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Michael Crichton

Dragon Teeth – Wie alles begann

Roman

Der Ursprung von Jurassic Park

Wyoming, 1875: So wie die Erde unter den donnernden Büffelherden des noch wilden Westens bebt, wird die Welt von der Entdeckung einer noch größeren, viel älteren Naturgewalt erschüttert. Fossile Funde belegen: Einst müssen riesige Urzeitwesen die Erde bevölkert haben - die Dinosaurier. Damit rückt ein wenig beachteter, aber revolutionärer Wissenschaftszweig, die Paläontologie, ins Licht der Öffentlichkeit.

Der lebensgefährliche Wettlauf zweier Wissenschaftler: Nach einer wahren Geschichte ersann Michael Crichton einen seiner ersten Thriller - entstanden 1974 und bislang unveröffentlicht - um Gier, Obsession und den Anfang einer neuen Zeit.

Das Buch spielt in Wyoming, Vereinigte Staaten von Amerika

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Leserstimmen

Die ersten Schritte der Paläontologie

Von: Mikka Gottstein Datum: 24. November 2018

Man tut dem Buch und (posthum) seinem Autor meines Erachtens keinen Gefallen, wenn man es als Vorgeschichte der Jurassic-Park-Saga bezeichnet. Ja, hier geht es um Dinosaurierknochen und “Jurassic Park” ist unbestritten die bekannteste Dinosauriergeschichte seit Sir Arthur Conan Doyles “Die vergessene Welt” – aber damit endet die Verbindung auch schon.

Dieses Buch ist Crichton pur, aber es liest sich von Stil und Atmosphäre her völlig anders als Jurassic Park.

Außerdem ist es auch in einem gänzlich anderen Genre angesiedelt: der historische, zumindest teilweise auf Fakten basierende Roman spielt im 19. Jahrhundert im Wilden Westen und liest sich dementsprechend. Die erbarmungslosen, blutigen Konflikte zwischen Indianern und weißen Siedlern, sowie die damit verbundenen politischen Entwicklungen, stehen mindestens genauso sehr im Zentrum der Geschichte wie die Dinosaurierknochen. Auch die erbitterte Rivalität zwischen zwei der ersten Paläontologen, die den Rahmen der Geschichte bildet, läuft dieser Historie den Rang nicht ab.

Die Rivalität zwischen Edward Drinker Cope und Othniel Charles March war legendär und zog sich über einen langen Zeitraum hin. Für den Roman wurde sie jedoch auf ein Jahr zusammengeschnurrt – und entschärft, denn in Wirklichkeit muss sie so lächerlich eskaliert sein, dass sie in einem Roman unglaubwürdig gewirkt hätte. Was übrig bleibt, ist aber immer noch genug, um für Spannung und auch eine Prise Humor zu sorgen.

Im Grunde ist “Dragon Teeth” nicht nur ein historischer Roman, sondern vor allem eine klassische ‘Coming of Age’-Geschichte:

Der 18-jährige Protagonist, William Johnson, beginnt seine Reise als gelangweilter junger Schnösel ohne Antrieb oder Ziel im Leben, wird durch seine Erlebnisse jedoch gestählt. Am Schluss ist er ein entschlossener, selbstbewusster Mann, der seinen Wert in einem unglaublichen Abenteuer bewiesen hat.

Die anderen Figuren bleiben zum Teil eher blass, aber William (später ‘Foggy’ genannt) kann die Geschichte meines Erachtens im Alleingang tragen, denn er macht eine grandiose Entwicklung durch.

Der Autor verlangt ihm gnadenlos alles ab.

Williams Abenteuer liest sich wie ein waschechter Western: Goldrausch und Saloons, Cowboys und Indianer, Schießereien und wilde Verfolgungsjagden zu Pferde… Sogar der berühmte Revolverheld Wyatt Erp gibt sich ein Stelldichein und rettet unserem jungen Helden mehrfach den Allerwertesten, wobei der jedoch auch selber zur Waffe greifen muss.

Neben Williams Höllenritt durch den Wilden Westen verblasst sogar der absurde, von Paranoia und Geltungswahn befeuerte Wettstreit zwischen Marsh und Cope, obwohl der im Hintergrund immer präsent ist – ebenso wie die gesellschaftlichen, soziologischen und wissenschaftlichen Entwicklungen der Zeit. Besonders der Konflikt zwischen Darwinismus und Kreationismus spielte für die Paläontologie eine große Rolle, denn Dinosaurier und Evolution passten für viele gläubige Christen des 19. Jahrhunderts nicht in Gottes Plan.

Das Buch entwickelt eine andere Art von Spannung als Crichtons Romane rund um seine berühmten Klonsaurier.

Ich vermute, dass “Dragon Teeth” diejenigen Leser enttäuschen könnte, die mit der Erwartung an das Buch herangehen, sozusagen “Jurassic Park 0.0.5-beta” präsentiert zu bekommen. Wenn man sich von dieser Erwartung löst, finde ich das Buch aber durchaus sehr spannend – als historisches Western-Abenteuer mit kleinen Häppchen paläontologischer Geschichte als Bonus.

Dem Schreibstil merkt man allerdings ein wenig an, dass es sich um ein Frühwerk des Autors handelt.

Verglichen mit seinen späteren Werken ist der Schreibstil hier noch nicht so ausgereift.

Aber wenn man für einen Moment vergisst, wer dieses Buch geschrieben hat, und es als alleinstehendes Werk betrachtet, kann der Schreibstil mit Atmosphäre und feinem Humor punkten. Perfekt ist das Buch vielleicht nicht, und sicher nicht Crichtons bester Roman, aber in meinen Augen dennoch lesenswert und unterhaltsam.

FAZIT

Vergessen wir mal “Jurassic Park”.

Am besten liest man “Dragon Teeth”, ohne eine Vorgeschichte des bekannten Megahits von Michael Crichton zu erwarten – auch wenn Dinosaurierknochen ein wichtige Rolle für die Geschichte spielen. In diesem Frühwerk des Autors erwartet den Leser eine unterhaltsame Abenteuergeschichte im Wilden Westen, basierend auf der tatsächlichen Rivalität zweier der ersten Paläontologen.

Ein historischer Abenteuerroman, der an Jules Verne und Karl May erinnert

Von: Wolfgang Brunner - Buchwelten Datum: 04. November 2018

William Johnson schließt sich dem Forscher und Charles Marsh an, um in den Weiten des Wilden Westens nach Knochenfunden zu suchen. Angeblich soll es nämlich mittlerweile ausgestorbene Tiere gegeben haben, die riesengroß waren. Ein unvergleichliches Abenteuer beginnt, bei dem Johnson nicht nur gigantische Saurierknochen findet, sondern auch noch Bekanntschaft mit wilden Indianern und der Revolverlegende Wyatt Earp macht.

„Dragon Teeth“ ist irgendwie anders, als die Romane von Michael Crichton, die man mit ihm verbindet. Seine Bestseller „Jurassic Park“, „Beute“, „Enthüllung“ oder „Next“, um nur einige zu nennen, waren weitaus reißerischer und actionreicher, als es „Dragon Teeth“ vermag. Was aber nicht heißt, dass wir es hier mit einem außerordentlich guten, und vor allem wieder perfekt recherchierten, Buch zu tun haben. Crichton widmet sich weniger den titelgebenden Dinosauriern, sondern konzentriert sich vielmehr auf ein Abenteuer, das sogar an manchen Stellen wie ein Buch von Jules Verne oder Karl May erinnert. Die Odyssee des William Johnson liest sich kurz und knackig, ein Crichton-typischer Pageturner eben, obwohl er sich, wie gesagt, von seinen bekannteren Büchern unterscheidet. Oftmals fühlte ich mich an Michael Crichtons Film „Westworld“ erinnert, was wahrscheinlich an den Schauplätzen liegt.

„Dragon Teeth“ ist ein Abenteuerroman, der im Wilden Westen spielt. Nicht nur das Thema Paläontologie, sondern auch die Probleme der Indianer und andere Missstände jener Zeit werden ausgiebig behandelt und stellen einen sehr guten Einblick in die damalige Epoche dar. Ich fühlte mich auf alle Fälle von Anfang bis Ende sehr gut unterhalten. Wer allerdings ein Werk erwartet, dass eine Vorgeschichte zu „Jurassic Park“ erzählt wird (wie es das Cover und die Inhaltsbeschreibung suggeriert), könnte extremst enttäuscht sein. Denn die Saurierknochen sind so ziemlich das einzige, was an Crichtons Weltbestseller erinnert und damit in Verbindung gebracht werden könnte. „Dragon Teeth“ ist ein astreiner wissenschaftlicher Abenteuerroman, der auf äußerst unterhaltsame Weise Wissen vermittelt. Man spürt, dass es sich um ein Frühwerk von Michael Crichton handelt, denn allzuoft erinnert man sich bezüglich des Schreibstils an „Andromeda“, „Der große Eisenbahnraub“ oder „Expedition Kongo“. Vielleicht dachte Crichton selbst, das Manuskript sei noch nicht bereit für eine Veröffentlichung, weswegen es in seiner Schublade verschwand und dort vergessen wurde.

Für Fans von Michael Crichton ist dieses Buch sowieso ein Muss (ähnlich wie die „verschollenen“ Geschichten eines J.R.R. Tolkien). Für an der amerikanischen Geschichte und den Anfängen der Saurierforschung Interessierte ist „Dragon Teeth“ ebenfalls absolut zu empfehlen. Wer einen „Reißer“ im Stil der neueren Crichton-Bücher erwartet, wird vergeblich den Funken suchen, der normalerweise bereits nach den ersten Seiten eines „Crichton“ überspringt. Ich persönlich habe dieses Buch und auch die Geschichte sehr genossen, zumal sie eben, wie erwähnt, viele historische Bezüge eingebaut hat, die absolut interessant sind. Der Plot liest sich schnell weg und vermittelt ein ganz besonderes Abenteuergefühl, das vielmehr an „alte“ Geschichten erinnert, die man in den 50er oder 60er Jahren gelesen hat. Genau diese Atmosphäre macht aber den Reiz von „Dragon Teeth“ aus, sofern man sich auf den teils dokumentarischen Schreibstil und die Geschichte einlassen kann.
Die Charakterzeichnungen sind Crichton hervorragend gelungen, während der von ihm gewohnte Spannungsbogen ein wenig zu wünschen übrig lässt. Aber andererseits zeigt es auch die Vielfältigkeit des leider viel zu früh verstorbenen Autors, der hier exzellent eine fiktive Geschichte in einen historischen Rahmen verwoben hat. Ich finde solche Funde im Nachlass eines Autors, dessen literarischen Werdegang man Zeit seines Lebens verfolgt hat, immer einen Glücksfall und bin froh, dass Crichtons Witwe und ein Verlag diesen Schritt einer posthumen Veröffentlichung gewagt haben.

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Fazit: Ein historischer Abenteuerroman, der an Jules Verne und Karl May erinnert.

© 2018 Wolfgang Brunner für Buchwelten

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Eine spannende Reise in den historischen Wilden Westen

Von: Silke Schröder, hallo-buch.de Datum: 01. November 2018

Wegen einer Wette macht sich der Yale-Student William Johnson mit einer Gruppe von Studenten auf, Professor Marsh zu begleiten, der als einer der ersten Paläontologen im damals noch “Wilden Westen” nach Dinosaurier-Fossilien graben will. Doch Marsh traut Johnson nicht über den Weg, denn er glaubt, dass dieser ihn ausspionieren und die Informationen seinem ärgsten Rivalen, dem Paläontologen und Professor Cope geben will. So begegnet Johnson auf seinem Trip nicht nur glühendem Forschergeist, sondern auch Neid und Missgunst. Und er saugt die Atmosphäre des Wilden Westens auf, mit seinen furchtbaren Kriegen gegen die Indianer, mit Schurken und Revolverhelden, Glücksrittern und Bardamen. Zu Pferde, in Zügen und Postkutschen führt ihn seine Reise in grandiose Landschaften, verdreckte kleine Städtchen – und mitten ins Abenteuer der ersten Ausgrabungen im Judith-Becken von Montana.

“Dragon Teeth – Wie alles begann” ist eine spannende Reise in den historischen Wilden Westen. Michael Chrichton nimmt uns mit auf eine der ersten Forschungsexpitionen nach Montana und Dakota im 19. Jahrhundert. Dabei garniert er die Reiseerlebnisse seines fiktiven Heldens William Johnson immer wieder mit geschichtlichen Fakten. So gab es die beiden konkurrierenden Paläontologen Cope und March wirklich, und auch die brutalen Kriege des Generals Benjamin Custer gegen die Sioux und andere Indianerstämme sind geschichtlich belegt. Eindringlich zeigt Chrichton, wie die Angehörigen der “First Nations” immer weiter nach Westen abgedrängt wurden, bis ihr Schicksal besiegelt war. Aber auch die Wild-West-Atmosphäre der damaligen Siedlungen, in denen als kleines Schmankerl sogar der historisch belegte “Revolverheld” Wyatt Earp einen Auftritt hat, fängt er authentisch ein. Dabei streut er immer wieder sehr effektiv Tagebucheinträge des Studenten William Johnson ein. Michael Crichton, der als Autor ebenso wie als Schöpfer von “Jurassic Parc” oder der TV-Serie “Emergency Room” bekannt wurde, starb 2008 im Alter von 66 Jahren. Das Manuskript von “Dragon Teeth” entstand bereits 1974 und war bislang unveröffentlicht.

Roman eines lebenden Fossils…

Von: losgelesen Datum: 29. Oktober 2018

Michael Crichton gilt seit 2008 als ausgestorben. Trotzdem ist nun aber ein neuer Roman von ihm erschienen. Die Geschichte stammt bereits aus dem Jahr 1974 und war bisher unveröffentlicht. Ähnlich wie der wahrscheinlich bekannteste Roman von Michael Crichton „Jurassic Park“ handelt auch „Dragon Teeth“ im weitesten Sinn von Dinosauriern. Allerdings spielt der Roman nicht in der Moderne, sondern im Jahr 1875 und erzählt die Geschichte von William Johnson, der sich aufgrund einer Wette einer Expedition von Charles Marsh anschließt um im Westen der USA Dinosaurierfossilien zu suchen. Dabei befindet Marsh sich im Wettstreit mit Edward Cope. Das Besondere an der Geschichte ist, dass es diese beiden Männer und ihren Wettstreit tatsächlich gab.

Geschickt vermischt Crichton in dem Roman Fiktion und Realität und erzählt dabei eine spannende Geschichte die im ´Wilden Westen´ der USA spielt. Das der Autor spannende Geschichten, die in der Historie eingebettet sind, erzählen kann, hat er bereits beispielsweise mit „Der große Eisenbahnraub“ oder „Die ihre Toten essen“ eindrucksvoll bewiesen. So ist auch „Dragon Teeth“ eine fantastisch erzählte Geschichte, die den Leser durchgehend unterhält.

Natürlich liegt der Bezug zu „Jurassic Park“ sehr nahe und wird durch ähnliche Cover oder die Unterschrift „Wie alles begann“ auch gefördert. Tatsächlich aber haben beide Romane nicht wirklich viel gemeinsam. Wer also einen eigenständigen Roman ohne jeglichen inhaltlichen Zusammenhang zu „Jurassic Park“ erwartet, der liegt mit „Dragon Teeth“ ausnahmslos richtig.

Abschließend bleibt zu hoffen, dass sich noch weitere und ähnlich gute Manuskripte im Nachlass von Michael Crichton finden, um genauso wie Bücher über Dinosaurier langfristig Leser zu unterhalten.