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A. J. Finn

The Woman in the Window - Was hat sie wirklich gesehen?

„Der fesselndste Thriller, den ich seit Gone Girl gelesen habe. A.J. Finn ist ein kühner Debütautor – meisterhaft.” Tess Gerritsen

Anna Fox lebt allein. Ihr schönes großes Haus in New York wirkt leer. Trotzdem verlässt sie nach einem traumatischen Erlebnis ihre Wohnung nicht mehr. Anna verbringt ihre Tage damit, mit Fremden online zu chatten, zu viel zu trinken – und ihre Nachbarn durchs Fenster zu beobachten. Bis eines Tages die Russels ins Haus gegenüber einziehen – Vater, Mutter und Sohn. Bei dem Anblick vermisst Anna mehr denn je ihr früheres Leben, vor allem, als die neue Nachbarin sie besucht. Kurze Zeit später wird sie Zeugin eines brutalen Überfalls. Sie will helfen. Doch sie traut sich nach wie vor nicht, das Haus zu verlassen. Die Panik holt sie ein. Ihr wird schwarz vor Augen. Als sie aus ihrer Ohnmacht erwacht, will ihr niemand glauben. Angeblich ist nichts passiert ...

Meisterhaft und nuanciert gelesen von Nina Kunzendorf

(2 mp3-CDs, Laufzeit: ca. 9h 15)

Das Buch spielt in New York, Vereinigte Staaten von Amerika

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Leserstimmen

Ein Psychothriller - Akt der besonderen Art

Von: Solaire Datum: 21. August 2018

Ich gebe hier lediglich meine persönliche Meinung wieder und spreche weder für andere, noch hat mich die zur Verfügungstellens des Audiobooks in irgendeiner Weise beeinflusst.

Das Buch hat mich absolut an "Girl in the Train" erinnert und ich konnte nicht umhin Vergleiche zu ziehen. Die Protagonistin wirkt oft verunsichert und dann wieder absolut überheblich. Die Darstellung einer debilen, tablettenabhängigen Alkoholikerin, die sich selbst irgendwann nicht mehr traut, war mehr als gelungen und man hat nicht selten sogar die eigene Erinnerung in Frage gestellt.

Zu Anfang hatte ich etwas Probleme mich in die Geschichte hineinzufinden, eben weil es mich so an "Girl on the Train" erinnerte, doch das verflüchtigte sich schnell und ließ mich sprachlos zurück. Das Buch hat mich bis zum letzten Wort hin manipuliert und mich all das Glauben oder Bezweifeln lassen, was Anna Fox gedacht und getan hat. Jedes Mal wenn ich dachte ich hätte auch nur die Spur einer Ahnung, was als nächstes passieren würde, erfolgte ein Schockmoment und eine überraschende Wendung. Ich glaube ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so oft am Stück ein überraschtes "Oh" ausgesprochen wie während des Hörens dieses Audiobooks! Die Charaktere sind absolut authentisch und saugen einen geradewegs in die Geschichte hinein, während sie einen gleichzeitig abstoßen, weil jeder der eigene Feind und Mörder sein könnte. Wie man schon hören kann bin ich ziemlich begeistert und die letzte halbe Stunde war absolut atemberaubend! Macht euch auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle und Gedanken gefasst und rechnet damit, dass euer Herz mindestens einmal stehen bleibt. Ein absolut gelungener Psychothriller, wie ich ihm seit "Girl on the Train" nicht mehr begegnet bin.

Auch die Sprecherin war mehr als nur gut. Sie hat gelallt, geflüstert und durch unterschiedliche Tonlagen und Schnelligkeit die unterschiedlichsten Charaktere so gut verkörpert, dass ich mich manchmal (vor allem am Ende) gegruselt habe! 

Wer sich von seinem eigenen Geist mal wieder richtig in die Irre führen lassen möchte und sich von der Flut an Thrillern auf dem Markt überfordert fühlt, sollte auf jeden Fall dieses Buch als Einstieg wählen und sich gehörig verwirren lassen! 

(Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar dieses Audiobooks zur Verfügung gestellt. Die hier dargestellt Meinung wurde davon jedoch in keiner Form beeinflusst!)


empathisch und ein überraschendes Ende

Von: Hoerbuch-Thriller Datum: 29. Juni 2018

Als Hörbuch in nur 3 Tagen gehört. Interessante Erzählung mit viel psychologischen Finessen. Es geht um eine Frau die sich nicht mehr aus dem Haus traut. Sie hat in ihrer Vergangenheit etwas schlimmes erlebt aber man erfährt nicht gleich was ihr genau widerfahren ist. Aber es muss etwas ganz schlimmes gewesen sein. Denn man erlebt wie die Frau zerfällt und hat sehr viel Mitleid mit ihr. Leider ist ihr nicht mehr zu helfen, so zumindest hat man das Gefühl. Zuhause ist ihr Langweilig und sie beobachtet ihre Nachbarn, sehr interessant sind die Neuen die gegenüber eingezogen sind. Dann jedoch beobachtet sie wie die Frau des Nachbarn umgebracht wird, zumindest glaubt sie es. Die anderen jedoch unter anderem auch die Polizei jedoch nicht. Was hat sie wirklich gesehen, das frägt man sich. Immer wieder tröstet sie sich mit Alkohol und Medikamenten. Vieles ist in ihrer Geschichte ist vorhersehbar und man ahnt wo ihr Mann und ihre Tochter ist. Das Buch wird langweilig. Ich wollte das Hörbuch schon weglegen und unfertig zurück in den Schrank stellen, als ihr ein abstruser Gedanke kommt. Dies stellt das ganze Buch auf den Kopf und es wird gnadenlos spannend. Es ist nicht die letzte unvorhersehbare Wendung. Lasst Euch überraschen.

Die Hörbuchsprecherin Nina Kunzendorf gefällt mir gut, nur das lallen sollte sie noch etwas üben ������.

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Eine spannende Geschichte mit unvorhersehbaren Ende

Von: Curin Datum: 26. Juni 2018

Seit einem traumatischen Erlebnis lebt Anna Fox allein in ihrem Haus in New York, welches sie seit Monaten nicht mehr verlassen hat. Stattdessen chattet sie im Internet mit Menschen, die wie sie an Agoraphobie leiden und beobachtet mit Vorliebe ihre Nachbarn durch das Fenster. Als im Haus gegenüber die Russels einziehen, wird sie eines Abends Zeugin einer grausamen Tat. Doch als sie die Polizei alarmiert, will ihr niemand glauben... .
Die Autorin A.J. Finn hat hier eine spannende und wie ich finde, auch lebensnahe Geschichte geschrieben, die mich mit glaubhaften Figuren und einem überraschenden Ende überzeugt hat.
Die Handlung beginnt etwas schleppend mit vielen Beschreibungen, wie Annas Leben aussieht, wie sie ihre Nachbarn beobachtet und wie sie den Tag mit ihren Medikamenten, sehr viel Alkohol und alten Filmen verbringt. Man braucht hier ein bisschen Durchhaltevermögen, denn es kommt erst richtig Spannung und Fahrt in die Geschichte, als die Russels in das Haus gegenüber einziehen und sie den Mord beobachtet.
Anna Fox ist eine spannende Figur, an der man sehen kann, wie heftig sich eine Krankheit wie die Agoraphobie äußern kann. Obwohl sie mit ihrem Psychologen immer wieder übt, schafft sie es einfach nicht nach draußen zu gehen, ohne dort zusammenzubrechen. Zuerst hält man Anna für eine Spannerin, die ihre Nachbarn ohne deren Wissen ausspioniert, aber dann merkt man, wie wichtig diese Blicke nach draußen für sie sind.
Mit ihr hat die Autorin einen typischen Charakter geschaffen, bei dem nie weiß, was wirklich passiert und was man glauben kann. Gerade, als der Mord geschieht, war ich mir unschlüssig, was Anna in Wahrheit gesehen hat.
Gelesen wird die Geschichte von Nina Kunzendorf, an deren Stimme ich mich erstmal gewöhnen musste. Gerade weil am Anfang des Hörbuches noch wenig passiert, trägt die etwas ruhige und eintönige Art des Vorlesens dazu bei, dass man sich beim zuhören schon sehr konzentrieren muss. Als ich mich allerdings an Frau Kunzendorfs Art zu lesen gewöhnt hatte und auch die Handlung an Fahrt aufnahm, mochte ich ihre Stimme nicht mehr missen. Gerade zum Ende, wo es richtig spannend wird, schafft sie es mit Betonungen und ihrer Lesart noch zusätzlich, die Geschichte anzuheizen. Während ich selber bei einem Buch diese besonderen Stellen in einem raschen Tempo gelesen hätte, ist man hier beim Hörbuch auf positive Art und Weise gezwungen, zuzuhören und so nach und nach zu erfahren, wie die Geschichte ausgeht.
A. J. Finn, die Autorin des Buches, hat hier eine spannende und auch sehr echt wirkende Handlung entworfen. Einige Wendungen, die sie einstreut, habe ich erahnen können, aber mit dem Ende habe ich nicht gerechnet und wurde davon regelrecht umgehauen.
Insgesamt ist ,,The woman in the window" ein äußerst spannender Thriller, der zwar etwas braucht, um in Fahrt zu kommen, aber dann auf ganzer Linie überzeugt. Gerne empfehle ich das Hörbuch hier weiter.

Lebensgeschichte und Spannung

Von: Katha.18 Datum: 25. Juni 2018

Für mich hat das Buch eine gute Mischung aus der Lebensgeschichte einer traumatisierten Frau und einem Thriller abgegeben. Zwischendurch erwarten einen überraschende Wendungen und einem stockt der Atem. Nicht vor Grusel sondern weil man so etwas einfach nicht erwartet hat.
Die Stimme der Leserin empfand ich als sehr angenehm und die stimmlich unterschiedliche Darstellung der Charaktere ist sehr angenehm. An einigen Stellen holt mir das Buch mit zu vielen Details aus, wie der Story nicht viel beitragen und es etwas in die Länge ziehen.
Trotz alledem sehr unterhaltsam anzuhören!

Eine authentische Darstellung von Phobien

Von: Kaisu Datum: 28. Mai 2018

“Gleich kommt ihr Mann nach Hause. Diesmal erwischt er sie. Es gibt nicht einen Streifen Vorhang, nicht eine einzige Jalousie in Nummer 212 – dem rostroten Stadthaus, in dem früher die frisch verheirateten Motts wohnen, bis sie sich vor kurzem wieder entheirateten.” (Buchbeginn)

Anna Fox – “the woman in the window” – ist alleinstehend. Zumindest derzeit. Was nicht daran liegt, dass sie keine Menschen mag. Es liegt eher daran, dass sie sich nicht aus dem Haus traut. Sie leidet an diversen Ängste und Phobien. Somit ist ein Spaziergang in der Stadt, für sie ein Ding der Unmöglichkeit. Allein der Gedanke daran, lässt sie förmlich in Schweiß ausbrechen. Dabei ist sie Psychologin und hilft anderen mit ihren Ängsten.

Langweilig wird ihr dennoch nicht. Neben der Online-Beratung, schaut sie gerne Filme und beobachtet ihre Nachbarn leidenschaftlich gerne. So fallen ihr sofort Veränderungen auf, wie an jenem schicksalhaften Tag, der alles auf den Kopf stellt. Anna ist der festen Überzeugung, dass ihre Nachbarin ermordet wurde. Eine Frau, die sie noch die Tage zuvor besucht und mit der sie sich sofort verstanden hatte. Entsprechend tief sitzt der Schock und sie kontaktiert die Polizei.

“Es ist nicht so, dass du dir eine Handvoll Pillen einwirfst und dir so etwas einbildest. Ich weiß, was ich gesehen habe.” (CD 2)

Dummerweise glaubt ihr niemand. Die Nachbarn streiten alles ab und eine Leiche gibt es auch nicht. Wie bei einem kleinen Kind, klopft man ihr sanft auf die Schulter und schiebt es auf ihre Krankheit mitsamt den Umständen. Dazu zählen die Medikamente, die sie regelmäßig nimmt und der Alkohol. Aber Anna bleibt stur, sie weiß, was sie gesehen hat! Sie ist noch Herr ihrer Sinne und fantasiert sich nicht ein Hirngespinst zusammen. Auf der Suche nach beweisen, gerät sie dann doch ins Grübeln. War es echt oder eingebildet? Wer sagt die Wahrheit und wer lügt ihr ins Gesicht?

Als Leser steht man natürlich neben Anna. Schließlich kennt man alle Details. Hat ihr Leben kennen gelernt und hofft, dass sie die wahren Umstände herausbekommt. Doch bei ihrem Kampf mit sich selbst und dem Versuch alles zu rekonstruieren, gerät man ins Straucheln. Was wenn sich Anna etwas vorlügt? Sie nur glaubt etwas gesehen zu haben? Wenn sogar die Polizei keine Hinweise findet. Auf der anderen Seite erfährt man irgendwann den Grund für Annas private Probleme. Den Auslöser und will ihr nur noch unter die Arme greifen und sagen: “Du packst das! Bleib am Ball!”

“Ich bin nicht verrückt.” (CD 2)

Dieses ewige Hin und Her sorgt für einige Spannung und man will eigentlich nur noch wissen, was am Ende passiert. Die Auflösung selbst fand ich gelungen. Nicht perfekt, aber gelungen und stimmig. Gestört hat mich das letzte Drittel der Geschichte. Es wirkte gezogen und langweilig. Bis auf die Abschnitte, wo es um Annas Vergangenheit geht. Ob das an der ruhigen Stimme der Sprecherin Nina Kunzendorf lag oder meinem Desinteresse an den Ausschweifungen, kann ich schlecht beurteilen. Es fließt wohl beides zusammen.

Letztendlich ließ meine anfängliche Begeisterung immer mehr nach. Es dauert recht lange, bis DAS Ereignis stattfindet. Man folgt dem Verlauf der Geschichte, erlebt das stetige Pro und Contra, bekommt mögliche Szenarien präsentiert und mittendrin gibt es wieder einen Sprung in die Vergangenheit von Anna. Was theoretisch nicht schlimm ist, nur zog es sich. Selbst nachdem die Lösung sichtbar wird, folgt noch ein kleiner Rattenschwanz. Was ich aber noch positiv vermerken möchte, ist die authentische Darstellung von Anna. Die hat mir wirklich gut gefallen.
Ein Hörbuch, was sicher seine Freunde findet, mich hat es im Laufe der Hörzeit verloren. Leider.

Der deutlich andere Thriller aus der Sicht einer Frau mit Angststörung

Von: puppetgirl Datum: 28. Mai 2018


Der deutlich andere Thriller aus der Sicht einer Frau mit Angststörung

„The Woman in the Window – was hat sie wirklich gesehen?“, von A. J. Finn, durfte ich zur Rezension hören. Das Buch wird unter dem Genre Thriller geführt, aber es ist kein normaler Thriller, wie man ihn kennt: Mord passiert – es wird ermittelt – irgendwann weiß man, was passiert ist.
Denn A. J. Finn arbeitet hier anders und das macht die ganze Geschichte unglaublich interessant und zu etwas Anderem. Wir hören alles aus der Sicht von Anna Fox. Sie hatte ein einschneidendes Erlebnis mit ihrem Mann Ed und ihrer Tochter Olivia. Sie leidet unter einer Angststörung, genauer Agoraphobie, das heißt, dass sie Angst vor der Außenwelt hat, sich nicht vor die Tür traut, denn es erscheint ihr alles so ungeschützt und so weit. Somit verbringt sie 24 Stunden in der Wohnung. Soziale Kontakte führt sie nur noch über Internetforen in denen sie anderen Menschen Hilfe gibt, denn sie ist selbst Therapeutin. Da ihre Familie nicht mehr bei ihr ist, wohnt sie allein, hat nur einen Untermieter im Keller, der aber auch sein eigenes Leben lebt. So beobachtet sie die Nachbarn durch das Fenster und macht mit ihrer Kamera teilweise auch Bilder vom Geschehen. Sie kennt sich genau aus, wer wo wohnt und dann ziehen gegenüber die neuen Nachbarn ein. Es sind die Russels. Anna findet die Familienkonstellation – Vater, Mutter, Kind so schön und wird an ihr altes Leben mit Ed und ihrer Tochter erinnert, was so wohl nicht mehr zustande kommen wird. Doch es scheint wohl alles nur so toll zu sein, denn eines Tages sieht Anna durch das Fenster einen brutalen Überfall, sie will helfen, doch wie? Sie kann ja nicht aus ihrem Haus, die Panik ist zu groß und doch versucht sie es. Scheitert aber durch eine Ohnmacht und als sie wiedererwacht, stellt man sie als doch leicht verwirrt hin, denn angeblich ist gar nichts passiert.
Doch ist es wirklich so? Hat Anna zu viel getrunken und ihre Tabletten, die sie wegen ihrer Angststörung nimmt und den Depressionen, haben dann zu Halluzinationen geführt? Die Person Anna Fox ist unglaublich gut ausgearbeitet, sie hat ihre Ecken und Kanten und man versteht ihre Lage, wie sie sich fühlt, wie schwer es ihr fällt dort rauszugehen und dann auch, wie schwer es ist zu begreifen, dass sie sich wohl nur etwas eingebildet hat. Die ganzen handelnden Personen, die wir nur über die Erzählungen von Anna kennenlernen, haben ihr eigenes Leben, ihren eigenen Charakter und gerade das macht A. J. Finn sehr spannend, denn wir wissen nichts, was Anna nicht weiß und so kommen immer wieder Wendungen auf, die man so nicht vermutet hätte.
Dieses Werk ist definitiv kein normaler Thriller, man denkt am Anfang auch deutlich: sicher, dass da noch ein Mord passiert? Denn wir befassen uns deutlich mit Anna, lernen sie kennen und verstehen und dann kommt es eben zu diesem Überfall, der alles ändert und in Frage stellt.
Nina Kunzendorf ist in meinem Ohr nun wahrscheinlich für immer Anna Fox und ich fand die Sprecherin sehr gut gewählt, denn es machte Spaß ihr zuzuhören, man hat die Emotionen, die in Anna ausgelöst wurden immer deutlich gehört und konnte so sehr gut mitfühlen. Mir hat es viel Spaß gemacht ihr zuzuhören und jeden Tag ein wenig mehr über Anna zu erfahren.
Wer also mal auf etwas neues Lust hat, der sollte sich dieses Werk zulegen, denn ich fand es sehr interessant, wie auch die Meinung der Gesellschaft zu psychischen Krankheiten ausgebildet ist.

the woman in the window

Von: Irve Datum: 17. Mai 2018

Olivia lebt nach einem Unfall, der eine psychische Störung in ihr auslöste, bis auf einen Untermieter, alleine im Haus der Familie. Sie ist einsam, fühlt sich aber in ihrer selbstgewählten Festung recht wohl. Olivia ist Psychologin, übt seit besagtem Zeitpunkt ihren Job nicht mehr aus, steht aber psychisch Hilfsbedürftigen über das Internet mit Rat und Tat zur Hilfe. Den Rest ihrer reichen Freizeit füllt sie damit, bei einer guten Flasche Wein – oder auch mehreren – alte Filme zu schauen, und ihre Nachbarn zu stalken, soweit das von ihrem Stützpunkt aus möglich ist. Sie kennt sie alle, ihre Gewohnheiten und Tagesabläufe. Als eine neue Familie gegenüber dem Park einzieht, wird dies zu ihrem neuen Projekt. Und die Familie erleichtert ihr die Sache ungemein, denn sie kommen zu Besuch, und zwar nacheinander. Olivia lernt sie nach und nach kennen und macht sich – ganz psychologischer Fachmann – sogleich ein Bild von Vater, Mutter und Sohn. Wie sehr sie sich täuscht und mit ihrem Sachverstand in die Irre leiten lässt, begreift sie erst viel später….
Als Olivia mal wieder ihren Beobachtungsposten einnimmt, beobachtet sie ein furchtbares Verbrechen, deren Schrecken sie sogar die Einschränkungen durch ihre Erkrankung überwinden lassen. Und dennoch stößt sie überall auf Hindernisse und Ablehnung. Denn der Tenor lautet unisono, dass alles in bester Ordnung ist. Dass man einer tablettenabhängigen Frau, die zudem dem Alkohol zuspricht, dann natürlich nicht glaubt, ist klar. Selbst ich hatte immer wieder meine Zweifel, denn zu viele Ungereimtheiten türmten sich im Laufe der Geschichte an, zu viele ungeklärte Fragen kamen mir immer wieder in den Sinn. Die psychisch instabile Olivia, die eine Vielzahl Tabletten nehmen muss und dazu reichlich Alkohol verbraucht, kann sie wirklich eine zuverlässige Zeugin sein? Oder brechen sich langsam aber sicher Wahnvorstellungen in ihr Bahn?
Wer temporeiche, actiongeladene und blutspritzende Thriller mag, wird mit „The Woman in the Window“ sicher nicht glücklich werden. Diese Geschichte wird von den leisen Tönen beherrscht. Sie kommt sehr langsam in Gang, ist aber nicht langweilig. Noch nicht einmal langatmig, denn gebannt hing ich an den Lippen der hervorragend lesenden Nina Kunzendorf, die sich mit dem ersten Satz in Olivia zu verwandeln schien. Die Gedanken, Gefühle, Beschreibungen, sie klingen alle nicht so wie über jemand anders erzählt, sondern wirken wie selbst erlebt, was dem subtilen Thrill immer wieder einen ordentlichen Schub gab. Irgendwie spürt man, dass Olivia sehr verwirrt ist und da etwas an ihr nagt, das sie längst nicht verarbeitet hat. Sie muss sich sortieren, lebt langsam, um sich nicht in sich zu verirren, und ich war mehr als gespannt, wie sich das vermeintliche Verbrechen und auch die Hintergründe zum Zustand der Frau auflösen würden. Alles, selbst das kleinste Detail, schien mir wichtig zu sein – und im Nachhinein stellte sich diese Vermutung als richtig heraus. Die Aufklärung aller meiner Ungereimtheiten und Fragen zogen einen riesigen Rattenschwanz an Überraschungen nach sich. Denn kaum etwas ist wie zuvor gedacht, auch nicht die Charaktere….
Das anfangs langsame Tempo nimmt zum Ende hin sehr zu, die Geschehnisse und Erkenntnisse überschlagen sich fast. Die Geschichte ist, wenngleich etwas hanebüchen konstruiert, sehr gut überlegt und umgesetzt, denn sie ist in sich schlüssig und rund. Zudem sind die zahlreichen Details sehr stimmig, was mir spannendes Hörvergnügen bis zum Schluss beschert hat.
„The Woman in the Window“ würde ich nicht unbedingt als Thriller bezeichnen, eher als Spannungsroman mit einem grandios ausgearbeiteten Psychogramm der Hauptfigur.
Durch das gemächliche Tempo ist keine extrem hohe Aufmerksamkeit gefordert und man kann die Geschichte gut runterhören und dabei ein wenig abschalten, muss keine großen Gedanken- und Merkleistungen vollbringen, und wird dennoch perfekt unterhalten!

Schade, es ist aus meiner Sicht kein Thriller.

Von: Regi Lang Datum: 13. Mai 2018

Ich habe fast die Hälfte des Hörbuches gehört. Ich habe mich sehr damit gequält. Und dann die Entscheidung getroffen, es zur Seite zu legen. Warum? Ich höre Hörbücher bei allen Gelegenheiten, im Haus beim Kochen, beim Backen, beim Putzen. Außer Haus im Auto oder gemütlich im Liegestuhl im Garten.
Dieses jedoch habe ich probiert, bei allen diesen Gelegenheiten und mich entschlossen, es nicht weiter zu hören. Es ist mir zu langatmig, es passiert nichts, welches die Bezeichnung Thriller rechtfertigen würde. Oder es passiert zu spät, fast in der Hälfte der Geschichte. Aber da hatte ich bereits die Lust verloren. Schade. Vielleicht hole ich es mir später noch mal vor.

Ein fesselnder Krimispaß

Von: Silke Schröder, hallo-buch.de Datum: 11. Mai 2018

A. J. Finn kramt tief in der Schatzkiste alter spannender Schwarz-Weiß-Filme. So liebevoll, wie er “Vertigo”, “Das Fenster zum Hof” oder “Warte bis es dunkel ist” zitiert, so gestaltet er auch seinen spannenden Thriller um die an Agoraphobie leidende Anna Fox. Was geht hier wirklich vor und was spielt sich nur in ihrem Kopf ab? Immer wieder lockt uns Finn auf falsche Fährten, indem er die Story konsequent aus Annas Ich-Perspektive erzählt und das Drama gekonnt inszeniert. So ist “Woman in the Window” ein fesselnder Krimispaß. Authentisch und sehr lebendig intoniert von Nina Kunzendorf, macht das Hörbuch mal wieder richtig Appetit auf klassischen Suspence à la Hitchcock.