Blick ins Buch

Jetzt bestellen:

Buch
eBook

€ 20,00 [DE] | CHF 28,90 [CH] | € 20,60 [A]

€ 15,99 [DE] | CHF 19,00 [CH]

Lilli Beck

Mehr als tausend Worte

Roman

Liebe und Hoffnung in einer Zeit, die kein morgen kennt …

Berlin, 9. November 1938: Aliza erwacht von durchdringenden Schreien, als ihr Großvater von der Gestapo abgeholt wird. Die politische Lage in Deutschland spitzt sich immer weiter zu, doch entgegen aller Mahnungen weigert sich ihr Vater, ein jüdischer Arzt, das Land zu verlassen. Nur seine Tochter will er im Ausland in Sicherheit bringen. Aliza ist am Boden zerstört, dass sie Fabian, ihre große Liebe, zurücklassen muss. Beim Abschied versprechen sich die beiden, nach ihrer Rückkehr zu heiraten. Doch werden sie die Wirren des Krieges überstehen?

Das Buch spielt in London, Großbritannien

Regelmäßig neue Buchtipps bekommen!

Leserstimmen

Mehr als tausend Worte die ins Herz treffen

Von: Buecherseeele79 Datum: 21. Juni 2019


Aliza und Fabian haben sich getroffen und sofort ineinander verliebt. Doch die Zeit und Geschehnisse heißen diese Liebe nicht gut.. denn Aliza ist Jüdin und Fabian von „arischem“ Blut, ihre Liebe ist 1938 verboten.
Als wäre dies nicht schon schrecklich genug wird der Großvater von Aliza von der Gestapo in der Nacht abgeholt, die Verbote und der Hass gegen Juden nimmt erschreckend zu und der Vater von Aliza sieht nur eine Möglichkeit – sie mit einem Kindertransport nach England zu schicken damit sie sicher ist.
Währenddessen erhält Fabian den Einberufungsbefehl der Wehrmacht.... beide geben sich das Versprechen aufeinander zu warten, sich zu finden und zu heiraten.... dann bricht der zweite Weltkrieg aus...

Ich bedanke mich bei der Autorin die mir ein Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Der Beginn konnte mich sofort in die Zeit schleudern und man trifft umgehend auf ein schreckliches Erlebnis – die Gestapo holt den Großvater von Aliza mitten in der Nacht ab.
Da stockt einem als Leser erstmals das Herz und ab da entwickelt die Geschichte eine Dynamik der man sich nicht mehr entziehen kann.

Der Schreibstil ist sehr packend, gefühlvoll und trifft den Nerv, den Angst, dieses Ungewisse der damaligen Zeit sehr genau.
Auch sind weitgehend alle Protagonisten entweder sympathisch oder ablehnend.

Die jüdische Familie Landau spielt hier die Hauptrolle, speziell Tochter Aliza.
Durch diese Protagonisten hat die Autorin gekonnt ein Zeitfenster geschaffen welches die Auswirkungen für die Juden, zur damaligen Zeit, gekonnt aufgreift und für den Leser erschreckend begreiflich macht.
Das man nicht einfach so seine Sachen packen konnte um zu verschwinden, dass auch oft die Verantwortung für den Beruf – Aliza´s Vater ist Arzt – einen zurückhält, die Großeltern, die eine weite Reise bzw. Flucht gar nicht mehr überstehen würden, man seine Sachen, seine Wertpapiere alle gar nicht einpacken kann bzw. darf.

Die andere Seite lernt man durch den „Blockwart“ Karoschke kennen, er ist der NSDAP treu ergeben, verwaltet das Haus und hält trotzdem „seine schützende Hand“ über die Familie Landau. Wie sich dies aber in seinen Augen abspielt wird hier sehr schnell sehr deutlich klar und man schwankt öfter zwischen Wut und Fassungslosigkeit.

Die Liebe zwischen Fabian und Aliza ist toll in Szene gesetzt, vor allem weil Fabian sowie seine Familie, sich nicht um die Rassengesetze kümmern, sie bleiben der Familie Landau weiterhin treu und freundlich gegenüber und begeben sich damit täglich selbst in Gefahr.
Man weiß was die Nazis damals verlangten wenn man „jüdisches Blut“ in der Familie hatte, hier liegt der Augenmerk auf die Liebe die über dieses Gesetze hinwegsieht und sich nicht distanzieren will.

Kindertransporte nach England wurden damals viel angeboten damit wenigstens die Kinder, meist von jüdischen Familien, in Sicherheit sind.
Gehört hatte ich davon schon oft aber in diesem Buch nimmt dann Aliza den Hauptakt ein als sie von ihrer Familie sich loseisen muss um in England sicher zu überleben.
Was aber hieß dies damals für die Familien?
Vor allem, was hieß es damals für die Kinder die in ein fremdes Land gebracht wurde, ohne Familie, ohne Freunde, ohne dass sie die Sprache beherrschten?

Und wie wechselte die Stimmung als England gegen Deutschland in den Krieg zog?
Wie sicher und angenehm war dann das Leben von jüdischen Kindern?
Wie die Angst um die Familie daheim? - durch die Möglichkeiten von Nachrichten und genauer Berichtserstattung?

Hier liegt der Augenmerk der Autorin, auf die Möglichkeit der Transporte, die Sicherheit für die eigenen Kinder und wie sich ihr Leben dadurch verändert hat, was für eine ungewisse Zukunft aber auch Gefühlslage sie tagtäglich erleben mussten.

Im Ganzen kann ich dieses Buch nur dringend empfehlen da es, wie so viele Bücher zu diesem Thema, heute wichtiger denn je ist.
Eine ganz klare Leseempfehlung!



Eine berührende Geschichte, die unter die Haut geht

Von: zauberblume Datum: 31. Mai 2019

In ihrem neuen Roman "Mehr als tausend Worte" entführt uns die Autorin nach Berlin. Hier befinden wir uns mitten im Krieg, im Jahr 1938.

Wir lernen Aliza und ihre Familie kennen. Ihr Vater, ein jüdischer Arzt, setzt alles daran, auch in diesen schwierigen Zeiten, Verletzte und Kranke zu versorgen. Doch das wird von Tag zu Tag schwieriger. In der Nacht vom 9. auf den 10. November brennen die Synagogen und Tausende von Juden werden verhaftet, misshandelt und getötet. Alizas Familie trifft eine schwere Entscheidung. Ihre Tochter wird in einem Kindertransport, der von einer englischen Hilfsorganisation betrieben wird, in Sicherheit gebracht. Aliza findet, wie so viele andere Kinder hier eine neue Heimat. Doch Aliza ist am Boden zerstört, muss sie doch ihre große Liebe Fabian zurücklassen. Dieser wird jedoch zur Wehrmacht eingezogen. Nur ein Taschentuch mit dem unvergleichlichen Duft "Je Reviens" erinnert sie an ihrer Liebsten. Werden sie ihr Versprechen einlösen können und eines Tages heiraten? Werden sie den Krieg überhaupt überstehen.

Noch jetzt habe ich ein Gänsehautfeeling, so berührt hat mich diese Geschichte. Eine tiefgründige Geschichte, die uns daran erinnert, wie schrecklich es zu Kriegszeiten war. Wieviel Schmerz, Kummer und Leid mußte diese Generation ertragen. Durch diesen atemberaubenden Roman wird sie vor meinem inneren Auge wieder ledig. Das schafft die Autorin mit ihrem hervorragenden Schreibstil. Die tragische Geschichte dieser jüdischen Familie läuft wie ein Film vor meinem inneren Auge ab. Und noch jetzt sorgen manche Szenen für ein Kopfschütteln, so unglaublich ist vieles.
Wir lernen ganz besondere Protagonisten kennen, die wirklich versuchen diese Schlimme Zeit zu überstehen. Wir werden mit viel Leid und Elend konfrontiert. Außerdem beinhaltet diese Lektüre eine berührende Liebesgeschichte, die mich wirklich bis tief in die Seele berührt hat. Jahrelang nichts mehr von den Geliebten Menschen zu hören, welche Tragödie. Und ich habe Aliza bewundert, wie sie diese Zeit überstanden hat. Ich habe mit ihr gehofft und gebangt und hätte sie gerne mal in den Arm genommen.

Eine fantastische Lektüre mit Tiefgang. Lilli Becks Bücher begeistern mich immer wieder. Für mich ist dies ein Lesehighlight der Extraklasse. Ein atemberaubende Geschichte, die wirklich unter ddie Haut geht. Selbstverständlich vergebe ich für diese besondere Lektüre 5 Sterne.

mehr Leserstimmen anzeigen

Ganz großes Kino!

Von: Martina - Schmökerwelten Datum: 30. Mai 2019

Ganz, ganz großes Kino dieses Buch, das wie ein Film vor meinem inneren Auge abgelaufen ist!
Es ist ein Buch, das mit deinen Gefühlen spielt, das dich ein Gefühlschaos von extremer Wut, sogar Hass, Mitleid, völligem Unverständnis, Sympathie und Antipathie, aber auch Hoffnung durchleben lässt!
Ein Buch über den Holocaust mitsamt seinen furchtbaren Konsequenzen; über eine jüdische Familie, deren Leben vollkommen zerrissen wird; einen jüdischen Arzt, der seine Passion - seinen Beruf - nicht mehr ausüben darf und die ganz große Liebe eines jüdischen Mädchens zu einem Arier.
Ein Buch gegen die braune Ideologie, das zeigt, dass man sich auch als Mitläufer schuldig macht.
Wir befinden uns in Berlin Ende der 30er Jahre. Der Arzt Dr. Samuel Landau lebte hier bisher mit seiner Frau, seinem Sohn Harald und der sechzehnjährigen Tochter Aliza in guten und geordneten Verhältnissen, doch das Leben wird für Juden in Berlin immer schwieriger. Die Judenfeindlichkeit nimmt immer krassere Ausmaße an, die Demütigungen und Sanktionen werden immer einschneidender. Viele müssen um ihr eigenes Leben oder das ihrer Angehörigen fürchten. Wer kann, verlässt Deutschland. Aber schließlich ist kein anderes Land mehr bereit, noch Juden aufzunehmen. Um wenigstens die Tochter in Sicherheit zu bringen, schicken die Eltern Aliza mit einem Kindertransport nach England. Für Aliza bedeutet dies nicht nur den Abschied von Ihren Eltern, sondern auch die Trennung von Ihrer großen Liebe Fabian, der zur gleichen Zeit zum Wehrdienst einberufen wird. Doch auch in London ist nicht alles Gold was glänzt. Aliza erfährt nicht nur Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit, ihr begegnen auch hier Ausbeutung und Hass auf alles was deutsch ist, egal ob Nazi oder Jüdin. Die noch anfänglichen Briefkontakte brechen während des Krieges schließlich abrupt ab und Aliza muss mit dieser zermürbenden Ungewissheit leben, ob sie ihre Familie und Fabian lebend wiedersehen wird. Trotzdem ist die ganze Story immer geprägt von Hoffnung und mit 23 Jahren betritt Aliza erstmals wieder deutschen Boden.
Die Geschichte ist wie ein Sog, in den man immer tiefer hinein gezogen wird und der einen nicht mehr loslässt. Lilli Beck hat sehr ausdrucksstarken Charakteren mit wahnsinnig viel Tiefe Leben eingehaucht und schreibt die ganze Geschichte extrem atmosphärisch, sehr bildgewaltig und mit einer unheimlich ergreifenden Intensität. "Mehr als tausend Worte" ist eine spannende, erschreckende Reise in eine dunkle Vergangenheit, wahnsinnig berührend und aufwühlend. Und hoffentlich aufrüttelnd - gegen das Vergessen!

Ein großartiges Buch, das unbedingt gelesen werden muss!

Von: Monika Schulte Datum: 24. Mai 2019

"Mehr als Tausend Worte" - ein verstörendes, ein großartiges Buch! Lilli Beck fesselt mit präziser Sprache und entführt den Leser in eine dunkle Zeit deutscher Geschichte. Sehr einfühlsam setzt sie sich mit dem Thema auseinander. Sie scheibt so intensiv, dass vor dem inneren Auge des Lesers ein Film abzulaufen scheint. Ein Buch, das ich so schnell nicht vergessen werde! Über den Krieg habe ich schon viel gelesen, doch das Thema Kindertransporte war mir in der Form nicht so präsent. Erschreckend auch, dass viele Länder trotz der Judenverfolgung in Deutschland keine Juden mehr bei sich aufnehmen wollten!

Lilli Beck schreibt fesselnd und hautnah aus früheren Zeiten. Man spürt, wie intensiv sich die Autorin mit der Zeit auseinandergesetzt hat.

"Mehr als Tausend Worte" - ein großartiges Buch über eine dunkle Zeit, aber auch über eine große Liebe, über Hoffnungen und Erwartungen. Eine Geschichte über eine Zeit, die die meisten von uns nur aus Erzählungen kennen. Unbedingt lesen!

Liebe in einer grausamen Zeit

Von: Petra Radtke Datum: 02. Mai 2019

Lilli Beck ist einer meiner Lieblingsautorinnen und ich war schon sehr gespannt auf ihren neuen Roman. Ich wurde nicht enttäuscht. Von der ersten Zeile an war ich in die Geschichte versunken. Die Schreibweise der Autorin ist so bildhaft, dass man einfach in die Handlung eintaucht und nicht aufhören kann mit Lesen...
Aliza, die 16 jährige Hauptheldin, ist mir gleich ans Herz gewachsen. Sie ist Tochter eines Berliner jüdischen Arztes und sehr stolz darauf, ihm in der Praxis helfen zu können. Ihre große Liebe gehört Fabian, der kein Jude ist und deshalb muss ihre Liebe gehiem bleiben. Durch die Rassengesetze würden beide schwer betsraft werden, wenn es andere mitbekämen. Doch die Judenverfolgung in Deutschland verschärft sich und viele jüdische Bekannte und Freunde verschwinden oft über Nacht aus ihren Wohnungen, abgeholt von der Gestapo. Da Aliza bis zu ihrem 17. Geburtstag noch die Möglichkeit hat, mit einem Kindertransport nach England zu emigrieren, schicken ihre Eltern sie zu Bekannten in London. Es zereißt ihr fast das Herz, da es ein Abschied auf ungewisse Zeit ist. Doch Fabian schwört ihr ewige Liebe. Er muss seinen Wehrdienst antreten und eines Tages beginnt der 2.Weltkrieg und alle Träume von Aliza scheinen dadurch zerstört.
In England wird sie verachtet, weil die Menschen in ihr nur die Deutsche und damit eine Feindin sehen. Doch sie lernt auch gute Menschen kennen, die ihr in der schweren Zeit zu Seite stehen. Darunter eine junge Berlinerin, mit der sie über Jahre Freude und Leid teilt. Alizia muss lernen, für ihren eigenen Lebensunterhalt zu sorgen und das unter sehr harten Bedingungen.
Der Leser erfährt nun auf zwei Erzählsträngen, wie es Aliza in England und ihrer Familie im faschistischen Berlin ergeht.
Werden Fabian und Aliza sich wiedersehen? Was wird aus ihrer Familie? Können sie dem Terror der Faschisten entgehen?
Der historische Hintergrund des Romans ist sehr gut recherchiert. Man erfährt vom Wahnsinn der Judenprogromme, dem Schicksal Tausender jüdischer Kinder, die Dank der Bereitschaft englischer Menschen eine neue Heimat finden konnten, aber auch von Deutschen, die sich mithilfe der Gesetze gegen die Juden in Deutschland an deren Eigentum bereicherten und sie dadurch mittelos ein elendes Leben führen ließen...
Die Geschichte wird mich noch lange begleiten. Sie ist Mahnung, solche Verbrechen nie wieder zuzulassen und zeigt gleichzeitig, wie stark die Liebe und Freundschaft für das Leben sein kann.
Ich danke Lilli Beck für bewegende Lesemomente.

Anders als gedacht

Von: Buchmomente Datum: 02. Mai 2019

Über große Strecken hat mich das Buch gut unterhalten, dennoch hatte ich andere Erwartungen und war deshalb ein wenig enttäuscht.

Die Geschichte beginnt in den 1930er Jahren in Berlin und erzählt von einer jüdischen Arztfamilie. Im Mittelpunkt steht dabei die junge Tochter Aliza, die als 17jährige gerade noch mit einen der Kindertransporte nach England flüchten kann. Dass sie ihren Verlobten und damit ihre große Liebe zurücklassen muss, schmerzt sehr und prägt ihr Leben in England – und das ist nicht immer ein leichtes; denn auch hier gibt es Hunger und Not. Als dann der Krieg ausbricht, ist sie als Deutsche mehr gelitten als gerne gesehen, und nur mit ihrer Freundin Mizzi kann sie dem ganzen Hass standhalten.

Aliza möchte ich gerne, auch wenn sie an manchen Stellen etwas naiv wirkt – selbst noch in England, als ihr viel Hass entgegenschlägt, bleibt sie gutgläubig; das zeigt aber auch ihr großes Herz¸ das sie liebenswert und sympathisch macht. Das Leben der Juden in Berlin ist schrecklich, und den zunehmenden Faschismus am Beispiel dieser Familie zu erleben tut weh – diese Hoffnung und Zuversicht, an die sich die Juden klammern, ist grausam, insbesondere weil man den Ausgang ja kennt. Leider tritt dieser Erzählstrang in Berlin sehr in den Hintergrund, als Aliza nach England kommt. Auch die Geschichte um ihren Verlobten Fabian, der eingezogen wird, bleibt nahezu unerwähnt – dabei hätten mich diese beiden Handlungsstränge genauso interessiert wie der von Aliza. Sie hat in England schwierige Zeiten, zum Glück aber Mizzi an ihrer Seite. Mizzi ist das genaue Gegenteil von Aliza – selbstbewusst, nicht auf den Mund gefallen, unangepasst – und doch hat auch sie ihr Herz am rechten Fleck und hilft Aliza in vielen Situationen.

Ich bin wirklich schnell in die Geschichte reingekommen und fand sie auch sehr interessant – mindestens genauso hat mich aber interssiert, was mit Fabian und Alizas Familie geschieht. Ich fand schade, dass das nur im Nebensatz erwähnt wurde, das Leben Alizas in England dagegen sehr ausführlich dargestellt wurde. So hat man zwar einige Veränderungen bei ihr gut nachvollziehen können, die anderen Schicksale sind so aber sehr in den Hintergrund getreten. Die Beschreibungen des zerbombten Berlins dagegen waren sehr eindrücklich, interessant auch das Leben der Trümmerfrauen und der Menschen, die die Stadt versuchten wiederaufzubauen. Am Ende wurde mir die Geschichte um Aliza und ihren Fabian dann doch zu kitschig, das aber konnte ich wegen der anderen vielen interessanten Beschreibungen verschmerzen.

Leider hat mich die Umsetzung nicht ganz angesprochen, trotzdem hatte ich auch schöne Lesestunden, so dass ich knappe 4 von 5 Sternen vergebe.

Mein Fazit
So interessant das Leben der jungen jüdischen Aliza in England auch war, so sehr hätten mich die Erzählstränge in Berlin und an der Front auch interessiert. Leider hat die Autorin diese nur im Nebensatz erwähnt – trotzdem war auch Alizas Handlungsstrang interessant und ich habe die sympathische Protagonistin gerne begleitet.

Ein packender Roman mit leichten Schwächen am Ende...

Von: Kathrins Home Datum: 30. April 2019

en Schneiderin. Und als sie glaubt, alles ist verloren, bekommt sie eine Anstellung bei einem alleinstehenden Adeligen, der im dritten Teil des Romans eine wichtige Rolle spielen wird.

Ja, der Roman ist in drei Teile aufgeteilt: Teil 1 handelt von Aliza im behüteten Zuhause in Berlin; in Teil 2 begleiten wir sie durch die harte Zeit in London und mit Teil 3 beginnt die Hoffnung auf ein Happy End. Nicht erst durch den Besuch im zerstörten Berlin ändert sich hier die düstere Stimmung, die meines Erachtens den Mittelteil bestimmt hat. Diese Stimmungsänderungen zeigen auch den geschickten Umgang der Autorin mit dem Instrument Sprache: sie schreibt klar und ohne Schnörkel, kann aber wunderbar Bilder und Stimmungen im Kopf der LeserIn entstehen lassen. Dies hat mir übrigens schon im vorherigen Roman „Wie der Wind und das Meer“ gefallen.

Immer dabei ist Fabian, ob real, mit Briefen oder in Gedanken. Seine Liebe ist quasi der Motor für Aliza und der rote Faden durch den ganzen Roman mit einem recht überraschenden Ende. Wobei ich ehrlich zugeben muss, dass ich bei Lesen des letzten Teils auch ein wenig das Gefühl hatte, die Geschichte setzt mit zunehmenden Tempo zum Endspurt an und das geht zu Lasten der Ausarbeitung diverser Infos, welche Aliza z.B. über die Deportation ihrer Eltern erhält. Am Ende scheinen solche – meines Erachtens durch den ersten Teil des Buches als wichtig herausgearbeitete – Tatsachen nicht mehr wirklich relevant zu sein. Und auch die Auflösung der Beziehung von Mizzi & Aliza (bestimmend für Teil 2) und weiteren Protagonisten wird letztendlich eher überflogen – sehr schade! Denn ich hätte gerne noch etwas mehr darüber gelesen... auch, damit die Geschichte bis zum Ende wirklich rund und abgeschlossen auf mich wirkt.

Apropos rund: ein wenig hat mich die Gestaltung des Schutzumschlags irritiert und ich muss zugeben, aufgrund der Gestaltung hätte ich wohl das Buch nicht gekauft. Es ist eine s/w-Fotografie eines jungen Pärchens vor einer leicht hügeligen Landschaft: eine Hommage an das Pärchen, welches Lilli Beck zu dem Roman inspiriert hat? Eine Verbindung zu Aliza und Fabian oder zu Alizas Zeit in England? Nun, ich habe wegen der Autorin zu dem Buch gegriffen... aber leider konnte sie mir beim Lesen das Cover nicht „erklären“.

Trotz aller kritischen Anmerkungen ist „Mehr als tausend Worte“ ein lesenswerter Roman mit vielen Informationen zur Zeit der Kindertransporte nach London, zur Zeit der Widerstände gegen diese Kinder in England und eine geschichtliche Aufarbeitung, wie man es von Lilli Beck schon aus den vorherigen Roman gewöhnt ist. Für mich ein starkes Buch mit leicht schwachem Abgang... aber eine absolute Leseempfehlung für alle, die Romane aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs mögen.

"Die Summe unseres Lebens sind die Stunden, in denen wir liebten." (Wilhelm Busch)

Von: Dreamworx Datum: 28. April 2019

9. November 1938. In der Reichspogromnacht, als in Berlin sämtliche Synagogen in Brand gesteckt werden, erwacht die 16-jährige Aliza, Tochter des jüdischen Arztes Samuel Landau, durch den Schrei ihres Großvaters, als dieser von der Gestapo verhaftet wird. Bruder Harald hofft, dass die Familie so vernünftig ist, eine Emigration ins Ausland zu erwägen, doch dafür ist es längst zu spät, zumal Samuel Landau seine Patienten nicht im Stich lassen will. Bald schon wird ihm die Approbation entzogen, dass er nicht mehr praktizieren darf. Blockwart Karoschke wird zu einer Bedrohung für die Landaus. Die Situation verschlechtert sich zusehends für die Familie, deshalb entschließt sich Samuel, Tochter Aliza mit einem Kindertransport nach England zu schicken. Aliza will ihre Familie und ihren Verlobten Fabian Pagels nicht verlassen, doch sie hat keine Wahl. Während sie in England unterkommt, bricht der Krieg aus und lässt die übrige Familie Landau durch die Hölle gehen. Wird Aliza Fabian und ihre Familie bei Kriegsende wieder in die Arme schließen können?
Mit „Mehr als tausend Worte“ hat Lilli Beck einen sehr fesselnden, mitreißenden und berührenden Roman vor historischem Hintergrund vorgelegt, der die Lage während des Zweiten Weltkrieges und die ganze Tragödie der jüdischen Familien durch die Verfolgung der Nazis thematisiert. Der Erzählstil ist flüssig, bildgewaltig und gefühlvoll, der Leser erlebt während der Lektüre das gesamte Gefühlsbarometer. Die Autorin versteht es auf hervorragende Weise, ihre exzellent recherchierte Geschichte mit einer Intensität zu transportieren, dass man das Gefühl hat, alles hautnah mitzuerleben, während man Aliza sieben Jahre bis zu ihrer Rückkehr nach Berlin im Jahre 1945 begleitet. Die schrecklichen Anfeindungen der geflüchteten Deutschen in England sind ebenso ernüchternd und furchterregend wie die furchtbaren Sanktionen in Deutschland, die Alizas Familie zu erdulden hat. Die damaligen Kindertransporte war zwar die Rettung für viele, riss allerdings auch Familien entzwei, die das Liebste, was sie besaßen in Sicherheit wissen wollten. Viele von ihnen haben sich nie wiedergesehen. Die Autorin zeigt auch auf, wie sehr mancher die schreckliche Lage der Juden ausgenutzt und deren Hab und Gut mit falschen Versprechungen und Erpressung ohne Unrechtsbewusstsein an sich gebracht hat. Mit geschickten Wendungen hält die Autorin den Leser bis zum Schluss in Atem.
Die Charaktere sind so individuell wie realistisch ausgearbeitet und wirken sehr lebendig. Der Leser durchlebt mit ihnen schrecklich, bittersüße und hoffnungsvolle Momente, als wäre er mitten unter ihnen. Aliza ist in ihrem jungen Alter noch naiv und unschuldig, doch mit der Abholung ihres Großvaters und ihrer Reise nach England kann man ihr praktisch beim Erwachsenwerden zusehen. Sie ist einerseits eine Träumerin, die an ihrer großen Liebe festhält, die ihr Hoffnung gibt, andererseits wird sie mit der harten Realität konfrontiert, die sie wachsen lässt und ihr sowohl Stärke als auch Mut verleiht. Archibald ist ein Feingeist mit großem Herzen und viel Hilfsbereitschaft, was in diesen schlimmen Zeiten der Seele guttat, wenn man ihr begegnete. Mizzi wird Alizas Freundin und Wegbegleiterin, sie ist eine Opportunistin, die sich nimmt, was sie möchte und ihr wahres Gesicht erst am Ende zeigt. Blockwart Karoschke ist ein Mann, der auf den Zug der Nazis aufspringt und sich diesen zur eigenen Bereicherung zunutze macht.
„Mehr als tausend Worte“ ist zwar ein fiktiver Roman vor historischem Hintergrund, hat aber den Finger am Puls der damaligen Zeit und lässt den Leser Geschichte hautnah miterleben in einer Intensität, wie man sie in Büchern nur selten findet. Lilli Beck hat hier eine Meisterleistung vollbracht und einmal mehr gezeigt, was sie kann: tolle Geschichten so realistisch zu erzählen, dass der Leser von der ersten Seite an mittendrin ist. Absolute Leseempfehlung für ein Kleinod! Besser geht es nicht – Chapeau!

Ein bewegendes Buch

Von: Ulla Leuwer Datum: 26. April 2019

Meine Meinung:
Ich freute mich schon sehr auf das neue Buch von Lilli Beck, denn mir hatten bereits die beiden anderen Bücher, die im Verlag blanvalet erschienen sind, gefallen. Natürlich habe ich auch die anderen humorigen Bücher gerne gelesen, aber ich bin in erster Linie nun einmal Fan von historischen Büchern.
Diese Geschichte rund um Aliza und ihre Familie startet im November 1938. Die meisten von uns wissen, was da vorgefallen ist und haben auch schon manches darüber gelesen. Durch den Schreibstil der Autorin war ich dann sofort mitten drin im Geschehen und habe alles mit Augen der jüdischen Familie Landau beobachten können. Aus heutiger Sicht können einige Entscheidungen, die damals getroffen werden mussten, nicht nachvollzogen werden. Allerdings hat es mich auch sehr nachdenklich gemacht und ich habe überlegt, wie ich denn reagieren würde. Ausreisen oder bleiben?
Als ich vor einiger Zeit in London an der Liverpool Station war, habe ich das Denkmal zur Kindertransportverschickung gesehen und mich etwas weiter informiert. Jetzt fand ich es sehr interessant zu lesen, was Aliza mit den Kindern alles erlebt hat, als sie auf dem Weg und dort angekommen waren.
Die Autorin erzählt in großen zeitlichen Abständen über viele Geschehnisse, von denen Aliza und Familie betroffen waren. Nachdem sie in England lebte, konnte ich im Wechsel lesen, was in Berlin und London passierte. Natürlich wünschte ich allen Beteiligten alles Gute, aber wir alle wissen, dass viele nicht das große Glück hatten. Deshalb fand ich das Ende gut, denn Lilli Beck war so nett und hat sich ein glückliches Ende in vielen Angelegenheiten ausgedacht. Hier muss ich allerdings anmerken, dass es mir zu schnell ging und für mich einige Fragen offen blieben. Aber das zeigt jetzt auch wieder, dass die Personen für mich alles existierten und ich mir Gedanken machte und außerdem die Autorin es geschafft hat, mich mit dem Buch zu packen.


Fazit:
Eine bewegende Geschichte, die auch zeigt, dass niemand die Hoffnung aufgeben soll. Allerdings auch Schritte gehen muss, die einem ausweglos erscheinen. Gerne empfehle ich das Buch weiter.

Erste Hälfte top, danach flaut es leider ab

Von: Martinas Buchwelten Datum: 25. April 2019

Sehr berührend waren die Szenen des Kindertransportes nach Großbritannien. Darüber hatte ich noch nicht viel gelesen und Lilli Beck hat diese Szenen so anschaulich beschrieben, dass einem besonders als Mutter die Tränen in den Augen brannten. Ganz kleine Kinder wurden von ihren Familien in die Fremde geschickt - mutterseelenallein und ohne die Sprache zu sprechen, um ihnen das Leben zu retten. Als Aliza in London ankommt wird sie liebevoll von einer befreundeten jüdischen Familie aufgenommen. Dort trifft sie auf Mizzi, die ebenfalls eine geflohene Jüdin ist. In der lebenslustigen jungen Frau findet Aliza eine gute Freundin.Doch als der Krieg immer näher kommt, werden die Jüdinnen auch in Großbritannien als Nazis beschimpft. Es wird nicht differenziert und man merkt, dass die Engländer gar nicht genug über das Grauen, das den Juden in Deutschland angetan wird, wissen. Aliza und Mizzi kämpfen um Quartier und eine Anstellung, werden aber oftmals als feindliche Ausländerinnen vertrieben.
Bis hierhin hat mich der Roman mitgerissen und wirklich überzeugt. Die Erzählungen waren lebendig und haben mich berührt. Ebenso habe ich einiges Neues, vorallem betreffend dem Kindertransport, erfahren.

Doch dann wandelt sich Alizas Charakter. Als noch eher naives, aber liebenswertes Mädchen lernt man sie noch in Berlin kennen. Die große Liebe zu Fabian lässt sie hoffen und nicht verzweifeln. In der lebenslustigen Mizzi findet sie eine wunderbare Freundin, die Aliza sehr oft über die Runden hilft. Obwohl sie immmer mehr als Feinde verachtet werden, geht es ihr relativ gut. Doch Aliza träumt von Reichtum und während andere hungern, hat sie schöne Kleider und genug zu essen...und findet es gerechtfertigt. Sie wirft mit Geld und Zigaretten um sich, während sie in Stöckelschuhen und eleganter Kleidung durch das völlig zerbombte Berlin stapft. Nein, das war nicht die Aliza, die man zu Beginn kennenlernen durfte.

Wiederum wunderbar beschrieben fand ich eben genau diesen Gang durch das völlig zerbombte Berlin kurz vor Ende des Krieges. Der Schwarzmarkt und die ersten Versuche Wiederaufbau zu betreiben wurden so emotional und bildreich erzählt, dass ich Aliza durch die Ruinen der Stadt begleitet habe.

Die restlichen Charaktere sind sehr gut gezeichnet und lebendig. Als Leser verachtet man die Habgier von Blockwart Karoschke, leidet mit Samuel und seiner Frau, zürnt mit Herbert und wünscht sich für Fabian, dass er überlebt.
Die extreme Wandlung einer bestimmten Figur fand ich hingegen absolut unglaubwürdig. Vermisst habe ich einen Strang um Fabian und weitere Einblicke aus dem Leben der Landaus. Letzterer riss völlig ab. Der Liebe zu Fabian wurde immer wieder Raum gegeben, jedoch ohne Fabian selbst einen eigenen Erzählstrang zu geben. Das Ende fand ich zu konstruiert. Für mich hat der Roman auf den letzten 200 Seiten seine anfängliche 5 Sterne Bewertung verloren. Sehr, sehr schade!

Fazit:
Die erste Hälfte des Buches fand ich wirklich sehr, sehr gut, doch leider wurde mir im Laufe der Zeit die Protagonistin immer unsymapthischer und eine Wendung fand ich ziemlich an den Haaren herbei gezogen. Auch das Ende war mir zu konstruiert. Ich wollte diesen Roman wirklich lieben, aber im letzten Drittel war es mir nicht mehr möglich! Sehr schade!

Die Vergangenheit muss reden, und wir müssen zuhören – Erich Kästner

Von: ulistuttgart Datum: 21. April 2019

Lilli Beck hat mich mit ihrem neuen Roman wieder restlos überzeugt. Sie schreibt sehr realitätsnah über das Schicksal der Juden in Deutschland, über die Angst alles zu verlieren und deportiert zu werden.
Sehr anschaulich zeigt sie, anhand Alizas Geschichte, welche schrecklichen Erlebnisse die Familien durchleben mussten. Trennung, Trauer, Tod und die zermürbende Ungewissheit bestimmen diesen Roman.
Auch der Aufenthalt in England, wo die jüdischen Kinder in Familien untergebracht wurden, war für die meisten eine grausame Zeit. Sie waren dort zwar vor den Nazis sicher, mussten aber außer mit der Trennung von ihren Familien auch mit dem Hass vieler Engländer auf die Deutschen klarkommen. Nicht überall waren sie dort willkommen. Viele Jahre musste Aliza ohne irgendeine Nachricht ihrer Eltern oder ihrem Freund, der zwischenzeitlich in den Krieg eingezogen wurde, im ungewissen leben.
Sie wusste viele Jahre nicht, wie es ihren Liebsten geht und ob sie überhaupt noch am Leben waren.
Abgerundet hat die Autorin ihre Geschichte mit der Begegnung eines englischen Adligen, der Aliza sehr wohlgesonnen war und ihr auch nach Kriegsende geholfen hat wieder in die zerbombte Heimat zurückzukehren um ihre Familie zu suchen.

Ein sehr gefühlvoller Roman gegen das Vergessen und gegen radikale Ideologien. Ein Roman über Liebe und Freundschaft, über Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit, über die Schrecken des Krieges und den unfassbaren Holocaust/Schoah.
Lilli Becks Roman „Mehr als tausend Worte“ hat mir sehr gut gefallen. Genau wie ihre Vorgänger-Romane „Wie der Wind und das Meer“ und „Glück und Glas“.
Wieder einmal genial recherchiert und in einem Schreibstil verfasst, der so flüssig und ansprechend ist, dass man die 500 Seiten regelrecht verschlingen muss.
Klasse Lilli!!!

Eine große Jugendliebe, losgelöst von Raum und Zeit

Von: hasirasi2 Datum: 19. April 2019

„Mehr als tausend Worte“ von Lilli Beck erzählt die Geschichte einer großen Jugendliebe, die anscheinend völlig losgelöst von Raum und Zeit existiert. Während die Welt um sie herum immer judenfeindlicher wird, hat Aliza nur Augen und Gedanken für Fabian. Sie ist sehr unreif, naiv und wird geradezu bockig, als sie nach England gehen soll. Man merkt vielleicht, ich hatte so meine Probleme mit ihr. Sie verdrängt die Repressalien gegen die Juden, erscheint verwöhnt und unselbständig, dabei hat sie ihrem Vater oft in der Praxis geholfen und gesehen, was die Nazis anrichten. Sie kommt aus einer aufgeklärten Familie und wollte selber Medizin studieren, bevor es verboten wurde. Man könnte ihr zwar zugute halten, dass sie erst 16 ist, aber auch später, als sie älter wird, ändert sich ihr Charakter nicht wirklich.
In England wäre sie ohne gleichaltrige Mizzi, die ebenfalls aus Berlin weggeschickt wurde, gescheitert. Denn während Aliza sich nur selbst bemitleidet und nach Fabian verzehrt, organisiert Mizzi ihrer beider Leben.

Viel spannender und realistischer als Alizas Geschichte fand ich die Schilderungen der Überlebensbemühungen ihrer zurückgebliebenen Familie in Berlin. Sehr bewegend beschreibt Lilli Beck deren sozialen Abstieg. Alizas Bruder darf nicht mehr Medizin studieren, sondern arbeitet als Leichenschieber in der Nachtschicht. Ihr Vater darf erst nur noch Juden behandeln, dann gar niemanden mehr – sein Einkommen bricht weg. Um irgendwie an Geld kommen hilft er anderen Juden entgegen seinem hippokratischen Eid mit illegalen Methoden, Krankheiten vorzutäuschen, um der Zwangsarbeit zu entgehen. Er versucht auch, das Haus zu retten indem er es pro Forma an den Blockwart überschreibt – ein großer Fehler, wie sich herausstellen wird.

Neu war mir die geschilderte Tatsache, dass in England lebende deutsche Juden nach Ausbruch des Krieges als Nazis beschimpft und angegriffen worden. Gerade den Übergriffen in Deutschland entronnen, wurden sie wieder zu Aussätzigen. Bei diesen Szenen hatte ich Gänsehaut. Auch die Beschreibung der Trümmerwüste Berlins, in die Aliza nach dem Krieg zurückkehrt, ist mir an die Nieren gegangen

Leider war mir das Ende etwas zu konstruiert und happy, darum gibt es nur 4 von 5 Sternen, für diesen ansonsten sehr spannenden und bewegenden Roman.

Ein Roman aus einem eher ungewöhnlichen Blickwinkel

Von: Marie's Salon du Livre Datum: 19. April 2019

Die Handlung beginnt sehr intensiv. Mitten in der Nacht klopft es an der Tür der Landaus. Die Männer der Gestapo schnappen sich den Großvater und die ganze Familie ist in Aufruhr.

Als Leser wissen wir über die weiteren Vorgänge Bescheid. Dieses Wissen lässt in mir immer einen großen Knoten wachsen. So natürlich auch dieses Mal. Mit Aliza tritt eine junge Frau in den Mittelpunkt, die ihre Familie verlassen muss. Ihre erste große Liebe in Berlin zurück lassen muss, während sie in England vermeintlich in Sicherheit ist.

Gerade vor kurzem habe ich eine Dokumentation über österreichische Kinder, die Hals über Kopf nach England verschickt wurden. Weitere Opfer der Verfolgung der Juden, die allerdings kaum Beachtung gefunden haben.

Deshalb war ich sehr überrascht, sehr viel von Aliza in England zu erfahren. Als Deutsche Jüdin in England hatte sie es nicht besonders leicht. Dort als Deutsche beschimpft und in Deutschland als Jüdin verfolgt. Kein einfaches Schicksal für eine knapp 17jährige.

Genauso habe ich es auch in der Dokumentation erfahren. Diese Kinder wurde meist recht liebevoll in Empfang genommen, jedoch blieb fast keinem der Hass der englischen Mitschüler erspart. Auch sie mussten Hunger leiden und große Entbehrungen auf sich nehmen.

Schließlich erfuhren sie, dass sie ihre Eltern, Geschwister und Freunde meist nicht mehr wiedersehen würden. Gebrochene Kinderseelen, die ohne Kriseninterventionsteams heilen mussten.

So gab es in dieser Geschichte Einblicke in die englische Seele, die sich scheinbar oft mit einer heißen Tasse Tee besänftigen lässt.

Mir hat das Buch unglaublich gut gefallen. Es ist gefühlvoll geschrieben, ohne kitschig zu sein. Die Handlung schreitet im richtigen Rhythmus voran. Hin und wieder gibt es auch die Sichtweise von Alizas Eltern. Damit rundet sich die Geschichte ab und gibt uns Lesern sehr viel mehr Information, als Aliza hat.

Alizas Blickwinkel hat mich gefesselt, mich traurig gemacht, mir Hoffnung geschenkt und mich auf das Ende mit nervöser Energie hinfiebern lassen.

Junge Liebe – überlebt sie in den Wirren des 2. Weltkrieges?

Von: Chrissi66 Datum: 17. April 2019

Lilli Beck gelingt es einmal mehr, mich an ein Buch zu fesseln. Nach den ersten Seiten konnte ich diesen Roman nicht mehr zur Seite legen. Die mit vielen Details beschriebenen Umstände, unter denen Alizas Familie als Juden zu (über)leben versucht, sind kaum zu ertragen. Trotzdem gelingt es der Autorin durch die Liebesbeziehung von Aliza und Fabian einen kleinen Lichtblick in das ansonsten sehr tragische Geschehen zu zaubern.
Der Roman beschreibt die Zeit von 1938 bis Ende 1945. Während man über das Leben von Aliza in London stets auf dem Laufenden gehalten wird, erfährt man in einigen Kapiteln, wie es der Familie in Berlin ergeht. Aliza erhält von Fabian ab und an Briefe, die allerdings meistens schon einige Zeit unterwegs sind, bis sie bei ihr ankommen. Nach Kriegsende ist sie deshalb nicht wirklich informiert, wie es ihrer Familie und ihrem Liebsten geht. Haben sie alle überlebt?
Es ist Lilli Beck gelungen, die voranschreitende Ausgrenzung und Vernichtung der Juden in Deutschland und die Kriegsjahre am Beispiel einer ganz normalen Familie sehr bewegend zu beschreiben. Verpackt mit einer Liebesgeschichte nimmt man als Leser noch mehr Anteil und versucht sich in die beschriebenen Situationen und Menschen hineinzuversetzen.
Gerade über die „Kinderauslandsverschickung“ habe ich bisher nicht viele Informationen gehabt. Durch diese Geschichte habe ich hier einiges „hautnah“ erfahren, die Autorin hat darüber intensiv recherchiert und das in ihren Roman eingearbeitet.
Es geht in diesem Buch um Mitgefühl, um das „Nicht vergessen“! Das ist Lilli Beck gelungen. Mit ihrer Geschichte berührt sie die Leser.
Das Ende hätte ich mir etwas ausführlicher und „dramatischer“ gewünscht, es kam doch sehr plötzlich. Hier hätte man für meinen Geschmack noch mehr Spannung einbauen können.
Fazit:
Gerade Generationen, die nur noch aus der Erinnerung der Großeltern oder aus Reportagen etwas über die Nazizeit erfahren können, erleben durch diesen Roman fast hautnah, was es bedeutet ausgegrenzt und letztendlich vernichtet zu werden. Die Erinnerung daran darf niemals erlöschen!

Mehr als tausend Tränen.

Von: Giselas Lesehimmel Datum: 16. April 2019

Mehr als tausend Tränen.



Um diesen wunderbaren Roman zu beschreiben, braucht man keine tausend Worte. Eins reicht: GENIAL!

Natürlich mache ich es mir jetzt nicht ganz so leicht. Ich werde ein bisschen von Menschen erzählen, die mir an’s Herz gewachsen sind. Allen voran Aliza. Das natürliche 17jährige Mädchen konnte mich von Anfang an berühren. Aliza besitzt die Begabung, auch in schwierigen Zeiten die positiven Dinge zu sehen . Verzweiflung wird 1938 groß geschrieben. Nachdem man Alizas Opa weggebracht hat, ist nichts mehr wie es war. Alizas Vater ist ein hervorragender jüdischer Arzt, der lange nicht daran glaubt, dass ihnen etwas zustoßen könnte. Die Familie muss schon bald einsehen, dass sie als Juden in Deutschland nicht mehr sicher sind. Aliza ist verliebt in den Juwelier Sohn Fabian, der ihr ewige Treue schwört. Er ist Arier und steht zu seiner großen Liebe. Dennoch rät er Aliza, nach England zu immigrieren.

Die Trennung des Liebespaares hat mich traurig gestimmt. Schlimm fand ich auch, wie man Alizas Eltern um ihr Vermögen gebracht hat. Der Nachbar Karoschke wollte angeblich nur helfen. Dennoch bemerkt man schon bald seine Habgierigkeit. Ich habe mich gefragt, ob mich der Besitz anderer Menschen glücklich machen würde, denen er geklaut wurde. Die noch leben. Die auf einmal in Armut leben. Die sehen, wie ich mit ihrem Besitz ein besseres Leben führe. Undenkbar! Karoschke ist Finanzbeamter!!! Karoschke ist Blockwart. Karoschke will Frau und Tochter verwöhnen.

Die Geschichte war für mich eine emotionale Achterbahn. Ich konnte nicht fassen, was man aus einer jüdischen Arztfamilie gemacht hat. Samuel konnte die Wut seines Sohnes gut verstehen. Dennoch duldete er sie nicht, da Juden sich besser unauffällig verhalten sollten. Seine Frau ist tapfer und beklagt sich nie. Seine Mutter verzichtet auf Essen, um es ihrem Enkel zukommen zu lassen. Sie erledigen niedere Arbeiten, um sich die Reise nach England leisten zu können. Den wohlhabenden Arzt Samuel Landau gibt es nicht mehr.

Alizas Leben in England ist spannend und hält viele Abenteuer für sie bereit. Die Sorgen um ihre Familie in Berlin zermürben sie oftmals. Sehnsüchtig wartet sie stets auf Briefe von ihrem Liebsten. Bald ist auch England für Juden nicht mehr sicher. Ein Pfarrer, wie ihn die Welt nicht braucht, hat mich sehr wütend gemacht.

Ich habe in dieser Geschichte viele Menschen kennengelernt. Hilfreiche und Gütige ebenso wie Ängstliche und Brutale. Menschen die Juden nicht mehr helfen konnten, da sonst ihre eigene Existenz auf dem Spiel stand.



Mehr als tausend Tränen wurden bei der Judenverfolgung vergossen. Angst ist ein schlechter Nährboden. Angst macht so manches mal aus Menschen Bestien.

Eine emotionale Geschichte, die bildgewaltig rüberkommt. Die Protagonisten wachsen dem Leser an’s Herz. Man leidet mit den Menschen mit. Man hofft mit ihnen. Die Ängste der Juden werden reflektiert. Die Geschichte wird in der dritten Person erzählt. Der Schreibstil liest sich wie Butter. Die Autorin hat den Fokus auf die Gefühle der Protagonisten gelegt. Das Thema Holocaust mal von einer anderen Seite durchleuchtet. Eltern müssen sich von ihren Kindern trennen.

Ob mir das Ende gefallen hat? No Comment …….Eine absolute Empfehlung von mir.

Tausend Dank Lilli Beck.

Mehr als tausend Tränen.

Von: Giselas Lesehimmel Datum: 16. April 2019

Um diesen wunderbaren Roman zu beschreiben, braucht man keine tausend Worte. Eins reicht: GENIAL!

Natürlich mache ich es mir jetzt nicht ganz so leicht. Ich werde ein bisschen von Menschen erzählen, die mir an’s Herz gewachsen sind. Allen voran Aliza. Das natürliche 17jährige Mädchen konnte mich von Anfang an berühren. Aliza besitzt die Begabung, auch in schwierigen Zeiten die positiven Dinge zu sehen . Verzweiflung wird 1938 groß geschrieben. Nachdem man Alizas Opa weggebracht hat, ist nichts mehr wie es war. Alizas Vater ist ein hervorragender jüdischer Arzt, der lange nicht daran glaubt, dass ihnen etwas zustoßen könnte. Die Familie muss schon bald einsehen, dass sie als Juden in Deutschland nicht mehr sicher sind. Aliza ist verliebt in den Juwelier Sohn Fabian, der ihr ewige Treue schwört. Er ist Arier und steht zu seiner großen Liebe. Dennoch rät er Aliza, nach England zu immigrieren.

Die Trennung des Liebespaares hat mich traurig gestimmt. Schlimm fand ich auch, wie man Alizas Eltern um ihr Vermögen gebracht hat. Der Nachbar Karoschke wollte angeblich nur helfen. Dennoch bemerkt man schon bald seine Habgierigkeit. Ich habe mich gefragt, ob mich der Besitz anderer Menschen glücklich machen würde, denen er geklaut wurde. Die noch leben. Die auf einmal in Armut leben. Die sehen, wie ich mit ihrem Besitz ein besseres Leben führe. Undenkbar! Karoschke ist Finanzbeamter!!! Karoschke ist Blockwart. Karoschke will Frau und Tochter verwöhnen.

Die Geschichte war für mich eine emotionale Achterbahn. Ich konnte nicht fassen, was man aus einer jüdischen Arztfamilie gemacht hat. Samuel konnte die Wut seines Sohnes gut verstehen. Dennoch duldete er sie nicht, da Juden sich besser unauffällig verhalten sollten. Seine Frau ist tapfer und beklagt sich nie. Seine Mutter verzichtet auf Essen, um es ihrem Enkel zukommen zu lassen. Sie erledigen niedere Arbeiten, um sich die Reise nach England leisten zu können. Den wohlhabenden Arzt Samuel Landau gibt es nicht mehr.

Alizas Leben in England ist spannend und hält viele Abenteuer für sie bereit. Die Sorgen um ihre Familie in Berlin zermürben sie oftmals. Sehnsüchtig wartet sie stets auf Briefe von ihrem Liebsten. Bald ist auch England für Juden nicht mehr sicher. Ein Pfarrer, wie ihn die Welt nicht braucht, hat mich sehr wütend gemacht.

Ich habe in dieser Geschichte viele Menschen kennengelernt. Hilfreiche und Gütige ebenso wie Ängstliche und Brutale. Menschen die Juden nicht mehr helfen konnten, da sonst ihre eigene Existenz auf dem Spiel stand.

Mehr als tausend Tränen wurden bei der Judenverfolgung vergossen. Angst ist ein schlechter Nährboden. Angst macht so manches mal aus Menschen Bestien.

Eine emotionale Geschichte, die bildgewaltig rüberkommt. Die Protagonisten wachsen dem Leser an’s Herz. Man leidet mit den Menschen mit. Man hofft mit ihnen. Die Ängste der Juden werden reflektiert. Die Geschichte wird in der dritten Person erzählt. Der Schreibstil liest sich wie Butter. Die Autorin hat den Fokus auf die Gefühle der Protagonisten gelegt. Das Thema Holocaust mal von einer anderen Seite durchleuchtet. Eltern müssen sich von ihren Kindern trennen.

Ob mir das Ende gefallen hat? No Comment …….Eine absolute Empfehlung von mir.

Tausend Dank Lilli Beck.

Authentisch, dramatisch und voller Emotionen

Von: hope23506 Datum: 15. April 2019

MEINE MEINUNG:
Es ist mein erstes Buch der Autorin und sie konnte mich mit dieser Geschichte sofort erreichen, abholen und überzeugen.
Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen. Ich finde das Buch auch sehr ruhig geschrieben, wodurch die Dramatik noch besser in den Vordergrund getreten ist. Und hier lesen wie von einer Dramatik, die seinesgleichen sucht. Ich hatte ein bisschen Angst vor dieser Thematik der Kinderverschickung, aber Lilli Beck hat es wunderbar umgesetzt.
Die Charaktere waren so wunderbar gewählt, dasss sie mein Herz berühren konnten. Besonders wichtig und schön fand ich, dass die Protagonisten Stärke entwickelt haben und sich im Laufe der Geschichte weiterentwickelt haben, um ihr Leben lebenswert zu machen. Sie hat authentische Menschen geschaffen, die für mich ein Gesicht in dieser grausamen Zeit bekommen haben.
Man liest das Buch, verfolgt die Schicksale und kann es einfach nicht glauben. Auch merkt man ganz besonders, dass hier wirklich genau recherchiert wurde.
Lilli Beck schreibt mit so viel Emotionen und Einfühlungsvermögen, dass man gar nicht merkt, wie die Seiten dahinfliegen. Man ist im Bann der Geschichte und ist geschockt über soviel Grausamkeiten.
Liili Beck hat es geschafft, dass die Grausamkeit ein Gesicht bekommt und ein wunderbares Buch über eine die schlimmste Zeit geschrieben.
FAZIT:
Diese Zeit, die Grausamkeite darf nicht vergessen werden. Mit diesem Buch hat Lilli Beck es geschafft, das sie im Kopf und im Herz bleibt. Authentisch, voller Dramatik und auch voller Gefühl. Ein grossartiges Buch.

Eine Dramatische und berührende Authentische Geschichte

Von: Ariettas Bücherwelt Datum: 13. April 2019

Meine Meinung : zur Autorin und ihrem Roman

Nach dem ich schon Glück und Glas, und wie der Wind und das Meer, von ihr gelesen habe, in denen es auch um den Nationalsozialismus ging, zwei hervorragende Romane die mich tief beeindruckt haben, setzt sie mit ihrem neuen Werk den ganzen das Sahnehäubchen auf, auch dieses Buch wird sich in mein Gedächtnis brennen. Diesmal geht es auch um den Nationalismus, aber auch um die Jüdischen Kindertransporte nach England, für jugendlich bis 17 Jahre, um sie in Sicherheit zubringen. Mit sehr viel Fingerspitzengefühl beschreibt sie das ganze Drama, der damaligen Zeit. Ihr Schreibstil ist sehr flüssig und Bildhaft, der Spannungsaufbau von Anfang an bis zum Ende hoch, sehr Authentisch gibt sie die damalige Zeit wieder. Bei Lesen wurde ich ein Teil der Geschichte und konnte förmlich mit den Figuren verschmelzen, man wurde geradezu in das ganze geschehen hineingezogen, einer Handlung der man sich nicht entziehen konnte, es war wie ein Sog. Ich habe mit Aliza, ihrer Familie und Fabian mitgelitten, ihre verzweifelung, Hoffnung und Schmerz gespürt. Die einzeln Charaktere und ihre Emotionen sind hervorragend heraus gearbeitet.

Ihre Figuren wirken sehr real, wie aus Fleisch und Blut. Es läuft eine Art Kopfkino ab beim Lesen.

Figuren wie Aliza, Fabian, Archie, und ihre Eltern sind mir ans Herz gewachsen.


Ich konnte Aliza, Entsetzen Spüren wie die Gestapo den Großvater abholte, mir lief eine Gänsehaut über den Rücken, auch ihre Verängstigte und geschockte Großmutter Ziva hätte ich gerne in die Arme genommen. Vater Samuel, und ihre Mutter Rachel, fühlen sich immer trotzdem noch sicher,

er ist Arzt, ist angesehen. Sie glauben das all der braune Spuck bald ein Ende hat. Aliza, lernt bei einem Pafümeriebesuch bei Pagels deren Sohn Fabian kennen. Es ist Liebe nicht nur Liebe auf den ersten Blick, sie geht sehr tief dieser Satz von Fabian „ Mehr als tausend Worte“, zieht sich durch die ganze Geschichte. Obwohl die Pagel nicht jüdisch sind, Akzeptieren sie Aliza , sie verachten das braune Gesindel. Als sich die Poltische Lage derart zuspitzt, wollen die Eltern wenigstens Aliza in Sicherheit wissen, und melden sie schweren Herzens zu den Kindertransporten nach England, die Zeit ist knapp, den sie wird bald 17 Jahre. Ich konnte Aliza Verzweifelung und Trennungsschmerz von Fabian und ihren Eltern sehr gut verstehen, sie reist ohne Sprachkenntnisse in eine ungewisse Zukunft. Das Fabian eingezogen wird macht es noch schwerer für Sie, den sie hat Angst um ihn.

Als Abschied erhält sie von Fabian einen wertvollen Verlobungsring und ein Taschentuch mit ihrem Lieblingsduft “ je reviesns“, das fand ich so rührend und tröstlich. Schmuck und Wertgegenstände mitzunehmen, sind verboten. Aliza und ihre Mutter versuchen den Ring zu verstecken, ob es ihnen gelingt?

Die Zeit ist hart in England für Sie, als der Krieg ausbricht, wird sie von den Engländern angefeindet, nicht wegen ihrer jüdischen, nein wegen ihrer deutschen Herkunft. Aliza Heimweh und Sehnsucht in London, nach ihrer Familie und Fabian sind groß, den die Nachrichten werden, wegen des Krieges immer spärlicher. Die Nachtrichten über den Krieg sind für Aliza, verheerend, leben ihre Eltern noch, wo ist Fabian, lebt er noch ? Fabian und sie wollten wenn alles vorbei ist heiraten, wird sie ihre Heimat je wiedersehen?

Der Satz von Großmutter Ziva eine Kluge Frau gefiel mir sehr gut:


„Wohin du auch gehst, deine Sorgen und Probleme begleiten dich „

Ein Buch das bewegt

Von: Sylvia Hertel Datum: 13. April 2019

Berlin November 1938, Aliza Landau wird durch Gepolter und Geschrei geweckt.
Ihr Großvater Samuel Landau Senior wird von der Gestapo verhaftet.
An diesem Tag verändert sich das Leben der Arztfamilie Landau drastisch.
Gleichzeitig brennen die Synagogen und die Geschäfte der Juden werden zerstört und geplündert.
Und das ist erst der Anfang der Geschichte.
„Mehr als tausend Worte“ ist der neue Roman von Lilli Beck.
Die Autorin erzählt vom Schicksal einer jüdischen Familie, dass beispielhaft für so viele jüdische Familien in Deutschland steht.
Ich habe schon viele Bücher gelesen die dieses Thema behandeln aber selten hat mich ein Buch emotional so erreicht.
Der Schreibstil von Lilli Beck ist einfach so visuell, man kann sich das geschrieben deutlich vorstellen.
Dabei braucht sie keine seitenlange Beschreibung, oft reichen schon ein paar Sätze und das Kopfkino beginnt.
Die Protagonisten sind gut gewählt, sie werden sehr realistisch dargestellt und hat es bestimmt auch in dieser Art gegeben.
Die Familie Landau, allen voran Aliza habe ich schnell ins Herz geschlossen, ich habe mit ihnen gelacht, gelitten und geweint.
Die Landaus können sich nicht entschließen ihr Land zu verlassen, ist es doch ihre Heimat.
Nur Aliza wird mit einem Kindertransport nach London geschickt wo Familien jüdische Kinder aus Deutschland aufnehmen.
Mir waren die Kindertransporte bisher nicht bekannt. Für viele war es die einzige Möglichkeit ihre Kinder in Sicherheit zu bringen, auch wenn vor allem für die kleineren Kinder schrecklich gewesen sein muss plötzlich von den Eltern weggeschickt zu werden.
Ich fand es sehr interessant über die Kriegsjahre aus einer anderen Perspektive zu lesen.
Aliza hat ihre Familie und ihre große Liebe Fabian zurückgelassen. Nachrichten von den Lieben kommen nur spärlich.
Am Anfang wurde sie noch gut aufgenommen aber dann brach der Krieg aus und die Flüchtlinge waren plötzlich Feinde was sie deutlich zu spüren bekamen.
Eine weitere Person die sehr authentisch ist, ist der Blockwart Karoschke, auch er steht für viele die es in dieser Art gegeben hat.
Karoschke ist ein ganz mieser Charakter, er nutzt die Lage der Landaus schamlos aus und bereichert sich an ihnen.
Mit „Mehr als tausend Worte“ hat Lilli Beck wieder ein Meisterwerk geschaffen.
Ein Buch über ein Stück unserer deutschen Geschichte, dass nicht vergessen werden darf.
Ein Buch das berührt.

Dramatisch und liebevoll

Von: Franzi liest Datum: 13. April 2019

Meinung: Oh mein Gott! Ich habe mit Aliza mitgefiebert, mit ihr gelitten, konnte so manches kaum fassen, was ihr und ihrer Familie geschehen ist und habe gehofft, dass alles gut ausgeht. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich das Buch von Zeit zu Zeit unterbrechen musste, weil es mir so nah ging und ich sonst schniefend nach Taschentüchern gesucht hätte…Kompliment, liebe Lili!

Ein bewegender historischer Roman

Von: chrissysbooks Datum: 09. April 2019

Lilli Beck konnte mich mit ihrem historischen Roman "Mehr als tausend Worte" gleich von den ersten Seiten fesseln. Das Buch hat mich sehr bewegt und durch die bildhafte Schilderung fühlte ich mich in die Zeit versetzt. Die grausamen Handlungen der Nazis haben mich wieder zutiefst entsetzt und wütend gemacht.
Mit überzeugenden authentischen Charakteren erzählt die Autorin über die große Liebe zwischen Aliza und Fabian.

Aliza, die Hauptprotagonistin, ist sehr sympathisch und hilfsbereit. Bei dem Kindertransport nach England kümmert sie sich liebevoll um ein kleines Mädchen. Ständig quält sie die Ungewissheit, wie es ihrer Familie in Berlin geht. Die Liebesbriefe von Fabian geben ihr die nötige Kraft durchzuhalten, die den wunderbaren Satz "Ich liebe Dich mehr als tausend Worte sagen können" beinhalten.
Fabian ist ein liebenswerter junger Mann, der Aliza über alles liebt und auch unter der Trennung leidet.

Lilli Beck hat es geschafft, mich mit ihrem Werk zu überzeugen. Ich habe mit Aliza und ihrer Familie mitgelitten und die Liebesgeschichte zwischen Fabian und Aliza hat mich sehr berührt.
Ein emotionaler historischer Roman, den ich wärmstens empfehlen kann.

Mein ganz persönliches Highlight

Von: katikatharinenhof Datum: 07. April 2019

Aliza glaubt, durch einen bösen Traum wach geworden zu sein, denn ein durchdringender Schrei hat sie geweckt. Doch dieser Schrei ist kein Traum, er ist der Beginn des größten Verbrechens an der Menschheit.
Ihr Großvater ist mitten in der Nacht von der Gestapo geholt worden und fortan ist die jüdische Familie Landau nicht mehr des Lebens sicher.
Samuel Landau ist jüdischer Arzt und weigert sich standhaft, die sich zuspitzende Lage für seinesgleichen zu sehen und zu emigrieren.
Lediglich seine Tochter Aliza will er außer Landes bringen und so vor den Übergriffen der Nazis schützen.
Aliza will diese Maßnahme nicht einsehen, hängt ihr Herz doch an ihrer großen Liebe Fabian und sie ist nicht bereit, diese Liebe aufzugeben. Boch beim Abschied versprechen sich beide in die Hand, sofort zu heiraten, wenn der politische Wahnsinn endlich vorrüber ist . Doch wird diese Liebe die Jahre überstehen, von denen keiner geglaubt hat, dass der Wahnsinn noch schlimmer werden könnte ??

Es gibt Bücher, die atmet man regelrecht ein, weil sie so faszinierend geschrieben sind, dass man gar nicht anders kann, als die Seiten regelrecht zu inhalieren.
Lilli Beck ist mit ihren neuesten Roman "Mehr als tausend Worte" ein echtes Meisterwerk gelungen, das mich berührt und nicht mehr loslässt.
Schon nach wenigen Seiten kriecht einem die nackte Angst unter die Haut, verspürt man kalte Hände , weil das Entsetzen das Blut in den Adern stocken lässt, kämpft man mit Landaus ums Überleben und spürt, wie sich die Schlinge der braune Schergen immer enger zuzieht.
Die Autorin haucht ihren Figuren so viel Leben ein, sodass sie für mich greifbar werden und ich ihnen wie ein Schatten durch die Jahre folgen kann. Die Erlebnisse sind mit schonungsloser Grausamkeit geschildert, lassen den ganzen braunen Wahnsinn wieder lebendig werden und führen mich zurück in die dunkelste Zeit Deutschland, als Verrat und falsche Ideologien an der Tagesordnung sind.
Alzia ist für mich die herausragendste Persönlichkeit in diesem Buch, denn ihre Entwicklung von frisch verliebten Teenie zur resoluten Frau, die sich durch nichts und niemand erschüttern lässt, ist hier sehr gut nachvollziehbar von der Autorin geschildert. Jede Erfahrung von ihr, mag sie auch mit noch so vielen Enttäuschungen oder Entbehrungen gepflastert sein, lässt sie dem harten Leben die Stirn bieten, ein Stück weit erwachsener werden und immer wieder aufzustehen, die Ärmel hochzukrempeln und weiterzumachen.
Meine ganzer Zorn richtet sich allerdings auf Blockwart Karoschke, den ich wirklich gefressen habe. Seine schmierige Visage, seine falschen Versprechungen und seine Raffgier rufen in mir Wut und Groll hervor, Empörung macht sich breit und ich spüre eine leichte Aggressivität in mir aufsteigen, wenn ich von seinen Machenschaften lese. Er und seine Frau Ingrid sind wie Satan und Lilith - ein Paar, dass verdient, in der Hölle zu schmoren.
Die Geschichte umfasst die Zeitspanne 1938 bis Kriegsende, wartet mit vielen Überraschungen und ungeahnten Wendungen auf, die Lilli Beck hier in ihrer sehr gut recherchierten Geschichte verarbeitet.
Fast meint man, einen Zeitzeugenbericht zu lesen und die Bilder der Kristallnacht, dem neuen Leben in England und der Rückkehr in das zerbombte Berlin fügen sich zu einem grandiosen bewegten Film zusammen. Es fließen viele Tränen - Tränen der stummen Trauer um das Leid derer, die ihr Leben lassen mussten, Tränen der Wut und der Hilflosigkeit und Tränen der Freude, dass es am Ende doch noch so etwas wie einen gerechten Gott gibt.

Für mich ein echtes Meisterwerk gegen das Vergessen, denn leider ist das Thema heute aktueller denn je.
Ich verneige mich mit Respekt vor der Autorin, die den Mut hat, diese Geschichte zu Papier zubringen und so daran zu erinnern, dass jedes Leben lebenswert ist, egal welcher Rasse, welcher Glaube und welcher Herkunft man ist.

Eine junge Liebe, in einer schwierigen Zeit

Von: Miss Norge Datum: 06. April 2019

✿ Meine Meinung ✿
Welch ein großartiger Roman. Ich bin noch ganz ergriffen von der Intensität der Zeit in der die Geschichte spielt, von den Charakteren und dem wunderbaren Schreibstil der Autorin. Während des Lesend erweckte Lilli Beck bei mir eine Achterbahn der Gefühle. Man schwankt bei den verschiedenen Personen zwischen Hass, Liebe, Zuneigung, Mitleid, Wut und Dankbarkeit. Doch am Ende steht über allem die Hoffnung. Die Hoffnung das die Liebsten unversehrt geblieben sind, dass das Zuhause noch steht, das man in Ruhe und Frieden wieder miteinander leben kann. Doch leider erfüllt sich dieser große Wunsch nicht bei allen Menschen. Dies ist kein typischer Roman in dem der Krieg im Vordergrund steht, er spielt zwar eine große Rolle, aber im Mittelpunkt steht neben der Liebesgeschichte zwischen Fabian und Aliza auch das Leben zwischen 1938 und 1945. In dieser schwierigen Kriegszeit begleitet man Aliza durch ihr ungewollt turbulentes Leben. Ihre Familie ist jüdisch und die Nazis tun alles um ihnen und den anderen Menschen das Leben zur Hölle zu machen, allen voran der Blockwart Karoschke, dem Alizas Vater leider zu lange vertraut. Doch bis endlich sein mieses Gehabe auffliegt ist es zu spät. Aliza hat noch das Glück im Unglück über einen Kindertransport von Berlin nach England zu flüchten. Hier ist sie zwar erstmal aus der Schusslinie des Krieges, aber die Trennung von Fabian ist herzzerreißend. Werden sie sich nach den Kriegswirren wieder in die Arme schließen können? Doch auch in England läuft nicht alles nach Plan, denn als England Deutschland den Krieg erklärt, bekommt dies auch Aliza zu spüren. Sie muss sich wieder Anfeindungen und Beleidigungen aussetzen. Während der ganzen Geschichte hatte ich nie das Gefühl das Aliza erst 17 Jahre ist, sondern das ich hier zwar eine junge, aber recht erwachsene und starke Frau vor mir habe. Wahrscheinlich ist dies der Zeit geschuldet in der die Geschichte spielt und die Herausforderung das Leben weitab der Heimat und der Familie zu überstehen. Ich kann nicht näher drauf eingehen und Namen möchte ich auch nicht nennen, aber zum Ende hin hätte ich mir mehr Zeit gewünscht zwei bestimmte Personen noch über einen längeren Zeitraum zu begleiten, das war mir dann etwas zu kurz und zu hektisch abgehandelt.
✿ Fazit ✿
Ein Roman der bewegt und ein Plot der beweist, das die große Liebe alle schlimmen Zeiten und Hindernisse überstehen kann.

Mehr als tausend Worte. . . . . . .

Von: Marion Weihe Datum: 05. April 2019

Mehr als tausend Worte. . . . . . . . . . .

benötigt es jetzt um alle meine Fragen zu beantworten.

Zuerst einmal hab ich ein paar Seiten gebraucht um in die Geschichte zu kommen. Mir spukte noch ein vor einiger Zeit gelesenes Buch zur selben Grundthematik im Kopf herum ( Linda Winterberg „ Solange die Hoffnung uns gehört) Und ich war nach zwei Tagen erstaunt das „ Mehr als tausend Worte“ schon zu Ende gelesen war. Und das obwohl es über 400 Seiten stark ist.
Das macht in meinen Augen auch typisch Lilli Beck aus. Ihre Geschichten, ob historische Romane oder leichte Unterhaltung, sind „ Lesefutter“ pur. Ich liebe diese Art zu schreiben. Sie entführt mich immer in eine andere Welt.

Zurück zu „ Mehr als tausend Worte“. Neben der wunderschönen Geschichte, die diesem Buch ein zauberhaftes Gerüst gibt, spielt natürlich der zweite Weltkrieg, speziell das Leid der Jüdischen Bevölkerung die Hauptrolle.

Und hier fangen meine Fragen an. Fragen die eigentlich jeder Mensch der Nachkriegsgeneration haben sollte.
Der Arbeit der Organisationen und vieler hilfsbereiter Menschen zur Rettung jüdischer Kinder zolle ich höchsten Respekt.
Aber, ja ein ABER. Warum hat die Welt weg gesehen? Es hat sich doch lange vor Kriegsbeginn abgezeichnet, dass eine Gruppe Menschen systematisch „ fertig gemacht“ wurde. Warum hat die Welt und vor allem die eigene Bevölkerung nicht „STOP“ geschrien?
Warum hat die Welt nachdem offensichtlich war, dass die Juden als unerwünschte Personengruppe in Deutschland drangsaliert, enteignet und getötet wurde, nicht alle Grenzen und Türen geöffnet um diesen Menschen zu helfen? Nein, es gab Hürden noch und nöcher. Heute unverständlich.

Wie Sie sehen, regt mich dieses Buch sehr zum Nachdenken an. Ich hoffe und bete, dass die Menschen heute klüger sind und nicht wieder einen braunen Teppich ausrollen. Unzufriedenheit ist eine Sache, aber all dieses furchtbare Leid trifft jeden Menschen – auch die, die heute über diesen braunen Teppich laufen. Das darf nie nie nie wieder geschehen.

Lilli Beck, Mehr als tausend Worte

Von: Andrea Koopmann Datum: 25. Januar 2019

Lilli Beck schafft es immer wieder, mit ihren Büchern zu fesseln. Auch wenn ich schon sehr viele Bücher, sowohl im Jugendbuchbereich, als auch in der Belletristik, zum Thema Nationalsozialismus gelesen habe, hat mich ihr Buch sehr berührt.
Sie schreibt einfühlsam und hoffnungsvoll und ich konnte mich gut in die Situatin der Protagonistin versetzen.
Das Ende entspricht sicherlich nur selten der Realität, passt aber ins Gesamtbild des Buches.
Es ist wichtig, dass gerade in der heutigen Zeit neue Bücher über den Schrecken des Nationalsozialismus erscheinen, um hoffentlich viele Menschen zu sensibilisieren.
Ich werde es gerne meinen Kunden empfehlen.