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Robert Harris

Konklave

Robert Harris hat ein untrügliches Gespür für brisante politische Themen.

Der Papst ist tot. Die um den Heiligen Stuhl buhlenden Gegner formieren sich: Traditionalisten, Modernisten, Schwarzafrikaner, Südamerikaner … Kardinal Lomeli, den eine Glaubenskrise plagt, leitet das schwierige Konklave. Als sich die Pforten hinter den 117 Kardinälen schließen, trifft ein allen unbekannter Nachzügler ein. Der verstorbene Papst hatte den Bischof von Bagdad im Geheimen zum Kardinal ernannt. Ist der aufrechte Kirchenmann der neue Hoffnungsträger in Zeiten von Krieg und Terror oder ein unerbittlicher Rivale mit ganz eigenen Plänen? Die Welt wartet, dass weißer Rauch aufsteigt ...

Frank Arnold nimmt den Hörer mit hinter die Kulissen des Vatikans.

(1 mp3-CD, Laufzeit: 7h 45)

Das Buch spielt in Rom, Italien

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Leserstimmen

Spannend und authentisch!

Von: Geschichtentänzer Datum: 27. Dezember 2017

Immer wieder bin ich auf der Suche nach spannenden Hörbüchern, die etwas Besonderes zu bieten haben. In diesem Zusammenhang stieß ich auf „Konklave“ von Robert Harris. Es ist einige Jahre her, dass ich ein Buch von Harris las, doch damals wurde es prompt zu meinem Lieblingsbuch. Und weil ich nur gute Erinnerungen an die Geschichten von Robert Harris hatte, griff ich zum Hörbuch „Konklave“. Der Klappentext sagte nicht allzu viel aus und dennoch ist das Thema der Papstwahl von Anfang an unglaublich faszinierend. Waren die ersten Minuten noch etwas langatmig, geriet ich mit der Zeit immer tiefer in den Sog der Geschichte und versank in ihr. „Konklave“ ist ein unglaublich gutes, spannendes und intelligentes Buch und sein Sprecher ist einfach ideal für diese Geschichte! Meine absolute Empfehlung!

Klappentext
Der Papst ist tot. Die um den Heiligen Stuhl buhlenden Gegner formieren sich: Traditionalisten, Modernisten, Schwarzafrikaner, Südamerikaner ... Kardinal Lomeli, den eine Glaubenskrise plagt, leitet das schwierige Konklave. Als sich die Pforten hinter den 117 Kardinälen schließen, trifft ein allen unbekannter Nachzügler ein. Der verstorbene Papst hatte den Bischof von Bagdad im Geheimen zum Kardinal ernannt. Ist der aufrechte Kirchenmann der neue Hoffnungsträger in Zeiten von Krieg und Terror oder ein unerbittlicher Rivale mit ganz eigenen Plänen? Die Welt wartet, dass weißer Rauch aufsteigt ...

Meinung
Zu Beginn hatte ich so meine Probleme mit dem Hörbuch und das hatte verschiedene Gründe. Ich fand den Sprecher ein bisschen langweilig, obwohl er sehr gut artikuliert liest und die richtigen Passagen zu betonen weiß. Die Stimme von Frank Arnold klingt relativ alt, dadurch aber weise. Das empfand ich anfangs als langweilig. Mit der Zeit aber fand ich seine Stimme immer angenehmer, denn eigentlich passt sie wie die Faust aufs Auge zur Geschichte. Durch Arnold bekommen die Kardinäle eine besondere Note und seine Stimme passt einfach gut zu den Rollen! Außerdem ist seine Tonlage und sein Tempo sehr angenehm. Und obwohl ich Frank Arnold anfangs mit Skepsis betrachtete, war ich am Ende des Hörbuchs einfach nur beeindruckt.
Ich hatte aber nicht nur wegen des Sprechers Einstiegsprobleme. Nein, vielmehr lag das an den verschiedenen internationalen Namen der 117 Kardinäle. Mich verwirrte lange die Kombination von Lomeli und O’malley, oder auch Bellini. Hinzu kamen die ganzen afrikanischen oder asiatischen Namen – es war die absolute Verwirrung. Ich habe eine ganze Weile gebraucht, um die verschiedenen Personen auseinander zu halten, denn Robert Harris wählt anfangs keinen klaren Protagonisten. Erst nach einiger Zeit kristallisiert sich eben Lomeli, der Vorsitzende der Papstwahl, als eine Art Protagonist heraus. Neben ihm spielen aber unglaublich viele Personen eine Rolle und da es sich zumeist nur um Männer in der gleichen Position handelt, ist es nicht ganz leicht, den Überblick zu behalten.
Aber auch das Problem konnte beseitigt werden, denn nach einiger Hörzeit ist man einfach in der Geschichte gefangen. Und obwohl „Konklave“ kein typischer Thriller ist und kein Mord geschieht, ist das Buch unglaublich spannend und mit vielen Intrigen und Verschwörungen gespickt. Die Spannung liegt hier in kleineren Dingen, aber genau das macht das Buch so besonders. Jedes Mal, wenn das Konklave zur Wahl schreitet, ist man unglaublich gespannt, wer denn nun Papst werden könnte. Ich fand die Situationen und Intrigen logisch und möglich. Natürlich ist es ein wenig weit hergeholt, dass so viel auf einmal geschieht. Aber woher soll die Außenwelt wissen, was sich bei den verschiedenen Konklaves in dieser Welt schon zugetragen hat? Die gesamte Entwicklung ist unglaublich spannend und die Thematik sehr, sehr interessant! Ich bin nicht katholisch und kenne mich deswegen nicht gut mit der Papstwahl und den Traditionen aus. Das Buch regte mich allerdings zum Googeln an und soweit ich es beurteilen kann, ist der Vorgang sehr realistisch dargestellt. Auch für den Laien wird das Konklave durch dieses Hörbuch zu einer unglaublich interessanten und faszinierenden Angelegenheit! Sehr interessant fand ich auch die Figurenzeichnungen. Die meisten Charaktere sind Kirchenmänner und dementsprechend spielt der Glaube an Gott eine große Rolle. Ich fand es unglaublich authentisch, wie Harris die Gedanken der Kardinäle beschreibt, die Bedeutung von Gott für ihr Leben und den Lauf der Zeit. Man wird wirklich in eine kleine Nischenwelt hereinkatapultiert, von der man vielleicht zuvor noch nie etwas ahnte – und genau das machte das Buch für mich so grandios! Ich hatte das Gefühl, dass ich viel gelernt habe und nebenbei ein sehr spannendes Hörbuch anhörte. Der Stil von Harris ist toll und auch dank diesem findet man sich eben irgendwann in dem Chaos der Kardinäle zurecht. Ich glaube, dass das Lesen leichter sein kann, als das Hören, denn so kann man über die Namen den besseren Überblick behalten. Aber dann hat man eben nicht die tolle Interpretation von Frank Arnold.
Noch ein paar Worte zum Ende: Ich hatte mit dem Ausgang der Papstwahl nicht sofort gerechnet. Dass die Kardinäle am Ende zu einem Ergebnis kommen, war abzusehen. Auf wen letztendlich die Wahl trifft, war nicht unbedingt zu erwarten und dennoch war es eine interessante und gute Wahl. Der Leser kann die ganze Zeit mitraten und wird am Ende ja doch überrascht. Der neue Papst hat allerdings auch ein Geheimnis, das in der katholischen Kirche mehr als umstritten sein muss. Ich finde, dass Harris sich damit einen kleinen Spaß erlaubt hat und auch, dass man das Ende nicht mögen muss. Andererseits: Wer weiß, ob es so etwas nicht schon gab oder noch geben wird? Die Päpstin ist ja auch ein bekannter Mythos…
Ich will nun aber nicht zu viel verraten. Über das Ende lässt sich auf jeden Fall streiten und ich muss sagen, dass ich lieber wen anders mit den Schlüsseln des Petrus betraut hätte, hätte ich die Wahl gehabt. Aber das sei nur nebenbei erwähnt.

Fazit
Robert Harris hat mit „Konklave“ ein unglaublich spannendes, interessantes und faszinierendes Buch geschrieben, das sich wunderbar als Hörbuch eignet. Frank Arnold liest überzeugend, angenehm und passend und verleiht der Geschichte so seine eigene Note. Das Buch hat seine ganz eigene Spannung, die durch Intrigen und Verstrickungen zum Vorschein kommt. Außerdem sind viele Figuren sehr sympathisch oder vielschichtig. Alles in allem ist dieses Hörbuch das reinste Erlebnis und ich vergebe deswegen volle fünf Spitzenschuhe.

Faszinierender Blick hinter die Kulissen des Vatikans

Von: MoZeilenherz Datum: 25. Dezember 2017

Ich hege seit jeher eine gewisse Faszination für den Vatikan und die Art und Weise wie dieser funktioniert und lebt. Als ich das Hörbuch bei Random House entdeckt habe, wollte ich es unbedingt haben.

Mein erstes, großes Lob geht an Frank Arnold, der einen als Kardinal Lomeli so mitreißend in die Welt des Vatikans entführt, dass ich mehr als nur einmal das Gefühl hatte, daneben zu stehen, wenn sich die Kardinäle zum nächsten Wahlgang in die sixtinische Kapelle aufmachen, oder Lomeli ein vertrautes Gespräch mit einem anderen Kardinal führt.

Das Buch ist unglaublich unaufgeregt, was mir sehr gefällt. Man lernt die unterschiedlichsten Menschen kennen, die dem Konklave beiwohnen, oder anderweitig im Umfeld der Wahl eine Rolle spielen. Ich habe meine Sympathien und Antipathien schnell verteilt gehabt und am Ende hatte ich auch mit meiner Vermutung recht, wer die „Guten“ und wer die „Bösen sind“ aber Harris schafft es, die Geschichte auf so subtile Weise zu erzählen und aufzubauen, dass ich nie das Gefühl hatte, ja sowieso schon zu wissen, wie es ausgeht.

Das Wichtigste und für mich das, was mich an diesem Buch am Meisten fasziniert hat, ist, dass Robert Harris es geschafft hat, den Vatikan, der nach wie vor eine Art Mysterium in unserer Welt ist, für mich als Leserin menschlich zu machen. Die Kardinäle und auch der Papst, egal ob der verstorbene oder der, er am Ende das Konklave als Sieger verlässt, sind menschlich, sie begehen Fehler, oft so schwere, dass man nicht nur außerhalb der Mauern einer „heiligen Stadt“ Schwierigkeiten hätte, sie einem zu verzeihen. Ich war unglaublich fasziniert von dieser Art und Weise, wie Harris es geschafft hat, diesen Zwiespalt darzustellen, zwischen der Liebe zu Gott, die sie irgendwie alle in sich tragen und dem Ehrgeiz und dem Stolz, der sie zu ihren Handlungen antreibt.

Ich war mir von Beginn an recht sicher, wer am Ende als neuer Papst hervorgehen würde und ich hatte recht. Allerdings hat mich das keineswegs enttäuscht, sondern gefreut, denn der Weg war authentisch und ehrlich. Mit zwei Ereignissen in diesem Buch habe ich nicht gerechnet, beide haben mich zum Nachdenken gebracht, beide haben mich absolut kalt erwischt, weil ich sie nicht im Ansatz vorausahnen konnte, weil sie mich erschreckt haben und mich auch mit den betreffenden Personen haben mitleiden lassen. Ich habe mich beim Hören so gefühlt, als würden sie wirklich geschehen und wen ein Autor und ein Sprecher das schaffen, dann ist das Buch ein außergewöhnliches Werk, das von mir darum auch 5 von 5 Sternen bekommt.