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Christian v. Ditfurth

Schattenmänner

Thriller

Tatort Berlin: brisant, hart, explosiv - Kommissar de Bodts gefährlichster Fall

Eine mysteriöse Mordserie gibt Kommissar Eugen de Bodt Rätsel auf: Denn die einzige Gemeinsamkeit, die die Opfer zunächst aufweisen, ist, dass sie einer Facebook-Gruppe angehörten, die sich mit Katzen beschäftigt. Doch bald findet de Bodt ein weiteres Merkmal: Sie alle haben für Rüstungskonzerne gearbeitet. Was könnten Katzenfotos mit der Rüstungsproduktion zu tun haben? Tarnung – also Spionage? Nur, wer spioniert? Und wer ist der Auftraggeber? De Bodt geht wieder ganz eigene Wege. Er merkt schnell, dass es um Leute geht, die strategische Ziele verfolgen und vor nichts zurückschrecken, um diese zu erreichen. Dieser vierte Fall ist die bislang größte Herausforderung für den scharfsinnigen Einzelgänger.

Das Buch spielt in Berlin, Deutschland

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Leserstimmen

Katzenfreunde

Von: wal.li Datum: 06. September 2018

In Berlin wird die ehemalige Geliebte eines Politikers umgebracht, in Düsseldorf kommt ein junger Mann bei einem vermeintlichen Unfall ums Leben, in Paris ereilt das Schicksal eine junge Frau. Vorfälle, die in keinem Zusammenhang stehen und die von den ermittelnden Beamten wie Einzelfälle behandelt werden. Wer sollte bei unterschiedlichen Personen an unterschiedlichen Orten schon an eine Gemeinsamkeit denken. So geraten in Berlin sowohl der Politiker als auch seine Frau unter Verdacht. Kommissar Eugen de Bodt und sein Team versuchen herauszufinden, was hinter dem Mord stecken könnte. Hat etwa der Politiker selbst seine Freundin beiseite schaffen wollen, weil sie ihn erpresste, oder war es eher seine Frau in ihrer Eifersucht.

In ihren einzelnen Fällen stellen die verschiedenen Teams ihre Nachforschungen an. Für jeden Todesfall suchen sie nach Erklärungen und tappen doch im Dunkeln. Erst als festgestellt wird, dass die Opfer in der selben Facebook-Gruppe für Katzenfreunde waren, scheint sich ein Zusammenhand abzuzeichnen. Kommissar Eugen de Bodt ist dabei seinen Kollegen häufig eine Spur voraus, manchmal ist er ihnen auch einen Spruch voraus, obwohl ihm Yussuf häufig Konkurrenz im Sprüche klopfen macht. Doch trotz des flapsigen Umgangs klappt die Zusammenarbeit bestens. Wäre da nicht Kollege Krüger, der nur auch die kleinste Chance wartet de Bodt eins auszuwischen. Und der Chef entscheidet meist auch erst im letzten Moment, auf wessen Seite er am besten steht.

Neugierig verfolgt man wie aus scheinbar unzusammenhängenden Todesfällen eine Art Serie entsteht. Wobei die wahren Hintergründe lange im Unklaren bleiben. So ein Kabinettstückchen kann man nicht so schnell entschlüsseln. Bedauernswerte Katzenfreunde werden gemeuchelt. Wer soll daraus einen Nutzen ziehen. Doch einige Äußerungen der Täter und auch das Vorankommen der Beamten enthüllen nach und nach einige Hintergründe des Geschehens. Ein Fall mit vielen Facetten, der bis zum Schluss mit Überraschungen aufwartet. Vielleicht nicht ganz so mitreißend wie sein Vorgänger, aber doch sehr spannend und klug konstruiert. Eine letzte Frage nagt im Hinterkopf, die wiederum zu der Hoffnung führt, de Bodt möge darüber in seinem nächsten Fall Aufschluss geben.

Überaus eigenwillige Ermittler

Von: Michael Lehmann-Pape Datum: 31. August 2018

„Ich gehe eine rauchen. Mit euch hält es ein wahrer Muselman nicht aus. Sündenpfuhl“.

Wobei Yussuf, Teil der Ermittlergruppe von Hauptkommissar de Bodt in Berlin, eigentlich nur ein wenig Hegel einfließen lassen wollte (analog zu seinem Chef, ein wandelndes Philosophie-Lexikon) in den losen Austausch zum Stand der Ermittlungen im Mordfall der Ex (oder auch nicht Ex?) Geliebten des Innenministers. Bayer. Und unschwer zu erkennen, dass lebende Personen hier als Vorbild dienen.

„Götterdämmerung“ ist das Thema, denn die attraktive Frau, aktuell übrigens schwanger (nicht zum ersten Mal), ist tot. Ermordet. Und damit steht sie beileibe nicht alleine da.

Berlin. Paris. Quimper. Düsseldorf. Morde.

Überfahren von einem Lieferwagen, erschossen, erstochen, verschiedene Todesarten und drei Ermittlerteams, die jeweils ihre Mühe haben, auch nur einen Hauch Licht in diese Morde zu bringen. Wobei die Fäden irgendwann bei de Bodt zusammenlaufen werden. Denn zunächst, augenscheinlich, gibt es nichts Verbindendes zwischen den opfern als die Mitgliedschaft in einer Gruppe von „Katzenliebhabern“ auf Facebook.

Und selbst, als de Bodt das erste Geständnis eingesammelt hat, ergeben sich letztlich mehr Fragen als Antworten. Bis eine weitere Gemeinsamkeit langsam an die Oberfläche der Ermittlungen gerät und de Bodt die Entscheidung zu treffen hat, die üblichen Pfade offizieller Ermittlungen zu verlassen, um dem Hintermann, den Hintermännern (oder Frauen) der Verbrechen auf die Spur zu kommen.

Wobei der neuen Thriller von Christian von Ditfurth, wie bei ihm immer schon Markenzeichen gesetzt, nicht nur durch die Spannung der Ermittlungen und die Frage, wer hinter allem steckt und was das wahre Motiv sein könnte, überaus lebendig daherkommt, sondern vor allem durch die Vielzahl teils skurriler (aber nie zu unterschätzender) Protagonisten und ihrer Verhältnisse unterineinander hervorragend unterhält.

Zwar verblasst irgendwann der Reiz an den ständigen Zitaten de Bodts ein wenig (wobei ein Kommissar, der als Bettlektüre Lukrez wählt und mit seiner klassischen Bildung sein Umfeld immer wieder auf den allgemeinen „guten Pfad“ des Lebens hin orientiert), was aber nicht weiter stört, denn es gibt ja genügend andere, die umgehend in kleinere Lücken vorstoßen.

Sei es Hauptkommissar Lebrane in Paris, der nicht nur in die Bretagne aufbrechen muss, sondern auch in seinem Untergebenen Floire so etwas wie eine Prüfung des Lebens (und seiner an sich schon griesgrämigen Laune) ständig um sich hat. Sei es die Besitzerin des Stammcafés der Ermittler in Berlin, die bestens symbolisch passend gerne mit „Bruchkeksen“ de Bodt und sein Team daran erinnert, dass alle Fälle zunächst aus Bruchstücken bestehen und man sich gefälligst anstrengen muss, das Bild hinter den Einzelteilen mehr und mehr zusammenzusetzen.

Wozu vielleicht auch jene Frau und jener Mann beitragen könnten, die sich ihrer Haut zu wehren haben und dies konsequent versuchen, zu tun. Es könnte gut sein, dass der Grund, aus dem die beiden verfolgt werden und alles dafür tun, unterzutauchen, für die Hintergründe der Morde interessant wäre.

„Das Ziel ist die Einsicht des Geistes in das, was das Wissen ist“ (Hegel).

So ergibt sich insgesamt ein legerer Erzählton, ein ausgeprägter Sinn für Humor und Ironie, ein hin- und her Werfen der Bälle zwischen den Beteiligten, zudem je ganz eigene Herangehensweisen und Ermittlungstechniken, die nicht immer im Handbuch der Polizeiarbeit zu finden sein werden und ein durchaus anregender und spannender Fall, der mit einigen überraschenden Wendungen, Action zur rechten Zeit und einem überzeugenden Schluss versehen ist.

Eine anregende und in sich stimmige Lektüre, die wieder einmal das menschlich schräge und inhaltlich schlüssige Erzähltalent von Ditfurths aufzeigt.