ich sehr interessant. Wie heißt es so schön? „Jeder hat sein Päckchen zu tragen.“
Die Spannung hat mich umgehauen. Ich konnte das Buch gar nicht mehr weg legen, so spannend wurde es. Das Ende hat mich dann noch mal richtig vom Hocker gehauen und ich dachte nur: OMG!

Böse, Böser, dieses Buch.

Geständnisse

Von: Mel Datum: 03. September 2017

Gott sei Dank wurde dieses Buch ins Deutsche übersetzt, sonst wäre mir eine Perle entgangen.

Was als bösartiger Streich beginnt entpuppt sich in diesem Roman zu einer grausamen Kettenreaktion.

Dabei überraschte mich Minato mit immer neuen Wendungen. Man konnte sich seiner Sache einfach nicht sicher sein, wie weit die menschlichen Abgründe noch gehen würden.

Steif und mit monotoner Gleichgültigkeit aber auch Berechnung kommen Täter und vermeintliche Opfer zu Wort. Mitgefühl konnte ich zuletzt für niemanden empfinden, am wenigsten Verständnis für die Rachegedanken aller Charaktere.

Mein Fazit

Spannend, grausam, kalt und darum meisterhaft geschrieben. Geständnisse gehört schon jetzt zu meinen Jahreshighlights.

Überraschend spannend

Von: Sabz Datum: 20. August 2017

Inhalt:

Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner – weder Kind noch Erwachsener – ungeschoren davonkommt.

Meine Meinung:

Zunächst einmal muss ich sagen, dass das Buch wirklich ungewöhnlich ist. Es ist in sechs Kapitel unterteilt und jedes Kapitel ist ein Monolog bzw. innerer Monolog einer anderen Person.
Der Schreibstil der Autorin ist im Großen und Ganzen gut, jedoch muss man sich erst einmal daran gewöhnen. Sobald der Einstieg gelungen ist, kann man das Buch aber ganz flüssig lesen.
Das Cover finde ich nicht gut gewählt. Man sieht einen Apfel, an dem Blut herunterläuft. Während das Blut noch nachvollziehbar ist – immerhin geht es in dem Buch um Mord, Gewalt und Rache – ist mir der Apfel auf dem Cover ein Rätsel. Vielleicht hat der Apfel in Japan aber auch eine bestimmte Bedeutung, die mir entgeht. Ansonsten kann ich es mir wirklich nicht erklären.

Das Buch beginnt mit dem Monolog der Lehrerin einer Klasse von 13-Jährigen Schülerinnen und Schülern, die vor kurzem ihre Tochter unter tragischen Umständen verloren hat. Dieser ist am Anfang recht langatmig, doch später erfährt man, dass alles, was sie sagt, zusammengehört, auch wenn es auf der ersten Blick nicht unbedingt so scheint. Da es sich um einen einzigen Monolog handelt, werden ihre Gefühlsregungen währenddessen nicht beschrieben, weshalb alles sehr nüchtern und distanziert wirkt.
Sobald die Lehrerin aber auf den Tod ihrer Tochter zu sprechen kommt, wird die Geschichte um einiges interessanter und auch direkt spannender. Sie weiß nämlich, wer die Schuld am Tod ihrer Tochter trägt – es sind zwei Schüler ihrer eigenen Klasse. Um die Namen nicht preiszugeben, nennt sie die beiden Schüler in ihrer Schilderung nur Schüler A und Schüler B. Da sie jedoch viel über die beiden Täter preisgibt, z.B. dass der Vater von Schüler A ein Elektronikfachgeschäft besitzt, und auch vorher schon namentlich über ihre Schüler gesprochen hat, wusste sogar ich, wer hinter Schüler A steckt. Die anderen Schüler konnten die Identität der beiden Schüler dementsprechend ebenfalls fix erraten. Was das Ganze also sollte, ist mir nicht ganz klar, vielleicht wollte sie aber auch den Schein, dass sie ihre Schüler trotz allem schützen will, wahren.
Die Lehrerin erklärt aber nicht nur, wer die Tat wie begangen hat, sondern auch wieso und wie sie das alles herausgefunden hat – und beendet ihren Vortrag mit der Eröffnung, dass sie sich an den beiden Schülern gerächt hat.

Negativ aufgefallen ist mir im ersten Kapitel allerdings, dass die Lehrerin in ihren Schilderung nicht nur die beiden Täter mit Buchstaben betitelt, sondern auch noch ein paar andere Schüler, was für mich ein wenig verwirrend war. Aber da das nur im ersten Kapitel und nur während eines einigermaßen kurzen Abschnitts der Fall war, hat mich das nicht allzu sehr gestört.
Darüber hinaus stellt die Lehrerin zu Beginn ihres Monologs häufig Rückfragen, wie z.B. „Wie bitte? Ihr habt das und das schon im Fernsehen gesehen?“ oder „Wie bitte? Ob ich xyz bewundere?“. Da ich das als sehr anstrengend empfunden habe, war ich wirklich froh, dass das auch ganz schnell wieder nachgelassen hat.

Die nachfolgenden Monologe werden von jeweils unterschiedlichen Personen erzählt, u.a. von den beiden Schülern, die das Mädchen getötet haben. Jedes Kapitel stellt eine andere Sichtweise auf die Tat und die anschließenden Konsequenzen dar. Trotzdem wird die Geschichte nicht einfach nur ständig wiederholt, es wird jedes Mal weitestgehend auf die Aspekte eingegangen, die vorher noch nicht bekannt waren. Besonders spannend waren eben auch die inneren Monologe der beiden Täter. Man erfährt genau, wie alles begonnen hat, warum der Gedanke jemanden zu töten das erste mal aufkam, warum sie ihr Oper gewählt und wie sie ihren Plan anschließend umgesetzt haben. Außerdem gehen die Schilderungen noch über das Verbrechen hinaus und es wird erläutert, was passiert, nachdem ihre Schuld in der Schulklasse bekannt wurde.

Die Entwicklung eines jeden Protagonisten ist durch die genaue Schilderung der jeweiligen Gedanken und Erlebnisse gut nachvollziehbar, wenn sie auch manchmal etwas realitätsfern wirkt.

Fazit:

Das Buch war so viel besser, als ich vermutet habe. Alles in allem war das Buch fast vom Anfang bis zum Ende spannend – und endet mit einem Knall, den ich nicht erwartet habe.
Es war richtig interessant herauszufinden, was die Täter zu einem Mord getrieben hat, was sie dabei empfunden haben und wie sie anschließend damit umgegangen sind.
Das Buch bekommt von mir 4 von 5 Sterne.

Gnadenlos und bitterböse

Von: Kerstin von KeJas-BlogBuch Datum: 19. August 2017

„Geständnisse“ gehört zu der Sorte Bücher, die ich selbst nach Jahren, aus all der Masse der gelesenen, blind herausgreifen könnte – um zu sagen, das dieses so anders ist als all die anderen.
Ein Buch mit einer Geschichte die sich festsetzt, die hängen bleibt und der man lange hinterher denkt.

Die kleine Manami ist tot. Ihre Mutter, die Lehrerin Yuko Moriguchi nimmt Abschied von ihrer Klasse, in der sich auch die 2 Personen befinden, die Schuld tragen an dem Tod des kleinen Mädchens. Fast schon seelenruhig erzählt sie, von der Welt, den Menschen und dann von ihrem Leben. Moriguchi nimmt ihre Schüler gefangen und mich gleich mit. Sie spricht über Recht und Unrecht, von Gewalt und ihren Folgen. Zeigt Beispiele auf und kommt schließlich an den Punkt, an denen keiner mehr irgendetwas anderes wahr nimmt, als Moriguchis Anklage gegenüber den 2 Schülern. Sie weiß was geschehen ist und lässt es Revue passieren, sodass alle Schüler wissen um wen es sich dreht. Täter A und Täter B, wie sie anfänglich noch heißen, sind innerhalb weniger Seiten entlarvt. Moriguchis Worte bleiben im Raum stehen, während sie geht.

„Doch was mich wirklich schockiert, ist, dass die Mörder so gelassen dasitzen, während ich euch dies alles erzähle.“ (S. 29)

Man kann es Rache nennen, oder Vergeltung. Es würde aber auch passen Moriguchis Handlungen als perfide und gleichzeitig wohl überlegte Genugtuung zu bezeichnen. Und ich kann es sogar nachvollziehen. Sie nimmt alle gleichermaßen mit in eine Art Experiment. Wie werden die Mitschüler sich verhalten? Wird es Übergriffe geben? Wer stellt sich auf welche Position und wer schreitet ein? Es läuft wohl nicht ganz so, wie sie es sich vorgestellt hat und doch bleibt alles in Bewegung.

Ich habe der Polizei nichts gesagt, weil ich der Justiz nicht zutraue, sie angemessen zu betrafen.“

In den insgesamt 6 Kapiteln erfährt man aus unterschiedlichen Perspektiven was geschehen ist, vor, während und besonders nach Manamis Tod. Vollkommen unterschiedliche Personen erzählen ihre Sicht der Dinge und wie sich alles entwickelt hat. Was für Konsequenzen diese eine Tat nach sich zieht und wer denn nun alles in was verwickelt ist.

Moriguchi hat gut geplant, das wird einem im Laufe der Geschichte klar. Diese so gebildete Frau, immer ruhig und genügsam, zuvorkommend und freundlich, hat aus dem Bauch heraus und doch auch mit dem Kopf einen Handlungsstrang gewoben, dem man sich nicht entziehen kann.

Wie gern wäre ich aus dem Sumpf herausgeklettert und weggelaufen. Irgendwohin, wo mich keiner kennt.“ (S. 185)

Was mich sehr angesprochen hat, ist wie die Mentalität, stellvertretend durch die einzelnen Charaktere, herüber kommt. Japan ist weit weg und doch war ich dort, vor Ort, mittendrinnen. In den Traditionen und Sitten. In den Köpfen der Menschen und auch wenn nicht alle Handlungen nachvollziehbar sind, war es sehr deutlich beschrieben warum es genauso kam.

Wer trägt Schuld? Der Einzelne? Die Gesellschaft? Die intakten oder zerborchenen Familien? Der Leistungsdruck oder der Wunsch nach dem ganz großen? In „Geständnisse“ wird abgerechnet, gnadenlos und bitterböse. Ohne Rücksicht auf Verluste und derer gibt es zur Genüge. Dabei wird die Rolle der Mutter nicht nur durch Moriguchi wiedergegeben, denn es gibt noch viele andere und nicht alle sind die Schuldlosen.

Nüchtern aber nicht gefühlskalt, so kam mir diese Reise vor. Ein literarischer Hochgenuss auch wenn es bitterböse war.

Rezension verfasst von © Kerstin

Zahnrad-Erzählungen

Von: Janna_KeJas-BlogBuch.de Datum: 19. August 2017

Einen besseren Titel hätte das Buch nicht haben können, nur bin ich mal wieder vom deutschen Cover irritiert. Wunderschön – keine Frage! Jedoch hat der Apfel keine weitere Bedeutung im Buch. Dies ist absolut kein Kriterium dafür ob der Inhalt überzeugt oder nicht, finde ich nur immer etwas schade. Aber die Geschichte selbst überzeugt mich dafür auf ganzer Linie!

Bei einer Rezension sollte grundlegend neugierig gemacht werden, aber es darf auch nicht zu viel verraten werden – macht das Besprechen dieses Buches nicht gerade leicht. Eine Geschichte die auf verschiedenen Ebene so ganz anders ist, als ich es erwartet hatte. Schon der Schreibstil hat seinen ganz eigenen Reiz, welcher bestimmt nicht jeden Leser anspricht. Ich empfehle hier die Leseprobe vor dem Buchkauf zu lesen.

Sechs Abschnitte – sechs Geständnisse, alle aus der Sicht verschiedener Ich-Erzähler. Es beginnt und endet mit der Lehrerin Yũko Moriguchi. Sie steht vor ihrer Klasse und hält einen Monolog mit verschiedenen Anekdoten und Erzählungen und ich fragte mich in welchem Zusammenhang dies im weiteren Verlauf steht, ob es überhaupt eine Bedeutung bezüglich des Todesfalls hat. Definitiv sollten ihre Worte aufmerksam gelesen werden, denn zum Ende ihrer Erzählung wird deutlich das all dies wie in einem Zahnrad miteinander verbunden ist. Kein Wort ist unbedacht gesagt oder bedeutungslos und ist doch nur ein kleiner Teil der Wahrheit.

Autorin Kanae Minato schafft es mit einer ruhigen Erzählweise bereits auf den ersten sechzig Seiten eine Spirale an Gedanken entstehen zu lassen! Übertragung und Entzug der eigenen Verantwortung, Schuldfragen, sich der Konsequenz der eignen Taten entziehen oder bewusst die Augen vor der Wahrheit verschließen. Sie hat es geschafft gewaltige Denkanstöße mit einfließen zu lassen, ohne jedoch gezielt moralisch darauf einzugehen.
Auch nach dem Beenden des Buches ist es nicht leicht, sich die eigenen entstandenen Fragen zu beantworten. Die verschiedenen Sichtweisen zeigen die Subjektivität der eigenen Wahrnehmung – wo also beginnt die Tragödie? Ganz automatisch fühlte ich mich beim Lesen an ein Zahnrad erinnert, welches sich nach und nach miteinander verhakt und sich in Bewegung setzt.

“Wer ist hier letztendlich zu tadeln?"
(S. 35)

Die Autorin setzt sich tiefgreifend mit der Geschichte auseinander, das Wer und Wie tritt in den Hintergrund. Die erste Perspektive lässt ein Bild der Ereignisse entstehen, wobei die weiteren Sichtweisen wie Wasser sind, die eben dieses zerlaufen lassen. Wahrnehmungen und Interpretationen sind grundlegend subjektiv und auf eben dies weist die Autorin immer wieder hin. Nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Auf jede Handlung folgt eine Konsequenz, doch findet sich eine Antwort auf den Beginn der Tragödie?

Kanae Minato hat eine Geschichte erschaffen, welche ich so schnell nicht vergessen werde, mit Wendungen die ich nicht erwartet hatte!

-- Auf meinem Blog findet sich in meiner Rezension auch ein kleiner Vergleich zwischen Buch & Film --

Geständnisse

Von: JessiBüchersuchti Datum: 18. August 2017

Cover
Ich mag das Cover wirklich gerne - es ist sehr schlicht, aber dennoch aussagekräftig. Mir gefällt das Design mit dem Apfel, dem Blut und der Schrift wirklich gut.

Erster Satz
"Wenn ihr eure Milch ausgetrunken habt, gebt den Karton bitte zurück in den Kasten."

Meine Meinung
Ich hatte dieses Buch ein paarmal bei anderen Bloggern gesehen und war total gespannt auf dieses Buch - außerdem ist das Cover wirklich ansprechend und der Klappentext hat den Rest erledigt ;) Ich musste es einfach haben und lesen.

Der Schreibstil von Kanae Minato ist sehr einfach, angenehm und flüssig zu lesen. Das Buch wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und diese sind jeweils aus der Ich-Perspektive geschrieben - man kann sich also in die verschiedensten Personen hineinversetzen, was das Buch unheimlich spannend macht, denn man will ja unbedingt erfahren wie es in den Köpfchen von den anderen Personen aussieht und wie sie die ganze Situation empfunden haben. Ich glaube, dass ist auch der Grund, wieso mich das Buch so fesseln konnte.
Einen richtigen Hauptcharakter gibt es sogesehen nicht. Es werden jedoch einige interessante Charaktere/Personen vorgestellt und man erfährt natürlich einiges über sie. Es ist aber durchgehend ein roter Faden zu erkennen, auch wenn einige Situationen oft mehrmals - aber von verschiedenen Personen erzählt - erwähnt werden. Langweilig wird es trotzdem nie, denn die Personen empfinden ja alles anders und der Leser bekommt hier einige erschütternde Geständnisse geboten, der Titel des Buches ist also sehr passend gewählt.
Viel Handlung gibt es auch nicht, aber das ist alles andere als schlimm. Es werden viele Hintergründe und andere Themen, wie z.B. die hohen Erwartungen der Eltern an ihre Kinder, die japanische Gesellschaft und die Hikikomori (junge Leute, die sich komplett abkapseln und nur noch in ihrem Zimmer bleiben) und natürlich ein weiteres, wichtiges Thema: Vertrauen und Liebe. Ich fand die Mischung sehr genial und hätte gerne ein paar Seiten mehr zu lesen gehabt.
Das Ende hat mich dann komplett aus den Socken gehauen - ich war einfach nur begeistert von diesem Buch! Ich hoffe die Frau schreibt weiterhin Bücher, denn die werde ich auch lesen müssen.

Fazit
'Geständnisse' ist ein unheimlich spannendes, gut geschriebenes und mitreißendes Buch, dass man schnell mal an einem Abend durchgelesen hat. Ich kann es wirklich jedem empfehlen - gerade den Thriller- und Krimilesern unter Euch wird es Spaß machen. Lasst euch von Kanae Minato in die japanische Gesellschaft einführen und genießt dieses Buch und seine Wendungen.

Ein Böses Buch

Von: Bambee Datum: 13. August 2017

,,Mit immenser Sogwirkung und einem unbestechlichen Blick auf die menschliche Abgründe erzählt die Autorin Kanae Minato eine faszinierende und verstörte Geschichte voller unerwarteter Wendungen. Ein packender Roman / Thriller , dessen Stimmen den Lesern noch lange begleiten.''

Das Buch hat mich sehr gepackt und mitgenommen. Am Anfang war ich etwas über den Schreibstil irritiert ( der Roman erzählt Kapitelweise verschiedene Erzählperspektiven ) aber dann konnte ich das Buch nicht weglegen...

Kapitel 1

Das Buch beginnt als die Leherin Moriguchi der vor der Klasse steht und verkündet , dass sie die Schule verließe und nach den Ferien nicht mehr da sei. Wegen dem '' Unfall '', fragten sich viele. Das auch ! Sie berichtet das der Unfall ihrer Manami ( 4 ) kein Unfall sei- sonder Mord und die Mörder sind in dem Klassenraum. Sie nennt diese Täter A und Täter B und die Klasse erfuhr wie es zum Mord an der kleinen Manami kam. Bevor sie die Schüler in die Ferien schickt erzählt sie von ihrem berühmten (ex ) Partner und Vater von Manami. Dieser habe Aids und aufgrund dessen ist sie allein erziehend. Sie verkündet, dass sie ihm Blut abnahm, dann dieses in die Milchtüten von Täter A und B hinein injizierte und sie brav alles austranken. Jetzt sei es an der Zeit, sich über den Wert des Lebens Gedanken zu machen ...

Kapitel 2

Im diesem Kapitel erzählt die Klassensprecherin Mizuki ihre Sicht, sie verfasst ein Brief an die ehemalige Klassenlehrerin und beschreibt was sie in der Klasse hinterlassen hatte... Den Täter A ging '' normal '' zu Schule und Täter B verschanzte sich in seinem Zimmer zu Hause und lies keinen an sich heran. Er will keinen Anstecken und Isoliert sich immer mehr, seine Mutter die immer dachte einen guten Sohn erzogen zu haben sieht nur einen Ausweg, doch es kommt anders... Mizuki muss sich währenddessen von Attacken von Mitschülern verteidigen, dadurch beginnt sie mit Täter A Zeit zu verbringen.

Kapitel 3

Hier wird die Sicht von der älteren Schwester vom Täter B erzählt, diese liest das Tagebuch ihrer Mutter und erfährt alles was in den Letzten Monaten vorfiel und was die Mutter für einen Plan hatte...

Kapitel 4

Dieser Teil wird von Täter B erzählt und wie es dazu kam, dass er sich so verändert hatte. Wie er mit Täter A '' Freundschaft '' schloss, an wenn er Hass empfand und wie der geplante Mord an Manami  wirklich war. Dieser wusste nicht das es tödlich enden sollte und auch das mit seiner Mutter hat er nicht vorhersehen können...

Kapitel 5

Hier übernimmt Täter A die Erzählung. Man erliest seine Kindheit, die keine Kindheit war und wie er sich sehr nach Mutter liebe sehnte. Seine Freundin Mizuki merkte das er ein Mutter Komplex hat, als sie dies laut aussprach, kam ein neuer Plan ins Rollen...Warum er diese schlimme Tat vor hatte und was sein nächste Irren Plan war, war unerwartet...

Kapitel 6

Übernimmt die Leherin Moriguchi wieder indem sie Täter A am Handy anruft und sie schildert, dass sie immer seine Schritte verfolgte. Und was sie mit seinem letzten Plan getan hat...

FAZIT:

Oh man. Das Buch war fesselnd und eine Höllenfahrt. Perfekt aufeinander gepasst und ich hätte nicht gedacht, dass alles so endet. Rache und noch mehr Rache, wozu es bringt, liest es selbst, das Buch ist abspult lesenswert und man hat es sehr schnell durch.

Genialer und gleichsam verstörender Thriller

Von: Buchmagie Datum: 08. August 2017



Die kleine Tochter der Lehrerin Yuko Moriguchi ertrinkt im Schwimmbad der Schule, während ihre Mutter arbeitet. Zunächst sieht es so aus, als wäre die ganze Sache ein tragischer Unfall, doch am letzten Tag vor den Ferien tritt Moriguchi vor ihre Klasse und verkündet, dass sie die Schule und somit auch ihre Schüler verlassen wird und verkündet zudem ein erschütterndes Geständnis, das ihre nun ehemaligen Schülern mit in die Ferien nehmen. Schon bald, nachdem der Schulbetrieb wieder aufgenommen wurde, wird deutlich, dass Moriguchi mit ihren Worten den Anfang für ein verstörendes und tödliches Drama gemacht hat, das sich in ihrer ehemaligen Klasse abspielt. Ein Drama, dass das Leben aller Akteure für immer verändern wird. 

In dem Moment, in dem man die letzte Seite von Kanae Minatos Thriller "Geständnisse" liest, und das Buch schließt, öffnet man es sogleich wieder, um sicher zu gehen, dass man das gerade auch wirklich in der Art und Weise gelesen hat. 
"Geständnisse" ist ein Buch wie ein pechschwarzer und verstörender Sog, der den Leser immer weiter in die Geschichte hineinzieht. Die Handlung ist gleichsam grausam, spannend und endlos traurig. Und doch bin ich der festen Überzeugung, dass genau diese Handlung mich nicht in dem intensive Maße umgehauen hätte, wenn die Autorin ihren Thriller nicht auf eine ganz bestimmte Weise erzählt hätte. Denn in "Geständnisse" kommen gleich mehrere Wahnsinnige in verschiedenen Monologen zu Wort, die ihren Wahnsinn aber zunächst in einem schweren, schwarzen Koffer verbergen, um ihn dann ganz langsam und Stück für Stück auszupacken, um den Leser in das Grauen zu treiben. Doch das wirkliche und all umfassende Grauen zeigt sich vor allem in der intensiven Neutralität, in der "Geständnisse" erzählt wird. Kann Neutralität intensiv sein? Sie kann es. "Geständnisse" beweist das. Fast schon beiläufig berichten einige Protagonisten von ihren schrecklichen Taten und geben so fadenscheinige Gründe dafür an, dass man zwischendurch nur noch den Kopf schütteln konnte. Man weiß nicht, was man fühlen soll. Ekel? Abscheu? Vielleicht sogar auf eine verrückte Art und Weise: Mitleid? All diese Emotionen scheinen sich im Sekundentakt abzuwechseln. Bei ihrer besonderen Art zu erzählen, hat die Autorin zudem darauf geachtet, den Titel ihres Thrillers zum Programm zu machen. Die Monologe der einzelnen Figuren beschönigen nichts, sie schmücken nicht aus, sie versuchen nicht um Sachen herumzureden. Viel mehr wird in "Geständnisse" alles knallhart auf den Tisch gelegt, so dass es den Leser mehr als einmal den Atem raubt und damit Wendungen provoziert, die fassungslos zurücklassen. 
Auch die Themen, die in Kanae Minatos Geschichte behandelt werden sind unglaublich interessant und hervorragend in Szene gesetzt worden. Die Autorin beschäftigt sich mit der Gesellschaft ihres eigenen Landes, die ihre Kinder ausschließlich auf Erfolg und Leistung ausrichtet und nicht merkt, wie einige Kinder daran zugrunde gehen. Zudem ist "Geständnisse" eine Geschichte über verblendete Liebe und übertriebener Fürsorge. Gleichzeitig findet man Misshandlung, Vernachlässigung und junge Menschen, die nicht mehr unterscheiden können, was richtig und was falsch ist und Linien überschreiten, die man sich nicht vorstellen kann. 
Es ist fast unmöglich "Geständnisse" beiseite zu legen. In den wenigen Momenten, in denen man dieses Buch nicht liest, formen sich Bilder im Kopf, die beschreiben, wie es weiter gehen könnte. Bilder, die irgendwann so verstörend werden, dass man unbedingt wissen muss, wie es weiter geht, um dann herauszufinden, dass die fiktionale Realität noch viel beängstigender ist, als man es sich ausmalen konnte.

"Geständnisse"

Von: Liesa Datum: 08. August 2017

Ich liebe Bücher, die Geschichten erzählen, die ich so noch nie gehört oder gelesen habe, die mich an die Grenzen der Moral bringen und mich mit schwindelerregenden Wendungen immer wieder zum Staunen bringen. „Geständnisse“ ist ein solch brillant konstruiertes Buch, von der ersten bis zur letzten Seite und hat mich nicht nur mit all seinen Wendungen, sondern vor allem auch durch das Verständnis der Figuren von Schuld, Moral und Gewissen überrascht und erschüttert.

Die Erzählweise ist eine sehr spezielle, wechselt jedoch auch von Kapitel zu Kapitel, da stets aus einer unterschiedlichen Perspektive erzählt wird. Ich war zwar von der ersten Seite an gefesselt, brauchte aber dennoch einige Zeit, um mit den Figuren, von denen mir absolut keine sympathisch war, warm zu werden, sie und ihre Beweggründe zumindest ansatzweise zu verstehen. Begonnen wird dabei mit einer Lektion, die die Lehrerin Moriguchi ihrer Klasse am Abschluss des Schuljahres, nachdem ihre Tochter ertrunken im Schwimmbad aufgefunden wurde, erteilt. Am Anfang war mir noch gar nicht klar, worauf sie in ihrem Monolog hinauswill, aber schließlich wird die Schlinge ihrer Lektion immer enger, denn sie bezichtigt zwei Schüler der Klasse des Mordes an ihrer Tochter. Nicht namentlich, aber doch so, dass jeder der anwesenden Schüler sofort weiß, von wem die Rede ist. Nebenbei teilt sie den Schülern außerdem mit, wie sie sich gerächt hat – und damit nimmt alles weitere dann seinen Lauf.

Überhaupt geht es in diesem Buch hauptsächlich um eines, nämlich um Rache. In den weiteren Kapiteln dürfen wir in neue Sichtweisen eintauchen, etwa die einer Mitschülerin oder die der Schüler, die mutmaßlich die Tochter ihrer Lehrerin getötet haben sollen. Über die Handlung mag ich daher gar nichts sagen, denn jedes Wort wäre eines zu viel und würde die überraschenden Wendungen zunichte machen und den Spaß am weiteren Lesen verderben. Nur so viel sei gesagt: Keine der Figuren ist vertrauenswürdig oder flach. Die Geschichte ist trotz ihrer Kürze unheimlich komplex und hinterließ mich an einigen Stellen wirklich sprachlos. Lediglich der Mittelteil war mir ein Stückchen zu zäh. Einige Dinge wurden für meinen Geschmack zu oft wiederholt, was daran lag, dass die Erzählperspektiven sich teilweise zeitlich überlappten. Es störte mich nicht ungemein, fiel mir aber doch irgendwie negativ auf.

In gewisser Weise ist Kanae Minatos Geschichte kein Roman, sondern eher ein Thriller oder Krimi, wenn auch kein klassischer. Wir wissen von Anfang an ungefähr, was angeblich passiert ist und wer es getan haben soll, insofern sparen wir uns die lästige Aufklärung eines Mords, die Bücher aus diesem Genre sonst gerne an sich haben. Hier geht es vielmehr um das Danach, um das Stillen persönlicher Rachegelüste und welche Konsequenzen diese haben. Allein deshalb war das Buch komplett spannungsgeladen, aber auch, wegen der interessanten Charaktere und natürlich der vorzüglichen Plot Twists, die in regelmäßigen Abständen um die Ecke kamen und trotzdem nicht vorherzusehen waren.

Dennoch ist das Buch auch ein typisch Japanisches und es werden viele Unterschiede zur westlichen Kultur deutlich; Dinge, die bei uns einfach merkwürdig wären oder über die wir uns keine Gedanken machen würden (z.B. das die Eltern der Schüler grundlos schlecht von Moriguchi denken, nur weil sie alleinerziehende Mutter ist oder insgesamt die Tatsache, wie Schüler und Lehrer miteinander umgehen und welches Verhältnis sie zueinander haben). Wem das allerdings nichts ausmacht bzw. wer damit vertraut ist, der darf sich auf ein atemraubendes Leseerlebnis gefasst machen!

„Geständnisse“ ist ein düsteres, leicht verstörendes aber unvorhersehbares Buch, das menschliches Handeln und Moral in einen völlig neuen Kontext setzt und eine wirklich einzigartige Geschichte erzählt und es vermag, dem Leser bis zur letzten Seite etliche ‚Oh!’s zu entlocken. An einigen Stellen gab es mir zu viele Dopplungen, aber das ist auch alles, was ich zu kritisieren habe, denn dieses Buch war tatsächlich fast alles, was ich von einem guten Buch erwarte!

Erschütternd

Von: LeseWelle Datum: 04. August 2017

Yuko ist eine alleinerziehende Mutter und arbeitet als Lehrerin. Ab und an muss sie ihre Tochter mit in die Schule nehmen, wenn sie keinen Babysitter hat. Eines Tages wird ihre Tochter Manami tot im Schulschwimmbecken gefunden. Kurz darauf kündigt Yuko, doch vorher legt sie ein Geständnis vor ihrer Klasse ab. Mit verheerenden Folgen.

Das Cover ist schlicht aber dadurch wirkt es recht geheimnisvoll. Es gefällt mir, obwohl es doch durch den Apfel irgendwie an Schneewittchen erinnert, aber die Geschichte gar nichts damit zu tun hat.
In die Geschichte selber startet man direkt. Aber das macht auch einfach die Art aus in welcher die Autorin schreibt. Denn jedes Kapitel ist in Ich-Form geschrieben und erzählt den Tod von Manami und die daraus resultierenden Folgen aus einer anderen Sicht.
Gestartet wird mit dem Geständnis von Yuko vor ihrer Klasse. Ein langer Monolog in den ich mich erst hineinfinden musste. Und auch die anderen Kapitel beginnen zuerst mit einem Fragezeichen, denn man weiß nicht so genau wer denn hier die Geschichte als nächstes erzählt. Aber wenn man sich erstmal eingefunden hat, liest es sich einfach nur sehr gut. Gerade durch diese verschiedenen Perspektiven und Arten der Erzählung, mal ein Monolog, mal ein Brief, ist das Buch sehr interessant. Und über allem schwebt der Tod von Manami. Und so nähert man sich langsam den genauen Umständen aus verschiedenen Richtungen um am Ende dann alles zusammenlaufen zu lassen.
Was natürlich noch interessant gewesen wäre, wäre wenn ich etwas mehr Wissen über die japanische Kultur gehabt hätte. Denn an einigen Stellen handeln die Figuren meiner Meinung nach doch nicht immer logisch, aber wahrscheinlich aus deren Sicht schon, da es so „gewünscht“ wird in Japan.
Die Charaktere sind nicht alle nett. Aber das macht nichts, denn sie sind auf ihre Art sehr gut beschrieben und man kann sich teilweise in ihre Situationen gut hineinversetzen (was nicht ihr Verhalten gutheißt, aber man ist schon gut in den Köpfen der Personen drinnen). Obwohl ich an den meisten Stellen einfach nur mit dem Kopf schütteln konnte, denn dann wiederum verhalten sie sich so extrem und egoistisch, dass ich einfach nur sprachlos war.
Aus für mich nichtigen Gründen entsteht ein solch fürchterlicher Rattenschwanz, dass ein hilfloses und unbeteiligtes Mädchen darunter leiden musste.
Über allem im Roman schwebt immer der Gedanke an Rache und das scheint das Motiv für alles zu sein und die Charaktere scheinen das auch als Rechtfertigung zu verwenden. Wenn sie nicht einfach allen anderen die Schuld geben, die sie nie bei sich selber suchen.
Wenn ich das so ehrlich sagen darf: Die Geschichte ist einfach nur krass, denn ich weiß nicht wie ich es anders beschreiben soll. Ein Geständnis folgt dem nächsten und man folgt der Kette der Ereignisse gespannt bis zum Ende.
Dieses ist dann wie alles im Buch schon recht heftig, aber dann wiederum auch nur logisch. Und trotzdem fragt man sich zum Schluss, wie geht es mit Yuko weiter? Ist jetzt alles gut?

Mein Fazit: Eine sehr erschütternde Geschichte mit dem großen Motiv der Rache über allem. Aber durch die Erzählweise sehr eindrucksvoll und wirklich spannend und so kann ich nur positives über das Buch sagen. Ein Highlight für mich und Menschen mit einer Vorliebe für Spannung sollten mal reinschauen. Aber Vorsicht: Es ist kein Buch zum nebenbei lesen, denn dafür ist die Handlung zu aufwühlend.

Absolut lesenswert trotz Anfangsschwierigkeiten

Von: Owlsome Books Datum: 01. August 2017

Unsere Protagonistin Yuko Moriguchi ist alleinerziehende Mutter einer 4-jährigen Tochter. Sie ist zudem Lehrerin an einer Mittelschule und nimmt ihre Tochter ab und zu mit an die Schule, wenn sie sonst keine Möglichkeit hat, die Kleine beaufsichtigen zu lassen.

Als sie ihre Tochter mal wieder mit an die Schule nehmen muss, da ihre Babysitterin krank geworden ist und im Krankenhaus liegt, ertrinkt die Tochter in dem Schulschwimmbad.

Eine Wochen nach dem Tod ihrer Tochter stellt sich Moriguchi vor ihre Klasse, verkündet, dass die gekündigt hat und legt ein grauenhaftes Geständnis ab. Durch dieses Geständnis werden nunmehr andere Ereignisse ins Leben gerufen.

Ich war mega neugierig und gespannt auf dieses Buch, da es vorallem in Japan millionenfach verkauft wurde und zudem verfilmt wurde. Zudem dachte ich, dass ich relativ schnell durch diese grad mal 270 Seiten kommen werde. Leider hat sich das Lesen bei mir ziemlich gezogen - vorallem zu Beginn des Buches. Das liegt einerseits daran, dass nicht wirklich viel passiert am Anfang des Buches, andererseits fand ich den Schreibstil auch ein wenig anstrengend; was vorallem daran liegen kann, dass es keine direkte Übersetzung aus dem Japanischen ist, sondern eine Übersetzung aus der englischen Übersetzung des Originals.

Nachdem sich das Buch anfangs ein wenig gezogen hat, hat es aber relativ schnell an Spannung und interessanten Ereignissen aufgenommen. Es wurde sehr spannend, was das Geständnis alles ins Rollen gebracht hat. Einige Dinge konnte ich aber tatsächlich nicht nachvollziehen (Naoki und seine Geschichte). Dennoch fand ich das Buch einfach nur grandios. Es ist erschreckend wie Kinder in der Gesellschaft auf Erfolg getrimmt werden, dass sie nichts anderes sonst anstreben. Auch fand ich es teilweise sehr grausam, wie die Jugendlichen miteinander umgegangen sind. Das Ende war ganz gut, dennoch für mich ein wenig zu offen. Es hätten ruhig noch so 20 Seiten mehr sein können, in denen noch detaillierter auf das Ende eingegangen wird.

Dennoch alles in allem eine absolute Leseempfehlung.

Geständnisse

Von: Myriade Datum: 31. Juli 2017

Auf den Spuren von Yvonne habe ich Kanae Minatos „Geständnisse“ gelesen.
Nach dem Buch, das ich zuvor gelesen hatte (klick) , war es ein so angenehmer, distanzierter, fast kühler Stil in dem die dramatischen Ereignisse geschildert werden. Ob diese Art der Darstellung „das japanische“ an dem Roman ist oder einfach der persönliche Stil der Autorin, kann ich nicht beurteilen, ich werde mich aber auf jeden Fall nach weiteren Werken von Kanae Minato umsehen.
Obwohl ein Mord im Zentrum der Geschehnisse steht, handelt es sich nicht um einen Krimi. Die Geschichte um die es geht, ist von Anfang an bekannt: die vierjährige Tochter einer Lehrerin wurde getötet. Zu Beginn des Buches eröffnet die Lehrerin ihrer Klasse von 13-jährigen Schülerinnen und Schülern, dass sie weiß, wer die Tat begangen hat und dass sie sich an diesen Personen zu rächen gedenkt. Die handelnden Personen kommen nacheinander als Ich-Erzähler zu Wort und so werden die Hintergründe und der Ablauf der Geschehnisse langsam zusammengesetzt.
Die Jugendlichen, die den Mord begangen haben, leben unter schwierigen Familienverhältnissen. Der eine wird von seiner Mutter gegängelt, der andere völlig vernachlässigt. Man erfährt so nebenbei auch einiges über den allgemeinen Leistungsdruck im Leben japanischer Schulkinder. Neben den Rückblenden, läuft auch die Handlung nach dem Vortrag der Lehrerin weiter. Sie selbst hat die Schule verlassen und wurde durch einen Kollegen ersetzt, der – absichtlich oder nicht – zur Eskalierung der Geschehnisse beiträgt.
Der Roman ist ein erschreckender Einblick in menschliche Abgründe, die sich unter anderem durch die Lebenserfahrung von Kindern aus Mittelschichtfamilien in schwierigen persönlichen Situationen auftun. Es gelingt nicht immer wirklich zwischen Opfern und Tätern zu unterscheiden. Auch die Gesetzeslage und die Rechtspraxis werden thematisiert. Kinder werden einerseits unter sehr großen Leistungsdruck gesetzt, was unter anderen zu dem in Japan weitverbreiteten Phänomen der Hikikomori führt. Hikikomori sind Jugendliche, die sich weigern das Haus zu verlassen und die Schule zu besuchen. Andererseits werden aber Straftaten von Jugendlichen von den Gerichten mit größter Milde behandelt.
Die Rache der Lehrerin schließlich ergibt sich zwar aus weiteren Plänen eines der Täter, ist aber dennoch ebenfalls von ungeheurer Brutalität. Alles in allem ein ebenso hartes wie interessantes Buch.
Ich danke dem Verlag für die Überlassung des Rezensionsexemplars

genialer und besonderer Roman

Von: bumblebeesworld Datum: 23. Juli 2017

Zum Inhalt:

In Geständnisse geht es um eine Lehrerin, die ihrer Klasse die Geschichte vom Tod ihrer Tochter erzählt. Dabei wird schnell klar, dass es sich nicht, wie die ganze Zeit von allen angenommen wurde, um einen Unfall handelt. Ihre kleine Tochter wurde im Alter von vier Jahren ermordet. Moriguchi gibt die Schuld an der grausamen Geschichte zwei Schülern aus ihrer Klasse. Sie gesteht also ihrer gesamten Klasse die Wahrheit und macht am Ende darauf aufmerksam, dass sie den wahren Mörder von Manami nicht ungeschoren davonkommen lassen wird. Die Geschichte einer Tragödie nimmt einen spannenden und verstörenden Lauf.

Meine Meinung:

Ich finde das Buch absolut großartig. Es ist ein spannendes und toll geschriebenes Buch, das den Leser bis zum letzten Satz im Unklaren über das Ende lässt.
Das Buch ist aus verschiedenen Perspektiven geschrieben, angefangen mit der Sicht der Lehrerin. Danach geht es weiter mit den Charakteren der beiden Jungs, die Manami umgebracht haben sollen, und die die Geschichte aus ihrer Sichtweise heraus erzählen, wodurch man als Leser einen völlig neuen Blick auf die Geschehnisse bekommt und Tatsachen erfährt, die immer nur eine der handelnden Personen kennt - es trägt also jeder andere Details fürs Verständnis bei. Dadurch sind Handlungen von anderen Personen manchmal sehr überraschend und sorgen ebenfalls für eine schöne Spannung.
Ich finde die Idee, ein Buch in der Art zu schreiben, dass verschiedene Personen aus ihrem Leben erzählen eigentlich eher langweilig, die Autorin hat es mit diesem Roman (eigentlich schon fast ein Thriller, auf jeden Fall aber einem Spannungsroman) allerdings geschafft, diese Idee grandios und den Leser total fesselnd umzusetzen. Man überlegt die ganze Zeit über wie die verschiedenen Charakteren und die damit verbundenen Handlungsstränge zusammenhängen und wer die Wahrheit sagt, wer Lügen auftischt und wer einfach nur Teile der Geschichte nicht erzählt.
Die Charaktere sind allesamt sehr gut und überzeugend dargestellt, es fällt einem leicht sie und ihre Handlungsweisen zu verstehen, es sei denn man steckt gerade mitten in der Geschichte eines der Täter und erfährt Details über die Lehrerin. Dann waren manche Geschehnisse überraschend und nicht immer sofort nachzuvollziehen. Das hat der Spannung des Buches allerdings zu keinem Zeitpunkt geschadet.
Insgesamt fand ich die Geschichte allerdings etwas konstruiert, da viele Ereignisse plötzlich zusammengepasst haben oder Personen wie aus dem Nichts zu verschiedenen Zeitpunkten und an unterschiedlichen Orten aufgetaucht sind. Auch das hat aber nicht dafür gesorgt, dass die Spannung des Romans gelitten hätte, deshalb hat es mich persönlich beim Lesen nicht negativ beeinflusst.

Zusammengefasst kann ich dieses Buch jedem Thriller-Fan, Lesern von Spannungsromanen aber auch solchen Leuten empfehlen, die einfach nur mal etwas Besonderes lesen möchten. Ich habe dem Buch also 5 von 5 Sternen gegeben.

Rache auf Japanisch

Von: World of books and dreams Datum: 16. Juli 2017

Manami ist gerade einmal vier Jahre alt, als sie bei einem tragischen Unfall stirbt. Sie war allein im Schwimmbad der Schule in der ihre Mutter unterrichtet und ertrank nach einem Sturz ins Becken. Doch am letzten Schultag vor den Ferien eröffnet ihre Mutter Yuko Moriguchi der Klasse eine grausame Wahrheit. Manami ertrank nicht bei einem Unfall, sondern wurde ins Becken geworfen, obwohl sie noch lebte. Damit löst sie eine unglaubliche Reaktion aus, denn sie wendet sich nicht an die Polizei, sondern nimmt ihre ganz eigene und sehr böse Rache.
Meine Meinung:
Wieder einmal mehr machte mich ein Cover neugierig auf den Inhalt und so griff ich zum ersten Mal nach einem Buch einer japanischen Autorin. Gleich zu Beginn: diese Geschichte ist auch vom Schreibstil völlig anders, als man es aus deutschen oder amerikanischen Thrillern oder Spannungsromanen kennt, aber genau das macht auch dieses Buch aus. Denn auch wenn es durchaus vom Ton her anders erscheint, ist dieses Buch durch und durch fesselnd und der Schreibstil ist absolut flüssig zu lesen und verständlich. Dabei spiegelt sich hier allerdings auch in manch einer Situation wieder, dass die Lebensweise in Japan sich doch von unserer unterscheidet. Allein der Gedanke, eine Woche nach dem Tod des eigenen Kindes wieder zu unterrichten - für mich klang das unglaublich.
Das Buch, welches schon vor einer Weile unter dem Titel Confessions verfilmt wurde, ist durchaus spannend, denn durch viele kleine Details erarbeitet sich der Leser eine ganz eigene Meinung. Die Spannung steigt hier auch durch seine unterschiedlichen Perspektiven. So ist es in sechs große Kapitel unterteilt und jedes Kapitel wird in einem anderen Stil aus einer anderen Sicht erzählt. Der erste Abschnitt ist ein reiner Monolog der Lehrerin Moriguchi, die in diesem ihrer Klasse von der Wahrheit über den Tod der Tochter erzählt. Gerade diese erste Erzählform war für mich recht gewöhnungsbedürftig, wobei ich hier absolut den Eindruck hatte, die Lehrerin vor ihrer Klasse stehen zu sehen und beim Reden zuzuhören. Das zweite Kapitel aus einer ganz anderen Sicht hat mich dann doch zunächst sehr überrascht, doch ab da wurde mir auch wesentlich klarer, welche Absicht die Autorin mit ihrer Geschichte bezweckt. Gerade durch die unterschiedlichen Perspektiven sammelt man Eindrücke und Gefühle der Beteiligten. Man baut Beziehungen auf, spürt Abneigungen zu anderen und am Ende stellt sich die Frage: wie tief können menschliche Abgründe sein?
Interessant an den Perspektiven sind die Beweggründe der einzelnen Charaktere der Geschichte, die man dadurch sehr genau kennenlernt. Das meiste fand ich durchaus schlüssig, allerdings fand ich die beiden Kapitel aus der Sicht der Täter dann ein wenig konstruiert, gerade der letzte Einblick war dann etwas weniger überraschend und durch die Schilderungen, die wir schon zu Beginn durch die Lehrerin erfuhren, gab es dann auch ein paar Wiederholungen.
Die Charaktere, auch wenn man sie durch die Perspektiven durchaus kennenlernt, bleiben hier eher eine Art Nebensache, denn viel mehr wird hier auf das Geschehen das Hauptaugenmerk gelegt. Minato zeigt anhand der Ereignisse menschliche Abgründe auf, die den Leser schockieren. Aber eins muss ich sagen: die Lehrerin hat mich durchaus beeindrucken können, schon in dem, was sie in der Klasse macht. Vielleicht bin ich ja auch ein rachsüchtiger Mensch? Für mich war es auf jeden Fall sehr clever, wenn auch absolut böse. Das Ende, ja, das hatte dann noch einmal einen richtigen Überraschungsmoment parat.
Mein Fazit: Ein wenig anders, gerade vom Stil her, aber gerade deshalb auch etwas besonderes. Minato zeigt hier wieder einmal, wie süß Rache sein kann und läßt den Leser seine eigene Meinung bilden. Ein Buch, über das ich gar nicht zu viel verraten möchte, dass aber sehr gut aufzeigt, wie diese menschlichen Abgründe entstehen. Lesen!

Ein positivies Gefühlschaos

Von: Lilly Lesepanda Datum: 07. Juli 2017

Wenige Wochen nach dem Tod ihrer Tochter, kündigt Moriguchi ihre Stelle als Lehrerin. Diese wurde Tod im Schwimmbad gefunden, ertrunken. An ihrem letzten Tag möchte Moriguchi ihrer Klasse eine Lektion mit auf den Weg zu geben. Denn eins ist sicher. Ihre Tochter wurde ermordet.

Es scheint, als würde sich der Fall bereits im ersten Kapitel auflösen, doch was passiert dann in den weiteren? Knapp gesagt: Wie es dazu kam. Aus vier verschiedenen Perspektiven erfährt man, wie es zum Tod von Moriguchis Tochter kam. Auch wenn jeder seinen Teil dazu beiträgt, laufen die Fäden alle zusammen.
Man könnte das Geschehen vielleicht als Schmetterlingseffekt, oder die zwei Seiten einer Medallie betiteln. Beides trifft wirklich gut zu.

Wenn man die Zeilen liest, kommt es einem selbst vor, als würde man mit den Charakteren in einem Raum sitzen und deren Schilderungen lauschen. Bei Moriguchi ist es, als sei mein selbst ein Schüler ihrer Klasse.
Durch die Wahl dieser Persepektive ist es, als würde man die einzelenen Charaktere besser kennen lernen. Gleichzeitig, aber auch so, als wollten sie nur das nötigste verraten. Jeder dieser Protagonisten wird von Gefühlen, wie Hass, Rache, Gerechtigkeit und einige mehr begleitet.

Mit einem Wort kann man den Stil als außergewöhnlich beschreiben. Es ist als sei man selbst Teil der ganzen Geschichte. Genau das hält die Spannung aufrecht. Man kann nicht immer sagen, was, wann, warum und wie passieren wird.
Es scheint, als würden die Charaktere entweder selbst sprechen, oder ihr Anliegen durch einen Brief oder ähnliches kund tun.

Geständnisse hat mich einem positiven Gefühlschaos zurück gelassen. In diesen Seiten sollte man selbst entscheiden wer Recht, wer Unrecht hat. Wer gut oder böse ist. Eine klare Grenze scheint es nicht zu geben.
Man sollte sich immer beide Seiten einer Geschichte anhören bevor man entscheidet. Nicht immer sind Opfer im Recht, oder Täter im Unrecht.

Mal ein etwas anderer Roman

Von: lenisvea Datum: 03. Juli 2017

€ 16,99 [D] inkl. MwSt.

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(* empf. VK-Preis)
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-570-10290-9
Erschienen: 27.03.2017


Zum Buch: https://www.randomhouse.de/Buch/Gestaendnisse/Kanae-Minato/C-Bertelsmann/e478612.rhd

Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner – weder Kind noch Erwachsener – ungeschoren davonkommt.


Mit immenser Sogwirkung und einem unbestechlichen Blick auf die menschlichen Abgründe erzählt die ehemalige Lehrerin Kanae Minato eine faszinierend-verstörende Geschichte voller unerwarteter Wendungen. Ein packender Roman, dessen Stimmen den Leser noch lange begleiten.
Meine Meinung:
Ich bin auf das Buch durch die vielen positven Meinungen aufmerksam geworden. Freundlicherweise wurde mir das Buch dann vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.
Der Einstieg in die Geschichte ist mir sehr gut gelungen. Sie konnte mich auch direkt fesseln. Der Schreibstil war für mich aĺlerdings erst etwas gewöhnungsbedürftig und die japanischen Namen machten es schwierig, das Buch flüssig wegzulesen.
Die Geschichte wird jeweils aus den Perspektiven der betroffenen Personen erzählt. Ich fand es nur verwirrend, erst einmal herauszufinden, wer gerade zu Wort kommt. Da wäre es mir eine Hilfe gewesen, wenn es beim betreffenden Kapitel dabei gestanden hätte.
Im Mittelteil hatte das Buch meiner Meinung nach einige Längen, aber zum Ende hin kam eine überraschende Wendung nach der anderen und das Ende hat noch Einiges wieder gutgemacht, auch wenn es teilweise doch etwas konstruiert wirkte.
Es ist wirklich erschreckend, wie solch ein Ereignis mehrere Familien zerstören kann.
Alles in allem hat mir dieses Buch trotz einiger Längen recht gut gefallen, es war mal etwas ganz anderes. Ich kann daher eine klare Kauf- und Leseempfehlung geben und von mir bekommt das Buch 4 Sterne.

Das Böse schläft in Jedem

Von: Alice Datum: 02. Juli 2017

Titel: Geständnisse
Author: Kanae Minato
Seitenzahl: 270
Kapitel: 5
Perspektive: Ich-Erzähler im Wechsel
Verlag: C. Bertelsmann

Der Debütroman "Geständnisse" von Kanae Minato ist fesselnd und gleichzeitig grausam unterhaltsam. Warum grausam? Weil in diesem Buch Abgründe des menschlichen Seins zutage treten, die erschreckend und gruselig sind. Die Bezeichnung Psychothriller wäre vielleicht treffender gewesen für dieses Buch.
Dennoch habe ich mich dabei ertappt, wie ich dieses Buch nicht wegzulegen vermochte. Mit jedem Kapitel fand ein Perspektivenwechsel statt, der den Tod der kleinen Manami, die Tochter der Lehrerin Yuko Moriguchi, aus einem anderen Blickwinkel beleuchtet hat. Es wurde von Minute zu Minute grausamer, bis das Ende in einem Höhepunkt gipfelte, nach dem der Leser das Gefühl hatte, dies sei der gerechte Ausgang der Geschichte.
Ich hätte nicht gedacht, dass diese Buch mich so sehr packen könnte.
Heute habe ich gelesen, dass es eine Verfilmung zu dem Buch gibt und ich überlege tatsächlich, sie mir anzuschauen.
Egal was das jetzt über meine Person aussagt, aber ein gut geschriebenes Buch gefällt mir, auch wenn der Inhalt doch sehr bedenklich und abgründig ist. Wir leben nun mal in einer kaputten Welt, mit unendlichen Abgründen des menschlichen Seins, denn ohne das Böse wäre das Gute nonexistent, und es bringt ja doch nichts, sich die Welt schön zu reden. Dann kann man auch gleich den Abgründen ins Auge sehen und ich finde, diese Buch hat jene sehr gut beschrieben.

Rezension: Kanae Minato, Geständnisse

Von: Tina / Kill Monotony Datum: 26. Juni 2017

Dieses Buch habe ich an einem Tag verschlungen! Es war anfangs noch etwas schwierig zu lesen, weil die Erzählweise ungewohnt war, aber wenn man (nach 20 Seiten?) einmal drin ist, dann zieht einen dieses Buch mit so einem Sog immer weiter, immer tiefer in die Geschichte hinein: in eine Geschichte über Mord, über Rache und darüber, wie man sich doch in einem Menschen täuschen kann…

Alles beginnt mit dem Tod der kleinen Manami, der laut ihrer Mutter, Klassenlehrerin der Klasse B, Yuri Moriguchi, kein Unfall war. Sie hat auch schon die Täter identifiziert, Schüler aus ihrer Klasse. Da sie den Jugendstrafanstalten aber nicht zutraut, diese angemessen zu bestrafen, nimmt sie die Sache in ihre eigene Hand und übt sich in Selbstjustiz. Hier fängt das Drama an. Zwischen Mobbing und wilden Theorien wird der Leser hin und her geworfen, von einer Perspektive zur nächsten, um aus der Sichtweise der einzelnen Personen mehr über den Hergang des vermeintlichen Mordes zu erfahren. Ist es wirklich so einfach, wie Moriguchi es in ihrem Geständnis schildert, oder steckt doch mehr hinter der Sache?

Ich kann gar nicht viel von der Geschichte verraten, ohne euch zu spoilern – deshalb lasse ich’s! Dieses Buch ist spannend bis zur letzten Seite, auch wenn sich durch die wechselnden Perspektiven einige Geschehnisse überschneiden. Der Erzählstil ist wahnsinnig toll, er hat mich nach einer kurzen Eingewöhnungsphase sofort gefesselt. Die Geschichte wird glaubhaft erzählt und an mehreren Stellen stand mir die Kinnlade offen. Dass es sich bei „Geständnisse“ nicht nur um einen Roman (Roman? Eher Thriller, oder?) über einen Mord handelt, sondern auch über die Hintergründe der Täter, über die Auswirkungen der Tat auf ihr weiteres Leben und über die Konsequenzen für die gesamte Klasse, erfährt man vom Klappentext erst mal nicht. Was man jedoch als Leser sieht, sind Aspekte von Moral und Schuld, und ihre Auswirkungen auf das Leben der erst 13-jährigen Schüler von Moriguchis Klasse. Die Jugendlichen werden mit einem Geständnis konfrontiert, das sie nicht nur schockiert, sondern auch zu Taten anstiftet, die man ihnen nicht zutraut.

Fazit: Ein kurzweiliges kleines Buch (~270 Seiten), das man gut und gerne an einem faulen Nachmittag oder als Schnellleser auch an einem Abend verschlingen kann! Eine sehr spannende Geschichte, die doch mehr behandelt als den Tod der kleinen Manami und diesen trotzdem als Dreh- und Angelpunkt verwendet. Krimi-Kenner können vielleicht einige Aspekte der Handlung vorhersehen, doch ich als Thriller- und Krimi-Neuling war zeitweise sehr geschockt von den Wendungen, die sich durch das Buch ziehen. Alles in allem ein sehr packender Roman mit einer tollen Schreibe, der mich aber aufgrund der dem Perspektivenwechsel geschuldeten Überschneidungen nicht 100% abholen konnte.

Geständnisse

Von: a mass of unread books Datum: 25. Juni 2017

Cover und Schreibstil

Ich finde das Cover wunderschön, zwar ist nicht viel zu sehen aber dieser Apfel weist auf etwas Böses hin. Im Laufe des Buches wird mir auch klar , dass der Titel bewusst gewählt worden ist, da jede Person in dem Buch ein Geständnis ablegt. Den Schreibstil finde ich sehr gut gelungen. Ich fand das Buch fließend und vor allem spannend geschrieben, weshalb ich es auch geschafft hab das Buch ich weniger als sieben Stunden fertig zu Lesen . Am Anfang war ich leicht verwirrt warum das Buch in nur sechs Kapitel aufgeteilt war und warum diese sich fast immer über 50 Seiten zogen. Dennoch wurde mir schnell klar warum dies so gewählt worden ist. Ich finde es gut, dass in jeden Kapitel aus der Sicht einer Person geschrieben wird, da man so keine Perpektievenwechsel innerhalb eines Kapitels hat, sondern sich jeweils ein Kapitel lang auf eine Person konzentrieren kann. Ich finde es ebenfalls sehr lobenswert, dass immer am Ende der Kapitel eine spannende Wendung passiert.


Charaktere

Ich finde alle Charaktere einfach nur krank. Die Lehrerin, die eine tödliche Rache will, ein Schüler, der aus Aufmerksamkeit mordet und eine Mutter, die Anderen nur gefallen will . Aber der Reihe nach die Lehrerin Moriguchi finde ich ziemlich schwierig einzuschätzen. Da sie auf der einen Seite ziemlich kalt mit dem Tod ihrer Tochter umgeht und sich auf der anderen Seite so rachsüchtig verhält, dass dies krankhaft erscheint. Ebenso krankhaft erscheint das Bild von Shuya , der aufgrund seiner grausamen Vergangenheit immer versucht Aufmerksamkeit zu bekommen und dabei keine Grenzen kennt. Naiko, der versucht seiner Mutter zugefallen und somit ein gutes Licht auf die Familie zu werfen, wird geprägt durch die Wunschvorstellungen seiner Mutter aber auch seiner Schuld. Besonders schlimm fand ich aber den Lehrer Werther, der mir mit seiner arroganten Art dermaßen auf die Nerven ging, dass ich regelrecht Aggressionen bekommen habe. Naikos Mutter gehört auch zu den Charakteren mit deinen ich mich nicht anfreunden konnte. Ich fand ihr Verhalten äußert unakzeptabel. Insgesamt kann man wohl sagen, dass es in dem Buch keine „normale“ Person gab. (mit Ausnahme von vereinzelt auftauchenden Nebencharakteren) Dennoch fand ich die Sichtweise von den Hauptcharakteren besonders spannend.

Mein Leseeindruck

Ich war bereits von ersten Seiten des Buches gefesselt, da dieser Vortrag von der Lehrerin sehr spannend gestaltet war und ein verblüffendes Ende hatte. Ich fand es erstaunlich, dass ihre Rachsucht so weit ging. Je weiter ich das Buch las desto weniger wollte ich es aus der Hand nehmen. Es tauchten immer mehr Wendungen und Tatsachen auf mit denen ich nicht gerechnet habe. Den golden Abschluss brachten dann die letzen Seite und vor allem das Ende des Buches, was mich regelrecht schockiert hatte.

Fazit

Dieses Buch hat mich einfach überwältig und ich habe nichts daran auszusetzen.

Rezension Geständnisse

Von: Thrillerkiste Datum: 21. Juni 2017

Meine Meinung:
Zuerst muss ich ein großes Lob an das Cover aussprechen, es gefällt mir richtig gut und war mit ein Grund weshalb ich es beim Verlag angefragt habe. Der Schreibstil hat mir schon zu Beginn sehr gefallen, die Charaktere sind gut beschrieben und man weiß bis zur letzten Seite nicht was noch alles passiert. Am Ende jedes Abschnittes gab es wieder einen Punkt, an dem ich sprachlos und gefesselt war. Ständig kamen neue düstere Wahrheiten an Licht und lässt das Buch schnell lesen. Das Buch hat leider nur 270 Seiten, somit endet die Geschichte ziemlich schnell, aber das Ende ist wirklich gut gelungen und schockt zudem noch ein letztes mal. Geständnisse hat unglaubliche Wendungen gehabt. Los Angeles Times schreibt "Das feinste böse Buch des Jahres" und das stimmt. Kanae Minatos Bestseller ist eine Geschichte über einen Mord an einer Schule, welche noch viele bittere Wahrheiten verbirgt. Tolles Buch, leider für mich nur etwas fdür zwischendurch. Von mir bekommt das Buch 4 von 5 Punkten.

Unvorhersehbar und verstörend

Von: isleofbookx Datum: 20. Juni 2017

Cover/Gestaltung:
Ein roter Apfel von dem Blut tropft auf bläulich-grauem Hintergrund. Für mich ein Cover, das optisch sehr ansprechend ist, und obwohl es sehr schlicht gestaltet ist, auch unheimlich neugierig macht. Die Innengestaltung ist ebenfalls sehr dezent und ohne jeglichen Schnickschnack.

Meine Meinung:
Geständnisse ist mein allererster Roman einer japanischen Autorin. Ich habe mich vorher kaum mit dem japanischen Lebensstil beschäftigt, weshalb ich schon alleine deswegen sehr gespannt auf den Inhalt war. Aber auch der Klappentext konnte mich überzeugen. Ich habe mir perfide Psychospielchen erwartet und diese schlussendlich auch bekommen.

Das Buch beginnt aus der Sicht der Klassenlehrerin Moriguchi, welche zu ihrer Schulklasse spricht. Sie eröffnet ihnen, dass sie die Schule aufgrund der jüngsten Ereignisse verlassen wird und erzählt ihnen aber auch, dass der Tod ihrer Tochter kein Unfall war, sondern dass Schüler dieser Klasse dafür verantwortlich sind. Daraufhin macht die Lehrerin ihnen ein fatales "Geständnis", mit dem sie eine schreckliche Kettenreaktion in Gang setzt.

Die sechs Kapitel, die das Buch enthält, sind jeweils aus sechs verschiedenen Perspektiven geschrieben. Von Personen, die durch ihre Sicht der Dinge und auch durch ihre "Geständnisse", dem Leser immer wieder neue Informationen zum Mordfall liefern. Am Anfang jedes Kapitels erschließt sich noch nicht ganz, welche Person nun darüber spricht. Erst mit der Zeit weiß man, um wessen Sicht es sich nun handelt, was das Ganze unheimlich spannend macht. Dadurch, dass es sechs Sichtweisen gibt, ist es aber leider manchmal so, dass einige Szenen 1:1 wiederholt werden. Neu dabei sind dann nur die Gedanken der jeweiligen Person. Dieser Aspekt hat dafür gesorgt, dass ich das Buch stellenweise ein wenig ermüdend fand, da ich ja sowieso schon wusste, was passiert ist.

Beeindruckt hat mich hingegen der besondere Schreib- und Erzählstil der Autorin.' Die Wortwahl ist sehr einfach, aber sehr zielgerichtet. Kanae Minato schreibt nicht um den heißen Brei herum, sondern legt Fakten auf den Tisch. Genau das macht dieses Buch auch aus. Ebenso die emotionale Kälte, die die Autorin ihren Charakteren verliehen hat. Dass man mit deren Handlungen und Moralvorstellungen nicht konform geht, macht dieses Buch noch viel eindringlicher und erschreckender.

Was mich zusätzlich noch beeindrucken konnte, ist der Einblick, den man in das leistungsorientierte Schulsystem Japans bekommt. Man erlebt hautnahe, welchem Druck die Schüler dort ausgesetzt sind und welche Abgründe sich dadurch auftun.

Das Ende des Buches war für mich vollkommen unvorhersehbar und verstörend. Alleine die Komplexität des Buches hat mich schwer beeindruckt. Ebenso wie die ganzen Informationsteilchen, die man als Leser stückweise vorgesetzt bekommen hat und die sich letztendlich zu einem großen Ganzen zusammengetan haben.

Fazit:
Geständnisse ist ein komplexes Buch, das aber auch einen großen Unterhaltungswert aufweisen kann und tief in die menschlichen Abgründe blicken lässt. Eine klare Leseempfehlung für all diejenigen, die gerne Thriller lesen.

Geständnisse

Von: Niklas' Leseblog Datum: 17. Juni 2017

Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner – weder Kind noch Erwachsener – ungeschoren davonkommt.

Ich bin etwas zweigespalten, da mir Teile des Buches ganz gut gefallen haben, einiges aber auch nicht zugesagt hat. Zum einen tat ich mir mit dem typischen japanischen Stil sehr schwer - das ist wirklich nicht einfach in die Story hineinzukommen und nachzuvollziehen, wie die Personen agieren. Andererseits gibt es einen guten Blick in die japanische Gesellschaft. Die Kapitel werden aus unterschiedlichen Sichten und mit sehr vielen Wendeungen erzählt, dass man wirklich aufpassen muss, wer gerade was gemacht hat. Auch mit Namen merken ist das so eine Sache bei den Japanern ;-)

Dennoch ist die Geschichte spannend und in gewisser Weise fasznierend und fesselnd, wenn man sich an den Schreibstil gewöhnt hat.
Im gesamten bzw. gerade am Ende ist die Handlung dann aber doch zu konstruiert - schade.



Fazit:
Sehr abstrus, sehr speziell und nicht so ganz einfach nachzuvollziehen aufgrund der besodneren Erzählweise. Irgendwie anders, aber auch besonders.

Lektion des Bösen

Von: Martina Meyen Datum: 17. Juni 2017

Als ich das Buch zugeklappt habe, musste ich erst einmal tief durchatmen. Wow, was für eine Geschichte!

Die Idee, etwas aus verschiedenen Perspektiven fortlaufend zu erzählen, ist nicht neu und seit „Die Sünden meiner Väter“ bin ich ein großer Fan dieser Art zu erzählen. Aber „Geständnisse“ ist in jeder Hinsicht anders. Und für mich neu!

Der Titel könnte nicht passender gewählt sein, denn nach der Lehrerin Moriguchi kommen noch weitere Personen zu Wort und Wahrheiten an die Oberfläche, die mir teilweise den Atem nahmen. Jedem dieser Personen ist ein eigenes Kapitel gewidmet und jeder bis auf Moriguchi kommt nur einmal zu Wort. Das letzte Kapitel gehört noch einmal Moriguchi und das macht Geständnisse auf eine besondere Art „rund“.
Der Klappentext gibt nur wenig vom Inhalt preis und das ist auch gut so. „Geständnisse“ ist absolut nicht vorhersehbar und eine überraschende Wende folgte der nächsten. Das war teilweise ganz schön harter Tobak, denn Kanae Minato lässt mich in menschliche Abgründe blicken, die ich nicht erwartet habe. Einiges ist der japanischen Kultur geschuldet, die sich schon ein wenig von unserer Kultur unterscheidet. Aber vieles hätte hier genau so passieren können.

Das alles hat Kanae Minato in einem Schreibstil verfasst, den ich als zurückhaltend bezeichnen würde. Es gibt keine brutalen Szenen und auch keine wirklichen Cliffhanger, auch wenn der letzte Satz der jeweiligen Kapitel mich frösteln ließen. Sie erzeugt Spannung - ohne Frage – aber eben auf eine ganz andere Art als ich es gewohnt bin.

Fazit: Geständnisse lebt von den Geheimnissen, die so nach und nach an die Oberfläche schwappen, bringt mir die japanische Kultur etwas näher und lässt mich in menschliche Abgründe blicken.

Lässt tief in menschliche Abgründe blicken

Von: yvonnen Datum: 16. Juni 2017

„Geständnisse“ erzählt die Geschichte vom Mord an einer Vierjährigen begangen durch zwei dreizehnjährige Schüler. Die Lehrerin Yuko Moriguchi, die Mutter des ermordeten Mädchens, hält am letzten Schultag vor ihrer Klasse eine Rede. In dieser Rede erklärt sie, warum sie überhaupt Lehrerin wurde, erzählt dann, dass sie ihre Stelle gekündigt hat, beschuldigt zwei ihrer Schüler des Mordes an ihrer Tochter und verrät distanziert und eiskalt, warum sie diese nicht an die Polizei verraten wird. Stattdessen teilt sie ihnen mit, auf welche ganz persönliche Art und Weise sie Rache an ihnen genommen hat. Daraufhin nimmt ein tödliches Drama seinen Lauf, an dessen Ende keiner – weder Jugendlicher noch Erwachsener – ungeschoren davonkommt.

Dieses Buch erschließt sich dem Leser in einer nicht linearen Erzählform durch ein perfektes Zusammenspiel der im Buch enthaltenen Geständnisse. Obwohl man als Leser bereits nach dem ersten Kapitel grob weiß, was passiert ist und die Geschehnisse sich aus jeweils anderen Perspektiven geschildert wiederholen, wird es nicht langweilig. Nach und nach erhält man immer mehr Einblick in das, was tatsächlich geschehen ist und warum die einzelnen Protagonisten so handelten, wie sie es taten. Dabei wird die Geschichte mit jedem Kapitel abgründiger und entwickelt einen Sog, so dass man das Buch nicht mehr aus den Händen legen mag.

Nach jedem Geständnis finden sich neue Puzzle-Teile, die sich passend ins Gesamtbild einfügen. Es gibt Überraschungen und Wendungen, die für mich nicht vorhersehbar waren. Die Grenzen zwischen Opfern und Tätern sind an manchen Stellen fließend, Mitleid erscheint manchmal erst auf den zweiten Blick als angebracht – oder ist es vielleicht sogar gänzlich unangebracht? Nach so manchem Kapitel brauchte ich eine Pause, um erstmal das Gelesene zu verdauen. Und auch das grausame und stimmige Ende ließ mich das Buch zuklappen und erstmal tief durchatmen, um Luft zu holen nach dieser ebenso packenden wie ungewöhnlichen Geschichte.

Es geht um verblendete Liebe und erdrückende Fürsorge, um Gleichgültigkeit und Misshandlung; um Kinder, die an einer auf Leistung und Erfolg ausgerichteten Gesellschaft zerbrechen, die jeglichen Sinn für Gut und Böse verloren haben und in ihrer verzweifelten Suche nach Zuneigung und Anerkennung alle menschlichen Grenzen überschreiten. Die fiktive Handlung spielt in Japan und natürlich fließen auch die Wertvorstellungen und gesellschaftlichen Konventionen dieses Landes mit ein. Nichtsdestotrotz finden sich hier Probleme bezüglich des Jugendstrafrechts oder der Erziehung , die auch in unserem Land existieren und die viel Stoff zum Nachdenken und Diskutieren bieten.

„Geständnisse“ ist ein Roman, der in diesem Jahr zu meinen absoluten Highlights gehört und den ich Lesern empfehlen kann, die keine Angst davor haben, tief in menschliche Abgründe zu blicken.

Rezension: Geständnisse

Von: Mylittlebookpalace Datum: 13. Juni 2017

Handlung: Die Geschichte von der tod aufgefundenen Tochter Yuko Moriguchi ist noch nicht zu ende erzählt. Es schien so als wäre die kleine einfach nur im Pool ertrunken, doch Yuko glaubt das nicht und macht sich selber auf die Suche nach einem Mörder und erzählt somit ihre eigene Geschichte und die ihrer Tochter. Yuko stellt immer mehr Theorien auf und möchte den Tod ihrer Tochter rächen und den/die mutmaßlichen Täter bestrafen, doch ob sie das schafft und wie ihre Geschichte ausgeht müsst ihr selber lesen.

Orte: Die Geschichte spielt wahrscheinlich in Japan, was ich persönlich toll fand, den das ist etwas anderes und man erfährt auch viel mehr über das Leben und die Kultur dort. Ich mochte diesen kleinen Einblick in die Erziehungsweisen und das Schulsystem Japans.

Personen:Das ist bei mir zum Großteil, doch eher ein Kritikpunkt, denn ich fand manche Personen einfach nur krank, wahrscheinlich war das von der Autorin auch gewollt, aber das hat mir auch ein bisschen den spaß am Buch verdorben. Auch mit der Protagonistin konnte ich mich nicht identifizieren, allerdings fand ich waren die meisten Charaktere sehr gut durchdacht waren und sie hatten auch eine tolle Geschichte.

Schreibstil: Der Schreibstil hat mir leider auch nicht wirklich zugesagt, weil ich erstens ziemlich lange gebraucht hatte in das Buch zu kommen, da es am Anfang noch eine andere Erzählweise war, als im Rest des Buches und weshalb ich das Buch auch immer mal weglegen musste, da ich damit irgendwie überhaupt nicht klarkam. Und dann war es manchmal auch so unerwartet aus anderen Perpektiven geschrieben und man erst nach zehn Seiten darauf gekommen ist, das dass wohl eine andere Person ist und man aber nicht wusste welche.

Gestaltung: Ich find das schlichte Cover und auch die schlichte Kapitelgestaltung passen sehr gut zu dem Buch, auch wenn mir immer noch nicht wirklich klar ist warum auf dem Cover ein Apfel ist;)

Geschichte:Ich fand den Verlauf der Geschichte wirklich ganz gut, die Personen haben sich mal mehr, mal weniger Entwickelt und ich fand auch die Entwicklung der Geschichte wirklich gut, allerdings war es für mich an manchen Stellen wirklich sehr langweilig und ich hatte ein paar Probleme damit weiterzulesen, aber dann kam meistens schnell eine neue Offenbarung und das Buch wurde spannender.

Fazit:Ich habe schon einige Kritikpunkt an diesem Buch, allerdings fand ich den Einblick in die Kultur und das Leben dort sehr interessant und auch die Handlung mit dem Verlauf der Geschichte hat mir persönlich sehr gut gefallen. Die Kritikpunkte finden sich bei mir bei den Personen und dem Schreibstil der Geschichte, welche es mir schwer gemacht haben durch das Buch zu kommen. Deswegen gebe ich dem Buch solide drei von fünf Punkten.

Geständnisse, die es in sich haben

Von: Janine Amberger Datum: 09. Juni 2017

Der letzte Schultag vor den Sommerferien ist gleichzeitig auch der letzte Arbeitstag der Lehrerin Moriguchi. Wenige Wochen zuvor ist ihre vierjährige Tochter in der Schule, in der ihre Mutter unterrichtet, ums Leben gekommen. Der Vorfall wurde als tragischer Unfall eingestuft, aber Moriguchis Klasse wird bald eines besseren belehrt: In einem unglaublichen Monolog eröffnet die Lehrerin ihnen in der letzten Stunde, dass ihre Tochter ermordet wurde. Die Täter, die sie nur als Schüler A und Schüler B bezeichnet, sitzen mitten unter den Kindern. Mit einer Racheaktion, die es in sich hat, fängt damit eine verherende Kettenreaktion an.

Geständnisse von Kanae Minato ist ein Buch, in das man sich zuerst etwas einfinden muss. Dialoge finden sich nur wenige in den 272 Seiten, und allein das erste Kapitel liest sich fast wie eine gut 70 Seiten lange Kurzgeschichte. Dadurch gelingt es Minato, die Gedanken- und Gefühlswelt ihrer Charakter dem Leser unheimlich nah zu bringen – und in Anbetracht der Ereignisse ist das eine echte Meisterleistung!

KINDER KÖNNEN GRAUSAM SEIN

Haben die Schüler wirklich etwas mit dem Tod der kleinen Manami zu tun? Wie ist das Mädchen in das Schwimmbecken gefallen? Und was löst die Mutter mit ihrer Eröffnung vor der Klasse aus? Das ist nur ein kleiner Bruchteil der Fragen, die in Geständnisse aufkommen. Jedes Kapitel wird von einem anderen Charakter erzählt, mal als Vortrag, dann als Brief oder Tagebucheintrag. Nach und nach setzt sich so für den Leser ein Gesamtbild dessen zusammen, was Manamis Tod herbeigeführt hat, sowohl im davor als auch danach. Die Charaktere hingegen sehen diese Zusammenhänge nicht, was einige Konsequenzen mit sich bringt. Denn wie geht man allein mit vermeintlichen Mördern in der eigenen Klasse um? Die betroffenen Kinder sind in der Mittelstufe und noch strafunmündig, können also nicht durch offizielle Kanäle bestraft werden. Kurzerhand übernimmt die Klasse die Bestrafung und zeigt einiges an perfider Kreativität dabei.

MÜTTER ALLER COULEUR

Die einzelnen Kapitel von Geständnisse bauen aufeinander auf und mit jeder Seite zeigen sich neue Facetten. Handlungen, die vorher unbegreiflich schienen, erhalten dadurch Tiefe und man kann nachvollziehen, wie die Charaktere zu bestimmten Schlüssen und Reaktionen kommen. Ein spannendes Thema, welches sich ebenfalls durch das Buch zieht, ist die Person der Mutter. Drei verschiedene Mütter mit unterschiedlichen Ansätzen tauchen im Laufe der Geschichte auf, und keine ist die ‚perfekte‘ Verkörperung dieser Rolle. Aber gibt es sowas überhaupt? Und inwiefern ist eine Mutter Schuld an den Handlungen ihres Kindes?

DER FLÜGELSCHLAG EINES SCHMETTERLINGS

Verschiedene Ereignisse führen zu der Tat von Moriguchi, ebenso löst sie weitere Grausamkeiten aus. Das dichte Netz, das Minato spinnt, zieht sich mit jeder Seite enger und macht Geständnisse zu einem vielschichtigen, komplexen Roman. Als Leser kann man auf die nächste Wendung warten, genauso aber viele moralische und ethische Fragen an sich selbst stellen. Die Sprache ist zwar relativ einfach gehalten, aber die Geschichte ist keineswegs nur etwas für Schüler in der Mittelstufe! Milch werde ich sicherlich für längere Zeit nicht mehr mit den selben Augen sehen…

So anders, so spannend, so verstörend. So gut.

Von: Wortkaefig Datum: 07. Juni 2017

Mein zweites schönes Geschenk vom C.Bertelsmann Verlag über das Bloggerportal. Als ich es letzte Woche zum ersten Mal in den Händen hielt, musste ich es unbedingt anfangen. Schon das Cover verleitet sofort zum Lesen.

Die Fakten: Der erste Bestseller von Schriftstellerin Kanae Minato. 2008 in Japan erschienen und bereits verfilmt. Die deutsche Übersetzung ist aus 2017, von Sabine Lohmann. Wie oben schon erwähnt beim C.Bertelsmann Verlag. Knackige Wochenendlektüre mit 270 Seiten.

Die Story: Tragödie in der Mittelschule. Die 4-jährige Tochter der Lehrerin wird tot im Swimmingpool der Schule aufgefunden. Am letzten Schultag schockiert die Mutter ihre Klasse mit einem Geständnis: der Tod ihrer Tochter war kein Unfall und es ist an der Zeit für die Schuldigen zu büssen.

Meine Meinung: Wir lassen jetzt einmal den Nonsens mit gefällt und nicht gefällt. Das Buch war der Wahnsinn. Ich würde Nichts ändern wollen. Trotzdem muss ich meine Online-Platform dazu nutzen, ein bisschen über die moralischen Implikationen und Geschehnisse im Roman zu sinnieren. Eine ganz milde SPOILERWARNUNG ist wohl angebracht.

Eines meiner Lieblingselemente ist die Struktur. Dieses Buch ist brillant aufgebaut. Passend zum Titel wird die Handlung durch mehrere Erzähler aus jedem einzelnen Blickwinkel, Stück für Stück beleuchtet. Der Fokus ist jeweils introvertiert, die Handlung ist in den Gedankenstrom eingeflochten. Ein packender Thriller, mit einem ungewöhnlich langsamen Tempo. Was gerade wegen der Perspektive überhaupt nicht störend wirkt. Das Gefühl ist definitiv da, in einen weit entfernet Kulturkreis einzutauchen und ich masse mir nicht an, alle spezifischen Verhaltensmuster zu verstehen. Ich kann mich teilweise in die Charaktere hineinversetzen, es bleibt aber immer eine gewisse Distanz im Raum. Und das ist auch gut so.

Die aufgegriffenen Themen erinnern absolut an meinen grossen russischen Helden: Dostojewskij. Er wird passender Weise sogar namentlich erwähnt. Und jetzt holen wir Mal etwas weiter aus. In der neueren deutschen Übersetzung hat der Klassiker Schuld und Sühne den kontemporären Titel Verbrechen und Strafe erhalten. Nicht alle Neuerungen sind Verbesserungen. Für mich jedenfalls. Es ist zwar etwas länger her, das ich Schuld und Sühne gelesen habe, aber ich denke eben die moralischen, fast schon religiös angehauchten Bedeutungen dieser zwei Wörter spielen im Roman eine grosse Rolle. Ja, ich sehe ja ein, dass der neue Titel eventuell dem Russischen Original näher kommt, aber inhaltlich finde ich, das es eben um Schuld und Sühne geht. Um die Empfindungen der Hauptfigur. Wenn wir jetzt zurück zu unseren Geständnissen kommen, befinden wir uns in einem update, transportieren Schuld und Sühne in das 21. Jahrhundert. Und hier passt Verbrechen und Strafe wie die Faust aufs Auge. Aktion-Reaktion, Taten-Konsequenzen. Kühl, kalkuliert, reuelos. Mord für die Einschaltquoten. Wahr.

Für wen und für wann: Lesen. Unbedingt. So anders, so spannend, so verstörend. So gut.

Geständnisse

Von: Mara Datum: 02. Juni 2017

Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner – weder Kind noch Erwachsener – ungeschoren davonkommt.

Mit immenser Sogwirkung und einem unbestechlichen Blick auf die menschlichen Abgründe erzählt die ehemalige Lehrerin Kanae Minato eine faszinierend-verstörende Geschichte voller unerwarteter Wendungen. Ein packender Roman, dessen Stimmen den Leser noch lange begleiten.

Meine Meinung:
Es beginnt mit der Mutter, die sich vor die Klasse stellt und an ihrem letzten Arbeitstag eine Rede hält. Nur sie selbst weiß, wer die Schuld am Tod ihrer Tochter trägt. Für mich war es sehr interessant, den doch distanzierten Umgang der japanischen Lehrerin mit ihren Schülern kennen zu lernen und andererseits zu lesen, welche Pflichten Lehrer in Japan über den Schulalltag hinaus gegenüber den Schülern haben.
Eine Vierjährige ertrinkt im Schwimmbad der Schule, nicht versehentlich. Zwei Schüler, gerade einmal dreizehn Jahre alt, sind dafür verantwortlich. Oder etwa doch nicht? Die Mutter des toten Kindes ist alleinerziehend und genau an dieser Schule als Lehrerin tätig. Sie kündigt kurz darauf ihre Anstellung und verabschiedet sich mit einer Abschiedsrede von ihren Schülern, an deren Ende sie diese mit einer schockierenden Aktion überrascht.
Während des Lesens des ersten Kapitels schoss ich mich darauf ein, dass das Buch lediglich aus der Sicht der Lehrerin erzählt wird, welche im Klassenzimmer vor ihrer Klasse steht und über den Mord an ihrer kleinen Tochter, sowie über die Täter spricht.
Ab Kapitel 2 wurde mir allerdings klar, dass die Autorin bei jedem folgenden Kapitel einen Perspektivwechsel vorsah. Dieser Aufbau über die 6 Kapitel hinweg hat mir super gefallen. Man konnte die Tat dadurch zum Beispiel auch aus der Sicht der Täter, anderer Klassenkameraden oder Familienmitgliedern betrachten.

Fazit:
Mit jedem Kapitel und jeder neuen Perspektive bekommt man als Leser neue, erschütternde Geständnisse zu lesen und vormals als feststehend empfundene Tatsachen erscheinen plötzlich in einem anderen Licht. Kanae Minato gelingt es, das Gefühl für Wahrheit nachhaltig zu erschüttern, denn niemand in diesem Roman hat die Motive, die ihm die anderen zuschreiben. Warum musste Manami sterben? Und wer hat letztlich Schuld, wer trägt die Verantwortung? Die Grenzen zwischen Schuld und Unschuld, Opfer und Täter verschwimmen zunehmend und als Leser blättert man einfach nur atemlos immer eine weitere Seite um. Bis zum überraschenden Finale! Unbedingt lesen!

Die Lektion

Von: Das Echo vom Alpenrand Datum: 29. Mai 2017

Nach dem tragischen Tod ihrer kleinen Tochter, beschließt Lehrerin Moriguchi die Schule zu verlassen. Am Ende ihres letzten Schultags, nutzt sie die Gelegenheit auf ganzpersönliche Art und Weise Rache zu üben. Ohne konkrete Namen zu nennen, stellt sie in einer Ansprache an ihre Schüler, die Schuldigen an den Pranger und löst damit einen gefährlichen Mechanismus aus. Als das nächste Schuljahr beginnt, fällt die Klasse zunehmend auseinander. Sabotage und Mobbing nehmen überhand und es ist absehbar dass es nicht lange dauern wird bis die Situation eskaliert.

Fazit
Nach einem zähflüssigen Einstieg wird, durch die Wechsel der Erzählperspektiven, eine kontinuierlich steigende Spannung aufgebaut, die sich zu einem ungeahnten Psychodrama entwickelt das unter die Haut geht und einen noch lange beschäftigt.

Subtile Spannung durch "alternative Fakten" und Abgründe. Toll.

Von: Burgherr Datum: 21. Mai 2017

Da brauchte es fast zehn Jahre, einen Buchpreis, einen Film und eine englische Übersetzung, bis es ein lesenswerter Roman auch in deutschen Regale oder auf e-Reader schaffte. Grundsätzlich mag ich Romane japanischer Autoren, die Andersartigkeit des Lebens und Denkens in dem Land sind gute Voraussetzungen für herausfordernde oder zumindest andersartige Leseerlebnisse. Und darüber hinaus werde ich an meinen Besuch vor Ort vor einigen Jahren immer wieder gerne erinnert.

"Geständnisse" beginnt recht harmlos, kommt aber dann mit der Geschichte über den Tod der kleinen Tochter einer Lehrerin und der Tatsache, dass deren Mörder aus der Klasse der Lehrerin stammen recht flott zum Punkt. Unterrichtet wird der Leser darüber aus Perspektive der Lehrerin, welche diese ihrer Klasse erzählt. Als wäre das nicht schon genug, setzt die Lehrerin ihre Schüler auch noch darüber in Kenntnis, dass sie sie Bestrafung der Mörder selbst vorgenommen hat, indem sie die bereits konsumierte Milch der beiden Jungen mit dem Blut eines HIV-Infizierten vermischt hat. Und nun kommt die wirkliche Überraschung des Buchs: Die Kenntnis dieser Ausgangslage stellt für den Leser keinen Spoiler dar.

Die folgenden Kapitel knüpfen an diese Situation an und fügen durch geschickte Perspektivwechsel neue Tatsachen oder zumindest Interpretation hinzu. Im zweiten Kapitel berichtet eine Schülerin der Klasse in Form eines Briefs an die Lehrerin über die Vorkommnisse, die sich nach der Offenbarung in der Klasse abspielen. Im folgenden Kapitel kommt dann die Schwester eines der Mörder und dessen Mutter in Form von Tagebucheinträgen zu Wort. Später übernehmen die beiden Mörder selbst die Schilderung.

Zwei Muster zeichnen sich ab: Gegen Ende der Kapitel kommt jeweils noch ein "Hammer" und über den Roman wird alles immer noch einen Tick schlimmer. Selten fühlte ich mich so subtil an menschliche Abgründe herangeführt.

Die Japanerin Kanae Minato hat seit 2008 bereits 14 Romane veröffentlicht. "Geständnisse" war ihr Debüt und es macht mich sehr neugierig auf weitere ihrer Werke oder des Genres, welches in ihrer Heimat als "Iyamisu" bezeichnet wird und die dunkle Seite der Menschen als prägendes Element nutzt.

"Geständnisse" ist ein toller Thriller und absolut lesenswert.

Rezension: Geständnisse (Kanae Minato)

Von: Marcel (Aufziehvogel) Datum: 19. Mai 2017

Japan 2008

Geständnisse
Originaltitel: Kokuhaku
Autorin: Kanae Minato
Verlag: C. Bertelsmann
Übersetzung: Sabine Lohmann nach einer englischen Übersetzung von Stephen Snyder
Veröffentlichung: 27.03.2017 beim C. Bertelsmann Verlag
Genre: Gesellschaftsdrama, Mystery-Thriller (Iyamisu)



"Ich frage mich, was für ein Bild die Leute sich wohl von dieser Lunacy machen. Überlegt mal, würde eine schöne junge Frau sich freiwillig als unzurechnungsfähig bezeichnen? Wenn man von Gesetzes wegen keine Bilder von jugendlichen Mördern veröffentlichen darf, warum dann die Leute dazu verleiten, sich jemand Hübsches vorzustellen? Besser, man würde stattdessen ein fingiertes Bild von der Person unter die Leute bringen, ein Foto von einer bösartig grinsenden Verrückten. Warum denn nicht zeigen, was für eine Sorte Mensch so jemand ist? Wenn wir sie stattdessen in Watte packen und jede Menge Aufhebens um sie veranstalten, bestärken wir sie dann nicht noch in ihrem Narzissmus? Und werden sich dann nicht noch mehr törichte Kinder dazu angeregt fühlen, sie zu verehren? Und vor allem, wenn ein Kind ein derartiges Verbrechen begeht, obliegt es dann nicht den Erwachsenen, so diskret wie möglich damit umzugehen und dem Verbrecher die Schwere seines Vergehens unmissverständlich klar zu machen? Diese Lunacy wird ein paar Jahre in irgendeiner Erziehungsanstalt verbringen, vielleicht irgendeine Art von Abbitte verfassen, und dann zurück in die Gesellschaft entlassen werden, sehr wohl wissend, dass sie als Mörderin straffrei davongekommen ist."
(Geständnisse: Kanae Minato. Verlag: C. Bertlesmann. Übersetzung: Sabine Lohmann)



Die grundlegende Frage, die im Vorfeld geklärt werden muss: Wer hat sich denn nun verspätet? Die deutsche Übersetzung zu Kanae Minatos "Kokuhaku", oder meine Besprechung zur hier präsentierten Ausgabe? Nun, ich bin mal so bescheiden und markiere hier ein Unentschieden. Diese leicht sarkastische Bemerkung ist hier natürlich nicht an den Verlag gerichtet, sondern an die deutsche Leserschaft, die über die Jahre hinweg von "Autoren" wie Fitzek, Tsokos und Co. durch Krimis vom Fließband literarisch beschallt wurde. Ein Roman wie "Geständnisse" wird an vielen Lesern wohl vorbeirauschen, was überaus schade ist. Zum einen, weil es ein Verlust für jeden Fan spannender Literatur ist, zum anderen aber auch, weil die geringe Beachtung solcher Titel dafür sorgt, das die Verlage sich von der japanischen Literatur noch weiter distanzieren. Im Fall von Geständnisse, so scheint der C. Bertelsmann Verlag hier aber wohl doch einen Treffer gelandet zu haben. Der Roman kam bei sämtlichen Kritikern gut an und fand selbst eine besondere Erwähnung in der Sendung "Druckfrisch" von Literaturkritiker Denis Scheck.

Obwohl Leser meines Blogs meine ausufernden Abschnitte über den Inhalt eines Buches so langsam kennen dürften, so werde ich diesen Teil aber diesmal bewusst verkürzen. Einen Roman wie Geständnisse sollte man völlig unvoreingenommen angehen. Es reicht völlig aus, sich die kurze Inhaltsangabe auf der Rückseite des Schutzumschlages der deutschen Ausgabe durchzulesen. Meiden sollte man dafür die ausführliche Inhaltsangabe, die auf der Innenseite des Schutzumschlages zu finden ist, sobald man den Buchdeckel öffnet. Genau das dürfte auch die Intention der Autorin sein. Der Leser soll sich zurücklehnen, sich in Sicherheit wiegen und sich von der Autorin führen lassen. Bis zur ersten Offenbarung braucht Kanae Minato etwas über 20 Seiten, von da an nimmt die entspannte Unterrichtsstunde eine unerwartete Wendung und driftet förmlich in einen furchtbaren Alptraum ab.

Geständnisse hält sich nicht mit einem ausufernden Prolog auf, sondern führt direkt zum Kern der Geschichte. Anfangs wird der Leser noch sehr verdutzt sein. Die Eröffnung liest sich wie der Monolog einer Person, die am Rande des Wahnsinn ist und Selbstgespräche führt. Es gibt keine Wörtliche Rede oder andere, zigfach durchgekaute Stilmittel dieses Genres. Genau das macht die Eröffnung von Geständnisse so einzigartig. Schon auf den ersten Seiten wird der Leser mit Yuko Moriguchi konfrontiert, einer Lehrerin, die ihrer Klasse einen letzten Vortrag hält, weil sie anschließend ihren Beruf als Lehrkraft aufgeben wird. Schnell wird klar, dass Moriguchi hier keinen gewöhnlichen Vortrag hält. Man wird die Frau als altklug und unterkühlt ansehen, als eine Lehrerin, die ihre Schüler ihre gesamte Laufbahn eigentlich immer nur als Belastung ansah. Je weiter der Vortrag aber geht, umso mehr wird auch der Leser wissen, dass hier weder Moriguchi, noch aber die Schüler diese Geschichte unbeschadet überstehen werden.

Die Gesellschaftskritik in Geständnisse wird sehr schnell deutlich. Auch wenn hier sehr speziell typisch japanische Probleme (Schulsystem, Jugendstrafrecht etc.) im Mittelpunkt stehen, so sollten auch westliche Leser keine all zu großen Probleme haben, die hier geschilderte Gesellschaftskritik nachvollziehen zu können. Es sind auch, rund 9 Jahre nachdem der Roman in Japan erschienen ist, noch immer aktuelle Themen. Kanae Minato schreckt hier auch nicht zurück, Taten auf wahren Begebenheiten in ihre Geschichte mit einzuweben. Das prominenteste Beispiel sind hier wohl die bizarren Morde von Kobe aus dem Jahr 1997, wo ein damals 14 jähriger Schüler (in der Öffentlichkeit nur als "Junge A" bekannt) einer Junior High School zwei Grundschüler auf bestialische art und weise ermordet hat. Dieser Fall sorgte in Japan dafür, dass das Jugendstrafrecht im Jahr 2001 von 16 auf 14 gefallen ist und noch einige andere gesellschaftliche Revisionen mit sich führte (einige Jahre später erhielten auch Videospiele in Japan vorgeschriebene, strenge Altersfreigaben, die auch heute noch nicht gelockert sind).

Gerne wird Geständnisse mit "Gone Girl" von "Gillian Flynn" verglichen. So heißt es, Geständnisse sei die japanische Antwort auf Gone Girl. Nicht nur ist Gone Girl aber rund 4 Jahre später erschienen, auch thematisch haben beide Werke, ausgenommen einiger Parallelen rund um die drastischen Beschreibungen einiger Passagen sowie die vielen unerwarteten Wendungen, absolut nichts gemeinsam. Ich fand Gone Girl, zu meiner Überraschung, ziemlich gelungen und kann interessierten Lesern nur raten, beide Werke nicht miteinander zu vergleichen. Viel mehr schlägt Geständnisse eher in eine Kerbe wie Battle Royale. Mag der Vergleich anfangs kurios wirken, so werden die Gemeinsamkeiten im laufe der Geschichte deutlich.

Im Jahr 2010 verfilmte der japanische Regisseur Tetsuya Nakashima, geprägt von seinem Stil, äußerst erfolgreich den Roman von Kanae Minato. Ich muss sogar gestehen, die großartige Eröffnung von Geständnisse erzielt im Film durch die geniale Inszenierung eine sogar noch größere Wirkung. Man kann sagen, Nakashima ist dem Roman relativ treu gefolgt. So treu gefolgt, wie es bei über 100 Minuten Spielzeit möglich ist. Der Roman glänzt jedoch von großartig beschriebenen Charakteren und, ganz besonders, die Entwicklung der Charaktere. Etwas, was in einer Filmadaption meistens, wenn nicht sogar immer, den Kürzeren zieht. Der Roman erscheint in der Gesamtwertung logischer, runder und vollkommener. Dies darf aber in keinster weise die gelungene Adaption von Nakashima abwerten. Ich empfehle jedoch, da man nun endlich die Möglichkeit zur Auswahl hat, das Buch zu lesen bevor man den Film schaut.

Jetzt folgt noch ein kurzer Abschnitt, der mir dann doch sehr am Herzen lag. Die Übersetzung. In meiner Vorschau zu Geständnisse habe ich bereits im Vorfeld kritisiert, die hier vorliegende deutsche Übersetzung von Sabine Lohmann basiert auf einer englischen Übersetzung von Stephen Snyder des Mulholland Verlags. Gründe, wieso man sich hier gegen eine Übersetzung aus dem Japanischen entschieden hat, gibt es viele. Der Hauptgrund werden wohl die zusätzlichen Kosten gewesen sein. Dafür steht jedoch für eine Hardcover-Ausgabe ein attraktiver Preis von 16,99 Euro als Pro-Argument im Raum. Wichtig ist jedoch, ob die deutsche Übersetzung gut lesbar ist. Und genau dies ist hier der Fall. Die Übersetzung liest sich absolut flüssig, die Auswahl der Begriffe ist ebenfalls optimal gewählt. Als Referenz fehlt mir natürlich hier die japanische Ausgabe (die ich an sich nicht beurteilen könnte), aber auch die englische Ausgabe hielt ich noch nie in den Händen (wobei ich mir hier eine Leseprobe hätte zusenden lassen können, was ich aber, ebenfalls bewusst, nicht getan habe, um am Ende nicht voreingenommen zu wirken, wenn ich die deutsche Übersetzung lese). Auch wenn ich, und daran wird sich nichts ändern, immer eine Übersetzung aus der ursprünglichen Sprache vorziehe, an der Übersetzung von Sabine Lohmann gibt es nichts auszusetzen, dementsprechend sehe ich hier aktuell keinen Verlust in der gesamten Qualität der Übersetzung.




Resümee

Geständnisse gehört sicherlich mit zu den einflussreichsten japanischen Romane der vergangenen 10 Jahre. Nun kommen auch endlich deutsche Leser in den Genuss dieses starken Romans einer hierzulande unbekannten, jungen Autorin. Geständnisse war als Film schon bildgewaltig, aber auch die Romanvorlage muss sich hier absolut nicht verstecken. Bitterböse Gesellschaftskritik trifft Mystery-Thriller. Ein frisches, unverbrauchtes Gesamtpaket. Man sollte dieses Buch luftdicht versiegeln, damit uns diese Frische auch noch über Jahre erhalten bleibt, die sonst einmal mehr von der endlos langweiligen Monotonie der Massenware zurückgedrängt wird.

Schrei nach Liebe ?

Von: Elke Heid-Paulus Datum: 17. Mai 2017

In ihrem Heimatland wird die japanische Autorin Kanae Minato als „Queen of Iyamisu“ bezeichnet. Iyamisu ist ein Subgenre im Thriller-/Krimibereich, bei dem der Schwerpunkt auf die dunkle Seite der menschlichen Natur gelegt wird. 2008 veröffentlicht Minato ihren ersten Roman, der auf Anhieb die Bestsellerlisten stürmt, mit dem Japanese Bookseller Award ausgezeichnet und 2010 verfilmt wird. 2014 erscheint die englische Übersetzung, im Frühjahr 2017 die deutsche Ausgabe unter dem Titel „Geständnisse“.

Eine Vierjährige ertrinkt im Schwimmbad der Schule, nicht versehentlich. Zwei Schüler, gerade einmal dreizehn Jahre alt, sind dafür verantwortlich. Oder etwa doch nicht? Die Mutter des toten Kindes ist alleinerziehend und genau an dieser Schule als Lehrerin tätig. Sie kündigt kurz darauf ihre Anstellung und verabschiedet sich mit einer Abschiedsrede von ihren Schülern, an deren Ende sie diese mit einer schockierenden Aktion überrascht.

Vor diesem Hintergrund gewährt Kanae Minato ihren Lesern einen düsteren Einblick ins Innere einer Gesellschaft, die Kinder auf Erfolg trimmt und ihnen dabei die Emotionalität aberzieht. Die Autorin nimmt dafür verschiedene Erzählperspektiven zu Hilfe, wobei sie die jeweiligen Personen nicht nur ihre individuelle Sichtweise der Ereignisse schildern lässt, sondern darüber hinaus mit jeder neuen Stimme das Mosaik ergänz und das Geschehene präzisiert.

Da ist zum einen die Mutter, die nur noch an Rache und Vergeltung denken kann. Aber auch die beiden Teenager, kaltblütig, tickende Zeitbomben, isoliert, gemobbt, gebrochen. Geopfert auf dem Altar der japanischen Leistungsgesellschaft. Ausgeliefert und alleingelassen, Aggressionen gegen sich und ihre Umwelt schiebend. Skrupellos und gewalttätig, bis hin zum Massenmord.

Minato bleibt in ihren Beschreibungen völlig sachlich und kühl und schafft damit eine kalkuliert Intensität, wenn sie dem Leser Einblick in die Seelen der Täter und Opfer gewährt. Diese emotionale Wüste, die Eiseskälte der Protagonisten wirkt auch deshalb so verstörend, weil sie mit unserer Moral und unseren Werten nicht vereinbar ist.

„Geständnisse“ ist ein Thriller, der dem Leser interessante Einblicke in eine fremde Kultur gewährt. Lesen!

Ein düsteres Psychodrama um Schuld und Sühne von ungeheurer Sogkraft. Ein grandioser Roman!

Von: Claudia Bett Datum: 12. Mai 2017

Als ich "Geständnisse" von Kanae Minato in der Verlagsvorschau entdeckte, wusste ich nicht, dass das Buch bereits 2010 verfilmt wurde und 2011 auch in den deutschen Kinos lief. An mir ist dieser Film jedenfalls vollkommen vorbeigegangen, aber da ich ohnehin immer erst das Buch lesen möchte, bevor ich mir die Verfilmung anschaue und die deutsche Übersetzung der Buchvorlage erst im März 2017 erschien, war ich ganz froh, diesen Roman nun völlig unvoreingenommen entdecken zu können.
Mich hat "Geständnisse" von Kanae Minato vollkommen überrascht, denn was auf dem Klappentext zunächst nach einem recht gewöhnlichen Roman mit Thrillerelementen und einer nicht gerade besonders neuen Grundidee klang, entpuppte sich als ein außergewöhnlich düsteres, tiefgründiges und verstörendes Psycho- und Sozialdrama und war in jeder Hinsicht nicht nur anders, sondern vor allem viel besser, als ich es erwartet hätte.
Die Erzählung beginnt mit der Rede, die Moriguchi am letzten Schultag vor den Ferien vor ihrer Klasse hält. In ihrer Abschiedsrede verkündet sie, dass sie nach dem Tod ihres Kindes nun beschlossen hat, die Schule zu verlassen und dem Lehrerberuf den Rücken zu kehren, erläutert aber auch, warum sie überhaupt Lehrerin geworden ist. Erst am Ende ihrer Ansprache beschuldigt sie zwei Schüler ihrer Klasse, ihre kleine Tochter ermordet zu haben. Obwohl sie keine Namen nennt, wissen die beiden Betroffenen und auch deren Mitschüler sofort, wen Moriguchi für den Tod ihres Kindes verantwortlich macht. Schockiert stellt sie fest, wie gelassen und ungerührt die beiden Täter ihren Worten folgen. Doch das ändert sich, als sie die Bombe platzen lässt und ganz sachlich und unverblümt ihren genauen Racheplan offenbart. Sie glaubt nicht an eine angemessene Bestrafung vonseiten der Justiz, aber es geht ihr ohnehin nicht um Gerechtigkeit, sondern um Rache, Vergeltung, echte Reue und Erkenntnis der Schuld. Bereits die ersten Seiten sind äußerst verstörend, denn Moriguchi ist bei ihrer Ansprache völlig emotionslos, kühl und nüchtern. Ihre Rache ist erbarmungslos, abgrundtief böse, aber auch eine Art Lehrstück, das jedoch nicht nur darauf abzielt, die Mörder ihrer Tochter zur Besinnung zu bringen und ihre Tat zu bereuen, sondern die beiden Jugendlichen systematisch zu zerstören und zu vernichten – psychisch und auch sozial. Trotz der Nüchternheit und Kälte, die in Moriguchis Worten mitschwingen und trotz der Gnadenlosigkeit, mit der sie ihren Rachefeldzug führt, hat mich ihre Ansprache tief berührt. Ich konnte erschreckend gut nachvollziehen, was sie empfindet und warum sie auf diese Weise Vergeltung üben will.
Somit werden also bereits im ersten Kapitel Tat, Täter und auch Moriguchis Rachepläne enthüllt. Man könnte also meinen, dass die Geschichte nun vollständig erzählt ist, da alles Wichtige schon erwähnt wurde, aber die Hintergründe der Tat, die Motivation der Mörder sowie die Folgen, die Moriguchis spezielle Rachepädagogik nach sich zieht, offenbaren sich erst im weiteren Verlauf der Erzählung und werden nun aus verschiedenen Perspektiven geschildert.
In den folgenden Kapiteln kommen weitere Beteiligte zu Wort – eine Mitschülerin, eine Mutter sowie die Schwester eines Täters und auch die beiden Mörder selbst. Mit jedem Perspektivwechsel kommen neue Details an die Oberfläche und ergeben sich neue Blickwinkel auf die Tat und auch auf die Auswirkungen von Moriguchis Rache. Dies führt natürlich zu Wiederholungen, denn dieselben Geschehnisse werden dabei immer wieder aufs Neue, aber eben aus einer anderen Perspektive erzählt. Dennoch ist der Roman niemals langweilig, denn gerade die unterschiedlichen Sichtweisen auf die Ereignisse und ihre Hintergründe machen den eigentlichen Reiz dieser Erzählung aus. Mit jeder weiteren Erzählperspektive und mit jeder neuen Version der Geschichte verschwimmen auch die Grenzen zwischen Täter und Opfer immer mehr, denn obwohl die Tat der beiden jugendlichen Mörder verabscheuungswürdig bleibt und durch nichts gerechtfertigt wird, sind auch sie Opfer. Sie sind nicht nur Opfer von Moriguchis Rache, die sie zunehmend vernichtet, sondern vor allem Opfer einer außerordentlich leistungsorientierten Gesellschaft. Dennoch war es mir nicht möglich, Mitleid für die beiden Jugendlichen zu empfinden, denn für ihr Verhalten und ihr abscheuliches Verbrechen gibt es keine Entschuldigung, höchstens eine Erklärung.
Die Autorin gewährt in "Geständnisse" sehr tiefe Einblicke in das japanische Schulsystem und die japanische Leistungsgesellschaft, in der das Streben nach Erfolg und ein geradezu übermächtiger Druck, stets der Beste sein zu müssen, recht bizarre Formen annehmen und zu Vereinsamung, Narzissmus, Aggressionen, psychischen Störungen und zerrütteten Familiengefügen führt. So beschreibt Kanae Minato in ihrem Roman auch sehr präzise das Phänomen des „Hikikomori“. Bei diesem Begriff handelt es sich um den japanischen Fachausdruck für eine besondere Form der Sozialphobie. Er bezieht sich auf Personen, überwiegend auf Jugendliche, die sich vollkommen von der Gesellschaft zurückziehen, das Haus ihrer Eltern nicht mehr verlassen und aus Angst, sich immer mit anderen messen zu müssen, dabei zu versagen und dem Druck nicht gewachsen zu sein, keine sozialen Kontakte pflegen und sich vollständig isolieren.
Die Einblicke in diese, für mich bislang vollkommen fremde Kultur haben mich überaus fasziniert und auch sehr nachdenklich gestimmt. Sicherlich ist vieles, was in diesem Roman thematisiert wird, dem japanischen Schulsystem und der extrem leistungs- und fortschrittsorientierten japanischen Gesellschaft geschuldet, aber ich würde trotzdem nicht so weit gehen, zu behaupten, dass die angesprochenen Probleme nur in Japan und nicht auch bei uns zu finden sind. Das Hauen und Stechen an Schulen, Hochschulen und auch im Beruf, Mobbingattacken, mit denen die Konkurrenz ausgeschaltet werden soll, der enorme Leistungsdruck angesichts stetig wachsender Anforderungen und die teilweise geradezu krankhafte Sucht nach Anerkennung und Erfolg sind auch in unserer Gesellschaft tagtäglich zu sehen und nehmen mitunter beängstigende Ausmaße an.
Mich hat dieser Roman sehr erschüttert und tief bewegt. Neben dem raffinierten Spiel mit unterschiedlichen Perspektiven und den faszinierenden Einsichten in die japanische Gesellschaft, hat mich vor allem auch der nüchterne, lakonische Erzählstil der Autorin begeistert, denn gerade dadurch gewinnt das Erzählte eine ungeheure Intensität. Völlig frei von Sentimentalität und ohne effekthascherische und reißerische Töne, gewährt Kanae Minato Einblicke in die tiefsten und bösesten Abgründe der menschlichen Seele.
"Geständnisse" ist ein äußerst düsterer Roman, der wenig Optimistisches aufweist und auch mit keinem versöhnlichen Ende aufwarten kann. Auf die melancholisch-deprimierende Grundstimmung muss man sich ebenso einlassen können wie auf die fremde Kultur. Mich hat "Geständnisse" von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und vollkommen in seinen Bann gezogen. Zweifellos hat dieses großartige Buch jetzt schon die besten Aussichten, eines meiner Jahreshighlights zu werden. Ein grandioser Roman um Schuld und Sühne, Rache und Vergeltung von ungeheurer Sogkraft!

Die Lektion

Von: LeseBlick Datum: 11. Mai 2017

An dieses Buch ging ich sehr unvorbereitet heran. Der Klappentext und auch das Cover machten mich unheimlich neugierig auf diese Geschichte, welche ja bereits unter den Titel „Confessions“ verfilmt wurde. Den Trailer zum Film habe ich euch oben verlinkt. Des Weiteren ist es meiner Meinung nach mein allererstes Buch einer japanischen Autorin.

Während des Lesens des ersten Kapitels schoss ich mich darauf ein, dass das Buch lediglich aus der Sicht der Lehrerin erzählt wird, welche im Klassenzimmer vor ihrer Klasse steht und über den Mord an ihrer kleinen Tochter, sowie über die Täter spricht.
Ab Kapitel 2 wurde mir allerdings klar, dass die Autorin bei jedem folgenden Kapitel einen Perspektivwechsel vorsah. Dieser Aufbau über die 6 Kapitel hinweg hat mir super gefallen. Man konnte die Tat dadurch zum Beispiel auch aus der Sicht der Täter, anderer Klassenkameraden oder Familienmitgliedern betrachten.

Ein weiterer Punkt, der mit positiv beim Lesen aufgefallen ist, dass die Autorin eine sehr direkte Sprache verwendet hat. Hier wurde nicht viel um den heißen Brei herumgeredet, sondern die Fakten auf den Tisch gelegt und angesprochen. Dies hat die Dramatik des Buches deutlich angehoben.

Die einzelnen Figuren mit ihrer ganz eigenen Persönlichkeit wurden kurz und knackig, aber auf den Punkt charakterisiert. Für mich der interessanteste Charakter war hier eindeutig die Mutter Lehrerin Moriguchi. Ihr Leid, ihre Akzeptanz und ihr Plan, den Schülern eine ordentliche Lektion zu erteilen, überraschten und schockierten mich gleichermaßen.
Das Ende, welches ich einfach nur bombastisch fand, ist zum Teil auch ihrer Person zu verdanken.
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Einzig die Kapitel aus der Sicht der beiden Täter verstimmten mich etwas. Für meinen Geschmack ähnelten sie zu sehr den Ausführungen der Lehrerin. Zu viele Wiederholungen und nur wenig neue Erkenntnisse und Aspekte hinsichtlich ihres Handelns.

Mein Fazit
Meiner Meinung nach ist es ein Buch, welches den Leser schockiert, aber berührt zurücklässt. Eine schreckliche Tat, aber auch eine grausame Lektion.
Die japanische Autorin spricht hier ein sehr interessantes Thema an und kann den Leser an die 272 Seiten fesseln.
Fest steht ebenso, dass ich mich nun nach dem Lesen auf die Verfilmung freue und bin gespannt, wie die geschriebenen Wörter umgesetzt wurden.

Ganz großes Kino!

Von: Happy Booktime Datum: 07. Mai 2017

Als ich den Klappentext gelesen habe, stand für mich fest das ich dieses Buch unbedingt lesen will. Es klingt so spannend und mitreißend, eine Lehrerin, die durch einen vermeintlichen Unfall ihr Kind verliert und sich an ihren Schülern rächen will. Das verspricht entweder richtig packend zu werden oder ein totaler Reinfall. Ich entschied mich mit hohen Erwartungen in die Geschichte einzusteigen.

Dieses Buch ist wie ein Puzzle aufgebaut. In sechs Kapiteln erfährt der Leser aus sechs unterschiedlichen Perspektiven was passiert ist und jede Sichtweise bringt neue Informationen mit sich. Laufend werden neue Geständnisse eingebaut, die zum Teil sehr erschütternd sind und die Wahrheit, die bis dahin zu existieren schien gerät aus den Fugen.

Moriguchi´s Leben wird beleuchtet und man verfällt beim Lesen in immer größere Spannungshaltung, die auch bis zum Schluss nicht abreißt. Man ist gefangen zwischen Schuld und Unschuld, Gut und Böse und macht mit den ganzen Gefühlen, die dieses Buch aufwirft eine erschreckend tiefgründige Reise mit.

Geständnisse ist kein Lesestoff für „zwischendurch“ oder als lockeres Buch für einen ruhigen Abend geeignet, es ist viel mehr aufwühlend und trotz der „nur“ 272 Seiten eine ganz große Geschichte, die durch die Gefühle, die beim Lesen entstehen getragen wird.

Ein Buch, das ich wirklich jedem, der sich durch den Klappentext angesprochen fühlt uneingeschränkt empfehlen kann.

Fazit
Geständnisse schockiert, wühlt auf und verstört , es ist komplex und dennoch enorm unterhaltend und nimmt seine Leser auf eine Gefühlsachterbahn mit, die sich ihren Weg zwischen Gut und Böse sucht. Ganz großes Kino!

Geständnisse

Von: Julias Wunderland Datum: 04. Mai 2017

Dieses wundervolle Buch habe ich dank der Rezension von Charline entdeckt. Sie hat mich mit ihrer begeisterten Rezension sofort neugierig gemacht und ich wollte das Buch unbedingt lesen. Ausserdem schaue ich gerne Animes und bin deshalb auch ein grosser Japan Fan. Die kulturellen Unterschiede sind wirklich enorm und gerade deshalb wollte ich dieses Buch der japanischen Autorin Kanae Minato gerne lesen.

Zur Story
Die Geschichte beginnt mit einem Monolog der Lehrerin Yuko Moriguchi. Ich bin ein grosser Fan von Monologen, aber hier erschwerte es den Einstieg in die Geschichte. So musste ich doch ein paar Seiten warten, bis der versprochene Sog einsetzte. Da Moriguchi direkt zu ihren Schülern spricht, lockert sich der Monolog allmählich etwas auf, da sie scheinbar auf Fragen ihrer Schüler antwortet oder auf ihre Reaktionen eingeht. Ausserdem ist ihre Art, Schritt für Schritt die Ereignisse zu erzählen, ihre Vermutungen zu erläutern und ihre Gedankengänge nachzuvollziehen dann doch sehr packend und ich wollte immer mehr lesen.
Die Lehrerin Moriguchi blieb mir von den vielen Charakteren am besten in Erinnerung. Denn sie ist es, die die Handlung erst in Gang setzt. Auf ihr Geständniss folgt eine Kettenreaktion, die ich so nie erwartet hätte. Ich wusste zwar bereits aus Charlines Rezension, dass es einige Wendungen geben würde, aber die Art und Weise der Wendungen fand ich sehr faszinierend und überraschend. Die ein oder andere Überraschung wirkte dann aber doch etwas gewollt und ins Szene gesetzt, aber man wollte trotzdem weiter lesen und mehr erfahren, wie es dazu kommen konnte.

Da das Buch aus verschiedenen Sichtweisen geschrieben ist, erfährt man sehr viel über bestimmte Charaktere. Das gefiel mir ganz besonders im Buch. Statt einfach nur abzustempeln und Leute „böse“ zu nennen, erhält man einen tiefen Einblick in deren Psyche und wieso sie sich so verhalten. Der Umgang mit Rache, Stolz und purer Verrücktheit wird so sehr gut beleuchtet. Kanae Minato hat hier wirklich sehr gute Arbeit geleistet, da jedes Wort glaubwürdig erscheint.
Allerdings habe ich auch etwas zu bemängeln. Durch die vielen Sichtwechseln und der Monolog zu Beginn des Buches gibt es sehr wenige Dialoge. In der zweiten Hälfte des Buches nehmen diese zwar zu, aber ich hätte mir gerade zu Beginn des Buches mehr direkte Gespräche gewünscht. So wäre der Einstieg bestimmt leichter gefallen.
Fazit

Wer sich für Japan interessiert sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen. Das Setting war absolut glaubwürdig, da die Namen auf japanisch übernommen wurden und man die kulturellen Unterschiede herauslesen kann. Die versprochene Sogwirkung tritt nach einem etwas schwierigem Einstieg ein, aber hat man diese paar Seiten hinter sich, geht es richtig los! Eine Wendung jagt die nächste und es nimmt zusehends an Spannung auf. Durch die verschiedenen Erzählstränge erfährt man viel über der Charaktere und so wird es noch intensiver. Von mir gibt es deutlich eine Lesempfehlung.

xo Julia

Pflichtlektüre für Liebhaber jap. Literatur

Von: Kaisu Datum: 03. Mai 2017

„Warum habe ich also beschlossen zu kündigen?
Weil Manamis Tod kein Unfall war. Sie wurde ermordet, und zwar von Schülern aus dieser Klasse.“ (S.28)

Alles beginnt recht harmlos. Als Yuko Moriguchi, eine Lehrerin, ihrer Klasse mitteilt, dass sie gehen wird und ihre Schüler einen neuen Klassenlehrer bekommen werden. Doch schnell werden die Umstände klar und normal ist ab diesem Moment nichts mehr. Denn die Tochter von Moriguchi ist vor kurzem im Schul-Schimmbecken ertrunken und sie glaubt nicht an einen Unfall. Sie is der festen Überzeugung, dass es Mord war und zwei Schüler ihrer Klasse daran schuld sind.

Ob das berechtigt ist, weiß man natürlich nicht und statt sich sofort auf eine Seite zu schlagen. Pendelt man unschlüssig zwischen den Schülern der siebten Klasse und der trauernden Lehrerin hin und her. Vor allem, wenn man das Geständnis hört, will man die jungen Menschen schütteln und in Sicherheit bringen. Erfährt man dann aber mehr Details über das „Warum“ steht man voll hinter Moriguchi.

„Nicht zu fassen, dass sie nicht begreifen, wie großartig das hier ist. Dann zeige ich es eben jemand anderem, der es mehr zu schätzen weiß.“ (S.43)

Genau genommen hat sie einen üblen Stein ins Rollen gebracht, der sich nicht mehr aufhalten lässt. Man erfährt auf den nächsten Seiten wie ihre Bekanntgabe die Schüler – egal ob schuldig oder unschuldig – beeinflusst. Wie sie sich selbstkritisch hinterfragen, wie sie frustriert alles zerstören wollen oder gar in einer stummen Seifenblase verschwinden. Aber egal wie gut man sich abschottet, das Böse keimt in jedem heran oder steht sogar bereits in voller Blüte.

Wie man oben an dem Eingangszitat merkt, ist das Buch komplett aus der Ich-Perspektive geschrieben. Allerdings redet nicht nur die Lehrerin. Auch Schüler und das Umfeld kommt zu Wort. Wer genau, wird an dieser Stelle nicht verraten, da es dem Spannungsaufbau und der Aufklärung dient. Es ist von Kanae Minato jedoch sehr geschickt umgesetzt, da man so zweifeln, grübeln, vermuten und erahnen kann. Bis letztlich die Lösung komplett auf dem Tisch liegt.

„Vielleicht war das damals so, als er jung war, aber heute ist es anders. Keiner hat mehr richtige „Freunde“. – ich weiß gar nicht genau, was das überhaupt bedeutet.“ (S.186)

Ich kannte vor dem Buch bereits die Verfilmung „Confessions“ und halte mich daher zum Thema Spannung in der Kritik hier recht zurück. Schließlich kannte ich die Schlüsselmomente bereits und wurde nicht überrascht. Weiß aber noch, dass ich bei jeder neuen Erkenntnis erstmal schlucken musste. Vor allem wenn man begreift, was eine einzelne Aussage bezwecken kann.

Letztlich werden einige an der direkten Anrede zu knabbern haben. Selbst für mich war es im ersten Moment ungewohnt, dass das Buch wirklich SO anfängt wie seine Verfilmung (an Lob an den Regisseur). Man arrangiert sich jedoch damit und ist sofort mitten in der Materie drin. Auch wer seine Problemchen mit asiatischer Literatur hat, sollte zunächst in die Leseprobe reinschnuppern und danach zugreifen.

Alles in allem hab ich das Büchlein sehr gerne gelesen und kann definitiv einen Lesetipp aussprechen! Wenn man es zuschlägt und darüber nachdenkt wird einem erst einmal bewusst, wie viele zerstörte Seelen hier zu Wort kommen. Was es heißt beachtet und missachtet zu werden und was passiert wenn eine Behauptung in den Raum gestellt wird, die viele einfach hinnehmen und nur wenige sie hinterfragen.

Packendes Setting

Von: Michael Lehmann-Pape Datum: 02. Mai 2017

Von der ersten Seite an zieht der Roman den Leser zunächst durch die klare Sprache umgehend in einen Sog der Ereignisse hinein, ein Sog, der sich steigert, wenn Yoku Moriguchi, Lehrerin, vor ihrer Klasse in scheinbar kühlem, ungerührten Ton zwei Mörder identifiziert.

Mörder ihrer Tochter.

Wobei, so ganz klar kann man das letztlich auch nicht sagen, denn einer wollte, vollzog aber nicht und einer wollte nicht, tat es aber dann.

Was an sich bereits eine interessante Konstellation im Gesamten ergibt, die dem Leser ein um das andere Mal fast Schauern über den Rücken fahren lässt, wenn er sich mehr und mehr, gezogen durch die Worte des Romans, in die Geschehnisse rund um diesen Todesfall an einem kleinen Mädchen hereinziehen lässt.

Denn nichts weniger als eine Bestandsaufnahme der modernen Kultur Japans ist es, was Minato letztendlich anhand des konkreten Tötungsdeliktes dem Leser vor Augen führt. Wie in Japan jugendliche Ticken, wie auf der einen Seite Kühle ihnen gegenüber herrscht, auf der anderen Seite andere mit blinder Liebe um jeden Preis geschützt werden sollen.

Inklusive Anfragen an die Lehrerin, die Mutter, vielleicht nicht genug aufgepasst zu haben. Und andererseits der lange Zeit offenen Frage, ob denn die Lehrerin nun ernsthaft und subtil ihre Rache einleitet oder mit aller Gefasstheit über den Dingen steht. Denn strafrechtlich dürfte es schwierig werden, Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen.

Das darüber hinaus eine „Exekutionsmaschine“ (in abgespeckter Form) Preise gewinnen kann, dass die Frage von Recht und Unrecht nach hinten durchgereicht wird und Erfolg oder nicht-Erfolg der einzige Maßstab zu sein scheint für manche der Jugendlichen und Erwachsenen im Roman, dass zudem, auch bei der konkreten Tat, verletzte Eitelkeiten eine fast stärkere Rolle zu spielen scheinen als eine persönliche Verderbtheit (und dies im Übrigen auch lange Zeit nach der Tat noch vorrangig zu sein scheint), all das ergibt eine Atmosphäre, die den Leser hin- und herwirft zwischen Verstehen und Ablehnen, zwischen dem Erschrecken vor einer solchen inneren Haltung, in der sich eine ganze Gesellschaft widerzuspiegeln scheint und dem durchaus auch vorhandenen Mitführen mit manchen Eltern im Buch.

Das zudem noch die im Vordergrund stattfindenden Ereignisse an sich eine hohe Spannung beinhalten und persönliche Schicksale so nahegebracht werden, dass sie „unter die Haut“ gehen, rundet den hervorragenden Gesamteindruck dieses Romans nur noch mehr ab.

Sowohl „der Fall“, als auch das Setting und darüber hinaus die tieferreichenden Reflexionen über die Richtung, welche die moderne Welt (nicht nur in Japan) nimmt, was das Zwischenmenschliche, was den Wert des Lebens, die Sucht nach Anerkennung und das zunehmende Anti-Soziale angeht werden dabei von Minato sprachlich bestens vor Augen geführt.

Angefangen schon bei den nächtlichen Mails (scheinbar) verzweifelter Schüler über pragmatische Berufswahlen, die gewisse Erwartungen von Beginn an entzaubern und bei „Exekutionsmaschinen“ noch lange nicht endend.

Da, wo sich im Land ein 13jäähriges „braves Schulmädchen“ in eine „geistig umnachtetet Mondgöttin“ verwandeln kann (oder beides ist). Wo eigentlich ernstzunehmende Warnzeichen in den social media ignoriert, teilweise bewundert, allgemein nicht ernst genug genommen wurden, wo in der „pädagogischen Erziehung“ Drill herrscht, der leicht als ungerecht empfunden werden kann. Von denen, die „nur laufen“, statt auch mal „den Schläger in die Hand zu bekommen“.

Eine hervorragende Lektüre voll ernüchternder Erkenntnisse über die Gegenwart und Richtung „neuer“, vielfach eher destruktiver Werte. Und ein Monument der (vermeintlichen?) Rache (was die Milch angeht, die alle in der Klasse trinken), das den Leser so schnell nicht wieder loslässt.

Rache wird am besten eiskalt serviert

Von: Nelly Datum: 27. April 2017

Kennt ihr das, wenn ein Buch schneller bei euch landet, als ihr darüber nachdenken könnt? So ähnlich ging es mir mit Geständnisse. Ich hab es im Bloggerportal gesehen, das Cover sofort geliebt und der Klappentext war ganz vielversprechend. Als es dann vor mir lag, hat es mich dann aber irgendwie nicht angemacht. Aber „Augen zu und durch“ war die Devise. Was dann kam, damit hatte ich nicht gerechnet.

Der Inhalt

Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner – weder Kind noch Erwachsener – ungeschoren davonkommt.

Mit immenser Sogwirkung und einem unbestechlichen Blick auf die menschlichen Abgründe erzählt die ehemalige Lehrerin Kanae Minato eine faszinierend-verstörende Geschichte voller unerwarteter Wendungen. Ein packender Roman, dessen Stimmen den Leser noch lange begleiten.
[ Quelle: C.Bertelsmann ]

Meine Meinung

Moriguchi ist Lehrerin einer siebten Klasse. Am letzten Tag des Schuljahres eröffnet sie den Kindern, dass sie im darauffolgenden Jahr nicht mehr an der Schule sein wird. Das hat damit zu tun, dass ihre vierjährige Tochter Manami erst vor einigen Wochen im Schulschwimmbecken ertrunken ist. Aber sie hängt ihren Job nicht wegen der erdrückenden Trauer, die sie unzweifelhaft begleitet, an den Nagel. Es ist Rache, die sie antreibt. Denn Moriguchi weiß, dass ihre Tochter nicht durch einen Unfall gestorben ist, sondern ermordet wurde. Und sie weiß auch: es waren zwei ihrer 13-jährigen Schüler, die sie umgebracht haben. Und da sie nicht an das herrschende Jugendstrafrecht glaubt, hat Moriguchi ihren ganz eigenen Plan ausgeheckt.

Moriguchi verschwindet dann erst einmal von der Bilfläche und durch ihr Rache setzt sie eine Kette von Ereignissen in Gang, die sich nicht mehr aufhalten lassen.

Das Buch beginnt mit einer Ansprache der Lehrerin, die sich über das komplette erste Kapitel zieht. Sie spricht dabei auch direkt einige Schüler an, die direkt vor ihr sitzen. Das fand ich im ersten Moment etwas gewöhnungsbedürftig. Die ersten 10-15 Seiten war ich mir sicher, dass dieses Buch mich nicht begeistern können wird. Doch dann beginnt Miroguchi zu erzählen… vom Tod ihrer Tochter, von ihren Gedanken und Gefühlen, von ihren Zweifeln daran, dass die Täter ihrer gerechten Strafe zugeführt wird, auch davon, warum sie dieser Ansicht ist. Die Story wickelt einen schneller um den Finger als man schauen kann.

Und plötzlich kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Es ist so unfassbar böse und erschütternd. Und das, obwohl mich an manchen Stellen eine kleine Stimme gestört hat, die mir einzuflüstern versucht hat, dass es doch vielleicht ein wenig unrealistisch ist. Aber hey! Zum einen lese ich hier ja keinen Erfahrungsbericht, sondern einen Roman und zum anderen: manchmal ist die Welt tatsächlich so krotesk, wie Kanae Minato es hier darstellt.

Da ich noch nie ein Buch eines japanischen Autors gelesen habe (zumindest könnte ich mich jetzt daran nicht erinnern), war ich anfangs skeptisch, ob das mit Minato und mir was wird. Und man merkt die doch abweichende Mentalität und Kultur an manchen Stellen. Aber das Setting passte einfach grandios zur Geschichte. Gerade weil die Schule in Japan ja wirklich nochmal einen ganz anderen Stellenwert hat als das bei uns der Fall ist.

Das Buch ist in sechs Kapitel unterteilt, wobei sich jedes Kapitel grob um das gleiche Thema dreht. Doch in jedem Kapitel wechselt die Erzählperspektive und es kommt immer „etwas“ dazu. Man erfährt immer etwas mehr über die ganze Geschichte und vor allem bekommt man das Geschehene auch aus unterschiedlichen Sichten erzählt. Das führt dazu, dass man nichts als wahr hinnimmt, bis man es auch von der Person erzählt bekommt, die tatsächlich dabei war. Das machte das Ganze richtig prickelnd spannend.

Schließlich überraschte mich die Autorin mit einem recht ungewöhnlichen Spannungsbogen. Zu Ende des ersten Kapitels schießt die Geschichte direkt einmal durch die Decke. Ich hatte das erste Mal seit langem wieder diesen „Atemlos-Effekt“, den man kennt, wenn etwas in einem Buch vorkommt, das einen total umhaut. Dann schlägt die Geschichte allerdings ein etwas ruhigeres Tempo an und zieht zum Schluss hin wieder an. Durch diesen „Paukenschlag“ zu Beginn ist man als Leser aber hellwach und mittendrin. Es war einfach genial!

Mein Fazit

Ohne große Erwartungen, sogar etwas skeptisch, habe ich das Buch aufgeschlagen und es hat mich total eingefangen. Die Geschichte kannte ich so noch nicht. Und das ist ja zwischenzeitlich oft das Problem im Thrillerbereich. Man liest das Buch und denkt sich: die Idee hat Autor XY auch schon gehabt. Aber hier gibt es wirklich einmal etwas Neues zu entdecken. Hinzu kommt, dass Minatos Schreibstil ein ganz außergewöhnlicher ist, der mir persönlich zugesagt hat. Die Spannung war an genau den richtigen Stellen da. Alles in allem ein richtig, richtig gutes Buch!

© Nellys Leseecke - Lesen bedeutet durch fremde Hand träumen

Verstörend, gefühlvoll und psychologisch komplex ausgearbeitet.

Von: Sandrina Datum: 27. April 2017

Als ich diese Kurzbeschreibung las, wusste ich, dieses Buch muss ich lesen. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Zuerst nahm Moriguchi an, ihre Tochter sei bei einem Unfall ums Leben gekommen, aber ein paar Wochen später, am letzten Schultag, erklärt sie ihrer Klasse, zwei der Schüler hätten ihre Tochter ermordet und sie rächt sich fürchterlich an ihnen. Aber damit ist die Geschichte nicht zu Ende, denn fortan sind die Jungs Ausgestoßene in ihrer Klasse und das Unglück nimmt seinen Lauf.

Wow, einfach nur Wow, das waren meine Gedanken, als ich das Buch beendete. Die Geschichte ist so komplex, psychologisch so gut ausgearbeitet und lässt einen sprachlos und nachdenklich zurück. Wir beginnen mit der Perspektive der Lehrerin und arbeiten uns zum Schluss durch 4 oder 5 weitere Perspektiven durch. Dadurch wiederholt sich die Handlung zwischenzeitlich, jedoch nur kurz und wir erfahren stattdessen viel über die Zeit nach den Ferien. Und glaubt mir, es wird zu keiner Zeit langweilig.

Das Buch wurde vom Japanischen ins Englische und vom Englischen ins Deutsche übersetzt. Dadurch kann ich nicht so viel zum eigentlichen Schreibstil der Autorin sagen. Mir kam es anfangs ein wenig hölzern vor, das ändert sich aber im Laufe der Geschichte und man kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Ganz klar ist aber zu sagen, so ein verstörend gutes Buch habe ich schon lange nicht mehr lesen. Wahnsinn, wie sich die Autorin in die einzelnen Personen hineinversetzen und deren Geschichte niederschreiben konnte. Als Leser erkennt man die einzelnen Facetten der Charaktere oft erst, wenn sie selbst zu Wort kommen und schocken uns damit erst richtig.

Fazit: Verstörend, gefühlvoll und psychologisch komplex ausgearbeitet.

Am Beispiel eines Mordes werden die Themen Wahrheit, Wahrhaftigkeit und das falsche Eindenken in andere Personen verhandelt.

Von: Nomas Literaturblog Datum: 22. April 2017

Selten passte ein Buchtitel so gut, denn nach und nach legen verschiedene Personen, vor allem zwei Schüler und eine Lehrerin, Zeugnis ab, wie der Mord zustande kam und was ihm folgte.

Dabei lernt man die verschiedenen Perspektiven und ihre Fehldeutungen gut kennen. Tatsachen, welche für den einen feststehen, werden durch den anderen erschüttert. Letztendlich hat keiner die Motive, die der andere ihm zuschreibt. Unwillkürlich fragt man sich als Leser, ob es einem nicht oft auch so geht, dass man jemanden Handlungen zuschreibt, die eigentlich ganz anders waren.

Man muss sich beim Lesen auf die kulturellen Unterschiede einlassen können, immer ist es mir sicherlich nicht gelungen, da die Familien etwas anders funktionieren und auch das Schulsystem ein anderes ist.

Fazit

Am Beispiel eines Mordes werden die Themen Wahrheit, Wahrhaftigkeit und das falsche Eindenken in andere Personen verhandelt. Ein Krimi ist das Buch keinesfalls, es beschäftigt sich mehr mit der Geschichte des Mordes und seinen Nachwirkungen.

Eine Spirale des Bösen

Von: De Datum: 22. April 2017

Die Tochter von Moriguchi ertrinkt im Schwimmbecken der Schule, an der Moriguchi unterrichtet. Was zunächst wie ein tragischer Unfall aussieht, entpuppt sich als Mord. Und die trauernde Lehrerin weiß auch, wer es war. Doch statt die Polizei einzuschalten, reißt die Mutter ihre Klasse mit einem Geständnis in ein schwarzes Loch aus Rache, Schuld und Sühne.

"Geständnisse" von Kanae Minato war mein erster Roman der Autorin und lässt mich eher enttäuscht denn begeistert zurück. Der Klappentext klang sehr vielversprechend, jedoch konnte Minato meine hohe Erwartung nicht erfüllen.

Die Geschichte wird kapitelweise von einer anderen Person aus der Ich-Perspektive erzählt. So erfährt man nicht nur den Schmerz von Morguchi, die ihre Tochter verloren hat, sondern erfährt auch, wie die Schüler in den Mord verwickelt sind. Dabei hat jede Figur eine ganz eigene Art, mit dem Erlebten fertig zu werden. Von Wut über psychischen Zusammenbrauch bis hin zu Rache ist alles vertreten. Diese Mischung hat mir gut gefallen, denn Kanae Minato zeigt, dass ein Tod nie eindimensional ist.

Jedoch blieben mir alle Charaktere fern. Ich konnte zu keiner Figur eine Bindung aufbauen, egal, ob ich ihre Beweggründe nachvollziehen konnte oder nicht. Dies mag zu einem an dem kühlen Stil der Autorin liegen, dem zwar glasklare Schilderungen, aber null Emotionen zugrunde liegen. Zum Anderen empfand ich die Reaktionen der handelnden Schüler als sehr übertrieben. Denn ihre erste Lösung war immer Tod, Qual oder Demütigung. Niemand kam auf die Idee, sich in irgendeiner Art und Weise staatlichen Stellen oder Vertrauenspersonen anzuvertrauen. Dies mag auf die stark leistungsorientierte Gesellschaft Japans zurückzuführen sein, jedoch war es für mich einfach unglaubwürdig.

Und obwohl die Story mit immer wieder neuen Schockern aufwartete, entlockten mir diese keinerlei Reaktion. Zu kühl, zu distanziert waren die Schilderungen, zu wenig berührten mich die Beweggründe. Und wenn ich keine Beziehung aufbauen kann, können die Tötungspläne noch so perfide sein, es wird für mich uninteressant.

Der Stil von Kanae Minato ist gut zu lesen, wenn auch leicht gewöhnungsbedürftig. Ihre Erzählweise ist schnörkellos, kalt und emotionslos.

Fazit: grausame Ideen ohne Bindung bleiben leider blass. Ich kann es daher nicht empfehlen.

Eine Geschichte, die einem mit jeder neuen Perspektive sprachloser zurücklässt!

Von: SecretOfTheBooks Datum: 22. April 2017

https://www.youtube.com/watch?v=oDtyetbrbeo

Eine Geschichte, die wirklich unter die Haut geht

Von: vielleser18 Datum: 22. April 2017

Die 4jährige Tochter der Lehrerin Yuko Moriguchi ertrinkt im Schwimmbecken der Schule. Warum ? Wie ist das passiert ? Wie kam die Kleine in den abgesperrten Bereich ? Schnell wird auch dem Leser klar, anscheinend steckt da mehr dahinter, viel mehr.

"Geständnisse" wird aus Sicht von mehreren involvierten Personen erzählt. Anfang hat mich der Stil, in dem die Lehrerin und Mutter mit ihrer Klasse spricht etwas irritiert, da es ein seitenlanger Monolog ist, der mir fast zu emotionslos, zu gefühllos erschien. Doch dieser Monolog ist nur der Anfang von der erschütternden Geschichte. Moriguchis Rede vor der Klasse, ist, wenn auch die Form, der Stil hier ungewöhnlich ist, trotz allem aufwühlend. Zudem wird der Leser schon von Beginn an gewzungen über Schuld, Sühne, Rache, Liebe und viele andere Empfindungen nachzudenken.

Im Buch kommen mehrere zu Wort, Mitschüler, Schuldige, Angehörige. Immer wieder wird die selbe kurze Zeitschiene von drei Monaten aufgerollt. Aber wer denkt, dies wäre langweilig dargestellt, der irrt. Denn je mehr Facetten die Ereignisse bekommen, desto klarer kristalliert sich nach und nach die ganze Wahrheit heraus. Und gibt es nur eine Wahrheit ? Die Autorin hat mich immer wieder überrascht, immer wieder stellen sich neue Sichten, neue Empfindungen, neue Wahrheiten heraus. Die Wendungen sind für den Leser nicht vorhersehbar, überraschen und sind sehr dramatisch. Minato spielt mit den Gefühlen der Leser, auch meine Haltung zu manch einem Protagonisten musste das ein oder andere Mal revidiert werden.
Das Buch liest sich wie eine Achterbahn der Gefühle.

Erschreckend, verstörend, tiefgründig und eine ganz und gar nicht leichte Kost bietet uns die japanische Autorin Minato.
Mich hat einerseits die wechselnden Perspektiven gefesselt, anderseit die verschiedenen Motivationen. Aber auch der von der Autorin gekonnte verwebte Wechsel der Erzählenden, meines Erachtens ist ihr hier eine groß angelegte schriftstellerische Kompostion gelungen.

Die Geschichte lässt einem beim Lesen nicht kalt. Sie hat mich herausgefordert, sie hat mich nachdenken lassen über Gut und Böse, über Schuld und Sühne, über Dinge, die beeinflussbar sind oder nicht. Über Erziehung, Moral und Strafen. Ein Buch, dass wahrlich unter die Haut geht.

Das Buch erschien in Japan schon im Jahre 2008 und wurde bereits erfolgreich verfilmt.
Die deutsche Ausgabe erschien nun 2017 im Bertelsmann Verlag und ich empfehle jedem, vor dem Film erst einmal das Buch zu lesen, denn ich glaube, diese subtile Geschichte ist beim Lesen viel intensiver als beim Zuschauen zu vermitteln.

Fazit:
Bitter, tiefgründig, ausgefeilt, harte Kost - ein Roman, der mit einer groß angelegten schriftstellerischen Komposition beeindruckt und einen nicht kalt lässt.

Ein interessanter Roman, der einige Überraschungen bietet

Von: sinaslesewelt Datum: 18. April 2017

Schuld und Wahrheit – das sind die Hauptthemen dieses spannenden Romans. Wer hat Schuld am Tod der kleinen Manami? Wie weit muss man zurückgehen um die Wurzel der Schuld zu finden? Ist die Wahrheit ein unerschütterlicher Fakt oder kommt es auf die Sicht der Dinge an? Und welche weitgreifenden Folgen kann ein Geständnis haben?

Der Roman wird in 6 Kapitel erzählt, wobei ich diese doch schon lieber als Abschnitte bezeichnen würde. Jeder Abschnitt ist unterschiedlich lang und eine andere Person steht im Fokus. So erzählt die Lehrerin im ersten Abschnitt die Grundstory und macht ein schockierendes Geständnis, im zweiten erzählt eine Schülerin von den Folgen und im dritten Abschnitt bekommen wir wieder eine andere Sicht präsentiert. Jede Sicht fügt der Geschichte neue Aspekte hinzu und verleiht der Geschichte mehr Tiefe.

Doch nicht nur die Lehrerin macht ein Geständnis: Im Grunde bekommt man in jedem Abschnitt ein neues schockierendes Detail zu lesen und eine scheinbare Tatsache erscheint plötzlich in einem ganz anderen Licht. Der Autorin gelingt es, die Grenzen zwischen Schuld und Unschuld immer mehr zu verwischen, sodass man als Leser nachhaltig zum Nachdenken angeregt wird.

Worauf man sich bei der Geschichte einlassen muss ist die Tatsache, dass sie in Japan spielt und stark mit der japanischen Kultur verbunden ist. Das japanische Schulsystem ist hart, von den Kindern wird viel mehr gefordert und auch die familiären Verhältnisse haben eine andere Dynamik. Auch die Verhaltensweisen in der Öffentlichkeit sind anders, so erzählt die Lehrerin im ersten Abschnitt vollkommen ruhig und sachlich vom Tod ihrer Tochter und macht mal ebenso Nebenbei ein Geständnis, welches dafür umso mehr Eindruck hinterlässt.

Nach dem ersten Abschnitt war ich Feuer und Flamme für diese Geschichte und konnte es kaum aus der Hand legen. Leider konnte sich diese Begeisterung nicht über das ganze Buch halten. Denn durch die verschiedenen Perspektiven entstehen auch einige Wiederholungen, die zwar nachvollziehbar sind, die Spannung allerdings etwas nehmen.

Fazit

Man muss sich auf die kulturellen Unterschiede einlassen können, dann kann dieses Buch zu einem Leseerlebnis werden. Die Geschichte ist interessant und erschreckend zugleich und verbirgt auch eine gewisse Kritik am System, was mir sehr gut gefallen hat. Allerdings muss man auch mit der ein oder anderen Wiederholung rechnen. Insgesamt kann ich es aber wirklich empfehlen.

Psychothriller, der das Böse der Menschen nüchtern und ohne Effekthascherei schildert und trotzdem schockierend ist

Von: schnäppchenjägerin Datum: 12. April 2017

Die vierjährige Manami ertrinkt im Schwimmbad der Schule, in der ihre Mutter Moriguchi als Lehrerin arbeitet. Alle Indizien deuten auf ein tragisches Unglück hin, aber im Gespräch mit ihren Schülern wird Moriguchi klar, dass Schüler der siebten Klasse Manami getötet haben. Im Bewusstsein, dass aufgrund des Alters der Schüler lediglich das Jugendstrafrecht zur Anwendung kommen würde und die Schüler aufgrund ihrer psychischen Labilität als schuldunfähig gelten könnten, rächt sich Moriguchi auf ihre Art an den vermeintlichen Mördern und hält an ihrem letzten Schultag ein raffiniertes Plädoyer vor ihrer Schulklasse.

In der Konsequenz wird eine Gewaltspirale in Gang gesetzt und die Beschuldigten selbst werden zu Opfern einer Art von Selbstjustiz.

"Geständnisse" wurde verfilmt und kam bereits 2011 in die deutschen Kinos. Der Roman ist in sechs Kapiteln, aus den unterschiedlichen Perspektiven der Beteiligten um den Tod der kleinen Manami, erzählt, so dass sich am Ende ein Gesamtbild für den Leser ergibt. Beginnend mit der Mutter kommen Angehörige, die die Wahrheit nicht wahrhaben möchten und die Schuldigen selbst zu Wort.
Hier tun sich die menschlichen Abgründe der Seele auf. Die Grausamkeit von Kindern und Jugendlichen, der Hass und fehlende Empathie lösen Entsetzen beim Leser aus.

Man fragt sich unweigerlich, wer Schuld hat am Tod und den Folgen. Wurde einfach nur die Aufsichtspflicht verletzt? Ist es die Konsequenz aus den Gedanken eines morbiden Schülers und der von ihm ausgehenden Gefahr, die ignoriert worden ist? Das strenge Schulsystem oder die japanische Gesellschaft, für die nur Leistung zählt und in der die Schüler einem unheimlichen Druck ausgesetzt werden, zu den besten zu gehören, weil sie sonst nichts wert sind.

Auch wenn von Anbeginn klar ist, dass es sich bei dem Tod der Vierjährigen nicht um einen Unfall handelt, ist der Psychothriller spannend zu lesen. Stück für Stück wird aufgedeckt, wie sich das Ereignis tatsächlich ereignet hat, wie es dazu kommen konnte und welche noch weiteren schrecklichen Folgen sich als Reaktion auf die Tat ereignen.
"Geständnisse" ist ein subtiler Psychothriller, der das Böse der Menschen nüchtern und ohne Effekthascherei schildert und trotzdem schockierend ist - mit einem genialen, bitterbösen Ende.

Gestädnisse

Von: Miss.mesmerized Datum: 09. April 2017

Am letzten Schultag des Semesters kündigt Lehrerin Moriguchi ihren Achtklässlern an, dass sie nach den Ferien nicht zurückkommen wird. Kein Wunder, denken sich die Kinder, hat die alleinerziehende Mutter doch erst ihre Tochter durch einen tragischen Unfall verloren. Doch wie sie ihnen erläutert, war der Tod des Kindes kein Unfall, sondern Mord und sie hat ihre ganz eigene Rache an den beiden Schuldigen geplant, die sich auch im Klassenraum befinden. Mikuzi, die Klassensprecherin erzählt die Geschichte etwas anders. Auch der beschuldigte Naoki, seine Mutter und Schwester, die die Folgen der Lektion der Lehrerin mitansehen müssen, sowie der zweite Verdächtige, Shuya, kommen zu Wort. Jeder hat einen etwas anderen Blick auf die Geschehnisse. Und jeder gibt einen ganz anderen Grund für sein Handeln, der jedoch dem außenstehenden Betrachter zunächst verborgen bleibt und die Dinge in einem immer wieder neuen Licht erscheinen lässt.

Der Titel des Romans, „Geständnisse“, ist bei Kanae Minato Programm. Nacheinander offenbare sich die Figuren. Immer mehr Abgründe werden sichtbar und führen den Leser an seine Schmerzgrenze. Kaum hat man sich einen Reim auf die Geschehnisse des unheilvollen Tages gemacht, muss dieser ob der neuen Erkenntnisse schon wieder revidiert und adaptiert werden. Geradezu verstörend wirkt die brutale und kaltblütige Macht, die die Figuren in ihren Bann reißt und zu unsäglichen Taten anstiftet. Aber man erkennt auch, welch ein Druck auf den Japanern lastet. Das Gesicht für die Außenwelt, die Selbstdarstellung, ist so viel wichtiger als der Seelenzustand und die hinter der Fassade lauernden Abgründe, die sie schließlich alle ins Verderben stürzen.

Die Autorin gilt in Japan als Meisterin des iyamisu, einer literarischen Unterform des Thrillers, der insbesondere die dunklen Seiten der menschlichen Natur behandelt. Dies gelingt ihr in Geständnisse in der Tat meisterlich. Was die Figuren antreibt, ist ganz unterschiedlich. Ebenso wie sie mit Druck umgehen und gar mit der Angst vor dem drohenden Tod. Es sind vor allem die Beweggründe, die einem zwischen Faszination und Erschrecken auf die Seiten starren lassen. Man kann sich dies alles vorstellen, aber wie kann kein Mensch dafür so weit gehen?

Unweigerlich stellt man sich die Frage, ob dies ein typisch japanisches, oder eher asiatisches Phänomen ist und ob eine solche Geschichte von einem Europäer oder Nordamerikaner in derselben Weise hätte verfasst werden können. Diese sehr eigenen Figuren kamen mit zuletzt in Han Kangs „The Vegetarian“ unter, auch bei der Koreanerin war das Handeln der Figuren nach unseren Maßstäben eher verstörend, aber offenbar in der östlichen Welt völlig stimmig. Das Phänomen der „Hikikomori“ etwa, der Menschen, die sich aufgrund des schulischen und gesellschaftlichen Drucks immer weiter zurückziehen und sich schließlich gänzlich von der Außenwelt abschotten, ist sicherlich in dieser Weise in Europa nicht denkbar, zu individualistisch und hedonistisch streben wir nach Selbstverwirklichung, die sich an den eigenen Normen bemisst.

Kanae Minato reißt allerhand Fragen auf: Schuld und Rache als vorderste, aber auch der Umgang mit einer todbringenden Erkrankung, konkret dem AIDS Virus, dysfunktionale Familienstrukturen, Verlustängste und der Wunsch nach Anerkennung durch diejenigen, die einem wichtig sind. An den Abgründen der menschlichen Seele siedelt sie diese Fragen an, so dass sie keine simplen Antworten dulden können.

Ein herzlicher Dank geht an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar. Mehr Informationen zum Titel finden sich auf der Internetseite der Verlagsgruppe Random House.

Ein modernes Drama

Von: eulenmatz liest Datum: 03. April 2017

INHALT:
Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner – weder Kind noch Erwachsener – ungeschoren davonkommt.

MEINUNG:
Romane aus dem asiatischen Raum sind immer anders und in meinen Augen auch sehr speziell, denn ist deutlich spürbar, dass sich die asiatische Kultur doch sehr von der europäischen unterscheidet. Das habe ich schon bei Der Vegetarierin von Han Kang gemerkt. Bevor man sich also auf einen solchen Roman einlässt, sollte man das wissen und sich auch darauf einlassen können. Geständnisse ist ganz anders wie Der Vegetarierin, aber hat mich genauso fassungslos zurück gelassen.
Auch wenn der Klappentext schon die Grundstory verrät, hatte ich trotzdem keine so richtige Vorstellung, wie der Roman konstruiert ist und was mich dort erwartet. Wie so viele andere Romane, wird die Geschichte aus verschiedenen Sichten wiedergegeben. Das besondere ist, dass sich die Personen (fast) nicht wiederholen und dass man auch innerhalb der Sichten erstmal erkennen muss, wer denn gerade spricht, denn alle sind klassische Ich-Erzähler. Die Geschichte startet mit Moriguchi und ihrer Offenbarung, die ich hier nicht verraten möchte und setzte weiter fort mit weiteren Beteiligten.

Stück für Stück enthüllt sich die Wahrheit und auch die Absichten der Beteiligten, die ich so niemals erahnt hätte. Die Geschichte wird quasi nur als Rückblende erzählt. Dabei kommt es auch an der einen oder anderen Stelle zu Wiederholungen, die den Spannungsbogen ein wenig gebremst haben, was mich einen halben Stern abziehen lässt. Ansonsten konnte ich das Buch nur sehr schwer aus der Hand legen.
Der Autorin verpackt auch ganz geschickt Kritik an der japanischen Gesellschaft und auch am japanischen Schulsystem, was mir sehr gut gefallen hat. Man bekommt auch einen Eindruck von der Kultur und den Mechanismen der Familie und der Schule. Einiges war für mich nur bedingt nachvollziehbar, aber wie eingangs gesagt muss man hier offen für andere Kulturen sein. Natürlich ist schwer zu verstehen, wie eine solche Offenbarung solch einen Wahnsinn und so viele Tragödien auslöst, aber genau das macht eben auch den Reiz des Buches aus. Es erinnert mich an die Dramen, die man so in der Schule gelesen hat. Ein Happy-End kann hier vergebens suchen. Meines Wissens nach wurde das Buch auch bereits verfilmt.

FAZIT:
Geständnisse ist in meinen Augen ein modernes Drama. Eine scheinbar harmlose Offenbarung löst eine Lawine an unvorstellbaren Tragödien, Gewalt und purem Wahnsinn aus. Man muss sich hier definitiv auch auf die kulturellen Unterschiede einlassen und darf das Buch nicht aus europäischer Sicht betrachten. Sehr geschickt hat Kanae Minato hier aus Gesellschaftskritik verpackt. Wer Happy Ends mag, sollte hier die Finger von lassen, aber allen anderen lege ich dieses Buch sehr gerne an Herz!

Ich vergebe 4,5 von 5 Sternen.

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