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Tatiana de Rosnay

Fünf Tage in Paris

Roman

Ein aufwühlendes Familientreffen in Paris

Paris ist von sintflutartigem Regen heimgesucht, als sich die Familie Malegarde dort anlässlich einer Feier trifft. Tochter Tilia reist aus London an, wo sie als Künstlerin lebt, und Sohn Linden, ein Fotograf, kommt aus Los Angeles dazu. Schon bei der Ankunft bemerken Tilia und Linden, dass Paul, der Vater, ein stets agiler Baumschützer, kraftlos wirkt. Auch Lauren, die Mutter, ist angeschlagen. Die Seine droht über die Ufer zu treten, sodass die vier das Hotelzimmer fast nicht verlassen können. Die apokalyptischen Wetterverhältnisse spiegeln, was auf der Familie lastet. Vieles wurde in den Jahren von einem Mantel des Schweigens umhüllt. Die Ereignisse spitzen sich zu, als Paul im Restaurant zusammenbricht und ins Koma fällt. Linden hält am Krankenbett Wache - und fasst endlich den Mut, sich seinem Vater gegenüber zu outen. Doch auch Paul hat ein erschütterndes Geheimnis, das der Schlüssel zu seiner Liebe zu den Bäumen, allen voran den Linden ist ...

Das Buch spielt in Paris, Frankreich

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Leserstimmen

Fünf Tage in Paris

Von: Miss.mesmerized Datum: 07. April 2019

Nur die Eltern und die beiden Kinder. So lautet die klare Ansage von Mutter Lauren Malegarde, als sie Linden und Tilia bittet nach Paris zu kommen, um den 70. Geburtstag von Vater Paul zu feiern. Ein ungewöhnlicher Ort, wohnen die Eltern doch im Département Drôme, aber dem Wunsch der Mutter ist Folge zu leisten. Allerdings empfängt die Hauptstadt die Familie nicht mit dem gewohnten Charme, ein Hochwasser historischen Ausmaßes droht die Stadt zu überschwemmen und es regnet unerlässlich. Das Programm wird angepasst, doch bald schon müssen sie noch mehr Planänderungen vornehmen, denn beim gemeinsamen Abendessen bricht Paul mit einem Schlaganfall zusammen und die Erkältung der Mutter stellt sich als schwere Lungenentzündung heraus. Während in ganz Paris der Ausnahmezustand herrscht, ereilt dieser ganz im Kleinen auch die Familie Malegarde.

Von Beginn der Geschichte an wählt die französisch-amerikanische Schriftstellerin, die in beiden Sprachen ihre Bücher verfasst, ein starkes Symbol: das Wasser der Seine steigt im gleichen Maße wie auch die Lage in der Familie sich zuspitzt, vor allem der Gesundheitszustand des Vaters läuft auf einen dramatischen Höhepunkt zu. Es wird einen Scheitelpunkt geben müssen, der entscheidet, in welche Richtung das Pendel ausschlägt.

Trotz der gerade einmal 300 Seiten bringt Tatiana de Rosnay unzählige Themen in ihrem Roman unter, die einem als Leser nachdenklich stimmen. Doch keineswegs wirkt die Handlung überladen, im Gegenteil, der Fokus auf die engste Familie und insbesondere auf Linden lässt sie nie den roten Faden verlieren. Es ist das Verhältnis der beiden Geschwister zu einander, jenes zwischen Eltern und Kindern, glückliche und gescheiterte Beziehungen und vor allem die hohe Sensibilität der Malegarde Männer, die immer wieder hervortreten. Paul Malegarde kam als „Treeman“ zu Weltruhm, nichts gibt es, das er nicht über Bäume zu wissen scheint, überall fragt man nach ihm, wenn die Natur übermächtig zu werden scheint. Er ist ein Baumflüsterer, doch wo seine enge Verbundenheit herführt, ist ein Geheimnis, das erst spät gelüftet wird. Lindens besonderes Gespür für Menschen äußert sich in seinem Talent als Fotograf. Er hat den Blick für den ultimativen Ausdruck, kann mit Bildern das ausdrücken, wozu ihm die Worte fehlen.

Die Familie birgt jedoch auch Konfliktpotenzial, das sich besonders gerne zu Feierlichkeiten entlädt. Auch bei den Malegardes ist dies nicht anders und so manches Geheimnis und bis dato Unausgesprochenes will nun trotz oder gerade wegen der Ausnahmesituation an die Oberfläche. Nicht immer war man nett zu einander, hat sich unterstützt; es gab Neid und Groll, man fühlte sich missverstanden und nicht anerkannt. All das erzählt Tatiana de Rosnay in einem fast poetisch anmutenden Ton, der außerordentlich die Empfindsamkeit und Emotionen der Figuren einfängt und wiedergibt. Trotz der tristen Szenerie und Dramatik des Settings, schlichtweg ein großartiger Roman.

Kann sprachlich und inhaltlich überzeugen

Von: Bücherigel Datum: 04. April 2019

Meinung:
Ich habe das Buch kurz vor der Veröffentlichung gesehen und fand es gleich sehr interessant. Das Cover gefällt mir ebenfalls seht gut. Ich habe noch nichts von der Autorin gelesen und wusste somit nicht was mich erwartet. Die Geschichte fängt gleich in Paris an und es regnet. Die Einwohner sprechen von fast nichts anderem als den Regen der seit Tagen nicht aufhört. Linden trifft sich mit seiner Familie in Paris für eine feier. Am Anfang wird viel über die Familie erzählt und das ist nicht sehr wenig. Die Familie hat das ein oder andere schon in der Vergangenheit hinter sich. Dennoch hat jeder sein eigenes Geheimnis und ist mit seinen Gefühlen alleine. Als Lindens Vater ins Koma fällt und Paris mit den Überschwemmungen zu kämpfen hat, öffnen sich später alle…

Mit dem Einstieg in das Buch, verfolgt der Leser die Situation in Paris die sich zuspitzt. Mir ist schnell klar geworden das die Autorin den Schreibstil anderes gewählt hat, als man den sonst meistens findet. Der Schreibstil zieht sich durch die gesamte Geschichte. Sie schreibt alle Gespräche in der Indirekten Rede und so gibt es nur wenig Sätze im Dialog. Es war für mich zu nächst ungewohnt aber ich habe mich schnell daran gewöhnt und es hat der Geschichte etwas besonderes verliehen.
Eigentlich durch gängig lernt man die Vergangenheit von Linden kennen, die das ein oder andere verbirgt, allen voran die Schwierigkeiten die er mit seiner Homosexualität hatte. Die Spannung ist an keiner Stelle sehr hoch, aber durch die Sprache und den Inhalt, schafft es die Autorin trotzdem, den Leser in der Geschichte zu halten. Das Buch erzählt über verschiedene Geschichte, die doch eins sind. Mir hat die Schilderung und Ausführung der Überschwemmung sehr gut gefallen.

Alle Charaktere haben ihre eigene Vergangenheit. Erst hatte der Vater etwas komisches und unsympathisches an sich, jedoch hat auch dies einen Grund, der nach und nach aufgelöst wird. Obwohl man die ganze Zeit Linden begleitet, geht die Geschichte im Grunde von Anfang an mehr um den Vater. Sowohl die Kulisse als auch die Protagonisten haben sehr gut in die Geschichte gepasst und ich musste an manchen Stellen schlucken.

Fazit:
In dem Buch geht es um eine Familie, in der alle Geheimnisse aus der Vergangenheit haben. Durch eine Überschwemmung in Paris und dem Koma des Vaters, öffnen sich langsam alle. Die Geschichte verbirgt sehr viel in sich und durch den Schreibstil, kommt das Buch sehr gut ohne Spannung aus. Es ist eine ruhige Geschichte, die mit wenig Dialogen aber mit indirekter Rede gestaltet wurde. Mir hat das Buch zu jedem Zeitpunkt gut gefallen und ich kann es nur weiter empfehlen.

~Bücherigel

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Tatiana de Rosnay, Fünf Tage in Paris

Von: Dagmar Hallay Datum: 07. März 2019

Diese Buch hat mich extrem gefesselt, die Sprache hat mir das Gefühle gegeben selbst im überfluteten Paris unterwegs zu sein. Die familiäre Geschichte geht unter die Haut. Ein Buch, mit dem man noch nicht fertig ist, auch wenn man die letzte Seite gelesen hat!

Von: Sabine Raßmann Datum: 04. März 2019

Was soll ich sagen, ich bin wirklich begeistert!!! Ich habe das Buch am Samstag begonnen und musste es am Sonntag einfach beenden, denn so sehr hat mich in diesem Frühjahr noch kein Roman gefesselt! Die Sprache der Autorin ist so bildhaft das man sich direkt in Paris wieder findet und auch sonst sieht alle Orte oder Personen an die sich die Hauptfigur Linden erinnert man klasklar vor sich! Die Geschichte mag nicht außergewöhnlich sein, denn es ist die Geschichte einer Familie, aber trotzdem schafft die Autorin es sie so darzustellen und auch mit der besonderen Begebenheit um die Überschwemmung in Paris, fand ich es sehr interessant! Ich denke dieses Buch, seine Geschichte und auch der Handlungsort werden mich noch eine Weile begleiten!

Von: Ulrike Sowa Datum: 21. Januar 2019

Manchmal bin ich von einem Buch derart begeistert, dass ich beim Lesen schon daran denke, wem ich das Buch anschließend unbedingt leihen möchte, und mit wem ich mich gerne über dieses Buch austauschen möchte. Fünf Tage in Paris ist eines dieser wenigen Bücher.

Von: Claudia Hutzfeldt Datum: 15. Januar 2019

Ein sehr gefühlvoller Familienroman, durchzogen von einer zarten Melancholie, das zu der trüben Wasser-Situation in Paris passt. Wieder eine starke Tatiana De Rosnay!

Von: Tobias Wrany Datum: 15. Januar 2019

Klar, Familienzusammenkünfte mit komplizierten Vorzeichen gab es in Romanen schon zuhauf. Aber so kunstvoll, wie Tatiana de Rosnay hier aus unterschiedlichsten Gründen seelisch und/oder körperlich angeschlagene Charakterbilder aufeinandertreffen und allzu oft aneinander vorbeireden lässt, dabei – erst beiläufig und dann mit zunehmender, fast schon biblischer Wucht, die Natur, in Gestalt der sich in erschreckend realistischen Bildern aus ihrem Bett erhebenden Seine, das familiäre Geschehen sowohl förmlich kommentieren, dann aber auch katalytisch zu einer Auflösung lenken lässt – hat man das lange nicht und auch nicht allzu häufig lesen dürfen. Insofern ist „Fünf Tage in Paris“ eine überaus positive Lektüre – mit allenfalls dem kleinen Schönheitsfehler, dass sich die Autorin bei der Gestaltung der, in der Vergangenheit befindlichen Rahmenhandlung, leider einen plakativen Fehlgriff ins küchenpsychologische Fach erlaubt, der allenfalls im Bereich klischeegesättigter Herzschmerzunterhaltung seine Existenzberechtigung gefunden hätte.

Fünf Tage in Paris

Von: Jacqueline Masuck Datum: 05. Januar 2019

Unglaublich, wie sich ein ganz banales Familientreffen langsam in ein ziemliches Drama verwandelt, während es in Paris endlos regnet. Auf ganz besondere Weise ist es der Autorin gelungen, die Ausnahmesituation der Familie Malegarde und den Pariser Ausnahmezustand miteinander zu verknüpfen, dabei auch von der Kraft der Bäume und der Schönheit der Songs von David Bowie zu erzählen. In meinen Gedanken werden diese Songs jetzt für immer verbunden sein mit der Stadt Paris und sintflutartigen Regenfällen. Ein unvergesslicher Roman.