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Susanne Kliem

Lügenmeer

Roman

Eine traumatische Nacht. Trügerische Erinnerungen. Und eine verstörende Wahrheit …

Früher waren sie das Traumpaar der Jugend-Clique: der beliebte Magnus und die schillernd-faszinierende Milla. Und Svenja, die beste Freundin von beiden, als dritte im Bunde. Bis Milla bei einer nächtlichen Party im Freizeitbad auf mysteriöse Weise ums Leben kommt. Magnus gilt schnell als der Schuldige, wird ohne handfeste Beweise aus seiner norddeutschen Heimatstadt vertrieben. Neunzehn Jahre später kehrt er als erfolgreicher Anwalt zurück, um endlich die Wahrheit herauszufinden. Svenja fiebert dem Wiedersehen entgegen und hat gleichzeitig Angst: Was hat Magnus vor? Wird er die alten, kaum verheilten Wunden wieder aufreißen? Und wie soll sie ihm erklären, dass sein schlimmster Kontrahent von damals ihr Ehemann geworden ist? Schritt für Schritt entlarvt Magnus das Gespinst von Lügen, das über der Todesnacht liegt. Und löst damit, ohne es zu ahnen, eine neue Katastrophe aus ...

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Leserstimmen

Gut durchdacht und fesselnd

Von: Recensio Online Datum: 14. März 2019

Svenja ist die Ruhige im Bunde, die Zurückhaltende, sie erdet die wilde Milla und den charmanten Magnus. Man merkt von Beginn an, dass sich die erwachsene Svenja in dieser Hinsicht nicht von der jugendlichen unterscheidet. Das macht ihre Kapitel anfangs träge und stumpf, aber das passt gut zu ihrem Charakter.

Magnus wurde nach der Tragödie als Sündenbock gestempelt und hat seine Heimatstadt verlassen. Neunzehn Jahre später ist er fest entschlossen, dass sein Leben sich nun zum Besseren wenden soll und kehrt zurück. Er möchte beweisen, dass er an Millas Tod nicht schuld ist. Doch das ist nicht so leicht, wie er sich das vorstellt. Die Beteiligten möchten dieses Thema nicht mehr hervorholen.

„Egal, was er wollte, so leicht ließ Svenja sich nicht davon abbringen, ihm etwas Gutes zu tun.“ (Zitat Seite 56)

Besonders Svenja versucht, ihn von der Suche nach der Wahrheit abzubringen. Stattdessen möchte sie ihn mit Annik, ihrer Freundin, verkuppeln und scheut auch sonst keine Gelegenheit, ihm unter die Arme zu greifen. Dies ist eine ihrer prägendsten Charaktereigenschaften: für alle das Beste herausholen zu wollen und sich selbst in den Hintergrund zu stellen. Das zieht sich von der Jugend an durch ihr Leben.

Während Magnus dennoch versucht, die Ereignisse von damals zu rekonstruieren, erfährt der Leser im Rückblick, was sich damals tatsächlich zugetragen hat. Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen, die in ihrer Erzählweise sehr gut miteinander verstrickt sind und sich als Einheit trotz der unterschiedlichen Perspektiven sehr gut zusammenfügen lassen.

„Jeder, den sie liebte, ging von ihr fort.“ (Zitat Seite 167)

Die Autorin verwebt gekonnt die Atmosphäre in den Kapiteln mit den jeweiligen Charakteren. Svenja wirkt anfangs engagiert, was durch viel wörtliche Rede ausgedrückt wird, und versinkt später in Lethargie. Ihre inneren Monologe zeigen dann, dass sie zwar aufgewühlt ist, aber dennoch distanziert, und ihre Gedanken drehen sich im Kreis, ohne dass sie wirklich weiß, was sie will. Als Leser fühlt man sich durch die Schwere der Gedanken beklemmt, man möchte weiterlesen, um dieses Gefühl hinter sich zu lassen.

Magnus' Kapitel lesen sich zackig, seine Entschlossenheit hat sich auf den Schreibstil übertragen. Er möchte vorankommen, seine Anwaltskanzlei zum Laufen bringen und die Dämonen der Vergangenheit verscheuchen. Kurze und prägnante Sätze untermauern seinen starken Charakter.

Spannung war durchgehend vorhanden und wurde durch die beklemmende Atmosphäre gerade in Svenjas Kapiteln noch verstärkt. Dass sich die Geschichte genauso zugetragen haben könnte, macht es noch packender.

Persönliches Fazit: Ein sehr gut durchdachter Roman, der mit authentischen Charakteren aufwartet und dadurch noch fesselnder wird.

© Rezension, 2019, Katharina

Gut durchdachter, spannender und logisch aufgebauter Kriminalroman

Von: Lesendes Federvieh Datum: 13. März 2019

Oktober 1998. Svenja feiert mit ihrer Clique und ihren besten Freunden Milla und Magnus ihren Geburtstag. Doch was so locker begann endet in einer Tragödie. Milla stirbt bei der nächtlichen Schwimmbadparty. Ihr Freund Magnus wird verdächtigt, der Schuldige zu sein. Er zieht die Konsequenzen und verlässt Schwanbek.
Jahre später kommt er wieder zurück und stürzt sich ins das Jahrzehnte alte Lügenmeer, um zu erfahren, was damals wirklich geschah...

Der Autorin ist mit "Lügenmeer" ein gut durchdachter und logisch aufgebauter psychologischer Spannungsroman gelungen, den ich sehr gerne gelesen habe. Atmosphärisch stark ausgearbeitet, spürt man von Beginn an die feindliche Stimmung, die Magnus in seinem Heimatdorf entgegenschlägt, als er nach fast zwanzig Jahren zurückkehrt. Zwischen den Zeilen wabert der Zweifel an seiner Unschuld immer wieder durch. Das Herumstochern in alten Geschichten will niemand so richtig.

Aber nicht nur die Stimmungen sind perfekt eingefangen, auch die Charaktere sind präzise, authentisch und eindrucksvoll skizziert. Man spürt etwa Mechthild Wagemanns Härte gegen sich selbst und ihre Mitmenschen, aber auch die augenscheinlich so patente Svenja hat ihre Schattenseiten. Ihre innere Zerrissenheit und ihre Nöte kommen hervorragend zu Geltung. Je mehr ich gelesen hatte, desto unheimlicher wurde sie mir.

In diesem Umfeld versucht nun Magnus herauszufinden, was in ihrer aller Jugend wirklich geschah. Durch Rückblenden ins Jahr 1998 wird absolut fesselnd erzählt, wie es zu Millas Tod kam. Die Aufarbeitung dieses Todesfalls demgegenüber fast zwanzig Jahre später ist ebenso mitreißend und durch die häufigen Wechsel in die Vergangenheit wird die Spannung bis zum Schluss aufrecht erhalten. Durch unvorhersehbare Wendungen wird dieser Effekt noch verstärkt. Ohne großes Blutvergießen liefert Susanne Kliem in ihrer lockeren, klaren Sprache psychologische Spannung pur bis hin zum gelungenen Showdown.

Fazit: Gut durchdachter, spannender und logisch aufgebauter Kriminalroman

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Sehr spannend und fesselnd

Von: Anett Datum: 11. März 2019

Bereits vor 3 Jahren habe ich den Roman „Trügerische Nähe“ von Susanne Kliem gelesen und befand diesen für gut, ein Psychothriller der leisen Worte, weder blutig, noch brutal. So musste ich jetzt bei dem neuen Roman „Lügenmeer“ sofort ja sagen, und wollte den unbedingt lesen.
Nun nicht mehr als Krimi (was mich bei Trügerische Nähe etwas verwirrt hatte), sondern als Roman deklariert, war ich sehr gespannt auf die Handlung. Denn der Klappentext versprach viel Gutes.


Eine traumatische Nacht. Trügerische Erinnerungen. Und eine verstörende Wahrheit …

Früher waren sie das Traumpaar der Jugend-Clique: der beliebte Magnus und die schillernd-faszinierende Milla. Und Svenja, die beste Freundin von beiden, als dritte im Bunde. Bis Milla bei einer nächtlichen Party im Freizeitbad auf mysteriöse Weise ums Leben kommt. Magnus gilt schnell als der Schuldige, wird ohne handfeste Beweise aus seiner norddeutschen Heimatstadt vertrieben. Neunzehn Jahre später kehrt er als erfolgreicher Anwalt zurück, um endlich die Wahrheit herauszufinden. Svenja fiebert dem Wiedersehen entgegen und hat gleichzeitig Angst: Was hat Magnus vor? Wird er die alten, kaum verheilten Wunden wieder aufreißen? Und wie soll sie ihm erklären, dass sein schlimmster Kontrahent von damals ihr Ehemann geworden ist? Schritt für Schritt entlarvt Magnus das Gespinst von Lügen, das über der Todesnacht liegt. Und löst damit, ohne es zu ahnen, eine neue Katastrophe aus.

Also machte ich mich mit Magnus auf, der Vergangenheit ins Auge zu sehen!
„Lügenmeer“ wurde aus verschiedenen Perspektiven geschrieben. Das finde ich ja immer schon mal ziemlich gut. Aber es wurde auch in verschiedenen Zeitebenen beleuchtet. So liest man anfangs aus Sicht von Magnus, Svenja und Annik wie es ihnen ergangen ist, was sie jetzt tun, wie sie zur Vergangenheit stehen. Während Magnus endlich raus finden möchte, was wirklich geschehen ist, möchten alle anderen einfach nur vergessen.
Und dann lernt man auch Milla kennen, in dem die Autorin einfach ins Jahr ihres Todes schwenkt und so langsam merkt, dass irgendwas faul ist.

Nachdem es erst relativ ruhig, aber trotzdem spannend zugeht, nimmt ab Mitte des Buches die Tragödie Fahrt auf. Es entspinnen sich Intrigen, Verschwörung und Manipulation. Der Leser wird plötzlich in eine andere Richtung geführt, als Anfangs gedacht und ich war vom Schluss ganz schön ratlos zurück gelassen. So hatte ich mir das nicht gedacht. Aber als ich dann alles etwas sacken gelassen habe, war es der einfach vernünftigste Schluss, auch wenn ich den so abrupt fand.

Insgesamt war es ein mega spannender Roman, der sich gut lesen lies und sehr gut konstruiert war. Von der Geschichte wurde ich nicht enttäuscht und der permanente Spannungsbogen liesen mich das Buch kaum aus der Hand legen.
Auf jeden Fall machte mich das Buch nun auch auf Susanne Kliems vorigen Roman „Scherbenhaus“ neugierig, den ich unbedingt noch lesen möchte!

„Lügenmeer“ kann ich auf jeden Fall empfehlen, ein packender Roman, fesselnd vom Anfang bis zur letzten Seite. Für mich besonders schön noch der Ort der Geschichte: Schwanbek an der Ostsee.

Absolute Leseempfehlung von meiner Seite

Von: Nini Datum: 09. März 2019

Nachdem mir "Das Scherbenhaus" von Susanne Kliem sehr gut gefallen hatte, war ich gespannt auf ihr neues Werk.
Gleich einen Pluspunkt hat das Buch bei mir für den Handlungsort bekommen. Eine Kleinstadt direkt an der Ostsee - genau meins.

Allerdings hätte es dieses Pluspunktes gar nicht bedurft, denn Handlung und Protagonisten können ganz allein für sich einstehen.

Die Charaktere sind sehr unterschiedlich und sehr lebensecht. Sie könnten tatsächlich in jeder beliebigen Kleinstadt Tür an Tür wohnen. Auch die Atmosphäre passt sehr gut dazu: das Gedächtnis der Stadt vergisst nichts und breitet über manches den Mantel des Schweigens. Was dann noch zusätzlich an Geheimnissen unter der Oberfläche lauert ist mitunter nichts für schwache Nerven.

Schon allein Atmosphäre, Handlungsort, Personen und die unterschiedlichen Beziehungen der Charaktere zueinander, über Jahrzehnte gesponnen, hätte gereicht, um aus "Lügenmeer" ein spannendes Buch zu machen.
Aber Magnus hat eine Mission: er möchte wissen, was in dieser Nacht tatsächlich geschah und so schabt er Schicht für Schicht ab, um die Wahrheit aufzudecken. Dabei kommen noch viele andere Dinge ans Licht und als Leser ist man mittendrin!

"Lügenmeer" bietet alles, was das Leserherz begehrt: eine spannende, gut konstruierte Handlung, die nicht bis hinter die nächste Kurve blicken lässt, sympathische und weniger sympathische Protagonisten und Verflechtungen, wie sie tatsächlich der Realität entstammen könnten. Mich hat "Lügenmeer" absolut begeistert und ich kann es nur empfehlen!

Wer ist hier das Opfer?

Von: tinaliestvor Datum: 03. März 2019

Mit Susanne Kliem begeben wir uns auf Spurensuche. Magnus, der Schwiegermutterliebling kann Milla, der Pfarrerstochter einfach nicht widerstehen. Milla hingegen weiß genau, was sie will und wickelt damit nicht nur Magnus um den Finger.

Ein intrigantes Spiel beginnt und einzig Milla begreift nach und nach, wer hier eigentlich die Fäden in der Hand hat.

Aus der Sicht von Annik, Svenja und dem vermeintlichen Mörder Magnus erleben wir die damalige Mordnacht erneut, tauchen ein in ein Netz aus Lügen, Intrigen und längst totgeschwiegenen Sünden, die es dem Leser nicht leicht machen, einen wahrhaft Schuldigen zu finden.

Ständig treibt einen die Frage um, wer hat Schuld und wer ist hier das Opfer. Geschickt führt uns Susanne Kliem mit „Lügenmeer“ in eine hübsche Kleinstadt, deren Bewohner es überaus gekonnt verstehen, die Vergangenheit mit all ihrer Lügen auch dort zu lassen.

Spannende Suche nach der Wahrheit

Von: Birgit Kleffmann Datum: 24. Februar 2019

Achtung Spoiler:
In der Jetztzeit kommt Magnus zurück in seinen Heimatort. Vor 19 Jahren war er mit Milla befreundet und ihn hatte man auch für ihren Tod verantwortlich gemacht. Obwohl er seine Unschuld beteuerte und  ihn ein Gericht freigesprochen hat, änderte das an der Einstellung der Einheimischen bis heute nichts….

Um endlich Licht ins Dunkel von Damals zu bringen, will Magnus, der mittlerweile Anwalt ist, nun die Wahrheit herausfinden, was ein schwieriges Unterfangen ist...
Spoiler Ende

Alle „Hauptfiguren“ haben schwierige Charaktere. Keiner von ihnen war mir richtig sympathisch, was sich auch im Verlauf nicht änderte, als man Näheres über ihre zu „tragenden Päckchen“ erfährt.

Besonders durch die unterschiedlichen Sichtweisen kommt man Stück für Stück "der Wahrheit" näher.
Ich hatte eine Ahnung wie „die Wahrheit“ aussieht und ich lag richtig.

Den Lesewert dieses Buches schmälert das aber nicht, denn nichtsdestotrotz ist dieser Roman unterhaltsam, fesselnd und spannend geschrieben!

Ein wahrer Psychothriller!

Von: Annette Traks Datum: 21. Februar 2019

1998: Magnus, Milla, Svenja, Enno und Annik - alle um die 19 Jahre alt - verbringen einen Großteil ihrer Zeit miteinander. Der bei allen Mädchen beliebte Magnus und die charismatische, attraktive Milla stehen dabei meist im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Alle sind geschockt, als sie eines Nachts bei einer Party im Schwimmbad stirbt, und versuchen, das Geschehene zu verstehen. Während Enno und Anniks Tante Magnus des Mordes bezichtigen, beschuldigt Svenja ihn zwar nicht, sagt aber auch nichts zu seiner Verteidigung. In einem Prozess wird Magnus letztlich aus Mangel an Beweisen freigesprochen, jedoch glaubt niemand so recht an seine Unschuld. Er muss seine Lehre beenden, den Betrieb verlassen, seine Eltern sagen sich von ihm los und seine einstigen Freunde wenden sich ab.

Magnus verlässt seinen Heimatort, studiert Jura und wird Anwalt. Gut 19 Jahre nach Millas Tod kehrt er zurück - er will herausfinden, was damals wirklich passiert ist. Während Svenja, die inzwischen mit Enno verheiratet ist, sich auf das Wiedersehen freut, begegnet ihr Mann dem einstigen Rivalen mit unverhohlener Ablehnung. Und Annik ist vollauf damit beschäftigt, die Buchhandlung ihrer kranken Tante auf Vordermann zu bringen.

Peu à peu gelingt es Magnus dahinterzukommen, wie es damals zu dem Unglück gekommen ist - doch damit beschwört er eine neue Katastrophe herauf.

Resümee:
Im Mittelpunkt der einzelnen Kapitel stehen abwechselnd Magnus, Svenja und Annik. Sie erzählen in Rückblenden, wie sie die Ereignisse kurz vor Millas Tod im Jahr 1998 wahrgenommen haben und wie sie das aktuelle Geschehen erleben. Dabei verschwimmen die Grenzen beider Zeitebenen immer mehr und verschmelzen schließlich miteinander, sodass der Leser am Ende das Gefühl eines Déjà-vu hat.

Die lebhaft erzählte Handlung ist außerordentlich spannend: Der Leser spürt permanent eine latente Bedrohung. Sie ist aber lange nicht greifbar, weil man wie in einem Nebel nicht deutlich erkennen kann, von wem sie ausgeht und auf wen sie gerichtet ist. So manches Mal habe ich den Atem angehalten, weil ich meinte, nun klarzusehen, die Zusammenhänge zu erkennen. Das erwies sich jedoch meist als Trugschluss, und ich konnte erst einmal wieder aufatmen. Dieser häufige Wechsel zwischen An- und Entspannung bewirkt, dass man das Buch nur schwer aus der Hand legen kann.

Bei den Protagonisten handelt es sich vordergründig zunächst um eine ganz normale Clique Jugendlicher:

Da gibt es den jungen Mann (Magnus), der von allen Mädchen umschwärmt wird, von denen eines (Milla) den Ton angibt, bewundert werden will und ihr Publikum braucht. Als Gegenpol gehört ein farbloses Mauerblümchen (Annik) dazu, und Svenja schließlich ist die Vermittlerin.

Niemand kann ahnen, dass sich irgendwann eine Katastrophe anbahnt, niemand (er-) kennt die sie auslösenden Mechanismen. Diese werden nach und nach durch die Autorin freigelegt und erschrecken einen gerade vor dem Anschein des Alltäglichen.

Diese Technik bedingt, dass die vielschichtig gezeichneten Charaktere auch erst im Verlauf der Handlung scharfe Konturen bekommen.

Fazit: Dies ist mehr als nur ein "Roman" - es ist ein wahrer Psychothriller!

Interessant ausgearbeitet, spannend erzählt!

Von: Patricia Nossol Datum: 12. Februar 2019

Ein nostalgisches Segelboot und eine beschauliche norddeutsche Kleinstadt könnten als Setting für eine romatische Geschichte dienen.
Doch Buchautorin Susanne Kliem inszeniert eine ganz andere, eine düstere Geschichte hinter dieser schönen Kulisse.
Ihr Spannungsroman „Lügenmeer“ erscheint am 11.03.2019 beim C. Bertelsmann Verlag.
Das Cover ist ein Eyecatcher und gibt zusammen mit dem Titel einen kleinen Vorgeschmack auf die Story.

Magnus Berg kehrt nach 19 Jahren in seine Heimatstadt zurück.
Als Svenja Voigt erfährt, dass ihr Jugendfreund wieder da ist, gerät ihr geordnetes Leben auf den Fugen.
Damals waren sie ein Dream-Team, bis vor neunzehn Jahren auf einer nächtlichen Party im Schwimmbad ihre gemeinsame Freundin Milla ums Leben gekommen ist.
Magnus wurde zum Sündenbock gemacht und aus dem Ort vertrieben.
Obwohl sich damals Familie und Freunde von Markus lossagten, ist der intelligente junge Mann seinen Weg gegangen, wurde Anwalt und hat eine Familie gegründet. Nun steht seine Ehe vor dem aus. Nach all den Jahren will Markus endlich herausfinden, was damals wirklich passiert ist und warum einige seiner Mitmenschen gelogen haben. Er trifft auf eine Mauer des Schweigens, denn keiner möchte mehr mit den Ereignissen von damals konfrontiert werden. Doch Markus ist wild entschlossen, die Wahrheit ans Licht zu bringen und ahnt nicht, welche Maschinerie er damit in Gang setzt.
Längst schwebt das Schwert des Damokles über der Stadt...

Markus ist ein interessanter und charmanter Mann. Ich mag ihn von Anfang an und bewundere seinen Mut, mit welchem er sich trotz massiver Gegenwehr auf Spurensuche in die Vergangenheit begibt.
Markus ist ein Frauenschwarm und ich merke, dass seine beste Freundin Svenja in ihn verliebt ist. Sie versucht es jedoch mit aller Kraft zu verstecken und treibt sogar ihre Freundin Annik in Markus Arme. Svenja hat Familie, ist ein liebevoller Engel, der immer hilfsbereit ist. Alle mögen sie, aber ich spüre beim Lesen ihre innere Unruhe.
In einem Handlungsstrang, der in die Vergangenheit führt, lerne ich Milla kennen. Sie ist mir unsympathisch, ein Biest, das manipuliert und ihre Mitmenschen bis zum Äußersten reizt.
Trotzdem möchte ich herausfinden, wie Milla ums Leben gekommen ist.
Sind die Charaktere zunächst undurchsichtig, offenbaren sie im Laufe der Handlung ihre Eigenheiten.
Ich bin überrascht und schockiert, was für traumatisierte Seelen hier im Verborgenen schlummern.

Susanne Kliem schreibt angenehm flüssig und gut verständlich. Ich mag ihre bildhafte und dialogreiche Sprache. Kurze Kapitel treiben die Handlung, die zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her springt, schnell voran. Die Spannung ist eher unterschwellig, aber durchgängig. Damit entsteht eine geheimnisvolle Buchatmosphäre, die mich fesselt. Von Seite zu Seite steigt die Dramatik und entlädt sich schließlich in einem nervenaufreibenden Finale.

Ein Meer voller Lügen, doch wenn man sich konzentriert, hört man zwischen den Wogen ein leises Flüstern. Es ist die Wahrheit, die sich mit jeder Welle Gehör verschafft. Sie lässt es stürmen und trägt ihre Botschaft ans Ufer.

Intelligent, tiefgründig und mitreißend!

⭐️ ⭐️ ⭐️ ⭐️ ⭐️ Sterne - Leseempfehlung!