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Dan Vyleta

Smoke

Roman

Wie sähe eine Welt aus, in der jede Sünde, jeder dunkle Gedanke sichtbar wäre? Smoke entführt den Leser in ein England vor hundert Jahren, in dem jede Verfehlung mit Rauch bestraft wird, der dem Körper entweicht. Auch Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, werden immer wieder durch Rauch-Attacken gebrandmarkt, wenn sie den strengen Schulregeln nicht genügen. Doch dann finden sie – fast zufällig – heraus, dass die Gesetze des Rauchs längst nicht für alle gelten. Wieso gibt es böse Menschen, die nicht von Ruß befleckt sind? Und welche Rolle spielt der Rauch bei den sozialen und politischen Umbrüchen ihrer Zeit? Auf der Suche nach der Wahrheit begeben sich die Freunde auf eine dramatische Reise voller riskanter Abenteuer und düsterer Intrigen und rufen damit schon bald mächtige Feinde auf den Plan ...

Smoke ist ein sprachmächtiger, überbordend einfallsreicher Roman und zugleich eine kluge Parabel, die facettenreich die existenziellen Fragen nach Macht und Moral, Wahrheit und Lüge, Gut und Böse beleuchtet.

Das Buch spielt in London, England

Leserstimmen

Tolle Welt mit erzähltechnischen Schwächen

Von: Larissa | The Book Hubble Datum: 30. Oktober 2017

Ich habe eine abenteuerreiche, aber eher kurzweilige Geschichte erwartet, deren Fokus darauf liegt herauszufinden, woher dieser Rauch eigentlich kommt. Smoke ist aber irgendwie ganz anders und es ist vor allem bei weitem kein einfaches Buch. Die Welt, die Dan Vyleta in seinem Roman aufbaut, ist unglaublich komplex und doch realitätsnah. Sehr stark an das viktorianische England angelehnt, das wir kennen, basiert diese Welt doch teilweise auf ganz anderen Regeln. Ich habe wirklich lange gebraucht um es fertig zu lesen, weil die Geschichte zwar mehr oder weniger als Abenteuer einiger Jugendlicher verpackt ist, sich aber hauptsächlich mit sehr schwierigen und umstrittenen Themen wie Moral, Sünde und menschlichen Trieben beschäftigt.

Der Rauch als Symbol für das Böse, das jeder in sich trägt – mag es sich nur in den Gedanken aufhalten oder sogar in Handlungen wiederspiegeln – fand ich einzigartig und sehr gelungen. Ich war von Anfang an fasziniert von diesem Konzept und wollte das Buch genau deswegen lesen. Zwar habe ich mich schon darauf gefreut herauszufinden, mit welchen Grundsatzfragen sich die Geschichte wohl beschäftigen würde, so war ich letztendlich doch wirklich geschockt davon, wie tiefgründig die Geschichte im Ganzen ist, obwohl sie auf den ersten Blick ja eher als spannender Abendteuer-Roman daher kommt.

Trotz guter Umsetzung der moralischen Ebene, konnte mich Smoke nicht so ganz überzeugen. Die Erzählung ist leider zu großen Teilen unglaublich zäh, was dazu beigetragen hat, dass ich nur sehr langsam vorankam. Es passiert nicht viel, das man als wirklich actionreich bezeichnen könnte und dieser Aspekt hat mir einfach gefehlt. Das Buch ist mit knapp über 600 Seiten auf der dickeren Seite und das macht sich beim Lesen auch bemerkbar.

Jedes zweite Kapitel wechselt zu einem anderen Ich-Erzähler, die restlichen Kapitel folgen den Hauptfiguren Thomas, Charlie und später auch Livia. Den Wechsel zwischen den einzelnen Erzählsichten fand ich manchmal spannend, manchmal aber auch etwas ablenkend und unnötig. Es war interessant mal einen Blick in die Köpfe wichtiger Nebencharaktere zu werfen, jedoch waren manche dieser Erzähler sehr weit vom Hauptfluss der Geschichte entfernt, sodass mich ihre Sichtweise wenig reizen konnte.

Die Charaktere, vor allem Thomas und Livia, waren von Anfang an am interessantesten und ich war gespannt zu sehen, wie sie sich entwickeln würden. Alle drei Hauptcharaktere sind komplett unterschiedlich und haben mit ihren eigenen Lastern zu kämpfen. Ihre Entwicklung wurde schon deutlich, jedoch war sie mir manchmal etwas zu oberflächlich. Bis jetzt weiß ich außerdem nicht so recht, was ich von der Liebesgeschichte – falls man es so nennen kann – halten soll, die sich mit eingewoben hat. Es wird nie richtig darüber gesprochen und das Ende ist etwas seltsam.
Mich hat die ganze Handlung teilweise etwas verwirrt und ich fand es schwierig immer genau zu folgen. Viele Aspekte des Rauchs bleiben unklar. Das Ende fand ich ziemlich unbefriedigend, da ich so auf einen runden Abschluss gehofft hatte, bei dem einige Fragen endlich beantwortet werden. Leider hatte ich zum Schluss noch mehr Fragen als am Anfang.

Das Setting wiederum hat mir sehr gut gefallen. Ich liebe Bücher, die im viktorianischen Zeitalter spielen und dieses hier hat die typische Atmosphäre wirklich sehr gut umgesetzt. Das düstere und geheimnisvolle ländliche England verbunden mit der dreckigen und abstoßenden Darstellung der Großstadt London passt hervorragend zum schweren und komplexen Thema.

Fazit

Leider konnte Smoke mich nicht komplett überzeugen. Es ist ein sehr, sehr tiefgründiges Buch, das zum Denken anregt und mich auf dieser Ebene auch total für sich gewinnen konnte. Das ganze geht aber eher zäh voran und macht nicht immer Freude beim Lesen. Ein abgeschlosseneres Ende hätte die Geschichte für mich um einiges aufgewertet. Wer sich heranwagen möchte sollte bedenken, dass hier Action eindeutig im Hintergrund steht.

Sehr verzwickt

Von: liskeen Datum: 26. Oktober 2017

Mir wurde das Buch Smoke seit einiger Zeit bei Amazon empfohlen und daher fing ich sofort mit dem Lesen an, als ich es in den Händen hielt.

In der Nähe von London. Ähnlich wie bei den Amish leben die Menschen hier wie in einer anderen Zeit- hier ca. wie vor 100 Jahren. Technologie wird absolut verpönt.
Es geht um Thomas, den Sohn eines verurteilten Mörders, und Charlie, die nun in einem Internat leben. Hier bringt man ihnen bei, wie man ein Gentleman wird.
Gentleman sind hier all jene, die nicht "rauchen", denn in dieser Welt fangen alle Menschen, die etwas schlechtes denken oder sündigen sofort damit an. Im Internat soll also trainiert werden dies so gut es geht zu unterdrücken.
Als Thomas und Charlie in den Ferien zu einer anderen Familie verreisen erfahren sie die Wahrheit über den Rauch, der alles ändert...


Ich finde die Idee der Geschichte nach wie vor klasse und sehr spannend.
Ich habe mich zugegeben ein bisschen erschrocken, als das Buch bei mir ankam, da es doch ein ziemlicher Wälzer ist- und das ist für mich auch das Problem. Es zieht sich über ganze Kapitel und es geschieht einfach nichts erwähnenswertes. Ich habe für das Buch ca. 3 Monate gebraucht, da ich immer wieder ein anderes Buch eingeschoben habe, da ich keinen Reiz an diesem hier sah. Es kommt einfach nichts zum Punkt. Des weiteren ist es nach einer Zeit wirklich sehr schwer zu lesen. Ich konnte dem Buch nicht mehr folgen, musste teilweise Seiten 2x lesen um halbwegs zu verstehen, was der Autor mir sagen wollte und doch sind mir bis zum Schluss viele Handlungsstränge und Ideen über den Rauch nicht klar geworden.

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Interessante Welt, leider hakt die Erzählung

Von: Nerd-Gedanken.de Datum: 18. Oktober 2017

Was wäre, wenn jede Begierde, jeder dunkle Gedanke, ja selbst freundlich gemeinte Lügen sofort für alle anderen Menschen sichtbar wäre? In einem zur historischen Entwicklung parallelen, viktorianischen England ist dieser Schrecken wahr geworden, denn derartig sündhaftes, triebbedingtes Tun manifestiert sich für alle sichtbar durch schwarzen Rauch, welcher von der jeweiligen Person aufsteigt und ebenfalls die Kleidung mit feinem Ruß bedeckt, sodass man schon seine Kleidung wechseln müsste, um verräterische Spuren zu tilgen. Gerade für Kinder aus der Oberschicht ist es schwer, dem Rollenmodell ihrer Zeit zu entsprechen, denn Gentlemen rauchen nicht – und diese Anforderung wird auch an den Nachwuchs der Gentlemen gestellt. In Internaten werden die Zöglinge auf ein möglichst sündenfreies Leben getrimmt und müssen sich harten Regularien unterwerfen.

Gerade für Thomas Argyle ist es schwer, sich zu beherrschen, da er unter all den wohlgeborenen Jungen ausgerechnet jener ist, der als Sohn eines verurteilten Mörders mit einem schmutzigen Geheimnis an die Schule gekommen war und deswegen vom beliebtesten Mitschüler, Julius Spencer, in einer Art Schüler-Inquisitionsgericht verhört wird, bis er vor Zorn zu rauchen beginnt. Trotz eines auf die Verfehlungen folgenden Strafgerichts beim Internatsrektor darf Thomas mit seiner Klasse auf eine Exkursion nach London fahren. Dort entdeckt sein bester Freund Charlie einen Mann, der inmitten einer riesigen Menschenmenge trotz widrigster Umstände nicht raucht, und beide beginnen, sich über den Rauch Fragen zu stellen – und darüber, ob es nicht eine Möglichkeit gibt, ihn dauerhaft zu vermeiden. Unversehens schliddern die beiden in eine Verschwörung hinein, in der nicht nur ihr Leben auf dem Spiel steht …

In Dan Vyletas Roman »Smoke« wird geschickt Historisches mit purer Phantastik vermischt, sodass aus den eigentlich bekannten, gesellschaftlichen Umständen des viktorianischen England durch das Hinzuerfinden des Rauches eine ganz neue, eigene Welt entsteht, in die man als Leser gerade in der ersten Hälfte des Buches sehr gerne eintaucht. Mit missionarischem Eifer kontrollieren die Erwachsenen die Zöglinge von Thomas‘ Internats, doch auch die Schüler selbst treiben das gegenseitige Piesacken mittels peinlicher Fragen und dem unweigerlich darauf folgenden Rauch auf eine neue Spitze.

Puritanischer, fast religiös anmutender Besserungseifer einer streng reglementierten Gesellschaft kollidiert mit jugendlichem Überschwang und Leichtsinn, vorgebliche Reinheit mit allerlei hinterfotzigen Tricks, sich seine Sünden leisten zu können, ohne dass es der Allgemeinheit bewusst werden kann. Dabei stellt sich der Leser ganz von selbst eine Menge Fragen, die diesen Weltentwurf so interessant machen und mich initial dazu gebracht haben, dieses Buch lesen zu wollen: woher stammt der Rauch, was hat ihn einst ausgelöst? Wie würde man selbst in einer solchen Gesellschaft klar kommen können? Würde man selbst zu Tricks greifen, um vor den Mitmenschen nicht schlecht dazustehen?

Dabei wirkt der Rauch wie eine Allegorie auf den Wahn der Realität, ein möglichst makelloses und für die Nachbarn perfekt wirkendes Leben zu führen. Erst, wenn man die Gelegenheit erhält, hinter die Fassade zu blicken (und, um beim Konstrukt von »Smoke« zu bleiben, keine Chance mehr zu haben, den aufsteigenden Rauch zu verbergen), sieht man, dass die ach so glücklich wirkende Nachbarsfamilie eine tiefgreifende Zerrüttung verbirgt, das protzige Auto des Kumpels nur geleast wurde und dieser unter einem Berg Schulden stöhnt – und so weiter. Dementsprechend werden die fordernden Erwachsenen, welche den Nachwuchs mit striktem Reglement unterdrücken, nach und nach demontiert, sodass die drei Haupthandelnden Thomas, Charles und Livia einen eigenen Blick auf die Welt entwickeln und sich schließlich aus den Vorgaben ihrer Umwelt emanzipieren können.

Die schlimmste Demaskierung war für mich der Lehrer Mr. Renfrew, dessen Hinwendung zu modernen Methoden ihn zunächst sympathisch wirken lässt, da er die Jungen im Internat damit durchaus vor schlimmeren Konsequenzen bewahren kann. Entdeckt man jedoch das wahre Ausmaß seiner fanatischen Kontrollsucht durch seinen Umgang mit der jungen Eleanor, graust es einen umso mehr. Unter all diesen Getriebenen wirken die jugendlichen Helden in all ihrer Verwirrtheit, den aufkommenden Emotionen und ihren Versuchen, sich in der Welt zurecht zu finden, noch am normalsten, sodass es dem Autor somit gelingt, eine Verbindung zwischen den Lesern und seinen Figuren herzustellen. Weniger passend wirkt dabei die Dreiecks-Beziehungskonstruktion zwischen den dreien, die inzwischen bei Coming-of-Age-Storys schon ein gewisser Standard zu sein scheint, um jüngere Leser anzusprechen. Was sich zwischen den dreien entwickelt, wirkt teilweise recht aufgesetzt und erzwungen, etwas weniger Liebeskuddelmuddel und dafür ein besser gehaltenerer Spannungsbogen in der zweiten Buchhälfte hätte der Erzählung sicherlich gutgetan.

Denn daran krankt der Roman leider sehr: nach einem interessanten Beginn, in welchem der Autor seine Welt und die Haupthandelnden samt ihrer Motivationen vorstellt, verzettelt sich die Handlung im schnellen Perspektiv- und Szenenwechsel. Trotz gut beschriebener Abwechslung in den Blickwinkeln schleichen sich Längen ein, spätestens aber ab der Flucht der drei fiel es mir sehr schwer, noch motiviert mit dabei zu bleiben und das Buch zuende zu lesen. Natürlich ist die Abenteuerkomponente in einer feindlichen Umwelt reizvoll, aber die Spannung einer solchen Situation zündet nie wirklich, da die Liebeswirrungen zwischen den dreien und die zunehmend wirrer werdende Gesamtsituation mit den immer weniger nachvollziehbareren Handlungen der Haupthandelnden einen immer wieder abschweifen lassen.

Die letztendliche Auflösung wirkt dadurch eher unbefriedigend, hinterlässt mehr offene Fragen, als die Erzählung bis dahin zu beantworten fähig war und verliert sich im Versuch, geheimnisvoll und beeindruckend zu bleiben. Besonders traurig ist dies angesichts der wirklich gut konstruierten Welt, die sicherlich noch weitaus mehr getragen hätte als die vorhandene Erzählung. Vielleicht hat der Autor hier zu viel gewollt, neben dem Unterhaltungsaspekt zu viel Moral hinein gezwängt, zu viel Existenzielles, um wirklich nachhaltig zu berühren – ein seltsam distanziertes Grundgefühl bezüglich der Hautphandelnden konnte ich jedenfalls bis zum Ende der Erzählung nicht loswerden.

Fazit: Spannende, phantastische Welt mit einer Erzählung, die ab der zweiten Buchhälfte leider enorm an Reiz verliert. Fünf von zehn möglichen Punkten.

Keine leichte Kost, aber interessant

Von: Vanessa´s Bibliothek Datum: 30. September 2017

Ich habe wirklich lange für das Buch gebraucht, da es wirklich keine einfache Kost ist. Es ist anspruchsvoll auf seine ganz eigene Weise. Aber dennoch ist die Idee für mich neu und auch interessant. Wie würde man selber reagieren, wenn jede Sünde als Rauch zu sehen wäre? Ich weiß nicht, ob ich in so einer Gesellschaft leben möchte. Vor allem, weil es ja nicht für alle gilt. Aber das Buch bringt einen halt zum Nachdenken, was für mich ein großer Pluspunkt ist.

Auch die allgemeine düstere Stimmung hat mir gefallen, hatte etwas besonderes. Somit hat mir das ganze Konzept und die Grundidee gefallen. Auch das Setting war richtig gut. Vor allem weil ich ja auch unbedingt irgendwann man nach England möchte! Aber hier fand es halt im 19 Jahrhundert statt, ich glaube das Vergnügen bleibt mir verwehrt ^^

Ein paar Sachen haben mich aber dennoch gestört, weswegen ich auch etwas abgezogen habe. Ich mag allgemein Perspektivenwechsel ja nicht. Aber das ist mehr so ein persönliches Ding, was nicht ganz so ins Gewicht fällt. Allerdings war es teilweise echt langatmig, was es mir etwas schwer gemacht hat. Und am Anfang kam ich nicht so gut rein. Das sind die Kriterien für den Punktabzug. Aber ich muss wirklich sagen, dass ist kein einfaches Buch und sich Zeit nehmen macht bei über 600 Seiten auch Sinn.

Smoke. Spannend? Langatmig?

Von: JessiBüchersuchti Datum: 15. September 2017

Cover
Das Cover ist wirklich toll gestaltet. Passend zur Thematik des Buches ist es schön düster und rauchig und im Hintergrund sieht man den Schauplatz des ganzen Geschehens: London. Außerdem ist die Schriftart des Titels schön gewählt.

Erster Satz
"Thomas! Thomas! Wach auf!"

Meine Meinung
Ich war von Klappentext und Cover wirklich begeistert und wollte das Buch deswegen unbedingt lesen. Deswegen hatte ich das Buch angefragt und auch bekommen - danke dafür! Naja, jedenfalls begleitet das Buch mich nun schon seit Mai, was ja wohl einiges zu bedeuten hat..

Der Schreibstil von Dan Vyleta ist schnell und flüssig zu lesen. Er ist jedoch sehr detailliert und bildgewaltig, man kann sich deswegen alles sehr gut vorstellen und mit den Charakteren mitfiebern. Jedoch sind die Kapitel sooo unglaublich lang, dass ich Abends meist nur ein Einziges gelesen habe, weil ich kein neues mehr anfangen wollte/konnte weil ich zu müde war. Generell muss ich sagen, dass mir die Kapitel zu lang waren und ich deshalb das Buch - auch tagsüber - nicht gern zur Hand genommen habe.
Die Charaktere waren zwar echt toll gestaltet und man hat auch einiges über die Hauptcharaktere Thomas, Charlie und Livia erfahren, jedoch konnte ich zu keinem eine wirkliche Bindung aufbauen und konnte deshalb meist nicht richtig in die Handlung abtauchen. Thomas ist unberechenbar und ich wusste wirklich nie, was er als nächstes vorhat und was er gerade denkt. Er ist ein sehr nachdenklicher Junge, der sich immer über Alles viel zu viele Gedanken gemacht hat. Charlie war auch etwas eigensinnig.. er war zwar anfangs sehr 'jugendlich' und verhielt sich normaler als Thomas.. aber je weiter die Geschichte fortschritt, desto komischer wurde Charlie. Zu Livia kann ich gar nicht viel sagen, sie war mir von Anfang an nicht sympathisch und wurde es auch bis zum Ende hin nicht. Sie kann sich nicht entscheiden was sie will, oder will einfach zu viel. Ich konnte mit den Charakteren leider nicht so viel anfangen - schade.
Die Handlung hat mir anfangs wirklich gut gefallen und die ersten 200 Seiten habe ich nur so verschlungen, denn es war spannend und mitreißend und ich hatte eine paar tolle Lesestunden. Doch irgendwie hat sich die Geschichte in eine seltsame Richtung entwickelt und wurde echt langatmig und irgendwie Mäh. Ich hatte teilweise wirklich Langeweile beim Lesen und habe einfach gehofft, dass endlich wieder etwas spannendes passiert, was dann glücklicherweise auch passierte.. irgendwann. Gegen Ende des Buches (ca. Seite 500) wurde es dann wieder richtig gut und ich habe wieder Spaß an dem Buch gehabt.. bis das Finale kam.. was ist denn da passiert? Für mich absolut unverständlich und widersprüchlich. Und was sollte diese doofe Liebesgeschichte in diesem Buch und was war das bitte für ein dummes Ende (auf die Liebesgeschichte bezogen). Oh man. Das hätte man wirklich besser lösen können..

Fazit
Ein durchwachsenes Lesevergnügen. Ich kann jetzt nicht sagen, dass es durchweg schlecht war, denn es gab echt spannende und aufregende Szenen, die ich gerne gelesen habe. Aber es gab auch langatmige und langweilige Passagen, die einem den Spaß am Lesen rauben können. Ich bin froh, dieses Buch endlich beendet zu haben und wenn es eine Fortsetzung geben würde.. ich würde sie nicht lesen, denn dafür war mir dieses Buch nicht gut genug.
Empfehlen kann ich es nicht direkt - aber ich habe auch einige positive Stimmen gehört - also traut euch ruhig, ihr werdet sicherlich schnell merken, ob dieses Buch etwas für euch ist :D

Unfassbarer Schreibstil!

Von: schwarzetintenwelt Datum: 12. September 2017

Ab der ersten Seite war ich begeistert von dan Vyletas Gefühl für Figuren. Ich werde jetzt nicht die komplette Charakerentwicklung beschreiben, aber er hat es auf eine wunderwar unterschwellige aber auch offensichtliche Weise geschafft, die Charaktere zu verändern. Vor allem bei Thomas war es oft sehr gut zu erkennen, wie er mit seiner Vorgeschichte zu kämpfen und wann der Wendepunkt für ihn war. Der emotionale Zwiespalt für ihn zwischen Charlie und ihm ließ sich darauf interpretieren, dass er nicht genau weiß, ob er ihn als Freund, Bruder, Rivale oder Autoritätsperson sehen soll. Das wird in vielen Kapiteln deutlich, die dann auch so geschrieben sind, dass man zwischen den Zeilen auch die Gedankengänge super nachollziehen kann. Charlie hingegen war als Charakter eher undurchschaubar. Für mich hat es dann auch so gewirkt, als hätte Charlie an einem gewissen Punkt 'dichtgemacht' und ab da waren seine Gedanken teilweise ein Rätsel.
Was mir aber sehr gut gefallen hat, ist die tatsache, dass die Dreiecksbeziehung zwischen Livia, Charlie und Thomas nicht in zerbrochener Freundschaft oder blutigem Heldenkampf geendet ist, sondern einfach einer Freundschaft zwischen allen dreien. wenn man die Zeit bedenkt, in der das Buch spielt, ist eine Frau, die zwei Männer liebt schon fast undenkbar, dochhier steht es am ende denke ich vor allem symbolisch für den Neuanfang nach dem Rauch.

Der Rauch als Metaphor für das allgegenwärtige Böse. Zunächst habe ich es als gute Idee betrachet, da es Gedanken lesen sehr ähnlich ist. Aber das Problem ist nunmal, dass Menschen, egal bei was, sehr radikal werden können. fast fanatisch. Hier ist es auch so, dasss manche Familien es hier mit der Kontrolle über den Rauch übertreiben. Sie idealisieren so die Reinheit und die Unschuld, obwohl sie genau wissen, dass es solch eine Perfektion im Grunde nicht geben kann.
So zeigt das Buch von Dan Vyleta ziemlich drastisch die Kontrollsucht der menschen, die letztendlich auch in machtsucht ausartet, denn es wird immer etwas geben, wonach die Menschen streben, was sie erreichen wollen. Sei es Reinheit oder Macht. Deswegen hat mir die Message insofern gut gefallen, dass sie sagt, dass wir uns solchen natürlichen Drängen oder kleinen Sünden nicht entziehen können. Das macht uns menschlich, denn komplette Reinheit ist nicht menschlich.

Ich bin richtig umgeworfen worden von diesem Exemplar. Die Tiefe und das Detailreichtum war umwerfend beschreiben. Vyleta benutze viele Metaphern, vor allem natürlich die des Rauchs, die dazu veranlassen, die Geschichte auch auf heutzutage zu übertragen.
Es ist Ansichtssache, was richtig oder falsch ist, aber man sollte seine Handlungen mit seinem Gewissen vereinbaren können, ansonsten "verdirbt" man, wird Opfer des Rauchs.
Natürlich lässt sich diese Metapher auch anders interpretieren, aber das war für mich das Wichtigste. Zusammen mit der tatsache, das komplette reinheit oder perfektion nicht zu erreichen ist. Zumindest nicht ohne das man aufhört richtig zu leben.
Außerdem wurde noch sehr einfühlend vermittelt, wie es ist zwei Menschen zu lieben, und das dies keineswegs verwerflich ist.

Genial !

Von: Lena Kaspers Datum: 28. August 2017

Inhalt

England, Ende des 19. Jahrhunderts. Eine Welt, in der ein besonderes Phänomen um sich greift:
Jede Bosheit, Unaufrichtigkeit oder Lüge manifestiert sich als Rauch, der unkontrollierbar dem
Körper entweicht. Nur Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, wagen es, die
Gesetzes des Rauchs zu hinterfragen. Sie stoßen auf ein düsteres Komplott aus Willkür, Macht
und Unterdrückung, und müssen schon bald um ihr Leben fürchten...

Eindruck

Smoke - eine fantastische Dystopie vor historischem Hintergrund, mit einem Thema, dass
auch in der Gegenwart noch aktuell oder vielleicht sogar aktueller denn je ist.

Darf die Wissenschaft zum Wohle aller auf dem Rücken von wenigen, gesellschaftlich und
finanziell schlechter gestellten Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben ausgetragen
werden. Dürfen jene, die nicht der Norm entsprechen - ob sie besser oder schlechter sind,
sei dahingestellt - zu Forschungsobjekten der eitlen, arroganten, elitären Gesellschaft degradiert
und missbraucht, sogar getötet werden?
Die Frage nach Gut und Böse, nach Tugend und Sünde ist existenziell. Und die bei weitem
interessantere Frage ist, WER darf sich anmaßen, darüber zu entscheiden.

Dieses Buch hat mich gefordert und es ist definitiv nichts für zwischendurch oder
mal eben zum abschalten - im Gegenteil. "Smoke" ist so detailverliebt, ausgeschmückt und
behebig geschrieben, dass man sehr aufpassen muss, um alles genau aufnehmen zu können und
den philosophischen Ansatz dahinter zu verstehen. Was ich durchaus nicht negativ meine, denn
dieser Roman regt zum nachdenken an, darüber, wer die Tugenden und die Moral eines Menschen
definiert und wer sich darüber erheben darf zu urteilen. Es rüttelt auf, sich bewußt zu machen,
dass Macht oder besser Einfluß nur derjenige wirklich hat, der durch seinen Charakter und
seine Taten überzeugen kann, nicht derjenige, der durch Geld, Zwang, Unterdrückung sein Ziel
zu erreichen versucht.

Die Charaktere sind interessant und greifbar gezeichnet. Vielen verschiedene Facetten sind
vertreten und jeder der Protagonisten macht im Laufe der Geschichtet eine Wandlung durch
bzw. zeigt sein wahres Gesicht und das ist - wie so oft im wahren Leben - ein ganz anderes, als
das Bild, das er für andere zeigt. So entwickeln sie sich vom anfänglichen Unsympathen zum
Sympathieträger oder von der unterkühlte Überspannten zum Objekt der Begierde von gleich
zwei Jungen. Diese Veränderung der Charaktere war intensiv, fordernd und spannend - ebenso
die Beschreibungen der Schauplätze und somit das gesamte Buch.

Fazit

Nicht für jedermann geeignet, aber für alle, die sich mit den existenziellen Fragen des Seins
und des Scheins auseinandersetzen wollen. Teils umständliche Sprache, schwierige Chraktere,
bildgewaltige, wirkungsvolle und bis ins kleinste Detail beschriebene Szenarien zu schätzen
weiß und sich mit einem Buch auseinandersetzen wollen.
Mich hat es richtig abgeholt und es wird nicht beim einmaligen gelesen sein bleiben und ich
hoffe, dass von Dan Vyleta noch mehr solcher genialen Bücher kommen !

definitiv Luft nach oben

Von: Yanthara Datum: 25. August 2017

Also irgendwie klingt die Kurzzusammenfassung besser als das Buch ist. Die Story klingt mega interessant und mal echt nach etwas Neuem. Aber je weiter ich das Buch gelesen habe, desto langweiliger fand ich es. Die Spannung lies irgendwie nach und es hat sich alles ziemlich gezogen. Es wurde unwichtige Kleinigkeiten beschrieben, beispielsweise einfach nur wie Thomas einen Gang entlang läuft. Die Charakter sind gut ausgearbeitet und wirken sehr durchdacht, vor allem aber menschlich. Die Story ist gut durch dacht und sehr detailreich. Aber irgendwie ist der Schreibstil nicht so meins, der animiert teilweise nicht wirklich zum weiter lesen.

Auch der Perspektivenwechsel ist nicht so meins. Es gibt Kapitel, die in der Dritten Person geschrieben werden, teilweise werden dann kurze Kapitel rein geschoben, die in der Ich-Perspektive geschrieben sind. Die Kapitel sind scheinbar nur dafür da, dass man ein Gefühl für die Charaktere bekommt. Die Abschnitte in der Ich-Perspektive sind nicht immer wirklich im Zusammenhang mit dem Kapitel davor.

Ich weiß einfach nicht so recht was ich von dem Buch halten soll. Ich hatte mir einfach mehr versprochen bei dem Klappentext. Klar bringt einen das Buch zum nachdenken,was nun richtig und falsch ist und ob gut gemeinte Dinge, nicht auch schnell ins Negative umschlagen können.Aber der Schreibstil ist aber irgendwie nicht so meins, was schon viel beim lesen und der Atmosphäre zerstört.

Wo Schall ist, ist auch Rauch?

Von: De Bichergeck Datum: 24. August 2017

Dieses Buch ist, für mich auf jeden Fall, ein absolutes Jahreshighlight!
Die Stimmung im Buch wird schon auf dem Cover perfekt eingefangen, denn die Welt, die hier beschrieben wird, ist äußerst düster.
Der Autor befasst sich, auf wirklich ungewöhnliche Weise mit der Sünde, mit der Unfehlbarkeit der Menschen, bei jeglicher Bösartigkeit, sei es nun als Gedanke oder Tat, drängt sich schwarzer Ruß durch sämtliche Poren des Menschen, und schwärzt die Kleider schwarz.
Somit ist er gebrandmarkt, ob er es verdient hat ist eine andere Sache.
Das Buch beginnt mit Worten die einen innerhalb kürzester Zeit in ihren persönlichen Bann ziehen.

Unsere Hauptprotagonisten sind jugendliche Internatbewohner, das Augenmerk liegt hierbei besonders bei Thomas und Charlie.
Dort bringt man Ihnen bei, Gentlemen zu sein – und Gentlemen rauchen nicht. Hier ist allerdings der Rauch gemeint, der allen Menschen entströmt, sobald sie eine Sünde begehen, etwas Schlechtes auch nur denken – und desto schlechter die Gedanken und Taten, desto widerlicher der Rauch.
Eher zufällig stoßen Charlie und Thomas darauf, dass die Gesetze und Regeln des Rauchs augenscheinlich doch nicht für alle gelten. Ein großes Netz aus Lügen, Intrigen und Macht zeichnet sich ab und mittendrin stehen die beiden Jungen, die schon bald um ihr Leben fürchten müssen.
Werden sie der Gefahr entkommen, löst sich alles in Rauch auf?

Dan Vyleta hat die Atmosphäre gut eingefangen, die niederen Klassen, die von den Adeligen regelrecht im Dreck gehalten werden. Die verzweifelte Angst der Jugendlichen vor dem Rauch. Der Wahnsinn der nicht nur durch den Rauch, sondern auch aus der Angst vor ihm entsteht.

Geschichten über Gut und Böse, Schuld und Sühne, Sünden und Strafen, gibt es wirklich genügend, Dan Vyletas Buch ist eine willkommene Abwechslung.
Für wen ist das Buch gedacht?
Ich denke Fantasy, Mystery und Geschichte - Liebhaber kommen hier auf ihre Kosten, und sicherlich nicht nur die.
Das Buch hat viel mehr zu bieten!

Es ist auf jeden Fall kein Buch für Zwischendurch, das schwarz oder weiß Denken, ist hier der ausschlaggebende Gedanken des Buches.
Der Autor zeigt hier durch sein Buch, den Rauch, dass gut gemeintes böse werden kann und umgekehrt.
Es wirft Fragen zur Menschlichkeit auf.
Was ist richtig? Was ist falsch?
Was ist lebenswert?

Dieser Roman ist bedeutungsvoller und philosophischer, als ich erwartet hatte. Es ist definitiv kein leichter Mystery-Thriller, sondern eine erstaunlich, komplexe Gesellschaftskritik.
Ich will mehr davon!

Auch die geheimnisvolle Atmosphäre gefiel mir sehr gut.
Düster, ein wenig bedrohlich und voll starker Emotionen.
Es ist wirklich schwierig, das Buch zu beschreiben, da das Buch quasi eine Ansammlung fantastischer Zitate ist, es gibt viele Metaphern und philosophische Stellen, meine bunten Post-its sind ziemlich oft gebraucht worden!

Ich bin mir sicher, dass dieses Buch, seine Geschichte, die herrlichen Landschaften und Dialoge durchaus Potenzial für eine Verfilmung haben.
Also ich würde mich freuen, und ich bin mir sicher, nicht nur ich!

Smoke

Von: Sarah Datum: 16. August 2017

Ich fand das Cover sehr sehr schön, da ich eine London Liebhaberin bin.
Leider hat mich das Buch eher weniger überzeugt. Anfangs fand ich die Geschichte sehr Interessen. Dies hat sich aber sehr schnell geändert. Nur nach wenigen Kapiteln hatte ich dann eigentlich schon keine Lust mehr weiter zu lesen. Mir ist es in dem Buch sehr schwer gefallen, immer zwischen den verschiedensten Sichten hin und her Switchen zu müssen. Es war definitiv aus zu vielen Perspektiven beschrieben. Manche davon wären meiner Meinung nach überhaupt nicht nötig gewesen. Deshalb fiel es mir auch sehr schwer mich zu konzentrieren.. Da hinzu kam noch, dass sich das Buch sehr in die Länge gezogen hat. Das lag entweder am Schreibstil oder das ich zwischen den Perspektivenwechseln einfach nicht zurecht gefunden habe.
 Dennoch fand ich die Protagonisten sowie die Idee der Geschichte gut. Nur leider hat das nicht gereicht um mich von dem Buch zu überzeugen. 

Gut, aber nicht perfekt

Von: Mylittlebookpalace Datum: 12. August 2017

Handlung:Wie sähe eine Welt aus, in der jede Sünde, jeder dunkle Gedanke sichtbar wäre? Smoke entführt den Leser in ein England vor hundert Jahren, in dem jede Verfehlung mit Rauch bestraft wird, der dem Körper entweicht. Auch Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, werden immer wieder durch Rauch-Attacken gebrandmarkt, wenn sie den strengen Schulregeln nicht genügen. Doch dann finden sie – fast zufällig – heraus, dass die Gesetze des Rauchs längst nicht für alle gelten. Wieso gibt es böse Menschen, die nicht von Ruß befleckt sind? Und welche Rolle spielt der Rauch bei den sozialen und politischen Umbrüchen ihrer Zeit? Auf der Suche nach der Wahrheit begeben sich die Freunde auf eine dramatische Reise voller riskanter Abenteuer und düsterer Intrigen und rufen damit schon bald mächtige Feinde auf den Plan ...

Smoke ist ein sprachmächtiger, überbordend einfallsreicher Roman und zugleich eine kluge Parabel, die facettenreich die existenziellen Fragen nach Macht und Moral, Wahrheit und Lüge, Gut und Böse beleuchtet.

Orte: Die Geschehnisse spielen meist in London oder Umgeben im 19 Jahrhundert, was perfekt zu der Geschichte gepasst hat, weil ich mir das alte London als eher dunkleren Ort vorstelle und da die Geschichte auch eher in die dunklere Richtung geht, hat es für mich perfekt gepasst.

Personen: Mit den Personen bin ich leider nicht wirklich klar gekommen, irgendwie haben sie sich manchmal selber wieder sprochen und ich kam auch mit einigen Handlungen nicht wirklich klar, Handlungen, die mir die Personen auch sehr unsympathisch gemacht haben und ich konnte mich auch nicht wirklich mit ihnen identifizieren.

Schreibstil: Den Schreibstil fand ich eigentlich wirklich gut. Ich konnte das Buch sehr schnell, trotz einigen langatmigen Stellen lesen. Auch wenn mir persönlich die Beschreibungen zu lang und zu oft waren. Ich finde es ja eigentlich immer toll, wenn alles sehr genau beschrieben ist, aber das war mir dann doch irgendwie zu viel und es hat die Geschichte so leider noch langatmiger gemacht.

Gestaltung: Ich finde das Cover passt sehr gut zu dem Buch, man sieht eines der wohl berühmtesten Sehenswürdigkeiten Londons und den berüchtigten Rauch über den so iel gesprochen wird. Ich finde es passt einfach zum Buch, weil es auch in die dunkle Richtung geht und mir gefällt der Schriftzug auch sehr. Die Kapitelgestaltung ist auch sehr passend, weil es vor manchen Kapitelanfängen noch kleine Zitate oder Beschreibungen gab, die von Rauch umrandet wurden, was ich persönlich sehr schön fand.

Geschichte:Hach ja die Geschichte. Mich hat die Grundidee von Anfang an sehr angesprochen und auch die ersten 50 Seiten haben mir wirklich gut gefallen, aber dann wurde es an manchen Stellen wirklich sehr langweilig und manchmal musste ich dann doch etwas querlesen, weil es mir einfach zu langweilig geworden ist. Es gab natürlich auch gute Stellen, aber die langweiligen haben für mich irgendwie überwogen.

Fazit: Ich finde das Buch hat wirklich gute und auch spannende Grundansätze, aber ich finde die wurden nicht ganz so gut umgesetzt, um es für mich spannend zu machen. Ich fand das buch gut, es gab tolle Orte, ich mochte den Schreibstil, die Grundidee hat mich wirklich angesprochen und mir hat die Gestaltung auch gut gefallen, allerdings fand ich es an vielen Stellen sehr langatmig und langweilig, was vielleicht auch ein bisschen damit zusammenhängen könnte, dass ich die Personen nicht wirklich verstanden habe. Also wie gesagt ich fand das Buch gut, aber nicht perfekt, deswegen gebe ich auch nur 3 von 5 Sternen.

Keine leichte Kost

Von: Atelier Maikind Datum: 03. August 2017

Inhalt
Wie sähe eine Welt aus, in der jede Sünde, jeder dunkle Gedanke sichtbar wäre? Smoke entführt den Leser in ein England vor hundert Jahren, in dem jede Verfehlung mit Rauch bestraft wird, der dem Körper entweicht. Auch Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, werden immer wieder durch Rauch-Attacken gebrandmarkt, wenn sie den strengen Schulregeln nicht genügen. Doch dann finden sie – fast zufällig – heraus, dass die Gesetze des Rauchs längst nicht für alle gelten. Wieso gibt es böse Menschen, die nicht von Ruß befleckt sind? Und welche Rolle spielt der Rauch bei den sozialen und politischen Umbrüchen ihrer Zeit? Auf der Suche nach der Wahrheit begeben sich die Freunde auf eine dramatische Reise voller riskanter Abenteuer und düsterer Intrigen und rufen damit schon bald mächtige Feinde auf den Plan …
Smoke ist ein sprachmächtiger, überbordend einfallsreicher Roman und zugleich eine kluge Parabel, die facettenreich die existenziellen Fragen nach Macht und Moral, Wahrheit und Lüge, Gut und Böse beleuchtet. (Quelle: Verlag)

Allgemeine Informationen
Verlag: carls books / 624 Seiten / Erschienen am: 13.03.2017 /€ 16,99

Rezension:
Ungewöhnlich- dieses Wort ist das Erste, welches mir zu diesem Buch einfällt. Stellt euch vor, dass jede Lüge einen schwarzen Hauch verursacht, der immer in eurer Nähe ist und somit verrät, dass ihr etwas getan habt. Beängstigend, oder?

Die Fülle der Charaktere ist bedrückend. Normalerweise kann ich mir Namen und Eigenschaften recht gut merken, aber dieses Buch hat mich überfordert. Doch die drei Hauptcharaktere dagegen waren vielschichtig und sehr vielversprechend. Trotzdem haben die Drei ihre Schwächen, zB. sind alle manchmal ein wenig zu naiv. Livia ist die Person, die mit Abstand am nervigsten war.

Der Schreibstil ist anstrengend und sehr langatmig. Die erste Hälfte des Buches war noch okay, aber ab der Zweiten ging es stetig bergab. Nach und nach verschwand die Spannung und damit der Wunsch, das Buch zu beenden ins Nichts. Gefallen hat mir die altertümliche Ausdrucksweiße der Charaktere. Es passte perfekt zur Zeit in der das Buch spielt.

Das Cover ist super! Ich habe es geliebt, seitdem ich es gesehen habe. Das Bild passt perfekt zu der Zeit des Buches und auch die Atmosphäre ist super. Es ist dunkel, duster und ich liebe die Zeichnung des Big Ben im Hintergrund.
Fazit:

Es war, auch am Ende noch, sehr verwirrend. Wie der Rauch nun letztendlich entsteht, habe ich noch immer nicht 100% tig verstanden. Es ist sicherlich nicht einfach dieses Buch zu lesen oder zu verstehen. Tatsächlich ist es nichts für Zwischendurch, da man aufmerksam lesen muss um alles zu verstehen. Deswegen gibt es nur 3 Sterne.

Einstieg war gut danach ging es mit Schwächen weiter

Von: Mella Datum: 31. Juli 2017

Klappentext/Inhalt:

Wie sähe eine Welt aus, in der jede Sünde, jeder dunkle Gedanke sichtbar wäre? Smoke entführt den Leser in ein England vor hundert Jahren, in dem jede Verfehlung mit Rauch bestraft wird, der dem Körper entweicht. Auch Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, werden immer wieder durch Rauch-Attacken gebrandmarkt, wenn sie den strengen Schulregeln nicht genügen. Doch dann finden sie – fast zufällig – heraus, dass die Gesetze des Rauchs längst nicht für alle gelten. Wieso gibt es böse Menschen, die nicht von Ruß befleckt sind? Und welche Rolle spielt der Rauch bei den sozialen und politischen Umbrüchen ihrer Zeit? Auf der Suche nach der Wahrheit begeben sich die Freunde auf eine dramatische Reise voller riskanter Abenteuer und düsterer Intrigen und rufen damit schon bald mächtige Feinde auf den Plan ...

Meine Meinung:

Der Klappentext hört sich nach einer düsteren und spannenden Geschichte an. Die habe ich auch an vielen Stellen bekommen aber dennoch war von einigen Dingen auch etwas enttäuscht.

Thomas und Charlie sind Schüler eines Elite-Internates. Die beiden habe es dort nicht immer leicht vor allem in der Welt in der sie Leben besteht vor allem aus schwarzen Rauch. Wenn jemand lügt, eine Sünde begeht oder einfach böse ist, dann raucht er. Der Rauch zeigt den anderen die Wahrheit über einen, dass er Sünde begeht. Für Thomas und Charlie wird sich das Leben schon bald ändern. Es passieren einige Dinge und die beiden hinterfragen den Rauch. Sie wollen herausfinden, was es mit dem Rauch auf sich hat, vor allem, da anscheinend manche gar nicht in davon betroffen sind. Dabei begeben sie sich auf eine gefährliche Reise.

Thomas und Charlie lernen sich im Internet kennen und freunden sich an. Beide haben so ihre Probleme aber eines Tages erfährt Thomas etwas und dies wird ihn für immer verändern. Die beiden wollen mehr über den Rauch und den Ruß herausfinden und gehen auf eine Reise. Anfangs scheint alles noch gut zu sein aber dann müssen sie um ihr Leben fürchten. Sie müssen fliehen und finden dabei Dinge heraus, die sie nicht geglaubt hätten. Thomas und Charlie sind auf ihre ganz eigene Weise mutig, stark aber auch verletzlich. Vor allem aber wollen sie die Wahrheit herausfinden und in einer Welt leben, in der der Rauch einen nichts mehr ausmacht.

Die ersten gut 250 Seiten waren absolut großartig. Ich war so in einem Lesefluss, die Geschichte war spannend und hat Spaß gemacht gelesen. Vor allem war sie düster, geheimnisvoll und so viel mehr. Danach ging der Spannungsbogen leider immer mehr nach unten und ich kam nur schwer voran. Mir hat die Entwicklung an der Stelle dann nicht mehr so zugesagt, wie die ersten 250 Seiten. So ab Seite 500 wurde es aber dann wieder besser und spannender. Es gab viele Wendungen mit denen ich nicht gerechnet habe. Das Ende war für mich dann in Ordnung.

Fazit:

Die ersten 250 Seiten waren grandios und ich dachte es wird ein 5-Sterne-Buch. Leider ging der Spannungsbogen immer mehr nach unten und es war anstrengend zu lesen. So ab Seite 500 wurde es aber dann wieder besser und das Ende war dann auch ganz gut.

Bewertung:

Cover: 5/5
Klappentext: 5/5
Inhalt: 3,5/5
Schreibstil: 3,5/5
Gesamtpaket: 3,5/5

3,5 von 5 Sterne

Eine tolle Ausgangssituation, die sich in zu vielen Details verliert

Von: Madame Klappentext Datum: 23. Juli 2017

Inhalt: Rauch beherrscht das Leben im England des 19. Jahrhunderts. Es ist ein ganz besonderer Rauch, einer der jede Bosheit und Verfehlung sichtbar macht. Rauch ist schlecht und soll unter allen Umständen vermieden werden. Am besten natürlich durch tugendhaftes Verhalten.
Die jungen Schüler Charlie und Thomas gehen auf ein Eliteinternat und beginnen die Gesetze des Rauchs zu hinterfragen. Wo kommt er her und was macht er mit den Menschen? Dabei stoßen sie auf eine Menge Geheimnisse innerhalb der Gesellschaft, die sie in Gefahr bringen.

Leseeindruck: Die Ausgangssituation hat mir sehr gut gefallen. Rauch, der Verfehlungen anzeigt und somit auch die Innenwelt der Menschen äußerlich sichtbar macht. In dieser Welt kann kaum eine Figur ihre Gedanken für sich behalten.
Schnell wird klar, dass es rund um den Rauch Geheimnisse gibt, die nur eine kleine elitäre Gruppe kennt. Leider liegt für mich genau hier das größte Manko der Geschichte. Mir war nicht immer klar, wer welche Ziele verfolgt, oder was genau die einzelnen Charaktere über den Rauch wissen oder auch, was sie bewirken wollen.

Für meinen Geschmack ist die Geschichte zu sehr verstrickt, wenn nicht sogar verworren. Es gibt einfach zu viele Charaktere, die unterschiedliche Dinge wollen, ohne dass mir die Motive immer ganz klar waren. Daher bin ich leider auch mit keinem der Charaktere so richtig warm geworden. Gerade von Thomas hätte ich mir mehr erwartet. Er hat durch seine familiäre Vorgeschichte mehr zu bieten, als die Geschichte zeigt.

All die kleinen Defizite haben leider dazu geführt, dass ich sehr lange für den Roman gebraucht habe. Immer wieder habe ich Lesepausen eingelegt, da die Handlung nicht recht in Fahrt gekommen ist. Natürlich fällt es dadurch auch wieder schwer, den Überblick über die Figuren zu behalten. Ein wahrer Teufelskreis.

Ich will aber auch nicht den Eindruck erwecken, als würde die Story überhaupt keinen Spaß machen. Das Milieu, rund um die adeligen Kinder, die sich nun auch mit dem einfachen Volk auseinandersetzen müssen, bietet eine Menge Konfliktpotential. Auch die Dreiecksbeziehung zwischen Thomas, Charlie und Livia sorgt genauso für Spannung wie die zahlreichen Verschwörungen und Intrigen.
Die Erzählstruktur hat auch einen Pluspunkt verdient. Die Mehrzahl der Kapitel ist zwar ganz klassisch in der 3. Person verfasst, es gibt aber auch eine Menge Kapitel, die in der 1. Person verfasst sind. Dabei lernt der Leser eine ganze Reihe verschiedenster Nebencharaktere kennen, deren Perspektive hier eingenommen wird.

Fazit: Eine phantastische Geschichte, dir mit unserer Vorstellung von Moral spielt. Der Leser begibt sich auf eine abenteuerliche Reise ins England des 19. Jahrhunderts.
Leider ist die Story an der einen oder anderen Stelle etwas überladen, womit die Gefahr besteht, den Überblick über die Figuren und deren Absichten zu verlieren.
Wer an der Story dran bleibt und seine Sympathien an einen der Charaktere vergeben kann, wird sicher seinen Spaß haben.

Eine große Enttäuschung!

Von: Gedankenvielfalt Datum: 21. Juli 2017

Thomas und Charly sind ganz normale Schüler, die von außen einen sehr gepflegten und liebenswürdigen Eindruck machen, aber die Gedanken der Jungs sind alles andere als harmlos, denn diese werden anhand des Rauchs ans Tageslicht gebracht. Allgemein werden die verschiedensten Gefühle mit unterschiedlichen Rauch dargestellt,dass ist erfrischend anders, aber teilweise auch manchmal verwirrend. Wo wir bei dem Thema verwirrend sind, denn auch die Erzählerperspektive hat es da in sich. Denn hier wechselt man von der dritten Person in die Ich-Perspektive.

Eigentlich gefiel mir die Story, die Handlungen und die nachdenklichen Aspekte außerordentlich gut, aber trotzdem bleibt bei mir ein bitter Nachgeschmack, denn teilweise war es etwas in die Länge gezogen.

Leider wurde ich mit den Hauptcharakteren nicht wirklich warm, zu viele Charaktere erzählten uns was, ich war teilweise echt verwirrt .. Hätte man mich gezeichnet, dann hätte ich sicherlich drei Fragezeichen über den Kopf schweben gehabt.

Der Schreibstil an sich war in Ordnung, es gab tolle Szenen und einige interessante Erzählungen - auch die Grundidee fand ich total gut, aber die Umsetzung war nicht komplett überzeugend.

Mein Fazit:
Ein Buch was mich überhaupt nicht in seinen Bann ziehen konnte. Ich habe mehrere Anläufe benötigt um es überhaupt bis zum Schluss zu lesen. Die Grundidee war frisch und neu, aber die Umsetzung war grauenhaft. Durchsichtige Charaktere, mittelmäßige Spannung, aber eigentlich ein schöner Schreibstil lassen mich noch zwei Sternchen vergeben.

Rezension zu ,,Smoke'' von Dan Vyleta

Von: larissa_jeanette Datum: 20. Juli 2017

Klappentext:
England, Ende des 19.Jahrhunderts. Eine Welt, in der ein besonderes Phänomen um sich greift: Jede Bosheit, Unaufrichtigkeit oder Lüge manifestiert sich als Rauch, der unkontrollierbar dem Körper entweicht. Nur Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, wagen es, die Gesetze des Rauchs zu hinterfragen. Sie stoßen auf ein düsteres Komplott aus Willkür, Macht und Unterdrückung und müssen schon bald um ihr Leben fürchten...
meine Meinung:
Das Cover passt richtig gut zur Geschichte und sieht auch mega aus.
Die Geschichte hat mich in den Bann gezogen, aber an einigen Stellen hat sich das Buch gezogen. Die Schrift ist auch ziemlich klein, daher braucht man etwas länger zum lesen. Aber es ist bis zum Ende immer besser geworden. Das Buch lies sich gut lesen und besonders gut hat mir die Ausarbeitung der Charaktere gefallen, besonders die von Thomas und Charlie.
Zusammenfassend war das Buch ein sehr spannender und interessanter Roman.

Spannend und phantastisch

Von: Gwen Datum: 05. Juli 2017

Nach anfänglichen Schwierigkeiten in die Geschichte reinzufinden, sind mir die Geschichte und die Charaktere doch ziemlich ans Herz gewachsen. In jedem Kapitel stieg die Spannung immer mehr, bis sich irgendwann alles entlud und man alles herausgefunden hat. Da ich finde, dass man bei diesem Buch mit wenig Vorwissen rangehen sollte, werde ich hier nichts Genaueres über die Handlung sagen. Es war jedoch ein gelungenes Werk, welches soagr ethnische Fragen und Beweggründe auffasst. Ich wurde beim Lesen wirklich mehr als einmal zum Nachdenken angeregt. Zum Schluss kann ich sagen, dass der Schreibstil brilliant ist und dass das Buch einigen Menschen die Augen öffnen könnte. Solltet ihr also ein Buch suchen, bei dem euch die Charaktere sympathisch sind ,ihr über die Handlung nachdenken könnt und das euch bis in den Schlaf verfolgt ( bei mir war es jedenfalls so), dann ist dieses Buch genau das Richtige für euch. 4,5/5��

Einfach mal etwas ganz anderes

Von: World of books and dreams Datum: 28. Juni 2017

Wir befinden uns in England zum Ende des neunzehnten Jahrhunderts, Die beiden Jungen Thomas und Charlie besuchen ein Eliteinternat in der Nähe von London. Doch eines unterscheidet die damalige Welt von der, wie wir sie kannten, denn jeder Mensch, der etwas Unrechtes getan hat, beginnt zu rauchen. Rauch in den unterschiedlichsten Formen verläßt den menschlichen Körper und selbst die Jungen des Internats werden davon nicht verschont. Immer werden sie durch den Lehrer, der für den Rauch verantwortlich ist, nach ihren Taten ausgefragt und mit dem Rauch gebrandmarkt. Doch eines Tages kommen die Beiden hinter ein Geheimnis, denn es war scheinbar nicht immer so, dass die Menschen rauchten und auch nicht jeder wird mit dem Rauch gestraft. Sie beginnen, dem Geheimnis auf die Spur zu gehen und verstricken sich in Geheimnissen und Abenteuer.
Meine Meinung:
Alleine dieser Klappentext lockt mit einer äußerst ungewöhnlichen Geschichten und genau diese habe ich auch mit Smoke erhalten. Zwar muss ich zugeben, dass ich gerade beim Einstieg etwas Zeit benötigte, um richtig in die Geschichte zu finden, doch Dan Vyleta hat hier etwas ganz besonderes geschaffen. Er versetzt den Leser zum einen in eine bekannte Welt, nämlich in das viktorianische England und doch ist hier so viel ungewöhnliches vorzufinden, dass man ständig mehr darüber wissen will. Der Schreibstil ist sehr ausschweifend und voller detaillierter Bilder, so dass es manches Mal langatmig wirken könnte, doch ich habe mich nach einer kurzen Zeit daran gewöhnt und fand es sehr spannend, alles regelrecht vor mir sehen zu können. Personen, Umgebungen, alles wurde lebendig.
Was hier die Spannung durchweg gibt, ist die Frage, was es mit diesem Rauch auf sich hat. Woher kommt dieser? Warum kommt dieser? Wieso wird nie in Frage gestellt, was damit los ist und einfach so von den Menschen akzeptiert? Genau diese Gedanken trieben mich immer weiter in der Geschichte voran, denn die beiden Internatsschüler beginnen ebenfalls genau diese Fragen zu stellen. Wer hier mit dem Gedanken an eine leichte, mysteriöse Geschichte spielt, hat sich jedoch getäuscht, denn dieses Buch beinhaltet sehr viel mehr. Es geht hier mehr um die Fragen: ab wann ist man denn böse? Denn schon kleine Fehlverhalten lösen eine Reaktion im menschlichen Körper aus, die den Rauch hervorbringen und den Menschen regelrecht brandmarken.
Ebenfalls interessant ist hier die Erzählperspektive, denn der Autor wechselt diese mit den Charakteren, die gerade auftreten. So erzählt Thomas die Geschichte in der Ich-Form, während für weitere Charaktere der personelle Erzähler in der dritten Person gewählt wird, aber auch hier wird schonmal gewechselt. Auch dies verlangt von dem Leser immer wieder Konzentration und man muss hier durchaus aufpassen, wer gerade erzählt, denn die Perspektive wechselt schon häufiger eher abrupt.
Die Stimmung im Buch wird schon auf dem Cover perfekt eingefangen, denn die Welt, die hier beschrieben wird, ist äußerst düster. Die Frage nach dem absoluten Ideal ist hier im wieder Vordergründig und doch ist es an manchen Stellen sehr schwer nachzuvollziehen.
Die Charaktere und deren Beschreibungen sind hier äußerst wichtig für die Geschichte, denn so, wie sich die Personen voneinander unterscheiden, unterscheiden sich auch die Entwicklungen des Rauches. Charlie ist ein lieber, gutmütiger Junge, doch selbst bei ihm kommt es immer wieder vor, dass sich Rauch entwickelt, allerdings wesentlich harmloser als bei seinem Freund Thomas. Dieser ist impulsiv, stellt vieles in Frage und geht auch seinen Weg gerne einmal aggressiver, als die Menschen in seiner Umgebung es sich wünschen. So ist auch der Rauch bei Thomas immer wieder extrem und läßt ihn gerne als den Bösen da stehen. Doch wer oder was hier letzten Endes gut oder böse ist, ist gar nicht so klar.
Mein Fazit:
Ein Buch, das sich nicht mal eben nebenbei lesen lässt, sonder dem Leser einiges abverlangt. Grundlegende Themen, wie das auch heute oft vorkommende schwarz oder weiß Denken, ist hier der ausschlaggebende Gedanken des Buches. Trotzdem musste ich nach dem Beenden erst einmal eine Weile sacken lassen, was ich da gelesen habe, denn so einiges fand ich äußerst verwirrend. Doch ich denke oder hoffe, die Botschaft hier verstanden zu haben, denn Dan Vyleta zeigt durch seinen Rauch, dass auch gut gemeintes böse werden kann und umgekehrt. Eine sehr intensive Geschichte, die mir persönlich recht gut gefallen hat, bei der ich aber dem interessierten Leser gerne eine Leseprobe ans Herz legen möchte.

Ein Roman auf höchstem Niveau.

Von: Sonja Netz Datum: 27. Juni 2017

Smoke
Von
Dan Vyleta
Verlag: Carl'sbooks

Ein Roman auf höchstem Niveau.

Worum geht es?
Ende des 19. Jahrhunderts ist es in England so, dass man jede Bosheit, Unaufrichtigkeit oder Lüge an Rauch erkennt der sich manifestiert hat und unkontrolliert aus dem Körper dringt.
Thomas und Charlie zwei Freunde auf einem Internat, in welchem einen der Umgang mit dem Rauch gelehrt wird, entdecken auf einem Ausflug, dass nicht jeder Mensch raucht. Sie hinterfragen die Gesetze des Rauchs und stoßen auf ein Komplott aus Willkür, Macht und Unterdrückung.
Doch schon bald sind ihre Leben nicht mehr wie vorher und sie bangen darum.

Fazit:
Das Cover finde ich sehr schön und passend zur Geschichte gestaltet.
Das Buch beginnt mit Worten die einen innerhalb kürzester Zeit in ihren persönlichen Bann ziehen.
Jedoch, so zumindest meine Meinung, sollte man den Kopf definitiv frei haben beim lesen.
Es lässt sich sehr gut lesen, ist logisch durchdacht und sehr detailliert beschrieben.
Alles in allem ein sehr tolles Buch welches mich gefesselt hat und dabei so tiefgründig ist ...
Einziges was mir nicht gefallen hat und was mich enttäuscht zurücklässt ist das, doch sehr abrupte Ende, welches viel zu kurz ist und mir nur noch mehr Fragen gelassen als beantwortet hat.
Dennoch vergebe ich sehr gute 4 von 5 Sternen.

"Smoke" soll nicht das Herz zum flattern bringen, sondern den Geist - und das hat Dan Vyleta allemal geschafft.

Von: Soleil Datum: 26. Juni 2017

Dan Vyleta hat einen von diesen besonderen Page Turnern geschrieben, die zwar auch manchmal ihre Längen haben, insgesamt aber so stark überzeugen können, dass es am Ende schlicht keine Rolle mehr spielt. Er hat allerdings auch keinen sehr einfachen Roman geschrieben, hier wird der Leser mannigfaltig gefordert und sollte sich das vor dem Lesen auch klarmachen.
Natürlich geht es nicht um Rauch, auch wenn dieser von der ersten Seite an die Geschichte durchdringt. Der Rauch ist nur Mittel zum Zweck für diese Erzählung und nichtsdestotrotz ihr Mittelpunkt. Es geht hier nicht um Zeigefinger, um etwas, das "hinter einer Maske" liegt oder Dergleichen. Hier geht es tief und doch wieder nicht - es schadet nicht, eine gewisse Reife für das Buch mitzubringen.
Es ist nicht leicht zu beschreiben, was genau geschieht, denn hinter allem steckt mehr, als es zunächst den Anschein hat. Dabei ist das keine bloße "Reise ins Selbst" der Figuren, die ihre Geschichte gern einmal in der Ich-Form erzählen. Am Ende haben nicht alle gefunden, was sie gesucht haben, sind aber defintiv nicht mehr die gleichen. Thomas und Charlie gehören zwar beide der Oberschicht an, starten ihr eigenes leben jedoch bereits sehr unterschiedlich, was nicht zuletzt an ihrer Familiengeschichte liegt. Besonders Thomas, generell ein leidenschaftlicher Charakter, hadert mit der seinen, denn immer steht die Tat seines Vaters neben ihm und er weiß nicht, ob es seine eigenen Sünden sind, die ihn rußen lassen. Charlie dagegen ist von Natur aus eher ruhig und bedacht, eine gelungene Kombination der beiden Figuren, die zurecht gute Freunde werden. Jene, die besonders engelsgleich leben und daher nicht rauchen, kommen nicht umhin sich zu fragen, was genau ihr Leben zu einem solchen macht. Andere denken weiter, vielleicht ist der Rauch gar nichts Schlechtes und wird nur künstlich dazu stilisiert - aber wenn es etwas ist, das eben alle tun, ob sie wollen oder nicht, was unterscheidet uns dann noch?
In "Smoke" geht es also auch sehr philosophisch zu und es verstecken sich mannigfaltig Metaphern zwischen den einzelnen Sätzen. Wer nicht gelernt hat, zwischen den Zeilen zu lesen, ist hoffnungslos verloren bei einem solchen Werk. Obwohl sich unbestreitbar auch ein paar Längen im Lesefluss ergeben, arbeitet der Autor strikt auf das Ziel, die große Auflösung am Ende hin. Im letzten Drittel zieht er dabei so stark an, dass es fast unmöglich ist, das Buch zur Seite zu legen.
Neben den beiden Jungen gibt es natürlich auch eine weibliche Hauptrolle, die gleichaltrige Livia und einen Bösewicht, ihren Mitschüler Julius. Zusammen ergeben alle ein rundes Bild, welches sich erst nach zahlreichen Seiten zusammenfügt. Dabei reagieren sie aber meist mehr, als dass sie agieren, was jedoch vermutlich vom Autor gewollt wurde. "Smoke" soll nicht das Herz zum flattern bringen, sondern den Geist - und das hat Dan Vyleta allemal geschafft.

Smoke - Jede Sünde ist in Rauch getaucht ...

Von: Bücherhexen - Hexe Anja Datum: 25. Juni 2017

Cover
Ich bin ehrlich. Ich habe Smoke alleine wegen des Covers lesen wollen. Es ist düster, geheimnisvoll und irgendwie packend. Als ich das Cover gesehen habe, wusste ich irgendwie sofort dass das Buch spannend sein muss. Und ich hatte recht.

Schreibstil
Dans Schreibstil ist ... anders. Ich will nicht schlecht sagen, weil es das nicht ist. Der Stil ist interessant, aber auf andere Weise. Ich habe länger für das Buch gebraucht, als geplant, weil es anspruchsvoller geschrieben ist, als zuerst vermutet. Es ist aus mehreren Sichten geschrieben, sowohl aus der Erzählersicht, als auch der Ich-Perspektive. Dadurch hat man viel mehr von der Hintergrundhandlung erfahren, ein wenig störend war es dennoch. Nicht immer, konnte man sich sofort in die jeweilige Person hineinversetzen. Trotzdem war es ein Erlebnis dieses Buch zu lesen und es wird einen Ehrenplatz in meinem Regal haben.

Charaktere
Viel kann ich zu den Charakteren nicht sagen. Es waren viele, im Vordergrund jedoch standen natürlich Thomas, Charlie und Livia. Am liebsten mochte ich Thomas, mit seiner wilden, unberechenbaren Art. Aus anderer Sicht war Charlie ebenfalls interessant, er war mir am Anfang jedoch zu brav. Bei Livia war es sogar noch schwerer. Am Anfang mochte ich sie überhaupt nicht und auch jetzt habe ich eher gemischte Gefühle wenn es um sie geht.

Inhalt
Der Inhalt.
Das ist wirklich schwierig zu beschreiben. Neben dem ungewöhnlichen Schreibstil war auch der Inhalt sehr anspruchsvoll. Man hat sofort bemerkt, dass Dan Vyleta sich wirklich viel Mühe mit allem gemacht hat. Die liebe zum Detail und all die Charaktere die auf ihre Weise eine Rolle gespielt haben. Manchmal war ich ein wenig verwirrt und musste den Absatz nochmal lesen, doch es war trotzdem interessant, die Entwicklung der Geschichte zu lesen. Und auch zu lesen, was es mit dem Rauch und ihren Ursprung zu erfahren.
Denn neben dem Cover hat mich auch die Idee hinter dem "Rauch und den Sünden" fasziniert und ich wollte wissen, wie das Buch sich entwickelt. Und auch wenn es nicht zu 100% meins ist ... ist es dennoch richtig gut geworden.

Fazit
Mein Fazi zu diesem Buch?
Ich kann es euch empfehlen. Es ist anspruchsvoll geschrieben und vielleicht auch ein wenig schwer sich dadurch zu kämpfen, aber hinter den komplizierten Sätzen und den detaillierten Abschnitten steckt eine unglaubliche Geschichte. Und diese Geschichte verdient 4 Fledermäuse!

Im Rauch der Gedanken

Von: frischgelesen.de Datum: 21. Juni 2017

„Stell dir vor, deine dunklen Gedanken könnten sichtbar werden…“

Denn genau darum geht es im Roman „Smoke“ von Dan Vyleta. Am Ende des 19. Jahrhunderts wird England vom Rauch beherrscht. Alle Sünden, Lügen, jede Form von dunklen Gedanken und sämtliche Gewalt schlägt sich in Rauch nieder. Selbst die bösen Träume der Menschen werden dadurch sichtbar. Nichts entgeht dem Rauch.

Die Idee des Autors Dan Vyleta die englische Gesellschaft in düsteren Rauch zu hüllen, fand ich sehr spannend. Beim anfänglichen Lesen hatte ich dann etwas Schwierigkeiten in die Geschichte einzusteigen, denn „Smoke“ von Dan Vyleta ist nicht einfach nur ein Fantasy Roman. Es ist keine leichte Kost, man muss sich darauf einlassen. Es ist eine politische Geschichte, die sich mit der immer wiederkehrenden Frage nach Gut und Böse beschäftigt.

Die Vergangenheit könnte hier ebenso gut unsere Gegenwart sein, oder unsere Zukunft – „Smoke“ von Dan Vyleta

Der Autor Dan Vyleta ist Sohn tschechischer Einwanderer und wurde 1974 in Gelsenkirchen geboren. Er studierte Geschichte in Österreich und England, promovierte am King’s College in Cambridge und hat bereits einige Bücher veröffentlicht. Er sagt in seiner Danksagung, die Idee zu „Smoke“ kam ihm durch ein Zitat von Charles Dickens, dass ihr auch am Anfang des Buches findet. Dan Vyleta ist der Meinung, dass die Geschichte eher zu ihm gekommen ist, als umgekehrt.

Vielleicht ist dies auch der Grund, warum am Ende doch einige Fragen offen bleiben.

Die jungen Adligen eines Elite Internats in Oxford wollen nach einem Ausflug in das vom Rauch beherrschte London, den Dingen auf den Grund gehen. Charlie und Thomas wollen die Ursprünge des Rauches finden und verstricken sich dabei immer mehr in gefährliche Machenschaften der oberen Gesellschaft.
Herrschaft und Macht sind der Antrieb für eine Reihe von unerklärlichen Dingen in „Smoke“ von Dan Vyleta. Durch die beeindruckende Schreibweise des Autors, entstehen beim Leser sehr deutlich die düsteren Bilder der Handlung.

„Smoke“ von Dan Vyleta – Ein gefährlicher Kampf zwischen Liebe, Freundschaft und Hoffnung, der eigentlich auch in die heutige Zeit passt. Der Rauch dient hier als Metapher für die Frage nach Recht und Unrecht.

Das Buch „Smoke“ von Dan Vyleta ist bei carl’s book erscheinen und wie ihr auf den Fotos sehen könnt, ist die Cover Gestaltung schon sehr passend. Das Buch wirkt ein bisschen, als wäre es dem Rauch gerade so entkommen. Mir gefällt das sehr. Auch die Zitate, die am Anfang einiger Kapitel eingefügt sind, haben mir gefallen. Einige stammen von Dickens, aber auch Friedlich Engels kommt zum Thema Arbeiterklasse zu Wort.

Ich denke für manche Textpassagen bin ich vielleicht noch zu jung, um sie richtig zu verstehen und darum werde ich „Smoke“ vielleicht in ein paar Jahren noch einmal lesen. Wenn ihr euch reif genug fühlt und die düsteren Gedanken nicht scheut, dann solltet ihr „Smoke“ von Dan Vyleta lesen.

Ein Buch, das zum Nachdenken einlädt.

Von: Kamami Datum: 20. Juni 2017

Zum Buch:

Zuerst würde ich mich gerne bei Carls Books Bedanken, da sie mir dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Das Cover war es, dass mich auf diese Buch aufmerksam gemacht hat. Ich bin mit London schnell zu begeistern. Der Klappentext war dazu auch noch sehr interessant und ich habe mein Glück versucht und lieberweise auch das Exemplar bekommen.

Im Buch selbst geht es um Thomas und Charlie, zwei Schüler, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während Charlie ein sanft und geduldig ist, scheint Thomas Zukunft als Mörder sicher. Immerhin war sein Vater ein Mörder und die Sünde wird weitervererbt. Sein Rauch ist schwer unter Kontrolle zu bekommen. Ein Schulausflug in London ändert alles. Sie werden nicht nur Zeuge, wie der Rauch die Menschen in der Stadt verändert, sondern auch von einer Hinrichtung. Von der Ansteckungsgefahr, die vom Rauch ausgeht und von dem Unmöglichen.

Gerade diese klare Abgrenzung zwischen den Beiden, der eine als Gute der andere regelrecht als Böser zeigt sehr schön das Schubladendenken einer derartigen Welt.

Im Laufe des Buches erfahren sie einiges über den Rauch und auch über sich selbst. Verbündete werden zu Feinden. Feinde zu Vertrauten und über allem liegt die Kritik an der Politik dieser Zeit, die der in unseren gar nicht so unähnlich ist.

Zum Schluss müssen unsere jungen Protagonisten sich entscheiden. Stimmen sie für eine ungewisse Revolution oder sorgen sie dafür, dass alles bleibt wie es war?

So, mehr kann ich euch leider nicht verraten, aber mal unter uns. Das Buch lohnt sich durchaus.

Fazit:

Sprachmächtig. So wird das Buch beschrieben und ich würde das unterschreiben. Leichte Kost ist anders, denn man merkt, dass der Autor so viel mehr ausdrücken möchte, als die Geschichte im ersten Moment zeigt. Er hat die Atmosphäre in London gut eingefangen, die niederen Klassen, die von den Adeligen regelrecht im Dreck gehalten werden. Die verzweifelte Angst der Jugendlichen vor dem Rauch. Der Wahnsinn der nicht  nur durch den Rauch, sondern auch aus der Angst vor ihm entsteht. Wie weit der Mensch zu gehen bereit ist um als Rein und Unschuldig zu gelten. Mehr als viele andere Bücher regt es zum Nachdenken an, ist aber kein Buch um es zwischendurch einfach „wegzulesen“.

Ich bin froh, dass es seinen Weg zu mir gefunden hat und kann es mit gutem Gewissen weiter empfehlen, für alle, die eben nicht nur oberflächliche Unterhaltung suchen.

Spannende Idee, leider viele Längen

Von: Jashrin Datum: 14. Juni 2017

Charlie und Thomas besuchen im ausgehenden 19. Jahrhundert ein Elite-Internat in England. Hier sollen sie lernen rauchfrei durchs Leben zu gehen, denn durch jede Lüge, jede Verfehlung entweicht dem Körper für alle gut sichtbar Rauch: mal kaum wahrnehmbar, mal unübersehbar, aber immer da. Nur die Oberschicht scheint es geschafft zu haben ein völlig rauchfreies und damit offenbar sündenloses Leben zu führen.

Eher zufällig stoßen Charlie und Thomas darauf, dass die Gesetze und Regeln des Rauchs augenscheinlich doch nicht für alle gelten. Ein großes Netz aus Lügen, Intrigen und Macht zeichnet sich ab und mittendrin stehen die beiden Jungen, die schon bald um ihr Leben fürchten müssen.

Während ich die Beschreibung des Buches noch sehr spannend fand und nach wie vor die Grundidee mag, so hatte ich doch meine Schwierigkeiten mit dem Buch. Dies lag zum einen daran, dass das Buch
im Präsens geschrieben ist und ich immer eine Weile brauche, bis ich mich daran gewöhnt habe. Gut, bei über 600 Seiten ist der Punkt irgendwann erreicht, dennoch liegt es mir einfach nicht so gut. Darüber hinaus gab es für mich viele Längen. Der Autor bedient sich vieler Metaphern, führt Sachverhalte bis ins kleinste i-Tüpfelchen aus und immer wieder gibt es ausführliche Überlegungen zum Verhalten der Menschen im Allgemeinen und Besonderen. Dabei werden natürlich vor allem Werte wie Gut und Böse hinterfragt und welche Auswirkungen diese haben.

Des Weiteren gab es eine Fülle von Charakteren und Namen, die nicht immer ganz so leicht auseinanderzuhalten waren, auch wenn ich eigentlich mit vielen Namen keinerlei Schwierigkeiten habe. Passend zu den Charakteren wechselte auch immer mal die Perspektive, wobei nicht nur die Person wechselte, der Autor springt auch zwischen der dritten Person und der Ich-Perspektive hin und her.

Die Charaktere an sich sind unterschiedlich stark ausgearbeitet, aber besonders die Hauptfiguren Thomas, Charlie und auch Livia waren sehr vielschichtig und mit großer Sorgfalt entwickelt. Doch ebenso wie der Rauch waren sie dennoch nicht wirklich greifbar für mich, geschweige denn, dass ich mich in jemanden hätte hineinversetzen können.

All das führte dazu, dass ich sehr langsam vorankam und trotz der teils durchaus spannenden Fragen und Entwicklungen keine Probleme hatte, das Buch aus der Hand zu legen.

Sehr gelungen hingegen finde ich die Atmosphäre, die der Autor in seinem Buch erzeugt. Düster, ein wenig bedrohlich und voll starker Emotionen. Diese geheimnisvolle Atmosphäre hat maßgeblich dazu beigetragen, dass ich doch immer wieder weitergelesen habe.

Mein Fazit: „Smoke“ ist ein Buch, für das man sich Zeit nehmen sollte. Es spürt der Frage nach Gut und Böse nach und regt zum Nachdenken an. Leider ist es stellenweise sehr langatmig und den Überblick zu behalten fällt nicht immer leicht. Wen das Buch vom Klappentext her ebenso reizt wie mich, der sollte im Blick behalten, dass es weniger um Fantasy geht, als vielmehr um Gesellschaftskritik und existenzielle Fragen. Wen das nicht schreckt, der sollte mal genauer in das Buch reinblättern, denn trotz meiner vielen Kritik finde ich das Buch dennoch lesenswert.

Tolle Idee - mäßige Umsetzung

Von: BuboBubo Datum: 13. Juni 2017

In einem Eliteinternat wachsen Thomas und Charlie Ende des 19. Jahrhunderts in der Nähe von London auf. Dort sollen sie und weitere gut betuchte Jungen lernen, ihre Gefühle und somit dem Rauch zu kontrollieren. Der Rauch offenbart schlechte Gedanken und Sünden und strömt für alle sichtbar aus dem Körper. Im Internat sollen sie lernen besser zu sein als der Rest der Menschen, die gar nicht mehr aufhören können zu rauchen.
Per Zufall entdecken die beiden Freunde, dass es Menschen gibt die keinen Rauch verströmen und wollen dem Mysterium auf den Grund gehen….

Das Cover ist mir direkt ins Auge gesprungen und hat mich neugierig gemacht. Es passt perfekt zu der Thematik und des düsteren viktorianischen Zeitalters. Eine Zeit, der ich als Schauplatz literarisch verfallen bin. Die Geschichte um den Rauch und die Frage was dahinter steckt hat mich gereizt und ich habe zu diesem Buch gegriffen.
Die Handlung plätschert vor sich hin und es ist leider nie wirklich Spannung aufgekommen. Die Ortswechsel kamen mir nicht wie in einer zusammenhängenden sich flüssig lesenden Geschichte vor, sondern wie einzelne Etappen, die der Geschichte Struktur verleiht.
Durch die häufigen Perspektivwechsel habe ich oft nicht gewusst aus wessen Sicht ich lese, da die Überschriften nicht immer eindeutig gezeigt haben, aus welcher Sicht die Geschichte geschildert wird. Ich hätte mir einheitliche Überschiften gewünscht oder hätte die Kapitel unbenannt bevorzugt und nur den Namen des jeweilig erzählenden Charakters gewünscht.
Die beiden Hauptcharaktere Charlie und Thomas sind mir zu Beginn der Geschichte leider etwas zu blass vorgekommen und ich konnte sie nicht eindeutig unterscheiden. Im Laufe der Handlung hat sich dies allerdings gebessert.
Das Tempo der Geschichte war in Ordnung, leider hat das letzte Drittel mich nicht überzeugen können, da es doch sehr schnell zu einem Ende kam und einfach zu viel auf einmal passiert ist, so dass ich einzelne Abschnitte zweimal lesen musste um der Handlung vollständig folgen zu können.
Die Frage, woher der Rauch kommt und was der Autor mir mitteilen möchte blieb für mich offen.
Die Grundidee war gut. Leider hat die Umsetzung mich nicht überzeugen können. 600 Seiten hätten mehr Potential gehabt um eine solche Idee umzusetzen. Dies ist dem Autor meiner Meinung nach nur mäßig gelungen.

Geniale Idee und großes Potenzial, das leider ungenutzt bleibt

Von: Sabrina (sweetlybutton) Datum: 07. Juni 2017

Beim Durchstöbern des Bloggerportals hat mich vor allem erstmal das Cover von Smoke angesprochen. Alles, das so deutlich mit London verbunden ist, erweckt meine Neugierde und dazu kamen noch die Farben, die Big Ben etwas Mystisches verleihen. Die Zusammenfassung klang neu und originell. Nicht ganz Fantasy, aber mit dem Rauch ein eindeutig mystisches Element, das das Potenzial zu einer starken Metapher hat.

Die ersten Kapitel habe ich schnell in mich aufgesogen. Dan Vyleta hat einen sehr plastischen und lebendigen Schreibstil, den ich auf Anhieb mochte. Die Kapitel wechseln zwischen Er-Perspektive und Ich-Perspektive verschiedenster Charaktere. Auch Randfiguren, die mir als Leser sonst niemals im Gedächtnis geblieben wären, kommen so zu Wort und erweitern die Handlung um neue Ansichten und verleihen damit sonst bedeutungslosen Szenen eine neue Dimension. Ein wenig schade ist dabei nur, dass die verschiedenen Ich-Erzähler keine ganz eigene Stimme, keinen eigenen Erzählstil haben, sondern sich alles gleich liest. Dennoch wurde mir durch diese Episoden in der Ich-Perspektive das Gefühl vermittelt, in den Charakter dieser oder jener Person einen besseren Einblick bekommen zu haben. Außerdem liefert jede Figur ein neues Puzzleteil, um das Rätsel um den Rauch zu lösen. Als Leser war ich so den Protagonisten immer einen Schritt voraus – eine perfekte Illusion von Wissensvorsprung, denn eigentlich war ich keinen Schritt näher daran, das Gesamtbild zu verstehen.

Dies hielt ich zunächst für einen genialen Schachzug, die Spannung des Lesers aufrechtzuerhalten. Nach und nach beschlich mich jedoch das Gefühl, dass es überhaupt kein Gesamtbild zu offenbaren gibt. Es gehört wohl zum Witz und zur Kernaussage des Romans, dass der Rauch, auf dem sämtliche Gesetze und gesellschaftlichen Normen beruhen, eigentlich von niemandem richtig verstanden wird. So weit so gut. Doch leider hatte ich immer mehr das Gefühl, dass Vyleta selbst nicht so ganz wusste, was für eine Welt er sich da ausgedacht hat. Die Offenbarung entscheidender Aspekte des Rauchs bleiben ohne Folgen: so zum Beispiel die Erkenntnis, dass es den Rauch nicht schon immer gab, Bibeln etc. jedoch umgeschrieben wurden, um genau dies zu suggerieren. Vieles, was die von Vyleta entworfene Gesellschaft ausmacht, steht in keinem Zusammenhang zu den Gesetzen des Rauchs und macht daher überhaupt keinen Sinn. Beispielsweise gibt es keinerlei Erklärung dafür, warum die englische Regierung alles Moderne ablehnt und daher unter anderem Elektrizität verbietet.

Ebenso wenig nachvollziehbar waren für mich die Hauptfiguren. Zunächst gefiel mir, wie die Protagonisten Thomas und Charlie angelegt sind. Vor allem Thomas, mit seiner Hintergrundgeschichte und seinen eigenen Ängsten, hätte das Zeug zu einem komplexen und interessanten Charakter. Doch durch die ständig wechselnde Perspektive liegt der Fokus insgesamt vielleicht zu selten auf den Protagonisten, um ihnen die nötige Tiefe durch den gesamten Roman hinweg zu verleihen. Ihre Entwicklung geht in dem ganzen Chaos teilweise etwas unter und wirkte auf mich daher an manchen Stellen etwas abrupt und war nur schwer nachvollziehbar. Vor allem jedoch die Entwicklung ihres Mitschülers und Widersachers Julius nimmt sehr groteske Züge an, die bereits an Übertreibung grenzen. Als wirklich störend während des Lesens habe ich jedoch die unnötigen amourösen Verwicklungen empfunden. Während ich mich sonst immer freue, wenn eine schöne Liebesgeschichte eingeflochten wird, wirkte sie hier einfach nur erzwungen. Zu keinem Zeitpunkt setzen sich die Figuren wirklich mit ihren Gefühlen auseinander, weshalb ich ihren Beziehungen zueinander am Ende nur noch skeptisch gegenüber stand.

Meine Empfehlung:
Die Idee hinter Smoke ist genial und hätte großes Potenzial gehabt, das leider jedoch zum größten Teil ungenutzt bleibt. Überzeugen konnte mich dennoch der Erzählstil, besonders die plastische Sprache und die wechselnde Perspektive. Mir persönlich haben eine aussagekräftige Moral der Handlung und die Logik auf der Metaebene gefehlt. Doch wer einfach nur spannende Unterhaltung mit dem mystischen Element des Rauchs erwartet, könnte an Smoke durchaus seine Freude haben. Aber auch für mich war Smoke keine reine Zeitverschwendung. Als jemand, der sich beim Lesen nicht nur für das Lesevergnügen an sich interessiert, sondern immer auch dafür, wie erzählt wird, welche Idee hinter einem Roman steckt und welche Stoffe verarbeitet werden, habe ich von Dan Vyleta im Negativen, aber auch im Positiven, ein paar Dinge gelernt.

Tolles Fantasybuch, welches zum Nachdenken anregt

Von: Myrcella Datum: 07. Juni 2017

Meine persönliche Meinung


Das Cover:
Die Buchgestaltung ist sehr passend und macht schon anhand des geheimnisvollen Covers auf die Handlung sehr neugierig. Der Rauch der sich durch das Cover zieht wirkt mysteriös und etwas schauerlich, was zu der Thematik des Buches sehr gut gewählt ist.


Die Handlung:
Man befindet sich als Leser im viktorianischen London und erlebt die beiden Jungen Charlie und Thomas in ihrem Internatsleben. Beide bemühen sich, so wenig düstere Gedanken wie nur möglich zu haben und damit wenig Rauch zu produzieren.
Mit dem durchaus sehr spannenden Setting stellte ich mir gleichzeitig die Frage, wie es überhaupt dazu kam, dass Menschen Rauch produzieren, sobald sie einen düsteren Gedanken haben. In der heutigen Zeit, die geprägt ist durch Neid und Egoismus wäre das nahezu unvorstellbar und schrecklich. Leider wird der Leser bis zum Ende hin im Dunkeln gelassen und die Frage wird unbeantwortet bleiben, was für mich persönlich schon eine große Enttäuschung war.

Die Kulisse des düsteren Londons zur viktorianischen Zeit wurde hier von dem bisher mir noch unbekannten Autor sehr authentisch und bilderreich beschrieben. Da ich für diese Zeitepoche sowieso ein großes Faible hege, trat ich dem Buch zunächst auch sehr kritisch entgegen, wurde jedoch durch den tollen Schreibstil und die spannende Handlung vollauf überzeugt.

Manchmal wirkt die Handlung etwas verwirrend, jedoch denke ich, dass dies vom Autor gewollt ist. Man soll sich als Leser schon seine Gedanken machen und die Thematik auf unsere heutige Zeit projizieren. Daher hatte das Buch auch einen ganz speziellen Nachklang bei mir, als ich es beendete.

Die Charaktere sind allesamt recht unterschiedlich, wirken jedoch alle auf ihre Art sehr realistisch und auch sympathisch. Das Buch an sich ist nicht so leicht zu verdauen und regte im Nachhinein zum Nachdenken an. Ich fühlte mich während des Lesens bestens unterhalten und es wurde zu keiner Zeit langweilig.

Da meine Hauptfrage wie schon erwähnt leider unbeantwortet blieb, war das Ende des Buches für mich leider nicht ganz so zufrieden stellend und es blieb ein großes Fragezeichen zurück.

Mein Fazit:
Das Buch bot mir ein großes Potential an Unterhaltung und war für mich definitiv mal etwas Neues im Genre „Fantasy“. Das Ideenreichtum des Autors hat mich hier angenehm überrascht, so dass ich hierfür und für den tollen Schreibstil 4 von 5 möglichen Büchersternchen vergebe.

Viel Rauch um nichts - leider enttäuschend

Von: gefluesterfeuer Datum: 06. Juni 2017

Allgemeines:
Titel: Smoke
Autor: Dan Vyleta
Verlag: carl's books
ISBN: 978-3-570-58568-9
Genre: Fantasy
Seitenzahl: 611
Preis: 16,99€ (broschiert)

Inhalt:
England, 19. Jahrhundert. Eine Welt, in der Lügen, schlechte und unangemessene Gedanken, jede Sünde durch aufsteigenden Rauch aus den Poren der Menschen sichtbar wird. Die Gesellschaft ist klar gegliedert: während die Oberschicht ein weitesgehend rauchfreies Leben führt, ist die Unterschicht schwarz vor Ruß. Thomas und Charlie, Schüler eines Eliteinternates, welches die Schüler auf ein rauchfreies Leben vorbereitet, sind skeptisch. Auf einem Schulausflug nach London geraten sie in einen verzwickten, geheimnisvollen Komplott, dessen Ausmaß ihnen noch nicht ganz klar ist. Nun stellt sich ihnen die Frage: Woher kommt der Rauch wirklich?

Meine Meinung:
Diese Rezension zu schreiben, fällt mir ziemlich schwer. Das Buch wartete nicht nur mit einer Dicke von 600 Seiten auf mich, sondern mit einem ebenso langatmigen Schreibstil und Verlauf.
Ich hatte mit einem Fantasy-Roman gerechnet, aber das Buch wurde dem nicht ganz gerecht. Der mysteriöse Rauch war das einzige "Fantasy"-Element, ansonsten war das Buch meiner Meinung nach eher ein gesellschaftskritischer Roman, worin die Metapher im besagten Rauch liegt.
Demzufolge wird auf vielen Seiten die politische Lage beschrieben, gemischt mit Brutalität, Verschwörungen und Freundschaft.
Grundsätzlich gefällt mir die Idee des Buches sehr gut. Jede deiner Sünden sollte als Ruß an deiner Kleidung und deinem Körper hängen bleiben? Das klang sehr spannend und natürlich wollte ich unbedingt wissen, was es damit auf sich hat.
Der Anfang war ganz interessant. Wir befanden uns in einem Eliteinternat, abwechselnd aus der Sicht von Charlie und Thomas, zwei Schülern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Es wurde beschrieben, mit welcher Brutalität der Rauch teilweise bezwungen wurde und welche fatalen Ausmaße es hatte, wenn man rauchte. Die ersten 200/300 Seiten waren ganz interessant und es passierten auch einige verwunderliche Dinge. Doch der Höhepunkt, auf den man wartete, blieb aus.
Das Buch begann mich immer mehr zu langweilen.
Vielleicht lag es auch daran, dass die Protagonisten, Charlie, Thomas und Livia, noch ziemlich jung waren und die ganzen Geschehnisse selbst noch gar nicht richtig greifen und verstehen konnten. Das hat sich schon in irgendeiner Form auf den Leser übertragen: Stellenweise hab ich überhaupt nicht mehr durchgesehen.
Der Schreibstil war, wie ich finde, ziemlich anstrengend: sehr langatmig, lange und mitunter verschachtelte Sätze, (zu) detailreich und ausschweifend. Viele Sätze musste ich mehrfach lesen, um alles zu erfassen, was in ihm ausgesagt wurde.
Somit plätscherte die zweite Hälfte des Buches förmlich so vor sich hin und man wartete regelrecht darauf, was denn nun am Ende passiert. Aber auch da wurde ich enttäuscht; auch das Ende konnte mich so gar nicht aus den Socken hauen. Schade.

Alles in allem hatte ich mir von dem Buch mehr erhofft. Der Anfang war nicht schlecht, doch die Spannung baute immer weiter ab. Ich hatte leider keinen Spaß an dem Buch und musste mich ab ungefähr der Hälfte regelrecht zwingen, weiterzulesen. Schade, denn die Idee an sich hat echt Potenzial, doch dieses kam hier leider nicht zum Zug.

Interessante Idee, die mich aber leider nicht fesseln konnte

Von: ZeilenMalerei Datum: 03. Juni 2017

Cover:
Nicht nur weil ich London liebe, fiel mir dieses Cover in den Blick. Es wirkt düster und geheimnisvoll und das verspricht auch der Klappentext. Nebulöse Geschehnisse und Geheimnisse, die der Rauch verdecken soll und die hoffentlich mit einer spannende Geschichte einhergehen werden. Ich bin gespannt!

Meine Meinung:
Die Geschehnisse starten Ende des 19. Jahrhunderts und man wird direkt in das damalige Leben eines heranwachsenden Mannes geworfen. Man erhält tiefe Einblicke, wie es damals war und wie man sich als "Mann" zu verhalten hatte. Für mich als Frau aus dem 21. Jahrhundert wirkt dies zunächst natürlich etwas befremdlich. Zudem lese ich nicht oft Bücher die in der Vergangenheit spielen. Dieses hier startet, nicht nur aufgrund des Schreibstils, sehr interessant und man möchte wissen, was in der Welt von "Smoke" geschieht.

Die Idee, die Verfehlungen von Menschen mithilfe des Rauchs sichtbar werden zu lassen, fand ich sehr interessant und war gespannt darauf, was es denn genau mit dem Rauch auf sich hat. Wo kommt er her? Wer ist für ihn vielleicht verantwortlich? Denn schnell kommen einem Theorien in den Kopf, wer einen Vorteil von dieser Art und Weise mit Menschen umzugehen hat.

Trotzdem, oder vielleicht auch wegen der Zeit, in der das Buch spielt und aufgrund des angepassten Schreibstils, wurde die Geschichte für mich ungefähr ab der Hälfte sehr langatmig und konnte mich nicht mehr so fesseln, dass ich es zu Ende lesen konnte.

Fazit:
Eine tolle Idee, ein schöner Schreibstil und doch konnte es mich nicht fesseln. Vielleicht gebe ich ihm später noch einmal eine Chance.

Alles Schall und Rauch ...

Von: Diane Jordan Datum: 31. Mai 2017

.... und irgendwie auch nicht.... Worte, Antiraucher-Kampagnen, Illusionen und Manipulation des Einzelnen. Ihr wisst nicht wovon ich rede? Meine neue Lektüre „Smoke“ von Dan Vyleta. Nach den ersten Kapiteln raucht mir schon der Schädel von der ungewohnten Lesekost. Der ungetrübte sonstige Lesespass und -fluss will sich nicht wirklich einstellen. Das Buch erinnert mich ein wenig an meine erste Zigarette zu Jugendzeiten. Ich musste damals fürchterlich husten, der Qualm brannte in den Augen und in der Lunge und speiübel war mir danach auch. Tja und nun hat mir das Buch ein wenig das Gehirn vernebelt. Und ich versuche, das Gelesene zu verdauen. Das Cover empfinde ich als sehr ansprechend, ähnlich wie den Klappentext. Da hätte man etwas draus „zaubern“ können, da bin ich mir sicher. Trotzdem hat mich das Buch nicht überzeugt. Die Protagonisten farblos, wie ich nach meiner „ersten Fluppe“, der Plot langatmig. Ebenso fehlte mir ein Spannungsbogen und der logische Aufbau der Handlung. Jetzt könnte ich, wie früher das HB-Männchen, „vor Wut in die Luft gehen“, denn ich bin anderes gewohnt. Und habe viel mehr erwartet, als ein Häufchen Asche und falsche Tugendwächter. Das stinkt zum Himmel, wie das England zu Zeiten der Industrialisierung. Zur Beruhigung suche ich mir jetzt eine „rauchfreie“ Zone und genieße einen eiskalten Eiskaffee. Vielleicht habt ihr mehr Spass an „Smoke“.


Inhalt:
Wie sähe eine Welt aus, in der jede Sünde, jeder dunkle Gedanke sichtbar wäre? Smoke entführt den Leser in ein England vor hundert Jahren, in dem jede Verfehlung mit Rauch bestraft wird, der dem Körper entweicht. Auch Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, werden immer wieder durch Rauch-Attacken gebrandmarkt, wenn sie den strengen Schulregeln nicht genügen. Doch dann finden sie – fast zufällig – heraus, dass die Gesetze des Rauchs längst nicht für alle gelten. Wieso gibt es böse Menschen, die nicht von Ruß befleckt sind? Und welche Rolle spielt der Rauch bei den sozialen und politischen Umbrüchen ihrer Zeit? Auf der Suche nach der Wahrheit begeben sich die Freunde auf eine dramatische Reise voller riskanter Abenteuer und düsterer Intrigen und rufen damit schon bald mächtige Feinde auf den Plan ...


Smoke ist ein sprachmächtiger, überbordend einfallsreicher Roman und zugleich eine kluge Parabel, die facettenreich die existenziellen Fragen nach Macht und Moral, Wahrheit und Lüge, Gut und Böse beleuchtet.

Autor:
Dan Vyleta wurde 1974 als Sohn tschechischer Einwanderer in Gelsenkirchen geboren. Nach dem Abitur studierte er in England und Wien Geschichte und promovierte am King’s College in Cambridge. Für seine Romane hat er bereits mehrere Literaturpreise erhalten. Smoke begeisterte in den USA und in Großbritannien Kritiker und Leser gleichermaßen und erscheint demnächst in 15 Ländern. Nach vielen Jahren in Kanada lebt Dan Vyleta zur Zeit wieder in England.


Fazit: 3 Sterne*** denn die geschriebenen Worte sind in diesem broschierten Taschenbuch wie „Schall und Rauch“ und haben mich leider nicht richtig erreicht. Grins ;-) für diesen Gedanken hätte ich zur damaligen Zeit wahrscheinlich eine riesige Rauch-Attacke ertragen müssen, zum Glück lebe ich im „Hier und Jetzt“!
„Smoke“ ist bei carl´s books erschienen. Der Roman hat 624 Seiten und kostet 16,99 Euro.


Gute Idee, leider nicht ganz so gut umgesetzt

Von: Raffi's Library Datum: 31. Mai 2017

Am Anfang fand ich das Buch wirklich spannend. Leider ließ diese Spannung spätestens nach ca 1/3 des Buches nach. Es war sehr langatmig und man hätte viel von dem was passiert ist gar nicht für die Geschichte gebraucht. Auch der Schreibstil war sehr ausschweifend und der Autor befasste sich mit vielen unwichtigen Details. Hätte man das alles weggelassen, wäre das Buch sicher fast um die Hälfte kürzer, aber dafür besser zu lesen gewesen. Auch das Ende war für mich eher unbefriedigend - ich hätte mir etwas anderes erwartet. Die Grundidee war wirklich gut, aber die Umsetzung ließ zu wünschen übrig, bzw. man hätte viel mehr daraus machen können.
Deswegen leider nur 2,5 Sterne von mir

Düster und verworren

Von: Bianka Datum: 27. Mai 2017

Titel: Smoke
Autor: Dan Vyleta
Verlag: carl´s books
Seiten: 611
Preis: 16,99 [D] (Broschiert)
17,50 [A]
ISBN: 978-3-570-58568-9

Protagonisten:
Thomas ist einer der Hauptfiguren und für mich schwer einschätzbar. Er ist durch seine Vergangenheit, vor allem durch die Taten seines Vater und die darauffolgenden Vorhersagen ihn betreffend, geprägt. Diese Last trägt er das ganze Buch über mit sich herum, wird von Befürchtungen, Ängsten und Selbstzweifeln gequält und glaubt fast bis zum Ende an das "böse" Erbe, das er in sich tragen soll. Teilweise bricht diese Seite aus ihm heraus, entlädt sich in Wutausbrüchen und Gewalt.

Charlie ist im Grunde sein komplettes Gegenteil. Mit seiner ruhigen, sanften und vernünftigen Art versucht er auf Thomas einzugehen, hört ihm zu und hält zu ihm, egal was passiert. Er ist aus einer einflussreichen Familie und besucht genau wie Thomas eine Elite-Schule in Oxford. Dort werden sie getrimmt, "rein" zu sein, nicht zu rauchen, sündenfrei zu werden. Charlie raucht kaum, im Gegensatz zu Thomas, dessen unterschwellige Wut ihn öfters eine Grenze überschreiten lässt.

Livia Naylor ist die Tochter von Lady Catherine Naylor, einer angesehenen Aristokratin und mir anfangs sehr unsympathisch. Sie verhält sich Thomas und Charlie gegenüber kalt und abweisend, verbietet sich zwanghaft jede noch so winzige Sünde und scheint auch zu ihrer Mutter kein gutes Verhältnis zu haben. Im Laufe der Geschichte verändert sie sich, weil sie keine andere Wahl hat. Sie lernt dazu, entwickelt Gefühle für Charlie und verworrener Weise auch für Thomas, was zwischen den dreien aber kaum Gespräch findet.

Lady Catherine Naylor ist eine Adlige wie aus dem Bilderbuch. Zumindest was das Aussehen und ihre Art an der Oberfläche betrifft. Sie ist hochgewachsen, schön, höflich und raucht nie, doch lernt man sie besser kennen, so erkennt man, dass auch sie eine Bürde mit sich trägt. Eine Bürde, die sie befeuert, die Welt zu verändern, die Menschen zu verändern. Skrupellos und doch mit Eleganz geht sie ihrem Traum nach und lässt sich von niemanden abhalten. Ihr Charakter hat mich fasziniert und nachdenklich werden lassen, denn hauptsächlich von ihr erfährt man sehr viel über den Rauch, seine Bedeutung und sein Wirken.

Meine Meinung:
Dieses Buch zu bewerten ist keine leichte Aufgabe. Es konnte mich durchaus in seinen Bann ziehen, fesseln und ich war die gesamte Zeit über fasziniert von der Idee des Rauches als Zeichen von Sünde. Unbedingt wollte ich wissen, was es damit auf sich hat, was dahinter steckt und wie sich alles am Ende auflöst, doch andererseits war es schwierig, sich in die Geschichte einzulesen, zu verstehen, um wen und was es geht, die Vielzahl an Personen zu unterscheiden, ihnen einen Platz in der Handlung zuzuweisen und auch ihre Bedeutung zu erfassen.
Grund daran ist zum Teil Dan Vyletas Schreibstil. Er schreibt mit einer umfassenden Ausführlichkeit, dass es manchmal zu viel wird, nutzt lange Vergleiche, Metaphern und fast schon philosophische Beschreibungen. Interpretationen über Sünde, die Manifestation des Rauches und das Verhalten der Menschen gibt es zu genüge. Im Endeffekt bin ich mir nicht so sicher, alles richtig verstanden zu haben und auch der Gedanke an eine so schmutzige Welt, das Leben darin, ist für mich nicht wirklich greifbar.
Trotzdem schafft Vyleta es durch diesen Stil durchgehend eine Atmosphäre von Düsternis, Geheimnissen und unterdrückten Gefühlen zu schaffen, die mich sehr einnehmen konnte.
Dann ist da noch die Sache mit den wechselnden Perspektiven. Mal liest man die Geschichte aus der Ich-Perspektive einer Person und muss darauf achten, aus wessen Sicht erzählt wird, dann gibt es Kapitel, in denen in der dritten Person berichtet wird und manchmal hat man das Gefühl, alles zu überblicken und doch nichts zu erfahren. Wichtig ist meiner Ansicht nach, dass man sich für dieses Buch viel Zeit nehmen sollte. Manche Sätze lieber zweimal liest und die Gedanken dahinter erfasst. So kommt man besser und tiefer in die Geschichte hinein.
Ich hatte bis zum Ende des Buches keine Ahnung, worauf es hinauslaufen würde, da Informationen dem Leser nur häppchenweise dargelegt werden und der große Zusammenhang bis zum Schluss aufgehoben wurde. Doch selbst dann musste ich mich anstrengen, es zu verstehen.
Alles in allem ist das Buch kein Buch für Zwischendurch und teilweise erfordert es wirklich Kraft, weiterzulesen, doch wenn man sich auf die Geschichte und den Stil einlässt, lässt es einen nicht mehr los.

Düster, geheimnisvoll aber auch sehr verwirrend

Von: Zantalia Datum: 23. Mai 2017

Meine Meinung:

Stell dir vor Rauch dringt aus jeder Pore deines Körpers, sogar im Mundraum kannst du ihn schmecken und das nur weil du deinem Gegenüber nicht ehrlich genug warst. Für mich persönlich eine grauenvolle Vorstellung. Überall am Körper schwarz vom Russ zu sein, den Rauch zu schmecken und zu riechen. Da schüttelt es mich regelrecht. Aber genau das war der Grund, warum ich dieses Buch lesen wollte. Ich war neugierig was Dan Vyleta sich hier einfallen hat lassen.
Zunächst war ich sehr begeistert. Die Geschichte beginnt spannend in einem Elite-Internat in dem Schüler leben, die dazu erzogen werden "rein" zu bleiben. Auch die Folgenden Ereignisse gefielen mir. Aber dann wurde es sehr verwirrend und ich blickte einfach nicht mehr durch. Auch empfand ich nach einiger Zeit den "Rauch" als sehr abstoßend, sowie die Konsequenzen, die die Kinder dadurch erhielten. Die Geschichte entwickelte sich in eine Richtung, die mir weniger gefiel.
Thomas, einer der Protagonisten aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, ist ein sehr eigener Charakter. Er ist schwer einzuschätzen. In seiner Vergangenheit hatte Thomas einiges miterleben müssen, was ihn sehr geprägt hat. Dementsprechend verhält er sich auch sehr eigen. Persönlich mochte ich Thomas nicht, er war mir einen Tick zu besonders und zu durchtrieben von Ängsten bzw. Befürchtungen.
Charlie, der zweite Protagonist aus dessen Sicht durch Wechsel der Perspektive die Geschichte erzählt wird, war mir anfangs sehr sympathisch. Es verhielt sich wie ein "normaler" Jugendlicher. Dies gefiel mir. Doch dieser Charakter entwickelte sich in eine Richtung, die mir nach einiger Zeit nicht mehr zusagte. Er entfremdete sich von seinen eigenen Charakterzügen, die er anfangs zeigte.
Der Schreibstil des Autors ist anspruchsvoll. Bei diesem Buch handelt es sich nicht um eine leichte Lektüre für zwischendurch. Wenn man dieses Werk lesen möchte, sollte man sich Zeit dafür nehmen und am besten nebenbei Notizen für sich selbst schreiben. Dadurch, dass der Schreibstil anspruchsvoller ist entsteht ein gewisser Flair, der einen in die dunkle Welt des Smokes zieht und dem Jahrhundert, in dem die Geschichte spielt, gerecht ist.
Das Cover des Buches ist schlicht gehalten, was zur damaligen Zeit sehr gut passt. Der Titel ist klar erkennbar und in einer schönen Schriftart geschrieben.

Fazit:

Das Buch beginnt düster, geheimnisvoll und durchaus sehr spannend. Die ersten Kapitel haben mir sehr gefallen, aber dann änderte sich der Verlauf der Geschichte in eine Richtung, die mir weniger zusagte. Mit den beiden Protagonisten Thomas und Charlie konnte ich wenig anfangen, wobei mir Charlie am Anfang durchaus sympathisch war. Der Schreibstil des Autors ist anspruchsvoll und passt zur Geschichte, vor allem zu dem Jahrhundert, in dem die Story spielt. Zusammen gefasst kann ich schreiben, dass ich persönlich eine etwas andere Geschichte erwartet hatte. Auch am Ende des Buches stehe ich noch vor vielen unbeantworteten Fragen, die mich zusätzlich verwirrten. Meiner Information nach soll es eine Fortsetzung der Geschichte geben, diese werde ich jedoch nicht mehr lesen.

Wenn Sünde sichtbar wird...

Von: Plimaus.buechetraume Datum: 20. Mai 2017

Der Plot ist zwar ein wenig schockierend, weil er dem Leser die Bosheit der Menschen vor Augen führt, ist aber gleichzeitig erfrischend anders. Mehrer Plottwist halten sowohl die Geschichte, als auch die Spannung am Leben. Der Schreibstil ist großartig. Dadurch, dass das Buch im Präsens geschrieben ist und meist auf einen allwissenden Erzähler zurückgreift, vermittelt es den Eindruck, dass man direkt neben Thomas und Charlie steht. Perspektivenwechsel erleichtern es, die Charaktere zu verstehen, auch wenn sie am Anfang ein wenig verwirrend sind.

Die `Charaktere sind sehr sympathisch, auch wenn Thomas mit seinen "Das-Mörder-sein-liegt-mir-im-Blut-Gejammer" schon ein kleines bisschen nervt. Den Rest der Zeit ist er allerdings ein stiller, etwas aufbrausender Junge, der zwar viel raucht, aber für seine Freunde durchs Feuer gehen würde.

Charlie ist sein komplettes Gegenteil. Er ist ruhig und sanft, hält aber genau wie Thomas zu seinen Freunden, steht trotz dessen Fehlern zu Thomas und beruhigt ihn, soweit er kann.

Livia ist in der ersten Hälfte des Buches alles andere als sympathisch. Sie ist kalt und abweisend, verbietet sich selbst jede noch so kleine Sünde und behandelt Thomas und Charlie wie Parasiten. Im Laufe der Geschichte entwickelt sie sich allerdings zu einem freundlichen, offenen Mädchen.

Die Geschichte spielt in London gegen Ende des 19. Jahrhunderts, also zur Zeit der Industrialisierung. Dieses Zeitalter ist geschickt gewählt, es steht schließlich für den Fortschritt der Wissenschaften, die sich in Smoke auch mit dem Rauch und seiner Entstehung beschäftigen.

Düstere Stimmung

Von: Zeilenspringerin Datum: 18. Mai 2017

Der Einstieg in die Geschichte ist mir nicht so leicht gefallen. Die Welt des Rauches ist sehr komplex und nur nach und nach erfährt der Leser in kleinen Häppchen, wie der Rauch funktioniert. So tappte ich lange im Dunkeln, was es mit dem Rauch auf sich hat.
Der Schreibstil ist flüssig, aber teilweise auch sehr ausufernd. Dan Vyleta verliert sich manchmal etwas zu sehr in Beschreibungen und hemmt so den Lesefluss. Allerdings wird eine sehr düstere, authentische Stimmung geschaffen, die mir gut gefallen hat. Schnell wird klar, dass die Welt des Rauches nicht gerade rosig ist und die Menschen es dort sehr schwer haben.
Erzählt wird größtenteils aus der Sicht von Thomas und Charlie, doch es gibt auch vereinzelt Szenen aus der Sicht von z.B. Dozenten am Internat der Jungs, die weitere Sichtweisen vermitteln und so noch bestehende Verständnislücken schließen.
Die Protagonisten der Geschichte sind sehr unterschiedlich, was eine interessante Dynamik erzeugt. Jeder Charakter hat seine Eigenarten und handelt aufgrund unterschiedlicher Beweggründe. Dies fand ich sehr spannend, da man die Handlungen der Personen nur schwer vorausahnen konnte und man so regelmäßig überrascht wurde.
Doch auch die anderen Charaktere im buch fand ich spannend, da sie sehr vielseitig, aber authentisch sind. Da allerdings sehr viele Figuren vorkommen, muss man sich definitiv beim Lesen konzentrieren, um nicht der Überblick zu verlieren.
Leider hat die Geschichte in meinen Augen zu lange gebraucht um richtig Fahrt aufzunehmen, so dass ich erst etwas nach 200 Seiten gefesselt von der Geschichte war. Ab dann fand ich es aber sehr spannend und wollte unbedingt wissen, wie es weiter geht und welche Geheimnisse hinter dem Rauch und seiner Entstehung stecken.
Das Ende hat mich nicht vollkommen zufrieden gestellt. Irgendwie hatte ich den Eindruck, es würde noch etwas entscheidendes fehlen, doch ich vermute, dass dies genau so vom Autor gewollt ist, da man sich weitere Gedanken über die essentiellen Themen von "Smoke" machen soll.
Fazit:
Auch wenn ich die Grundthematik von "Smoke" sehr interessant fand, konnte mich das Buch nicht vollkommen überzeugen. Die Atmosphäre und die Charaktere sind facettenreich und spannend, allerdings plätschert die Geschichte lange Zeit nur so dahin, was den Lesefluss einschränkt.

starker Anfang, verliert jedoch den roten Faden ab der Hälfte

Von: Buchfeeteam Datum: 14. Mai 2017

Inhalt
In der Nähe von London. Abgeschnitten vom Rest der Welt, ist der ideologische und technologische Fortschritt im späten 18. Jahrhundert verpönt. Die Menschen leben dort noch wie vor 100 Jahren – ohne Telefon, ohne elektrisches Licht.
In dieser Welt gehen Thomas, der Sohn eines verurteilten Mörders, und Charlie, Sohn eines reichen Industriemagnaten, zusammen auf ein Jungeninternat.
Dort bringt man Ihnen bei, Gentlemen zu sein – und Gentlemen rauchen nicht. Hier ist allerdings der Rauch gemeint, der allen Menschen entströmt, sobald sie eine Sünde begehen, etwas Schlechtes auch nur denken – und desto schlechter die Gedanken und Taten, desto widerlicher der Rauch.
Man übt sich also darin, möglichst wenig zu rauchen. Doch als Charlie und Thomas in den Ferien die Familie eines Jungen besuchen, erfahren sie eine unglaubliche Wahrheit, die ihre Welt und ihr Weltbild auf den Kopf stellt.
Fortan ist der Rauch für sie nicht mehr gottgegeben – denn sie treffen eine Gruppe von Menschen, die den Rauch erforschen und der Meinung sind, das man ihn beherrschen kann.
Unversehens werden sie in eine Verschwörung verstrickt, die sie nicht überschauen können, und bringen sich damit in tödliche Gefahr.

Beurteilung
Ich habe sehr kontroverse Meinungen zu diesem Buch gehört und war deshalb sehr gespannt, da mich persönlich der Klappentext des Buchs sehr angesprochen hat.
Eine faszinierende Idee. Zuerst fragt man sich, wie das rein physiologisch möglich sein soll – Sünde soll durch Rauch, der aus dem Körper kommt, in verschiedenen Konsistenzen und Farben, angezeigt werden. Obwohl es erst einmal wie eine hanebüchene Idee erscheint – was haben die Mediziner noch vor wenigen 100 Jahren über die Vorgänge im menschlichen Körper gedacht?
Aus einer Sicht von vor fast 200 Jahren betrachtet, erscheint das Rauchen durchaus möglich zu sein.Mit diesem Blickwinkel sollte man auch an dieses Buch herangehen.
Der Schreibstil ist nicht ganz einfach zu lesen – die Ausdrucksweise ist etwas altmodisch und gestelzt, passt aber absolut zur Geschichte und gibt die Atmosphäre der steifen englischen Gesellschaft perfekt wieder. Es ist trotzdem sehr gut geschrieben und gut zu lesen, doch man fliegt nicht so leicht darüber hinweg wie in manch anderem Roman und muss sich schon konzentrieren beim Lesen.
Für mich schwierig waren auch teilweise die Wechsel der Blickwinkel zwischen den handelnden Personen – manchmal wurde ein kürzeres Zwischenkapitel aus der Sicht einer Nebenfigur geschrieben, um Lücken in der Handlung, die die Protagonisten nicht selbst erlebt haben, auszufüllen. Nicht immer wird sofort deutlich, wer jetzt gerade erzählt – es wird aber immer beim bewussten Lesen klar, wer spricht.
Zu den Personen: Die Jungen Thomas und Charlie und die junge Olivia Naylor sind die 3 Hauptprotagonisten in der Handlung. Sie sind sehr gut beschrieben, allerdings finde ich alle drei ein wenig naiv und beschränkt in ihrer Weltanschauung, jeden auf seine Weise. Vor allem Livia ist unglaublich anstrengend, auch wenn sie im Laufe der Geschichte die deutlichste Wandlung durchmacht.
Wie oben schon beschrieben geht es in dem Buch darum, dass das Thema Rauch in Frage gestellt wird. Leider muss ich sagen, dass ich beim Lesen das Gefühl hatte, das der Autor irgendwo bei der Hälfte nicht mehr so recht wusste, wie es eigentlich weitergehen soll.
Nachdem ich, trotz der ungewöhnlichen Ausdrucksweise des Autors, die erste Hälfte des Buchs total fesselnd und spannend fand, hat mich die zweite Hälfte ziemlich angestrengt.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich die Gründe und Ziele der oben genannten „Verschwörer“, man könnte auch Wissenschaftler oder Rebellen sagen, nicht mehr wirklich nachvollziehen konnte und auch den physikalischen Erklärungen des Phänomens Rauch nicht mehr folgen konnte. Irgendwie fand ich das alles nicht mehr zusammenhängend und schlüssig dargestellt und hatte auch keine Lust mehr alles 4 mal zu lesen oder rauszuschreiben in der Hoffung, da doch noch den Durchblick zu behalten.
Zum Schluss hatte ich zwar den Sinn und Zweck im Kern verstanden – glaube ich – aber der Weg und die Mittel dorthin haben sich mir trotzdem nicht erschlossen.
Dadurch fällt meine Bewertung für das Buch, das so vielversprechend angefangen hat, deutlich schlechter aus als anfangs gedacht.
Mein Fazit: Sehr interessante und ungewöhnliche Idee die dennoch fesselnd umgesetzt wurde, jedoch verlor sich der rote Faden ungefähr bei der Hälfte der ca. 600 Seiten und es wurde etwas konfus und schwer nachzuvollziehen. Daher kann ich Smoke leider nur 3 von 5 Sternen geben.

Interessantes Konzept!

Von: RainReads Datum: 12. Mai 2017

Das Konzept des Rauchs und der Gesellschaftsordnung die dahinter steht, finde ich sehr interessant. Auch dass Dan Vyleta durch Charles Dickens auf die Idee gebracht wurde, diese Geschichte zu erzählen, finde ich super. Dem Buch ist ein Zitat aus Dickens‘ Dombey & Sohn vorangestellt, aus dem sich die Idee herauskristallisiert. So richtig habe ich das Zitat allerdings erst, als ich das Buch zu Ende gelesen hatte.

Eigentlich hatte ich gerade vor, „die Geschichte an sich ist nichts wirklich Neues“ zu schreiben, aber dann musste ich mich selbst korrigieren: Ja, der Rahmen (zwei Jungs kämpfen um das gleiche Mädchen, versuchen die Welt zu retten, in der sie leben und decken allerhand Geheimnisse auf) ist bekannt. Das Setting macht es allerdings noch einmal zu etwas ganz anderem.
Nicht ganz Steampunk (Elektrizität ist nicht bekannt und raffinierte Gerätschaften finden sich auch nicht), trotzdem ließ mich die Atmosphäre an dieses Genre denken. Alles ist irgendwie düster und mysteriös, geheime Machenschaften und einzigartige Charaktere treten auf den Plan.

Bis zum Schluss weiß man nicht so recht, wohin die Geschichte eigentlich führen soll. Ja, zwischendrin hatte die Handlung mal einen Hänger und die Handlung schien ein wenig wie ein Hin und Her, aber gegen Ende hat sie sich dann wieder gefangen.
Zu den Hauptcharakteren hätte ich mir ein wenig mehr Bindung gewünscht, aber trotz allem gewinnt man sie doch lieb und hofft das Beste für sie.

Rauch zu Ruß

Von: Chelly the Glubsch Datum: 11. Mai 2017

Das Cover gefällt mir sehr gut. Abgebildet ist London, eingehüllt in Rauch - was einen direkt auf die Geschichte einstimmt und eine etwas düstere Atmosphäre schafft.

Im Buch geht es um Thomas und Charlie, die die Sommerferien bei Lady Naylor verbringen. Während Charlie sich mit Livia, der Tochter von Lady Naylor, anfreundet wird Thomas von Lady Naylor über den Rauch unterricht. Dadurch erfahren beide Details über den Rauch, die sie an den Lehren ihrer Schule zweifeln lassen. Doch plötzlich hat es jemand auf sie abgesehn und sie müssen sich entscheiden auf welcher Seite sie stehen wollen und wie sie zum Rauch stehen.

>Ist der Rauch das Böse? Oder der Mensch hinter dem Rauch?<

Mein Lieblingscharakter war Livia. Ich finde sie macht im Verlauf der Geschichte die größte Entwicklung und wächst mehr als einmal über ihre Grenzen hinaus.

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen und ist gelungen umgesetzt. Die Idee, dass ein Mensch bei einer Lüge oder bei boshaften Gedanken anfängt zu Rauchen finde ich sehr spannend und regt zum Nachdenken an. Je tiefer man in die Geschichte eintaucht, je mehr erfährt man über den Rauch. Denn woher kommt der Rauch? Gab es ihn schon immer? So viele Fragen die es herrauszufinden gibt.
Als sich am Schluss die Ereignisse überschlagen kam ich leider nicht mehr ganz mit. Etwas überrascht war ich davon, wie es zwischen Thomas, Charlie und Livia weitergeht - zwar nicht unbedingt schlecht aber doch unerwartet.

Eine wundervolle Idee, spannend umgesetzt.

Spannender Auftakt, leider verliert es sich gegen Ende

Von: Sarah Rawrpunx Datum: 11. Mai 2017

Wie sähe eine Welt aus, in der jede Sünde, jeder dunkle Gedanke sichtbar wäre?







Smoke entführt den Leser in ein England vor hundert Jahren, in dem jede Verfehlung mit Rauch bestraft wird, der dem Körper entweicht. Auch Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, werden immer wieder durch Rauch-Attacken gebrandmarkt, wenn sie den strengen Schulregeln nicht genügen. Doch dann finden sie – fast zufällig – heraus, dass die Gesetze des Rauchs längst nicht für alle gelten. Wieso gibt es böse Menschen, die nicht von Ruß befleckt sind? Und welche Rolle spielt der Rauch bei den sozialen und politischen Umbrüchen ihrer Zeit? Auf der Suche nach der Wahrheit begeben sich die Freunde auf eine dramatische Reise voller riskanter Abenteuer und düsterer Intrigen und rufen damit schon bald mächtige Feinde auf den Plan ...


Die Inhaltsangabe klang spannend und versprach eine interessante Geschichte mit einem vielversprechenden Hintergrund. Teilweise stimmt das auch, aber völlig überzeugen konnte mich Smoke dann doch nicht.

Die Geschichte fängt einem zu Beginn sofort ein. Thomas ist Schüler an einem Elite Internat, genau wie sein bester Freund Charlie, gemeinsam wollen sie herausfinden was genau es mit dem Rauch auf sich hat.

Der Rauch ist schon immer eine Begleiterscheinung des Bösen gewesen. Von Geburt an ist man schuldig und muss sich quasi von seinen Sünden reinwaschen. Schlechte Gedanken, Eigenschaften, Taten - einfach alles, löst den Rauch aus. Dieser unterscheidet sich von Farbe und Dauer. Aber sichtbar ist er immer.

Allerdings fällt Thomas auf, dass nicht alle bösen Menschen zu Rauchen beginnen und er fängt erstmals an Dinge zu hinterfragen.

Da sich die Geschichte im viktorianischen England abspielt, ist die Ausdrucksweise natürlich an diese Zeit angepasst. Der Autor schreibt allerdings so bildlich, dass man ohne Probleme sofort in die Geschichte eintaucht und richtig das atmosphärisch düstere London vor Augen hat. Der Autor wechselt auch die Perspektiven, was eindeutig das Facettenreiche nochmal hervorhebt.

Die große Frage, woher der Rauch kommt, ist allgegenwärtig und hat mich auch fasziniert. Aber leider wurde genau dieses Rätsel dann eher durch Halbwissen gelöst. Generell war ich vom Ende sehr enttäuscht und es blieben wichtige Fragen offen. Das Ende wurde ja bewusst vom Autor so geschrieben, dass man sich Gedanken darüber machen sollte. Die Botschaft bzw die Moral von der Geschichte war eindeutig. Versteh ich, aber mir fehlte dieses Abschließende einfach. Als Leser wird man in der Luft hängen gelassen, was bei diesem tollen Auftakt sehr schade ist. Daher wurde ich auch nicht restlos überzeugt, leider.

Definitiv schwere Kost

Von: Mietze's Bücherecke Datum: 10. Mai 2017

Stell dir vor du lebst in einer Welt in der du deine geheimsten Sehnsüchte, Laster und schlechten Gedanken nicht verbergen kannst. Eine Welt, in der sich alles Negative in Ruß und Rauch niederschlägt der deinem Körper entweicht, deine Kleidung und die Umgebung besudelt und jeden sofort erkennen lässt wie es um deine Gedankenwelt bestellt ist, welche Sünden du begehst. In dieser Welt, in der Rauch ein Zeichen für die Sünden der Menschen ist, leben Thomas und Charlie in einem Internat für Gentlemen. Als Mitglieder des Adels sollen sie dort lernen ihre Gefühle unter Kontrolle zu bekommen, nicht zu sündigen und damit auch nicht zu rauchen. Charlie ist ziemlich gut darin, er ist fast schon perfekt und immer nett und höflich. In Thomas dagegen verbirgt sich eine unterschwellige Wut die ihn oft einmal zu viel rauchen lässt. Das ungleiche Gespann entdeckt eines Tages jedoch das nicht alle die eine Sünde begehen auch rauchen und das hinter dem Rauch so viel mehr steckt als gedacht. Die beiden begeben sich auf eine gefährliche Spurensuche in den Tiefen des lasterhaften und verrauchten Londons...

Das Buch zu bewerten ist für mich eine ziemlich schwierige Angelegenheit. Zum einen konnte es mich durchaus fesseln, ich wollte wissen was es mit dem Rauch auf sich hat und wie das Rätsel gelöst wird, was hinter all dem steckt. Zum anderen war es ein richtiger Kampf, ich musste mich durch das Buch winden, wie sich die Protagonisten durch den zähen Rauch und den Ruß Londons quälen müssen.
Das lag vor allem am Schreibstil von Dan Vyleta. Der Autor schreibt unheimlich ausführlich und ausschweifend. Es gibt ellenlange Vergleiche, viele Metaphern und philosophische Stellen. Es wird viel interpretiert und nachgedacht, viel über Sünde und die Manifestation des Rauches diskutiert. Auch der Rauch selbst blieb für mich die ganze Zeit über sehr abstrakt, ich konnte mir die Welt wirklich nicht so genau vorstellen, es war für mich einfach nicht greifbar. Noch dazu war ich doch auch irgendwie abgestoßen von dem Gedanken an eine derart schmutzige Welt, das Leben darin und den Umgang damit, ich konnte mich nicht damit identifizieren. Es gab auch einige Stellen im Buch die für meinen Geschmack dermaßen wirr waren und an der einige Charaktere praktisch im Delirium zu Wort gekommen sind. Ich mag normalerweise ein wenig abgedrehte Bücher, aber hier habe ich ab und an gar keinen Durchblick bekommen. Auch bin ich mir nach wie vor nicht sicher ob ich überhaupt nur die Hälfte der im Buch verarbeiteten Aussagen richtig verstanden habe.
Schwierig war auch der Wechsel der Perspektiven im Buch. Diese finden oftmals ohne Ankündigung statt und ich musste mich zunächst immer erst mal wieder zurechtfinden.
Die Charaktere im Buch fand ich persönlich dafür sehr gut gelungen. Sie waren sehr unterschiedlich, jeder mit einer anderen Geschichte, einer anderen Motivation und einem anderen Verhältnis zum Rauch und der Sünde. Man konnte meist deren Handlungen und Gedankengänge gut nachvollziehen - von ein paar seltsamen Charakteren mal abgesehen. Die grundsätzliche Idee des Buches und die Suche nach dem Geheimnis des Rauches haben mir wirklich gut gefallen. Leider muss ich jedoch sagen dass ich mit der Auflösung nicht zufrieden bin. Es wird nie wirklich klar wie der Rauch denn nun die Welt überzogen hat und es wird nur kurz erklärt wie er überhaupt entsteht - eine ziemliche Enttäuschung. Auch vom Ende der Geschichte und worauf die Jagd durch die Straßen Londons nun hinausläuft hat mich nicht ganz überzeugt. Ich kann auch überhaupt nicht sagen in welches Genre ich das Buch einordnen sollte. Urban Fantasy? All Age Fantasy? Thriller? Keine Ahnung.
Auf jeden Fall ein Buch mit einem interessanten Ansatz und schwieriger Umsetzung.

Definitiv schwere Kost und nichts für Zwischendurch. Der Autor hat eine recht anstrengende und drückende Art zu schreiben, man muss sich Zeit nehmen um den Gedankengängen folgen zu können. Die Charaktere sind gut gestaltet und waren für mich abgesehen von der Grundidee das Highlight am Buch. Sie waren spannend charakterisiert und hatten Ecken und Kanten. Die Auflösung und das Geheimnis um den Rauch sind für mich am Ende definitiv zu kurz gekommen. Letztendlich ist Smoke ein Buch durch das man sich kämpfen muss und ich persönlich nicht finde das sich der Kampf unbedingt lohnt, auch wenn der Weg dorthin stellenweise durchaus spannend war.

Rauchiges England im 19. Jahrhundert

Von: Vanessa P. Datum: 08. Mai 2017

Wir finden uns in einem alternativen England gegen Ende des 19 Jahrhunderts wieder. Menschen rauchen. Nicht im Sinne von Zigaretten, Pfeifen und Zigarren, sondern ihr Körper raucht, wenn sie zu starke Emotionen fühlen. Reiche Menschen halten den Rauch für eine Sünde und vermeiden daher so weit wie möglich, zu rauchen. Sie schicke ihre Kinder in Eliteschulen, wo ihnen die Sünde ausgetrieben werden soll. Die Hauptcharaktere Thomas und Charlie treffen sich in einer dieser Schulen.

Thomas ist ein charismatischer Junge mit einer beinahe tragischen Vergangenheit; Charlie hingegen das komplette Gegenteil, ruhig, ausgeglichen und aus einer einflussreichen Familie. Beide rauchen ab und zu, wie es Jungs nun einmal tun. Bei einem Trip nach London, der rußigen Hauptstadt der Sünde, fällt ihnen auf, dass es Menschen gibt, die nicht rauchen. Wie kann das sein?



Bereits das Cover hat mich in seinen Bann gezogen, mit dem verrauchten Bild des Big-Ben-Turms.

Die Charaktere sind ausgeprägt dargestellt und ihre Motive werden (wenn auch nicht sofort) deutlich. Super und etwas ungewöhnlich fand ich, dass die Kapitel mal aus der Ich-Perspektive und dann wieder aus der dritte-Person-Perspektive geschrieben waren.

Der Inhalt hat sich meiner Meinung nach leider etwas zu sehr hingezogen und am Ende waren noch einige Fragen offen, was ich sehr schade finde.

Die Metaphern in der Story, allen voran der Rauch, liebe ich. Allerdings habe ich etwas gebraucht, um die Bedeutung des Rauches zu verstehen. Er symbolisiert sozusagen den Wunsch, die Obsession des Menschen, sündenlos zu sein. Keiner möchte akzeptieren, dass er nicht perfekt ist und durch den Rauch wird die Unvollkommenheit allseits bekannt gemacht. Der Wunsch danach, perfekt zu sein, treibt Menschen zu ungeahnten Taten und das wird super in dem Buch aufgezeigt.

Alles in allem ist das Buch gut und weiterempfehlenswert.

interessantes Setting in einem alternativen England des 19. Jahrhunderts!

Von: Fireheart Books Datum: 06. Mai 2017

Grundlegend geht es um ein alternatives England im 19. Jahrhundert, in der jeder dunkle Gedanke Rauch verursacht – für alle anderen Menschen sichtbar. Je böser oder „sündhafter“ die Gedanken oder die Taten, desto dunkler der Rauch. Dieser zeigt auch oft den gesellschaftlichen Stand einer Person an – Adelige und Reiche beispielsweise halten es nicht für angebracht zu rauchen (weil sie ja etwas „besseres“ sind) und schicken deshalb ihre Kinder in Eliteschulen, wo sie lernen sollen den Rauch bzw. ihre Gefühle zu kontrollieren. Auf so einer Schule freunden sich auch die Protagonisten Thomas und Charlie an, die beide nicht unterschiedlicher sein könnten. Wo Charlie ruhig und wohlerzogen ist, ist Thomas wild und sehr rebellisch. Beide setzen sich im Laufe der Geschichte mit der Frage auseinander, wo der Rauch seine Ursachen hat und ob man ihn heilen kann bzw. überhaupt heilen sollte. Doch mit dieser Frage sind sie nicht allein…

Die Geschichte wird sowohl in der Ich-Perspektive als auch in der Erzählform dargestellt. Solche wechselnden Erzählstile sind eigentlich nicht ungewöhnlich – normal wird die Perspektive der Protagonisten in der Ich-Form erzählt und die der Nebencharaktere in der Erzählform; hier ist es jedoch genau anders rum, was das Buch zwar einzigartig macht, für mich aber leider anfangs sehr verwirrend war. Irgendwann fand ich heraus, dass die Kapitelüberschriften Auskunft über den Erzählstil liefern: Steht ein Name oder Beruf in der Überschrift, folgt ein Kapitel zu der jeweiligen Person in Ich-Form. Steht ein Ort oder z.B. ein Begriff wie „Rauch“ in der Überschrift, handelt es sich um Kapitel über die Protagonisten in Erzählform.
Das sprachliche Niveau, welches der Autor angeschlagen hat, ist sehr anspruchsvoll und zeitgemäß (man könnte nicht meinen, dass das Buch erst vor kurzem erschienen ist!). Auch der Inhalt ist alles andere als „leichte Kost“; man muss wirklich konzentriert lesen, um nicht den Faden zu verlieren. Es hat zwar somit einige Tage gedauert, bis ich es beendet habe, aber das Lesen hat mir wirklich Spaß gemacht.
Was mir auch sehr gut gefallen hat, war die Darstellung des Rauches als optische Gefühlswahrnehmung. Das hat mich stark an meine Kindheit mit Comics erinnert; wütende Charaktere wurden dort immer mit stark rauchenden Ohren gekennzeichnet.


Fazit

„Smoke“ ist eine gesellschaftskritische Geschichte, die ein interessantes Setting in einem alternativen England des 19. Jahrhunderts hat. Das Buch ist sehr Politik-/Gesellschaftsorientiert und normal meide ich solche Bücher, da sie mir einfach zu langweilig sind. Dass „Smoke“ langweilig ist, kann ich allerdings nicht behaupten. Obwohl zwischendurch etwas Spannung fehlte und zum Ende einige offene Fragen ungeklärt blieben, war die Geschichte doch sehr interessant und hat mir gut gefallen. Da der Inhalt und der Schreibstil sehr komplex sind, würde ich das Buch eher erwachsenen Lesern empfehlen und bewerte es mit „Geschmackssache“.

Ein ungewöhnliches Buch

Von: Mandys Bücherecke Datum: 04. Mai 2017

Inhalt
Thomas und Charlie sind in einer Welt aufgewachsen, in der jede Sünde als Rauch sichtbar wird und aus dem Körper des Sünders tritt. Es gibt verschiedene Formen des Rauches, aber jeder kann sehen, wenn man eine Sünde begangen hat. Sie sind Schüler eines Eliteinternats und haben sich an Regeln und Gesetze zu halten. Doch eines Tages finden sie heraus, dass mehr hinter dem Rauch steckt und das was sie seit jeher eingetrichtert bekommen nicht alles ist. Auf der Suche nach der Wahrheit geraten sie in eine Welt voller Intrigen und Gefahren.

Meine Meinung
"Smoke" konnte vor allem durch sein ansprechendes Cover meine Neugierde wecken. Außerdem liebe ich Bücher, die im viktorianischen London spielen, was hier der Fall ist. Die Idee des Rauches finde ich grandios. Dadurch zählen Babys und Kinder automatisch als Sünder, da sie zu der Zeit Rauch ausstoßen und es erst im Laufe des Lebens lernen den Rauch zu kontrollieren.
Das birgt einigen Stoff zum Nachdenken und so befasst sich das ganze Buch ganz nebenbei mit Ethik und Moral, Gut und Böse und ist gesellschaftskritisch und facettenreich. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist riesig. Das Setting finde ich somit sehr gelungen, auch wenn es sehr düster und bedrückend ist.

In dieser Welt leben Thomas und Charlie, zwei Freunde die zusammenhalten und schließlich dem Rauch auf die Spur kommen wollen. Ich mochte beide sehr, auch wenn sie etwas distanziert dargestellt wurden. Sie sind überraschend tiefgründig und facettenreich und ich mochte ihre Art zu denken und sich in der Welt zurechtzufinden. Auch die anderen Figuren des Buches fand ich gut dargestellt.

Der Plot wird aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, wobei mal die Ich-Perspektive und mal die personale Erzählperspektive gewählt wurde. Das fand ich zwar manchmal verwirrend, aber alles in allem sehr passend.
Unterstützt wird das Ganze durch einen detaillierten Schreibstil, der sich leider manchmal etwas in die Länge zieht. Der Schreibstil passt wunderbar ins Setting und konnte mich alles in allem überzeugen.

Das Buch wirft fragen zur Menschlichkeit auf und was ist richtig und was falsch, was lebenswert? So regt es wirklich zum Nachdenken an. Zwar hat das Buch wie schon erwähnt seine Längen und ist eher ruhiger, aber der Plot an sich konnte mich mitreißen und überzeugen. Es ist ein ungewöhnliches Buch, das garantiert nicht jedem gefallen wird, aber ich mochte es.
Das Ende konnte mich zwar nicht ganz überzeugen, aber dennoch kann ich das Buch empfehlen.

Fazit
"Smoke" ist ein Buch das nicht für jeden etwas sein dürfte, denn es ist ungewöhnlich und hat seine Längen. Ich mochte es gerade, wegen dem Setting und der Idee sehr und kann es insgesamt empfehlen.

Viel Rauch um nichts

Von: Savian_lesefuchs Datum: 04. Mai 2017

Meine Rezension zu Smoke
Inhalt:

Im England des 19. Jahrhunderts materialisiert sich jeder  böse Gedanke, jede Lüge und jede finstere Absicht als Rauch, welcher aus den Körpern der Menschen entströmt.

Charlie und Thomas, sind Schüler an einem Internat, in welchem sie zu vollendeten Gentleman erzogen werden sollen. Bei einem Schulausflug nach London jedoch, entdecken die beiden, dass es Menschen gibt, aus denen kein Rauch aussteigt. Bald beginnen sie das System und die Gesetze des Rauchs zu hinterfragen.
Meine Meinung:

Die Idee hinter Smoke, fand ich unglaublich spannend und auch das Cover konnte mich durchaus begeistern.

Leider gelang es Dan Vyleda jedoch nicht mich darüber hinaus von seinem Werk zu überzeugen. Der Schreibstil ist zwar durchgängig bildhaft und durchaus gelungen, jedoch schweift die Erzählung immer wieder in meines Erachtens unnötige Handlungsstränge ab. Auch der Wechsel zwischen der ersten und dritten Person trug seinen Teil dazu bei, dass es mir zu keinem Zeitpunkt gelingen wollte mich vollkommen in der Geschichte zu verlieren. Zudem waren viele Kapitel aus den Sichten einiger Charaktere (Wie die des Hausmeisters) für mich einfach vollkommen unnötig.

Die Protagonisten bleiben durchweg blass und viele ihrer Handlungen und Beweggründe, vor allem gegen Ende des Buches einfach nicht nachvollziehbar.

Besonders schade fand ich, dass man nicht erfährt, woher der Rauch wirklich stammte.

Leider viel Rauch um nichts und so gebe ich Smoke leider nur

2 von 5 ⭐

Großartig!

Von: Bücherklee Datum: 03. Mai 2017

Endlich wieder mal ein Buch, dass mich komplett überzeugt hat! Die Schreibweise, die Charaktere und die Story haben mir wirklich gut gefallen. Vorallem die Idee, dass nichts geheim bleibt (was heutzutage ja nicht sooo abwägig ist) und die Kluft zwischen den Reichen und der Arbeiterschicht, wie beide mit dem Rauch umgehen und diesen wahrnehmen, großartig.

Mal was anderes

Von: Flidra Datum: 01. Mai 2017

Vorab: Ich habe das Buch als Rezensionexemplar von Carl's Books bekommen im Austausch für eine offene und ehrlich Meinung zum Buch.

Smoke ist so gar nicht mein Genre. Von daher ist es für mich sehr schwer es mit anderen zu vergleichen oder gar zu sagen es ist schlecht oder gut für das Genre. Deshalb orientiere ich mich einfach mal an meinem Gefühl, wie ich es gelesen habe.

Zu Anfang muss ich aber erst einmal das super tolle Cover loben ! Es ist ein Eyecatcher schlechthin und gibt eigentlich sehr gut wieder, welche Stimmung das Buch beherrscht. Der Big Ben wurde fantastisch in Szene gesetzt.

Der Erzählstil wechselt. Mal ist es eine Person, mal ein Erzähler - es ist teilweise etwas, woran man sich sehr gewöhnen muss. Manchmal musste ich zurückschlagen, um zu begreifen, wer da gerade etwas erzählt. Die Charaktere sind sehr feingliedrig und man erkennt dann auch schnell beim zurückschlagen, welcher Charakter da nun was erzählt.

Nun, die Themen sind vielseitig und ich hatte das Gefühle eher eine Gesellschaftskritik zu lesen, als einen Krimi, Thriller oder Sci -Fi Roman. Es ist sehr philosophisch teils poetisch, weshalb ich mir auch etwas länger Zeit nehmen musste und es ist durchaus nicht einfach zu lesen, da es sprachlich wie auch inhaltlich recht komplex ist. Angesprochen hat mich vor allem - schon von der Beschreibung her - dass das Buch sich mit der Frage beschäftigt "Was ist gut- was ist böse?". Die Protagonisten sind zwar komplex, aber mich haben sie leider nicht immer erreichen können bis auf Charlie. Charlie ist mein Lieblingscharakter in diesem Buch.
Den Rauch als Indikator für böses Denken oder Fühlen zu nehmen, empfinde ich als die beste Idee in diesem Buch! Wenn ich mir Comics angucke, in denen eine Figur wütend wird, dann schießt oftmals auch Rauch aus den Ohren oder der Kopf raucht. Ich finde die Symbolik sehr gelungen, zumal Rauch nicht nur das Schlechte in einem verkörpert, sondern zusätzlich recht düster wirkt.
Diese ganze Idee dann in den Kontext des 19.Jh. in England einzubauen, fand ich sehr gewagt, weil der Aspekt alleine, schon recht viele Denkansätze gibt.

Das Buch ist mit knapp über 600 Seiten recht langatmig. An manchen Stellen hätte ich es mir durchaus kürzer gewünscht, wobei dann wahrscheinlich das sprachliche Niveau gesunken wäre. Das muss man dem Autor lassen: Auf der sprachlichen Ebene waren diese 600 Seiten plus wirklich auf sehr hohem Niveau und sehr anspruchsvoll, was mich durchaus das ein oder andere mal begeistert hat!

Ich muss dazu sagen, ich habe es in einem längeren Zeitraum gelesen, weil ich nicht jeden Tag einen Kopf für diesen Sachverhalt hatte. Ab und an verliert sich meiner Ansicht nach der Faden und fängt sich ab und an später wider auf. Um dieses ganze Buch also zu begreifen und am Ende zu sagen, dass man es verstanden habe, muss man wirklich mit einem klaren Kopf lesen.

Insgesamt muss ich sagen, auch wenn dies ein sehr untypisches Buch für mich ist, dass es mir auf eine Art und Weise gefallen hat. Das Buch hat durch die Komplexität Schwächen: den Faden zu Ende zu spinnen und der Charakterwechsel lässt einen ab und an schwanken. Die Idee ist sehr gut, wäre aber mit mehr Fokus auf eine gerade Linie in der Geschichte ansprechender.

Wem würde ich es empfehlen ?:

Oftmals wird angegeben, dass es für Jugendliche sei. Dem würde ich nicht zustimmen. Auch wenn die Protagonisten nicht alt sind, würde ich dieses Buch nicht jedem unter zwanzig empfehlen. Jedem der Gesellschaftskritische Themen mag und es mag sich damit auseinanderzusetzen, der ist hier wirklich gut aufgehoben. Jeder der eine leichte Lektüre wünscht, sollte die Finger davon lassen. Hier ist nämlich Aufmerksamkeit und Verständnis von komplexen Sachverhalten erforderlich.

Wenn Sünden sichtbar werden

Von: Denise Datum: 01. Mai 2017

London, in längst vergangenen Tagen: auf einem Internat für hochwohlgeborene Jugendliche begegnen sich Charlie und Thomas. Während Charlie grundehrlich und herzensgut ist, schwillt in Thomas Wut, Angst und Aggression. Und das wird auch sichtbar. Denn jeder sündige Gedanke wird als dunkler Rauch sichtbar. Doch nur das niedere Volk raucht, der Adel muss rein bleiben. Und das soll ihnen auf dem Internat beigebracht werden. Aber was ist an dem Rauch so verdorben, so schlecht, das selbst Folter erlaubt ist?

"Smoke" war mein erster Roman von Dan Vyleta und hat mich umgehauen. Der Autor spielt mit der Angst der Menschen, dass ihre sündigen Gedanken sichtbar werden und sie sich nicht mehr hinter einer Maske verstecken können. Und er entwirft eine Spirale aus Hass, Hochmut, Vermeidung und Revolution. Großartig!

Die Geschichte wird kapitelweise von einem auktorialen Erzähler und aus der Perspektive einer handelnden Person berichtet. Während der auktoriale Erzähler alles im Blick behält, haben mich vor allem die persönlichen Schilderungen in den Bann gezogen. Denn diese beschränken sich nicht nur auf den Adel. Es kommen auch einfache, stark rauchende Menschen zu Wort und zeigen so, dass der Rauch nicht DAS Übel ist, wie er gern dargestellt wird. Diese Mischung hat mir super gefallen und ich konnte nur schwer die Finger von dem Roman lassen.

Zu Beginn dachte ich, es läuft auf einen Abenteuerroman von 2 Internatsbuben hinaus. Spannend, aber doch eher einfach. Schon nach ein paar Kapiteln belehrte mich Dan Vyleta eines besseren. Der Autor offenbart, dass der Rauch in allen Menschen schlechtes hervorbringt, ob sie nun rauchen oder nicht. Denn es gibt in der Londoner Gesellschaft die Radikalen, die Frommen, die Revolutionäre und die Hungernden. Es gibt Vermeidungsstrategien, die Suche nach dem ultimativen Rauch-Kick und dann gibt es noch Thomas und Charlie. Die beiden Jugendlichen wollen dem Rauch auf den Grund gehen, wollen wissen, warum er so verteufelt wird und werden dadurch in eine Verschwörung gerissen, der sie nicht mehr entkommen.

Die Figuren sind mannigfaltig und tiefgründig. Der Autor beschränkt sich nicht auf simple Schwarz/Weiß-Malerei, sondern gibt jedem Charakter eine Geschichte, einen Beweggrund und vor allem Persönlichkeit. So konnte ich jedes Handeln nachvollziehen, auch wenn ich bei manchen am liebsten laut losgeschrien hätte ob der Ungerechtigkeit. Genau sowas muss ein Roman in mir auslösen!

"Smoke" ist kein Roman für zwischendurch, kein Buch, welches man mal eben bei einer 5-minütigen Busfahrt rausholt. Dafür hat Dan Vyleta zu groß und umfassend angelegt. Aber jede Zeit, die man sich nimmt, wird belohnt.

Der Stil des Autors ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist bildhaft, stellenweise philosophisch, aber nie langweilig.

Fazit: Der Rauch enttarnt jeden. Ich kann das Buch wärmstens empfehlen.

enttäuscht

Von: bumblebeesworld Datum: 30. April 2017


Zum Inhalt:

Smoke spielt Ende des 19. Jahrhunderts in London und Umgebung. Dabei geht es darum, dass alle Menschen, wenn sie lügen oder auf irgendeine Weise von ihren Gefühlen überwältigt werden, anfangen zu rauchen und so ihre Gefühle für alle zeigen. Es gibt viele verschiedene Arten von Rauch, die sozusagen für die unterschiedlichen Emotionen der Personen stehen. Alle Menschen rauchen von Geburt an, geduldet wird das aber nur bei Kindern bis 11 Jahren oder bei Menschen mit einem niedrigeren Stand in der Gesellschaft. Adelige Kinder werden ab 11 Jahren auf spezielle Schulen geschickt, auf denen sie lernen sollen, nicht mehr zu rauchen. Dazu kommt, dass dieser Rauch ansteckend ist, wenn also jemand von bösen Gefühlen überwältigt wird, überträgt sich das auf die Menschen in seiner Umgebung, die diesen Rauch eingeatmet haben. So kann es zu richtigen Menschenmassen kommen, die außer Kontrolle geraten.
In diesem Buch geht es um ein Jungeninternat, im Speziellen dort um Thomas und Charlie, aus deren Sicht der größte Teil der Geschichte erzählt wird. Die Schüler und Lehrer tragen alle weiße Kleidung, um zu zeigen, dass sie nicht mehr rauchen müssen und ihre Gefühle unter Kontrolle haben, sozusagen eine reine Seele haben. Zusätzlich wird so schon der kleinste Verstoß sichtbar und dementsprechend bestraft.
Über Weihnachten reisen Thomas und Charlie zu der Familie von Thomas und stoßen dort auf viele Geheimnisse und merkwürdige Geschehnisse, die sie im Laufe des Buches versuchen zu lösen.



Meine Meinung:

Ich muss leider sagen, dass mich dieses Buch einfach nicht überzeugen konnte. Ich bin nie wirklich in die Hnadlung der Geschichte eingedrungen, sondern habe mich zu vielen Zeitpunkten nur als Beobachter gefühlt. Ein wirklich gutes Buch muss mich komplett in seinen Bann ziehen, so dass ich mich so fühle, als wenn ich selbst ein Teil der Geschichte werde. Das kann an dem für mich zwischenzeitlich sehr merkwürdigen Schreibstil gelegen haben. Die Sätze waren manchmal sehr lang mit vielen kurzen und fast schon unzusammenhängenden Sätzen, die es schwer gemacht haben, der Handlung zu folgen.
Dazu beigetragen haben eben auch die verschiedenen Perspektiven, zusätzlich zu den Sichtweisen von Thomas und Charlie kamen noch Teile von anderen handelnden Personen, bei denen die Kapitel oft nur wenige Seiten gingen und gleichzeitig nicht klar war, aus wessen Sicht gerade erzählt wird. Diese Perspektivwechsel haben auch dafür gesorgt, dass ich mir von den Charakteren kein richtiges Bild machen konnte und so nicht wusste, auch welche Weise sie handeln und was für sie eine realistische und echte Reaktion sein könnte.
Ich musste mich wirklich zwingen jedes neue Kapitel anzufangen, wodurch es sich für mich sehr gezogen hat, da es auch kein wirklich kurzes Buch ist. Die einzelnen Kapitel sind dann auch immer noch in kleiner Abschnitte unterteilt, die manchmal nur eine halbe Seite gingen und so wiederum für Unterbrechungen um Lesefluss gesorgt haben. Über das komplette Buch hinweg kam es für mich zu vielen Längen, in denen einfach nichts überzeugendes passiert ist, obwohl man sich durch wirklich viel Text kämpfen muss.
Obwohl es natürlich ein fiktives Fantasybuch ist, war es für mich wirklich unrealistisch und nicht nachvollziehbar, was ich schade finde, da für mich die Idee des Rauchs eigentlich wirklich großes Potential hat.
Insgesamt gebe ich also nur 2 von 5 Sternen und würde keine Leseempfehlung aussprechen.

Subtile Gesellschaftskritik statt leichtem Mystery-Thriller

Von: wortmagieblog Datum: 28. April 2017

Dan Vyleta ist ein Kind des Potts. Ja, ihr habt richtig gelesen! Sein Weg führte ihn zwar über England in die USA und bis nach Kanada, aber er wurde 1974 als Sohn tschechischer Einwanderer im Ruhrgebiet geboren. Ich frage mich, wie viel Pott noch in ihm steckt. Seinen aktuellen Roman „Smoke“ verfasste er jedenfalls nicht in Deutsch, sondern in Englisch. Unseren Markt erreichte das Buch durch die Random House Gruppe, die es mir als Rezensionsexemplar anbot. Ich nahm das Angebot an, da der Klappentext wirklich interessant klang. Meine Neugier war geweckt.

Thomas und Charlie sind privilegiert. Als Schüler eines elitären Internats werden sie auf ihr späteres Leben an der Spitze der Gesellschaft vorbereitet. Sie sind normale Jungen – doch ihre Gedanken sind unrein. Jeder weiß es, denn der Rauch zerrt all ihre Verfehlungen ans Tageslicht. Der Rauch brandmarkt die Menschen als Sünder, er dringt aus Poren und Körperöffnungen und hinterlässt schmierigen Ruß, der an der Haut klebt, Kleidung befleckt und Gebäude in einen schwarzen Schleier hüllt. Jede Lüge, jede Gehässigkeit, jede Missetat wird unweigerlich offengelegt. Der Rauch ist der sichtbare Graben zwischen Oberschicht und Pöbel. Niemals wäre es Thomas und Charlie eingefallen, seine Gesetze zu hinterfragen, bis ein verstörender Schulausflug nach London die Freunde ratlos zurücklässt. Wieso würde jemand den Ruß von Mördern sammeln? Wie ist es möglich, dass ein Mensch kein einziges Fädchen Rauch absondert? Aufgewühlt begeben sich Thomas und Charlie auf die Suche nach den Ursprüngen des Rauchs und stoßen auf eine Verschwörung nationalen Ausmaßes, die sie vor eine haarsträubende Entscheidung stellt: ist ihre Welt es wert, gerettet zu werden?

Uff. Nach der Lektüre von „Smoke“ musste ich mich erst einmal zurücklehnen, tief durchatmen und darüber nachdenken, was ich da eigentlich gerade gelesen hatte. Dieser Roman ist weit bedeutungsvoller und philosophischer, als ich erwartet hatte. Es ist definitiv kein leichter Mystery-Thriller, sondern eine erstaunliche komplexe Gesellschaftskritik. Dan Vyleta entführt seine Leser_innen in das 19. Jahrhundert, zeigt England auf dem Höhepunkt der industriellen Revolution und konfrontiert sie mit einer alternativen Realität, die sich vor allem in einem offensichtlichen Punkt von der unseren unterscheidet: die Menschen rauchen. Starke Gefühle wie Zorn, Neid, Lust, aber auch Freude und Glück lösen eine biochemische Reaktion im Körper aus, deren Resultat der Rauch ist, der aus allen Körperöffnungen dringt. Folglich ist der Rauch die visuelle Manifestation des menschlichen Wesens. Er ist weder gut noch böse, er ist einfach nur. Nichtsdestotrotz wird er in Vyletas Version des Vereinigten Königreichs als göttliches Zeichen und sichtbarer Beweis für das Böse in einem Menschen aufgefasst. Der Rauch wird instrumentalisiert; er dient als Legitimation, die Bevölkerung zu kontrollieren und die Klassenunterschiede stetig zu verschärfen. Die beiden jugendlichen Protagonisten Thomas und Charlie werden bereits im Internat indoktriniert. Als Elite des Landes müsse die Oberschicht mit gutem, sauberen Beispiel vorangehen, um das gemeine Volk führen zu können. Wer aus dem Adel stammt, sollte idealerweise niemals rauchen. Selbstkontrolle als Religion. Natürlich können weder Thomas noch Charlie dieses Ideal erfüllen, obwohl Charlie ihm deutlich näherkommt als sein Freund. Thomas ist ein reizbarer, leidenschaftlicher junger Mann, dessen Gefühle schnell überkochen. Dementsprechend raucht er stark und viel, während Charlies gutmütige, ehrliche und offene Persönlichkeit eher selten kleine Rauchfähnchen produziert. Sie verkörpern vollkommen verschiedene Formen von Rauchern. Betrachtet man die beiden als die Endpunkte einer Skala, kann man getrost behaupten, dass ihnen auf ihrer Suche nach Antworten die Myriaden Zwischenstufen dieser Skala begegnen. Sie lernen unterschiedliche Lebensweisen mit und Herangehensweisen an den Rauch kennen, was ich als sehr spannend empfand. Ich denke, Dan Vyleta konstruierte für „Smoke“ absichtlich eine sich selbst treibende Handlung, die seitens der Figuren wenig Initiative bedurfte. Thomas und Charlie lenken die Geschichte nicht, sie werden von ihr gelenkt, wodurch sich zahlreiche Situationen ergeben, die ihren Horizont erweitern. Sie erleben Unrecht und Grausamkeit, Güte und Großzügigkeit und entwickeln anhand dieser Erlebnisse eine eigene Weltanschauung. Meiner Ansicht nach ist „Smoke“ daher eine ungewöhnliche, aber überzeugende Coming-of-Age-Geschichte, die den Konflikt zwischen Individuum und System erfrischend originell und tiefgründig interpretiert.

„Smoke“ ist eines dieser Bücher, die weniger gefallen als faszinieren. Dan Vyleta versucht meines Erachtens nach nicht, sich bei seinen Leser_innen anzubiedern, sondern präsentiert eine subtile, feinsinnige Gesellschaftskritik, die zum Nachdenken anregt. Dafür nimmt er eine gewisse Trägheit der Geschichte in Kauf, weil diese intellektuell statt emotional mitreißen soll. Für mich hat dieses Konzept funktioniert, obwohl ich der Meinung bin, dass Vyleta haarscharf an der Grenze zur gesellschaftsphilosophischen Überladung vorbeischlitterte. Beinahe hätte er zu viel von mir verlangt. Glücklicherweise zügelte er sich, sodass ich den immensen gedanklichen Spielraum und das stimulierende Potential des Buches sehr zu schätzen wusste.
Meiner Meinung nach ist „Smoke“ äußerst lesenswert, es setzt allerdings ein hohes Maß an eigenständiger, geistiger Beweglichkeit voraus. Es ist keine locker-flockige Lektüre für Zwischendurch. Stellt euch zum Warmwerden vor dem Lesen eine Frage: was bedeutete es für die Gesellschaft, wäre jede starke Emotion jedes Menschen nicht länger verborgen, sondern sichtbar?

Vielen Dank an Random House und carl’s books für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars im Austausch für eine ehrliche Rezension!

Düster

Von: Buchspinat Datum: 28. April 2017

Zum Inhalt: England 19. Jahrhundert. Die Welt wird von Rauch bestimmt. Rauch ist die Manifestation der Sünde. Jeder Mensch, der sündhafte Gedanken oder Gefühle in sich hat, verliert Rauch. Schwarzen Rauch, mal heller mal dunkler. Kein böser Gedanke bleibt so unentdeckt. Nur wer rein ist und keinen Rauch verliert, ist ein guter Mensch. Doch ist das wirklich so?
Charlie und Thomas – zwei Internatsschüler entdecken auf einem Ausflug ins verrauchte London, dass der Rauch eben doch nicht nur das ist, was er zu sein scheint und machen sich auf, das Geheimnis des Rauches zu lüften…
Meine Meinung:
Hm, schwierig…fange ich mal mit dem Cover an:
Das Cover finde ich definitiv gelungen: düster, dem Zeitalter und dem Ort der Geschichte – das sündhafte und verrauchte London – absolut angemessen. Für das Cover gibt es auf jeden Fall volle Punktzahl.
Mit der Geschichte ist es für mich nicht ganz so einfach. Sprachlich ist das Buch auf jeden Fall super. Die Art von Dan Vyleta Orte und Menschen ausdrucksstark und detailliert zum Leben zu erwecken, ist wirklich lesenswert. Ich mag seine Art, mit Wörtern umzugehen.
Und nun zum großen Aber:
Die Geschichte ist in viele, viele Kapitel unterteilt, die aus der Sicht von vielen verschiedenen Personen erzählt wird. Ein Teil dieser Personen taucht im Rest der Geschichte überhaupt nicht noch einmal auf. Und manchmal erschien mir die Person auch nicht wirklich relevant für den Fortgang der Geschichte. Das fand ich beim Lesen teilweise sehr verwirrend, ich muss gestehen, dass ich ab und an der Handlung der Geschichte nicht wirklich folgen konnte. Ich habe die ganze Zeit beim Lesen darauf gewartet, dass die Geschichte endlich richtig losgeht. Doch irgendwie ist das nicht passiert (für mich zumindest). Das hat mir einen großen Teil des Lesevergnügens genommen.
Schade, denn die Geschichte hatte definitiv Potenzial, doch für mich war es definitiv nicht das richtige Buch.

Gute Idee, die aber zu viele Fragen offen lässt

Von: Tintenwelten Datum: 28. April 2017

England im 19. Jahrhundert. Es gibt das Phänomen, dass sich jeder böse Gedanke, jede Lüge, jede Sünde in Rauch manifestiert, der von der betreffenden Person abgesondert wird. Besonders in der oberen Gesellschaftsschicht ist das sogenannte "rauchen" verpönt. Deshalb werden Jugendliche auf spezielle Schulen geschickt, in denen ihnen ein gesellschaftsfähiges Denken und Handeln und somit die Kontrolle über den Rauch gelehrt wird. Thomas und Charlie sind Schüler eines solchen Internats. Sie werden streng überwacht, jedes rauchen zieht eine Strafe nach sich. Als sie die Ferien zusammen bei Verwandten verbringen, erfahren sie einige Dinge über den Rauch und die Gesellschaft, die sie ihr bisheriges Weltbild hinterfragen lässt.

Doch die beiden sind nicht die einzigen Charaktere, die man im Buch kennen lernt. Es gibt eine Vielzahl an Personen, über die ein allwissender Erzähler berichtet. Dies erlaubt einen spannenden Rundumblick. Es gibt in diesem Buch auch eine weibliche Protagonistin. Ebenso wie natürlich auch eine Liebesgeschichte vorhanden ist. Zwei junge Männer, ein Mädchen - wie könnte es da keine Dreiecksbeziehung geben? Leider war diese für mich nicht wirklich authentisch. Auch das Ende in Bezug auf diesen Teil der Geschichte fand ich nicht zufriedenstellend.

Generell wirft das Ende mehr Fragen auf, als es beantwortet. Das Phänomen wird in keinster Weise aufgeklärt. Auch nach über 600 Seiten, erfährt man weder was der Rauch ist, was es damit auf sich hat, woher er kommt, seit wann es ihn gibt. Am Ende treffen die Protagonisten eine große und folgenschwere Entscheidung, die ich erstens überhaupt nicht nach vollziehen kann und zweitens fehlen mir dort einfach die Auswirkungen, die diese Aktion schlussendlich hatte. Deshalb hoffe ich sehr, dass es eine Fortsetzung geben wird.

Die Idee und das Szenario waren sehr interessant. Es war erschreckend, was der Rauch mit den Menschen macht. Wo es auf dem Land noch recht einfach ist, den Rauch zu unterdrücken, kann man sich in Großstädten wie London überhaupt nicht vor dessen Einfluss schützen. Die Stadt verschwindet förmlich im Rauch. Das Böse und die Zwietracht nehmen hier Gestalt an. Man merkt, wie der Rauch einen verändert. Er sät dunkle Gedanken, macht nervös und aggressiv und reduziert die Hemmschwelle.

Der Autor schreibt sehr ausschweifend und detailreich, was leider auch zu einigen Längen führt. Dies kommt auch daher, dass es derart viele Charaktere gibt, die aber nicht alle unbedingt für den Verlauf der Handlung wichtig wären.

Das Buch birgt zwar einige Fantasy-Elemente, es ist aber auch eine Art Metapher, die existenzielle Fragen nach Macht und Moral, Wahrheit und Lüge, Gut und Böse thematisiert.

Smoke - Eine geniale Idee, mit ein paar kleinen Schwächen

Von: jasminsbooks Datum: 26. April 2017

Titel: Smoke
Autor: Dan Vyleta
Verlag: carl's books
Seitenzahl: 618
Inhalt/Klappentext:

England, Ende des 19. Jahrhunderts. Eine Welt, in der ein besonderes Phänomen um sich greift: Jede Bösheit, Unaufrichtigkeit oder Lüge manifestiert sich als Rauch, der unkontrollierbar dem Körper entweicht. Nur Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, wagen es, die Gesetze des Rauchs zu hinterfragen. Sie stoßen auf ein düsteres Komplott aus Willkür, Macht und Unterdrückung und müssen bald um ihr Leben fürchten...

Mein Fazit:

Dieses Buch war wirklich eine kleine Herausforderung. Auf über 600 Seiten hat der Autor Dan Vyleta einen Roman geschaffen für den man sich wirklich Zeit nehmen sollte. Wer hier ein Buch erwartet, dass sich in 2 Tagen weg lesen lässt, täuscht sich. Die Geschichte um Thomas und Charlie ist sehr anspruchsvoll und stellt die Abgründe der menschlichen Psyche dar. Die Handlung beschäftigt sich mit den Schwächen eines Menschen. Kann ein Mensch der nur gutes im Sinn hat überhaupt existieren? Ist es normal keine Schwächen zu haben? Die Idee, dass man böse Gedanken, Wut oder Lügen anhand eines aufsteigenden Rauches bei einem Menschen sichtbar macht, hat mir sehr gut gefallen.
Der Schreibstil passt perfekt zur Atmosphäre des Buches und dem 19. Jahrhundert. Man könnte annehmen, wirklich ein Buch aus dieser Zeit zu lesen. In dieser Hinsicht hat sich der Autor selbst übertroffen.
Teilweise war das Buch jedoch leider etwas langatmig und manche Fragen blieben bis zum Ende hin unbeantwortet.

Ich fand das Buch auf jeden Fall sehr lesenswert und kann es jedem empfehlen, der tiefgründigere Geschichten mag. Smoke ist ein geheimnisvolles aber auch komplexes Buch, dass mit einer faszinierenden und düsteren Atmosphäre überzeugt.

Von mir gibt es für dieses Buch 4 von 5 Sternen!

Ziemlich gruselig, aber tiefsinnig

Von: Stephi Datum: 24. April 2017

Der Klappentext des Buches hat mich sofort neugierig gemacht und er hält wirklich was er verspricht. Schon nach weniger Seiten war ich gefesselt von der Geschichte – schon lange nicht mehr habe ich so viele Seiten an einem Stück gelesen. Und Thomas ist mir dabei sofort ans herz gewachsen außerdem wollte ich auch unbedingt wissen, was hinter dem Rauch steckt. Doch das Buch ist auch sehr düster – womit ich es wahrscheinlich auch hätte rechnen müssen, bei einem Buch, in dem „Das Böse“ was auch immer das genau ist eine zentrale Rolle spielt. Mir persönlich war es dann zwischenzeitlich einfach zu düster und ich habe mich beim Lesen zu sehr gegruselt. Außerdem ist das Buch wirklich sehr gesellschaftskritisch und macht sehr nachdenklich. Das hatte ich so nicht erwartet. Wer aber mit diesen beiden Punkten kein Problem hat, dem kann ich dieses Buch sehr empfehlen. Es ist wirklich genial geschrieben!

Facetten des Rauches - des Lebens

Von: Isa Datum: 24. April 2017

Zuerst einmal finde ich das Cover wunderschön und ich liebe London :D, das wollte ich nur mal gesagt haben. Der Klappentext weckte bei mir schon vorab großes Interesse an diesem Buch und ich wurde nicht enttäuscht. Die Geschichte ist genauso außergewöhnlich wie der wunderbare Schreibstil des Autors und ich war sofort in einer rauen, grauen, trostlosen Welt voller Mysterien rund um den „Rauch“ gefangen.

Der Schreibstil wird vermutlich nicht jedem gefallen, denn alles wird sehr genau und detailliert beschrieben und manches auch metaphorisch, dieses könnte einigen Lesern zu viel werden. Aber wenn man kein Problem hat mit ausufernden Beschreibungen, sich ändernden Perspektiven und schwierigen Überlegungen, dann ist man hier genau richtig. Der Autor spielt mit Moralvorstellungen und diverse Ausführungen im Buch, über „richtig“ und „falsch“, brachten mich oft zum nachdenken. Er erschafft dabei auch eine düstere, schwere Atmosphäre, fast schon so, als ob die beschriebenen Rauchwolken, direkt über einem hängen. Ich finde, das ist wirklich etwas besonderes und das schafft wirklich nicht jeder Autor.
Es kann sehr viel in die Geschichte hineininterpretiert werden und oftmals hat man das Gefühl, dass auch vieles zu unsere aktuelle Zeit und Gesellschaft passt.
Vermutlich hat dieser besondere Stil und der Tiefgang der Geschichte, aber auch dazu beigetragen, dass ich sehr lange für das Buch gebraucht habe, was dem Lesevergnügen allerdings keinen Abbruch getan hat.
Die Mischung aus Fantasy, Thriller, Mystery und Historienroman hat mich begeistert und beeindruckt. Ein sehr gelungener Genremix mit einer innovativen, durchdachten Geschichte, welche stark zum nachdenken anregt und einen viele Gefühle durchleben lässt, welche auch von den Protagonisten durchlebt werden. Das Ende der Geschichte lies mich mit einer Gänsehaut zurück und ich bin mir sicher, dass die Geschichte noch lange in mir nachhallen wird.

Eine klare Empfehlung von mir. Eines der ungewöhnlichsten Bücher, die ich jemals gelesen habe – im positivem Sinne. Am besten vorher eine Leseprobe lesen, da der Schreibstil auch etwas außergewöhnlich ist.

Kreative Idee

Von: thebookpassion Datum: 22. April 2017

Jede Lüge oder boshafter Gedanke werden durch Rauch, der dem Körper entweicht, sichtbar. Und so versucht die Elite der Gesellschaft ihr Kinder streng und möglichst sündenfrei zu erziehen. Die beiden Freunde Thomas und Charlie besuchen daher ein Eliteinernat. Im Internat herrschen harte und vor allem strenge Regeln. Doch was ist, wenn es Menschen gibt, denn es gelungen ist, die Regeln des Rauches außer Kraft zusetzten? Auf eben diese Fragen stoßen die beiden Freunde und machen sich auf, um Antworten zu finden. Dabei stoßen sie auf Intrigen, überraschende Freunde und auch auf Feinde.


Der Roman scheint momentan in aller Munde zu sein und die Meinungen gehen weit auseinander vom Jahreshighlight bis zum absoluten Flop ist alles dabei. Ich war daher recht gespannt, ob „Smoke“ mich überzeugen kann oder ich eher zu den Kritikerinnen zähle.
Der Roman setzt sich vor allem mit der Frage auseinander, ob Menschen ohne Schwächen wirklich noch menschlich sind und menschlich handeln könne oder eine gewisse Dunkelheit benötigt wird um Licht und Güte in die Welt zu bringen.
Von Anfang an hat mir die Idee gefallen, dass Sünden, Lügen oder auch Wut in Form von Rauch auftreten und so für jeden sichtbar wird. Die Idee ist einfach absolut kreativ und interessant und alles andere als 0-8-15. Dabei erhält man gerade zu Anfang nur recht wenig Informationen über den Rauch und zusammen mit den beiden Protagonisten Thomas und Charlie versucht man immer mehr über den Rauch und seine Beschaffenheit zu erfahren. Die Details bezüglich des Rauches oder auch der politischen Intrigen werden geschickt mit der Geschichte verwoben, sodass der Lesefluss nicht unterbrochen wird.
Insgesamt erschafft der Autor einen atmosphärischen Roman mit einer beklemmenden und düsteren Stimmung. Trotz der gelungenen Atmosphäre gelingt es dem Autor jedoch leider nicht die Spannung konstant zu halten. Vor allem zum Ende hin werden viele Situationen einfach zu stark ausgeschmückt und beschrieben. Das Ende ist für mich jedoch leider dennoch zu abrupt. Es bleiben einfach zu viele Fragen offen. Ich hätte mir einfach gewünscht, dass ich noch mehr über den Rauch und dessen Beschaffenheit erfahre.

Jede Figur hat sympathische und unsympathische Charakterzüge, sodass es keinen richtigen Sympathieträger gab, dies hat mich jedoch keines falls gestört, da es einfach zu der Thematik passt. Fröhliche und nette Figuren hätten zu der düsteren und auch kritischen Geschichte einfach nicht gepasst.

Auch, wenn ich vor allem Probleme mit dem Ende des Romans hatte konnte mich der Rest positiv überraschen. Der Roman ist absolut atmosphärisch und kreativ.

Dank dem Rauch!

Von: Isa Datum: 21. April 2017

Fazit:

Zuerst einmal finde ich das Cover wunderschön und ich liebe London :D, das wollte ich nur mal gesagt haben. Der Klappentext weckte bei mir schon vorab großes Interesse an diesem Buch und ich wurde nicht enttäuscht. Die Geschichte ist genauso außergewöhnlich wie der wunderbare Schreibstil des Autors und ich war sofort von in einer rauen, grauen, trostlosen Welt voller Mysterien rund um den „Rauch“ gefangen.

Der Schreibstil wird vermutlich nicht jedem gefallen, denn alles wird sehr genau und detailliert beschrieben und manches auch metaphorisch, dieses könnte einigen Lesern zu viel werden. Aber wenn man kein Problem hat mit ausufernden Beschreibungen, sich ändernden Perspektiven und schwierigen Überlegungen, dann ist man hier genau richtig. Der Autor spielt mit Moralvorstellungen und diverse Ausführungen im Buch, über „richtig“ und „falsch“, brachten mich oft zum nachdenken. Er erschafft dabei auch eine düstere, schwere Atmosphäre, fast schon so, als ob die beschriebenen Rauchwolken, direkt über einem hängen. Ich finde, das ist wirklich etwas besonderes und das schafft wirklich nicht jeder Autor.
Es kann sehr viel in die Geschichte hineininterpretiert werden und oftmals hat man das Gefühl, dass auch vieles zu unsere aktuelle Zeit und Gesellschaft passt.
Vermutlich hat, dieser besondere Stil und der Tiefgang der Geschichte, aber auch dazu beigetragen, dass ich sehr lange für das Buch gebraucht habe, was dem Lesevergnügen allerdings keinen Abbruch getan hat.
Die Mischung aus Fantasy, Thriller, Mystery und Historienroman hat mich begeistert und beeindruckt. Ein sehr gelungener Genremix mit einer innovativen, durchdachten Geschichte, welche stark zum nachdenken anregt und einen viele Gefühle durchleben lässt, welche auch von den Protagonisten durchlebt werden. Auch das Ende der Geschichte lies mich mit einer Gänsehaut zurück und ich bin mir sicher, dass die Geschichte noch lange in mir nachhallen wird.

Eine klare Empfehlung von mir. Eines der ungewöhnlichsten Bücher, die ich jemals gelesen habe – im positivem Sinne. Am besten vorher eine Leseprobe lesen, da der Schreibstil auch etwas außergewöhnlich ist.

Genremix, der mal ganz anders daherkommt

Von: Janine Amberger Datum: 21. April 2017

Eine Woche habe ich zwischen den Seiten von Dan Vyletas Smoke verbracht, aber es ist ein Buch, über das ich sicherlich noch längere Zeit nachdenken werde. Zugrunde liegt dem Buch eine einfache Überlegung: Was wäre, wenn jede böse Tat, ja, sogar jeder böse Gedanke für jeden um einen herum sichtbar ist?

EINE ALTERNATIVE WELT

Smoke entführt den Leser in ein alternatives England im 19. Jahrhundert, indem genau das Realität ist: Jede kleinste Verfehlung wird durch Rauch, der aus dem Körper tritt, für die Umwelt sichtbar. Der Rauch und Ruß, den er hinterlässt, sind gesellschaftlich verpönt und für Gentlemen durch Tugend und Disziplin auf das wenigste zu reduzieren. Als Leser lernen wir gleich zu Beginn die Freunde Thomas und Charlie kennen, die gemeinsam ein Internat für Söhne der Oberschicht besuchen. Gerade Thomas kämpft dabei sehr mit dem Rauch und eckt immer wieder an. Konträr dazu sieht es in den Städten -allen voran London- aus, in denen sich die arme Bevölkerung tummelt und fast unkontrolliert vor sich hin raucht.

Inspiriert zu diesem Roman wurde Dan Vyleta durch einen kurzen Abschnitt aus Dombey und Sohn von Charles Dickens, was ich allein schon sehr faszinierend finde. Neben diesen Abschnitt, der das auch Buch einleitet, finden sich immer wieder zwischendurch Zitate, die (bis auf eine Ausnahme) aus Texten des realen 19. Jahrhunderts stammen und sehr gut die Handlung ergänzen. Der Schreibstil wirkte auf mich auch weitestgehend an die Zeit angepasst, sodass man als Leser nie durch unpassende Wörter oder ähnlichem herausgerissen wird.

REISE MIT FOLGEN

Über die Weihnachtsfeiertage besuchen die Jungen eine Verwandte von Thomas, durch die bald alles bereits bekannte in Frage gestellt wird. Denn nicht für jeden scheinen die gleichen Regeln im Zusammenhang mit dem Rauch zu gelten und auch die Geschichte, die die beiden Jungen bisher gelehrt bekommen haben, bekommt Risse. Bei diesem Aufenthalt stößt auch die dritte im Bunde dazu: Livia. Gemeinsam mit ihr suchen Thomas und Charlie bald nach der Wahrheit hinter einem Gewirr aus Lügen, die sie gefühlt durch halb England und unglaublich viele menschliche Abgründe führen wird.

„Denn was ist der Rauch letzten Endes? Sehnen. Mut. Wut. Die Sorte Angst, die sich zur Faust ballt. Trotz. Triumph. Hoffnung. Das Tier in uns, das jeden Gehorsam verweigert.“ – S. 588

GEDANKENEXPERIMENT

Obwohl die Handlung von Smoke im 19. Jahrhundert angesiedelt ist, lassen sich immer wieder Bezüge zur Gegenwart finden und vieles gibt Stoff zum Nachdenken. Allein der Rauch bietet schon sehr viele Ansatzmöglichkeiten für eine Geschichte – umso spannender fand ich beim Lesen, wie viele verschiedene Themen Vyleta während der Reise des Trios tatsächlich anschneidet. Um nur einige zu nennen:

- Gesellschaftskritik
- Klassenkampf
- Abschottung und Ausgrenzung
- Wissenschaft vs. Religion
- Kriminalität – vererbbar oder nicht?
- Verschwörungstheorien à la Phantomzeit

An mancher Stelle holt Vyleta dabei sehr weit aus und nicht alles wird komplett aufgedröselt, was vielleicht frustrieren kann. Mir hat es eigentlich gut gefallen, weil ich so das Gefühl hatte, dass die Welt von Smoke auch außerhalb der beschriebenen Handlung durchdacht und eben keine reine Pappkulisse für die Geschehnisse um Thomas, Charlie und Livia ist.

GUT UND BÖSE

Eine der wichtigsten Fragen, die immer wieder in Smoke aufgeworfen wird, ist die von Gut und Böse. Der Rauch soll die Sünden des Menschen wiederspiegeln und es ist ein erklärtes Ziel für die Jungen zu Beginn möglichst sündenfrei zu werden. Jeder der Protagonisten wird im Laufe der Handlung mit seinem Rauch konfrontiert und es gibt verschiedene Reaktionen dazu. Denn inwieweit schließen sich Gut und Böse aus? Oder braucht es einfach nur die richtige Gewichtung?

Die Entwicklungen innerhalb des Trios haben mich dabei allesamt überzeugt und ich konnte mich in jedem der drei etwas wiederfinden. Ein Problem dagegen hatte ich mit den Gegenspielern: Diese wurden schon fast zu Karikaturen und waren nur böse ohne Nuancen. Gerade Julius hat mir in der Hinsicht Schwierigkeiten bereitet, weil seine Entwicklung gefühlt aus dem Nichts kam.

POTPOURRI DER GENRES

Man kann Smoke schwer einem einzelnen Genre zuordnen. Es ist gleichzeitig irgendwie historische Fantasy, Bildungsroman, Jugendbuch, Thriller, Gesellschaftsroman… ach, fast von allem ist irgendwie was dabei. Dass dieses Buch auf die unterschiedlichen Genres zurückgreift, war erfrischend anders, und ich war trotz der teilweise sehr umfangreichen Beschreibungen und Dialoge während der über 600 Seiten nie gelangweilt. Abstriche mache ich wirklich nur wegen der platten Widersacher und der Tatsache, dass die Hintergründe zum Rauch selber etwas im Sande verlaufen – ich hätte gerne mehr von Lady Naylor dazu gehört.

Neben der spannenden Reise von Thomas, Charlie und Livia werden dem Leser einfach noch so viele Impulse gegeben ohne je belehrend zu werden – das zusammen mit einer tollen Grundidee und gut konstruierten Welt hat einfach nur Spaß gemacht zu lesen! Im Vorfeld zu Smoke hatte ich noch nie etwas von Dan Vyleta gehört, aber nach diesem Buch habe ich definitiv Lust auf noch mehr von diesem Autor.

Smoke

Von: Lilly Sjöberg Datum: 19. April 2017

Inhalt:
Das Buch spielt Ende des 19. Jahrhunderts in London. In dieser Welt ist nichts so, wie wir es kennen und in der Analogie ist gleichzeitig alles so, wie wir es kennen.

Jeder schlechte Gedanke, jedes negative Gefühl wird als dunkler Rauch sichtbar, der dem Körper unkontrolliert entweicht.
Die Kinder lernen von klein auf, das der Rauch böse und schlecht ist und werden so erzogen, dass sie lernen, ihre Gedanken und Gefühle zu kontrollieren. Bis 11 Jahren sieht man ihnen den Rauch nach. Adelige und reiche Schüler kommen auf Internate, wo auch mit Strafe alles dran gesetzt wird, sie zu nicht-rauchenden Menschen zu machen.

Die zwei Jugendlichen und Freunde Thomas und Charlie fangen an, die Gesetze des Rauchs und die der Erwachsenen zu hinterfragen. Sie stoßen dabei auf Geheimnisse und Intrigen und bald auch in Lebensgefahr.

Wer das Geld hat, hat die Macht. Das ist hier nicht anders. Es gibt Möglichkeiten zu verhindern, dass man raucht, aber dazu muss man die Mittel haben.

Meine Meinung:
Am Anfang fiel es mir etwas schwer, mich auf diese Welt einzulassen, in der doch so vieles anders ist. Zu verstehen, was das mit dem Rauch auf sich hat.
Doch nachdem ich mich mal darauf eingelassen hatte und es als Tatsache akzeptiert habe, auch wenn zu dem Zeitpunkt noch nicht klar war, woher der Rauch nun kommt, hat das Buch mich gefesselt und blieb spannend bis zur letzten Seite.

Ich hatte erst erwartet, dass man nun viele böse Gedanken zu sehen bekommt. Und war schon sehr gespannt darauf. ;) Doch das Böse ist oft subtil und zudem relativ.
Wie oft ärgert man sich über jemanden, was schnell wieder vergessen ist. Doch der Rauch hinterlässt Spuren auf der Kleidung und man ist gebrandmarkt.

Ich fand das Buch spannend und temporeich erzählt. Daneben hat es mich aber auch sehr nachdenklich gemacht. Wie schnell verurteilen wir andere? Welche Gefühle kategorisieren wir in gut und böse? Welcher Zweck heiligt die Mittel?

Mit der Auflösung, dem Ende bin ich nicht so 100% zufrieden. Dennoch hat mir das Buch so viel an Überlegungen und Gedanken mitgegeben, dass ich es nicht schlechter als 4,5 Sternen bewerten will.

Leider eine große Enttäuschung

Von: ThePassionOfBooks Datum: 19. April 2017

Als ich zum ersten Mal den Klappentext von "Smoke" gelesen habe war ich sofort von der Grundidee angetan. Man muss sich das einmal vorstellen, wenn jeder um einen herum und man selbst raucht, sobald man negative Gedanken entwickelt. Nichts ist mehr geheim und jeder weiß über dein innerstes Bescheid. Ich war fasziniert von der Idee und habe mich gefragt wie so eine Welt wohl aussehen würde. Wäre immer alles voller Rauch? Könnte man überhaupt noch etwas sehen?
Der Einstieg war total spannend und ich wurde direkt in diese Welt hinein gezogen, bei der Rauch eine elementare Rolle im Alltag spielt. Er ist allgegenwärtig. Zunächst wird man in das Internatsleben eingeführt und lernt Thomas und Charlie näher kennen, dann gewinnt die Geschichte an Tempo und man gerät immer tiefer in einen Strudel aus Lügen, Rauch und dem ein oder anderen Komplott.
Leider haben die Figuren ihre anfängliche Sympathie mehr und mehr verloren, je war nur noch für sich selbst verantwortlich und alle anderen mussten selber schauen wie sie klar kamen. Stand man zu Beginn facettenreichen Charakteren gegenüber, so wurden diese leider im weiteren Verlauf mehr und mehr in die Rolle von Stereotypen gedrängt. Auch eine sich entwickelnde Dreiecksbeziehung hat mich leider nicht überzeugt. Sie wirkte erzwungen und kaum nachvollziehbar, zudem hab ich das Gefühl, dass heutzutage fast jedes Buch so etwas enthält und bin von der Thematik langsam genervt. Die Dreiecksbeziehung hatte zudem absolut keinen Einfluss auf die Handlung und war schlichtweg deplatziert und überflüssig.
Je weiter die Geschichte voran schreitet umso mehr Längen scheinen sich zu bilden. Jede noch so kleine Begebenheit wird bis ins kleinste Detail vom Autor beschrieben und erklärt und ich hatte bei so mancher Seite Mühe damit während dem lesen nicht einzuschlafen.
Die düstere Atmosphäre hält bis zum Schluss an und man wird das Gefühl nicht los, dass der Autor um jeden Preis eine schlechte Welt erschaffen wollte, in der Gutes nicht mehr zu finden ist. Der Schluss der Geschichte hat meiner Ansicht nach den Vogel abgeschossen. Ich bin nicht nur enttäuscht, sondern schlichtweg wütend und finde das Ende ganz furchtbar.

Schonungslos genial

Von: Martina Suhr Datum: 18. April 2017

Gesamteindruck:
Dieser Roman hat mich wirklich neugierig gemacht, denn sowohl der Klappentext als auch das geheimnisvolle Cover versprachen ein wahres Buch-Highlight.
Der angenehme (aber dennoch anspruchsvolle) Schreibstil hat mich direkt abgeholt und in eine längst vergangene Zeit entführt. Die Geschichte ist gut durchdacht und super umgesetzt. Der Rauch als Sinnbild der Sünde. Ein wirklich toller Einfall. Man sieht jedem direkt an, wenn er sündigt und dennoch scheint es Schlupfwinkel zu geben. Gesellschaftskritik vom Feinsten. Man erlebt das prüde viktorianische Zeitalter beinahe hautnah. Verfolgt zwei Freunde auf ihrer Suche nach der Wahrheit. Man lernt ihre Widersacher und deren Beweggründe kennen, und man fragt sich dauernd, sind die Menschen wirklich so? Ich würde noch so gerne mehr dazu sagen, doch ich möchte wirklich niemandem zu viel vorwegnehmen. Die Spoilergefahr ist leider sehr hoch. Die Handlung des Romans wurde von Dan Vyleta sehr gut herausgearbeitet. Seine Liebe zu kleinen Details lassen die Story sehr authentisch und lebendig wirken. Das Buch ist genial, bitte versteht mich nicht falsch. Ethik, Gesellschaftskritik, historische Grundlagen, all das wurde so grandios miteinander verwoben, ja beinahe komponiert, sodass der Leser mitgenommen wird, auf eine Reise in die Vergangenheit und irgendwie auch zu sich selbst. Was ist ein Mensch und was bedeutet menschlich. Sind wir verschieden, sind wir gleich oder sind manche gar gleicher? Was bedeutet Geld und Einfluss? Ich wurde mit so vielen Fragen und Eindrücken konfrontiert, dass ich dieses Werk nur Häppchenweise genießen konnte.
Und genau hier kommt meine Kritik ins Spiel. Manche Szenen sind dermaßen realistisch, dass ich kurz davor war, das Buch abzubrechen. Das liegt aber nicht an der Qualität der Lektüre, sondern einzig und allein daran, dass mich gewisse Wahrheiten, Personen und Aktionen so geschockt haben, dass ich tatsächlich am Guten in jedem Menschen gezweifelt habe. Dan Vyleta ist teilweise so schonungslos ehrlich, dass es schmerzt und ich oft und lange über das, was ich gelesen habe, nachdenken musste. Es ist ein Roman, der definitiv zum Nachdenken und Hinterfragen anregt.

Mein Fazit:
Selten hat ein Buch mit mir so gerungen wie dieses. Nicht, weil es schlecht war, sondern so gut und schonungslos direkt, dass ich meine Probleme damit hatte. Der Autor hat meinen Verstand in manchen Momenten zur Verzweiflung getrieben, denn ich neige dazu, vor den Abgründen der menschlichen Psyche die Augen zu verschließen, wenn die Dinge zu brutal werden. Auf dem Buchrücken wird es wie folgt beschrieben:
„Smoke ist ein sprachmächtiger, überbordend einfallsreicher Roman und zugleich eine kluge Parabel, die facettenreich die existenziellen Fragen nach Macht und Moral, Wahrheit und Lüge, Gut und Böse beleuchtet.“
Und das trifft es wirklich gut. Ein Buch, das ich jedem empfehlen kann, der gerne Bücher liest, die in die Tiefe gehen und unbequeme Dinge ansprechen und hinterfragen.

Abgründe

Von: Dreamlein Datum: 17. April 2017

��---REZENSION---��

Es ist ein düstere erdrückende Atmosphäre die der Autor hier erschaffen hat .
Eine Welt, die von Grund auf moralisch verwerflich ist , mit einem Menschenbild so offensichtlich fehlerhaft und zur Buße verdammt .
Der Protagonist Thomas und sein bester Freund Charlie sind Schüler eines Internats für moralische Erziehung , abgeschottet von dem Sündenpfuhl Londons und unter ständiger emotionaler und physischer Beobachtung . Ein Leben mit den eigenen Gefühlen ist nur möglich solange sie "Gut" sind . Doch wer bestimmt dieses "Gut" , wer das sichtbargemachte "böse" ???

Thomas faszinierte mich von Anfang an , er ist wie Thomas aus der Maze Runner Reihe, an den er mich erinnert , ein Charakter mit dem man sich identifizieren kann, den man schnell mag trotz seiner "Fehler" oder gerade deshalb.

Immer mehr Informationen , gesellschaftliche, sowie auch geschichtliche werden nach und nach offenbart . Das Buch hat schon eine gewisse Langatmigkeit von der ich gerade zur Mitte des Buches nicht wusste, ob ich es uneingeschränkt gut finde oder dieses Buch einfach davon lebt und somit diese erdrückende kriechende Atmosphäre schafft oder ob ich mir stellenweise mehr erhofft hätte .
Und dann kommt ein Punkt nach der Hälfte des Buches , da ist man in diesem Sog drin, dem Gefühl des Londons,dem man sich nicht entziehen kann wie zu Zeiten von Dickens , Doyle und Wilde. Und nach Abenden an denen ich Stunden des Lesens von Smoke verbracht hatte, nistete sich dieser Grundgedanke des Buches in meinem Kopf ein und ich ertappte mich am Morgen des nächsten Tages dabei mich an wirre und düstere Träume erinnern zu können .

Ein Buch, dass mich von den Empfindungen her und dem sehr bildlichen und exzellenten Schreibstil nur schwer losgelassen hat . Die Ereignisse spitzen sich zu und ziehen immer dunklere Bahnen durch die Geschichte. Treibt den Leser an, seinen Puls, meine Gedanken.
Nach dem Lesen der einzelnen Seiten ob es 10 war oder 100 blieb immer ein komisch düsteres Gefühl zurück. Ein Gefühl dass ich schon mehrmals beim Lesen von Büchern gefühlt habe in den letzten Jahren , diese drückende Vorahnung , aber ich konnte es nicht greifen - nicht zuordnen, bis mich die Erkenntnis traf an welche Bücher mich "Smoke" erinnerte . Die Gefühle die es wachruft waren fast identisch mit denen vom "Parfüm" von Patrick Süßkind. Eine perfide krankhafte Faszination für die bösen Ereignisse die man erahnen kann , für den menschlichen Frevel, den Ekel aber auch die Liebe zum Leben und den Menschen. Genauso erschafft Dan Vyleta ein London, wie zu Zeiten von Oscar Wilde und Charles Dickens. Das Buch hält was das wunderbar ansprechende Cover verspricht.
Ich bin trotz der Dicke und der Komplexität dieses Werkes vollauf begeistert und die Geschichte wird mich wohl noch lange begleiten .

carl's books Verlag

Der Rauch hat mich gepackt!

Von: Buchstabensalat Datum: 17. April 2017

Dan Vyleta
SMOKE
#carlsbooks

Wie sähe eine Welt aus, in der jede Sünde, jeder dunkle Gedanke sichtbar wäre? Smoke entführt den Leser in ein England vor hundert Jahren, in dem jede Verfehlung mit Rauch bestraft wird, der dem Körper entweicht. Auch Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, werden immer wieder durch Rauch-Attacken gebrandmarkt, wenn sie den strengen Schulregeln nicht genügen. Doch dann finden sie – fast zufällig – heraus, dass die Gesetze des Rauchs längst nicht für alle gelten. Wieso gibt es böse Menschen, die nicht von Ruß befleckt sind? Und welche Rolle spielt der Rauch bei den sozialen und politischen Umbrüchen ihrer Zeit? Auf der Suche nach der Wahrheit begeben sich die Freunde auf eine dramatische Reise voller riskanter Abenteuer und düsterer Intrigen und rufen damit schon bald mächtige Feinde auf den Plan ...

612 Seiten.
Ich habe ein paar Tage überlegt, ob ich mich da ran traue, es könnte ja auch nicht gefallen und dann durch 612 Seiten quälen?
Gott sei Dank habe ich mich getraut.
Hier haben wir, mal wieder, einen Pageturner.
Ich habe es in ein paar Tagen durch gehabt und war traurig, das es zu Ende war.
Ein Buch, das Bilder im Kopf erzeugt, als wäre man im Kino. Genau so müssen gute Bücher sein.
Das Thema eine sehr gute Idee, neu, nicht abgedroschen, mitreißend.

Ich gebe fünf von fünf Sternen und bedanke mich für das Rezensionsexemplar.

Fragen über Fragen, aber keine Antwort in Sicht

Von: Tallianna Datum: 17. April 2017

England, Ende des 19. Jahrhunderts. Eine Welt, in der ein besonderes Phänomen um sich greift: Jede Bosheit, Unaufrichtigkeit oder Lüge manifestiert sich als Rauch, der unkontrollierbar dem Körper entweicht. Nur Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, wagen es, die Gesetze des Rauchs zu hinterfragen. Sie stoßen auf ein düsteres Komplott aus Willkür, Macht und Unterdrückung und müssen schon bald um ihr Leben fürchten … (Klappentext)

Mir scheint, ich sollte wieder Abstand von Büchern nehmen, die in irgendeiner Form stärker beworben oder in den Himmel gelobt werden. Denn die Realität sieht doch so aus: Die meisten davon sind schlecht. Genau wie „Smoke“.

Wo fange ich am Besten an? Dieses Buch hat keinen roten Faden, die Motivation der Charaktere wird nicht ersichtlich, die wichtigsten Fragen werden nicht beantwortet (wo kommt der Rauch her?) und die Liebesstory wirkt erzwungen und aufgesetzt. Dem Buch wäre es besser ergangen, wenn diese gar nicht erst eingeflochten worden wäre.

Aber von Anfang an. Auch nach dem Beenden des Buches ist mir nicht klar, was die Charaktere angetrieben hat. Angefangen von Charlie und Thomas über Livia bis hin zu Lady Naylor. Auch ihre Erklärung dazu hat es mich nicht wirklich klarer sehen lassen. Außerdem zieht sich die ganze Handlung dermaßen, dass ich schon nach 20 0 von den 600-irgendwas Seiten bereit für das Ende war. Es fehlt ein spürbarer Spannungsbogen.

Auch konnte mir keiner der Charaktere näher kommen, sie bleiben nicht greifbar und ihre Motivation unklar. Selbst der „Bösewicht“ präsentiert sich blass und sein Antrieb unverständlich. Sein ganzes Selbst wirkt gekünstelt und als Mittel zum Zweck.

Absolut überflüssig ist diese Dreiecksbeziehung zwischen Thomas, Charlie und Livia. Sie dient keinem ersichtlichen Zweck, bringt die Handlung nicht voran und wirkt völlig deplatziert. Auch ist die Wandlung in Livias Verhalten nicht nachvollziehbar.

Die meisten spannenden Fragen bleiben am Ende offen, wie zum Beispiel wo der Rauch wirklich herkommt, wenn es eine Zeit davor gab. Das ist doch die Frage, die einen umtreibt, denn wenn man wüsste, was den Rauch erzeugt hat, könnte man ihn entfernen.

Mein Fazit: 600 Seiten verschwendete Lesezeit. Dreiviertel des Buches waren ein reiner Kampf gegen den Schlaf und die Langeweile. Zurück bleiben Fragezeichen und eine unbestimmte Verwirrung, um was es in diesem Buch überhaupt gehen sollte.

Solide Arbeit

Von: Katharina P. Datum: 16. April 2017

Geködert man mich - abgesehen von dem Cover und dem Klappentext - die Aussage, es würde sich um eine Mschung aus Charles Dickens und J.K. Rowling handeln, die ich irgendwo gelesen habe (leider weiß ich nicht mehr wo). Da ich beide Autoren unglaublich gerne lese, schien der Roman also wie gemacht für mich zu sein. Tatsächlich hat mich Vyletas Schreibe öfter an den ausschweifenden, detaillierten Stil von Charles Dickens erinnert, was auch sehr gut zum Setting und der Epoche gepasst hat. Eine Parallele zu Rowling konnte ich jedoch nicht ziehen. Höchstens die Tatsache, dass die Protagonisten Schüler eines Internats in England sind und die Handlung recht düster und mit Fantasy-Elementen geschmückt ist, erinnert an Rowling, aber rechtfertigt einen solchen Vergleich in meinen Augen nicht wirklich. Darüber konnte ich jedoch nach einer Weile hinwegsehen.
Das Konzept an sich war ausgesprochen interessant und klang unglaublich spannend. Gesellschaftlich-moralische Verurteilungen, Verschwörungen, Intrigen, Korruption, rebellische Charaktere und Antagonisten, eine Prise Liebeswirrwarr - es war im Prinzip alles vorhanden. Demnach hätte der Roman nur großartig werden können... und doch hat er mich nicht recht gepackt. Durch den Anfang habe ich mich regelrecht gekämpft, weil ich erstmal ein wenig desorientiert war. Ich wusste zwar, wo ich mich befand, aber nicht so recht, wie ich das Geschehen oder die Leute einordnen sollte. Es ist definitiv kein Werk, bei dem man sofort eine emotionale Bindung zu den Akteuren hat, und auch im Verlauf der Handlung habe ich in der Beziehung kaum eine Verbesserung gespürt. Ich konnte mich mit keinem der Charaktere identifizieren. Ich mochte zwar Thomas' Art, die Dinge zu hinterfragen, aber manchmal ging er mir auf die Nerven. Charlie erschien mir meistens etwas naiv bzw. kam ich nicht damit zurecht, dass er manchmal bewusst die Augen vor der Wahrheit verschlossen hat. Solche Charakterzüge mag ich einfach nicht. Livia fand ich anfangs unausstehlich mit ihrer Moralapostel-Attitüde. Ich konnte sie erst besser leiden, als sie ihr unschuldiges Gehabe allmählich abgelegt hat. Dennoch hatte ich bei keinem der drei das Gefühl, in ihr Innerstes vordringen zu können, sodass mir ihre dramatischen Erlebnisse nicht sonderlich nahe gegangen sind. Auch der ständige Erzählerwechsel hat bei mir hin und wieder (trotz der einleitenden Überschriften) Verwirrung gestiftet, denn Vyleta springt nicht nur zwischen den Protagonisten, sondern auch zwischen den Nebenfiguren hin und her.
Zum Storyverlauf lässt sich sagen, dass es durchaus viele bestürzende, brisante Momente gab, aber letztlich haben sie mich nicht umgehauen oder dauerhaft fesseln können. Ehe es einigermaßen rasant wird, ist man fast bei der Hälfte des Buches angelangt (das sind immerhin schon 300 Seiten). Wie gesagt, gefiel mir der Ansatz sehr gut, aber man hätte hier durchaus noch etwas an der Ausarbeitung feilen können. Mir kam es eher wie der Auftakt zu einer größeren, komplexeren Geschichte vor, denn gerade, als es einigermaßen interessant wurde, riss die Handlung ab.

Fazit

Cover und Klappentext waren äußerst vielversprechend, aber im Endeffekt war der Plot nicht ganz so bahnbrechend wie erhofft. Weder war ich emotional involviert, noch konnte mich der Roman in atemlose Spannung versetzen, auch wenn ich Vyletas Stil mit jeder Seite mehr mochte.

nicht so mein Fall.....

Von: Lesezauber Datum: 16. April 2017

Kurzbeschreibung
Wie sähe eine Welt aus, in der jede Sünde, jeder dunkle Gedanke sichtbar wäre? Smoke entführt den Leser in ein England vor hundert Jahren, in dem jede Verfehlung mit Rauch bestraft wird, der dem Körper entweicht. Auch Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, werden immer wieder durch Rauch-Attacken gebrandmarkt, wenn sie den strengen Schulregeln nicht genügen. Doch dann finden sie – fast zufällig – heraus, dass die Gesetze des Rauchs längst nicht für alle gelten. Wieso gibt es böse Menschen, die nicht von Ruß befleckt sind? Und welche Rolle spielt der Rauch bei den sozialen und politischen Umbrüchen ihrer Zeit? Auf der Suche nach der Wahrheit begeben sich die Freunde auf eine dramatische Reise voller riskanter Abenteuer und düsterer Intrigen und rufen damit schon bald mächtige Feinde auf den Plan ...


Meinung
Aufmerksam auf dieses Buch wurde ich durch verschiedene Blogbeiträge, die mich sehr neugierig auf dieses Buch gemacht haben. Das Cover sprach mich auch sehr an und der Klappentext hörte sich interessant an. Leider kam dann alles anders als erwartete…..ich hatte mir etwas anderes darunter vorgestellt.

Der Einstieg gelang mir ganz gut, die Figuren wurden mir vorgestellt und die Idee des Autors faszinierte mich noch immer. Nach einigen Seiten merkte ich allerdings, dass sich immer mehr Fragezeichen in meinem Kopf bildeten und ich dieses Werk einfach nicht ganz verstand, wie es wahrscheinlich sein sollte.

Keine Frage, Spannung war gegeben, ebenso wie eine mystische und düstere Atmosphäre. Dennoch fühlte ich mich beim Weiterlesen nicht so wohl. Mir fehlte das Faszinierende, was teilweise auch daran lag, dass mittendrin einige Längen waren, die sich zogen. Vielleicht hätte man ein paar Seiten weniger nehmen können (über 600 sind schon sehr viel) und dafür mehr Erklärungen einflechten.

Die Handlung selbst erfolgte im Erzählstil. Wobei die Perspektiven immer im Er/Sie und Ich-Modus wechselten. Das war für mich jetzt nicht so schlimm, es passte sehr gut zur doch sehr verwobenen Geschichte. Viele historische Einwürfe gab es auch und auch einige unerwartete Ereignisse und Wendungen. Das Ende hatte ich mir etwas anders vorgestellt und gefiel mir auch nicht wirklich.

Wie gesagt, die Charaktere konnten mich nicht wirklich überzeugen. Erstens fand ich die Dreiecksgeschichte überhaupt nicht passend und zweitens fehlte mir die Kommunikation zwischen den einzelnen Personen. Sie waren schon gut ausgearbeitet, aber es wäre auf jeden Fall noch mehr gegangen. Ich fand zum Beispiel auch den Unterschied zwischen Gut und Böse nicht so toll. Die meiste Zeit über wusste ich nicht, wer was war und somit fehlte mir eindeutig dann doch das Logische an der Geschichte.

Der Schreibstil des Autors war für mich leicht gewöhnungsbedürftig. Schon einfach zu lesen, dennoch manchmal unnötig ausschweifend und in die Länge gezogen. Gut, ein Kopfkino konnte schon entstehen, was an den ausgezeichneten Umgebungsbeschreibungen lag. London des 19. Jahrhunderts, ein Traum mit viel Vorstellungsvermögen.

Fazit
Trotz vieler positiver Meinungen über „Smoke“ konnte es mich nicht so überzeugen. Ich hatte mir viel mehr davon versprochen und auch etwas anderes erwartet. Es war ok, aber es gäbe noch viel mehr Luft nach oben. Somit kann ich leider nur gutgemeinte 3 von 5 Sternen vergeben und eine Leseempfehlung lasse ich diesmal dahingestellt.

Rezension zu "Smoke"

Von: Zsadista Datum: 15. April 2017

London Ende des 19. Jahrhunderts. Es tritt ein seltsames Phänomen auf, jede Sünde wird sichtbar. Egal ob Lügen, Mord oder eine sonstige böse Tat oder böses Gefühl, es wird durch Rauch sichtbar. Der Rauch dringt aus jeder Pore des Körpers und jeder kann sehen, dass mit dir etwas nicht stimmt.

Thomas und Charlie sind zwei Schüler eines Elite-Internats. Auch sie dampfen öfters den Rauch aus, wenn sie gegen die strengen Gesetze des Internats verstoßen. Doch dann entdecken sie, dass nicht jeder böse Mensch auch mit Rauch bedeckt ist. Warum macht man Unterschiede wer raucht und wer nicht? Und wie kann das sein, dass es überhaupt Unterschiede gibt?

Durch ihre Nachforschungen werden sehr mächtige Feinde auf sie aufmerksam. Und bald finden sich die beiden in düstere Intrigen versponnen.

„Smoke“ ist ein fantastischer Roman aus der Feder des Autors Dan Vyleta.

Das Zeitalter und der Rauch haben mich etwas an einen Steampunk Roman erinnert. Der Roman spielt aber nicht in der Steampunk Zeit. Ich fand das Grundprinzip trotzdem sehr interessant.

Die Idee, mit dem Rauch, wenn man Lügt oder sonst eine üble Tat vorhat, fand ich richtig gut. Wobei die Welt dann wohl auch total verqualmt wäre. Würde man dann überhaupt noch seine Hand vor Augen sehen?

Gut, die Grundidee fand ich also richtig interessant. Der Roman war leider nicht gerade spannend geschrieben. Vielmehr zogen sich die Seiten nur so dahin. Der Autor fand Gefallen daran, selbst Kleinigkeiten ewig lang zu erklären. Das führte manchmal zu dem Phänomen, dass ich im Fernsehen oft habe. Da sind die Pausen oft so lange und häufig, dass ich fast vergessen habe, dass ich einen Film angesehen hatte.

Wenn man die Story von über 600 Seiten vielleicht auf 400 gekürzt hätte, wäre das Buch wohl spannender geworden.

Mit den Protagonisten kam ich auch nicht gerade zurecht. Zumal sich dann auch noch durch die komplette Geschichte eine Dreiecksbeziehung zog, die in einem Schluss endete, den ich gar nicht mochte.

Auch die Egoschiene, die fast alle fuhren verstand ich nicht so. Egal ob es rauchte oder nicht, jeder war sich selbst der nächste und keiner fand Anstoß daran.

Ich kam mit der Geschichte nicht wirklich klar. Auch fehlten mir am Ende einige Erklärungen für das Ganze. Ich fand den Roman nicht ganz ausgereift. Zwar eine gute Grundidee, jedoch nicht richtig ausgearbeitet. Die Story hätte noch einiges aus sich machen können, hat sie aber nicht.

Das Buch hat sich wirklich ganz schön gezogen. Teilweise hab ich es auch einfach mal zur Seite gelegt und eine Pause gemacht. Wirklich empfehlen kann ich das Buch leider nicht. Es sollte sich jedoch keiner abhalten lassen, sich selbst eine Meinung zu bilden.

Rezension | "Smoke" von Dan Vyleta

Von: Julia | Archive of Longings Datum: 15. April 2017

"Smoke" hat mich schon direkt nach dem Lesen des Klappentextes begeistern können – was wäre schließlich eine Welt, in der jede Sünde durch Rauch erkennbar ist? Eine Stadt, die in Ruß und Rauch versinkt? Sünde, die auf den ersten Blick sichtbar für jeden ist? Eine Geschichte in dieser Form habe ich bisher noch nicht gelesen, weswegen ich mich sehr darauf gefreut habe, zu erfahren, wie Dan Vyleta seine Idee umsetzen wird.

Was mir an dieser Geschichte wahnsinnig gut gefallen hat, war die Kreativtität des Autors, die sich nicht nur im Setting widerspiegelt, sondern auch bei der umfangreichen und komplexen Ausarbeitung des Hauptplots (natürlich auch der Nebenplots). In dieser Geschichte geht es um viel mehr als nur um Rauch und Sünde, um zwei Freunde, die auf ein Elite-Internat gehen und mit den alltäglichen Verfehlungen zurecht kommen müssen, es geht um mehr als um die Liebe zwischen drei jungen Menschen, die nicht so recht wissen, wie sie in diese Welt passen. Es geht um eine Vision, um Missionen, um Herzblut für eine ganz bestimmte Sache, ein Lebenswerk, um den Kampf, die Welt zu verändern, sie in ihren Grundfesten zu erschüttern und eine Revolution zu beginnen – und damit etwas neues zu erschaffen. Die Art und Weise, wie "Smoke" all das erzählt, fand ich einfach nur atemberaubend und einfallsreich. Ebenso vermittelt das Buch von vorne bis hinten eine durchgehende, unglaubliche Stimmung; ein düsteres, unheimliches und beklemmendes Gefühl, was mich so schnell auch nicht wieder losgelassen hat. Das alles gibt der Handlung und der Umsetzung natürlich einen ganz besonderen und individuellen Touch, was mich wirklich begeistern konnte.

Auch die Charaktere waren sehr gut und interessant ausgearbeitet. Mich hat dabei ein wenig gestört, dass die Sichtweisen öfter mal gewechselt haben. Einerseits hat es sehr zu diesem umfangreichen und vielschichtigen Buch gepasst, aber andererseits hätte es mir persönlich – bei zwei solch starken Hauptprotagonisten – besser gefallen, wenn man sich dabei für eine Perspektive entschieden hätte. Gerade in Situationen, in denen Charlie und Thomas nicht einer Meinung sind (und gerade in der doch sehr komplizierten, ansatzweise erzählten Liebesgeschichte!), fiel es mir dann doch schwer, mich auf beide Charaktere zu konzentrieren – vor allem weil sie beide so unterschiedlich sind. Es ist mir wenig bis gar nicht gelungen für eine Seite Partei zu ergreifen, weil ich mich durch die wechselnden Sichtweisen auch nicht für einen Haupt- oder für einen Lieblingscharakter entscheiden konnte, mit dem ich mich hätte identifizieren können. Und gerade das ist mir bei komplexen Plots meist sehr wichtig.

Trotzdem empfand ich sowohl Thomas, als auch Charlie von ihrer Person, ihrer Denkens- und Handlungsweise sowie von ihren Charaktereigenschaften toll und sympathisch. Sie sind beide sehr unterschiedlich, sie reagieren sehr verschieden und fühlen auch anders. In den meisten Situationen konnte ich aber beide gut verstehen und ich habe auch mit beiden ordentlich mitgelitten – sei es eine Szenen mit Thomas als sehr direkte und impulsive Figur oder sei es Charlie in einer höflichen und zurückhaltenden Situation.

Mein Hauptkritikpunkt bei Smoke sind die leider teilweise auftretenden Längen. Ich mag Bücher mit einer Seitenlänge um die 400 Seiten, weil dort meist langatmige Passagen vermieden werden können. Natürlich ist mir klar, dass eine weitschweifende und komplizierte Geschichte mit vielschichtigen Figuren und einer starken Botschaft viel Raum braucht, um sich zu entfalten und entwickeln zu können, allerdings hätte mir ein 400 Seiten-Buch hier wohl auch besser gefallen. Gerade ab der Mitte des Buches bis circa 150 Seiten vor Ende hätte man einiges zusammenraffen können (für alle, die das Buch schon gelesen haben: ich meine die Stelle, als Thomas und Livia im Boot erwischt werden bis circa zur Entführung des Kindes – alle anderen: ihr könnt damit ja sowieso nichts anfangen :D). Im Gegenzug hätte ich manchmal einfach gerne mehr Einblick in die Gefühle der Jungs gehabt, gerade was die Beziehung zu Livia und ihre Rivalität angeht. Dan Vyleta beschränkt sich bei "Smoke" doch meist auf die eigentliche Handlung, die Umgebung, leichte Ausschmückungen und das Jonglieren mit Worten. An der ein oder anderen Stelle hätte ich einen Einblick in das Seelenleben von Thomas oder Charlie doch besser gefunden, weil beide doch oft sehr fremd und distanziert auf mich wirkten.

Um eine gewisse Grundstimmung – siehe oben – von dem Buch auf den Leser zu übertragen, muss der Autor schon einiges auf dem Kasten haben, was man bei Dan Vyleta auch zusätzlich am Schreibstil gemerkt hat. Er hat nicht nur spannend erzählt und eine bewundernswerte Stimmung übertragen; er kann auch mit Wörtern umgehen, sehr detailreich schreiben und den Leser mühelos in ein anderes Land und auch in ein anderes Jahrhundert transportieren.

Fazit
Auch wenn "Smoke" mich zwischendurch wegen der Längen nicht hundertprozentig überzeugen konnte, ist es doch ein sehr gelungenes und einmaliges Werk: nicht nur im Bezug auf das Setting oder das Gefühl, das beim Lesen übertragen wird, sondern auch aufgrund der Plotidee und der sehr empfehlenswerten Umsetzung.

Atmosphärisch dicht und gut umgesetzt

Von: Cori Leseratten-Buchgefluester Datum: 12. April 2017

Stell dir eine Welt vor, in der jede Sünde sichtbar sein wird... Im London Ende des 19. Jahrhunderts ist es der Rauch, der aus jeder Pore deines Körpers dringt und jeden deine Spänen verrät. Egal ob kleine Lüge, Unaufrichtigkeit oder gar das richtig Böse und Mord. Je stärker das Vergehen, desto stärker der Rauch.
Thomas und Charlie gehen zusammen auf eine private Jungenschule, sie sind beste Freunde, die eines Tages versuchen hinter ein großes Geheimnis z kommen, dass hinter all dem Rauch steht.... Dabei geraten sie in grosse Gefahr, aber verändern sich auch selber...

Ein wahnsinnig interessante Idee, die der Auto hier aufgreift.
Das Setting im London des 19. Jahrhunderts ist passend. Die Straßen sind voll vom mysteriösen Rauch, die Menschen alle in irgendeiner weise Sünder.
Nur wer rein ist raucht nicht, Kinder werden schon früh darauf gedrillt und geschult.
Es ist eine mysteriöse, leicht beklemmende, aber zugleich faszinierende Atmosphäre. Die Idee hat mir sehr gut gefallen, auch die Umsetzung ist gelungen.
Man stelle sich vor, in solch einer Welt zu leben,... Beim lesen der Seite ist man regelrecht drin, man meint fast den Rauch zu spüren.

Die Geschichte ist spannend, hat an einigen kleinen stellen vielleicht vereinzelte Längen, die aber schnell wieder durch die Atmosphöre wett gemacht werden.
Der Erzählstil ist dadurch auch etwas langsamer und tiefgründiger, zieht einen dadurch aber auch ins Geschehen hinein. Man fühlt sich bei der Schreibweise sogar ins 19. Jahrhundert zurückversetzt, ohne dabei altbacken zu wirken.

Die Charaktere sind sympathisch, man kann sich in sie hineinführen. Mal wird aus verschiedenen Perspektiven von Personen geschrieben, dann ändert auch mal die Perspektive vom Er/Sie- zum Ich-Erzähler. Sehr interessante Herangehensweise, die zur Geschichte passt.
Die Geschichte hat im Großen und ganzen meine Erwartungen erfüllt. Vorallem hinsichtlich des Rauchs und seiner Atmosphäre und Auswirkung auf die gesamte Geschichte. Das ist was ich mir erhofft hatte.
Der Verlauf der Geschichte war interessant und spannend, an einigen Stellen nicht das was ich erwartet hatte, was zum Teil positiv aber auch negativ war... vorallem hinsichtlich des Endes, was mir für die Charaktere irgendwie inkonsequent vorkam und mich verwunderte, dass der Autor die Geschichte hat so enden lassen... Daher auch mein Punktabzug, ich habe einfach nur an dieser Stelle etwas anderes erwartet und bin mit dem Ende nicht ganz zufrieden gewesen.

Ein atmosphärisch dichter Roman, spannend und mysteriös und etwas ganz Neues. Er hat vielleicht ein paar kleine Schwächen, aber ist sehr zu empfehlen, darüber hinaus bin ich auf die nächsten Werke des Autors gespannt, die hoffentlich noch folgen werden. Ein Autor und Buch, das man sich definitiv merkt.

Eine beeindruckende Idee...

Von: Ein Hauch von Bücherwind Datum: 12. April 2017

Klappentext:
Stell dir vor, deine dunklen Gedanken könnten sichtbar werden...

England, Ende des 19. Jahrhunderts. Eine Welt, in der ein besonderes Phänomen um sich greift: Jede Bosheit, Unaufrichtigkeit oder Lüge manifestiert sich als Rauch, der unkontrollierbar dem Körper entweicht. Nur Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, wagen es, die Gesetze des Rauchs zu hinterfragen. Sie stoßen auf ein düsteres Komplott aus Willkür, Macht und Unterdrückung und müssen schon bald um ihr Leben fürchten...


Meine Meinung:
Rauch bedeutet Sünde, Rauch bedeutet eine unreine Seele und Rauch bedeutet, dass man in die Hölle kommt. Charlie und Thomas besuchen ein Elite-Internat, in dem ein strenges Regiment herrscht. Die Kinder der oberen Schicht müssen gehorsam sein, denn sie gehören dem Adel an und der Adel raucht nicht. Als die beiden zusammen mit ihrer Klasse einen Ausflug nach London machen und dort Beobachtungen von einem rauchfreien Engel machen, keimen Zweifel am System des Rauchs in ihnen auf.


Eine sehr komplexe und gut durchdachte Idee, das Böse wird gebrandmarkt und das Gute bleibt rein. Ich fand dieses Buch sehr faszinierend. England im 19. Jahrhundert ist eine beeindruckende Kulisse und dieser Zwiespalt zwischen streng religiösen Ansichten und den Entwicklungen in Technik und Forschung war sehr aufregend zu lesen. Die verschiedenen Charaktere im Laufe des Buches haben die Geschichte lebendig gemacht, obwohl es sich an manchen Stellen etwas gezogen hat; 600 Seiten können lang sein. Auf der Suche nach dem Ursprung des Rauchs entdecken Thomas und Charlie, dass es nicht nur Schwarz und Weiß gibt, sondern auch noch unendlich viele Grautöne dazwischen. Manche Stellen musste ich zweimal lesen, um sicher zu sein, alles verstanden zu haben. Die Handlung ist sehr facettenreich, vom Elite-Internat zur Kanalisation, man muss auf jedes kleine Detail aufpassen, um folgen zu können. Der Schreibstil ist sehr angenehm, der Epoche entsprechend, trotzdem bin ich froh, dass die Jungs im Laufe des Buches lockerer geworden sind. Das Cover finde ich genauso geheimnisvoll wie die Geschichte. Mir hat es sehr gut gefallen, ich finde die Idee wurde gelungen umgesetzt.

Spannender Rauch

Von: Lesendes Federvieh Datum: 11. April 2017

England Ende des 19. Jahrhunderts: Es ist die Zeit eines ganz besonderen Phänomens, denn bei jeder Verfehlung, jedem unaufrichtigen Gedanken oder einer Gemeinheit entströmt den Menschen unkontrollierter Rauch, der Haut und Kleider mit schwarzem Ruß bedeckt. Die beiden adeligen Jugendlichen Charlie und Thomas besuchen deshalb ein ganz besonderes Elite-Internat in Oxford. Dort sollen sie nicht nur zu Gentlemen erzogen werden, sondern auch vom Phänomen des Rauchens geheilt werden.
Doch bei einem Schulausflug nach London sehen die beiden etwas Eigenartiges: sündige Menschen, die keinen Rauch absondern. Wie kann das sein? Die Neugier der beiden Jungen ist geweckt, die Suche nach dem Ursprung des Rauchs beginnt und bringt die beiden in manch gefährliche Situation...

Dan Vyleta ist mit "Smoke" ein großartiger, gehaltvoller Roman gelungen, den ich sehr gerne gelesen habe. Mit sprachgewaltigen Bildern und imposanten Ortsbeschreibungen entführt der Autor den Leser ins historische England Ende des 19. Jahrhunderts. Er schafft es mühelos beim Leser Bilder dieser düsteren, von Armut aber auch von großem Reichtum geprägten Zeit entstehen zu lassen.

Das passt natürlich perfekt zu dieser Geschichte, die nicht nur gesellschaftspolitische Themen aufzeigt, sondern auch spannende Krimi- und für mich auch vereinzelt Gruselelemente enthält. Dan Vyleta schnürt daraus ein überaus spannendes und interessantes Buchpaket, das den Leser auch zum Nachdenken über Gut und Böse, Moral und Schuld animiert. Ist alles Gutgemeinte auch wirklich immer die richtige Lösung?

Die Charaktere sind perfekt ausgearbeitet und absolut authentisch. Thomas' Zerrissenheit konnte ich beim Lesen spüren und nachvollziehen. Ebenso war mir Charlie durch seine Besonnenheit sehr sympathisch. Aber auch mit Julius konnte ich mich identifizieren, obwohl er nicht gerade eine liebenswerte Figur abgibt.

Durch seinen flüssigen und sehr ansprechenden Schreibstil bin ich von Beginn an in die Handlung eingetaucht. Jedoch bin ich zum Ende des Buches hin teilweise vom rasanten Showdown etwas überfahren worden, wodurch ich in einigen wenigen Punkten ohne Antworten zurückblieb. Schade, denn ansonsten hat mir das Buch super gefallen.

Zum Schluss möchte ich noch das absolut gelungene Buchcover erwähnen. Es repräsentiert genau das Buch: geheimnisvoll, schaurig, spannend, nachdenklich.

Fazit: Grundidee gut, jedoch nicht bis zum Ende durchdacht.

Von: YvisWelt.de Datum: 11. April 2017

Meine Meinung:

Wie immer fange ich mit den Schreibstil an. Dieser war aber bei diesem Buch eben mein Problem. Für meinen Geschmack beschreibt der Autor einfach zu viele Details, dadurch wirkte das Buch oft sehr langatmig. Auch die Schreibweise und Ausdrucksweise wirkte auf mich eher altbacken. Dennoch oder gerade wegen der vielen Details konnte man sich natürlich gleich in die Geschehnisse und die Umgebung hineinversetzten. Auch die Charaktere wurden einen genau beschrieben und man konnte sich ein gutes Bild machen.

Die Geschichte war am Anfang sehr spannend, jedoch lies das im Laufe des Buches immer mehr nach. Ich hatte einfach irgendwann genug von dem „drumrum“ Gerede, den Methapern und den 1000 Beispielen. Dadurch war ich leicht genervt und konnte mich auch auf die eigentliche Geschichte nicht mehr wirklich einlassen.

Die Grundidee mit dem Rauch fand ich wirklich super und sehr kreativ. Aber es war nicht bis zum Ende durchdacht. Zum einen waren manche Sachen einfach unlogisch, nicht nachvollziehbar und am Ende unvollendet. Auch am Ende des Buches hätte ich mir noch eine „Aufklärung“ gewünscht. Ich habe einfach noch ein paar unbeantwortete Fragen in meinen Kopf. Den Genremix fand ich durchaus gelungen.

Was mir auch noch besonders gut gefiel, war die besondere Beziehung der beiden Jungs. Diese Freundschaft war einfach sehr gut nachvollziehbar und greifbar. Die Lovestory hingegen konnte mich mal wieder nur zum „Haare raufen“ bringen. Eine Dreiecksbeziehung hätte das Buch einfach nicht gebraucht. Das macht es für mich wieder so gewollt „mainstream“. Das wirkte auf mich einfach fehl am Platz.

Fazit: Grundidee gut, jedoch nicht bis zum Ende durchdacht.

Leider nicht meins!

Von: Melie Datum: 10. April 2017

Das Cover ist genau nach meinem Geschmack. Es wirkt auf mich sehr düster und authentisch. Es passt nicht nur gut zu dem Thema der Geschichte, sondern spiegelt das Buch auch wieder. „Smoke“ ist ein Einzelband von Dan Vyleta.

Der Schreibstil kommt mir sehr alt vor. Es ist am Anfang für mich sehr gewöhnungsbedürftig gewesen, da ich einfach nicht so richtig in das Buch hineingekommen bin. Nachdem mich das Buch dann gefesselt hat, ging es auch schon wieder bergab. Ich glaube, dass die ersten 250 Seiten wirklich toll waren, doch dann ist der Autor meiner Meinung nach in eine ganz andere Richtung gewandert.

Am Anfang der Geschichte taucht auch fast keine Langeweile auf. Es ist richtig spannend und unterhaltsam gewesen, doch dann ist die Geschichte immer langwieriger geworden. Es ist sehr schwer für mich gewesen, das Buch weiter zu lesen und es zu beenden. Es war manchmal ein richtiger Kampf.

Die Handlung verläuft meines Erachtens sehr verwirrend. Ich glaube, dass der Autor eine tolle Idee hatte, die bis jetzt noch niemand in dieser Form auf Papier gebracht hat, aber er einfach an der Umsetzung gescheitert ist. Dies ist sehr schade, da es ein außergewöhnlicher Roman hätte werden können, da bin ich mir sehr sicher. Die Geschichte ist einfach in eine ganz andere Richtung gewandert. Ich konnte dies auch nicht so ganz nachvollziehen.

Was mir sehr positiv an dem Buch aufgefallen ist, ist, dass es in der Geschichte viele Metaphern für den Rauch gibt, die der Autor verwendet hat, um seine Botschaft dem Leser noch greifbarer herüberzubringen. Ich bin mir sicher, dass der Autor uns mit diesem Buch etwas mitteilen will. Wenn ihr wissen wollt, was das ist, müsst ihr das Buch lesen. Vielleicht gefällt es euch ja besser als mir. Meiner Meinung nach sind Bücher Geschmackssache und gefallen somit nicht jedem. Also lasst euch von meiner Rezension bitte nicht abschrecken. Das Buch ist einfach nicht meins gewesen, dies musste ich irgendwann einsehen.

Ich habe sehr viel von dem Roman erwartet und wurde leider enttäuscht. Das Thema Moral, welches in der Geschichte erarbeitet wird, spricht mich sehr an. Außerdem hat das Buch eine stets wechselnde Perspektive. Ich glaube, dass jeder Charakter der in dieser Geschichte vorkommt, einmal von seiner Sicht aus erzählt hat. Sogar manche Nebencharaktere. Dies ist spannend und abwechslungsreich gewesen.Wer so etwas mag, sollte sich das Buch auf jeden Fall einmal anschauen.

Das Ende ist schön und auch ein bisschen offen gewesen. Leider sind nicht alle meine Fragen zum Thema Rauch beantwortet worden. Dies finde ich sehr schade. Deshalb gebe ich dem Buch nur 2 Sterne.

Smoke

Von: Andraja Datum: 09. April 2017

Erscheinungsdatum: 13.03.2017

Autor: Dan Vyleta

Seitenzahl: 624 Seiten

ISBN: 978-3-570-58568-9

Erhältlich: hier

Klappentext: Wie sähe eine Welt aus, in der jede Sünde, jeder dunkle Gedanke sichtbar wäre? Smoke entführt den Leser in ein England vor hundert Jahren, in dem jede Verfehlung mit Rauch bestraft wird, der dem Körper entweicht. Auch Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, werden immer wieder durch Rauch-Attacken gebrandmarkt, wenn sie den strengen Schulregeln nicht genügen. Doch dann finden sie – fast zufällig – heraus, dass die Gesetze des Rauchs längst nicht für alle gelten. Wieso gibt es böse Menschen, die nicht von Ruß befleckt sind? Und welche Rolle spielt der Rauch bei den sozialen und politischen Umbrüchen ihrer Zeit? Auf der Suche nach der Wahrheit begeben sich die Freunde auf eine dramatische Reise voller riskanter Abenteuer und düsterer Intrigen und rufen damit schon bald mächtige Feinde auf den Plan ...

Smoke ist ein sprachmächtiger, überbordend einfallsreicher Roman und zugleich eine kluge Parabel, die facettenreich die existenziellen Fragen nach Macht und Moral, Wahrheit und Lüge, Gut und Böse beleuchtet. (Cover, Klappentext by carl'sbooks)


Rezension:
Was ist gut, was ist böse? Wer legt fest, was richtig und was falsch ist und kann man sich dabei nicht auch einmal irren? In einer Welt voll 'Rauch' scheinen sich diese Fragen nur die wenigsten zu stellen.

Dan Vyleta kreiert in seinem neusten Roman "Smoke" ein etwas anderes England des 19. Jahrhunderts. Er erschafft eine Welt regiert von "Rauch", welcher aus den Körpern der Menschen quillt, wie sichtbar gewordene Sünde. Dieser Rauch ist es auch, der die reinen mächtigen Herrscher von der schmutzigen und verdorbenen Unterschicht trennt. Doch nicht alle scheinen ihr Schicksal einfach hinzunehmen. Während ihrer Zeit auf dem Internat stoßen die Protagonisten Charlie und Thomas auf seltsame Machenschaften, die sie an der Wahrhaftigkeit des Rauches zweifeln lassen. Immer tiefer graben sie sich in die Geheimnisse des Rauches vor, bis sie selbst nicht mehr wissen, wer Freund und Feind, was richtig oder falsch ist.
Während der Geschichte wechselt der Autor immer wieder zwischen den verschiedenen Charakteren des Romans und beleuchtet auch ihrer Schicksale und Beweggründe. Dadurch kommt es vor allem nach sehr spannenden Abschnitten ab und zu zu kleinen Handlungsflauten, die Pausen schon beinahe erzwingen.

Thomas und Charlie sind der treibende Keil des Romans.
Vor allem Thomas ist an der Aufklärung der Wahrheit interessiert, um sein tragisches und unausweichliches Schicksal zu ergründen. Immer wieder wird er von unbändigbarer Wut und kohleschwarzen Rauch gepackt, der sich sie eine Krankheit in seinen Geist frisst.Angst und Trotz treiben ihn an; lassen nicht zu, dass er aufgibt. Gerade dieser Trotz und sein unabbringbarer Wille zeigen häufig, dass Thomas dennoch ein Kind in einer Welt stoischer Erwachsener ist. Im Verlauf der Handlung erkennt man dabei sehr gut, wie Thomas beginnt sich mit seinem Schicksal abzufinden und dabei weiterhin einen gesunden Respekt seinem Rauch gegenüber beibehält. Er entwickelt einen Hass gegenüber der vorherrschenden, falschen Gesellschaft und rebelliert -wenn auch nur im Geiste- gegen das System.
Charlie hingegen ist der ruhige, vernünpftige Gegenpol zu seinem besten Freund. Als Mitglied einer der bedeutsamsten Familien des Landes beherrscht er die Etikette des Adels blind und raucht kaum. Charlie ist schon fast das klassische Beispiel des Adels, wäre da nicht die kindliche Unwissenheit, die ihm die Welt entfremdet. Angetrieben von Thomas finden dessen Erkenntnisse bei Charlie fruchtbaren Boden und sie beginnen mit ihren Nachforschungen.
Livia ist wahrscheinlich das außergewöhnlichste Mitglied des Trios. Als Tochter von Baroness Naylor hat sie einen angesehenen Rang inne und verehrt den Rauch schon fast wie einen Gott. Emotionslos und rein, wie eine Porzellanpuppe tritt sie den beiden Jungen bei ihrer ersten Begegnung gegenüber. Doch unter ihrer Schicht für Schicht errichteten Schale brodelt der Rauch, bis er die Gelegenheit findet, an die Oberfläche zu brechen. Aus der reservierten und strengen Marionette wird mit der Zeit eine lebendige Frau, die lernt an ihren Idealen und Werten zur zweifelt. Dabei entwickelt Livia eine neue Sicht auf die Welt und beginnt zum ersten Mal richtig zu leben.

Der Roman ist gespickt von den verschiedensten Nebencharakteren und Handlungen. Nie ist etwas, wie es zu sein scheint. Aus einem Freund kann innerhalb von Sekunden ein Feind werden. Die Bewegründe sind dabei der unterschiedlichsten Natur und erwecken damit "Smoke" zum Leben. Mehr als einmal ist man schockiert von den unerwarteten Wendungen und den Prioritäten der Charaktere. Nichts ist nur schwarz oder weiß, alles ist verschiedenfarbig grau - wie der Rauch.

Bewertung:
Dan Vyleta stellt mit seinem Roman "Smoke" auf besondere Art und Weise die Frage nach Gut und Böse. Nichts ist, wie es zu sein scheint und überall lauert Gefahr. Besonders die lebendig gestaltete Welt zieht den Leser in ihren Bann und lässt die Handlung umso realistischer und unvorhersehbarer erscheinen. Vor allem ab der Hälfte des Buches nimmt die Handlung noch einmal richtig an Fahrt auf und brennt sich ins Gedächtnis. Was mich am Meisten an der gesamten Geschichte wurmt ist, dass Kernfragen wie zum Beispiel die Herkunft des Rauches größtenteils ungeklärt bleiben. Leider haben die erste Hälfte und einige Zwichensequenzen hier und da die Spannung getötet. An diesen Stellen musste ich mich zum weiter lesen zwingen, worüber ich aber am Ende sehr froh bin.

"Smoke" ist im Hinblick auf andere Romane, die ich bis jetzt gelesen habe, anders aber keinesfalls schlechter. Eine Empfehlung für alle, die sich auch gern mal mit etwas ernsteren Hintergründen beschäftigen.

8/10 bzw. 4/5 Sterne
★★★★★★★★☆☆

PS "Smoke" ist ein Rezensionsexemplar von Carl'sbook und Bloggerportal. Ich möchte mich bei euch dafür bedanken :)

Gute Ansätze aber...

Von: Lesemappe Datum: 07. April 2017

Kurz zum Inhalt:
Dan Vyleta erzählt uns in seinem Buch "Smoke" eine Geschichte über eine Welt in der jede noch so kleine (schlechte) Gedanke oder eine Lüge durch Rauch bei jedem Menschen sichtbar wird.
Die Handlung der Geschichte spielt im London Ende 19. Jahrhunderts. Thomas und Charlie gehen auf ein Elite-Internat und sind Freunde. Thomas, der sonst eher von allen gemieden wird, ist über seine Freundschaft zu Charlie sehr froh.
Bei einem Schulausflug in die Stadt, mit dem nicht alle Lehrer einverstanden sind entdecken sie eine Welt außerhalb des strengen Internats, in dem jeder noch so kleine Rauch der Schüler sofortige Bestrafung nach sich zieht.

Das Cover,
ist ein absoluter Eyecatcher. Es zeigt ein typisches Wahrzeichen für England bzw. London - den Big Ben. Mit den Farben und dem Bild erinnert es mich an die Zeit von Jack the Ripper und insgesamt finde ich auch, dass das Cover etwas mysteriös und geheimnisvoll. Es hatte aufjedenfall sofort meine Aufmerksamkeit. Auch die Titelschrift ist sehr schwungvoll und in 3D Optik, was das Ganze noch perfekt abrundet.

Meine Meinung:
Ich fang heute mal mit dem Schreibstil an, denn dieser gefällt mir eigentlich gut und ist mal etwas anderes. Bei dem Buch "Smoke" von Autor Dan Vyleta merkt man, dass der Autor hier etwas die Art von Charles Dickens hat mit einfließen lassen.
Die jeweiligen Figuren wurden eigentlich gut ausgearbeitet und der Lesen bekommt im Laufe der Zeit diie Möglichkeit, einige der Figuren noch etwas näher kennenzulernen. Ich konnte mir die Umgebung eigentlich gut Vorstellen, egal ob es die nächtliche Befragung ist, der Ausflug oder im Herrenhaus.
Leider fand ich es dann jedoch an manchen Stellen einfach zu verwirrend oder nicht ganz so nachvollziehbar. Die Schüler des Elite-Internats dürfen nicht die kleinsten Anzeichen des Rauchs haben da sie sonst hart bestraft werden, auf den Straßen Londons jedoch gibt es Unterschiede und manch einer darf rauchen. Dann wird da ausgerechnet Thomas, den ja eigentlich alle meiden, Schüler, Lehrer und die restlichen Bediensteten inklusive Küchenpersonal zu einem der Höchsten des Landes eingeladen. Was für auch nicht ganz schlüssig war, es wird zwar erzählt wo der Rauch im Körper herkommt, aber durch was oder wie er überhaupt erst entsteht ist an mir in dem teilweise Durcheinander leider vorbei gegangen. Ich habe hin und wieder den Faden verloren und selbst wenn ich das Kapitel zuvor nochmals gelesen habe, es wollte einfach nicht zu einem tiefen Eintauchen in die Geschichte kommen.
Ich habe mir auch die Frage gestellt wie drei Jugendliche, Thomas, Charlie und Livia es schaffen ohne Geld und Essen usw uauffällig zu bleiben obwohl sie von einflussreichen und mächtigen Organisationen in ganz England gesucht werden. Es wollte einfach nicht so richtig Spannung aufkommen.
Dennoch finde ich die Grundidee der Geschichte mit dem Rauch der bei den Menschen durch zum Beispiel einer strafbaren Handlung oder bei Lügen aus den Poren tritt, als etwas außergewöhnlich und hat mir von daher doch gefallen.


Fazit:
Smoke von Autor Dan Vyleta hat eigentlich ganz gute Ansätze in der Geschichte. Wie heißt es noch? Der Wille war da, doch an der Umsetzung hat's dann doch leider gefehlt.
Dennoch bin ich der Meinung, dass man das Buch lesen kann und dem einen oder anderen auch sicherlich gefallen wird.
Von mir gibt es für "Smoke" und sein tolles Cover 3 von 5 möglichen Bücher.


Kauf- und Leseempfehlung:
Für diejenigen, die nicht unbedingt alles nachvollziehen müssen Interessant zu lesen.

Rezension zu SMOKE - Dan Vyleta

Von: Letters&Life Datum: 06. April 2017

Ein Buch mit einer tollen und vielversprechenden Thematik.
Jedoch konnte ich die Atmosphäre nicht greifen und mich nicht mit den Protagonisten identifizieren.
Meine Erwartungen konnten leider nicht erfüllt werden. Dennoch ist die Idee außergewöhnlich und sehr interessant.

Smoke von Dan Vyleta - wenn die Sünden sichtbar werden...

Von: Das Bücherregal Datum: 06. April 2017

London, im 19. Jahrhundert, in einer Welt, in der sich deine dunklen Gedanken in Form von Rauch manifestieren…

… in dieser Welt leben Charlie, Thomas und noch Millionen anderer Menschen. Die Adligen, die aufgrund großer Selbstdisziplin kaum rauchen, gelten beinahe als Heilige, das gemeine Volk hingegen versinkt in seiner eigenen Sünde.

Charlie und Thomas leben in einem Eliteinternat, das ihrem Charakter den letzten Schliff geben soll. Regelmäßig prüft der Schulsprecher Julius, den noch nie jemand hat rauchen sehen, seine Mitschüler und treibt sie zum Rauchen.

Mit der Zeit finden die Jungen jedoch heraus, dass hinter dem Rauch und einer merkwürdigen Bonbon Lieferung für ihre Schule eine große Verschwörung steckt. In ebenjene ist auch Thomas Tante verstrickt, die ihn und seinen einzigen Freund Charlie über Weihnachten einlädt. Dort erfahren die beiden vom wahren Ausmaß des Rauchs, seinem Ursprung und den mal mehr, mal weniger finsteren Absichten der Erwachsenen, denen sie bisher vertrauten.

Zu Beginn hat es mich verwirrt, dass die Kapitel mal aus der Ich-Perspektive des jeweiligen Charakters geschrieben waren und mal aus der dritten Person. Erkennen konnte man es allerdings daran, ob ein Name die Kapitelüberschrift war oder so etwas wie beispielsweise „Prüfung“.
Dadurch, dass immer wieder aus der Perspektive oder mit dem Fokus auf einer anderen Figur erzählt wird, lernt man die Protagonisten gleichermaßen gründlich kennen und erhält so die Möglichkeit, jeden kennen zu lernen und zu verstehen, was mir persönlich sehr gut gefallen hat.
Ebenfalls schön fand ich die Zitate berühmter Personen, beispielsweise von Charles Dickens zu Beginn jedes Abschnittes, insgesamt wurde das Buch in sechs Abschnitte unterteilt.

Wie bei vielen Büchern, die in Parallelwelten oder auch Alternativen Welten spielen, gab es deutliche Anspielungen auf unsere „reale“ Welt. Relativ am Ende des Buches wird „Das Dschungelbuch“ kurz thematisiert, jedoch mit veränderter Handlung. Statt fortgeschickt zu werden, um bei Seinesgleichen aufzuwachsen und den Gefahren zu entgehen, die Shir Khan und Konsorten darstellen, muss Mogli den Dschungel verlassen, um zu lernen, wie er seinen Rauch bändigt.

Ich fand die Idee, „Sünde“ und schlechtes Verhalten sichtbar zu machen und auf die eine oder andere Art Kritik an unserer „echten“ Gesellschaft zu üben gut umgesetzt und meist auch sehr spannend zu lesen. Entsprechend an die Zeit, wurde auch die Sprache ein wenig angepasst, wodurch das Buch oftmals etwas älter wirkt, als es ist, ohne jedoch so sperrig in sprachlicher Hinsicht zu werden, wie man es noch von der ein oder anderen Schullektüre kennt.

Zwei Punkte gab es jedoch trotz allem, die mich gestört haben. (leichte Spoilergefahr)

Erstens: Die Dreiecksbeziehung von Livia, Thomas und Charlie. Ich hasse Dreiecksbeziehungen und fand es nicht notwendig, sie einzubauen. Wie sie endet hat mich wenig erfreut.

Zweitens: Das Ende des Buches insgesamt! Von Smoke wird es, meines Wissens nach, keinen zweiten Teil geben und das Ende ist in meinen Augen viel zu offen gehalten worden. Ich erwarte nicht, dass alles bis in die kleinste Ewigkeit aufgelöst wird, doch so wie Vyleta das Buch hat enden lassen, beschleicht einen das Gefühl, den Hinweis, wie es ausgehen sollte überlesen zu haben. (Spoilerende)

Mein Fazit (Spoilerfrei):
Smoke setzt eine sehr interessante Idee unterhaltsam und ansprechend um. Das Buch wartet mit sehr unterschiedlichen Charakteren auf, die sich alle auf die eine oder andere Art weiter entwickeln und so auch bestimmte Botschaften vermitteln. Die Parallelen zu unserer Welt waren manchmal etwas zu plump eingebaut für meinen Geschmack, nichtsdestotrotz hat mir die Kritik an manchen Missständen sehr gefallen.

Smoke

Von: Manuela Hahn Datum: 05. April 2017

Inhalt:Smoke, ist allgegenwärtig: Jeder böse oder schmutzige Gedanke, jede böse Tat zeigt er an, er dringt aus allen Poren, nichts bleibt verborgen. Thomas und Charlie sind Schüler eines Elite Internats, sie sind strengen Regeln unterworfen, die ihnen die Beherrschung des Rauchs beibringen sollen und somit auch die Beherrschung all ihrer Gefühle. Eher zufällig finden sie heraus das nicht jeder dem Rauch unterworfen ist. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach der Wahrheit.

Meine Meinung:
Smoke ist ein außergewöhnlicher Jugendroman, eine Mischung aus Fantasy und Gesellschaftskritik, verpackt in eine äußerst interessante Handlung, führt er uns vor Augen, das wir nicht alles was geschieht und vor allem den IST Zustand der Welt in der wir leben, als gegeben und unveränderlich hinnehmen sollten und schon gar nicht das wir annehmen sollten das es bessere und weniger gute Menschen gibt. Im Roman zeichnet sich die Elite dadurch aus, das sie nicht rauchen, das sie die fast totale Kontrolle über sich haben, während die Unterschicht sich nicht kontrolliert und Rußbedeckt, einfach lebt. Es stellt sich unweigerlich die Frage, welches Leben lebenswerter ist, sieht man einmal von den materiellen Gütern ab.
Ich würde jetzt die sprachlichen Fähigkeiten des Autors loben, allerdings habe ich das Original nicht gelesen und wenn ich die Seitenzahlen des Originals und der Übersetzung vergleiche, vermute ich das hier der Übersetzerin Katrin Segerer ein großer Teil der Anerkennung gebührt. Wenn ich davon ausgehe, das der Autor schon im Original einen bildreichen Schreibstil hat, kann ich mir gut vorstellen wie schwierig es sein muss, diese Sprache in eine angemessene Form zu übersetzen ohne das die Geschichte langatmig und damit langweilig wird.
Ich bin von Smoke absolut überzeugt, es ist spannend und unterhaltsam ohne dabei ins Seichte abzudriften und bekommt eine absolute Leseempfehlung.

Smoke

Von: Michael Ofenmacher Datum: 04. April 2017

Ein gut geschriebenes Buch. Teils Düster und mit überraschenden Wendungen. Alles in allem eine Freude zu lesen wenn auch in Erwartung einer Fortsetzung.

Wenn Tugend und Sünde sichtbar wären

Von: Buchschatzjägerin Datum: 04. April 2017

- WORUM GEHT ES?
Der Roman spielt im England des 19. Jahrhunderts, genauer gesagt in Oxford und in London. Die Welt hat sich deutlich verändert. Der Rauch ist eingezogen und deckt jede Unehrlichkeit, jede Bosheit sofort auf. Der menschliche Körper sondert Rauch ab, sofern man sich nicht tugendhaft verhält. Zwischen Taten, Worten oder gar Gedanken wird dabei kein Unterschied gemacht. Der Ruß haftet auf den Kleidern, weshalb er für jeden sichtbar bleibt. Die Sünde bleibt nicht mehr verborgen.
Die beiden Schüler Thomas und Charlie besuchen ein Internat in Oxford, das sie zu sogenannten Gentlemen erziehen soll. Dort wird ihnen tugendhaftes Verhalten beigebracht, das ihnen den Rauch größtenteils austreiben soll. Ein Gentleman raucht nämlich nicht oder nur sehr schwach und steht deshalb über dem gemeinen Volk, das stetig sündigt.
Nach einem Besuch in London, der Stadt in der der Rauch bereits in der Luft hängt, hinterfragen Thomas und Charlie die Gesetze des Rauchs und was sie dann herausfinden, bringt sie in große Gefahr.


- REZENSION
Das Besondere an Smoke ist vor allem der Aufbau des Romans. Er ist in sechs Abschnitte unterteilt, jeder Abschnitt wird durch ein Zitat, zum Beispiel aus der Bibel oder einem Klassiker wie Moby Dick eingeleitet.
Außerdem wird abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Die eine Perspektive ist immer der allwissende Erzähler, der in der dritten Person erzählt und den Protagonisten Thomas und Charlie folgt. Die andere Perspektive erzählt in der ersten Person. Das Besondere daran ist, dass immer ein anderer Charakter etwas erzählt. Der einzige Charakter, dessen Perspektive zweimal vorkommt, ist Thomas.
Man erlebt so also das zuvor nur grob Angerissene, nochmal aus einer anderen Perspektive und erfährt so genaueres über die Handlung. Ich hatte das Gefühl, dadurch noch viel tiefer in die Erzählung eindringen zu können, was mir sehr gut gefallen hat.

Generell hat mir die Schreibart des Autors sehr gefallen. Mir kamen selbst längere Kapitel von über 30 Seiten nicht so lang vor, weil es innerhalb der Kapitel immer wieder kleinere Sprünge gab und keine Szene besonders lang gedehnt wurde. Man hatte also nicht das Gefühl, als wären die Kapitel endlos lang und die Handlung würde gar nicht weitergehen.
Ich muss jedoch zugeben, dass ich mit dem Lesen nicht so schnell voran kam, was aber keineswegs an komplizierten Satzgefügen oder einem sehr ausgefallenem Wortschatz lag, sondern eher daran, dass ich oft nochmal über das Kapitel nachdenken musste.
Das Konzept des Rauchs, der aus dem menschlichen Körper dringt, wenn man sich nicht tugendhaft verhält, hat mich zudem sehr überzeugt. Der Autor hat damit ein raffiniertes Phänomen entwickelt, das die Welt durchgehend beeinflusst und vor allem die Gesellschaft noch drastischer spaltet. Der Roman hat mich deshalb oft zum Nachdenken angeregt, denn obwohl er im 19. Jahrhundert spielt, sind viele, der dort angesprochenen Themen auch in der heutigen Zeit relevant und ich habe mich gefragt, was der Rauch in der heutigen Welt auslösen würde.

Gefallen haben mir außerdem die unterschiedlichen Figuren. Man wusste nie so genau, wem man recht über den Weg trauen konnte. Ich wurde einige Male von den Figuren überrascht und habe mich oft hinters Licht führen lassen. Manchmal war es gar nicht so leicht zu erkennen, wer nun böse und wer gut ist. Diese Grenzen verschwimmen zu leicht, wenn man das Richtige aus den falschen Gründen tut oder andersherum. Der Roman zeigt auf, dass tugendhaft zu handeln nicht immer leicht ist und ein durchweg tugendhaftes Leben den Menschen auch nicht gänzlich befriedigt.

Besonders hervorheben möchte ich die Wandlung von Livia. Anfangs gefiel mir ihr Charakterbild gar nicht, doch gegen Ende hat sie sich sehr gemausert und sich zu einem starken, weiblichen Charakter entwickelt. Aber auch die Lady Naylor möchte ich als gebildete Frau hervorheben, die sich mit Forschung und Wissenschaft beschäftigt, was in der Zeit für Frauen keinesfalls üblich war.


- FAZIT
Mit Smoke hat Dan Vyleta einen Roman verfasst, der den Leser zum Nachdenken anregt. Der Roman überzeugt nicht nur durch das Konzept des Rauchs, der die Tugend infrage stellt, sondern vor allem auch durch Spannung, unerwarteten Plottwists und den unterschiedlichsten Charakteren. Mir hat in dem Roman nichts gefehlt. Ich wurde vollends überzeugt, weshalb Smoke nichts anderes als fünf von fünf Kreuzen geben kann.

Einzigartige und vielseitige Geschichte

Von: Svenja Datum: 04. April 2017

Smoke von Dan Vyleta handelt von Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, sie leben in einer Welt in dem die Sünde eines jeden Menschen sichtbar wird. Gibt ein Mensch sich einem sündhaften Verhalten hin, wird er von dunklem Rauch umgeben. Insbesondere Thomas raucht immer wieder Mal und das auch sehr stark, doch die Schule soll ihm lehren sich zu kontrollieren und den Sünden zu widerstehen.
Doch Thomas und Charlie wollen mehr wissen als das was ihnen immer und immer wiede geprädigt wird, insbesondere nachdem sie erfahren, dass sie einfachen Regeln nicht für alle gelten. Die beiden machen sich auf die Suche nach Antworten und das stellt sich als gefährlicher heraus als sie ahnten...

Gestaltung:
Das Cover ist toll, weil es so wunderbar zu der Stimmung im Buch passt, alles ist düster und schwarz, Rauch umgibt einen auch beim lesen - zumindest gefühlt. :D Ich mag es wenn das Cover die Stimmung eines Buches einfängt und das ist hier meiner Meinung nach wirklich gelungen. :)

Meinung:
Als ich den Klappentext von Smoke gelesen habe, war ich sofort fasziniert und hab mich voller Freude in das Buch hinein gestürzt. Während des Lesens hab ich immer mehr Stimmen zu diesem Buch gelesen, manche waren begeistert viele allerdings nicht. Zu dem Zeitpunkt war ich noch relativ am Anfang des Buches, bei mir hatte es aber gleich einen mächtigen Sog entwickelt und die Faszination die ich vorab schon hatte stieg nur weiter an.
Auch im Verlauf des Buches hab ich es einfach anders empfunden als viele andere, es wurde häufig von Längen berichtet, das hab ich gar nicht so empfunden. Ich habe für mich festgestellt, dass sich das Buch anders entwickelt als ich es vorab gedacht hatte und auch die Sache mit dem Rauch selbst etwas anders ist, ich hab mich aber schnell in die neue Richtung begeben können und meiner Faszination tat das keinen Abbruch.

Die Geschichte war für mich immer undurchsichtig, denn letztendlich geht es nicht nur um dieses eine Geheimnis wieso die einflussreichen Menschen nicht rauchen wenn sie sich falsch verhalten, sondern um viel mehr. Doch dieses mehr, das gilt es zu erforschen und war für mich bis zum Ende hin eher unschlüssig. Es gibt immerzu Hinweise und manchmal dachte ich auch, ich wäre auf der richtigen Spur und dann stellte ich an der nächsten Ecke fest, dass ich mich wieder verlaufen hatte.
Für mich persönlich war es schn ein Buch dem ich mehr Aufmerksamkeit und Konzentration schenken musste als gewöhnlich, gerade die ganzen Gedanken zum Rauch, waren manchmal etwas verworren, zum Ende hin wurde das für mich dann wirklich extrem und ich hatte kurzzeitig auch das Gefühl, dass mich das Buch hier nun verlieren wird, aber glücklicherweise ist das nicht geschehen, denn der klare Moment kam letztendlich doch. Und ich fand es unheimlich spannend, dass sich das ganze mehr und mehr zu einer politischen Sache entwickelt hat, das mich zudem hat nachdenklich stimmen können.

Neben dem ganzen Drumherum wurde die Geschichte aber vor allem auch von seinen Protagonisten getragen, nicht nur von Charlie und Thomas, sondern auch von Livia die im späteren Verlauf zu ihnen stößt und anfangs eher unfreiwillig mit auf Spuren Suche geht, ich mochte die Chemie bei den dreien sehr. Gerade Charlie und Thomas führen eine tolle Freundschaft in der jeden den anderen akzeptiert wie er ist und sie sich beinahe wortlos zu verstehen scheinen.
Livia mischt das ganze etwas auf und ist selbst eine Person die sich dazu zwingen möchte nicht zu rauchen und daher gerne als nonnenhaft bezeichnet wird. Sie hat für mich dann auch beinahe die größte Wandlung durchlebt, aber entwickeln tun sie sich alle und das auf einer sehr authentische Art. Schön fand ich, dass das Buch nicht nur aus deren Perspektive geschrieben wurde, sondern auch Randfiguren manchmal ihre Seite erzählen konnten, manche von ihnen trafen sie genau einmal, aber es war sehr interessant das ganze aus verschiedenen Blickwinkel zu erleben.

Aber nicht nur meine drei Helden haben das ganze Rund gemacht, auch die Bösewichte oder vemeintlichen Bösewichten, trugen ihren Teil dazu bei und ich mochte es sehr, dass es kein reines schwarz und weiß gab, sondern es eigentlich immer grau war. Viele Menschen begehen Fehler, viele Menschen tun verwerfliches, das empfand ich als wirklich hervorragend. Manches davon sieht man erst ganz spät anderes früher. Aber das gehörte für mich auch zum Reiz des Buches, es war nichts Gewiss, es konnte immer diese eine Erklärung geben die ein Verhalten zwar nicht rechtfertigte aber verständich werden ließ.

Fazit:
Ich persönlich war sofort vom Buch fasziniert, am Ende hatte ich dann meine Schwierigkeiten, diese wurde auf den letzten Seiten aber mit einem Schlag wieder ausgelöscht. Ich verstehe, dass dieses Buch vielleicht nicht jedermanns Geschmack ist zumal, es häufig auch etwas mehr Konzentration von mir abverlangte, aber ich empfand die Geschichte als einzigartig, spannend und sehr ideereich. Weshalb ich mich auch nur schwer vom Buch lösen konnte.

Ziemlich düster und abgefahren - und genial umgesetzt!

Von: Aleshanee von Weltenwanderer Datum: 04. April 2017

Das ganze war völlig anders als erwartet, denn ich hatte nach dem Klappentext ein Abenteuer erwartet, ein unterhaltsames, viktorianisches Abenteuer mit einem Hauch Mystik. Doch es ist so viel mehr!

Schon der Anfang hat sehr gut die Atmosphäre eingefangen, die zurzeit der Geschichte in England herrscht, bzw. vom Rauch beherrscht wird. Jeder böse Gedanke, jede böse Tat wird durch den Rauch offenbar, der den Menschen aus den Poren strömt und so für jeden sichtbar gemacht wird. Doch es gibt Ausnahmen, wie immer und vor allem gibt es die Adeligen, die Reichen: die Reinen. Anhand ihrer Kleidung schnell zu erkennen, denn sie ist nicht rußgeschwärzt vom Rauch der Sünde, sondern blütenweiß.

Thomas und Charlie sind beide auf einem Eliteinternat, denn auch ihre Eltern zählen zur Oberschicht. Dort geht es aber auch eher zu wie in einem Gefängnis, denn es gibt strikte Regeln und harte Konsequenzen. Ihr Leben dreht sich einzig um Kontrolle und Disziplin - was natürlich auch unter den jungen Männern selbst zu Rivalitäten führt. Aber die Angst sitzt viel zu tief und so folgen sie den Doktrinen, die ihnen von Geburt an aufgezwungen wurden.

Thomas aber ist anders. Und mit ihm sein bester Freund Charlie, die auf ihrer Suche nach der Wahrheit hinter dem Rauch auf ungeahnte Geheimnisse stoßen, die ihre Sichtweise auf die Welt völlig verändern.
Dabei setzt der Autor geschickt Perspektivenwechsel ein, aber nicht nur von den beiden Jungen, sondern auch andere relevante Figuren kommen zu Wort - und so erfährt man ihre Gedanken und Gefühle, die nach außen hin alle im Verborgenen bleiben. Die Atmosphäre ist sehr düster, das Tempo eher ruhig und der Schreibstil großartig mit vielen anschaulichen Details und stilgerechten Metaphern. Mir hat er jedenfalls sehr gefallen, aber dieses langsame Anschleichen und Erzählen muss man mögen. Es wird jedenfalls nie langweilig, weil immer wieder etwas passiert oder neue Entdeckungen über den Rauch gemacht werden, die einen zum Nachdenken bringen. Denn ist es wirklich das Böse, das der Rauch so offen zeigt? Und für welches Leben entscheiden sich diejenigen wirklich, die dem Rauch vollkommen abgeschworen haben?

Das Böse, die Sünde, alles Schlechte offenbart sich hier in den rußgeschwärzten Atemzügen der Menschheit - aber wie tugendhaft kann man sein, während man gleichzeitig noch ein lebenswertes Leben lebt. Ein stetes Rinnsal nichtssagender Momente wäre es doch ohne die Leidenschaft, egal aus welchem Anlaß sie geboren wird. Denn was macht den Menschen, was macht das Leben denn aus, wenn man nichts erlebt, was tiefer geht. Was die Gefühle aufleben lässt, wenn sie uns überrollen und eintauchen lassen in eine Welle der Unvernunft; ein berauschendes Gefühl ohne Scham und Schuld, ein Moment, der ein einfaches Verlangen stillt und uns mit Glück erfüllt.
Geht das? Oder haben wir es verlernt, im Laufe der Jahre, die wir uns anpassen und uns in einer Welt aus Korruption und Macht einer Scheinheiligkeit unterwerfen, die uns glauben machen soll, dass andere immer besser sein werden als wir selbst?

In jedem von uns steckt Menschlichkeit, stecken Gefühle, die ein wahres Kaleidoskop von der Vielfältigkeit zum Besten geben, die unser Leben so erfüllt und ja, faszinierend macht.

Ich denke, ich habe verstanden worauf Dan Vyleta hinauswollte, was ihn bewegt hat zu zeigen, dass das leidenschaftliche Gefühl nichts schlechtes ist, die Unbefangenheit, mit der wir noch als Kinder in den Tag hinein lebten, und die wir immer mehr unterdrücken, je älter wir werden.
Wir leben nur einmal und da sollte doch eins unserer ersten Ziele sein, glückliche und erfüllte Tage zu leben und sie nicht mit Einschränkungen und Dogmen zu beschneiden.

Genesis

Von: wal.li Datum: 28. März 2017

Ende des 19. Jahrhunderts lernen sich die Jugendlichen Thomas und Charlie auf einem Elite-Internat kennen. Dort sollen sie lernen wie es ihrer Klasse geziemt, doch sie sollen auch lernen, den Rauch zu beherrschen. Kinder können es nicht, heißt es. Zu Beginn der Pubertät erlangen die Kinder langsam die Fähigkeit. Was aber ist der Rauch? Er entsteht bei jeder Gefühlsregung und scheint aus allen Poren zu quellen. Für die Jungen adliger Herkunft wird es allerdings nicht als angebracht angesehen, zu rauchen. Und so üben sie sich in Selbstbeherrschung und Kühle. Bei aller Beherrschung sind junge Menschen aber auch neugierig und sie wollen das Geheimnis des Rauchs ergründen.

Die so genannten einfachen Menschen dürfen rauchen, sie haben ja sonst nichts zu sagen. Für die vermeintliche Elite wird es allerdings nicht als angebracht angesehen. Und so wird er ein Zeichen der Trennung, dieser Rauch. Einher geht er mit einer Abschottung Englands nach außen. Die Menschen wissen nicht, wie es in anderen Ländern zugeht. Gibt es dort das Phänomen des Rauchs ebenso? Wie die Völker damit um? Sehen sie es als ganz normal oder ebenfalls als Zeichen der Sünde? Gibt es eine Heilung? Bedarf es dieser überhaupt? Nun, auch in England gibt es geheime Bewegungen, die sich mit diesen Fragen beschäftigen. Doch haben diese nur lautere Ziele?

Soll man dieses Buch einfach nur als Roman lesen oder mehr wie ein Gleichnis auf die heutige Gesellschaft? Jedenfalls finden Charlie und Thomas alsbald heraus, dass die Welt nicht so ist, wie es ihnen vorgegaukelt wird. Und das ist sicherlich in die heutige Zeit übertragbar. Es ist an einem selbst, zu überlegen, was man glauben soll oder besser was man glauben kann. Dazu bedarf es eigener Recherche aus verschiedenen Quellen, um einen Querschnitt zu bekommen, aus dem man für sich eine Quintessenz ziehen kann. So wie Charlie und Thomas sich aufmachen, nach der Wahrheit zu suchen und den Versuch starten, sich von der Bevormundung zu befreien, kann man es vielleicht selbst versuchen, getragen von der Hoffnung eine Verbesserung herbei zu führen, aber im Bewusstsein, dass dies nicht immer der Fall sein wird.

Ein packender Roman von Dan Vyleta, der eher von zeitgeschichtlichen Romanen bekannt ist. Auch mit diesem Werk, das vielleicht als Dystopie angesehen werden kann, schafft es der Autor eine düstere Welt erstehen zu lassen, die durchaus Parallelen zur in Teilbereichen nicht allzu schönen Gegenwart aufweist. Man beginnt zu hinterfragen, durch welchen Rauch oder dessen Beherrschung man selbst klein gehalten wird und was man dagegen unternehmen sollte.

Spannend, innovativ und hervorragend geschrieben. Interessanter Genremix, der zum Nachdenken auffordert. Die Personen leiden allerdings unter einer teilweise schwachen Charakterdarstellung.

Von: Wolfgang Brunner - Buchwelten Datum: 28. März 2017

Thomas und Charlie sind Internatsschüler, die den Rauch hinterfragen. Der Rauch: Ein Phänomen, das fast die gesamte Bevölkerung betrifft und wie eine Krankheit alle bösen, unaufrichtigen und dunklen Gedanken als Rauchwolke, die den Körperöffnungen entschweben, sichtbar macht. Die beiden Jungen treffen auf Livia, die Tochter einer undurchsichtigen Lady, die von einem Geheimnis umgeben ist, das ebenjenen Rauch betrifft. Die drei Jugendlichen decken bald eine Verschwörung auf, die lebensgefährlich für sie werden könnte.

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Was wie eine Art „Harry Potter“ anfängt, endet in einer Parabel über das Gute und Böse im Menschen, über die Menschlichkeit an sich. Es dauert anfangs eine Weile, bis man sich in der Welt von Dan Vyleta zurechtfindet. Aber schon bald spürt man den Sog des Buches, was vor allem an der ungeheuren Sprachgewalt des Autors liegt. Einerseits schreibt Vyleta in einem wunderbar verständlichen Ton, andererseits werden dem Leser faszinierende Wortspielereien serviert, die zum Nachdenken anregen. An manchen Stellen wird die Gedankenwelt der Protagonisten auf unglaublich intensive Art geschildert, die das eigene Kopfkino ebenfalls zum Laufen bringt. Es ist keine leichte Kost, die Dan Vyleta da verfasst hat. Geschickt in ein jugendliches Abenteuer verpackt, spricht der Roman allerdings eher die Erwachsenen an, denn der Plot fordert den Leser.

„Smoke“ wirkt auf den ersten Blick wie eine Fantasy-Abenteuer-Geschichte, fast schon wie eine Dystopie, ist aber im Grunde genommen ein literarischer Wurf vom Format eines Charles Dickens. Genau von Dickens stammt auch das Zitat, das dem Werk vorangestellt ist, und den Autor zu seiner Geschichte inspiriert hat. Mir persönlich hat vor allem die sprachliche Gewandtheit Vyletas gefallen, der an einigen Stellen fast schon visionär wie seinerzeit Samuel R. Delany oder Iain Banks wirkt. Man versteht nichts und dennoch irgendwie alles. Diese Stellen sind eine kleine Meisterleistung, die mich absolut beeindruckt hat. Vyleta lässt Bilder (und Gedanken) in den Köpfen der Leser aufleben, die faszinieren. „Smoke“ mutet an einigen Stellen wie ein Steampunk-Projekt an, an anderen wieder wie ein Jugendbuch. Geschickt lässt Vyleta verschiedene Stilrichtungen verschmelzen, spricht Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen an, und verführt zum Nachdenken. Ein Hauch Mystery wechselt sich ab mit alt anmutenden Gesprächen im viktorianischen England, um kurz darauf in ein episches, düsteres Weltuntergangsszenario abzudriften, das aber keineswegs hoffnungslos erscheint. „Smoke“ steckt voller Überraschungen und eigenwilliger Ideen.

Hin und wieder wird auf unsere reale Welt angespielt, so dass sich das England in „Smoke“ bald wie ein Paralleluniversum „anfühlt“. Das Szenario wirkt einfach absolut echt und reißt einen unweigerlich mit. Erfreulicherweise erklärte sich ein Verlag bereit, dieses nicht am Mainstream orientierte Werk in Deutschland zu verlegen. Gerade solche Genremixe, die sich nicht in eine Schublade stecken lassen, haben es beim Publikum immer sehr schwer, da viele einfach nicht für solche abgedrehten Geschichten offen sind. Alleine aus diesem Grund ist „Smoke“ ein Lichtblick in der Welt der Literatur, die immer mehr von standardisierten Thriller und Krimis heimgesucht wird. Aus meiner Sicht ist „Smoke“ ein sehr eigenwilliges, mutiges und inspirierendes Buch.

Einziger kleiner Wermutstropfen sind die teils lieb- und farblosen Charaktere, mit denen man schwer bis gar nicht richtig warm wird. Aber der Plot und der Ideenreichtum wiegen dieses bedauerliche Manko auf.

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Fazit: Spannend, innovativ und hervorragend geschrieben. Interessanter Genremix, der zum Nachdenken auffordert. Die Personen leiden allerdings unter einer teilweise schwachen Charakterdarstellung.

© 2017 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Ein Traum!

Von: Nici Datum: 28. März 2017

Inhalt:

Stell dir vor, deine dunklen Gedanken könnten sichtbar werden...

Es ist Ende des 19 Jahrhunderts in England. Eine Welt, in der ein besonderes Phänomen um sich greift:

Jede Bosheit oder Lüge manifestiert sich als Rauch, der unkontrollierbar dem Körper entweicht. Nur Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, wagen es, die Gesetzte des Rauches zu hinterfragen. Sie stoßen auf ein düsteres Komplott aus Willkür, Macht und Unterdrückung und müssen schon bald um ihr Leben fürchten...

Meinung:

Danke nochmal an das Bloggerportal und dem Verlag für das tolle Rezensionsexemplar! ich habe mich sehr darüber gefreut!

Auf "Smoke" habe ich mich so gefreut. Schon allein der Titel machte mich so neugierig, dass ich es sofort anfing zu lesen und ich bereue es nicht! Das Cover des Buches ist einfach wunderbar gestaltet worden, was mir persönlich sehr gut gefällt. Man erkennt das Thema, nämlich Rauch und Düsterheit, sehr gut, so habe ich mir einen spannenden und tollen Roman erhofft, der aber immer nur besser wurde!

Kommen wir am Anfang zu dem Autor. Ich habe bis jetzt noch nie etwas von ihm gehört oder gelesen. Doch ich kann vor lauter schwärmen nicht mehr aufhören! Dan Vyleta schreibt einfach magisch. Sein Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, sodass man durch das Buch rutscht. Er hat etwas ganz außergewöhnliches an sich, womit er mich vollkommen verzaubert hat! Die ersten 20 Seiten waren etwas ungewöhnlich, da ich noch nie so einen Schreibstil gesehen oder gelesen habe. Der Autor kann Handlungen und Situationen super beschreiben und alles kam mir sehr real rüber, so konnte ich das Buch kaum aus meinen Händen legen! Er hat es geschafft in circa 620 Seiten so viel hineinzubringen! Genau weiß ich ehrlich gesagt nicht welches Genre es sein sollte. Fantasy? Oder doch ein Jugendroman? Für mich hat er einfach ein pures Talent für das Schreiben und so möchte ich mehr von dem Autor lesen!

Es gibt verschiedene "Teile" in dem Buch, die einfach wunderschön im Buch gekennzeichnet wurden! Ach, es ist so schön! Kommen wir nun zu den Charakteren. Die Protagonisten sind Charlie und Thomas, die ich im Laufe des Buches richtig ins Herz geschlossen habe. Auch kann der Autor Buchfiguren "zum Leben erwecken". Die Gefühle und Gedanken werden so gut beschreiben, dass ich beim Lesen einfach nur lächeln musste. Viele von euch wissen bereits, dass ich auf detaillierte Gefühle und Gedanken stehe und genau das erfüllte sich. ich genoss jede einzelne Seite, jeden Satz und jedes Wort in diesem Buch! Es ist einfach nur himmlisch! Öfters baut er Metapher und Wortspiele ein, die mich einfach nur verzauberten! Dan Vyleta hat ein super Schreibtalent, dass ich nur jeden weiterempfehlen kann! Das Buch wurde immer besser. Der Schluss hat mir am besten gefallen, ich habe 300 Seiten an einem Nachmittag verschlungen und konnte nie genug kriegen, bis der Dank kam. Ich hätte noch locker 100 oder sogar 200 Seiten von Smoke lesen können, da sich die Seiten nie zogen und immer Spannung aufkam! Ein wirklich tolles Buch, das zu unbekannt ist!

Ich bin völlig verzaubert von dem Buch! Und so kann und möchte ich es jedem weiterempfehlen!

Fazit:

"Smoke" ist ein wundervolles Buch, dass mich vollkommen gepackt hat! So möchte ich diesem Traumbuch 5 von 5 Sternen geben, denn diese hat es wirklich verdient!

Smoke

Von: Nicole Plath Datum: 27. März 2017

Thomas und Charlie besuchen ein Elite-Internat in Oxford. Es ist Ende des 19. Jahrhunderts, mit all den gesellschaftlichen Konflikten dieser Zeit. Zudem leiden alle Menschen an einem besonderen Phänomen. Böse Gedanken, Falschheit oder bereits kleinste Lügen sorgen dafür, dass dem menschlichen Körper unkontrolliert Rauch entweicht. Im Internat sollen die Schüler neben dem üblichen Schulstoff lernen, diesen Rauch zu beherrschen, denn ein Gentleman hat nicht zu rauchen.

Ein Schulausflug nach London wird das Leben von Thomas und Charlie verändern. Denn ausgerechnet in dieser Stadt, voll der Sünden und somit voll von Rauch, gibt es Menschen, die nicht rauchen. Auf der Suche nach des Rätsels Lösung geraten die Jungen in große Gefahr.

Der Roman „Smoke“ ist keinem Genre eindeutig zuzuordnen. Der Rauch mit all seinen Facetten und Abstufungen gehört in den Bereich der Fantasy. Die Entdeckungen von Thomas und Charlie gleichen einem Jugend-Abenteuer, und gleichzeitig fließen noch Thriller- und Mysterie-Elemente in die Geschichte ein. Zusammen mit der Handlung im historischen London ergibt dies ein Genre-Mix, der das Lesen manchmal etwas erschwert.

Die Geschichte beinhaltet auch eine Gesellschaftskritik, die durchaus in unsere Zeit übernommen werden kann. Der Autor schafft es, die Frage zu stellen, wie sich Gut und Böse definieren. Schließt das Eine das Andere komplett aus? Was mit zur Spannung beträgt, sind die Einblicke in die Gedanken der verschiedenen Protagonisten, während die eigentliche Geschichte in der dritten Form geschrieben ist. Das Lesen wird dadurch nicht erschwert.

Dan Vyleta beschreibt Personen und Umgebungen sehr genau. Was einerseits ein gutes Bild jeder einzelnen Person und ihren Absichten wirft, andererseits das Buch etwas aufbläht. Trotz der etwas über 600 Seiten und ausführlichen Beschreibungen bleibt die Spannung durchweg erhalten. Zusammen mit Thomas und Charlie begibt sich der Leser auf eine gefährliche Reise.

Das Buch ist in mehrere Abschnitte gegliedert, diese wiederum in einzelne Kapitel. Diese Abschnitte bilden jeweils eine neue Station auf der Suche nach der Wahrheit. Die Kapitel sind kurz und lassen sich gut lesen. Jedoch war die Zusammenstellung aus den verschiedenen Blickwinkeln und der vielfältige Genre-Mix etwas viel. Hier wäre weniger mehr gewesen.

Trotz dieser wenigen Kritikpunkte kann ich dieses Buch empfehlen. Es nimmt den Leser mit auf ein Fantasy-Abenteuer in eine andere Welt, die uns doch so nahe ist.

Ich danke dem Bloggerportal und dem carl’s books-Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplares.

Kein Mainstream

Von: Das Leseleben Datum: 26. März 2017

‚Smoke‘ hat mich nicht nur durch sein düsteres Äußeres neugierig auf sich gemacht, sondern auch auch seinen Klappentext.
Ich war sehr froh als mir carl´s books eine Anfrage sendete, ob ich Interesse an diesem Roman hätte. Natürlich sagte ich sofort zu. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an den Verlag.
Mit 624 Seiten ist das nicht unbedingt schmal. Der Roman der sich nicht wirklich in ein Genre einordnen lässt ist als Broschur im März 2017 erschienen.

Inhalt: 
Um die Rezension Spoilerfrei und verständlich zu gestalten, entnehme ich den Text für die Inhaltsangabe, den offiziellen Text der Pressemitteilung des Verlages.
„Wie sähe eine Welt aus, in der jede Sünde, jeder dunkle Gedanke sichtbar wäre? Smoke entführt den Leser in ein England vor hundert Jahren, in dem jede Verfehlung mit Rauch bestraft wird, der dem Körper entweicht. Auch Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, werden immer wieder durch Rauch-Attacken gebrandmarkt, wenn sie den strengen Schulregeln nicht genügen. Doch dann finden sie – fast zufällig – heraus, dass die Gesetze des Rauchs längst nicht für alle gelten. Wieso gibt es böse Menschen, die nicht von Ruß befleckt sind? Und welche Rolle spielt der Rauch bei den sozialen und politischen Umbrüchen ihrer Zeit? Auf der Suche nach der Wahrheit begeben sich die Freunde auf eine dramatische Reise voller riskanter Abenteuer und düsterer Intrigen und rufen damit schon bald mächtige Feinde auf den Plan …"

Meine Meinung:
Immer wenn ich die Inhaltsangabe lese denke ich sie verrät viel zu viel, aber dem ist nicht so. Dies sind die ersten 70 Seiten von einem sprachlich und inhaltlich gewaltigem Roman. Was wie eine doch sehr moralisch anmutende Internatsgeschichte beginnt, bei der sich zwei junge Männer anfreunden, welche unterschiedlicher nicht sein könnten, bildet sich zügig ein komplexer Roman heraus. Die Sprache passt sich dem viktorianischen Zeitalter sehr gelungen an, wobei Dan Vyleta sehr drauf geachtet hat, kleinste Kleinigkeiten zu ändern damit der Roman zu etwas fantastischem wird. Um nur kleine Beispiele zu nennen: So leben in der Millionenstadt London nur noch die Ärmsten der Armen, die Reichen sind auf Grund des verräterischen Rauchs aufs Land gezogen. Wer es sich leisten kann lebt in totaler Abgeschiedenheit. Trotz alledem erlebt der Leser, den Wunsch der Revolution mit. Wie und warum sich das auf die Handlung auswirkt muss natürlich selbstständig gelesen werden.
Abschnittsweise hatte ich das Gefühl, das sich Dan Valetta etwas in seinen eigenen Ideen und seiner eigenen Handlung verstrickt. Dieses Überbordende, Übereifrige führt für mich Abschnittsweise auch zu etwas verwirrenden Passagen, die ich zwei oder gar dreimal lesen musste, um den Inhalt zu verstehen.
Nicht nur die Sprache und die Handlung sind besonders sondern auch der Schreibstil, an den ich mich erst einige Zeit gewöhnen musst, ehe ich die Logik des Aufbaus verstand. Die meiste Zeit wird Handlung aus der Sicht eines allwissenden Erzählers geschildert, der auch an der einen oder anderen Stelle, mal den Leser selbst anspricht. Zwischen den Kapiteln mit der allwissenden Leserstimme, gibt es kurze Kapitel aus der Ich-Perspekte von ganz verschiedenen Figuren, die im Laufe des Romans eine Rolle spielen. Oft wurde dadurch noch einmal eine ganz andere, neue Perspektive eröffnet.
Zu den Protagonisten mag ich gar nicht soviel sagen, da es zu viel vorweg nehmen würde. Nur soviel sehr früh im Roman taucht neben Thomas und Charly noch eine weibliche Protagonistin auf. Daraus entspinnt sich eine natürlich eine Liebesgeschichte, die der Roman nicht gebraucht hätte, aber sie nimmt halt nicht Haupthandlung ein. Am Ende machen die Drei eine Entwicklung durch, die ich fragwürdig finde, vor allem dann wenn man bedenkt, dass die Leitmotive in diesem Roman ‚Gut gegen Böse‘ und ‚der Mensch der sich zum Schöpfer erhebt‘ sind.

Alles in Allem kann ich festhalten. ‚Smoke‘ ist ein Roman, der alles andere als Mainstream ist. Eine tolle Sprache und eine interessante Schreibweise hat, jedoch zum Ende hin schwächelt.

Ein Genremix, der mich leider in seiner Umsetzung nicht ganz überzeugen konnte

Von: Floh Datum: 25. März 2017

[Meine Rezension zu einem vorzeitig beendeten Buch, welches ich nach Seite 383 (in „Engel“ wollte ich dann doch noch reinlesen, da die Kapitelüberschrift so viel versprach) von 616 leider nicht weiterlesen mag.]

Dieser Ausnahmeroman ist außergewöhnlich in vielerlei Hinsicht. Zunächst hat mich dieses grandiose und düstere Cover richtig angesprochen, dann die Dicke des Buches, die magische Haptik wenn man das Werk in den Händen hält und nicht mehr zurücklegen will, das verheißungsvolle Thema mit dem packenden Klapptext und zuletzt die spannende Epoche des 19. Jahrhunderts im viktorianischen England. TOP. Hier schien alles zu stimmen, was mich begeistern könnte. „Smoke“ vom vielseitigen Autor Dan Vyleta musste einfach von mir entdeckt werden, sonst wäre ich vermutlich vor Neugierde geplatzt… Hier erwartete ich bereits durch die vielen Pressemeldungen und Diskussionen, sowie den sehr auseinanderklaffenden Lesestimmen ein aufwühlendes und arg kontroverses Buch, was mich zusätzlich neugierig gemacht hat. Ein Buch voller Begeisterungsströmen, aber auch voller Kritik und –Verblüffung. Ein Buch, was aneckt, aber auch einen wahren Kern beherbergt… Der Autor Dan Vyleta scheint für seinen gewagten Schachzug und seinem Genremix und seinem Mut zu etwas Anderen und Neuem in der Literaturwelt bekannt zu sein. Für mich ist sein streitbarer Roman „Smoke“ sein erstes Werk was ich zu lesen gewünscht habe. Der Grat der Begeisterung und der Geschmacksfrage ist hier sehr schmal, ich habe meinen Weg zum Buch leider nicht gefunden.
Erschienen im carl´s books Verlag


Zum Inhalt:
"Wie sähe eine Welt aus, in der jede Sünde, jeder dunkle Gedanke sichtbar wäre? Smoke entführt den Leser in ein England vor hundert Jahren, in dem jede Verfehlung mit Rauch bestraft wird, der dem Körper entweicht. Auch Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, werden immer wieder durch Rauch-Attacken gebrandmarkt, wenn sie den strengen Schulregeln nicht genügen. Doch dann finden sie – fast zufällig – heraus, dass die Gesetze des Rauchs längst nicht für alle gelten. Wieso gibt es böse Menschen, die nicht von Ruß befleckt sind? Und welche Rolle spielt der Rauch bei den sozialen und politischen Umbrüchen ihrer Zeit? Auf der Suche nach der Wahrheit begeben sich die Freunde auf eine dramatische Reise voller riskanter Abenteuer und düsterer Intrigen und rufen damit schon bald mächtige Feinde auf den Plan ...

Smoke ist ein sprachmächtiger, überbordend einfallsreicher Roman und zugleich eine kluge Parabel, die facettenreich die existenziellen Fragen nach Macht und Moral, Wahrheit und Lüge, Gut und Böse beleuchtet."

Die Handlung / das erwartet den neugierigen Leser:
Wenn man sich als angesprochener Leser den Klapptext auf der Zunge zergehen lässt, so stellen sich bereits bei der Vorstellung, in diesen Roman einzudringen, erste sensationelle Bilder, Sinnbilder, Metaphern und skizzierte Erwartungen ein. Damit wirbt auch dieses Buch, mit kunstvollen Wortspielereien, mit Philosophie, mit der Frage nach Moral und Ethik, mit Atmosphäre und dem spannenden Stilmittel mehrere Genres zu verweben und zu bedienen. Sehr atmosphärisch wird uns gleich zu Beginn der Einstieg ins viktorianische England gegen Ende des 19. Jahrhunderts ermöglicht. Es ist eine düstere Zeit, denn alle Sünden jedes Einzelnen verursachen Rauch (der britische Smog würde in der industriellen Zeit des Heute eine ganz andere Bedeutung bekommen, CO2 Ausstoß mal ganz anders interpretiert…), der von Innen hervordringt. Gier, Selbstsucht, Lüge, Wollust, Hass, Gewalt, Raub, Mord...etc, wer nur daran denkt oder schlimmer noch sich diesen Gedanken beugt, stößt unweigerlich und unaufhaltsam Rauch aus, die Kleider und die Haut werden rußig, ein Stigma. Anstatt, dass sich die Menschen besinnen ohne Sünde zu leben, suchen sie die Flucht. Sie wollen der Schwärze entkommen. Dicht besiedelte Städte, wie zum Beispiel London, versinken bereits im Nebel und das Atmen fällt schwer. Wer es sich leisten kann, zieht aufs Land, wo weniger Verderb und Unrecht das Leben bestimmen. Die Elite schickt ihre Kinder auf spezielle Schulen, wo sie lernen, ihren Rauch zu unterdrücken. Charlie und Thomas sind zwei Schüler einer solchen elitären Schule. Doch für beide stellt sich die Frage, woher dieser Rauch überhaupt kommt, was dieses Phänomen ausgelöst hat, was dahinter steckt, warum nicht jeder Bürger für seine Missetaten mit der entlarvenden Schwärze gebrandmarkt wird, Beide finden sie heraus, dass es den Rauch nicht immer gab, und Thomas und Charlie wollen diesem Ereignis nachgehen. Eine Odyssee, bei der sie von der mutigen Livia unterstützt werden und die drei Jugendlichen so einige Abenteuer erleben und schon bald selbst im Sog zwischen Recht und Unrecht, Moral, Missgunst und Begehren stehen.

Schreibstil:
Der Stil des Autors bei seiner Umsetzung wurde ja bereits preisgekrönt und seine besondere Art hochgelobt. Ja, Dan Vyleta hat wirklich einen Wiedererkennungswert und eine sehr bildhafte Sprache. Um seinem Werk eine gewisse Dynamik, nebst seinen vielen Details und Ausformungen, zu geben, wechselt er von der ersten zur dritten Person hin und her. Das Buch beginnt wirklich atmosphärisch und sehr bildintensiv mit vielen Ausführungen zum Setting, zur Umgebung, zur Epoche, zur Gesellschaft und zu Details, die am Rande fungieren. So beschreibt der ambitionierte Autor beinahe jeden Windhauch, jeden einzelnen Duft, alles was das Auge des jeweiligen Erzählers sieht, sämtliche Eindrücke und Emotionen, die dem Leser ein Gefühl des Handlungsortes und der Charaktere verschaffen soll. Das funktioniert im ersten Drittel des Buches auch ganz wunderbar. Im Mittelteil hingegen (weiter habe ich leider auch nicht gelesen) verstrickt sich der Autor zusehends und auf mich wirkte der Plot plötzlich sehr unaufgeräumt und chaotisch. Ich hatte an vielen Passagen den Eindruck, als hätte sich der Autor in seinen vielen Handlungssträngen und Erzählebenen verirrt und versucht durch unterschiedliche Wege einen Weg aus diesem Irrgarten zu finden. Das hat für mich den Lesefluss gehemmt und ich selbst habe beim Lesen den Überblick verloren. Jeweiliger Erzähler war für mich nicht mehr sofort erkennbar und somit die Handlung für mich nicht eindeutig und personifiziert. Sehr schade.

Trotzdem möchte ich die vielen Sinneseindrücke loben, die der Autor wunderbar in Worte kleidet und die Phantasie der Leser beflügelt. Das Düstere dringt wahrhaft hervor und der Autor nimmt uns mit hinter die kargen Mauern des Internats, die Gassen Englands und auf die Suche nach den Ursprung des Phänomens. Zwischen Gut und Böse. Sehr beklemmend, sehr spannend und mit einem Hauch von Krimi, Fantasie, Historie, Fantasie und All-Age-Romantacy. Dan Vyleta zeigt ein erschütterndes Bild einer gekennzeichneten Gesellschaft und des Arm-Reich-Gefälles, eine Zwei-Klassengesellschaft. Grausame Bilder entstehen und packen den Leser beim Schopfe und ziehen ihn im ersten Teil des Buches unweigerlich mit ins Geschehen. Dieser erste Schachzug ist dem Autor wirklich gut gelungen, leider war es nicht der entscheidende Schachzug und Kunstgriff des Schreibens. D. Vyleta möchte ein gesellschaftliches Abbild schaffen, mit Blick auf die Vergangenheit, die wie eine Zukunftsvision anmutet. Dabei bedient er sich einer gewissen Provokation und polarisiert dadurch. Er ist im Gespräch und sein Stil in aller Munde. Er beweist dadurch Mut und hebt sich von der Masse ab.

Charaktere:
Das Buch wird immer wieder aus wechselnden Erzählperspektiven geschrieben. Die Sicht wechselt aus der ersten zur dritten Person und wieder zurück. Dadurch wird man als Leser zum Beobachter, aber kann parallel auch ganz nah bei einzelnen Figuren an der Seite weilen und das Geschehen mit ihnen aufnehmen und erleben. Wer nun hier Hauptprotagonist ist, und wer eher eine Nebenrolle bekleiden soll ist hier schwierig auszuloten. Ich glaube, dass für Vyleta drei oder eher vier Charaktere von besonderer Wichtigkeit sind und eine Schlüsselrolle besitzen. Hier ist man wieder dem Umstand ausgesetzt, dass der Autor doch eher unsortiert und unaufgeräumt wirkt. Eben wie hier bei der Frage nach den Hauptpersonen. Ich nenne einfach diese Vier: Charlie, Thomas und Livia und zu einem Teil auch Julius.

Meine Sympathien diesen Charakteren gegenüber waren sehr schwankend, ebenso wie meine Begeisterung zur Gesamtumsetzung. Gerade zu Beginn war ich voller Euphorie und habe alle Nuancen und Facetten des Werks und der einzelnen Figuren regelrecht aufgesogen und war voller Elan und Begeisterung. Allesamt hatten diese Figuren etwas Interessantes an sich und ich wollte jeden dieser jungen Leute weiter durch den Roman begleiten. Dann zeigte sich aber im mittleren Drittel ein wirklich chaotisches Platzieren und Wechsel der Erzählebenen. Wo ist Hand und wo ist Fuß? Ich habe mich wirklich verstrickt, den Kontakt zu einzelnen verloren und den Überblick nicht mehr behalten können. Es wirkte willkürlich, wann wer spricht und von sich und seinen Gedanken erzählt. Der Wechsel wirkte oft unpassend, abrupt und aus dem Geschehen herausgerissen. Regelrecht deplatziert, wodurch gerade Thomas und Julius eher an den Rand gedrückt werden und unwichtiger erscheinen und nur noch eine Nebenrolle spielen sollen? Das verstehe ich nicht… Als Resultat ergab sich für mich die Situation, aus der ich auch nicht mehr herausfinden konnte, dass ich die Aktionen und Beweggründe einzelner Hauptfiguren überhaupt nicht mehr nachvollziehen konnte und sie mich zum Teil genervt haben und ich unfähig war irgendeine Form von Empathie ihnen entgegen zu bringen.

Später deutete sich dann noch eine weitere Entwicklung an, wo ich für mich beschlossen habe, den Roman einfach zu beenden. Es zeigte sich eine Art Dreiecksbeziehung und bei den Psychogrammen einzelner drang der völlige Wahnsinn durch. Neee, das brauchte ich zur Krönung dann doch nicht. Nein, Danke!

Meinung:
Historischer Roman, Fantasy, Dystopie, Krimi, Psychothriller, Endzeitroman, SciFi, Parodie, Satire, Gesellschaftskritik? …. Ich wüsste nach meinen gelesenen Seiten wirklich nicht, was ich mit diesem Buch anfangen sollte? Voller Erwartungen und Offenheit habe ich gleich mit dem Buch begonnen. Ich bin wirklich hin und her gerissen. Sehr mutig, gewagt und einzigartig. Leider muss ich mir jedoch eingestehen, dass ich mich mit diesem unkoordinierten und sprunghaften Wechsel der Erzählperspektiven und der vielen einzelnen Elemente und Handlungsstücke, der Gesamtumsetzung samt Stil und Inhalt nicht wirklich anfreunden kann und ich beschlossen habe, das Buch vorzeitig nach knapp 483 gelesenen Seiten zu beenden. Ich wollte das Buch schon vorher beenden, aber das Kapitel „Engel“ hat mich dann doch noch neugierig gemacht und hoffen lassen. Aber diese Hoffnung erstarb dann leider auch schon bald.

Leider habe ich im Laufe des Lesens festgestellt, dass es mir immer schwieriger wurde, der Handlung zu folgen, Sympathien zu entwickeln und ich die Ausdrucksart und den Tonfall einzelner Figuren nicht mehr in Einklang bringen konnte. Für mich erschließt sich der Kern nur mühsam und es entstehen unheimlich viele und surreale Bilder, mit denen ich mich nicht arrangieren kann. Das tut mir zwar unheimlich leid, aber ein Buch was mich nicht so sehr fesselt oder mitnimmt, lässt sich dann nur noch schwer oder mühsam lesen. Das ist denke ich nicht Sinn und Zweck beim Lesevergnügen.

Meine Rezension bietet daher nur einen kleinen persönlichen Ausriss aus meinen Leseeindrücken, die nicht das komplette oder gänzliche Bild und Wirken des Romans widerspiegeln kann.
Gerade da ich so die Schlusselemente und den Kontext nicht als Ganzes bewerten kann ohne es gelesen zu haben….

Der Autor:
"Dan Vyleta wurde 1974 als Sohn tschechischer Einwanderer in Gelsenkirchen geboren. Nach dem Abitur studierte er in England und Wien Geschichte und promovierte am King’s College in Cambridge. Für seine Romane hat er bereits mehrere Literaturpreise erhalten. Smoke begeisterte in den USA und in Großbritannien Kritiker und Leser gleichermaßen und erscheint demnächst in 15 Ländern. Nach vielen Jahren in Kanada lebt Dan Vyleta zur Zeit wieder in England."

Cover / Buch:
Das Cover wirkt angemessen düster und dadurch sehr auffällig. Der Klapptext hat meine absolute Neugier geweckt und der Bezug zu gesellschaftlichen und moralischen Themen hat mich letztendlich zum Buch greifen lassen. Die Haptik des Buches ist einmalig, man will es gar nicht mehr weglegen, wenn man es sich erst einmal gegriffen hat. Die Kapitel werden wunderbar mit bekannten Zitaten umrahmt und die Innengestaltung des Romans ist ein wahrer Genuss für die Sinne. Liebevolle Vignetten und ein zauberhaftes Gefühl von Magie und Nebel. WOW. Das Buch besitzt ein handfreundliches Format bei angenehmem Eigengewicht. Offenes und einladendes Schriftbild

Fazit:
Es tut mir wirklich leid, dass ich keine durchweg positiven Rückmeldungen zu diesem sehr vielversprechenden Buch geben kann! Vielleicht sind andere Leser da ganz anderer Meinung, aber für mich ist dieses Buch leider von der Umsetzung und Struktur im Ganzen diesmal nicht das Richtige! 2 Sterne möchte ich dem guten Ansatz geben.

Spannender Anfang, der leider abfällt

Von: Ellen | booktraveler Datum: 24. März 2017

Smoke ist ein wunderbares Beispiel dafür, was Worte in einem auslösen können, denn Dan Vyleta wurde nur durch ein einziges Zitat von Charles Dickens inspiriert. Aus 73 Worten, die Dickens im Jahre 1848 geschrieben hat, wurden 2017 624 Seiten voller Abenteuer, Liebe und Rauch. Worte sind eben Magie.

Auch im Buch geht es magisch zu, könnte man denken, denn jede Sünde und jeder üble Gedanke wird zu sichtbarem Rauch, der dem Sünder aus dem Körper entweicht. Wie lebt man in so einer Gesellschaft und in so einer Welt? Diese Frage hat mich ab der ersten Seite sehr interessiert und so schnell konnte ich das Buch dann auch nicht mehr aus der Hand legen. Der Anfang ist spannend gestaltet und entführt den Leser sofort ins Geschehen.

Die Geschichte fokussiert sich dabei auf Thomas, Charlie und Livia, die erst später in die Handlung einsteigt. Die Passagen über die drei sind immer in der dritten Person geschrieben. Allerdings wird die Geschichte immer wieder auch von anderen handelnden Personen erzählt, die manchmal nur einen einzigen Auftritt haben, allerdings fand ich diese aus der Ich-Perspektive geschriebenen Textstellen sehr interessant. Eigentlich sind dies Dinge, die eher neben der eigentlichen Handlung geschehen und die man als Leser nicht mitbekommt. Durch diese vielen Erzähler und Handlungsstränge fühlte ich mich als Leser noch näher dabei, auch wenn es manchmal zu viel Information war.

‚Zu viel Information‘ ist dann auch das nächste Stichwort, denn obwohl der Schreibstil des Autors großartig ist und er sehr gut zur Epoche und Geschichte passt, hat er dennoch sehr ausladend erzählt, was teilweise zu langatmig war. Alles wurde genau beschrieben und dann noch mehrmals mit Metaphern umschrieben, um dann nach fünf weiteren Sätzen endlich auf den Punkt zu kommen. Es las sich dadurch zwar sehr schön, aber es zog die Handlung unnötig in die Länge.

Die Handlung plätscherte nach ihrer anfänglichen Spannung für mich nur noch dahin und ich hatte das Gefühl, dass die Protagonisten selbst gar nicht wissen, was sie eigentlich vorhaben. Die Entwicklung der Geschichte kam mir an manchen Stellen einfach zu zufällig vor. Doch was mich am meisten gestört hat, war die Entwicklung der Charaktere. Nach meinem Empfinden drehen diese nämlich alle durch, umso mehr die Geschichte sich dem Ende nähert. Meine Geduld in dieser Hinsicht war dann aufgebraucht, als der Kerl, der für mich der perfekte Bösewicht gewesen wäre, anfängt den Schimmel an der Wand zu lecken, um jemanden aufzuspüren. Allgemein wurden die Beschreibungen des Autors immer konfuser, verwirrter und zogen sich über Seiten als zusammenhangloser Brei hin.

Ein weiterer persönlicher Kritikpunkt, den viele wohl nicht als so wichtig erachten werden, ist die Gewalt an Tieren, die mir noch in keinem Buch so extrem aufgefallen ist. Es werden Pferde erschossen, Hunden die Beine gebrochen, Hühnern werden aus Hunger lebendig die Beine ausgerissen. Tut mir leid, aber in dieser Hinsicht bin ich sehr empfindlich, daher geht das für mich gar nicht. Selbst wenn es in die Zeit passt, es hat teilweise einfach nicht in die Geschichte gepasst und muss daher auch nicht beschrieben werden.

Allgemein hatte ich mir einfach mehr erhofft von dieser Geschichte, da ich die Idee so interessant finde. Ich habe mir Intrigen erhofft, Adelshäuser, die alles geben, um nicht zu rauchen, ein London, dass gegen den Ruß und den Rauch kämpft. Bekommen habe ich zwar eine spannende, aber doch ziemlich langatmige Geschichte, deren Protagonisten irgendwann durchdrehen.

SMOKE

Von: Bookish Rose Datum: 22. März 2017

Wer Harry Potter liebt oder wie ich geliebt hat, wer England immer wieder mystisch findet und wer Geheimnisse aufdecken möchte, der MUSS dieses Buch lesen!
Ich möchte nicht spoilern, aber ich liebe Gerechtigkeit im Leben und der Autor Dan Vyleta schreibt genau über diese Dinge und man fragt sich selbst was für einen selbst Recht und Unrecht bedeutet.
Ein voller Erfolg dieses Buch! Sogar Ähnlichkeiten zu Divergent gibt es, diese betreffen allerdings die hinterlistigen Machenschaften der "Großen". Lasst euch überraschen. :)

Konnte mich leider nicht völlig überzaugen

Von: Lilly Datum: 21. März 2017

Die Idee das man die Lügen der Menschen an einer Art Rauch erkennen kann finde ich wirklich klasse. Sie wurde im Buch auch wirklich prima umgesetzt. Was ich auch super fand, waren die Charakterisierungen zu Thomas,Charlie, Livia und Julius. Ich war vom Anfang an schon mal sehr begeistert. Die Rituale welche die Jungs abgehalten haben, waren ebenso spannend und erklärten die Sache mit dem Rauch echt gut.
Wer Verfehlungen riskiert oder böse Gedanken, der wird bestraft. Da war ich schon etwas geschockt in welcher Form diese stattfand. Trotzdem habe ich den Anfang genossen, der Schreibstil war da noch leicht leserlich und man konnte der Handlung gut folgen.

Ab dem Mittelteil hat sich aber einiges geändert. Schon vorher wurden einzelne Passagen immer aus der Sicht der vier oben genannten Personen geschrieben und im ersten Abschnitt war das noch in Ordnung, ab der Mitte wurde die Handlung dadurch irgendwie unübersichtlicher, verwirrender und auch schwerer zu verfolgen. Was mich am Beginn an Thomas kühler Art und Stärke fasziniert hatte, verlor er völlig. Auch die anderen Charaktere wirkten wie blutleer. So als hätte der Autor sich ein wenig mit den vielen Charakteren die erzählen sollten, übernommen. Die Beschreibungen waren jedoch wirklich schön und detailliert. Man konnte sich alles recht gut vorstellen.

Auch entwickelte sich die Geschichte nur noch langsam fort, immer wieder durch einen eher langatmigen und zäheren Stil unterbrochen. Da machte das Lesen nur noch halb so viel Spaß. Was ich auch nicht so gut fand, das ich am Ende nicht alle Antworten auf die aufgeworfenen Fragen bekommen habe. Das war mir echt alles zu schwammig und so fühle ich mich als Leser etwas unzufrieden.

Schlecht ist das Buch nicht, die Idee hat was und teile der Umsetzung konnten mich begeistern. aber leider hat mich das Buch ab der Mitte verloren, Da sorgte die stellenweise verwirrenden Erklärungen und auch der bereits erwähnte abgesackte Schreibstil.

Enttäuschend

Von: Isabella Datum: 21. März 2017

Smoke klang so vielversprechend. England im 19. Jahrhundert. Ein mysteriöser Rauch, die Frage nach Gut und Böse, darin zwei Heranwachsende.
Und die ersten 100 Seiten schienen mir auch genau das zu bieten. Wir lernen Charlie und Thomas kennen, die nicht nur beste Freunde sind, sondern eigentlich das Einzige sind, das der jeweils andere hat. Die Schule wird als eine erschreckende Institution beschrieben, mit dem Mitschüler Julius, der nachts alle zusammentrommelt und sie nach dem Zufallsprinzip auf ihre Sünden prüft. Doch dann naht Weihnachten. Thomas und Charlie machen sich zu Thomas' Onkel auf, und ab da geht die Geschichte, gelinde gesagt, den Bach runter.
Aber noch mal einen Schritt zurück, zu Thomas und Charlie. Vyleta hat mit ihnen nicht nur eine besondere, innige Freundschaft geschaffen, sondern auch ein Paar, das gegensätzlicher nicht sein könnte. Thomas' Eltern sind tot; sein Vater war ein Mörder, er fürchtet, ebenfalls der Sünde zu verfallen. Charlie hingegen ist in einem reichen Elternhaus aufgewachsen, seine Hemden sind quasi nie mit irgendwelchem Ruß (das Resultat des Rauches) befleckt. Ihre Freundschaft scheint unter schlechten Voraussetzungen zu stehen, doch in Wahrheit behandeln sie sich vorbehaltlos, erzählen sich alles und sind einfach füreinander da. Die Freundschaft der beiden war etwas, das mich durchweg durch das Buch beeindruckt hat.

"'Du hättest es mir erzählen sollen. Ich bin dein Freund!'
[...]
'Ja. Aber wirst du es auch noch sein, wenn ich jemanden umbringe?'"
(Smoke, Dan Vyleta, carl's books)

Das Ganze hat aber eine Kehrseite. Eine ziemlich paradoxe, um ehrlich zu sein. Trotz der 600 Seiten, die das Buch fasst, hatte ich nach dem Zuschlagen der letzten Seite das Gefühl, nicht viel schlauer geworden zu sein - egal, auf welcher Ebene.
Wie gesagt: Vyletas Idee ist grandios. Aber es ist, als er hätte er einen Samen gepflanzt und wäre nie zurückgekommen, um die Ernte zu holen. Smoke ist eigentlich ein passender Titel, denn die Geschichte ist auch mehr Rauch als alles andere - die Idee einer Idee, eine Sammlung vieler Ansätze und nichts Handfestem. Obwohl sich Thomas, Charlie und Livia (auf die komme ich später noch zurück) auf die Suche nach Antworten begeben, "erhalten" sie diese nur mit Anführungszeichen. Bitten um Erklärung werden meist beantwortet, dass man es dem Fragenden "zeigen" werde, aber stattdessen bekommt man eine schwammige Vorführung und eine dürftige, ein paar Zeilen lange Erklärung. Selten habe ich mir bei Büchern eine längere Erklärung gewünscht, aber hier hätte ich selbst Infodumping mit offenen Armen empfangen. Dutzende, hunderte Seiten lang werden Fragen gehäuft und mehr oder weniger viel Spannung angesammelt... doch als Leser bleibt man in der Luft hängen.
Darunter gehört unter anderem die Frage, wie der Rauch ersteht - die Erklärung fand ich so an den Haaren herbeigezogen, dass ich mir lieber keine gewünscht hätte. Auch werden immerzu verschiedene Farben des Rauches beschrieben, deren Bedeutungen man nur erahnen kann. Es ist wirklich ein Jammer, und einer, der mich während des Lesens einfach an den Rand der Verzweiflung trieb. Ich frage mich immer noch, ob Vyleta einfach zu subtil gearbeitet hat, oder ob ich schlichtweg zu blöd war, um's zu verstehen.
Doch Zweidimensionalität ist auch bei Charlie und Thomas zu finden. Obwohl man sich mit dem Charakter der Jungen ausgiebiger beschäftigt, wird ihre Vergangenheit höchstens im Nebensatz erwähnt. Als wären sie mit 16 Jahren auf das Papier getreten und hätten nur vage Schatten hinter sich. Wieder war ich frustriert.
Ich kann leider auch verallgemeinernd sagen, dass die Motivation sämtlicher Charaktere ein bisschen rätselhaft ist und bleibt. Wer auf welcher "Seite" ist bzw. wer für was kämpft, wurde mir bis zum Ende nicht klar.
Mein größter Kritikpunkt, den ich in anderen Rezensionen so noch gar nicht gesehen habe (was mich schockiert), ist jedoch die Liebesgeschichte bzw. die weiblichen Charaktere in Smoke. Kurz gefasst: Es wird eine junge Frau, Livia, eingeführt, in die sich tatsächlich sowohl Charlie als auch Thomas verlieben - und vice versa. Es geht mir aber weniger um die Dreiecksgeschichte (obwohl die allein mich schon zur Weißglut bringen könnte) als um die Art und Weise, wie sie beschrieben wird.

"'Was hältst du von ihnen?'
[...]
'Die Mutter ist ganz Parfüm und Charme. Und die Tochter [Livia]-'
'Teerseife und Gebetsbücher!'"
(Smoke, Dan Vyleta, carl's books)

Grundsätzlich gibt es keine Frauenfigur in Smoke, bei der nicht an irgendeinem Punkt das Aussehen kommentiert oder die als Verführerin dargestellt wird. Hier noch einmal Livia, die einem Mann ihre Wange anbietet:

"'Möchten Sie mich küssen? Nur zu. Ihre Frau wird es nie erfahren.'
Er tut es, flüchtig, schüchtern wie ein Kind.
'Oh, Sie Wüstling!'"
(Smoke, Dan Vyleta, carl's books)

Auch Thomas' Gedanken werden meiner Meinung nach sehr bedenklich dargestellt:

"Wie leicht es ihr mittlerweile zu fallen scheint, ihn anzufassen. Der Gedanke macht ihn wütend."
(Smoke, Dan Vyleta, carl's books)

Und das sind nur ein paar wenige ausgewählte Beispiele. Ich habe dutzende Bemerkungen im Buch gefunden, manche noch erschreckender als die anderen. Solche Äußerungen sind schlichtweg erschreckend und sollten nicht in einem Buch stehen. Vor allem sollten sie niemandem als Vorlage dienen (können).
Ich muss generell eine Warnung für das Buch aussprechen, denn zum einen gibt es ein paar (wenn auch realitätsferne) explizite Szenen, in denen Gewalt angewandt wird. Außerdem gibt es tatsächlich eine Stelle, in der ein Charakter von selbstverletzendem Verhalten spricht bzw. dieses beschreibt. Um niemanden zu triggern, werde ich die Stelle nicht zitieren.
Wenn ich Dan Vyleta eines lassen muss, dann ist es der Schreibstil. Grundsätzlich ist der Aufbau des Buches sehr neuartig - es wird abwechselnd aus der dritten Person Präsens und der ersten Person Präsens eines Nebencharakters erzählt. Das habe ich nie so gesehen; vor allem funktioniert es bei Smoke sehr gut und bringt Abwechslung in das teils zähe Geschehen mit hinein. Und Vyleta kann wirklich fantastisch schreiben. Er flicht Weisheiten in seinen Text, die man einfach nur abnicken möchte.

"Worte sind wie Rauch, entdecke ich: Lässt man sie erst einmal hinaus, vermehren sie sich unkontrolliert."
(Smoke, Dan Vyleta, carl's books)

Aber der Schreibstil rettet auch nicht über die Probleme des Buches hinweg. Und niemals über die tiefergehenden, über die Äußerungen, die einfach nur noch erschreckend sind. Smoke soll ein Buch über Moral sein, über Gut und Böse, und das ist es auch die ersten hundert Seiten lang. Es ist nur irgendwie vom Weg abgekommen und ins Abseits gerutscht.

Von: Jutta Klink Datum: 21. März 2017

Finde ich wirklich sehr gelungen. Als Fantasy- Steampunk-Geschichte sehr spannend zu lesen. Sehr mutig finde ich die Moralphilosophie die den Background bietet. Auch interessant die fiktiven, aber den historischen Ereignissen sehr gut nachempfundenen Kämpfe zwischen Unterschicht z.B. Untertagebergbau, Armut in den vorindustriellen Städten und der privilegierten meist adligen Familien in England… Genau das Richtige für meine Kundinnen, die nicht nur unterhalten werden wollen, sondern auch gerne etwas „Nachhaltiges“ lesen wollen. Kann ich auch super Erwachsenen empfehlen, die mit einem Buchgeschenk gerne auch „was fürs Leben“ mitvermitteln wollen. Unterhaltung plus (historischer) Gesellschaftsanalyse: super! Auch als Parallele für unsere Zeit.

Mächtiges Buch das so fesselnd ist!

Von: Bücherfarben Datum: 17. März 2017

~ Meine Meinung zum Buch: ~

Das Cover gefällt mir einfach seeehr gut, da mir dieses düstere durch die Farbgestaltung sehr gefällt und so sich der Story im Buch super anpasst. Was mir sofort aufgefallen ist als ich das Buch ausgepackt habe, dass der Schriftzug bei "Smoke" höher gesetzt wurde und das wirkt nochmal ganz ganz anders wenn man es anblickt und so positiv. Ich mag dieses Cover sehr.

Die Kapitelüberschriften waren dieses mal anders als bei den vorherigen. Dieses mal standen dort Namen und Überschriften, was das lesen für mich angenehmer gemacht hat und mir hat es gefallen, dass man so aus vielen Sichten das Buch lesen konnte und wenn einmal kein Name dort stand sondern eine Überschrift, dann konnte man seiner Fantasie echt schön den Raum lassen.


Nun, Dan Vyleta's Schreibstil ist außergewöhnlich. Positiv gemeint natürlich, denn dieser Stil steckt so voller Macht und so voller Energie, dass ich alleine anhand des faszinierenden Schreibstil's das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Anfänglich hatte ich meine Schwierigkeiten ins Buch rein zu kommen aber ich habe es dann doch geschafft und dann ging es es richtig los.

Die Charaktere die der Autor geschaffen hat, hatten allesamt ihr eigenes Leben und ihre eigenen Sorgen aber wenn sie sich angefreundet haben, dann haben sie auch zusammengehalten und das war es, was ich an den Charakteren echt sehr gerne mochte. Sympathie entwickelte ich vor allem Thomas und Charlie gegenüber, da mich diese beiden nicht los gelassen haben. Dann gab es da noch Julius, den ich übrigens gar nicht mochte. Er spielte sich immer als heiliger auf und das ging mir echt auf die nerven, denn jeder dort hatte die ein oder andere Last zu tragen.

Anfänglich hatte ich es nicht leicht, denn der Einstieg ins Buch selbst ist mir schwer gefallen aber als ich dann nach ca. 50 - 60 Seiten in der Geschichte drin war, gab es kein Entkommen mehr. Die Handlung überschlug sich nur so von Ereignissen und ich wusste nicht wie mir geschieht. Der Handlungsstrang war stets nachvollziehbar und man verlor auch nichts aus dem Gedächtnis, wenn man das Buch kurzzeitig unterbrechen muss aufgrund Schlaf etc. Definitiv eine Story die ausgereift war und die man super umgesetzt hat!

~ Mein Fazit zum Buch: ~

Dan Vyleta erschaffte eine All Age Fantasy Geschichte die durch und durch spannend war. Der Autor schrieb mit einem sehr sprachgewaltigem Stil und lies mir als Leser genug Freiraum um kurzzeitig durchatmen zu können. Dieses Buch fesselte mich an sich und ich konnte, trotz anfänglichen Schwierigkeiten, dieses Werk nicht aus der Hand legen. Deshalb vergebe ich 5 von 5 Diamanten und eine klare Leseempfehlung!

Die Atmosphäre von SMOKE hüllt einen ganz und gar ein: unbedingt lesen, es ist großartig!

Von: Julia H. Datum: 15. März 2017

Menschen, unreine Wesen, gefangen von ihren eigenen Gedanken, verführt von den rauchigen Schwaden der Sünde, ewig gezeichnet mit dem Ruß ihrer Existenz: Thomas Argyle und Charlie Cooper besuchen als adelige Söhne und zukünftige Gentlemen der englischen Gesellschaft ein Internat, fern von dem rußverkrusteten Schmutz Londons. Die ganze Welt ist nämlich unter einer Glocke des ewigen Rauchs gefangen, der den Menschen entströmt, wann immer sie in Taten oder Gedanken dem Bösen zu nahe kommen. Besonders Thomas spürt jeden Tag, dass in ihm eine bodenlose Dunkelheit heranreift und nur darauf wartet, ihn in eine verrußte, brutale Welt hinabzuzerren ...
Ein Besuch bei Lady Naylor lässt aber in Thomas und Charlie Zweifel aufkommen: was hat es wirklich mit dem Rauch auf sich? Wieso sind manche Meschen scheinbar "reiner" als andere? Zusammen mit Lady Naylors Tochter, Livia, versuchen Thomas und Charlie, durch all den Rauch die Wahrheit zu ertasten ...

Ooooookay, wo fange ich jetzt nur an?! ,,Smoke" von Dan Vyleta ist ungewöhnlicher als jedes Buch, das ich je zuvor in meinem Leben als ,,ungewöhnlich" beschrieben habe. Ich kann mich nicht einmal festlegen, welchem Genre dieses brutal-atmosphärische Buch zugeordnet werden kann: Fantasy? Joa, eigentlich schon. Jugendbuch? Auch. Mystery? Auf jeden Fal! Steampunk? Durchaus, denn es spielt im winterlichen viktorianischen England und es gibt einige schräge Erfindungen. Die Experimente, das kleine Mädchen in dem Maschinen-Korsett ... ,,Smoke" steckt voller seltsamer Wunder!

Dan Vyleta hat in ,,Smoke" eine ganz neue Welt erschaffen, die ihr übernatürliches Rauch-Phänomen mit wissenschaftlichen Erklärungen zu erklären versucht. Mir gefällt es, wie er den Rauch nicht einfach so hinstellt wie ein "Accessoire", sondern ihn zum Mittelpunkt der Handlung macht, das von den Charakteren untersucht wird, sie suchen Erklärungen und gehen dabei weiter, als gut ist. Selbst die Erziehung der Jugend in Vyletas Buch wird gleich vom Rauch geprägt: am Internat gibt es Renfrew, der Lehrer für Rauch und Moral, und in der Bibel ist der Sündenfall gleichgesetzt mit der Entstehung des ersten Rauchs. Für ein Buch ist das eine sehr authentische Welt, in der ich gerne noch länger als 624 Seiten verweilt wäre ��

Der Autor hat seinen Charakteren fast schon richtiges Leben eingehaucht, weil sie einerseits undurchschaubar sind, doch die feinsinnige Art der Beschreibungen und wechselnden Perspektiven überzieht selbst das regloseste Gesicht mit Rissen. Vyleta schreibt nicht wirklich; mir ist es eher vorgekommen, als will er nach der Hand der Leser greifen und durch seine rauchige Welt führen, seine Leser entsetzen und erfreuen und, getarnt mit Metaphern und sonderbaren Wortspielen, die zum Nachdenken anregen.
Thomas hat mir am besten gefallen - eine widersprüchliche Mischung aus Verbitterung, Galgenhumor und Zielstrebigkeit und Treue. Zu Livia konnte ich erst zum Schluss einen guten Draht aufbauen - aber, oh je, d i e s e r Schluss!! So packend, überraschend und so heftig wie das Brennen, wenn man sich an einem Messer schneidet! Das Buch nimmt in den ersten Teilen nur langsam Fahrt auf und schraubt dann unmittelbar auf seinen Höhepunkt zu.

Grandios. Unerwartet. Verwirrend. Fesselnd. All die Wörter, mit denen ich ,,Smoke"s Genialität gerne festhalten will, scheinen sich in Rauch aufgelöst zu haben. Das ist nicht einfach nur eine Geschichte über zwei junge Männer und eine junge Frau, die der Frage nach Gut und Böse nachgehen, sondern ... Na ja, wie gesagt: ich finde kaum die richtigen Worte, so sehr hat mich ,,Smoke" bewegt. Ich habe das Buch kaum weglegen können, und wenn ich es mal aus der Hand legen musste, dann nahm ich es anschließend wieder so schnell wie möglich in die Hände! Definitiv ein Lesehighlight, das ich auf jeden Fall weiterempfehle!

Von: Marion Liese Datum: 26. Januar 2017

Wow - gewaltig, düster und fesselnd! Ein Fantasy-Roman mit philosophischen Zügen. Parallelen zur "His Dark Materials"-Trilogie von Philip Pullman sind definitiv gewollt und als Verbeugung vor einem großen Werk der Fantasy gemeint. Dan Vyleta erschafft eine eigene Welt, die den Leser von der ersten Seite an in ihren Bann zieht.

Von: Tobias Wrany Datum: 23. Januar 2017

Dan Vyleta ist es offenkundig wichtiger, seine Geschichte zu erzählen, als sich geschmeidig in ein zielgruppengerechtes Schema zu begeben. Insofern weist "Smoke" ebenso viele Merkmale eines Werkes der fantastischen Literatur auf, wie er zugleich Anleihen bei historischen Romanen macht, um mit jugendlichen Protagonisten ein zeitloses Lehrstück zum Thema Macht und deren effektiver Missbrauch zum Nutzen der eigenen Klasse zu gestalten. Wobei "Lehrstück" natürlich viel zu pädagogisch dröge klingt, für einen Roman voller düsterer Stimmungsbilder, vielschichtiger Figuren und einer packenden Handlung, der es mit wiederholten Wendungen gelingt, ein stetes Spannungsniveau zu halten.
Wobei die Frage der Zielgruppe letztlich tatsächlich offen bleiben muss, ist "Smoke" doch für einen reinen Fantasy-Schmökerabend zu nachdenklich und zu wenig magisch - während Leserkreise mit Interesse an romanhaften Erörterungen gesellschaftlich relevanter Fragen gemeinhin nüchtern-realistische Umweltbedingungen bevorzugen dürften.

Datum: 10. Januar 2017

Es ist sehr spannend. Gute Fantasy – einfach super!

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