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Daniel Mendelsohn

Eine Odyssee

Mein Vater, ein Epos und ich
Der internationale Bestseller

Eine berührende Vater-Sohn-Geschichte auf den Spuren des homerischen Epos

Als Jay Mendelsohn, pensionierter Mathematiker und 81 Jahre alt, eines Tages spontan beschließt, den Uni-Grundkurs seines Sohnes Daniel zum Thema „Odyssee“ zu besuchen, ahnen beide Männer nicht, dass dies der Beginn einer ganz eigenen Familien-Reise ist. Vater und Sohn folgen auf einer Schiffsroute den Spuren des homerischen Epos – und im Angesicht der eigenen Sterblichkeit überwinden sie ihr gegenseitiges Schweigen.

Ein 4000 Jahre alter Mythos behandelt all die Menschheitsthemen, die uns noch immer bewegen: Familie, Identität, Heimat. Und zugleich weist er einem Vater und einem Sohn den Weg, wieder zueinander zu finden.

Das Buch spielt in Ithaka, Griechenland

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Leserstimmen

Eine Odyssee: Mein Vater, ein Epos und ich (Rezension)

Von: Im Gegenlicht Datum: 16. April 2019

„Geschichten sind alles, was wir haben“, sagt einer der bedächtigeren Wikingerkönige in der erfolgreichen TV-Serie „Vikings“. Sobald Menschengruppen eine Größe annehmen, in denen sich nicht mehr jeder persönlich kennt, sind gemeinsame Mythen, Sagen, eben Geschichten, der soziale Kitt, der ein gedeihliches Zusammenleben ermöglicht. Und spätestens seit Darth Vaders „Nein Luke, ich bin dein Vater!“ wissen wir, dass die besten Geschichten Familiengeschichten sind.

Einer der klassischen Grundlagentexte abendländischer Kultur, Homers Odyssee, lässt sich ganz wunderbar als Vater-Sohn-Geschichte lesen: Auf der einen Seite der abwesende Vater, der Held Odysseus, dessen Listenreichtum im Trojanischen Krieg längst der Stoff von Legenden ist, auf der anderen Seite der verlassene Sohn, Telemachos, der in der Pflicht steht, seine Mutter Penelope vor den drängenden Freiern, die am Königshof in Ithaka ungehemmt zechen, zu schützen und den großen Fußstapfen des Vaters irgendwie gerecht zu werden.

Die Homerischen Gesänge sind, in ihrem ganzen Reichtum an Deutungsebenen und Querverweisen, ein schier unendlicher Schatz existentiell-menschlicher Reflexion. Und speziell in der Odyssee liegen erstaunlich viele Themen verborgen, die in der 4.000 Jahre späteren Gegenwart ungemein resonieren: Identität, Heimat, familiäre Strukturen und Rollenbilder, das wechselseitige Verhältnis von Dichtung und Wahrheit, um nur einige zu nennen.

Den Vater-Sohn-Komplex, als die das Epos auch gelesen werden kann, nimmt der Philologe Daniel Mendelsohn zum Anlass, das Verhältnis zum eigenen Vater zu reflektieren. Durch die gemeinsame Seminarlektüre, durch eine gemeinsame Kreuzfahrt auf den Spuren des „Schmerzensmanns“ Odysseus, durch unzählige Gespräche, Rückblicke, Anspielungen und Assoziationen wird der Leser auf sprachlich höchst ansprechende Weise Zeuge einer Wiederannäherung, letztendlich eines wechselseitigen Verstehens, einer Odyssee der Gefühle und der Gedanken.

Am Ende ist man nicht nur belesener, sondern auch beseelter. Geschichten sind wirklich alles, was wir haben. Und das ist so unglaublich viel.

Auf den Spuren von Odysseus

Von: YukBook Datum: 04. April 2019

Kein Zweifel: "Die Odyssee" von Homer ist Weltliteratur und behandelt die großen Themen der Menschheit wie Familie, Kultur und Heimat. Auch Daniel Mendelsohn, Autor und Ich-Erzähler dieses autobiografischen Romans, ist fasziniert von dem Helden der griechischen Mythologie und bringt dessen Abenteuer in einem Uni-Grundkurs seinen Studenten näher. Womit er nicht gerechnet hat: Dass sein 81-jähriger Vater Jay beschließt, ebenfalls an dem Seminar teilzunehmen und – mehr noch – dass der bisher verschlossene und abweisende Mathematiker sich ihm immer mehr öffnet.

Dabei macht er es seinem Sohn nicht leicht, wirft er doch immer wieder ein, dass Odysseus ganz und gar kein Held gewesen sei. Er habe geweint, seine Frau betrogen und sich von anderen Göttern helfen lassen. So entspinnen sich interessante Diskussionen zwischen Vater und Sohn, die von den übrigen Seminarteilnehmern amüsiert verfolgt und kommentiert werden. Sie regen auch den Leser an, über Themen wie das Unterwegssein, das Lernen, die Erziehung oder die Ehe nachzudenken.

Während der Ich-Erzähler den Inhalt, den Aufbau und die Erzähltechnik des Werkes erläutert, erfahren wir immer mehr über die problematische Beziehung zwischen ihm und seinem Vater. Im Anschluss an das Seminar unternehmen sie sogar gemeinsam eine Mittelmeerkreuzfahrt zu den Schauplätzen der Odyssee.

Ich fand es originell und unterhaltend, auf diese Art und Weise Einblick in das homerische Epos zu bekommen. Im Gegensatz zu einem Sachbuch gewinnt die Geschichte durch die Seminarform nicht nur an Dynamik, sondern durch den Bezug zu der Familiengeschichte des Autors auch eine persönliche Komponente. Die Parallelen wirkten manchmal etwas konstruiert, waren im Ganzen aber überzeugend.

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Eine Reise in die Antike

Von: Frau Lehmann Datum: 26. März 2019

Es gibt sie meist nur einmal im Jahr, diese ganz besonderen Bücher, die sich abheben von der Masse, die anders sind, in kein Raster passen. In diesem Jahr scheint das Mendelsohns "Eine Odyssee" zu sein. Das Buch eines Altphilologen über die Irrfahrten des Odysseus, aber auch darüber, was man heute noch aus einem jahrhundertealten Epos lernen kann und ein Buch über Beziehungen, zwischen Partnern, zwischen Eltern und Kindern.
In hohem Alter entschließt sich Daniel Mendelsohns Vater an einem Seminar seines Sohnes zur Odyssee teilzunehmen. Kurze Zeit danach buchen die beiden Männer gemeinsam eine Kreuzfahrt und schippern auf den Spuren des listigen Helden durch die Ägäis.
Geschickt vermengt Mendelsohn Textanalyse mit Anekdoten, findet Parallelen zur heutigen Zeit, zeigt die unveränderlichen Wahrheiten des Epos auf und bleibt dabei durchgängig verständlich und feinfühlig.
Es geht um die Vielschichtigkeit des Charakters. Ein Mensch kann im Familienkreis gänzlich anders wirken und sich geben als z.B. am Arbeitsplatz. Es geht um Partnerschaften und was Menschen schlußendlich zusammen hält. Es geht um Erwartungen an andere, die sich aus dem eigenen Lebenslauf ergeben, aber für die anderen nicht nachvollziehbar sind. Kurz, es geht um das menschliche Zusammenleben, das sich in seinen Grundstrukturen seit der Antike nicht groß geändert zu haben scheint.
Ich habe dieses Buch unglaublich gern gelesen, geradezu "verschlungen". Man lernt wie nebenbei unfassbar viel über die Interpretationsmöglichkeiten zum Text, über Aufbau und mögliche Intentionen des Dichters. Und das ganze ohne Staub und falsches Pathos. Odysseus ist ein Mensch, der ohne Hilfe der Götter verloren wäre, eigentlich ein Antiheld, einer, der sich um Kopf und Kragen geredet und dabei den Weg verloren hat. Strahlende Helden findet man woanders, aber nicht hier.
Was die Odyssee uns heute bedeuten kann, zeigt der Autor anhand der eigenen Familiengeschichte. Die Beziehung zum Vater ist nicht störungsfrei, Jay Mendelsohn ist ein schwieriger Charakter, mit hohen Erwartungen und nur selten offen gezeigten Gefühlen. Das gemeinsame Lesen des Textes führt zu einer Annäherung von Vater und Sohn, die sehr warmherzig und liebevoll beschrieben wird.
Man kann nicht umhin, auch über das eigene Beziehungsgeflecht nachzudenken, Vergleiche zu ziehen, Blickwinkel zu ändern.
Leser, sich mit den antiken Epen beschäftigt haben, finden wahrscheinlich keine neuen Ansätze und nur altbekannte Thesen. Ich habe mit Freude gelernt und einige Denkansätze mitgenommen und halte dieses Buch daher ganz schlicht für großartig!