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Anne Jacobs

Das Erbe der Tuchvilla

Roman

Das Schicksal einer Familie in einer bewegten Zeit. Und eine Liebe, die alles überwindet.

Augsburg, 1920. In der Tuchvilla blickt man voller Optimismus in die Zukunft. Paul Melzer ist aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück und übernimmt die Leitung der Tuchfabrik, um der Firma wieder zu altem Glanz zu verhelfen. Seine Schwester Elisabeth zieht mit einer neuen Liebe wieder im Herrenhaus der Familie ein. Und Pauls junge Frau Marie will sich einen lang gehegten Traum erfüllen: ihr eigenes Modeatelier. Ihre Modelle haben großen Erfolg, doch es kommt immer wieder zu Streitigkeiten mit Paul – bis Marie schließlich die Tuchvilla mit den Kindern verlässt …

Das Buch spielt in Augsburg, Deutschland

Leserstimmen

Eine wundervolle Familiengeschichte

Von: Anne B. Datum: 21. Oktober 2017

Cover:

Das Cover gefällt mir unheimlich gut. Es drückt genau den Inhalt des Buches aus. Es ist wunderschön herbstlich gestaltet und die prachtvolle Villa im Hintergrund ist einfach traumhaft.

Meinung/Inhalt:

Der Roman hat mich total berührt, es ist eine wundervolle Familiengeschichte mit ihren Höhen und Tiefen in der Zeit um 1920. Der erste Weltkrieg ist vorüber und die Weltwirtschaftskrise steht vor der Tür... das Geld verliert an Wert, viele verlieren ihren Reichtum, ihr Hab und Gut. Die Frauen bangen auf die Rückkehr ihrer geliebten Männer... Eine schwere schicksalsreiche Zeit steht bevor, die nur mit Familie und Freunden überstanden werden kann.

In der damaligen Zeit war es üblich, dass der Sohn der Familie einmal die Firma des Vater übernimmt. Paul und Marie hatten zwei Kinder. Einen Sohn und ein Mädchen - Zwillinge. Also gebührte Leo die Ehre die Firma eines Tages zu übernehmen. Doch Leo hatte nur das Klavierspielen im Kopf. Dodo.. Leos Schwester hingegen interessierte sich sehr für Maschinen und Flugzeuge. Jedoch wurde es als unsittlich angesehen und die Kinder mussten in die rechte Bahn dirigiert werden! Ganz zum Missfallen von Marie...

Ich hatte nur am Anfang ein paar Probleme mit den vielen Charakteren.. da ich die zwei Bände vorher nicht kenne. Es war so viel auf einmal, und doch bin ich gut in das Buch rein gekommen und wusste schnell wer, wer ist. Jedoch habe ich mir nun auch vorgenommen, Band 1 und 2 noch zu lesen. Ich fand es gut, dass man es gar nicht so sehr gemerkt hat, dass man einen dritten Band liest. Es war eine eigenständige Geschichte und es wurden keine Rückblenden eingebaut.

Fazit:

Rundum war es ein tolles Buch, das mir viel Freude breitet hat und mich oftmals schmunzeln lassen hat. Und da ich nichts weiter auszusetzen habe, vergebe ich guten Gewissens gern 5 von 5 Sternen...

Das Erbe der tuchvilla

Von: Michi Datum: 05. Juli 2017

Paul Melzer, der Sohn des Hauses, kommt aus der Kriegsgefangenschaft. Er kauft seiner Frau Marie, ein Modeatelie, jedoch führt dies zu Streitigkeiten zwischen dem Ehepaar. Marie will eine Ausstellung mit den Bildern ihrer Mutter machen doch dann kommt es richtig zu Streitigkeiten.

Das 3. Band der Triologie ist genauso mitreißend und faszinierend wie die ersten beiden Bände der reihe.

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Leider eine Enttäuschung

Von: Buchstabenmagie Datum: 02. Juli 2017

Das Erbe der Tuchvilla ist der Abschluss einer Trilogie rund um die in Augsburg ansäßige Industriellenfamilie Melzer. Ab dem Jahr 1913 werden in drei Bänden die Schicksale der Melzer´schen Familie und ihrer Angestellten inmitten deutscher Geschichte dargestellt. Die Wirren des Schicksals, Aufstieg und Fall, Liebe und Freundschaft und ein Krieg, der alles zu zerstören droht

Die Tuchvilla in Augsburg 1920: Der Krieg ist endlich vorbei und alle Bewohner der Tuchvilla gehen der Zukunft mit Hoffnung und Optimismus entgegen. Paul ist der russischen Kriegsgefangenschaft entkommen und kann nun endlich bei seiner geliebten Frau Marie und den gemeinsamen Kindern sein. Und auch die Schwestern Lisa und Kitty finden neues Glück in ihrem Leben.
Aber vor allem für Marie steht eine große Veränderung bevor. Jetzt, da Paul wieder die Leitung der Tuchvilla übernommen hat, kann sie sich wieder auf jene Dinge konzentrieren, die ihr bisher immer Freude gemacht haben. Und das war stets die Malerei und das kunstvolle Nähne von Kleidern für Kitty und Lisa. So kommt es, dass Paul seiner Marie eine besonders große Freude macht, als er ihr Räume für ein eigenes Modeatelier mietet. Zunächst feiert Marie mit ihren Schnitten große Erfolge, doch dann braut sich über der Tuchvilla erneut ein Sturm zusammen. Als sich die Auseinandersetzungen und Streitereien mit Paul mehr und mehr häufen, nimmt Marie schließlich die Kinder und verlässt die Villa.

Nachdem die ersten beiden Teile dieser Reihe schon nicht meinen Erwatungen einer Reihe à la Downton Abbey enrsprach, wusste ich bei dieser Fortsetzung ja, was ich beim Lesen erwaten konnte. Deshalb möchte ich eigentlich nicht die Dinge kritisierten, die mich schon gestört hatten. Trotzdem fehlte mir auch hier bei Marie und allen Figuren um sie herum die Tiefe. Viel mehr hatte ich sogar das Gefühl, dass in diesem Teil die Charaktere noch mehr bloßen Schatten glichen. Besonders schade fand ich auch, dass im Vergleich zu den Vorgängern der Fokus viel mehr auf den Erlebnissen der Herrschaft lag, während voher alles rund um die kleinen Geschichten der Angestellten zum Tragen kam. Und die hatte ich sehr gerne gelesen.

Nachdem im Jahr 1920 der 1. Weltkrieg sein Ende bereits gefunden hatte, wird in der Geschichte der Tuchvilla ein Problem nach dem anderen künstlich erzeugt. Beispielhaft ist unter anderem der Streit zwischen Marie und Paul. Jesdes Mal der gleiche Grund und seitenlang exakt dieselbe Diskussion. Oder die intrigante Gouvernante, die alle gegeneinander ausspielt. Von politisch und geschichtlich anmutenden Problemen hatte das hier nichts mehr. Das weckte in mir eher Erinnerungen an eine Telenovela im Abendprogramm.

Während ich sehr lange das Gefühl hatte, die Geschichte der Tuchvilla würde sich wahnsinnig in die Länge ziehen, schienen sich die Ereignisse gegen Ende des Buches plötzlich zu überstürzen. Und dann tauchen zusätzlich wie aus dem Nichts Figuren auf, die irgendwo und irgendwie im ersten Teil vorkamen und ein Verbrechen gibt es auch noch. Alles in allem vermittelte mir dies eher den Eindruck am Ende doch noch alles zwanghaft und möglichst spannend zu einem Abschluss bringen zu müssen.

In Kürze:
Das Leben & Arbeiten von Angestellten und Herrschaft in der Tuchvilla im Augsburg des beginnenden 20. Jahrhundert. Als Abschluss dieser Saga präsentiert sich Das Erbe der Tuchvilla leider als schwächster Teil der Reihe. Angenehm und flüssig zu lesen, aber inhaltlich gar nicht packend. Nach dem ersten unterhaltsamen Band oder spätestens nach dem eher mäßigen Folgeband hätte man die Reihe meiner Meinung nach gut beenden können.

Finale

Von: Eliza Datum: 28. Mai 2017

Anne Jacobs legt mit „Das Erbe der Tuchvilla“ einen würdigen Abschluss ihrer Trilogie vor. Wenn man als Leser die ersten beiden Bände gelesen hat, wird man auch an diesem Teil der Trilogie seinen Spaß haben. Das Cover hat einen sehr hohen Wiedererkennungswert zum ersten und zweiten Band, durch die Kleidung ist der Zeitraum, in der der Roman spielt sehr gut zu erahnen. Die Farbgebung des Covers ist wieder, wie auch bei den vorherigen Bänden, sehr gelungen.
Der Klappentext verrät auf der einen Seite schon sehr viel, auf der anderen Seite lässt er aber andere Erzählstränge ganz außen vor. In diesem Band geht es in der Tuchvilla wieder sehr hoch her. Diesmal geht es wieder verstärkt um die Familie in all ihren Facetten, sowie um das Leben der Angestellten in der Tuchvilla, die Fabrik tritt in den Hintergrund, was ich als sehr angenehm empfunden habe.
Im Mittelpunkt stehen wieder Paul und Marie, das Traumpaar der Tuchvilla. Doch die beiden müssen eine schwere Zeit durchmachen, sie erleben ihre erste Ehekrise. Aber auch Elisabeth und Kitty haben ihre Geschichte und vor allen Dingen die Kinder Henny, Dodo und Leo bringen mächtig Leben in die Geschichte. Alle Charaktere haben sich weiterentwickelt und sind zu eigenständigen Persönlichkeiten geworden, die beeindrucken. Als Leser kann man die verschiedenen Sichtweisen nur zu gut verstehen, dennoch wünscht man sich, dass der Familienfrieden bald wiederhergestellt wird. Doch die Schatten der Vergangenheit lassen sich nicht so einfach abschütteln.
Die Autorin schlägt ein sehr gutes Tempo in ihrem Roman an, mit dem Element der Zeitraffung bringt sie die wichtigen Dinge auf den Punkt, ohne den Leser mit dem „alltäglichen“ zu langweilen. Der Schreibstil ist gut zu lesen und wenn man einmal angefangen hat, wird man auch diesmal wieder Teil der Geschichte.
Mir hat dieser dritte Teil der Tuchvilla-Saga wieder sehr gut gefallen, auch wenn das Ende vorauszusehen war, gab es dennoch einige Überraschungen die mir beim Lesen Freude bereitet haben.
Der Roman ist natürlich Pflichtlektüre für alle Leserinnen und Leser der ersten beiden Bände. Sicherlich kann man den Roman auch eigenständig lesen, ich würde aber die chronologische Erzählreihenfolge empfehlen.
Eine Familiensaga mit Flair und ich hoffe sehr, dass Anne Jacobs uns Leserinnen und Leser wieder bald mit einer neuen Saga beglücken wird, denn diese Autorin steht für gute Unterhaltung. Eine klare Kauf- und Leseempfehlung für alle Fans des Familiensaga-Genres.

Eine Familie kann auch zerbrechen

Von: Schneeflocke2013 Datum: 07. Mai 2017

Zitat: "Ich bin nicht bereit meine Mahlzeiten in Gegenwart der Hausdame einzunehmen." [S. 501, Z.28ff]


Inhalt:
Paul ist aus der Gefangenschaft und dem Krieg zurückgekehrt. Ganz automatisch übernimmt er wieder die Führung der Tuchfabrik. Weshalb Marie ins Haus zurückgeht zu den gemeinsamen Kindern. Was ihr auf Dauer aber zu wenig ist. Schließlich hat sie Stoffe für die Villa hergestellt um die Zukunft aller zu sichern.
Durch ein Geschenk Pauls an Marie hat diese weniger Zeit für ihre Kinder. Deshalb kommt auf Bestreben der Schwiegermutter ein Kindermädchen ins Haus. Dies und das seltsame Verhalten der Zwillinge sorgt für einen schiefen Haussegen.
Und dann unterstellt Paul Marie ein Verhältnis mit seinem besten Freund. Die Konsequenz: Marie zieht mit den Kindern aus der Tuchvilla.

Meine Meinung:
Genauso einen Abschluss wie das Vorliegende habe ich mir gewünscht. Tatsächlich werde ich die Reihe vermissen und im nächsten Jahr noch mal lesen.
Alle Charaktere der vorherigen Bände haben sich auch hier weiter entwickelt. Durch die ganzen Geschehnisse im zweiten Teil sind einige Sachen ins Laufen gebracht worden.
Besonders schön fand ich Pauls Idee mit dem Atelier. Marie hat sich sehr darüber gefreut und besaß eine zweite Aufgabe: Zeichnen.
Das war etwas was sie schon immer konnte und wollte. Doch genau dieses Talent wird in dem Buch ein großes Thema. Sorgt für viel Streit. Denn so hat Marie weniger Zeit für die Zwillinge.
Aus dem Grund kam ein neues Kindermädchen. Und ich muss sagen es kommt nicht oft vor, dass mir ein Charakter von Beginn an unsympathisch ist.
Doch dieses werte Fräulein wollte ich einfach nur loswerden.
So weit weg wie möglich von Marie und Paul, denn das daraus genau so was wurde war genau ihre Absicht. Allerdings ist es kein Wunder, dass Marie zu Beginn nur von einer Person Rückendeckung bekommt – ihre Schwägerin und Freundin Kitty.
Das ganze Buch über warte ich darauf wann es platzt und als das dann der Fall war konnte ich endlich wieder lachen. Genau so und nicht anders war es verdient.
Auch im Haus, beim Personal, ging durch sie einiges schief. Der Zusammenhalt bei dem Thema war einfach fantastisch. Es ist ja egal was kommt, doch wenn alle eine Meinung sind ist es wirklich brutal. Sie halten zusammen.
Auch um eine der ehemaligen Angestellten geht es hier in dem Buch. Damit hatte ich nicht gerechnet, doch auch so was muss sein. Interessanter Sachverhalt.
Zum Schluss möchte ich noch auf den Nachwuchs im Haus zu sprechen kommen. Die Zwillinge,
Gott was habe ich sie geliebt! Die Zwei waren wirklich zauberhaft. Ja ich weiß weshalb Paul Sorge um die Entwicklung seines Sohnes hat. Doch in meinen Augen ist das vollkommen unbegründet. Selbst wenn Leo sich nicht in die Richtung entwickelt wie er will, was ist daran so schlimm? Kinder haben verschiedene Begabungen, unterschiedliche Talente. Und egal welche es sind: sie sollten gefördert werden.
Auch hier bei den beiden Kindern. Jedes das was er gut kann.

Welche Person mir hier übrigens am Besten gefallen hat ist Elisabeth. Sie hat in meinen Augen die größte Veränderung innerhalb der Geschichte durch gemacht. Besser hätte das nicht passieren können. Ja ich habe mich mit ihr ausgesöhnt und das freut mich.
Von mir gibt es verdiente 5 Flocken und eine Leseempfehlung. Das gilt aber für die ganze Reihe.

Ein tolles Bild einer tollen Zeit!

Von: Fiorella Caravagh Datum: 27. April 2017

Mir hat die Reihe rund um die Familie Melzer in der Tuchvilla schon von Anfang an sehr gut gefallen. Wir erleben den Aufstieg der jungen Marie Melzer vom Küchenmädchen zur Frau des Hauses, wie sie im zweiten Teil die Tuchvilla mit ihrem Geschäftssinn vor dem Ruin bewahrte und Paul zurück in die Tuchvilla kam.

Der dritte Teil ist sehr geprägt von der Nachkriegszeit und den golden Zwanziger! Das hat mir wirklich sehr gut gefallen. Zum einen kämpfen viele immer noch mit den Auswirkungen des Krieges, die Inflation wie die Besetzung im Ruhrgebiet, schwere Trauma, auf der anderen Seite nutzen andere die neu aufblühende Wirtschaft, um sich ein neues Leben aufzubauen. Beim Lesen spürte ich deutlich, wie die Zeiten im Umbruch standen. Die Mode veränderte sich, die Frisuren der Damen wurden immer kürzer, die Kleider schlanker, ja die Frauen brachen aus, wurden mutig, rauchten, lebten allein, gewannen neuen Lebenswandel, wurden offener, freiheitsliebender und ließen sich nicht mehr so leicht etwas von einem Mann vorschreiben - und genau das wird zum Kernpunkt des Geschehens.

Seit einiger Zeit kriselt es zwischen Marie und Paul. Marie führt ein eigenes Atelier und vertritt die Ansichten einer modernen Frau. Paul jedoch hält zu seiner altmodischen Mutter, die mit ihren Gedanken noch zu Zeiten des Kaisers lebt. Zudem lässt sie die fiese Intrigantin Serafina von Dobern ins Haus und damit beginnt erst aller Ärger.
Ich fand es sehr gut geschrieben, wie die Gouvernante sich gerissen Stück für Stück in die Familie eingeschlichen und Alicia Melzer um den Finger gewickelt hat.
Es ist schon wahr, dass Frauen eine Schlange sofort erkennen, aber die Männer da doch bisweilen ziemlich blind und begriffsstutzig sind.

Mein Lieblingscharakter war Kitty. Sie ist ein blühender Wirbelwind, quatscht ohne Punkt und Komma, versprüht wo sie nur hin kommt, ihren Charme, ist witzig, lacht schallend, trinkt perlenden Sekt und genießt ganz zwanglos die zwanziger Jahre. Sie sind perfekt auf Kitty zugeschnitten. Sie fühlt sich frei, lebt von ihrer Kunst, bändelt man hier an, mal da an und lässt ihrer Tochter Henny und ihrer Nichte Dodo und ihrem Neffen Leo freien Lauf. Sie sind Kinder und dürfen das auch sein, dürfen beim Essen sprechen, ihre Hobbies ausleben, laut lachen, wild spielen, sich einsauen und Kinder sein - was in der steifen Tuchvilla nicht mehr möglich ist.

Überhaupt nehmen sie Kinder einen sehr zentralen Teil ein. Ich konnte sie sehr gut verstehen und die verschiedenen Erziehungsstile der Jahrhunderte prallten auch hier wieder aufeinander.

Wie immer bekamen wir aber nicht nur einen Einblick in das Leben der feinen Gesellschaft, sondern auch vom Gesinde, der Köchin Fanny Brunnenmeier und ihrem Team, die gerissene Maria Jordan, die ehrgeizige schlaue Gertie oder auch Auguste, die mir nun doch auch ganz sympathisch wurde.

Die Spannung war zwar nicht aufgeladen, wie beispielsweise bei einer Dystopie und ich wusste auch, wie es ausgehen wird, dennoch konnte mich die Autorin immer wieder überraschen. Mir wurde nie langweilig, im Gegenteil ich bekam ein detailreiches Bild aus der Zeit und habe die Lesestunden wirklich sehr genossen!

Der Schreibstil ist flexibel, passt sich seinen Charakteren an, mal melancholisch und langsam, mal rasant und übersprudelnd.

Fazit:

Das Erbe der Tuchvilla konnte mich auf ganzer Länger überzeugen! Ein tolles Portrait der Golden Zwanziger, Geschichte in Kopfbildern!

5 Sterne

[Rezension] „Das Erbe der Tuchvilla“

Von: Ninespo Datum: 04. April 2017

„Das Erbe der Tuchvilla“ in drei Worten?

Begeisternd, emotional, zufriedenstellend.

Cover & Gestaltung von „Das Erbe der Tuchvilla“?

Die Cover der Tuchvilla-Saga sind alle wunderschön und passen super zusammen. Auf jedem Cover kann man eine Frau sehen, die auf ein herrschaftliches Gebäude zugeht, das gut die Tuchvilla sein kann. Bei der jungen Frau vermute ich, dass sie Marie darstellen soll, die eine zentrale Rolle innerhalb der Saga innehat. Die Farben sind warm und kraftvoll, ergeben ein stimmiges Gesamtbild. Vor allem in Kombination sehen die Cover wundervoll aus.

Worum geht es in „Das Erbe der Tuchvilla“?

Die Tuchvilla-Saga behandelt die Geschichte der Tuchfabrikantenfamilie Melzer, die in Augsburg lebt. Im Laufe der Reihe ereilt die Familie einige Schicksalsschläge, die auf drei Bände verteilt erzählt werden. Band 3 spielt in 1924, wodurch die Wirren nach dem Krieg, die Weimarer Republik und einiges an Augsburger Zeitgeschichte von besonderer Bedeutung sind. Was genau bei Familie Melzer im Abschlussband der Trilogie geschieht, werde ich euch aus Spoilergefahr natürlich nicht verraten.

Der Schreibstil von Anne Jacobs?

Man fühlt sich als Teil der Geschichte. Anne Jacobs schafft es, ihre Geschichten so zu schreiben, dass man das Gefühl hat, mitten in ihr zu stecken. Man taucht ein und kehrt erst am Ende der Handlung in die Realität zurück. Das schafft sie vor allem durch ihren Schreibstil. Sie mischt Augsburger Mundart mit Hochsprache, hält die Balance zwischen Anachronismen und Neologismen, damit der Leser sich heimisch fühlt, ohne über Worte zu stolpern. Die Monologe sind spritzig, die Beschreibungen plastisch. An keiner Stelle will man Überblättern, alles ist angenehm und flüssig zu lesen.

Das Figurenpersonal in „Das Erbe der Tuchvilla“?

Marie ist mir mitunter die liebste Figur aus der Tuchvilla-Saga. Sie ist von Anfang an eine wichtige Protagonistin, sie ist Dreh- und Angelpunkt der Tuchvilla. Ihre Entwicklung innerhalb des letzten Buchs sowie der gesamten Trilogie hat mir sehr gut gefallen. Sie ist erwachsener geworden, ist aber weiterhin standfest und treu in ihren Überzeugungen. Und diese werden im Abschlussband weiß Gott auf eine harte Probe gestellt.
Kitty mag ich auch sehr gerne. Sie ist quirlig und fröhlich, bringt frischen Wind in jede Gesellschaft und berührte mein Herz an einigen Stellen. Besonders das Ende hat mich für sie sehr gefreut. Da schlägt das Leserherz höher. Sie ist sich selbst sehr treu geblieben.
Mit Paul hatte ich in diesem Buch durchaus meine Probleme. Am liebsten hätte ich ihn und Marie gepackt und geschüttelt! Das konnte man sich ja stellenweise nicht mitansehen. Zum Glück konnte er seine Stellung in meinem Leseherzen bewahren, weil er eine positive Entwicklung durchmacht.
Lisa taucht auch mal wieder stärker auf. Was sich bei ihr so alles entwickelt fand ich wirklich toll. Sie hat es so verdient! Ich freue mich einfach für sie. Von der unsympathischen Figur aus Band 1 ist nichts zurückgeblieben.
Die restlichen Figuren – das tolle Personal, die zuckersüßen Kinder und weitere Nebenfiguren – waren alle gekonnt konstruiert, wirkten lebensecht, realistisch und greifbar. Die Antagonistin des Buchs wollte ich einfach fressen, so wenig sympathisch war sie mir – was aber für den Entwurf spricht! Die Figuren konnten sich innerhalb ihrer Charaktere super entwickeln, alles wirkte lebensecht und greifbar. Toll!

Positives über „Das Erbe der Tuchvilla“?

Ich liebe diese Reihe! Ich bin so unfassbar froh und traurig zugleich. Traurig, da die Saga nun vorbei ist. Glücklich, weil ich eine wundervolle Geschichte zu lesen bekam, tolle Figuren begleiten durfte und um eine großartige Leseerfahrung reifer bin.
Was mir an der Trilogie besonders gut gefällt, ist die Balance zwischen Fiktionalem und Historischem. Anne Jacobs versteht sich darauf, historische Ereignisse in eine fiktive Handlung einzubauen, sie zu deren Rahmen zu machen und die Schicksale ihrer Figuren darum zu weben. Man spürt dabei keinen Übergang zwischen historischen Begebenheiten und fiktionalen Einschüben, alles passt sich ineinander. Ich könnte euch noch stundenlang von dem tollen Plot, den super Figuren, der exzellenten Schreibe und meiner Begeisterung vorschwärmen, aber das würde den Rahmen dieser Rezension sprengen.

Empfehlung zu „Das Erbe der Tuchvilla“?

Ich kann diese Trilogie allen Lesern empfehlen, die historische Romane mit starken Frauenfiguren, tollem Setting, super Plot, exzellenter Schreibe und viel Genauigkeit lieben. Lest diese Reihe!

Es passiert viel in der Tuchvilla...

Von: Kathrin N. Datum: 01. März 2017

Mit „Das Erbe der Tuchvilla“ ist der 3. und letzte Teil der Trilogie rund um die fiktive Augsburger Unternehmerfamilie Melzer erschienen, welche Anfang des 20. Jahrhundert in der herrschaftlichen Villa, der sogenannten „Tuchvilla“, lebte. Mit über 670 Seiten ein „dicker Schinken“, der aber mit viel Inhalt gefüllt ist:

Nach dem ersten Weltkrieg übernimmt Paul Melzer, der Sohn der Familie, von seiner Frau Marie, welche in den Kriegszeiten die Familie und das Unternehmen mit viel Liebe und Erfolg geführt hat, die Tuchfabrik und schenkt auf Betreiben seiner kleinen Schwester Kitty seiner talentierten Frau zum Ausgleich ein Modeatelier. Trotz Inflation und mit viel Optimismus, Talent und Fleiß brachte Marie das Atelier zum Erfolg. Dies gefiel leider dem weiblichen Familienoberhaupt, der Mutter Pauls, überhaupt nicht, denn ihrer Meinung nach gehört die Frau nach Hause zu den Kindern. Sie stellt daher eine alte Freundin, die strenge Serafina von Dobern ein, die durch Intrigen bald vom Kindermädchen zur Hauswirtschafterin aufsteigt, welche der Leitung des Hauhaltes obliegt. Und damit nicht nur die Tochter Kitty mit ihrer Tochter aus dem Haus treibt, sondern letztendlich auch die Ehe von Paul und Marie auf eine harte Probe stellt.

Es passiert viel in diesem Roman, den man auch gut lesen und verstehen kann, wenn man die vorherigen Teile nicht gelesen hat, denn jede Figur wird erklärt und durch Rückblenden bekommt man das Wichtigste der vergangenen Geschichte mitgeteilt: Liebe, Trennung, Verlust, Tod, Mord, Ehebruch, Scheidung, Geburt, Erfolg, Niederlage, Intrigen, Zusammenhalt und Happy End... wie ein Haarzopf, in den sich einzelne Strähnen (Erzählstränge) miteinander mehr und mehr verflechten, stellt sich mir dieser komplexe Roman vor, der auch immer wieder historische Fakten wie die ersten Autos oder die legendäre „Tin Lizzy“ einbringt.

Die Geschichte lässt sich größstenteils gut lesen; manche Passagen erscheinen mir ein wenig holprig oder trocken und sie wurden von mir dann eher überflogen als wirklich gelesen... das tut einem solchen Seitenwerk aber keinen Abbruch. Die Sprache ist gut verständlich und vielfältig, viele Namen werden „verniedlicht“ wie z.B. Kitty oder Klippi, was einen Touch von Moderne in die Geschichte bringen soll und somit auch dem damaligen Zeitgeist entspricht.

Richtig spannend habe ich die Romangeschichte allerdings nicht empfunden: der ein oder andere Ausgang war vorhersehbar wie z.B. die div. Happy Ends der Liebesgeschichten. Aber manches wurde auch wieder spannend gezeichnet: so bleibt dem Leser bzw. der Leserin lange verborgen, was sich hinter der geheimnisvollen Tür im Laden von Frau Jordan abspielt...

Alles in allem ein ordentlicher Roman für alle Familiengeschichten- und Historienroman-Fans, die bereits durch das schöne Buchcover auf die herrschaftliche Geschichte eingestimmt werden. Mein Lieblingsbuch wird „das Erbe der Tuchvilla“ sicherlich nicht werden, aber wer die ersten beiden Bände schon kennt oder solche umfassenden Familiengeschichten liebt, ist hier sicherlich genau richtig. Viel Spaß beim Lesen!

Ein grandioses Ende einer Trilogie

Von: Catlovebooks Datum: 23. Februar 2017

ZUM INHALT:

Das Schicksal einer Familie in einer bewegten Zeit. Und eine Liebe, die alles überwindet.
Augsburg, 1920. In der Tuchvilla blickt man voller Optimismus in die Zukunft. Paul Melzer ist aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück und übernimmt die Leitung der Tuchfabrik, um der Firma wieder zu altem Glanz zu verhelfen. Seine Schwester Elisabeth zieht mit einer neuen Liebe wieder im Herrenhaus der Familie ein. Und Pauls junge Frau Marie will sich einen lang gehegten Traum erfüllen: ihr eigenes Modeatelier. Ihre Modelle haben großen Erfolg, doch es kommt immer wieder zu Streitigkeiten mit Paul – bis Marie schließlich die Tuchvilla mit den Kindern verlässt …


MEINE MEINUNG:

Dies ist der dritte und damit finale Teil der "Tuchvilla" Trilogie und ich war sehr gespannt auf den Abschluss.

Optisch passt dieses Buch absolut zu den beiden Vorgängern und auch dieses Buch ist wieder mega dick, aber aus der Erfahrung von den zwei Bänden davor, wusste ich, die lassen sich super gut weglesen und deswegen griff ich beherzt zu diesem Buch.

Zum Inhalt werde ich nichts sagen, da es nun einmal der dritte Band ist und man sollte auch die beiden Vorgänger gelesen haben und auch lesen, bevor man dieses Buch in Angriff nehmen will, da vieles vorausgesetzt wird, denn uns begegnen alle Charaktere aus den Bänden davor wieder und die Grundhandlung geht weite.

Auch bei diesem Buch kam keine Langeweile auf, denn es geht wieder einmal ganz schön zur Sache und mich zog es wieder komplett in seinen Bann und obwohl es ja eine historische Geschichte ist, kommt man super rein und es lässt sich super flüssig und schnell lesen.

Ich hatte absolut meinen Spaß mit diesem Buch, es ist einfach wieder toll geschrieben, mit tollen Charakteren und einer tollen Handlung, die nun hier ihren richtig guten Abschluss gefunden hat, mit dem ich sehr zufrieden bin.


5/5 Sterne

[Rezension] „Das Erbe der Tuchvilla“ von Anne Jacobs

Von: Lesefeuer Datum: 09. Februar 2017

„Das Erbe der Tuchvilla“ ist ein Roman von Anne Jacobs und erschien 2016 im Blanvalet Verlag.

Augsburg, 1920. In der Tuchvilla blickt man voller Optimismus in die Zukunft. Paul Melzer ist aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück und übernimmt die Leitung der Tuchfabrik, um der Firma wieder zu altem Glanz zu verhelfen. Seine Schwester Elisabeth zieht mit einer neuen Liebe wieder im Herrenhaus der Familie ein. Und Pauls junge Frau Marie will sich einen lang gehegten Traum erfüllen: ihr eigenes Modeatelier. Ihre Modelle haben großen Erfolg, doch es kommt immer wieder zu Streitigkeiten mit Paul – bis Marie schließlich die Tuchvilla mit den Kindern verlässt …

Meine Meinung:
Auch der letzte Teil dieser Trilogie ließ sich wieder flüssig und schnell lesen. Man begegnet den gewohnten Protagonisten aus den ersten beiden Teilen und es passiert einfach wieder furchtbar viel im Hause Melzer. Marie nimmt reiß aus weil in der Tuchvilla nicht alles glatt läuft. Für die alte Frau Melzer ist das einfach nur ungewohnt, sie kann sich nicht so recht mit der Emanzipation anfreunden. Auch wenn es mitten im Buch immer mal wieder spannend wurde, hat mich das Ende leider ein wenig enttäuscht. Eigentlich hätte ich mir gewünscht, dass das Buch zum Ende hin nochmal so richtig Fahrt aufnimmt. Dem war aber leider nicht so. Das Ende war, wie ich es mir erwartet hatte, aber trotzdem irgendwie trostlos. Es fehlte mir etwas die Spannung. Dennoch kann ich auch dieses Buch in Verbindung mit den anderen beiden Teilen uneingeschränkt weiterempfehlen. Wer historische Romane mag, der wird diese Reihe lieben. Mich hat es in jedem Fall auf den Geschmack gebracht, nicht nur zeitgenössische Literatur zu lesen.

Das Cover passt perfekt zum Titel und zur Geschichte und ist ähnlich dem Cover der ersten beiden Bände. Es reiht sich somit perfekt in diese Trilogie ein.

Anne Jacobs veröffentlichte unter einem anderen Namen bereits historische Romane und Sagas. Mit Die Tuchvilla erfüllt sie sich einen Traum und gestaltet ein Familienschicksal vor dem Hintergrund der jüngeren deutschen Geschichte.

Fazit: 4 Sterne.

Ich möchte mich ganz recht herzlich bei der Randomhouse Verlagsgruppe bedanken, die mir dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Das Ende der Tuchvilla-Saga

Von: DanielaU Datum: 06. Februar 2017

„Das Erbe der Tuchvilla“ ist der dritte und letzte Band um die Augsburger Fabrikantenfamilie Melzer und ihrer Angestellten in der sogenannten Tuchvilla.
Wer die ersten beiden Bände gelesen hat – was ich zum besseren Verständnis unbedingt empfehle – trifft hier auf viele alte Bekannte wieder.
Aber auch neue Figuren kommen hinzu, so stellt Mutter Melzer die Gouvernante Serafina von Dobern zur Betreuung der Enkel ein, aber diese fügt sich leider gar nicht gut in den Haushalt ein. Schließlich kommt es so weit, dass Kitty mit ihrer Tochter auszieht.

Paul Melzer hat die Leitung der Fabrik übernommen. Eine ziemliche Umstellung für seine Frau Marie, die sich nun ganz den Kindern widmen könnte. Doch in ihr schlummern noch mehr Talente und Paul ist großzügig genug, ihr ihren großen Traum zu ermöglichen: ein eigenes Mode-Atelier. Doch schnell wird ihm der Erfolg seiner Frau zu viel und als dann noch eine Sammlung aufsehenerregender Gemälde von Maries verstorbener Mutter auftaucht, kommt es zum Streit, der sich immer weiter hochschaukelt. Werden Paul und Marie eine Lösung finden oder ist ihre Beziehung zum Scheitern verurteilt?

Parallel zu den Ereignissen in Augsburg erfahren wir auch, wie es der älteren Schwester Elisabeth auf dem Gut in Ostpreußen ergeht. Auch Elisabeths Ehe steht unter keinem guten Stern, ist sie doch immer noch in einen anderen als ihren Ehemann verliebt!

Und dann gibt es natürlich noch Welt der Dienstboten! Deren Geschichten fallen in diesem Band für meinen Geschmack fast ein wenig zu sehr in den Hintergrund, die verschiedenen Beziehungsschwierigkeiten der Melzers nehmen einen weitaus größeren Stellenwert ein.

Insgesamt hat mich das Buch wieder gut unterhalten, zog sich aber an manchen Stellen auch ein wenig hin.

Gegen Ende überstürzen sich plötzlich die Ereignisse, es gibt einen Mord, der für mich nicht wirklich schlüssig in die Geschichte passte und es tauchen Personen aus den vorherigen Bänden wieder auf, die mir leider nicht mehr präsent waren und deren Wiederauftauchen auf mich auch irgendwie den Eindruck machte, als müssten jetzt schnell noch ein paar schlüssige Lösungen und Verbindungen her, damit am Ende alle glücklich und zufrieden sein können. Das schmälerte gegen Ende meine Begeisterung ein wenig.

Insgesamt war die Tuchvilla-Saga aber wirklich eine schöne Geschichte über ein „Downton Abbey in Augsburg“.

Unterhaltsamer Abschluss

Von: Leapunch Datum: 27. Januar 2017


Da ich schon die ersten beiden Teile der Trilogie verschlungen habe, konnte ich mir auch diesen Teil mal wieder nicht entgehen lassen. Das Cover ist im Stil der Reihe gehalten und passt sehr gut zu den anderen beiden Büchern. Für mich ist das fast schon das schönste der Reihe, ich liebe die wunderschöne Frau und ihr tolles Kleid und dann vor dem Hintergrund! Einfach perfekt gewählt!

Auf den Schreibstil der Autorin ist mal wieder Verlass, sie schreibt flüssig und detailreich, ich bin sofort wieder in die Geschichte versunken. Wir befinden uns im Jahre 1920 und die Autorin schafft es mal wieder spielerisch, dies zu vermitteln. Wir treffen bekannte Charaktere wieder, von denen ich die meisten ins Herz geschlossen habe, wir lernen aber auch neue und toll ausgearbeitete Charaktere wieder. Ich freue mich jedes Mal wieder auf ein neues Abenteuer in der Tuchvilla.

Die Charaktere sind alle sehr individuell gestaltet, sie haben Persönlichkeit und wirken in keiner Weise flach oder langweilig. Schon alleine deswegen liebe ich die Bücher der Autorin. Paul, der jetzt aus dem krieg zurückkehren durfte, hat nun die Tuchvilla wieder ganz unter Kontrolle, was vor allem Marie nicht ganz so gepasst hat. Sie ist mir unglaublich sympathisch, weil sie sich nicht mit der Rolle als Mutter und Ehefrau zufrieden gibt, sie strebt nach mehr, was für die damalige Zeit schon sehr besonders ist. Aber auch viele andere Charaktere haben eine tolle Persönlichkeit wie zum Beispiel die liebenswürdige Köchin Fanny, man muss sie einfach mögen!

Als Abschluss der Trilogie, hätte ich leider etwas mehr erwartet. Besonders das Ende hatte ich mir rasant, spannend und vor allem nochmal mit einigen Intrigen vorgestellt. Das Ende verlief jedoch etwas ruhiger und weniger spannend, ich kann nicht mal sehr gut beschreiben, was mir genau gefehlt hatte, ich habe es mir einfach etwas anders bzw. spannender vorgestellt. Es bleiben auch keine Fragen offen aber ich habe mir die Frage gestellt: "War es das jetzt?" und das hatte ich mir einfach nicht so vorgestellt.



Fazit:

Wer spannende, unterhaltsame und historische Familiengeschichten liebt, der dürfte mit dieser Trilogie sehr zufrieden sein. Als Abschluss der Reihe hatte ich mir am Ende etwas mehr gewünscht, es wirkte unspektakulär und ging mir einfach etwas zu schnell, was bei der Seitenzahl ungewöhnlich ist. Trotzdem hat mich das Buch gut unterhalten!

Es läuft nicht glatt bei Melzers

Von: leseratte1310 Datum: 23. Januar 2017

Nachdem Paul aus dem Krieg zurückgekehrt ist, hat er die Geschäfte der Melzerschen Tuchfabrik übernommen. Auch wenn in der Tuchfabrik ein wenig gespart werden muss, geht es allen, die hier leben, doch recht gut im Gegensatz zu vielen anderen Menschen, die Hunger leiden müssen, denn der Wert des Geldes sinkt von Tag zu Tag. Nachdem Marie lange Verantwortung für die Fabrik und die Arbeiter übernommen hatte, ist sie nun nicht ganz zufrieden mit ihrem Dasein als Ehefrau und Mutter. Daher ist sie überglücklich als ihr Paul ein Modeatelier einrichtet. Mit Enthusiasmus stürzt sie sich in die Arbeit. Alicia stellt eine Gouvernante für die Kinder ein, damit beweist sie aber wenig Feingefühl, denn Serafina von Dobern, eine Freundin von Pauls Schwester Elisabeth, ist nicht nur bei Marie und Kitty sehr unbeliebt, sondern auch beim Personal. Die von Dobern zeigt dann auch mit ihren Erziehungsmethoden und ihren Intrigieren, dass man sich vor ihr in Acht nehmen muss. Das treibt zunächst Kitty mit ihrer Tochter aus dem Haus und später auch noch Marie, die sich von Paul nicht verstanden fühlt, als Bilder ihrer Mutter auftauchen. Aber auch Elisabeth im fernen Pommern hat mit einigen Problemen zu kämpfen, so dass sie wieder zurück in die Tuchvilla kommt.
Nach den Vorgängerbänden „Die Tuchvilla“ und „Die Töchter der Tuchvilla“ ist es beim Lesen dieses Buches fast so, als würde man zurück in den Kreis der Familie kommen.
Der Schreibstil liest sich sehr schön flüssig und ist an die damalige Zeit angepasst. Die Charaktere sind alle sehr gut und individuell ausgearbeitet. Alicia ist das Oberhaupt dieser Familie und mit ihrer Entscheidung für die Einstellung von Serafina als Gouvernante bringt sie einigen Wirbel in die Familie. Kitty ist kapriziös wie eh und je und Paul ähnelt von seinen Einstellungen her immer mehr seinem Vater. Außerdem geht er Konflikten gerne aus dem Weg. So kommt es zwischen ihm und Marie zu Missverständnissen und Streit. Marie zieht zu Kitty und erwartet von Paul Entgegenkommen. Die beiden müssen lernen, dass man Kompromisse schließen muss. Elisabeth hat sich das Leben in Pommern sehr schön vorgestellt mit Mann und Verehrer und muss feststellen, dass Sebastian ein Mann mit Prinzipien ist.
Bunt und unterhaltsam geht es auch in den Personalräumen zu. Die resolute Köchin Fanny Brunnenmayer hat mir dabei am besten gefallen, denn sie kann nicht nur hervorragend kochen, sondern hat auch ein Herz für andere.
Das Ende dieser Geschichte war vorauszusehen, aber das ist nicht schlimm, denn der Weg dorthin war unterhaltsam und interessant. Aber obwohl mir das Buch wieder gut gefallen hat, ist es für mich der schwächste Band dieser Trilogie, denn am Ende ging mir alles ein wenig zu glatt und zu schnell.
Eine unterhaltsame Familiengeschichte.

Eine nette Familiengeschichte!

Von: gedankenbuecherei Datum: 13. Januar 2017

Bei Das Erbe der Tuchvilla von Anne Jacobs handelt es sich um den dritten Teil der Tuchvilla-Reihe. Ich habe ja ein Händchen dafür, solche Buchreihen immer wieder mit dem weiterführenden Teil einer Reihe zu beginnen. Das war mir zu Beginn, als ich es aussuchte, nämlich nicht bewusst, von dieser Reihe hatte ich noch nichts gehört. Trotzdem hatte ich keine Probleme damit, in die Geschichte reinzukommen, denn die jeweiligen Details, die für den Verlauf der Geschichte relevant sind, wurden nacherzählt und ich hatte nicht das Gefühl, irgendetwas nicht zu verstehen.
Als Einstieg lernt man die Protagonisten und somit die Familie Melzer kennen, die ganz besonders im Mittelpunkt steht. Man stößt hier auf viele Namen und Charaktere, weswegen ich zu Beginn etwas Schwierigkeiten hatte, mitzukommen. Nach einiger Zeit habe ich mich dann aber daran gewöhnt und gut in die Geschichte hinein gefunden.

Was mir besonders gut an dem Erzähl-Stil der Autorin gefallen hat, war die Abwechslung in den verschiedenen Kapiteln, jedes neue Kapitel wirft das Licht auf eine andere Personengruppe. So gibt es Kapitel, die von Paul und Marie, dem Liebespaar, um welches es hauptsächlich geht, handeln, sowie Kapitel über ihre Kinder, oder ihre Angestellten. Sehr interessant ist auch zu beobachten, dass es Unterschiede in der Sprache gibt, je nachdem welche Personengruppe gerade im Mittelpunkt steht. Sind gerade die Angestellten die Protagonisten, so wird die Sprache dialektal und „bäurisch“. Stehen die Kinder im Vordergrund, bekommt der Erzähler ebenso eine naive und infantile Art zu beschreiben. Es gab auch Kapitel über Pauls Schwestern Lisa und Kitty, welche mir auch sehr gut gefallen haben. In den Kapiteln über die Angestellten geht es vor allem um die Geldprobleme welche die Inflation vor allem im Jahr 1923 beschert und um den Zusammenhalt, gegenüber der verhassten Serafina von Dobern, die eingestellt wurde, um sich um Maries und Pauls Kinder zu kümmern, da Marie nun ihr eigenes Mode-Atelier hat und dies viel Zeit verschlingt. Schnell stellt sich heraus, dass Serafina als Hauptquelle allen Übels gilt und keine Gelegenheit auslässt, gegen Marie und Pauls Schwester Kitty zu sticheln, da diese sich fortschreitend entwickeln und emanzipieren, was sich für eine Frau hohen Standes selbstverständlich so gar nicht gehört. Da kommt es Serafina natürlich gerade Recht, dass Alicia Melzer, Pauls Mutter, komplett auf ihrer Seite steht und ihre Ansichten teilt, dabei nicht erkennt, welche Intrigen die Gouvernante spinnt. Stehen die Kinder im Mittelpunkt, so geht es hauptsächlich darum, dass beide Kinder den Ansprüchen ihres Vater nicht gerecht werden. Leo spielt nämlich leidenschaftlich gerne Klavier und Dodo interessiert sich sehr für Flugzeuge und Maschinenbau. Andersrum hätte der Vater sich das gewünscht. Damit hat jede Personengruppe seine eigene Handlung, in welche man abwechselnd Einblicke bekommt. Das ist auch der Grund dafür, dass keine Langeweile aufkommt und man nicht das Gefühl hat, das Buch sei langatmig.

Gewöhnungsbedürftig war vor allem die Sprache, allerdings muss man bedenken, dass das Buch etwa um 1925 spielt und damals auch anders gesprochen wurde als heute. Dadurch wirkt die Geschichte aber auch authentisch und gut vorstellbar und nach einer Weile kam ich damit auch sehr gut klar.

Hauptthema der Geschichte ist – wie der Klappentext bereits verrät – die Ehekrise von Paul und Marie und der damit verbundene Auszug Maries aus der Tuchvilla. Die ganze Geschichte zieht sich meiner Meinung nach viel zu lange hin und ich habe schnell die Lust an diesem Thema verloren. Zum Glück gab es noch spannendere Dinge, die in dem Buch passiert sind. Im Großen und Ganzen handelt es sich bei der Geschichte um einen Bericht, über das Zusammenleben einer Familie mit ihren Höhen und Tiefen über Monate, Jahre hinweg. Klar, dass hier viel passiert, aber bei vielem hatte ich das Gefühl, dass es nicht viel zum Vorankommen der eigentlichen Geschichte beigetragen hat. Bei vielen Geschehnissen, die passiert sind, habe ich mir die Frage gestellt, wieso das denn passiert ist, wo es doch überhaupt keinen Zusammenhang mit dem eigentlichen Thema gibt.
Das Ende empfand ich als schön, aber nichts besonderes, irgendwie war es vorhersehbar. Trotzdem gab es noch eine kleine Überraschung am Ende, die mir sehr gut gefallen hat und dafür sorgt, dass die Buch-Reihe offen bleibt, für eine weitere Fortsetzung.

FAZIT:
Ich war nicht begeistert, muss ich leider sagen, auch wenn die Geschichte gut erzählt war. Sie war leider nicht mehr als ganz nett, ich hatte nicht das Gefühl, ich müsste unbedingt weiterlesen, weil es so spannend war. Deswegen bekommt das Buch eine mittelmäßige Empfehlung, weil es dennoch nicht schlecht war und ich auch nicht das Gefühl hatte, mich zu langweilen.

Das Ende einer Ära?

Von: hasirasi2 Datum: 10. Januar 2017

„Das Erbe der Tuchvilla“ ist der 3. und damit letzte Band der Geschichte um die Augsburger Fabrikantenfamilie Melzer und spielt von 1923 bis 25.
Der erste Weltkrieg ist vorbei, die meisten Kriegsgefangenen, wie auch Paul Melzer (seit dem Tod seines Vaters das Familienoberhaupt), sind zurückgekehrt und ganz langsam erholt sich die Wirtschaft, auch in der Tuchfabrik geht es aufwärts.
Maries und Pauls Zwillinge Dodo und Leo und Kittys Tochter Henny gehen inzwischen zur Schule. Leo hat es nicht leicht, er wird in der Schule gehänselt und vom Vater kritisiert, weil er „kein richtiger Junge“ ist. Er mag keine Maschinen und klettert nicht auf Bäume – ihn interessiert nur das Klavierspiel. Seine Schwester Dodo hingehen wäre der perfekte Junge, sie will später unbedingt Pilotin werden. Beide Kinder machen es Paul und dessen Mutter Alicia nicht recht. Dazu kommt, dass Paul Marie das langersehnte Modeatelier einrichtet und sie sich deswegen angeblich zu wenig um Haushalt und Kinder kümmert – eine Gouvernante muss her! Alicia stellt dafür ausgerechnet Serafina von Dobern ein, eine verwitwete Freundin ihrer Tochter Elisabeth. Serafina verfolgt ihre ganz eigenen Pläne und torpediert Marie und Kitty wo es nur geht – bis beide Frauen mit den Kindern ausziehen ...
Und auch Elisabeths Ehe in Pommern geht schief, ihr Mann vergnügt sich lieber mit einer Magd. Doch Elisabeth ist kein Kind von Traurigkeit, ihr gefällt der Bibliothekar des Gutes, Sebastian Winkler. Nur ist der leider extrem schüchtern.

Ich habe lange überlegt, ob ich der Rezension den Titel „Die intrigante Gouvernante“ gebe – nicht nur, weil mir das Wortspiel gefällt, sondern weil gerade die Intrigen und Lügen von Serafina die Handlung unglaublich vorantreiben. Sie mischt sich in alle Belange der Familie ein, macht sich bei Alicia unerlässlich und treibt einen Keil zwischen Marie und Paul – anscheinend will sie Maries Stellung einnehmen. Serafina ist eine wunderbar hassenswerte Protagonistin, sowas hat man ja eher selten und deshalb machte es umso mehr Spaß, ihre Winkelzüge und Ränkespiele zu verfolgen. Natürlich gönnt man ihr den Sieg nicht, aber bewundert habe ich ihren Einfallsreichtum trotzdem. Ihre Pläne funktionieren auch deshalb so gut, weil Alicia sich von ihr einwickeln lässt und Paul der Meinung ist: das sollen die Frauen mal schön unter sich klären. Bis zuletzt scheint er nicht zu begreifen, dass sie seine Familie systematisch zu zerstören versucht – Männer eben.
Dabei kommt Serafina auch die beginnende und unerwünschte Emanzipation von Kitty und Marie zugute. Wie kann sich Marie nur mehr um ihr Atelier kümmern als um ihre Kinder und die Haushaltsführung?! Oder (die verwitwete) Kitty sich in der Künstlerszene rumtreiben, Männer anflirten und die Haare kurz tragen? So etwas macht eine ordentliche Frau von Stand nicht – schon gar nicht eine Melzer! Da prallen Welten aufeinander.

Aber auch im dritten Teil der Tuchvilla geht es nicht nur um die Probleme der Herrschaft, sondern auch um die der Bediensteten. Gerade 1923 schlägt die Inflation voll zu. Der Verdienst des Tages reicht manchmal kaum für ein Brot. Neu gegründete Existenzen wie der ehemalige Gärtner der Tuchvilla kämpfen schon wieder ums Überleben, die ersten Betriebsräte wurden gegründet – haben aber noch nicht wirklich viel zu sagen.

Anne Jacobs ist der Drahtseilakt, geschichtliche Hintergründe in eine tolle Familienstory zu verpacken, wieder sehr gut gelungen. Einzig das Ende war mir etwas zu abrupt und kompakt. Außerdem habe ich das Gefühl, dass sich die Autorin auch die Chance einer Fortführung nicht komplett verbauen wollte. Gerade der Strang um Kitty klang ganz nach einer Fortsetzung – diese muss ja nicht in der Tuchvilla oder in Deutschland spielen ;-) ...

Für diesen sehr spannungsgeladenen, abwechslungsreichen und unterhaltsamen Roman (ich habe die 700 Seiten in 4 nur Tagen verschlungen) vergebe ich die 4,8 von 5 Sternen und hoffe auf irgendeine Art der Fortsetzung!

Das Erbe der Tuchvilla

Von: Erdhaftig schmökert Datum: 03. Januar 2017

Der dritte Band der Geschehnisse in der und um die Tuchvilla in Augsburg herum ist genauso gut wie die ersten Bücher. Es geht in den 1920-er Jahren weiter und Anne Jacobs baute verschiedene Veränderungen gesellschaftlicher Natur mit ein, die diese Zeit lebendig werden lassen. Es geht dabei weniger um Partys und Inflation als um das Wegfallen gewisser Zwänge und daraus entstehender, familiärer Konflikte. Hilfreich ist, dass in der Tuchvilla immer noch mehrere Generationen der Familie unter einem Dach leben. Etwas, dass heutzutage wieder in anderer Form modern wird. Und damals noch gang und gäbe war. Dadurch entstehen in der Romanfamilie ein paar handfeste Streitereien, die durch die Seniorin des Hauses unbewusst gelegt werden, und es kommt zu Wendungen, die noch zehn Jahre zuvor undenkbar gewesen wären.

Die Ereignisse werden so erzählt, dass dabei kaum eine Person gänzlich unbeliebt erscheint. Aber durchaus kritisch. Das Buch lässt sich herrlich schmökern, man hat das Gefühl mittendrin zu sein.

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