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Julia Kröhn

Das Modehaus - Töchter der Freiheit

Roman

Hundert Jahre, drei Frauen und ein Traum - ein Traum von Samt und Seide, von Freiheit und Liebe.

Die goldenen Zwanziger, spektakuläre Modekollektionen und … Coco Chanel. Fanny hat genug von der altbackenen Mode im familieneigenen Imperium und will in Paris als Modeschöpferin durchstarten. Am Ende hat sie nur als Mannequin Erfolg, und auch dieser glitzernde Traum zerplatzt. 1946 kämpft Tochter Lisbeth im zerbombten Frankfurt ums nackte Überleben – und um das Modehaus ihrer Vorfahren. Erfindungsreich führt sie es in eine neue Zeit, zahlt dafür jedoch einen hohen Preis. 1971 ist Rieke die Liebe wichtiger als das Geschäft. Doch dann steht das Familienunternehmen vor dem Bankrott – und sie vor einer folgenschweren Entscheidung ...

Das Buch spielt in Frankfurt, Deutschland

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Leserstimmen

eine modische Zeitreise

Von: Ulla Leuwer Datum: 12. Mai 2019

Meine Meinung:
Ich finde es immer wieder interessant, besondere Entwicklungen über Jahrzehnte zu lesen. Hier stehen nun ein Modehaus und mit ihm drei besondere Frauen im Vordergrund. Ob es nun Fanny, Lisbeth oder Rieke ist, jede muss zu ihrer Zeit mit den Gegebenheiten fertig werden und jede trägt etwas zum Erfolg und Fortbestand des Familienunternehmens bei.
Die Autorin hat sehr fesselnd berichtet, was jede der Dreien erlebt und unternommen hat. Allerdings ist sie im Wechsel immer zwischen den Personen und Jahrzehnten hin und her gesprungen, was mich persönlich in meinem Lesefluss doch etwas gestört hat.
Trotzdem war es durchaus interessant zu lesen, mit welchem Modetrend sich jede abgeben musste und welche Schwierigkeiten durch die Kriegsjahre und den Einstellungen anderer entstanden.


Fazit:
Eine besondere Zeitreise durch die Jahrzehnte der Mode. Wer sich dafür interessiert, wird wahrscheinlich Gefallen an dem Buch finden.

Die Mode im Wandel mit interessanten Frauencharakteren

Von: Nicole Lehmann Datum: 06. Mai 2019

Da ich Julia Kröhn an ihrer Lesung in Leipzig mit ihrem Buch "Das Modehaus" gehört hatte, war ich sehr gespannt. Julia Kröhn hat viel über den Schreibprozess erzählt und auch über die verschiedenen Modestile. Dabei hat man bemerkt, dass die Autorin sich sehr mit der Mode in den verschiedenen Epochen auseinandergesetzt hat.

Das Buch mit dem wunderschönen Cover macht dann zusätzlich neugierig. Die Geschichte um drei Frauen während hundert Jahren ist interessant. Sehr detailreich erzählt die Autorin die Umgebung und man merkt, dass sie in Frankfurt zu Hause ist. Sie beschreibt die Winkel und Gassen sehr anschaulich. Als Leser fühlt man sich sehr nah beim Geschehen, was vor allem in der Kriegszeit sehr eindrücklich aber hart ist.

Die drei Generationen von Frauen werden authentisch beschrieben. Jede Generation hat ihre eigene Familie und Freunde, Stärken und Schwächen und Probleme. Zudem kommt bei jeder Generation eine andere gesellschaftliche Struktur zum Zuge. Dies ist zwar sehr interessant zum Lesen, jedoch war dies für mich auch etwas schwierig. Die Kapitel sind jeweils mit dem Namen gekennzeichnet, so dass man als Leser jeweils weiss, in welcher Geschichte man sich befindet. Da es aber drei ganze Geschichten waren, inklusive Familien/Freunde etc., musste ich mich manchmal sehr anstrengen, dass ich nichts durcheinander brachte.

Nichts desto trotz ist der Roman um das Bekleidungsgeschäft sehr gelungen. Es ist ein Buch, welches die Frau in den Mittelpunkt stellt. Die Männer sind zwar dabei, bleiben aber Nebendarsteller. Die Nebendarstellerin Alma wuchs mir richtiggehend ans Herz und ich freute mich jeweils sehr, wenn sie wieder irgendwo auftauchte.

Auch gefiel mir die Ganze Geschichte der Mode. Der Wandel wurde gut recherchiert und interessant wiedergegeben.

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3 Zeiten 3 Generationen

Von: hope23506 Datum: 15. April 2019

Schon der Klappentext hat mich unheimlich neugierig auf diese Geschichte gemacht. Ich bin auch recht gut in das Buch gestartet. In den Kapiteln wechseln sich immer die Geschichten der einzelnen Generationen ab, was es mir sehr leicht machte, die Personen einzuordnen und zu erleben. Den Schreibstil fand ich grandios. Das Buch lässt sich flüssig lesen und ist sehr bildhaft geschrieben. Besonders die Stärke und der Kampfgeist der Frauen tritt hier besonders in der Vordergrund. Jede für sich hatte es nicht leicht und musste kämpfen. Man hat beim Lesen auch erkannt, wie genau und detailverliebt die Autorin recherchiert hat. Gesellschaftliche Ereignisse wurden ebenso in die Geschichte verflochten wie auch die Rolle der Frau zu der jeweiligen Zeit. Leider konnte ich keine Beziehung auf emotionaler Seite zu den Charakteren aufbauen. Mir fehlte ein bisschen die Gefühle, wodurch alle drei Frauen für mich sehr unnahbar wirkten.
Trotzdem sehr interessant und lebensnah geschrieben. Mich konnten die Schicksale, abgesehen von der Unnahbarkeit der Protagonisten, doch berühren, was sicherlich auch an den Umständen der jeweiligen Zeil liegen mochte.
FAZIT:
Interessant und abwechslungsreich, aber leider zu wenig Emotionen und unnahbare Charaktere.

Drei Frauen. Drei Generationen. Ein Modehaus.

Von: Little Shamrock Library Datum: 12. April 2019

Wow!!! Julia Kröhn ist hier wieder ein emotionaler, mitreißender, gefühlvoller Roman gelungen. Wir springen durch drei Generationen.
Fanny, Lisbeth und Rieke sind die Protagonistinnen dieser Geschichte.
Jedes Kapitel ist einer der dreien gewidmet, immer abwechselnd begleiten wir eine der Damen durch ihr Leben. Natürlich sind diese unweigerlich miteinander verknüpft.

Als Schauplätze haben wir Frankfurt, Paris und New York.
Julia Kröhn kann den Leser regelrecht in einen andere Zeit katapultieren. Als Historikerin sind ihre Bücher absolut detailgenau recherchiert. Es ist leicht mit ihr durch die Zeit zu reisen.

Schwer wiegen die Zeiten des Krieges und der Nachkriegszeit. Mich hat es als Leser gepackt. Diese schweren, unmenschlichen Zeiten mit den Protagonistinnen zu erleben, war emotional. Es ist eben nicht nur einfach eine Geschichte, ein Roman, nein, Julia Kröhns Modehaus, regt zum nachdenken an. Solche Zeiten sollten wir nie wieder zulassen.
Gleichweg fasziniert dieses Buch. Die Überlebensweise und Kreativität der Damen scheint grenzenlos. Jede auf ihrer Art meistert ihr Leben. Ob sich dabei die Träume jeder einzelnen verwirklichen, mag ich hier nicht verraten, lest am besten selbst.

Letztendlich kann man sagen, dass das Modehaus, die Mode und Modedesign lapidare Themen wenn sind, wenn man im Krieg lebt bzw. in den Trümmern der Nachkriegszeit überleben muss. Und doch scheinen eben solche lapidaren Dinge, die Menschen am Leben zu halten. Es ist ihr Halt, ihr Traum, ihre Stütze.

Ein wirklich wundervolles Buch, ich spreche eine ganz klare Leseempfehlung aus und bedanke mich von Herzen bei Julia für die tolle Geschichte und meine damit einhergehende Lesezeit.
Ebenso bedanke ich mich bei der Verlags Gruppe Random House und dem Bloggerportal für mein Rezensionsexemplar

Die Königinnen

Von: Streifis Buecherkiste Datum: 09. April 2019

Das Modehaus führt uns in drei Zeiten und wir begleiten drei Frauen. Einmal Fanny, die es kurz nach dem ersten Weltkrieg nach Paris zieht, um dort als Modeschöpferin zu arbeiten, da ihr daheim die Unterstützung fehlt. Dann Lisbeth, die nach dem Krieg versucht das Modehaus König wieder aufzubauen und nach dem Krieg wieder neu anzufangen. Und zu guter Letzt ihre Tochter Rieke, die sich Anfang der siebziger Jahre plötzlich mit der Leitung des kurz vor dem Konkurs stehenden Modehauses beschäftigen muss. Allen dreien werden immer wieder Steine in den Weg gelegt und alle drei müssen sich klar werden, was sie aus ihrem Leben machen wollen.
Dabei sind die drei sehr verschieden. Fanny widersetzt sich den Konventionen und bricht aus, wohingegen die beiden anderen auf ihre Weise ihr Leben so leben, wie es von ihnen erwartet wird. Beide wagen den Ausbruch aber nur eine von beiden bekommt am Ende ihre Wünsche und die Erwartungen der Anderen unter einen Hut.

Das Buch zeigt sehr deutlich die Einschränkungen, unter denen die Frauen des letzten Jahrhunderts lange zu leiden hatten. Die Freiheit selbst über sich und ihr Leben zu entscheiden blieb den meisten Frauen verwehrt. Entweder durften sie von Staats her nicht arbeiten, oder weil der Mann es nicht wollte. Oder aber sie durften arbeiten, aber nur zu den Bedingungen der Männer.

Julia Kröhn ist es gelungen die Zeiten farbig einzufangen. Man sieht die Bilder vor Augen, Frankreich und Italien in den Zwanzigern, das zerbombte Frankfurt nach dem Krieg und das wiederauferstandene Frankfurt in den Siebzigern. Auch die gesellschaftlichen Gegebenheiten sind toll wiedergegeben. Wie die Frauen nach den Kriegen anpackten und wie es in den Siebzigern absolut unüblich war, als Ehefrau und Mutter arbeiten zu gehen. Und wie gleichzeitig über Abtreibung und die richtige Form des Feminismus diskutiert wurde.

Das Buch wird nicht chronologisch erzählt, es wechselt immer zwischen den Geschichten von Fanny, Lisbeth und Rieke. So fügt sich das Gesamtbild der Familie auch erst ganz am Ende zusammen.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, allerdings bin ich mit den drei Frauen nicht wirklich warm geworden. Dafür waren sie mir alle drei zu spröde und gefühlsarm. Die durchaus vorhandenen Gefühle werden regelmäßig unterdrückt und verleugnet. Glücklich ist keine der drei damit. Am nächsten ist mir am Ende doch Rieke gekommen, wahrscheinlich weil es der einzige Teil ist, der in der Ich-Form geschrieben ist.

Alles in allem war es ein schönes Buch, das mich aber emotional nicht so richtig packen konnte.

Spannendes Szenario - aber anstrengend zu lesen

Von: Kathrin Nievelstein Datum: 03. April 2019

Die Autorin, in Österreich geboren, lebt schon viele Jahre am Schauplatz ihres neusten Romans, der Stadt Frankfurt am Main. Und dies merkt man der Geschichte von Anfang an an – sei es durch das eindrückliche Beschreiben des glühenden Mains oder die verschiedenen Winkel der Stadt, in die uns die Protagonisten mitnehmen. „Das Modehaus“ handelt von drei Geschichten – drei Generationen (Großmutter Fanny, eine Rebellin der 20iger; Mutter Lisbeth, die kreative Überlebenskünstlerin der 50iger; Enkelin Rieke, berufstätige Mutter der 70iger) – die auf den ersten Blick so unterschiedlich erscheinen, aber letztendlich doch an einem Strang ziehen.

Julia Kröhn zeigt uns auf interessante, aber leider auch ziemlich anstrengende Weise das Leben in diesen drei Jahrzehnten, die immer auch das darauffolgende geprägt haben. Die Aufbruchstimmung der 20iger, in welchem auch die Frauen Schritt für Schritt den Spaß entdecken; daraus entstehen selbständige, starke Frauen der 50iger, die im Krieg die Familie ernähren, Kriegsrückkehrer auffangen und das Land neu aufbauen müssen und nicht zuletzt die bunten Hippie-70iger mit dem Kontrast zwischen der suchenden, sich ausprobierenden Generation und den Familienmenschen, die das Glück im Altbewährten finden... eine spannende Reise, die gekonnt von der Autorin beschrieben wird. Viele Geschehnisse spielen sich beim Lesen vor meinem inneren Auge ab und den drei Protagonistinnen konnte ich größtensteils auch gut folgen... aber den einzelnen Kapiteln leider nicht!

Das große Manko dieses Romans ist für mich das „Kapitel-Hopping“. Wir wechseln immer wieder von einer Generation zur nächsten. Und mir fiel es ehrlich gesagt nicht leicht, nach zwei anspruchsvoll zu lesenden Generationenkapiteln wieder zurück zur ersten zu finden... was bei einem Wechsel von 2 Ebenen noch recht einfach erscheint, wirkt für mich bei einem Wechsel zwischen 3 Ebenen störend und anstrengend – ein Stimmungskiller, der mich das Buch immer wieder weglegen ließ (eigentlich untypisch für mich, bin ich doch der „in-einem-Rutsch-Leser“).

Dass ich dennoch bis zum Ende durchgehalten habe – und das Lesen des Endes lohnt sich! - ist wirklich der wunderbaren, bildlich anregenden Sprache der Autorin geschuldet, die ein spannendes Szenario geschaffen hat. Gerne würde ich diesen Roman als Verfilmung sehen... ein bisschen Anregung hierzu findet sich ja schon im Buchcover, welches gut und gerne als Filmcover durchgehen würde ;)

Alles in allem ein inhaltlich lesenswerter Roman für den konzentrierten Leser; mit eingeschränkter Empfehlung aufgrund des Kapitel-Hoppings, aber mit Daumen hoch für die Geschichte der drei faszinierenden Frauen rund um das Modehaus in Frankfurt am Main.

Tolles Buch

Von: EvaMaria Datum: 26. März 2019

Das Buch ist nicht meine erste Geschichte der Autorin und ich hoffe es werden noch viele mehr, denn ich mag ihren Stil. In diesem Buch erzählt uns die Autorin die Geschichte von drei Generationen Frauen, darunter sind Fanny, die Großmutter, Lisbeth, die Tochter und Rieke, die Enkelin. Da wir hier drei Erzählstränge haben, wird man als Leser in drei verschiedene Zeiten geschickt und so bleibt es absolut abwechslungsreich. Die Geschichten der drei Frauen wird aber auf sehr geschickte Weise verbunden. Wenn man jetzt den Titel liest, denkt man, dass die Autorin das Hauptaugenmerk auf die Mode liegt, aber dem ist sowas von nicht so. Es werden auch Themen wie Liebe oder auch Freiheit angesprochen, denn Fanny in den goldenen 20 Jahren hatte es nicht leicht. Sie musste für die damalige Zeit auch sehr stark sein. Sie ging beispielsweise für ihren Traum nach Paris und das als Frau.

Im großen und ganzen hat mir das Buch richtig gut gefallen, denn ich mag Geschichten aus der Vergangenheit. Ich fand die Handlung hier auch sehr emotional, denn ich habe bei jeder der drei Frauen regelrecht mitgelitten, ob es denn alles so mit ihren Wünschen und Träumen klappen wird. Auch Lisbeth hatte nach dem Krieg sehr viel zu tun, denn sie musste das Modehaus retten, was nach einem Krieg nicht leicht war, denn die Leute hatten einfach andere Dinge zu tun. Ich fand das Buch aber auch sehr interessant und zwar gerade die historische Komponente.

Die Protagonisten fand ich gelungen und glaubwürdig. Ich könnte jetzt nicht sagen, welche der drei Frauen ich am sympathischsten finde, aber ich empfand aber alle als interessant und authentisch. Am besten hat mir die Erzählung von Fanny gefallen, denn ich mag einfach die 20 Jahre. Finde ich eine tolle Zeit und der Autorin ist es sehr gut gelungen, dass damalige Lebensgefühl zu beschreiben.

Die Schreibweise war toll und das Buch lies sich sehr flott lesen. Die Geschichte wird aus wechselnder Perspektive der Protagonisten erzählt, was mir gefallen hat, denn so bekommt man einen tollen Einblick in das entsprechende Gefühlsleben. Die Handlungsorte und auch die jeweilige Zeit wurden sehr real und beeindruckend dargestellt, sodass ich mich sehr gut in die Handlung einleben konnte.

Das Cover finde ich toll und ich würde es als Eyecatcher bezeichnen.



Fazit:
Tolles Buch. Eine sehr emotionale Geschichte, die mich toll unterhalten hat. Kann ich definitiv empfehlen.

5 von 5 Sterne

Drei Frauen, drei Generationen - eine Familiensaga

Von: Hanne / Lesegenuss Datum: 19. März 2019

In dem Roman wird die Geschichte dreier Frauen erzählt, verbunden mit dem Modehaus der Familie. Dies geschicht über einen Zeitraum von einem guten Jahrhundert. Als Leser wird man zurückversetzt in die Zeit des Ersten und Zweiten Weltkriegs, wo sich vieles abspielt, was für die Handlung interessant ist. Fanny, Lisbeth, Rieke, in den jeweiligen Kapiteln erfährt man deren Geschichte. Beginnend 1914 mit Fanny, dann geht es mit Lisbeth 1944-1945 weier und nach einem großen Zeitsprung 1971 mit Rieke.
Hauptsächlicher Handlungsort ist Frankfurt. Wer sich für Geschichte interessiert, wie es den Menschen im Krieg erging und was diese Zeit mit ihnen machte, fließt der historische Hintergrund rundum mit in die Handlung ein. Und ebenso Familiengeschichten. Zu Beginn muss ich aber sagen, man sollte sich für den Einstieg Zeit nehmen, um die einzelnen Protagonisten kennenzulernen. Dies kann schon nach den ersten drei Kapiteln sein, aber auch später. Eine kleine Auflistung der Kapitelfolgen nur mal kurz zur Info am Ende meiner Lesermeinung.
Ich für mich habe ein gutes Drittel gebraucht, um richtig in die Geschichte hineinzuwachsen. Hiernach gewinnt das Buch schon an Stärke. Allerdings muss ich sagen, dass die Idee dieses Drei-Generationen-Romans gut ist, doch man hätte meiner Meinung das splitten sollen.
Eine Zusammenfassung zum Inhalt ergibt sich nicht - siehe Klappentext. Anfänglich fand ich einen schlechten Zugang zu den Charakteren. Ich mochte Fannys Story. Dann wiederum Riekes Auftritt in Paris, als sie ihre Schwester Vera für einige Tage besucht, ziemlich überspannt, merkwürdig.
Das Cover finde ich gelungen" Hier sieht man eine Frau der Zeit, bereit für den Aufbruch, m. E. um glücklich zu werden.
Romane, die etwas bewegen, nämlich Erinnerungen an Vergangenes und dazu gehören eben auch die Art fiktiver Familiengeschichte verflochten mit historischem Hintergrund. Es ist gut die Vergangenheit zu kennen, um klar in die Zukunft zu schauen.

Das Modehaus - Töchter der Freiheit

Von: MarySophie Datum: 14. März 2019

Handlung:
Frankfurt 1914
Fanny lebt in den goldenen Zwanzigern und hat große Pläne. Ihre Leidenschaft für Mode wurde ihr in die Wiege gelegt, hat doch die Mutter selbst einen Miederladen. Doch Fanny will Kleiderträume erschaffen, die der Frau Freiheit geben und sie weg von dem Korsett bringen. Klammheimlich verschwindet Fanny nach Paris, um sich dort ein Standbein als Modeschöpferin aufzubauen.

Frankfurt 1946
Der Zweite Weltkrieg ist vorbei. Lisbeth kämpft nicht nur um das Überleben von sich und ihrer Familie, sondern will auch das Modehaus ihrer Eltern wieder aufbauen. Dazu findet Lisbeth besondere Ideen, wird erfinderisch und überwindet Höhen und Tiefen, trifft einen besonderen Menschen und am Ende wird ihre Welt auf den Kopf gestellt...

Frankfurt 1971
Rieke führt ein zufriedenes Leben als Ehefrau, Mutter und Hausfrau. Ihr Bruder Martin leitet währendessen das Familienunternehmen, an dem auch Rieke sehr hängt. Bis Martin eine folgenschwere Entscheidung trifft und die Karten für Rieke neu gemischt werden. Sie steht vor der Entscheidung: die Liebe oder eine Karriere...

Meinung:
Das Cover gefällt mir wirklich gut, es spiegelt den Inhalt und die Themen des Romans ein Stück weit wieder. Im Vordergrund des Romans stehen drei starke Frauen mit einem Ziel, die gut durch die Dame auf dem Bild dargestellt werden. Anhand ihrer auffallenden Kleidung sticht sie stark ins Auge und zeigt ein Thema des Romans auf. Insgesamt finde ich die Farben stimmig und passend, es ist ein schönes Gesamtbild und gefällt mir.

Es gibt drei Zeitstränge, in einem immer gleichen Wechsel reist man mit Fanny, Lisbeth und Rieke durch die Zeit, lernt sie kennen und lüftet mit ihnen Geheimnisse. Zu Beginn eines jeden neuen Kapitels steht der Name und eine Jahreszahl, wodurch es immer eine klare Abgrenzung zwischen den Zeiten gab.

Es gibt einen interessanten Einstieg in den Roman, welcher erst ganz am Ende der Buches Sinn macht. Hier werden schon Geheimnisse angedeutet, die mit der Zeit gelüftet werden. Danach gibt es einen direkten Einstieg in die Handlung, welche stets spannend und angenehm geschildert wurde. Die Autorin Julia Kröhn nutzt eine leichte, gut und einfach verständliche Sprache, die den Roman zu einem Lesevergnügen werden lässt.
Nicht nur die Mode, das Modehaus König, sondern auch ein roter Schal zieht sich wie ein Faden durch den Roman und tauchen immer wieder auf. Das war ein Detail, das mir wirklich gut gefallen, es hat die Geschichte an sich rund gemacht.

Als Setting dient durchweg Frankfurt, allerdings zu verschiedenen Zeiten und somit auch zu verschiedenen Zuständen. Besonders bei Lisbeths Erzählungen wurde die Stadt ausführlich beschrieben und eindrucksvoll gezeigt, wie die Stadt nach dem Krieg aussah und wie das alltägliche Leben ablief.

Im besonderen Mittelpunkt stehen die drei Damen und sie wurden wirklich genau und stark dargestellt. Lange Zeit habe ich besonders mit Fanny sympathisiert, ihre Erlebnisse und auch die Zeit der goldenen Zwanziger hatte für mich einen besonderen Reiz. Doch irgendwann ließ das leider für mich nach, Fanny wurde für mich zu unsicher und unentschlossen, sie hat sich häufig treiben lassen und ihr Leben nicht richtig in die Hand genommen. Genau das hat mich auch bei Rieke gestört, mit ihr wurde ich gar nicht richtig warm. Ihr Leben war zu sehr von anderen und auch von gesellschaftlichen Normen bestimmt, teilweise hatte ich das Gefühl, dass sie jeder in eine andere Richtung schieben wollte und sie dadurch ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse vergessen hat.
Lisbeth war eigentlich durchweg die Stärkste und ich konnte sie nur durchweg für ihre Tatkraft, ihren Erfindungsreichtum und ihr Durchhaltevermögen bewundern. Als Charakter war sie etwas schwierig, sie war ein ernster und strenger Mensch, mit dem ich mich schwer getan habe. Sie hatte gefühlt nur sehr wenig Herzlichkeit und dadurch fiel es mir schwer, eine Bindung zu ihr aufzubauen.

Fazit:
Eine wirklich interessante Handlung mit Frauen, die auf den ersten Blick sympathisch wirken und tolle Charakter sind, aber auf Dauer eher schwierig werden und ihren ersten positiven Eindruck verlieren. Ansonsten finde ich, dass es geschickt gelöst wurde, wie sich die Geheimnisse und alle Probleme aufgelöst haben und alles rund wurde. Besonders gut gefallen hat es mir, wie immer der Zahn der Zeit getroffen wurde und die verschiedenen Jahrzehnte einfach und gut dargestellt wurden.

Drei Frauen die für ihren Traum kämpfen

Von: Ariettas Bücherwelt Datum: 06. März 2019

Inhaltsangabe:
Hundert Jahre, drei Frauen und ein Traum - ein Traum von Samt und Seide, von Freiheit und Liebe.

Die goldenen Zwanziger, spektakuläre Modekollektionen und … Coco Chanel. Fanny hat genug von der altbackenen Mode im familieneigenen Imperium und will in Paris als Modeschöpferin durchstarten. Am Ende hat sie nur als Mannequin Erfolg, und auch dieser glitzernde Traum zerplatzt. 1946 kämpft Tochter Lisbeth im zerbombten Frankfurt ums nackte Überleben – und um das Modehaus ihrer Vorfahren. Erfindungsreich führt sie es in eine neue Zeit, zahlt dafür jedoch einen hohen Preis. 1971 ist Rieke die Liebe wichtiger als das Geschäft. Doch dann steht das Familienunternehmen vor dem Bankrott – und sie vor einer folgenschweren Entscheidung ...


Meine Meinung zum Buch und Autorin:
Sehr beeindruckend erzählt, Julia Kröhn die Geschichte von drei Generationen von Frauen, ihrem großen Traum, von Mode, den Kampf um das Modehaus König ein Familien Unternehmen, zu erhalten. Es geht aber nicht nur um den Traum von Kleidern aus Samt und Seide, nein auch den Kampf für Freiheit und der Liebe. Sie hat die Schicksale dieser drei Frauen, Fanny die Großmutter, ihre Tochter Lisbeth und Enkelin Rieke, sehr Bildhaft und berührend erzählt. Die Figuren sind sehr lebendig und Authentisch beschrieben. Die einzelnen Charaktere und deren Gefühle, sind sehr gut nachvollziehbar beschrieben, so das man sich sehr gut in jede einzelne von ihnen hinein versetzen konnte, und mit ihnen sich gefreut und auch gelitten hat. Sehr schön sind auch die drei Erzählstränge mit einander verknüpft, angefangen in den goldenen zwanzigern Jahren, als Fanny es satt ist, mit der hausbackenen Mode des Familienimperiums, und nach Paris geht. Sie träumt von einer großen Modekarriere, ob sie je ihre Träume, Sehnsüchte und Hoffnungen in Erfüllung gehen. Ich habe mit ihr gebangt und gehofft, sie aber auch bewundert für ihren Mut, alles auf eine Karte zu setzen. Bestimmt nicht leicht in der damaligen Zeit, wenn man an die Rolle der Frau denkt. Auch ihre Tochter Lisbeth hat es nicht leicht, nach dem zweiten Weltkrieg 1946, auch sie kämpft in der zerbombten Stadt Frankfurt ums nackte Überleben und den Erhalt des Modehauses. Sie hat es wirklich alles andere als leicht, ich habe sie für ihre schöpferische Erfindungen bewundert, aus alten Lumpen, neue Mode zu machen. Aber für was für einen Preis, der Kampf ist nicht leicht, sich in einer Männerdomäne zu behaupten. 1971 kommt Enkelin Rieke ins Spiel, die Teilhaberin des Imperiums ist, und die Führung ihrem Bruder überlässt, da ihr ihre Familie wichtiger ist. Das es ein großer Fehler war, erkennt sie erst sehr spät, als das Modehaus vor dem Bankrott steht, ob sie es schaffen wird das Ruder herumzureißen, sie steht vor großen Herausforderungen.
Das alles hat sie sehr mitreißend und Intensiv erzählt, man sah die verrückten und goldenen zwanziger, den Krieg und das zerbombte Frankfurt vor sich. Ich habe alle drei Frauen bewundert, die eines gemeinsam haben, Kraft, Mut und Stärke.

Eine Familiengeschichte, die mich nicht überzeugen konnte

Von: Rebecca K. Datum: 02. März 2019

Fanny hat genug von ihrem Leben in Frankfurt in den 20erJahren und möchte in Paris als Modeschöpferin Erfolg haben. Doch schnell muss sie erkennen das nichts einfach ist.
Lisbeth kämpft in den 40er Jahren ums nackte Überleben und versucht mit ihrem Geschick ihre Familie und sich durchzubringen.
Rieke steht in den 70er Jahren vor der Entscheidung das Modehaus ihrer Familie zu retten und nimmt dabei auch in Kauf, dass ihre Ehe dies nicht überstehen könnte.

Da ich sehr gerne Familienromane lese hatte mich dieses Buch hier angesprochen und ich war wirklich sehr neugierig auf das Buch und habe voller Vorfreude zu lesen begonnen.
Leider ist mir der Einstieg in den Roman gar nicht leicht gefallen und so richtig warm wurde ich bis zum Schluss nicht.
Mir war klar, dass der Roman auf drei Erzählstränge aufgebaut sein würde aber so wie es dann von der Autorin gewählt war habe ich mich sehr schwer getan.
Auf knapp 530 Seiten pendelt man die ganze Zeit zwischen den drei Frauen und Jahrzehnten, so musste man immer genau aufpassen um gedanklich auch alles der richtigen Figuren zuzuordnen. Dabei war das erzählte teilweise so langatmig und ausführlich erzählt, dass ich nie viele Seiten am Stück lesen konnte da meine Gedanken irgendwann abgeschweift sind und so habe ich ewig für das Buch gebraucht.
Die Geschichten von Fanny und Lisbeth fand ich noch als sehr interessant und spannend aber die von Rieke fand ich nur nervtötend und habe hier meistens auch nur Quergelesen.
Da die Spannungsbögen in allem drei Erzählsträngen bis zum Schluss gespannt waren konnte man sich so während des Lesens seine Gedanken machen wie wohl alles Enden wird.
Auch dem Handlungsverlauf konnte man gut folgen auch wenn ich manche Entscheidungen einfach nicht nachvollziehen konnte und ich manches einfach zu übertrieben dargestellt fand.
Die Figuren des Romans egal ob Haupt- oder Nebenfiguren waren alle sehr anschaulich beschrieben, so dass man sich diese während des Lesens gut vorstellen konnte.
Auch die Handlungsorte waren alle so beschrieben um sie sich vor dem inneren Auge entstehen lassen konnte beim Lesen.
Alles in allem hatte der Roman vom Klappentext her mehr versprochen als er dann gehalten hat und mich persönlich konnte der Roman so gar nicht überzeugen und deshalb vergebe ich drei von fünf Sternen was ich ehrlich Schade finde.