Rein-Hören

Jetzt bestellen:

Hörbuch
Buch
eBook

€ 14,99 [DE] | CHF 21,90 [CH] | € 16,90 [A]

€ 9,99 [DE] | CHF 14,50 [CH] | € 10,30 [A]

€ 9,99 [DE] | CHF 12,00 [CH]

Oliver Kern

Sau am Brett

Fellingers zweiter Fall

Das interessiert doch jede Sau!

Das Sautrogrennen — für die einen eine legendäre Veranstaltung am Freudensee im Bayerischen Wald. Für die anderen eher die Regatta des ländlichen Proletariats. Zu diesen anderen zählt sich auch der Fellinger, seines Zeichens Lebensmittelkontrolleur und Hobbyermittler. Eigentlich wollte der Fellinger nämlich zur Polizei. Aber das ist eine andere Geschichte. Damals, beim letzten Sautrogrennen ist der Löffelmacher unter ungeklärten Umständen ertrunken. Tragisch. Und jetzt stirbt beim Bruder vom Löffelmacher, der sich als Gastronom verdingt, ein Tourist an vergiftetem Schweinsbraten. Ob beides zusammenhängt? Ehe er sich's versieht, hängt der Fellinger mitten in einem neuen Fall.

Vielstimmig und urbayerisch gelesen von Michael Schwarzmaier

(6 CDs, Laufzeit: ca. 6h 45)

Das Buch spielt in Bayerischer Wald, Deutschland

Regelmäßig neue Buchtipps bekommen!

Leserstimmen

Skurril und voller Wortwitz

Von: Danielamariaursula Datum: 12. April 2019

Hygieneinspektor Fellinger, dem eine kriminalistische Laufbahn aufgrund eines schwächelnden Knies versagt wurde, schwelgt noch in den Erinnerungen hat seinen erfolgreich gelösten Fall und genehmigt sich ein Bier nach der Kontrolle in der Küche seines Schafskopfkumpans dem Löffelmacher Ferdl. Während er noch vor sich hin sinniert und sich mit Batman vergleicht, der ja ebenfalls zum Wohle der Menschheit ermittelt, eben auch ohne Auftrag, fällt ein Hamburger Tourist mit dem Gesicht zwischen Schweinebraten und Knödel. Wie sich bei Überprüfung des Toten herausstellt, war er kein x-beliebiger Gast, sondern eine Kiezgröße aus Hamburg, dessen Nasenscheidewand vom Kokain zerfressen war. Strecken Hamburger Drogenbarone nun schon ihre Finger nach der niederbayrischen Idylle aus, oder steckt da was ganz anderes dahinter? So heißt es ja, daß die Kräuter-Resl ihren Neffen, den Löffelmacher Ferdl verflucht hat, nachdem dessen ältester Bruder beim Sautrogrennen ertrunken ist und der jüngere Bruder Rudi angeblich vom Ferdl verjagt wurde. Aber das ist doch schon ewig her. Neben diesen Ermittlungen halten ihn noch immer seine Eltern mit ihren Wünschen und Hoffnungen und diesmal auch mit einem neuen irrsinnigen Projekt im Nacken. Ach ja, und die Kriminalpolizei ist auch noch angerückt, da der Fall durch die Kiezgröße dann wohl doch zu groß für die dörflichen Ordnungshüter ist. Zu dumm daß der Kriminalkommissar ausgerechnet den Fellinger auf dem Kieker hat.

Auf diesen Fall freue ich mich, seitdem ich gelesen habe, daß Fellinger nicht nur einmal seine Nase in Dinge steckt, die ihn offiziell nichts angehen, denn sein erster Fall hat mir richtig Spaß gemacht. Ja, es ist ein Niederbayernkrimi mit Spaßfaktor und Rästelgarantie, mehr als mit andauernder Hochspannung, wobei man auch diesmal nicht auf wilde Verfolgungsjagden verzichten muß. Während ich bei Band 1 noch laut lachen musste, habe ich mich hier eher still über den Sprachwitz gefreut. Die Wortkombis wie Kettensägenkiffer, gepaart mit den absurden Situationen, in denen sie dem Fellinger durch sein Inspektorenhirn schießen, sind mir immer wieder im Laufe des Tages in den Sinn gekommen und haben mich auf offener Straße grinsen lassen. Ja, so schräg wie dieses Wort, so schräg sind auch die Situationen, in die Fellinger als aufrechter und unerbittlicher Beamter und Junggeselle immer wieder stolpert, oder seine Nase steckt. Dabei nimmt er so viele Spuren auf, daß der Hörer vor lauter Hinweisen gar nicht mehr weiß, wer denn nun als Täter in Frage kommt oder welches Motiv denn nun greift. Um den Rätselspaß zu erhalten, weiß man nicht immer so viel wie der Berti Fellinger. Manchmal entdeckt er etwas, was ihn ins Grübeln bringt, aber wen er da z.B. auf dem Foto zu erkennen meint, das denkt er nicht laut, denn sicher ist er sich ja nicht und so kann man fröhlich weiterraten und sich ebenso in Theorien verstricken, wie der Fellinger oder die Herren von der Polizei. Wobei bei denen natürlich klar ist, daß sie auf dem Holzweg sind!
Auch die privaten Irrungen und Wirrungen mit der Liebe und den Eltern kommt diesmal wieder vor. Sie lässt den etwas eigenwilligen Inspektor menscheln und auch wenn der Hörer ihn sich nicht in einem hautengen Superheldenkostüm vorstellen mag, so sind doch dessen gedanklichen Vergleiche mit dem niederbayrischen Gotham-City herrlich zu hören. Michael Schwarzmaier gelingt dabei das Meisterstück urbayerisch zu klingen, obwohl er eigentlich Hochdeutsch spricht und auch für jeden nördlich des Weißwurschtäquators gut verständlich ist. Dabei ist aber auch seine stimmliche Bandbreite beachtlich und schafft eine locker skurrile Stimmung, wenn es denn nicht gerade brenzlig wird. Dann hält man bisweilen in der Bewegung inne, um andächtig zu lauschen, was denn nun schon wieder passiert. Übrigens ist er seit Jahren als Sprecher der erfolgreichen Krimihörbücher von Andreas Föhr bekannt. Bei der Gestaltung des Hörbuchs und der Tonträger im Bierdeckel-Look, hat sich der Verlag echt was einfallen lassen, sehr gelungen.

Autor Oliver Kern ist 1968 in Esslingen am Neckar geboren, wuchs aber im bayrischen Wald auf. Inzwischen lebt er mit seiner Familie in der Gegend um Stuttgart.

Also, es ist wohl nicht der spannendste Krimi diesseits und jenseits der Alpen. Dennoch hat er mich gefesselt und ich zahlreiche Tätigkeiten gesucht und gefunden, die sich prima mit dem Hören von Fellingers zweiten Fall kombinieren lassen. Das ist ein eindeutiges Anzeichen dafür, daß mich der Fellinger in seinen Bann gezogen hat!

Bayrische Ermittlungen

Von: lalaundfluse Datum: 09. April 2019

Ein Hörbuch auf bayrisch hatte ich noch nicht, aber ich könnte mich daran gewöhnen.

Spannend, urkomisch und als Nichtbayer sehr zu empfehlen.

Merkwürdige Morde im ländlichen Raum, welche ein Hobbyermittler gerne selbst löst und dabei Einiges aufmischt. Ideal für längere Autofahrten in Richtung Süden:)

mehr Leserstimmen anzeigen

Tödlicher Schweinebraten

Von: glimrende Datum: 27. März 2019

Fellinger ist live dabei als in der Wirtschaft vom Löffelmacher eine Hamburger Rotlichtgröße über seinem Schweinsbraten mit Knödeln zusammenbricht und stirbt. Wenn da mal nichts am untadligen Ruf des Hygieneinspektors hängen bleibt, denn der hat gerade erst die Küche vom Löffelmacher inspiziert. Deshalb ist der Fellinger, der sonst gerne seine Nase in jeden potentiellen Kriminalfall steckt – hat er doch einst selbst davon geträumt, zur Polizei zu gehen – zunächst ungewohnt zurückhaltend. Doch spätestens als es ihm selbst an den Kragen gehen soll, kann sich der Fellinger nicht mehr vor eigener Ermittlungsarbeit drücken. Die große Frage lautet: handelt es sich um einen Mord im Rotlichtmilieu? Oder doch eher um eine Familientragödie, die einst bei einem lange zurückliegenden Sautrogrennen ihren Anfang nahm?

Ich war sofort begeistert, als ich die erste CD eingelegt habe. Denn Michael Schwarzmeier gehört zu den besten Hörbuchsprechern, die ich kenne. Er hat eine super angenehme Stimme, und ich könnte seinem bayrischen Akzent stundenlang zuhören. Außerdem versteht er es meisterhaft, den verschiedenen Charakteren eines Buches unterschiedliche Stimmen zuzuweisen – ohne dabei jemals in in den Klamauk abzurutschen.

Auch die Geschichte hält, was sie verspricht. Denn der Fellinger stolpert von einem Fettnäpfchen ins nächste. Nicht nur bei seinen Nachforschungen, sondern vor allem auch, wenn es um seine Angebetete, die Höllmüllerin (eigentlich Frau Dr. Höllmüller), geht. Klar, realitätsnahe kriminalistische Ermittlungsarbeit sieht anders aus. Trotzdem macht es einfach Spaß, den Fellinger bei seiner Suche nach dem Mörder und beim Lüften eines langgehegten Familiengeheimnisses zu begleiten.

Sehr gut gefällt mir auch, dass es dem Autor gelingt, die Waage zwischen dem eigentlichen Fall und dem Privatleben vom Fellinger zu halten. Da passt das Verhältnis viel besser als zum Beispiel bei den letzten Bänden der Eberhofer-Krimis von Rita Falk.

Alles in allem eine runde, spannende und vor allem super amüsante Sache. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall vom Fellinger.

Fellinger und sein Batman-Syndrom- tolle Fortsetzung!

Von: printbalance Datum: 20. März 2019

In dem Hörbuch "Sau am Brett" darf Lebensmittelkontrolleur Berthold Fellinger wieder auf Ermittlungsjagd gehen. Der leidenschaftliche Hobbydetektiv leidet eindeutig unter dem Batman-Syndrom: Verbrechen aufklären ohne Auftrag. Wenn er nicht sein kaputtes Knie hätte, wäre er mit Sicherheit ein begnadeter Polizist geworden, aber darum soll es in diesem Teil nicht gehen. Der Autor Oliver Kern hat wieder einen angenehmen, spannenden und teilweise klischeehaften Regionalkrimi verfasst. Dieser wird nicht nur der bayrischen Kultur, sondern auch der Mentalität der Menschen im Bayrischen Wald gerecht. Der 43-jährige Niederbayer begibt sich wieder eigenständig auf Spurensuche um den mysteriösen Vergiftungstod des Geschäftsmannes Herrn Hansen beim Kirchenwirt aufzuklären.
Zum einen will er sich selbst von den Bestechungsvorwürfen reinwaschen, aber zum anderen auch der örtlichen Polizei ein wenig unter die Arme greifen, denn so richtig traut er denen nicht zu, dass sie das Verbrechen schnell genug aufdecken werden. Dass er sich dabei selbst mehrmals in ernsthafte Gefahr bringt wird dem Fellinger erst bewusst, als die Situationen brenzlig und unausweichlich werden. Aber wie sagt das Sprichwort so schön: "Unkraut vergeht nicht" - so auch bei unserem bayrischen Urgestein. Natürlich hat dieser Heldenmut auch einen positiven Nebeneffekt. Selbst als er verletzt bei der Höllmüllerin auf dem Untersuchungstisch liegt, macht Fellinger bei der Ärztin, seiner Jugendliebe einen Chancentest.
Der Schriftsteller baut am Rande eine leichte Liebesgeschichte mit ein, die in keinster Weise einen dominierenden Part einnimmt sondern sachte im Hintergrund mitläuft und den Krimi im Gesamten auffrischt.
Fazit: Spannende Verfolungsjagden, wortwitzigen Metaphern die exakt auf den Punkt gebracht werden und sprachlichen Spielereien machen den zweiten Teil der Fellinger-Serie absolut hörens- bzw. lesenswert. Der Unterhaltungswert ist konstant an der oberen Grenze, was unter anderem dem Synchronsprecher Michael Schwarzmeier positiv zuzuschreiben ist. Ich bin jetzt schon gespannt wie die "Obandelversuche" bei der Höllmüllerin weitergehen werden.
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen