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Kanae Minato

Schuldig

Roman

Vier Freunde, ein tragisches Unglück und die Frage nach der Schuld

Fünf Studenten aus Tokio wollen in einem abgelegenen Dorf zusammen ein paar Ferientage verbringen. Einer von ihnen, Hirosawa, kommt bei einem Autounfall auf einer kurvenreichen Bergstraße ums Leben. Drei Jahre später holt das schreckliche Ereignis die ehemaligen Studienkollegen ein. Sie erhalten anonyme Briefe, in denen sie des Mordes an ihrem Freund beschuldigt werden. Raffiniert erzählt die japanische Erfolgsautorin Kanae Minato von den zahlreichen Verkettungen, die zu dem tödlichen Unfall geführt haben, lockt den Leser gekonnt auf falsche Fährten, bis schließlich die tragische Wahrheit ans Licht kommt.

Das Buch spielt in Tokio, Japan

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Leserstimmen

Ein Buch für Liebhaber jap. Literatur!

Von: Kaisu Datum: 20. Juni 2019

“Kazuhisa Fukase ist ein Mörder!” (Buchbeginn)

Fukase ist dezent schockiert, als er diesen Satz liest. Er steht auf einem Blatt Papier, welches er von seiner Freundin überreicht bekommt. Da sie sich keinen Reim daraus machen konnte, hat sie ihn direkt kontaktiert und damit ungewollt einen Strudel der Zweifel, Ängste und Erinnerungen in dem jungen Mann in Gang gesetzt. Er weiß nämlich ganz genau, auf wen sich dieser Satz bezieht. Es ist tatsächlich jemand gestorben. Vor drei Jahren. Nur war er nicht der Mörder.

Was will der Schreiberling also damit bezwecken? Fukase lässt die Beschuldigung keine Ruhe. Gerade war er an einem Punkt angekommen, wo er sich getraut hat, auf Menschen zuzugehen und Kontakte zu knüpfen. Auch zu Frauen. Und nun ist da diese Mauer. Also fängt er an zu recherchieren. Knüpft alte Kontakte neu und besucht unter anderem die Eltern des Verstorbenen. Schließlich war dieser ein Studienkollege von ihm gewesen. Ein Freund.

“Ich machte einen Kaffee. Damit kann ich uns etwas Gutes tun, Das Allerbeste, was ich vermag. Der einzige Lichtblick in der finsteren Welt der Schuldgefühle.” (S.63)

Was einem sofort auffällt, ist die Liebe zu Kaffee. Fukase hat ein Faible für besonders hochwertige und aromatische Bohnen. Das macht ihn in seinem Bekanntenkreis äußerst beliebt und so mancher Teetrinker wurde von seinem Kaffee verführt. Das geht soweit, dass man als Leser ebenfalls das schwarze Getränk von ihm haben möchte und bereits die gemahlenen Bohnen riechen kann, wenn man seinen Handgriffen folgt.

Gleiches gilt für Buchweizennudeln und Curry und und. Die Liebe zu Speis und Trank ist deutlich spürbar. Im harten Kontras dazu stehen die Anschuldigungen, die kontinuierlich an dem Gewissen von Fukase nagen. Er will unbedingt wissen, wer ihm so etwas an den Kopf wirft und warum. Verständlich, man möchte schließlich nicht grundlos als Mörder hingestellt werden. Oder ist er etwa doch nicht so unschuldig, wie er einen glauben lässt? Dass er ein Geheimnis hat, was bisher niemand gelüftet hat?

“Fukase sprang ruckartig aus und schüttelte energisch den Kopf. Er ging in die Küche, nahm eine Plastikflasche Wasser aus dem Kühlschrank und trank direkt daraus. Dann klatschte er sich im Spülbecken Wasser ins Gesicht, um die absurden Gedanken zu vertreiben.” (S.167)

Im Vergleich zu “Geständnisse” sind die Perspektivwechsel nicht sonderlich extrem. Man wechselt lediglich zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit hin und her. Der besondere Touch ist nur, dass Fukase in der Gegenwart aus der Ich-Perspektive berichtet und man somit eine besondere Beziehung zu ihm aufbaut. Man überlegt ständig ob man ihm glauben kann oder nicht. Was stetig für kleine Gefühlschwankungen sorgt. Ansonsten bleibt die Geschichte recht ruhig. Was sicher den ein oder anderen verschrecken mag. Das Hauptaugenmerk liegt wirklich auf der Entwicklung und den Gedanken von Fukase.

Erst das Ende. Das haut nochmal ordentlich rein. Dieser Plottwist ist der Autorin perfekt gelungen und hat dafür gesorgt, dass das Buch nicht als Schwächling hinter Geständnisse zurückbleibt. Hinzukommt der Schreibstil von Kanae Minato, den ich einfach wunderbar finde. Daher hoffe ich auch, dass bald noch mehr Werke von ihr nach Deutschland kommen.

Abschließend kann ich das Buch jedem Liebhaber japanischer Literatur empfehlen. Wer den Stil der Japaner mag, wird auch mit diesem Buch glücklich werden. Wer allerdings Spannung und spektakuläre Wendungen erwartet, der wird hier nicht zufrieden sein.

Nicht wie erwartet

Von: Juliane / I AM JANE Datum: 17. Juni 2019

Nachdem “Geständnisse” von Kanae Minto so beliebt war, wurde ich schon hellhörig, als ihr neues Buch “Schuldig” nun auf den Markt kam. Die Cover sind beide sehr einnehmend und heben sich wirklich von den vielen anderen Cover in der Krimi- und Thriller-Ecke ab. Der Inhalt lockte mich auch an. Denn es klingt sehr nach “Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast”. Ich erahnte dunkle Geheimnisse und hinterlistige Intrigen. Ich erwartete, gefesselt zu sein von der Geschichte und ich hoffte, dass ich auch über den Schauplatz Japan mehr lernen würde.

Tja, leider erfüllten sich meine Erwartungen nicht. Asiatische Literatur und ich pflegen eine Hassliebe. Nur wenige Romane können mich wirklich überzeugen, meist gefällt mir dieses seichte und ungreifbare Flair einfach nicht. Und das war leider auch bei “Schuldig” der Fall. Die Erzählung war langweilig. Wirklich. Schon die ersten Seiten ödeten mich regelrecht an. Dabei könnte es so spannend sein – das Potential ist da! Es gab einen Tod, wo es unklar ist, ob es ein Mord hätte sein können. Es gab nur die vier Freunde, die dabei waren. Und jemand bezeichnet sie nun als Killer.

Aber die Autorin verbrachte mehr Zeit damit, die Charaktere intensiv darzustellen. Vor allem unsere Hauptperson Fukase und den verstorbenen Hirosawa. Geheimnisse werden aufgedeckt, wobei die Geheimnisse mich nur müde gähnen ließen. Für japanische Verhältnisse sind es vielleicht erschreckende Wendungen, für mich war es aber tatsächlich ziemlich mau. Es geht viel um Fukases Unsicherheiten und wie er zu anderen steht. Ihn konnte ich einfach nicht richtig greifen – ich baute keine Beziehung zu ihm auf, er war mir nicht sympathisch. Das hilft natürlich auch nicht beim Lesen.

Wer einen Thriller erwartet, ist hier falsch. Es geht um Beziehungen und um das Leben. Dass jemand gestorben ist, ist zwar der Aufhänger der Geschichte, aber nicht das, worüber Kanae Minato schreibt. Da passt die sehr späte Auflösung der Geschichte auch ins Bild. Diese gefiel mir tatsächlich ziemlich gut, weil ich sie überhaupt nicht erwartet hätte. Allerdings war sie leider auch etwas weit hergeholt und simpel. Obwohl mich “Schuldig” nicht überzeugen konnte, liegt “Geständnisse” weiterhin auf meiner Wunschliste. Der Vorgänger soll um einiges spannender und intensiver sein. Also genau das, was ich mir wünsche.

Fazit:

Für mich leider eine Enttäuschung. Ich erwartete Spannung, überraschende Wendungen und sympathische Charaktere. Leider war die gesamte Geschichte eher langweilig und trat gefühlt auf der Stelle. Die Auflösung kam zu spät und obwohl sie mir gefiel, rettet es leider nicht meinen Gesamteindruck von dem Roman.

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Wo hört Mitschuld auf?

Von: kleine_welle Datum: 12. Juni 2019

Fukase ist mehr oder weniger ein Einzelgänger. Sein Leben lang war er eher unscheinbar. Nur wenn er Kaffee kocht bekommt er Aufmerksamkeit. Auch als er mit seinem Freund Hirosawa zusammen war, fühlte er sich beachtet. Doch was ist damals in der Nacht passiert, als Hirosawa einen Autounfall hatte?

Das Cover ist gut, wobei auf den ersten Blick kann man den Zusammenhang nicht so gut verstehen. Aber nach und nach erklärt sich die Wahl dieses Covers.
Grundsätzlich ist das Buch sehr gut geschrieben, denn die Autorin hat einen Stil der einen fesselt und man fragt sich einfach die ganze Zeit, was hat Fukase getan? Bzw. was ist genau in dieser Nacht passiert, als Fukase mit Hirosawa und drei anderen Freunden einen Ausflug gemacht hat?
Es bleibt ziemlich ungewiss, obwohl man mit einigen Rückblicken doch etwas erfährt, aber es wird nie zu viel verraten. Man tappt lange Zeit einfach im Dunkeln.
Denn genau hier kommt man zu Fukases furchtbarer Eigenschaft, nie alles direkt heraus zu sagen. Klar, das ist in Japan halt so, aber das hat mich schon sehr genervt. Aber nicht nur Fukase hält mit vielem hinter dem Berg, auch einige der anderen Charaktere halten lieber den Mund bevor sie noch jemandem vor dem Kopf stoßen könnten. Dazu kommt, dass Fukase ziemlich häufig in Selbstmitleid badet und sehr oft betont, wie einsam er doch ist und wie gerne er mehr Zeit mit seinen Freunden verbringen würde. Aber er ist das selber schuld, denn wenn man nicht mit den anderen redet, kann der andere auch nicht wissen was in einem vorgeht. Und so wird schnell klar, wie wenig Fukase auch über seinen angeblich besten Freund Hirosawa wusste. Um den sich vieles im Buch dreht, denn er hatte diesen tödlichen Unfall vor drei Jahren und jetzt erhalten Fukase und die drei anderen anonyme Briefe, dass sie Mörder seien. Doch was ist wirklich passiert damals? Kann der schüchterne, zurückhaltende Fukase wirklich ein Mörder sein? Oder gilt die Anschuldigung eher der Unterlassung von Hilfe?
Nach und nach erfährt man dann was damals passiert war und wer schuldig ist. Aber dann endet das Buch noch nicht, denn es gilt ja noch herauszufinden, wer diese Briefe an die vier geschickt hat. So begibt sich Fukase auf eine Suche und findet immer mehr heraus, wie wenig er über Hirosawa wusste. Mit wem er befreundet war und was er in seiner Freizeit gemacht hat. Aber das passiert einfach, wenn man nicht nachfragt.
Fukase tat mir zunächst leid, weil er in diese Außenseiterrolle gerutscht ist, aber so nach und nach habe ich gemerkt, dass er diese Rolle scheinbar selbst gewählt hat und kaum etwas unternimmt um da raus zu kommen.
Im Grunde ist die Geschichte recht geradlinig und man kann schon vieles im Vorfeld erahnen. Mir hat so ein bisschen das geheimnisvolle gefehlt, was Kanae Minato in Geständnisse zum Beispiel so wunderbar gelungen ist.
Allerdings muss ich zugeben, dass mich das Ende wieder total überrascht hat und so wurde noch einiges wieder gut gemacht.

Mein Fazit: Schuldig ist nicht ganz so gut wie Geständnisse finde ich, aber trotzdem wird man hier gut unterhalten und wenn man bis zum Ende durchhält, wird man da mit einer richtig guten Lösung überrascht. Ich hatte damit gar nicht gerechnet. Ich kann das Buch empfehlen, wenn man einen etwas jammernden Protagonisten aushalten kann.

Freundschaft, Loyalität und Schuld

Von: FrauSchafski Datum: 10. Juni 2019

Kanae Minato hat mich mit ihrem ersten in Deutschland erschienen Buch „Geständnisse“ begeistert. Besonders fasziniert hat mich die ungewöhnliche Erzählweise, die unterschiedliche Texttypen so zusammenfügt, dass daraus aus verschiedenen Perspektiven auf ein und denselben Vorfall geblickt wird und so am Ende die Wahrheit ans Licht kommt. Insofern hatte ich recht hohe Erwartungen, als ich mich ihrem zweiten Buch „Schuldig“ widmete.

Auch in diesem steht der Tod eines Menschen in Vordergrund. Hirosawa verunglückt tödlich mit dem Auto, als er auf dem Weg ist, einen Freund vom Bahnhof abzuholen. Das allein ist tragisch genug, jedoch werden seine Freunde, die mit ihm ein langes Wochenende auf einer Berghütte verbringen wollten, von Schuldgefühlen heimgesucht, weil sie Hirosawa losgeschickt haben, obwohl er zuvor Alkohol getrunken hatte. Als sie Jahre später in anonymen Briefen des Mordes bezichtigt werden, macht sich Fukase auf, um die Wahrheit hinter dem Unfall herauszufinden. Die Figur des Fukase ist für westliche Gemüter nur sehr schwer nachzuvollziehen. Er verkörpert gesellschaftliche Umstände Japans, die für uns fremd sind, weil er mit nur geringem Selbstbewusstsein gesegnet wurde und sich allein deswegen innerhalb seines Umfeldes, das auf Leistung und Status getrimmt ist, minderwertig fühlt. In seinem Empfinden ist er es kaum wert, gesehen zu werden, geschweige denn Freundschaft oder Liebe zu verdienen. Diese Gefühle ziehen sich durch die gesamte Handlung, da Fukase unser Erzähler ist, und das andauernde Nachdenken über seine Minderwertigkeitskomplexe ist kaum zu ertragen. Allein das macht „Schuldig“ zu einer eher anstrengenden Lektüre. Hinzu kommt, dass die Aufklärung des Falls vom sozialen Geflechts Hirosawas geprägt ist. Wer - wie ich - einen mysteriösen Komplott erwartet, wird am Ende vielleicht enttäuscht sein. Dennoch spiegelt dieser Roman erneut für mich faszinierende Besonderheiten japanischen Zusammenlebens wieder und nicht zuletzt eine große Liebe für Kaffee - und Honig.

Fazit: Die gesellschaftlichen Gepflogenheiten sind gut eingefangen, jedoch für uns schwer nachzuvollziehen. Sich in Fukases Figur hineinzuversetzen, erweist sich als schier unmöglich. Der Spannungsaufbau wird von diesen beiden Faktoren dermaßen überlagert, dass der Roman streckenweise eher zähflüssig wie Honig ist. Aber die Lektüre tut auch nicht weh und wer sich für Japan interessiert, wird eine weitere Facette hinzufügen können. Für mich bleibt es letztlich bei drei Sternen.

Ein ruhiger Roman über Freundschaft, Trauer, Schuld, die japanische Gesellschaft und viel Essen und Kaffee. Konnte mich nur mässig begeistern.

Von: Pink Anemone Datum: 06. Juni 2019



Vier Freunde, ein tragisches Unglück und die Frage nach der Schuld.

Fünf Studenten aus Tokio wollen in einem abgelegenen Dorf zusammen ein paar Ferientage verbringen. Einer von ihnen, Hirosawa, kommt bei einem Autounfall auf einer kurvenreichen Bergstraße ums Leben. Drei Jahre später holt das schreckliche Ereignis die ehemaligen Studienkollegen ein. Sie erhalten anonyme Briefe, in denen sie des Mordes an ihrem Freund beschuldigt werden. Raffiniert erzählt die japanische Erfolgsautorin Kanae Minato von den zahlreichen Verkettungen, die zu dem tödlichen Unfall geführt haben, lockt den Leser gekonnt auf falsche Fährten, bis schließlich die tragische Wahrheit ans Licht kommt... (Klappentext)

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"FUKASE KAZUHISA IST EIN MÖRDER
[...]
Diese Worte kommen nicht unerwartet. In diesem einen Satz verdichtet sich alles: meine Kommilitonen, das Alumnitreffen, West-Pop, Regen, Kaffee, Honig..."
(S. 59)

Erzählt wird aus der Sicht von Fukase, einem kleinen Angestellten in einer Firma für Bürobedarf. Fukase war immer schon in gewisser Weise Außenseiter und daran auch nicht ganz unschuldig. In seiner Studienzeit lernte er Hirosawa kennen und dieser war sein bester und auch einziger Freund, bis er bei einem Wochenendausflug tödlich verunglückte. Doch war es wirklich nur ein tragischer Unfall oder hatte hier einer der teilnehmenden Studenten, inklusive Fukase, seine Finger im Spiel?

Diese Frage zieht sich als roter Faden durch das gesamte Buch, ebenso die Außenseiterrolle von Fukase, sein ständiges Gejammere, aber auch Kaffee, Honig und Essen.


Fukase ist nicht glücklich und war es auch nie. Er ist eher unscheinbar und sehr unsicher, außer wenn er seinen Kollegen auf seine spezielle Art Kaffee brüht. Kaffee war schon immer seine Leidenschaft und der einzige Weg Aufmerksamkeit von anderen zu bekommen. In diesen Kaffee-Momenten drehte sich dann endlich alles um ihn und er genießt es. Doch plötzlich wendet sich das Blatt. Fukase lernt ein Mädchen kennen, es entwickelt sich eine Beziehung und alles scheint hervorragend zu laufen ... bis seine Freundin Mihoko einen Brief erhält und in diesem steht nur ein Satz: "Fukase Kazuhisa ist ein Mörder." Die Vergangenheit holt Fukase ein und somit auch die Schuldgefühle, welche er jahrelang verdrängte. Schuldgefühle, die mit diesem Wochenendausflug und dem Tod seines besten Freundes begannen.


"Ich mache einen Kaffee. Damit kann ich uns etwas Gutes tun. Das Allerbeste, was ich vermag. Der einzige Lichtblick in der finsteren Welt der Schuldgefühle."
(S. 63)

Man darf hier keineswegs einen Roman voller Spannung erwarten. Die Story schleicht regelrecht dahin. Vor allem Kaffee und Essen nehmen sehr... sehr...viel Raum ein.

Ja, auch der Kaffee ist hier ein roter Faden. Als Kaffeeliebhaberin störte mich das jedoch keineswegs. Mich umgab während des Lesens immer eine wohlige Kaffee-Atmosphäre und ich fühlte mich, vor allem Anfangs, in der Story wohl und heimelig, roch den Duft von frisch geröstetem Kaffee und habe sicher noch nie so viel Kaffee getrunken wie während des Lesens von "Schuldig". Die Story beginnt damit, dass Fukase von seinem Job, seinem Leben und vor allem von seiner Liebe zum Kaffee erzählt.


Dieses Buch sollte man auch nicht unbedingt mit leerem Magen lesen, denn auch das Essen ist hier ein wichtiges Thema. Mir knurrte permanent der Magen und genauso oft lief mir das Wasser im Mund zusammen. Ich esse normalerweise maximal 2-3 Mal im Jahr asiatisch, während ich "Schuldig" gelesen habe, hatte ich permanent Lust auf japanisches Essen und ich gab nur zu oft dem Drang danach nach. Dies ist auch ein Grund, weshalb es zu diesem Buch auf meinem Blog auch gleich zwei "Rezepte zum Buch" gibt.

Doch auch wenn dies durchaus schön zu lesen war, bremste dieser Kaffee und all dieses Essen die Story. Ich schätze ohne diese beiden Elemente wäre das Buch nur halb so dich, sprich - es hätte dann wohl nur 150 Seiten. Es war einfach zu viel des Guten.


Zudem war mir auch Fukase nicht wirklich sympathisch. Selbstmitleid und Jammerei am laufenden Band. Zwischendurch blitzen auch immer wieder Neid und Mißgunst gegenüber anderen auf, während er sich für andere jedoch überhaupt nicht interessiert. Ich hätte ihn am liebsten mehrmals durchschütteln wollen, ihm das Curry in das Gesicht klatschen oder ihn mit Soba-Nudeln erwürgen mögen. Er nervte mich von Anfang bis Ende.

Doch auch wenn er dies tat, so kann man gleichzeitig an ihm erkennen wie die japanische Gesellschaft und Kultur funktioniert und was sie aus einem macht, wenn man nicht in dieses Bild passt. Wenn man meint man MUSS so sein, wie es erwünscht wird, um in das Gesamtbild zu passen es jedoch nicht schafft diesem Bild zu entsprechen, während alle anderen perfekt sind.


"Die anderen vier hatte etwas verbunden, bei dem er außen vor geblieben war. Beinahe hätte sich Fukase gewünscht, als Hirosawas bester Freund verdächtigt zu werden, die anonymen Briefe geschrieben zu haben..."
(S. 156)

Die Story selbst ist durchaus interessant und lässt durch Fukase tief in die japanische Gesellschaft blicken, welche schon Kindern ein festes Bild einprägt wie man zu sein hat.

Die Story regt auch zum Spekulieren an - was ist nun wirklich an diesem Wochenende passiert und ich hatte im Verlauf wirklich jeden der 4 Studenten im Visier.

Die Auflösung selbst war dann wieder so gar nicht mein Fall, während andere LeserInnen gerade davon sehr begeistert sind. Mir entlockte das Ende jedoch nur ein gelangweiltes "Aha" mit einem enttäuschen Seufzer hinterher.


Vom Schreibstil der Autorin bin ich aber nach wie vor begeistert und auch der eher ruhige Erzählstil einer Story, die so viel Message zwischen den Zeilen enthält gefiel mir. Leider jedoch zu wenig für mich, um am Ende begeistert das Buch zuzuschlagen.


Fazit:

Nachdem ich von Kanae Minato "Geständnisse" gelesen habe und mich dies absolut begeistert zurück ließ, hatte ich hohe Erwartungen an "Schuldig"....vielleicht waren diese jedoch zu hoch.

"Schuldig" ist ein Roman über Freundschaft, Trauer, das Leben mit Schuld und vor allem über die japanisches Gesellschaft. Ein philosophischer und typisch japanischer Roman, der mich trotzdem nicht ganz von sich überzeugen konnte. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:


© Pink Anemone (mit Leseprobe, Autoren-Info und zwei Rezepten zum Buch)

Schuldig

Von: ThePassionOfBooks Datum: 05. Juni 2019

Das Cover hat mich wirklich umgehauen. Zunächst lässt sich überhaupt kein Zusammenhang zwischen ihm und der Geschichte selbst erkennen, aber mit der Zeit versteht man die tiefere Bedeutung. Einfach genial umgesetzt!

Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Fukase. Der Kaffeeliebhaber ist ein ruhiger, in sich gekehrter Mensch, der sehr zurückgezogen lebt. Nachdem Erhalt des Briefes beginnt Fukase Hirosawas Leben zu hinterfragen und Nachforschungen anzustellen.

"Schuldig" ist ein äußerst treffender Titel und die Autorin hat es großartig umgesetzt. Was macht es mit einem Menschen, wenn ein geliebter Mensch aus dem Leben gerissen wird. Vorwürfe, Geheimnisse und Angst spielen hier eine große Rolle und nach und nach taucht man immer tiefer in das Leben der Freunde ein.

Die Spannung findet eher unterschwellig statt, aber das passt einfach perfekt. Es brodelt unter der Oberfläche und ich war die gesamte Handlung über bis zum zerreißen gespannt, denn man spürt einfach, dass es noch einen ganz großen Knall geben wird. Der kam dann auch und hat mir buchstäblich den Boden unter den Füßen weggezogen. Einen solchen Plottwist hätte ich im Leben nicht erwartet, einfach grandios von der Idee bis zur Umsetzung.

Oder nicht?

Von: Michael Lehmann-Pape Datum: 24. Mai 2019

Kazuhisa Fugase ist eine „Randerscheinung“. Immer schon gewesen. Auch wenn bei ihm gilt: „Stille Wasser sind tief“, in der arbeitsam ausgerichteten und auf gute Posten hoffende japanischen Gesellschaft gerade was die jungen Leute angeht, hat er wohl von seiner Art her auf den ersten Blick zu wenig zu bieten, um im Mittelpunkt irgendeiner Aufmerksamkeit zu stehen.

Da ist es für ihn umso wichtiger, dass zwei Dinge sein Leben stark bestimmen. Zum einen seine Freundschaft zu Hirosawa. Die er, wie er meint, zum einen nicht verdient hat, und zum anderen wird er feststellen, dass diese besondere Art seines Freundes auf den ersten Blick täuscht. Da ist kein gutmütiger und dabei etwas tumber großer junger Mann, sondern da wird er im Lauf seiner Recherchen nach dem Unfall an diesem gemeinsamen Wochenende mit vier Freunden auf erstaunliche Charakterzüge treffen.

„Yoshika Hirosawa war kein oberflächlicher und leerer Mensch“!

Zum anderen ist Fugase so etwas wie ein japanischer Hobby-Barrista. Kafeesorten, Brühverfahren, Verfeinerung mit diversen Geschmacksrichtungen an Honig, Stammgast im „Clover“, einem wunderbaren kleinen Café eines Kaffee-Verrückten Wirts.

Jener Ort, an dem er die bezaubernde Verkäuferin aus der Bäckerei gegenüber kennenlernen konnte. Hinter der ebenfalls viel mehr stecken wird, als Fugase lange Zeit meint.

Denn da ist auch dieser Brief: „Fugase ist ein Mörder“. Den just diese Freundin erhält und damit Erinnerungen an das Wochenende vor drei Jahren wachrüttelt und Zweifel in Fugase entfacht. War es ein Unfall, der Hirosawa das Leben gekostet hat? War es Neid und Eifersucht eines der anderen Beteiligten?

Die Lösung wird am Ende den Leser und Figase überaus überraschen, aber bis dahin darf man sich in Wuhre der feinen Sprache, dem ruhigen Ton und der ständig sich steigernden Tiefe der Erforschung der Protagonisten zuwenden, die Minato allesamt bestens erzählt auf die Seiten des Buches bannt.

Wie da ein einzelner Mensch in alle Facetten betrachtet wird, aus den Augen seines Umfeldes und den Erinnerungen jener, die mit ihm Zeit verbrachten, das ist intensiv zu lesen.

Ebenso, wie die Trauer Fugases mehr und mehr fast körperlich fühlbar in den Raum tritt und die Themen der Ziele im Leben, wahrer Freundschaft, der Liebe und einer Haltung dem Leben und den Mitmenschen gegenüber, die wahrhaft edel zu nennen ist, sich eindrucksvoll vor den Augen des Lesers entfaltet. Begleitet natürlich von der durchgehend spannnenden Frage, wer denn jene Briefe verfasst hat, was wirklich in jener Nacht im Landhaus geschah und wie Fugase indirekt an allem zentral beteiligt sein wird, auch wenn er vordergründig nie im Mittelpunkt steht.

Eine empfehlenswerte Lektüre.

Eine interessant verpackte Geschichte zum Thema Schuld und Reue!

Von: TheWonderlandBooks Datum: 24. Mai 2019

Nachdem ich vor nicht allzu langer Zeit das Buch „Geständnisse“ von Kanae Minato gelesen hatte und unglaublich begeistert war, stand für mich von vornherein fest, dass ich auch ihr neues Buch „Schuldig“ lesen möchte. Zum Glück musste ich auf die Veröffentlichung nicht lange warten und konnte direkt mit dem Lesen beginnen.

Leider tat ich mich mit dem Anfang dieses Mal deutlich schwieriger als zuvor bei „Geständnisse“ und war dadurch zunächst etwas enttäuscht. Ebenso wie bei der Musik, gibt es auch in der Buchbranche „One-Hit-Wonder“ und ich hatte schon die Befürchtung, dass es sich hierbei um eines handeln würde. Nach anfänglichen Schwierigkeiten verflog der erste Eindruck allerdings und ich kam schnell wieder in den Genuss des Schreibstils der Autorin, der mir so gut gefiel.

Zunächst geht man wirklich eine längere Zeit von einem Unfall aus und ich habe mich stellenweise gefragt, ob überhaupt noch etwas in die Richtung Spannung passiert, so wie man es von der Autorin kennt oder es sich lediglich um eine Art Erzählung handelt. Doch dann gerät die Sache ins Rollen, als Fukase und seine damaligen Studienfreunde Drohnachrichten bekommen und immer mehr Fragen und Ungereimtheiten in den Raum gestellt werden. Fukase erklärt sich bereit dem Ganzen auf den Grund zu gehen, denn er merkt zusehends, dass er gar nicht so viel über seinen Kumpel Hirosawa weiß.

Der Hauptprotagonist Fukase war mir leider die meiste Zeit sehr unsympathisch und ich konnte keine Bindung zu ihm aufbauen. Er wirkte auf mich wie eine sehr wehleidige, jammernde Person und das hat mich manchmal wirklich genervt, weil es eben nicht immer nur um ihn ging. Wenn ich ehrlich bin, wäre ich tatsächlich nicht gern mit ihm befreundet gewesen. Aber auch diese Gefühle muss man bei einem Leser wecken können und das hat mir durchaus gefallen.

Die Geschichte hat nur ganz wenige Kapitel und irgendwie empfand ich dies als ungewöhnlich, da ich es gewohnt bin, am Ende eines Kapitels zu unterbrechen und nicht mitten auf einer Seite. Allerdings habe ich mich hier dann so gut es ging einfach an die Abschnitte innerhalb eines Kapitels gehalten und dort dann pausiert, wenn ich ins Bett musste oder anderweitig beschäftigt war. Ja, dieses Buch habe ich nicht in einem Rutsch durchgelesen, denn leider gab es teilweise Szenen, die mich nicht fesseln konnten. Die Spannung blieb hier des Öfteren leider aus.

Auch wenn das Buch etwas anders war als „Geständnisse“ und nicht durchgehend halten konnte, was es versprach, hatte ich bis zuletzt Hoffnung, dass die Autorin wieder ein für sie typisches Ende für einen parat hält. Was das angeht, wird man nicht enttäuscht und das ist auch ein großer Pluspunkt für „Schuldig“, welches ich im Endeffekt doch sehr gern gelesen habe.

Hinten im Buch befinden sich kleine Anmerkungen der Übersetzerin, in denen japanische Begriffe erklärt werden, die an einigen Stellen im Buch vorkommen. Da mir die japanische Kultur nicht fremd ist, war für mich nicht viel Neues dabei, dennoch finde ich solche kleinen Gadgets ganz nett, da man sich so das googlen spart und nicht vom Smartphone abgelenkt wird. Eine klare Win-Situation.

Fazit: Eine interessant verpackte Geschichte zum Thema Schuld und Reue.

Nachdenkliche Spurensuche

Von: BlueSiren Datum: 20. Mai 2019

Wieder ein erzählerischer Geniestreich von Kanae Minato. „Schuldig“ ist ein spannendes Drama mit einem bombastischen Ende. Leider gelingt es nicht das ganze Buch über die Spannung und die beklemmende Stimmung aufrechtzuerhalten. Dafür spürt man die tiefe Trauer, Wehmut und auch die Reue der Charaktere. Ein nachdenkliches Buch mit vielen Fragen über das Leben, über Freundschaft und Unausgesprochenes.
Wer Kanae Minatos 1. Buch mochte, der wird auch "Schuldig" mögen, wenngleich es weniger direkt und in einer anderen Weise abgründig ist.
Wer einen eher ruhigen, intelligenten Spannungsroman sucht, darf beherzt zugreifen. Es hat mir sehr gut gefallen und das Ende lässt mich einfach nicht los!

Blasse Charaktere und langweilige Story

Von: Liesa Datum: 20. Mai 2019

Als ich #Schuldig von #KanaeMinato ausgelesen habe, war ich ziemlich underwhelmed. Dabei hatte ich mich so darauf gefreut, denn “Geständnisse“, das vorherige Buch der japanischen Autorin, fand ich unglaublich spannend, gut geschrieben und überraschend. An „Schuldig“ überraschte mich allenfalls der Schluss, alles andere war schnarchlangweilig und ich hab fünfmal überlegt, ob ich nicht doch abbrechen soll. Hab ich dann aber nicht gemacht, weil gleichzeitig schon eine Neugier in mir war - was ist denn da nun passiert, wieso ist einer der Freunde damals gestorben, wie hängt alles miteinander zusammen? Leider war die Suche nach dieser Antwort nicht so aufregend wie erhofft, die Charaktere blieben alle blass und emotionslos, der Schreibstil fesselte nur an wenigen Stellen. Eigentlich mag ich diese japanische Art zu erzählen sehr gerne, dieses nüchterne und trockene Beobachten, aber hier ging es mir regelmäßig auf den Zeiger und ich wollte einfach nur, dass mal irgendwas passiert. Die letzte Seite war richtig krass, konnte das Ruder insgesamt aber nicht mehr rumreißen. Schade.
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Schuldig: Kaffeeliebe, Freundschaft und ein tödliches Unglück

Von: Janine Amberger Datum: 18. Mai 2019

Es ist eines dieser furchtbaren Szenarien, die man sich gar nicht ausdenken mag: Vier Studenten begeben sich auf einen Ausflug, zu dem ein weiterer Kommilitone nachkommen will. Als dieser von einem der Studenten am Bahnhof abgeholt werden soll, kommt dieser dort nie an – Hirosawa verunglückt auf der unbekannten, schwierigen Strecke. Wen trifft hierfür die Schuld? Das ist der Dreh- und Angelpunkt von Schuldig, dem neuen Roman von Kanae Minato, welcher die Geschehnisse gut vier Jahre nach dem Ausflug erzählt.

"Ich mache einen Kaffee. Damit kann ich uns etwas Gutes tun. Das Allerbeste, was ich vermag. Der einzige Lichtblick in der finsteren Welt der Schuldgefühle." | Seite 63

Fukase Kazuhisa ist einer der Studenten, die mit auf diesem Ausflug waren, und wird recht unsanft wieder an dieses Unglück erinnert, als seine Freundin ein anonymes Schreiben mit den Worten „Fukase Kazuhisa ist ein Mörder“ erhält. Dies stellt Fukase natürlich nicht nur vor Erklärungsnot, sondern wirft viele weitere Fragen auf. Wer ist der Verfasser? Warum kommt dieses Schreiben jetzt erst? Steckt ein Körnchen Wahrheit in jener Aussage? Diese und weitere Gedanken kreisen fortan in Fukases Kopf, und nach und nach versucht er sich den Geschehnissen und dem verlorenen Freund Hirosawa anzunähern.

Als Protagonist ist Fukase dabei recht interessant, da er als sehr introvertierte Person viel reflektiert und in Gedanken durchspielt. Sein Steckenpferd ist das Kaffee zubereiten und diesen genießen, ansonsten empfindet er sich als farblosen „Luftmenschen“, der nie wirklich dazugehört. Damit ist er perfekt dafür geeignet Personen zu ihren Eindrücken und Erlebnissen mit Hirosawa zu befragen, und den Verfasser des Schreibens ausfindig zu machen, allerdings hätte ich mir doch noch irgendeine Ecke oder Kante an ihm gewünscht. Fukase ist manchmal einfach zu unnahbar und nicht greifbar, während die anderen Studenten viel interessanter wirken.

Wie Geständnisse zuvor ist auch Schuldig kein klassischer Krimi, wie man kennt: Das Buch fordert einen zum Nachdenken über die eigene Moral auf, und zeigt viel der japanischen Kultur und Eigenheiten auf. Da liegt vermutlich auch mein Problem, den über lange Strecken des Buches fand ich die Frage nach der Schuld oder Unschuld der Charaktere etwas anstrengend – eben weil ich diese Schuld gar nicht erkennen konnte? Es geht für mich in Schuldig viel mehr um die Frage einer Mitschuld, und inwiefern bestimmte Handlungen zusammenspielen können. Ich hätte mir sehr gewünscht, dass wir als Leser neben Fukase noch in andere Perspektiven hätten eintauchen können, um ein besseres Bild der Studentengruppe zu erhalten und einige Enthüllungen überraschender zu gestalten. Ein Umstand ist ab spätestens der Mitte des Buches glasklar, ebenso wird so häufig auf zwei Aspekte gezeigt, dass diese einfach für die Auflösung eine Rolle spielen müssen: Und genau das tun sie dann auch.

Generell muss man sagen, dass die Auflösung sehr bequem ist. Minato gibt dem Leser extra noch einen Umstand mit auf den Weg, der die Frage nach der Schuld leicht machen soll, und auch der Protagonist kommt zu einem klaren Urteil. Ob man diesem zustimmt und wie allgemein die Wertung ausfällt, bietet jedenfalls Diskussionsstoff – und das ist wahrscheinlich die große Stärke von Schuldig.

Raffiniert aufgebaut

Von: TanyBee Datum: 08. Mai 2019

Kazuhisa Fukase lebt ein unaufälliges Leben. Er arbeitet bei einem Vertrieb für Büroartikel und hat eine Leidenschaft für die gute Zubereitung von Kaffee, ansonsten ist er aber sehr zurückgezogen. Doch eines Tages bekommt seine Freundin, mit der er erst seit kurzem ausgeht, einen Brief in dem steht: Kazuhisa Fukase ist ein Mörder. Dieser Brief katapultiert ihn zurück in die Vergangenheit, zu einem Ausflug mit Studienfreunden. Sie waren zu fünft los gefahren und nur vier von Ihnen sind zurückgekehrt. Was ist damals wirklich passiert?
Fukase nimmt Kontakt zu seinen alten Studienkollegen auf und zu Freunden und Familie von Hirosawa, der damals umgekommen ist. Nach und nach setzt er ein neues Bild von seinem Freund zusammen.
Schuldig ist ein sehr sehr japanisches Buch. Der Plot wäre hier auf diese Weise gar nicht möglich. Und genau das macht seinen Reiz aus. Typisch japanisch ist auch die ausführliche Beschreibung von Speisen und Getränken. Man bekommt direkt Lust, mit dem Auto durch Japan zu fahren und die ganzen Gerichte ebenfalls zu probieren.
Vor zwei Jahren habe ich das Buch „Geständnisse“ der Autorin gelesen und das ist ganz anders als dieses hier. Was sie gemeinsam haben ist, dass bei beidem die typisch japanischen Verhaltensweisen und Gefühle eine große Rolle spielen. Aber „Geständnisse“ ist wesentlich grausamer und blutiger. Eher ein Thriller (Die Verfilmung ist übrigens sehr sehenswert!!). „Schuldig“ ist viel ruhiger erzählt und komplett unblutig, aber raffiniert aufgebaut. Gerade wenn man denkt, nun weiß man alles, kommt doch noch der große Knall und viele Puzzleteile fallen an ihren Platz.
„Geständnisse“ hat mir etwas besser gefallen, da es doch ein ganzes Stück spannender ist, aber das ist sicher Geschmackssache.
„Schuldig“ habe ich auch sehr gerne gelesen und empfehle es weiter, vor allem für Japan Fans!

Großartige Geschichte mit schockierendem Ende.

Von: VB00KS Datum: 04. Mai 2019

Meine Zusammenfassung:
Fukase führt bisher ein eher unauffälliges Leben. Er arbeitet für die Nishida Bürobedarf GmbH im Außendienst und beliefert Kunden mit Büromaterial. Zu den Stammkunden gehört auch die Narasaki Highschool, an der sein alter Kommilitone Asami arbeitet. Einmal in der Woche ist er dort, um Asami seine Bestellungen zu bringen. Asami ist noch sein einziger Kontakt zu seiner Studentenzeit und auch zu den anderen aus der früheren Clique. Doch bezweifelt Fukase, dass nur einer von ihnen Kontakt zu ihm hätte, wenn er nicht wöchentlich in der Highschool auftauchen würde.

Eigentlich wollte Fukase für eine Bank arbeiten, doch wollte ihn keine nehmen. Nun, mit seinem Job in dem kleinen Büro, ist er auch zufrieden. Es gibt sogar Momente dort, in denen nur ihm die Aufmerksamkeit gilt; wenn er für alle Kollegen Kaffee kocht. Denn nur wenn er Kaffee kocht, schmeckt es allen am besten. Die Kollegen geben sogar etwas in seine Kaffeekasse, damit er für sie alle die besten Kaffeebohnen besorgen kann.

Als er eines Tages unterwegs ist, entdeckt er ein Café, welches er zuvor noch nie gesehen hat. Natürlich muss er es besuchen, er als Kaffeeliebhaber. Und der Kaffee den er dort probiert, ist tausendmal besser als der seine. Dieses Café wird zu seinem Stammlokal, welches er nun täglich besucht. Es dauert nicht lange, bis noch mehr Menschen aus der Nachbarschaft davon Wind bekommen und eines Tages plötzlich ein hübsches Mädchen an seinem Stammplatz sitzt. Die freundliche Wirtin hat es sich zur Aufgabe gemacht, die beiden Stammgäste zu verkuppeln.

Womit Fukase jedoch nicht gerechnet hat ist, dass Mihoko ihn mit seiner Vergangenheit konfrontiert. In Form eines Briefes: FUKASE KAZUHISA IST EIN MÖRDER. Diesen Moment hatte Fukase immer gefürchtet. Er hatte versucht, so gut wie möglich zu vergessen, was damals, vor drei Jahren, passiert ist. Er wollte nicht mit Mihoko darüber sprechen, nicht um diese Zeit und nicht, ohne sich vorher noch einmal alles durch den Kopf gehen zu lassen.

Er würde sie wegschicken und ihr dann alles sachlich in einem Brief schildern. Alles, was damals auf dem Ausflug der fünf Kommilitonen passiert ist. Als Murai sie in ihre Landhütte oben in den Bergen einlud und Hirosawa tödlich verunglückte. Doch er konnte Mihoko nicht fortschicken, dafür regnete es draußen zu sehr. Also blieb ihm nichts anderes übrig, als ihr die Geschichte von damals zu erzählen. Es würde eine lange Nacht werden, genau wie damals … Nachdem er ihr von den Geschehnissen damals erzählt hat, erfährt er von seinen ehemaligen Kommilitonen, dass auch sie ähnliche Anschuldigen bekommen hatten. Die Clique beginnt, sich gegenseitig zu verdächtigen. Wer steckt dahinter? Und was ist damals wirklich passiert?

Meine Meinung:
Großartig. Meine Güte, ich habe das Buch in weniger als 12 Stunden durchgelesen und gerade die letzte beendet und ich bin schockiert. Positiv schockiert. Obwohl ich das Ende tatsächlich noch verarbeiten muss, da es einen Moment gedauert hat, bis es bei mir „Klick“ gemacht hat. Herrje, klasse. Ich freue mich, dass ich mich doch dazu entschieden habe, dieses Buch zu lesen.

Ihr vorheriges Buch Geständnisse hatte von mir nur drei Sterne erhalten, obwohl ich im Nachhinein sagen muss -als ich mir diese Geschichte noch einmal durch den Kopf habe gehen lassen- dass mich die Geschichte doch ziemlich mitgenommen hat, als ich meinem Freund davon erzählte. Naja jedenfalls hatte ich dann erst Bedenken, dass mir Schuldig zu lahm sein könnte, oder einfach nur schlecht. Doch wirklich das Gegenteil ist der Fall.

Ich kann nicht einmal beschreiben, was genau mir so daran gefällt. Das Buch selbst und die Art der Erzählung ist ziemlich einfach gehalten und wirklich für Jedermann verständlich. Wirklich viel Besonderes geschieht auch nicht. Man liest und liest und liest, und hat schon die Hälfte des Buches durch. Es geschieht wirklich nicht viel und doch hat es mich einfach mitgerissen und ich wollte einfach mit jeder weiteren Seite endlich erfahren, was damals passiert ist und wer hinter den Anschuldigen steckt.

Da ich mich immer wieder als gute Detektivin bei solchen Geschichten erweise, erahne ich viele Zusammenhänge sehr schnell und bin natürlich auch hier, schnell dahinter gestiegen wer dahinter steckt. In meinem Verständnis ging es schnell, weil ich das Buch so schnell gelesen habe, aber eigentlich bin ich auch erst dahinter gekommen, als die Autorin mich hat dahinter kommen lassen. Weltklasse. Es hat mich einfach gefangen genommen.

Inhaltlich darf ich eigentlich nichts verraten, daher lasse ich das auch lieber und möchte jedem, der diese Rezension liest, sagen, dass er das Buch selbst lesen soll und es ebenfalls weiterempfiehlt, da er oder sie sicherlich genauso begeistert sein wird wie ich. Ich muss jetzt erst einmal den Epilog verarbeiten und herausfinden, ob ich irgendwo die Verfilmung finde dieses Romans finde. Geständnisse habe ich bereits entdeckt und werde ich mir vermutlich auch mal anschauen.

Mein Fazit:
Großartige Geschichte mit schockierendem Ende.

5 von 5 Sternen.

Tragische Geschichte mit überraschendem Ende, aber etwas spannungsarmer Handlung bis zur Auflösung

Von: schnäppchenjägerin Datum: 03. Mai 2019

Kazuhisa Fukase arbeitet für eine Firma für Bürobedarf und ist dabei u.a. für die Auslieferung der Ware zuständig. Für den studierten Betriebswirtschafter ist der Beruf wenig anspruchsvoll und erfüllend und auch seine Freizeit verbringt er nur einseitig abends in einem Café, wo er den hochwertigen Kaffee genießt und auch selbst ein Händchen für die Zubereitung erlesener Kaffeesorten entwickelt hat. Kontakte mit anderen Menschen scheut er, nur bei der Zubereitung von Kaffee, für die er auch von seinen Kollegen gelobt wird, bewegt er sich auf sicherem Terrain.

Durch die Inhaber seines Stammcafés lernt er Mihoko kennen. Nach wenigen Wochen, in denen sie sich näher gekommen sind, erhält Mihoko einen Brief mit dem Inhalt" Kazuhisa Fukase ist ein Mörder", mit dem Fukase die Vergangenheit einholt. Von Mihoko zur Rede gestellt, beginnt er zu erzählen, was sich vor drei Jahren in den japanischen Alpen ereignet hat, als er mit vier Kommilitonen die Feiertage um das Ahnenfest in einer Hütte verbringen sollte. Eine der Mitreisenden und einziger engerer Freund von Fukase, Hirosawa, kam während des Aufenthalts bei einem Verkehrsunfall ums Leben.

Der Roman beginnt mit einer langen Einleitung, die die Zurückgezogenheit von Fukase, aber vor allem auch die Leidenschaft für verschiedene Kaffeebohnen und ihrer handgefilterten Zubereitung - zum Teil verfeinert mit Honig - beschreibt. Mit dem Rückblick auf die Nacht vor drei Jahren, als die fünf Studenten eine Auszeit in den Bergen verbringen wollten, nimmt das Buch an Fahrt auf. Fukase schildert Mihoko die Umstände des Todesfalls, der offensichtlich ein Unfall war, aber dennoch sind die Schuldgefühle Fukases spürbar.
Auch die drei anderen ehemaligen Studenten werden mit dem Vorwurf des Mordes direkt oder indirekt durch Briefe konfrontiert, so dass in Frage gestellt werden muss, ob sich damals wirklich "nur" ein Unfall ereignet hat. Werden Fukase und seine ehemaligen Kommilitonen zu unrecht eingeschüchtert oder sind sie Schuld am Tod von Hirosawa?

Um das zu erfahren, begleitet man Fukase dabei, wie er Familie und Freunde von Hirosawa aufsucht, um im Nachhinein zu erfahren, wer sein Freund eigentlich war. So möchte er auch den Verfasser der Briefe, den er in Hirosawas Umfeld vermutet, stellen.

"Schuldig" ist ein Roman über Freundschaft, Trauer, Moral und die Übernahme von Verantwortung. Es ist spürbar, dass Fukase von seinem Gewissen gequält wird, wobei lange unklar ist, ob er und seine Kommilitonen schuldig am Unfall sind, da sie den Fahranfänger Hirosawa allein und alkoholisiert die Serpentinenstrecke haben fahren lassen, oder mehr hinter den Gewissensbissen und den Anschuldigungen als "Mörder" steckt.

Wer bereits "Geständnisse" von der Autorin gelesen hat, wird auch hier auf ein spektakuläres Ende mit Aha-Effekt hoffen. In der Tat ist die Auflösung der Schuldfrage nicht vorhersehbar, sondern überrascht in seiner Tragik, ist aber auch nicht so schockierend, wie man durch das lange Herantasten an die Wahrheit erwartet hat. Der Weg dorthin ist eher spannungsarm und konnte mich nicht durchgängig fesseln.

Philosophische Suche nach einem Mörder

Von: Melanie E. Datum: 03. Mai 2019

"Schuldig" ist ein sehr gelungenes Drama, denn es berichtet von einem Unfalltod, an dem vier andere beteiligt waren, da sie Hirosawa trotz Alkoholkonsums nicht daran gehindert haben in das Auto zu steigen und loszufahren. Der Unfall ist der Aufhänger der Story und nimmt sehr viel Raum ein, da die Drohbriefe einige Zeit nach dem Unglück Hirosawa wieder in den Fokus rücken. Ich muss leider gestehen, das mir der Einstieg in den Roman sehr schwer gefallen ist, da ich mich zunächst mit den Namen der Protagonisten und den japanischen Gepflogenheiten nicht zurecht gefunden habe. Es dauert leider eine Weile eine innere Harmonie mit dem Roman zu verspüren. Dramatisch, philosophisch und definitiv hochkarätig nimmt die Autorin mich mit auf die Suche nach einem Mörder, denn es wäre doch zu einfach gewesen, wenn Hirosawa nur verunglückt wäre. Fukase fühlt sich auch einige Zeit später schuldig am Tod seines einzigen Freundes, den wir als einen jungen Mann mit einem großen Herzen kennen lernen werden. So macht sich Fukase auf die Suche nach der Wahrheit und diese ist letztendlich sehr schmerzlich. Das Buch endet mit einem echten WOW! Effekt, den ich so nicht erwartet hätte, da für mich die Story stimmig beendet war und erst der Epilog dann eine absolut unerwartete Wendung bringt. die Story erscheint schleppend, wobei einige Spannungsmomente vorhanden ist. Wer durchhält wird einen Roman lesen, der absolut stimmig ist und die Ruhe der Japaner komplett wiedergeben kann. Mich begeistert letztendlich mit wie viel Liebe ins Detail die Autorin zu agieren weiß.

Das Cover zeigt eine Biene und Honig, der vom Schriftzug "Schuldig" tropft. Ich bin wirklich begeistert von der Wahrheit die sich hier versteckt, denn Kaffee und Honig sind in Fukases Leben absolut präsent. Wie dieses mit der Story zusammenhängt, wird sich zeigen und hinterlässt mich mit einem großen Staunen.

Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung, da ich zwar nicht gleich zu Beginn begeistert war, aber je mehr ich mich in die Story vertiefte, begann ich zu verstehen, wenn ich auch andere Verdachtsmomente hatte und zum Ende hin eine große Überraschung erleben durfte. Der Titel meiner Rezension ist in männlicher Form gewählt, was aber keinen Einfluss nehmen soll darauf, einen männlichen Mörder zu überführen, sondern nur der Einfachheit halber so ausgeführt. Der Roman selbst ist aus Fukases Sicht als personaler Erzähler gewählt, was daher auch die gewählte männliche Form erklären könnte.

Ein sehr einfühlsames Buch

Von: _Bücherwelten_ Datum: 02. Mai 2019

Wenn man den Klappentext liest, wird man erst einmal keinerlei Zusammenhang zwischen dem Inhalt des Buches und dem Cover feststellen, aber wenn man eine Zeit lang liest, versteht man das Cover. Vielleicht hätte man es auch ein bisschen treffender wählen können, aber es ist trotzdem eine schöne Idee und ich finde es sehr ansprechend.

In dem Buch geht es in erster Linie um Hauptprotagonist Kazuhisa Fukase. Fukase ist ein spezieller Typ, er ist zurückgezogen und gehörte sein Leben lang eher zu den Außenseitern, egal welche Schule er besuchte. Schon in der Grundschule verbrachte er die Pausen lieber mit Büchern anstatt mit seinen Mitschülern, wobei er doch immer auch ein bisschen neidisch zu den anderen Kindern rüberschielte. Sein Leben lang war er unsportlich und hatte gute Noten, womit man sich in der gesamten Schulzeit eben nicht wirklich Freunde machte. Fukase hat Minderwertigkeitskomplexe: "Ich bin ein farbloser Luftmensch." (Zitat Fukase) Er ist ein Typ, der keiner Fliege was zu leiden tun könnte und niemandem zu nahe treten möchte.

An der städtischen Universität lernt er Yoshiki Hirowawa kennen, den ersten Jungen in seinem Leben, den er als richtigen Freund bezeichnet. Aber dann kommt es zu dem verhängnisvollen Abend, an dem Hirowawa tödlich verunglückt und fortan müssen Fukase und die anderen drei jungen Männer damit Leben, eine Mitschuld an Hirowawas Tod zu tragen. Denn obwohl er getrunken hatte ließen sie es zu, dass Hirowawa sich ins Auto setzte um einen der Freunde am Bahnhof abzuholen.

Aber was geschah wirklich auf der Fahrt, auf der Hirowawa ums Leben kam? Nachdem die Beteiligten drei Jahre später einen Brief mit dem gleichen Wortlaut erhalten macht Fukase sich auf, Hirowawas Leben zu hinterfragen und beginnt damit, Nachforschungen anzustellen.

Der Klappentext hat mich direkt angesprochen, die Geschichte war dann allerdings etwas anders, als ich erwartet hatte. Schon beim Schreibstil spürt man die andere Mentalität. Es ist eine brave Geschichte, es gibt keinerlei Fluchwörter oder Szenen, die bei jungen Studenten normal wären. Selbst die Unfallnacht, in der die Studenten zusammen etwas trinken, verläuft bis auf den Unfall sehr human. Vielleicht fiel mir deswegen der Start ins Buch etwas schwer. Es waren aber auch die Namen, die es mir erschwerten, in die Geschichte einzusteigen. Noch dazu zog es sich am Anfang etwas. Aber mit fortschreitender Geschichte wird es interessant und spannend. Man versteht, worauf die Autorin hinaus möchte und was sie mit dieser Geschichte ausdrücken möchte.

Auch die Charaktere sind bunt gemischt, vom super Sportler bis zum super Nerd, was mir wirklich sehr gut gefallen hat. Vor allem Fukase fand ich sehr interessant. Er wurde perfekt beschrieben und man konnte sich richtig in seine Lage hineinversetzen. Ein viel zu braver Typ, der alles für seine Mitmenschen tun würde.

Fazit

Es ist wirklich ein sehr interessantes und außergewöhnliches Buch, das die Autorin hier geschrieben hat. Es ist ein Buch über das Leben mit Schuldgefühlen, wenn man plötzlich ein Menschenleben auf dem Gewissen hat, weil man einen Freund nicht zurückgehalten hat. Es ist eine Geschichte in der völlig unterschiedliche Charaktere lernen zusammen zu halten, damit die Wahrheit nicht ans Licht kommt. Hier wird erzählt wie jemand, der keiner Fliege was zu leide tun kann, plötzlich ein Mörder sein soll ohne tatsächlich gemordet zu haben. Aber so gefühlvoll und liebevoll es geschrieben ist, so wird auch oft um den heißen Brei herumgeredet, das war für mich manchmal einfach zu viel. Das hat die tolle Idee die hinter der Geschichte steckt leider ein bisschen kaputt gemacht. Aber alles in allem ist es eine wirklich schöne Geschichte mit einem überraschenden Ende. Und noch dazu ist hier eine wichtige Message enthalten. Man sollte dieses Buch lesen, denn mit seinen 320 Seiten ist es wirklich einfach und schnell lesbar und es hat mich bis auf wenige Passagen auch wirklich gut unterhalten.

Die Wahrheit der Freundschaft

Von: Buecherseele79 Datum: 01. Mai 2019

5 Freunde, 5 Studenten die ein gemeinsames Wochenende auf einer Hütte verbringen wollen.
Doch einer hatte am Tag zuvor einen Unfall und kann nicht mit.
Fukase, Hirosawa, Asami und Tanihara machen es sich gemütlich und der ein oder andere trinkt auch ein paar Biere.
Als Murai anruft dass man ihm am Bahnhof abholen soll ist Hirosawa bereit ihn abzuholen, trotz Alkohol, trotz Regen und Sturm....doch er hat einen tödlichen Unfall....
Drei Jahre später erhalten die restlichen Freunde Botschaften die sie als Mörder bezeichnet...und somit weiss jemand die ganze Wahrheit was damals sich zugetragen hat...

Von ihrem ersten Buch „Geständnisse“ war ich begeistert, ich mag den Aufbau der Geschichte, die vielen Wege zur Wahrheit und wie gekonnt die Autorin ihre Geschichte schreibt.
Somit war ich auch hier wieder sehr gespannt was mich erwarten wird.

Der Schreibstil ist von Beginn an wieder interessant, unterschwellig mit Spannung und einfach angenehm zu lesen.
Allerdings sind die ersten paar Seiten verwirrend bzw. man weiss einfach nicht genau wohin die Autorin hinsteuern möchte.
Es geht um Fukase, es geht um viel Kaffee und um Honig, zwar interessant zu lesen, aber man fragt sich einfach was es mit der ganzen Thematik auf sich hat.
Es lohnt sich aber dran zu bleiben, denn das Cover mit Biene und Honig ist unglaublich passend zur Geschichte.

Die 4 Freunde, die so eigentlich keine Freunde sind, werden hier unterschiedlich und gut dargestellt, man ist mit Fukase in diesem Buch „unterwegs“ und lernt ihn am besten kennen.
Ich fand ihn auf der einen Seite sehr angenehm, interessant, auf der anderen Seite merkt man aber auch dass er einfach ein eher unscheinbarer Typ ist der meint dass er nicht auffällt, er will nicht anecken, hält sich mit Äußerungen zurück und ist eher im passiven Teil zu finden.
Umso bemerkenswerter fand ich dann dass er sich auf die Suche nach dem Stalker der Freunde machte um zu erfahren wer ihr Geheimnis weiß und sie als Mörder bezichtigt.

Murai, Asami und Tanihara gehen sehr unterschiedlich mit dem Unfall ihres Freundes Hirosawa um, es war zeitweise erschreckend wie leicht sie ihr Leben lebten ohne sich Gedanken zu machen und erst sich zu besinnen als sie plötzlich bedroht wurden.

Hirosawa bleibt immer etwas um Dunkeln, da er verstorben ist kann er seinen Beitrag nur durch Eltern, Freunde, ehemalige Mitschüler und Wegbegleiter erzählen, aber ich persönlich finde dass hier auch die Stärke in der Geschichte liegt.
Und man merkt wie wenig die 4 Freunde über ihren Freund wirklich wussten.

Die Thematik Freundschaft, Geheimnisse und der Umgang mit ebenso einem Erlebnis konnte die Autorin in ihrem neuen Buch „Schuldig“ sehr gelungen, sehr einfühlsam, realistisch und oft mit der ein oder anderen Überraschung, positiv wie negativ, umsetzten.

Das Ende des Buches hat mir dann doch nochmals den Boden unter den Füssen weggezogen, mit diesem Ergebnis hatte ich so nicht gerechnet und ja, alleine durch diesen Aufbau auf Freundschaft, Schuld, den Umgang mit der eigenen Schuld, der eigenen Sichtweise auf diesen Unfall bleibt dieses Buch auf jeden Fall in Erinnerung.
Nicht so intensiv und stark wie sein Vorgänger, aber dennoch ein Buch welches ich empfehlen kann.

Die Wahrheit einer Freundschaft

Von: Buecherseele79 Datum: 01. Mai 2019

5 Freunde, 5 Studenten die ein gemeinsames Wochenende auf einer Hütte verbringen wollen.
Doch einer hatte am Tag zuvor einen Unfall und kann nicht mit.
Fukase, Hirosawa, Asami und Tanihara machen es sich gemütlich und der ein oder andere trinkt auch ein paar Biere.
Als Murai anruft dass man ihm am Bahnhof abholen soll ist Hirosawa bereit ihn abzuholen, trotz Alkohol, trotz Regen und Sturm....doch er hat einen tödlichen Unfall....
Drei Jahre später erhalten die restlichen Freunde Botschaften die sie als Mörder bezeichnet...und somit weiss jemand die ganze Wahrheit was damals sich zugetragen hat...

Von ihrem ersten Buch „Geständnisse“ war ich begeistert, ich mag den Aufbau der Geschichte, die vielen Wege zur Wahrheit und wie gekonnt die Autorin ihre Geschichte schreibt.
Somit war ich auch hier wieder sehr gespannt was mich erwarten wird.

Der Schreibstil ist von Beginn an wieder interessant, unterschwellig mit Spannung und einfach angenehm zu lesen.
Allerdings sind die ersten paar Seiten verwirrend bzw. man weiss einfach nicht genau wohin die Autorin hinsteuern möchte.
Es geht um Fukase, es geht um viel Kaffee und um Honig, zwar interessant zu lesen, aber man fragt sich einfach was es mit der ganzen Thematik auf sich hat.
Es lohnt sich aber dran zu bleiben, denn das Cover mit Biene und Honig ist unglaublich passend zur Geschichte.

Die 4 Freunde, die so eigentlich keine Freunde sind, werden hier unterschiedlich und gut dargestellt, man ist mit Fukase in diesem Buch „unterwegs“ und lernt ihn am besten kennen.
Ich fand ihn auf der einen Seite sehr angenehm, interessant, auf der anderen Seite merkt man aber auch dass er einfach ein eher unscheinbarer Typ ist der meint dass er nicht auffällt, er will nicht anecken, hält sich mit Äußerungen zurück und ist eher im passiven Teil zu finden.
Umso bemerkenswerter fand ich dann dass er sich auf die Suche nach dem Stalker der Freunde machte um zu erfahren wer ihr Geheimnis weiß und sie als Mörder bezichtigt.

Murai, Asami und Tanihara gehen sehr unterschiedlich mit dem Unfall ihres Freundes Hirosawa um, es war zeitweise erschreckend wie leicht sie ihr Leben lebten ohne sich Gedanken zu machen und erst sich zu besinnen als sie plötzlich bedroht wurden.

Hirosawa bleibt immer etwas um Dunkeln, da er verstorben ist kann er seinen Beitrag nur durch Eltern, Freunde, ehemalige Mitschüler und Wegbegleiter erzählen, aber ich persönlich finde dass hier auch die Stärke in der Geschichte liegt.
Und man merkt wie wenig die 4 Freunde über ihren Freund wirklich wussten.

Die Thematik Freundschaft, Geheimnisse und der Umgang mit ebenso einem Erlebnis konnte die Autorin in ihrem neuen Buch „Schuldig“ sehr gelungen, sehr einfühlsam, realistisch und oft mit der ein oder anderen Überraschung, positiv wie negativ, umsetzten.

Das Ende des Buches hat mir dann doch nochmals den Boden unter den Füssen weggezogen, mit diesem Ergebnis hatte ich so nicht gerechnet und ja, alleine durch diesen Aufbau auf Freundschaft, Schuld, den Umgang mit der eigenen Schuld, der eigenen Sichtweise auf diesen Unfall bleibt dieses Buch auf jeden Fall in Erinnerung.
Nicht so intensiv und stark wie sein Vorgänger, aber dennoch ein Buch welches ich empfehlen kann.

Weniger Thriller, eher Drama

Von: Blaxy's Little Book Corner Datum: 01. Mai 2019

Kazuhisa Fukase führt ein bescheidenes, jedoch weitesgehend erfülltes Leben. Bis zu jenem Tag, an dem er durch einen Brief mit anonymen Verfasser an jenes Unglück erinnert wird, welches ihn seit drei Jahren nicht loslässt:
Bei einem Ausflug mit ein paar Kommilitonen verunglückte sein Freund Hirowasa tragisch.
Auch Fukases ehemalige Studienkollegen werden von Briefen heimgesucht - und so verschließt er sich seiner Vergangenheit zu stellen und herauszufinden, wer ihn und seine Freunde des Mordes beschuldigt...


Nun denn. Kanae Minato's Debütroman "Geständnisse" schlug ein wie eine Bombe; als ich davon erfuhr, dass ein neuer Thriller von ihr erscheinen würde, war ich hellauf begeistert.
Leider kann "Schuldig" nicht an die Begeisterung von "Geständnisse" anknüpfen.
Zwar ist dieses Werk sprachlich begabt, jedoch  würde ich es nicht als Thriller bezeichnen. Eher als Roman mit Spannungselementen - doch auch das passt nicht richtig. Für mich war es ein Melodram.

Die Geschichte beginnt ganz allmählich, zwar mit viel Atmosphäre, dafür aber eben auch sehr melancholisch.
Zunächst werden wir mit Fukase vertraut gemacht, lernen seine Art kennen und bekommen nach dem verheißungsvollen Schuldbrief den Hintergrund des Unglücks serviert.
Die folgenden Kapitel bieten eine bedrückende Stimmung auf hohem Niveau, aber eben keine zerreißene Spannung.
Ansich ist es eine tolle Story, mit einem Ende, dass einem die Handballen ins Gesicht drücken lässt - aber wer auf Nägel kauen und Action aus ist, wird hier enttäuscht werden.
Wenn man ein gutes Drama sucht, dass sich Zeit für Feinheiten nimmt, ist man mit "Schuldig" gut beraten.

Auch sollte man sich bewusst sein, dass es sich um japanische Literatur handelt. Unter Umständen ist es etwas schwierig mit all den Namen und der Geflogenheit, dass diese stets mit Nachnamen angesprochen werden, immer mitzukommen. Aufmerksames Lesen ist angesagt.
Für Interessenten und Freunde der japanischen Kultur gibt es hier keinen Grund inne zu halten, jedoch werden sich Neulinge erstmal ein wenig zurechtfinden müssen.

Fazit: Ein ruhiges Buch, dass vielleicht sogar etwas philosophisch  und perfekt für verregnete Sonntagnachmittage ist, ist "Schuldig" allemal. Kein Pageturner, aber eine atmosphärische Geschichte, die bedrückt und unterhält - aber auf eine angenehme Art und Weise.